• In die Ostkarpaten zum lebendigen Feuer 🔥

    29 июня, Румыния ⋅ ☀️ 28 °C

    Das „Focul Viu“ (Lebendiges Feuer) von Andreiașu de Jos ist ein 12 Hektar großes Naturschutzgebiet im rumänischen Kreis Vrancea. Es ist das größte Erdgas-Quellgebiet Rumäniens, in dem Methan und andere Gase aus der Erde entweichen und an der Oberfläche natürlich brennen.

    Aus unterirdischen Vorkommen entweicht stetig Erdgas, das sich spontan entzündet und ca. 50 cm hohe Flammen erzeugt. Bei seismischen Aktivitäten können diese sogar noch höher werden.
    Die Flammen sind das ganze Jahr über aktiv.
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  • Andreiașu de Sus -> Naruja

    29 июня, Румыния ⋅ ☀️ 30 °C

    Die rund 12km lange Naturstrasse bis nach Prehuda hat extrem steile und ruppige Abschnitte über einen kleinen Pass. Diese verlangen höchste Konzentration mit dem beladenen schweren Motorrad. Anhalten und wieder anfahren an diesen Stellen wäre für mich kaum möglich. Darum gibt es auch keine Fotos, die das zeigen.Читать далее

  • Tampa - der Hausberg von Brasov/Kronstadt

    1 июля, Румыния ⋅ ☀️ 24 °C
  • Poiana Brașov - Ein Sommertag hoch über Kronstadt

    4 июля, Румыния ⋅ ☀️ 13 °C

    Nach den vergangenen Tagen in der historischen Altstadt von Brașov (Kronstadt) stand heute ein Ausflug in die Berge auf dem Programm. Mit dem Linienbus fuhr ich hinauf nach Poiana Brașov, dem bekanntesten und beliebtesten Skigebiet Rumäniens. Der Wetterbericht hatte Aufhellungen versprochen – und tatsächlich sollte er recht behalten.

    Zu Beginn des Tages war der Himmel noch von dichten Wolken bedeckt. Deshalb nutzte ich die Zeit zunächst für einen Besuch der kleinen, hübschen Holzkirche. Sie strahlt eine angenehme Ruhe aus und bildet einen schönen Kontrast zu den zahlreichen grossen Hotels, Restaurants und Après-Ski-Lokalen, die den Ort prägen. Wer die Alpen kennt, fühlt sich hier sofort an bekannte Wintersportorte erinnert.

    Im Sommer verändert Poiana Brașov sein Gesicht. Statt Skifahrern und Snowboardern bestimmen Mountainbiker das Bild. Besonders die Downhill-Biker kommen hier auf ihre Kosten und nutzen die Bergbahnen, um anschliessend die anspruchsvollen Trails talwärts zu fahren.

    Schliesslich verzogen sich die Wolken immer mehr, und die Sonne setzte sich durch – genau der richtige Moment für die Fahrt mit der Seilbahn Capra Neagră. Sie bringt Besucher auf fast 1’800 Meter Höhe. Oben bot sich ein überwältigendes Panorama. Die Wolken zogen teilweise knapp über die Bergkämme hinweg und vermittelten beinahe das Gefühl, selbst auf Flughöhe unterwegs zu sein. Tief unten lag Brașov, dessen historische Altstadt und Wohnquartiere aus der Vogelperspektive gut zu erkennen waren. Die umliegenden Karpaten präsentierten sich in sattem Grün und luden zum Verweilen ein.

    Wie überall in den Wäldern rund um Brașov begegnet man auch hier immer wieder Warnschildern, die auf die zahlreichen Braunbären der Region hinweisen. Sie erinnern daran, dass sich der Mensch hier den Lebensraum mit einer der grössten Bärenpopulationen Europas teilt. Mit etwas Respekt und Aufmerksamkeit gehört dies einfach zum Naturerlebnis in den rumänischen Karpaten.
    So wurde aus einem zunächst eher trüben Tag ein herrlicher Sommertag in den Bergen – mit eindrücklichen Ausblicken, frischer Bergluft und einer eindrucksvollen Kombination aus Natur, Tourismus und der wilden Tierwelt Rumäniens.
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  • Die Rundbogentore der Altstadt von Brașov

    5 июля, Румыния ⋅ ☁️ 20 °C

    Tore zu einer vergangenen Welt

    Beim Spaziergang durch die Altstadt von Brașov fallen sie sofort auf: Fast jedes Haus besitzt ein grosses Rundbogentor aus Holz oder Eisen. Hinter diesen Toren verbergen sich geräumige Innenhöfe, die von der Strasse aus kaum einsehbar sind. Was heute romantisch und malerisch wirkt, hatte ursprünglich ganz praktische Gründe.

    Die meisten Häuser stammen aus der Zeit zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert, als Brașov – damals Kronstadt – eine wohlhabende Handelsstadt der Siebenbürger Sachsen war. Die engen Gassen innerhalb der Stadtmauern liessen nur wenig Platz für breite Fassaden. Deshalb wurden die Grundstücke tief nach hinten gebaut. Hinter dem Wohnhaus befanden sich Innenhöfe mit Werkstätten, Lagerräumen, Ställen, Brunnen und teilweise weiteren Wohngebäuden.

    Die grossen Rundbogentore ermöglichten es, mit Pferdefuhrwerken direkt in den geschützten Innenhof zu fahren. Händler brachten hier ihre Waren unter, Handwerker lagerten Material, und Bauern aus den umliegenden Dörfern lieferten Getreide, Wein, Holz oder Vieh an. Nachts wurden die massiven Tore verschlossen und boten zusammen mit den starken Mauern zusätzlichen Schutz vor Diebstahl und Bränden.

    Viele Innenhöfe waren zudem gemeinschaftliche Lebensräume. Mehrere Familien teilten sich den Brunnen, Backöfen oder Wirtschaftsgebäude. Kinder spielten hier geschützt vor dem Verkehr, während die Erwachsenen arbeiteten oder Waren verluden. Die Innenhöfe waren somit zugleich Wohn-, Arbeits- und Begegnungsort.

    Architektonisch zeigen die Rundbogentore Einflüsse der Gotik, Renaissance und des Barocks. Besonders die reich verzierten Holztore mit kunstvollen Schmiedeeisenbeschlägen zeugen vom Wohlstand ihrer einstigen Besitzer. Über manchen Toren sind noch heute Jahreszahlen, Familienwappen oder Zunftsymbole zu entdecken.

    Auch nach Jahrhunderten erfüllen die Tore ihren ursprünglichen Zweck. Viele Innenhöfe werden noch immer bewohnt oder beherbergen kleine Cafés, Pensionen, Werkstätten oder Ateliers. Wer den Mut hat, durch ein geöffnetes Tor zu schauen, entdeckt oft eine überraschend ruhige Welt – nur wenige Schritte vom lebhaften Treiben der Altstadt entfernt.

    Die Rundbogentore von Brașov sind weit mehr als ein architektonisches Detail. Sie erzählen von einer Zeit, in der Handel, Handwerk und das gemeinschaftliche Leben das Gesicht der Stadt prägten. Jedes geöffnete Tor gewährt einen kleinen Blick in die über 700-jährige Geschichte einer der bedeutendsten Städte Siebenbürgens.
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  • Die eindrucksvolle Kirchenburg von Honigberg

    6 июля, Румыния ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute führte mich mein Ausflug nach Honigberg (Hărman), einem der beeindruckendsten Beispiele einer siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburg in Rumänien. Die Anlage wurde ab dem Jahr 1280 von den Siebenbürger Sachsen erbaut und diente während Jahrhunderten nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Zufluchtsort für die Bevölkerung in unruhigen Zeiten.
    Schon beim Betreten der Anlage beeindrucken die mächtigen, hohen Wehrmauern, welche die Kirche vollständig umschliessen. Besonders markant sind die sieben Wehrtürme, die entlang der Ringmauer verteilt sind und der Festung ihr wehrhaftes Erscheinungsbild verleihen. Über allem erhebt sich der 52 Meter hohe Kirchturm, der schon von weitem sichtbar ist und das Dorfbild prägt.

    Im Inneren der Kirchenburg fällt eine aussergewöhnliche Besonderheit auf. Entlang der Seiten des Mittelschiffs befinden sich unter der Traufe zahlreiche kleine Vorratskammern, die an Schwalbennester erinnern. Jede Familie besass hier ihren eigenen Lagerraum, in dem Lebensmittel und wertvolle Vorräte sicher aufbewahrt wurden. Erreichbar sind diese Kammern nur über lange, aussergewöhnlich steile Holztreppen – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie geschickt die Kirchenburg einst als Schutz- und Vorratsanlage genutzt wurde.

    Auch im Kirchenraum selbst gibt es interessante Details zu entdecken. Die Sitzbänke der verheirateten Frauen besitzen bewusst keine Rückenlehnen. Der Grund dafür liegt in der traditionellen siebenbürgisch-sächsischen Tracht: Die aufwendig gestalteten Kleidungsstücke mit ihren grossen Schleifen und Stofflagen hätten ein bequemes Anlehnen gar nicht zugelassen. So spiegelt selbst die Ausstattung der Kirche den Alltag und die Traditionen der damaligen Dorfgemeinschaft wider.

    Ein weiterer Blickfang ist die eindrucksvolle Orgel aus dem Jahr 1889, die den Kirchenraum bis heute schmückt. Sie fügt sich harmonisch in das schlichte, aber würdevolle Innere der Kirche ein und erinnert an die lange musikalische Tradition der evangelischen Gemeinden in Siebenbürgen.

    Der Besuch der Kirchenburg von Honigberg war eine eindrucksvolle Reise in die Geschichte der Siebenbürger Sachsen. Die Kombination aus Wehrarchitektur, religiösem Leben und alltäglicher Dorfkultur macht diesen Ort zu einem der faszinierendsten historischen Bauwerke der Region.
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  • Die Bauernburg Tartlau (Prejmer)

    8 июля, Румыния ⋅ ☁️ 20 °C

    Eine Festung für ein ganzes Dorf

    Heute zeigte sich das Wetter von seiner ruhigen Seite. Leichter Nieselregen und feuchte Luft begleiteten meinen Besuch der Bauernburg Tartlau (Prejmer). Gerade dieses Wetter verlieh der mächtigen Festungsanlage eine besondere Atmosphäre. Die dicken Mauern wirkten noch eindrucksvoller und liessen erahnen, wie sicher sich die Dorfbewohner hier einst gefühlt haben mussten.

    Die Kirchenburg von Tartlau gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe und zählt zu den bedeutendsten Wehrkirchen Siebenbürgens. Erbaut wurde sie im frühen 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden und später von den Siebenbürger Sachsen ausgebaut und verstärkt. Ihre strategische Lage machte sie über Jahrhunderte hinweg zu einem wichtigen Verteidigungsbau gegen die zahlreichen Einfälle aus dem Osten.

    Schon der Zugang vermittelt den wehrhaften Charakter der Anlage. Durch einen langen Torbogen gelangt man in den Innenhof, der vollständig von einer gewaltigen Ringmauer umschlossen wird. Diese ist stellenweise über zehn Meter hoch und mehrere Meter dick. Von aussen erscheint die Burg nahezu uneinnehmbar.

    Im Inneren eröffnet sich jedoch eine ganz andere Welt. In den Mauern sind auf mehreren Stockwerken über 270 kleine Kammern eingebaut. Jede Familie des Dorfes besass hier ihren eigenen Raum. Während Belagerungen fanden die Bewohner mit ihren wichtigsten Habseligkeiten Schutz innerhalb der Burg. Die Kammern dienten als Schlafräume, Vorratslager und Werkstätten – eine kleine Stadt innerhalb der Festungsmauern. Enge Holztreppen und hölzerne Laubengänge verbinden die einzelnen Ebenen miteinander und verleihen der Anlage ihren einzigartigen Charakter.

    Im Mittelpunkt steht die gotische Kirche mit ihrem schlichten, hellen Innenraum. Sie erinnert daran, dass die Kirchenburgen weit mehr waren als militärische Bauwerke. Sie waren das religiöse und gesellschaftliche Zentrum der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden und zugleich ein Symbol für ihren Gemeinschaftssinn.

    Besonders beeindruckend ist die durchdachte Verteidigungsarchitektur. Schiessscharten, Wehrgänge und Wachräume zeigen, mit welchem Einfallsreichtum die Burg auf Angriffe vorbereitet war. Dennoch wirkt die Anlage heute keineswegs düster, sondern erstaunlich harmonisch. Die hell verputzten Mauern, die gepflegten Holzkonstruktionen und der ruhige Innenhof vermitteln eine Atmosphäre, die Geschichte lebendig werden lässt.

    Auch wenn die Sonne heute kaum zu sehen war, wurde der Besuch der Bauernburg Tartlau zu einem besonderen Erlebnis. Das feuchte Wetter unterstrich die mittelalterliche Stimmung und machte den Rundgang durch dieses aussergewöhnliche UNESCO-Welterbe zu einer eindrucksvollen Reise in die Vergangenheit der Siebenbürger Sachsen.
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  • Regenfahrt zur Salzmine Unirea in Slănic

    9 июля, Румыния ⋅ 🌧 17 °C

    Manchmal sind es gerade die Regentage, die am längsten in Erinnerung bleiben. So war es auch heute.

    Eigentlich hatte ich gehofft, dass sich das Wetter bessern würde. Während ich mich fast eineinhalb Stunden im gemütlichen Angel Cake Café in Nehoiu mit Kaffee und feinem Gebäck verwöhnen liess, prasselte draussen der Regen ununterbrochen auf die Strassen. Als der Niederschlag schliesslich etwas nachliess, zog ich die Motorradkleidung wieder an und machte mich auf den Weg. Viel Hoffnung hatte ich zwar nicht – und tatsächlich sollte sie sich nicht erfüllen.

    Noch bevor ich Slănic erreichte, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich der Nieselregen in einen Wolkenbruch. Das Wasser floss in Bächen über die Strasse, und an entspanntes Motorradfahren war nicht mehr zu denken.

    Gerade rechtzeitig erreichte ich das Restaurant bei der Salzmine Unirea. Eine heisse Suppe und eine kräftige Mahlzeit waren genau das Richtige, um mich aufzuwärmen und die tropfnasse Kleidung wenigstens ein wenig abtrocknen zu lassen.

    Anschliessend begann der eigentliche Höhepunkt des Tages. Mit einem Kleinbus ging es rund drei Kilometer tief in den Berg hinein. Über eine spiralförmig angelegte Tunnelstrasse schraubte sich das Fahrzeug immer weiter nach unten. Allein diese ungewöhnliche Fahrt war bereits ein Erlebnis.

    Doch kaum war ich ausgestiegen, folgte die eigentliche Überraschung.

    Vor mir öffnete sich ein gigantischer unterirdischer Raum. Nach links und rechts führten weitere Hallen, jede für sich von beeindruckender Grösse. Hinter jeder Biegung schien sich erneut eine riesige Kammer zu öffnen. Die Dimensionen sind kaum zu beschreiben. Der Hauptraum ist rund 54 Meter hoch, etwa 32 Meter breit und erstreckt sich über mehr als 200 Meter Länge. Erst wenn Menschen darin fast winzig erscheinen, wird einem bewusst, welche gewaltigen Ausmasse dieser unterirdische Salzdom besitzt.

    Die Luft war kühl und von aussergewöhnlicher Reinheit. Mit einer konstanten Temperatur von rund 12 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 60 Prozent herrscht hier ein besonderes Mikroklima. Es gilt als wohltuend für Menschen mit Atemwegserkrankungen, weshalb sich viele Besucher nicht nur zum Staunen, sondern auch zur Erholung hier aufhalten.

    Während meines Rundgangs verlor ich bald das Gefühl dafür, wie viele Kilometer ich durch die weit verzweigten Hallen zurückgelegt hatte. Die mächtigen Wände aus hellem Steinsalz, die faszinierenden Lichtspiele und die beinahe völlige Stille machten den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dass meine Motorradkleidung noch immer feucht war, spielte für einen Moment keine Rolle mehr.

    Die Salzmine Unirea blickt auf eine lange Geschichte zurück. In der Region wurde bereits seit dem 17. Jahrhundert Salz abgebaut. Der heute zugängliche Bereich entstand zwischen 1938 und 1970, bevor der industrielle Abbau eingestellt wurde. Heute dient die Mine als Besucherattraktion, Veranstaltungsort und Erholungszentrum. Im Inneren befinden sich unter anderem Sportplätze, Spielbereiche, ein kleines Museum und sogar eine Kapelle – alles tief im Inneren des Berges. Die schier unvorstellbaren Dimensionen machen die Mine zu einer der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Rumäniens.

    Nach einigen Stunden hiess es Abschied nehmen. Mit dem Kleinbus ging es auf derselben spiralförmigen Strecke wieder ans Tageslicht.

    Doch draussen wartete bereits die nächste Herausforderung. Auf der Rückfahrt nach Brașov hatte der Regen nichts von seiner Intensität verloren. Über weite Strecken schüttete es wie aus Kübeln. Das Wasser floss in regelrechten Bächen über die Fahrbahn, und auf der stark befahrenen Hauptstrasse war ich zwischen Hunderten von schweren Sattelschleppern unterwegs. Die aufspritzende Gischt nahm oft jede Sicht, und höchste Konzentration war bis zum Schluss gefragt.

    Als ich am Abend endlich mein Tagesziel erreichte, war ich zwar völlig durchnässt und müde. Dennoch bleibt dieser Tag in bester Erinnerung. Nicht wegen des Wetters – sondern wegen der überwältigenden Welt tief unter der Erde. Die Salzmine Unirea hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich hinter einem unscheinbaren Berghang eine der faszinierendsten unterirdischen Landschaften Europas verbergen kann.
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  • Von Brașov nach Sibiu

    10 июля, Румыния ⋅ ☁️ 17 °C

    Königsschloss, Dracula und Rallye-Atmosphäre

    Nach mehreren erlebnisreichen Tagen in Brașov hiess es heute Abschied nehmen. Das nächste Ziel meiner Rumänienreise war Sibiu (Hermannstadt). Anstatt den direkten Weg zu wählen, führte mich die Route noch einmal durch einige der schönsten Landschaften der Südkarpaten.
    Zunächst ging es hinauf nach Poiana Brașov. Von hier bot sich noch einmal ein wunderbarer Blick über Brașov und die umliegenden Berge. Es war ein schöner Moment, um auf die vergangenen Tage zurückzublicken, bevor die Reise weiterging.

    Über Râșnov führte die Strasse anschliessend in Richtung Süden. Während der Fahrt begleitete mich das eindrucksvolle Panorama des Bucegi-Gebirges, dessen markante Felsformationen immer wieder den Blick auf sich zogen. Die kurvenreiche Strecke machte einmal mehr deutlich, weshalb Rumänien für Motorradfahrer ein so reizvolles Reiseziel ist.

    Der nächste Halt galt dem berühmten Schloss Peleș in Sinaia. Schon von aussen beeindruckt das ehemalige Sommerschloss der rumänischen Königsfamilie mit seiner aussergewöhnlichen Architektur. Die verspielten Türme, reich verzierten Fassaden und die idyllische Lage am Waldrand verleihen dem Schloss beinahe etwas Märchenhaftes. Bevor ich die Reise fortsetzte, gönnte ich mir in einem nahegelegenen Restaurant eine gemütliche Kaffeepause und genoss die entspannte Atmosphäre.
    Von Voinesti aus führte die Route wieder nordwärts. Über den Posada-Pass, der seit Jahrhunderten eine wichtige Verbindung zwischen der Walachei und Siebenbürgen bildet, erreichte ich schliesslich Bran.

    Natürlich durfte ein kurzer Halt beim weltberühmten Schloss Bran nicht fehlen. Das Gebäude wird weltweit als «Dracula-Schloss» vermarktet und zieht jedes Jahr unzählige Besucher an. Ein Erinnerungsfoto musste sein – mehr aber auch nicht. Für meinen Geschmack erinnert die ganze Inszenierung heute eher an ein kleines Disneyland als an eine authentische historische Sehenswürdigkeit. Die eigentliche Faszination liegt für mich ohnehin in den Landschaften Rumäniens und nicht in touristischen Legenden.

    Anschliessend machte ich mich auf den direkten Weg nach Sibiu. Kurz vor dem Ziel zeigte sich erneut einer der grossen Vorteile des Motorradfahrens. Auf der Strecke staute sich der Verkehr auf einer Länge von schätzungsweise 40 Kilometern. Unzählige Autos und Lastwagen standen praktisch still. Ich konnte den Monsterstau gemütlich «rechts liegen lassen» und ohne nennenswerte Verzögerung weiterfahren – einer jener Momente, in denen man sich besonders über die Wahl des Verkehrsmittels freut.

    In Sibiu angekommen bezog ich mein Hotel, gönnte mir eine wohlverdiente Dusche und machte mich sofort wieder auf den Weg. Gerade noch rechtzeitig erreichte ich den grossen Kreisel unmittelbar vor meinem Hotel. Dort herrschte bereits eine begeisterte Stimmung, denn der feierliche Start der Rally Sibiu stand kurz bevor. Die aufheulenden Motoren, die zahlreichen Zuschauer und die gespannte Vorfreude auf das Rennen sorgten für einen stimmungsvollen Abschluss eines abwechslungsreichen Reisetages.
    So endete ein Tag voller Gegensätze: herrliche Berglandschaften, königliche Architektur, touristische Legenden, freie Fahrt auf kurvenreichen Strassen und zum Schluss die mitreissende Atmosphäre einer internationalen Rallye. Genau diese Vielfalt macht das Reisen durch Rumänien so besonders.
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  • Die Transfăgărășan: Kurven, Bären und Begegnungen

    11 июля, Румыния ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute stand einer der grossen Höhepunkte meiner Rumänienreise auf dem Programm – die legendäre Transfăgărășan. Diese rund 151 Kilometer lange Hochgebirgsstrasse gilt als eine der spektakulärsten Motorradstrecken Europas und verbindet Siebenbürgen mit der Walachei über das Făgăraș-Gebirge.

    Von Sibiu führte die Route zunächst durch die weite Ebene entlang des Flusses Avrig. Die Strasse verläuft hier noch ruhig und unspektakulär, doch am Horizont zeichnen sich bereits die mächtigen Gipfel der Südkarpaten ab. Schon bald beginnt der eigentliche Aufstieg.

    Die Strasse windet sich in zahllosen Kurven und Kehren durch dichte Wälder immer höher den Berg hinauf. Die BMW schnurrt gleichmässig von Kurve zu Kurve, und mit jedem Höhenmeter wächst die Vorfreude auf das, was noch kommen wird.

    Dann die erste Überraschung des Tages: Am Strassenrand grast seelenruhig ein Braunbär auf einem saftig grünen Wiesenstreifen. Langsam rolle ich vorbei – mit genügend Abstand und ohne anzuhalten. Ein eindrücklicher Moment, der an dieser Passstrasse jedoch keineswegs eine Seltenheit bleiben sollte.

    Mit zunehmender Höhe lichtet sich der Wald. Die Strasse schmiegt sich nun direkt an die steilen Felswände. Kurze Galerien schützen vor Steinschlag, und immer wieder öffnen sich grandiose Ausblicke über die tief eingeschnittenen Täler.

    Oberhalb der Waldgrenze beginnt schliesslich das eigentliche Kurvenparadies. Über die alpinen Weiden zieht sich die Strasse in unzähligen Serpentinen dem höchsten Punkt entgegen. Eine Haarnadelkurve reiht sich an die nächste. Jeder Blick zurück zeigt den bereits zurückgelegten Strassenverlauf – ein Meisterwerk des Strassenbaus mitten in den Karpaten.

    Auf der Passhöhe (2042m) verschwindet die Strasse für einen kurzen Moment in einem Tunnel. Kaum auf der Südseite angekommen, setzt sich das Spektakel fort. Wieder folgen Kurven über Kurven, während sich die Strasse spektakulär talwärts schlängelt.

    Doch nicht nur die Landschaft sorgt heute für Herzklopfen.

    Immer wieder begegnen mir Braunbären direkt neben der Fahrbahn. Viele Bärinnen sind mit ihren Jungtieren unterwegs – manchmal zwei, manchmal sogar drei kleine Bären gleichzeitig. Insgesamt werde ich an diesem Tag neun ausgewachsene Bären und ebenso viele Jungtiere beobachten können.

    Mit der Zeit erkenne ich ein einfaches, aber zuverlässiges Zeichen: Stehen plötzlich mehrere Autos am Strassenrand still, ist ein Bär meist nicht weit entfernt. Für die Menschen in ihren Autos ist die Situation vergleichsweise sicher. Als Motorradfahrer sieht die Sache jedoch anders aus. Deshalb fahre ich vorsichtig, aber zügig an den Fahrzeugen vorbei und halte niemals unmittelbar neben einer Bärensichtung an. Erst mit genügend Abstand stoppe ich kurz – immer so, dass ich jederzeit sofort wieder losfahren könnte, falls sich ein Tier in meine Richtung bewegen sollte. Diese Strategie gibt mir ein gutes Gefühl und ermöglicht dennoch unvergessliche Beobachtungen.

    Meine Fahrt führt schliesslich bis zur imposanten Staumauer des Vidraru-Stausees. Die gewaltige Betonmauer fügt sich eindrucksvoll in die enge Schlucht ein und markiert einen würdigen Wendepunkt der heutigen Tour. Nach einer kurzen Pause mache ich mich auf den Rückweg und geniesse die Transfăgărășan ein zweites Mal – diesmal aus der entgegengesetzten Perspektive.

    Der Tag endet jedoch nicht nur mit spektakulären Landschaften und zahlreichen Bärenbegegnungen. Unterwegs lerne ich eine fröhliche Gruppe polnischer Motorradfahrer kennen. Schnell entwickelt sich ein angeregtes Gespräch über Motorräder, Reisen und die gemeinsame Begeisterung für kurvenreiche Bergstrassen. Obwohl wir uns erst wenige Minuten kennen, fühlt es sich an, als würde man sich schon lange begegnen. Genau solche spontanen Begegnungen gehören zu den schönsten Seiten des Motorradreisens.

    Die Transfăgărășan hat ihren legendären Ruf mehr als bestätigt. Atemberaubende Landschaften, unzählige Kurven, wilde Natur und die unmittelbare Begegnung mit den Braunbären der Karpaten machen diese Passstrasse zu einem Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.
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  • Transalpina – Rumäniens Strasse über den Wolken

    12 июля, Румыния ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach einigen Tagen in Sibiu stand heute einer der Höhepunkte jeder Rumänienreise auf dem Programm: die legendäre Transalpina. Der direkte Weg bis Sebes führt zwar über die Autobahn – fahrerisch wenig spannend, aber effizient. So bleibt mehr Zeit für das eigentliche Ziel des Tages.

    Kaum ist Sebes erreicht, erscheint auch schon der erste Wegweiser mit der verheissungsvollen Aufschrift „Transalpina“. Von diesem Moment an verändert sich der Charakter der Fahrt schlagartig. Die Strasse folgt zunächst einem tief eingeschnittenen Tal, das sich stetig in die Karpaten hineingräbt. Durch langgezogene Dörfer windet sie sich immer höher, begleitet vom klaren Wasser des Flusses Sebes.

    Mit zunehmender Höhe öffnen sich die Landschaften. Zwei grosse Stauseen liegen wie schmale Fjorde zwischen den bewaldeten Berghängen und verleihen der Szenerie beinahe einen nordischen Charakter. Die Strasse steigt unaufhörlich an, erreicht eine erste Passhöhe und führt in zahlreichen Kurven wieder talwärts – allerdings nur, um kurz darauf den eigentlichen Aufstieg in Angriff zu nehmen.

    Je näher die Baumgrenze rückt, desto spektakulärer wird die Strecke. Plötzlich verschwindet der Wald, und vor mir liegt ein Kurveneldorado, wie es sich Motorradfahrer kaum schöner wünschen könnten. Die Fahrbahn schmiegt sich in unzähligen Kehren an die Berghänge, überquert weite Hochflächen und eröffnet mit jeder Kurve neue, atemberaubende Ausblicke. Die rund 150 Kilometer lange Streckenführung durch diese eindrucksvolle Gebirgslandschaft wirkt wie ein planerisches Meisterwerk – harmonisch, abwechslungsreich und perfekt in die Natur eingebettet.

    Der Wintersportort Ranca markiert schliesslich den Umkehrpunkt der heutigen Tour. Nach einer kurzen Pause geht es auf derselben Strecke wieder zurück. Doch gerade diese Rückfahrt zeigt, dass dieselbe Strasse in der Gegenrichtung ein völlig neues Erlebnis bietet. Licht, Perspektiven und Landschaft verändern sich ständig, und viele Details, die auf der Hinfahrt verborgen blieben, treten nun eindrucksvoll hervor. So gewinnt diese aussergewöhnliche Passstrasse nochmals an Reiz.

    Am frühen Abend erreiche ich glücklich und voller unvergesslicher Eindrücke wieder mein Hotel in Sibiu. Hinter mir liegt ein Tag voller Fahrfreude, grossartiger Landschaften und unzähliger Kurven. Schon bald beginnt der gemütliche Teil des Tages – ein feines Abendessen bildet den verdienten Abschluss einer Tour, die zweifellos zu den schönsten Motorradstrecken Europas zählt.
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  • Auf den Spuren der Siebenbürger Sachsen

    13 июля, Румыния ⋅ ☁️ 19 °C

    Rundfahrt nach Sighisoara

    Nach den grossartigen Erlebnissen auf der Transalpina führte mich die heutige Tagestour in eine ganz andere Welt. Statt spektakulärer Passstrassen standen die Kulturlandschaften Siebenbürgens und ihre einzigartigen Kirchenburgen im Mittelpunkt.

    Am Morgen verlasse ich Sibiu und fahre in nordöstlicher Richtung nach Agnita. Die Strasse führt durch sanfte Hügel, weite Felder und kleine Dörfer, in denen die Zeit vielerorts stehen geblieben zu sein scheint. Immer wieder ragt der Turm einer Wehrkirche über die Dächer empor – stille Zeugen einer jahrhundertealten Geschichte.

    Schon bald erreiche ich Dealu Frumos, eines der zahlreichen sächsischen Dörfer der Region. Die mächtige Kirchenburg prägt das Ortsbild eindrucksvoll. Für einen Fotostopp halte ich gerne an. Auch auf den folgenden Kilometern begleiten mich immer wieder kleinere Kirchenburgen. Manche sind hervorragend erhalten, andere erzählen mit ihren verwitterten Mauern von vergangenen Jahrhunderten. Obwohl ich keine dieser Anlagen mehr von innen besichtige, genügt bereits der Anblick von aussen, um ihre einstige Bedeutung als Schutz- und Lebensraum der Siebenbürger Sachsen zu erahnen.

    Schliesslich erscheint am Horizont die mittelalterliche Silhouette von Sighisoara. Hoch über der Stadt erhebt sich die vollständig erhaltene Burganlage, die seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Beim Spaziergang durch die engen, gepflasterten Gassen fühlt es sich an, als würde man mehrere Jahrhunderte zurückreisen. Farbenfrohe Bürgerhäuser, wehrhafte Türme und verwinkelte Plätze verleihen der Altstadt einen ganz besonderen Charme.

    Über die gedeckte Schülertreppe gelange ich hinauf auf den sogenannten «Berg», wo die eindrucksvolle Bergkirche steht. Sie ist die einzige Kirchenburg des Tages, die ich von innen besichtige. Die ruhige Atmosphäre und die geschichtsträchtigen Mauern bilden einen angenehmen Kontrast zum lebhaften Treiben unten in der Altstadt.

    Nach dem Rundgang gönne ich mir in einem der gemütlichen Restaurants ein feines Mittagessen und geniesse das besondere Ambiente dieser aussergewöhnlich gut erhaltenen mittelalterlichen Stadt.

    Am Nachmittag führt mich die Route weiter nach Biertan. Die monumentale Kirchenburg gehört zu den bedeutendsten Wehrkirchen Siebenbürgens und zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hoch über dem Dorf thront sie eindrucksvoll auf einem Hügel und bietet eines der bekanntesten Fotomotive der Region.

    Die nächste Station ist Wurmloch, rumänisch Valea Viilor. Auch hier dominiert eine eindrucksvolle Kirchenburg das Dorfbild. Weniger bekannt als Biertan oder Sighisoara, besitzt sie dennoch ihren ganz eigenen Reiz und zeigt eindrucksvoll, wie dicht das Netz dieser einzigartigen Verteidigungsanlagen einst war.

    Auf der Rückfahrt nach Sibiu begleiten mich nochmals die sanften Hügel, Felder und traditionellen Dörfer Siebenbürgens. Die Landschaft wirkt ruhig und ursprünglich, beinahe zeitlos. Nach einem Tag voller Geschichte, beeindruckender Architektur und kultureller Entdeckungen erreiche ich am Abend wieder mein Hotel.

    Diese Rundfahrt hat eindrucksvoll gezeigt, weshalb Siebenbürgen als Heimat der Kirchenburgen gilt. Kaum eine andere Region Europas vereint auf so engem Raum eine derart grosse Zahl historischer Wehrkirchen mit einer Landschaft, die bis heute ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat.
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  • Durch das Olt-Tal zur Transalpina

    14 июля, Румыния ⋅ ⛅ 16 °C

    Zwischen Verkehrsader und Naturparadies

    Bereits um 07:00 Uhr verlasse ich Sibiu. Die Morgenluft ist angenehm kühl, und die Strassen sind zunächst noch ruhig. Schon kurz nach Selimbar, dem ehemaligen Schellenberg, erreiche ich den Eingang ins Tal der Alt. Von hier führt die Route südwärts in Richtung des Roten-Turm-Passes.

    Schon nach wenigen Kilometern wird klar: Diese Strecke ist weit mehr als eine landschaftlich reizvolle Passstrasse. Sie bildet eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Rumäniens. Der Verkehr ist enorm. Unzählige Sattelschlepper, Lastwagen und Personenwagen drängen sich durch das enge Tal und machen das Vorankommen mühsam.

    Dabei ist das Olt-Tal eigentlich von beeindruckender Schönheit. Steile, dicht bewaldete Berghänge steigen links und rechts empor, während sich tief unten der Fluss Alt seinen Weg bahnt. Bahnlinie, Nationalstrasse und Fluss teilen sich den knappen Platz zwischen den Bergen. Nun kommt noch eine neue Autobahn hinzu, die ebenfalls ihren Raum beansprucht. Es ist faszinierend zu beobachten, mit welchem technischen Aufwand hier gebaut wird.

    Touristisch wirkt das Tal dagegen fast unberührt. Nur vereinzelt liegen kleine Dörfer entlang der Strecke. Haltemöglichkeiten gibt es kaum, und selbst wenn sich eine ergibt, rauschen meist gerade mehrere Fahrzeuge durchs Bild. Es fällt schwer, die stille Schönheit dieser Landschaft wirklich auf sich wirken zu lassen.

    Nach rund siebzig Kilometern erreiche ich Brezoi und biege nach Westen in das Tal des Lotru ab. Schlagartig verändert sich die Stimmung. Der dichte Verkehr verschwindet beinahe vollständig. Endlich bleibt Raum, die Landschaft bewusst wahrzunehmen.

    Die Strasse steigt gleichmässig an und folgt dem Fluss durch ein wunderschönes Tal. Mehrere grosse Stauseen spiegeln die umliegenden Wälder und Berge und verleihen der Fahrt eine ruhige, beinahe meditative Atmosphäre. Mit jeder Kurve wird die Landschaft eindrucksvoller.

    Schliesslich erreiche ich das Skigebiet Domeniul Schiabil Transalpina bei Obarsia Lotrului und damit gleichzeitig wieder die bekannte Transalpina. Zwischen Streetfood- und Souvenirständen lege ich eine kurze Pause ein, vertrete mir die Beine und geniesse das lebhafte Treiben.

    Dann sorgt der Zufall für einen besonderen Moment: Keine fünf Minuten nach meiner Ankunft rollen zwei Motorräder auf den Parkplatz. Einer der Fahrer winkt mir bereits von Weitem zu. Es ist tatsächlich wieder Dariusz aus Polen, den ich bereits unterwegs kennengelernt habe. Gemeinsam mit einem Kollegen möchte er die Transalpina bei bestem Wetter noch einmal vollständig befahren. Dass wir uns ausgerechnet hier und praktisch zur gleichen Minute wieder begegnen, hätte niemand planen können. Nach einem kurzen Gespräch trennen sich unsere Wege wieder – sie folgen der Transalpina, während mich meine Route in eine ganz andere Richtung führt.
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  • Von den Südkarpaten an die Donau

    14 июля, Румыния ⋅ ☀️ 31 °C

    Schon wenige Kilometer nach Obarsia Lotrului verlasse ich die Transalpina wieder. Statt ihr weiter zu folgen, biege ich auf eine deutlich schmalere Bergstrasse ab, die über den Groapa-Seaca-Pass führt.

    Der Verkehr ist praktisch nicht mehr vorhanden. Die Strasse windet sich durch stille Berglandschaften und eröffnet immer wieder schöne Ausblicke auf die bewaldeten Höhen der Südkarpaten. Hinter dem Pass führt die Route hinunter in ein malerisches Tal, das mich bis nach Petrosani begleitet.

    Von dort geht die Reise weiter südwärts. Das Gebirge bleibt langsam hinter mir zurück, bevor ich das eindrucksvoll gelegene Kloster Lainici erreiche. Seit Jahrhunderten empfängt es Reisende und Pilger am Eingang der Jiu-Schlucht und strahlt eine wohltuende Ruhe aus.

    Targu Jiu umfahre ich westlich. Von hier an verändert sich die Landschaft erneut. Die hohen Berge gehen allmählich in sanfte Hügel über. Auf kleinen Nebenstrassen fahre ich durch zahlreiche Dörfer mit klangvollen rumänischen Namen wie Bala Bai. Das Leben wirkt hier ruhig und ursprünglich. Bauern arbeiten auf den Feldern, Pferdefuhrwerke sind keine Seltenheit, und in den kleinen Ortschaften scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen.

    Kilometer um Kilometer nähere ich mich meinem heutigen Tagesziel. Nach rund 350 Kilometern und etwa achteinhalb Stunden im Sattel erreiche ich am frühen Abend Drobeta-Turnu Severin an der Donau, wo ich die Nacht verbringe.

    Es war ein langer, abwechslungsreicher Fahrtag. Am Vormittag dominierte das geschäftige Olt-Tal mit seiner kaum vorstellbaren Verkehrsdichte, am Nachmittag folgten einsame Bergstrassen, stille Täler und die sanften Landschaften am Rand der Südkarpaten. Gerade diese Gegensätze machen den besonderen Reiz einer Motorradreise durch Rumänien aus.
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  • Dem Eisernen Tor entlang

    15 июля, Румыния ⋅ ☁️ 27 °C

    Von der Donau zurück in die Karpaten

    Der heutige Reisetag beginnt in Drobeta-Turnu Severin. Schon kurz nach der Abfahrt begleitet mich die Donau, die mich während der nächsten rund 140 Kilometer auf rumänischer Seite durch eine der eindrucksvollsten Flusslandschaften Europas führen wird: das Eiserne Tor.

    Bereits nach wenigen Kilometern erreiche ich das gewaltige Kraftwerks- und Stauwehrsystem Portile de Fier I – Eisernes Tor I. Das riesige Bauwerk mit seinen Schiffsschleusen gehört zu den bedeutendsten Wasserbauprojekten Europas. Seit seiner Fertigstellung Anfang der 1970er-Jahre hat es die Donau und die gesamte Region grundlegend verändert.

    Die Strasse folgt nun dem Fluss, der sich immer wieder zwischen steilen Felswänden hindurchzwängt. Hinter beinahe jeder Biegung öffnet sich ein neues Panorama. Mal wirkt die Donau breit und ruhig, dann wieder verengt sie sich auf erstaunliche Weise zwischen schroffen Felsen. Kaum glaubt man, die engste Stelle gesehen zu haben, folgt bereits die nächste.

    Heute gleiten Frachtschiffe und Kreuzfahrtschiffe scheinbar mühelos durch diese Landschaft. Früher jedoch gehörte das Eiserne Tor zu den gefährlichsten Schifffahrtsstrecken Europas. Stromschnellen, Untiefen und mächtige Felsen machten jede Passage zu einem riskanten Unterfangen. Flussaufwärts konnten die Schiffe die Strömung oft nicht aus eigener Kraft überwinden. Bis 1970 wurden sie deshalb von Lokomotiven auf einer eigens dafür gebauten Uferbahn gezogen. Mit dem Bau des Stausees verschwand diese Bahnstrecke für immer in den Fluten der Donau.

    Seit Jahrtausenden bildet das Eiserne Tor eine strategisch bedeutende Verbindung zwischen Okzident und Orient. Zahlreiche Burgen, Festungen und militärische Anlagen entlang der Ufer erinnern daran, welche Bedeutung dieser natürliche Durchgang für Handel, Heerzüge und politische Machtverhältnisse besass.

    Kurz bevor die Donau rumänisches Gebiet verlässt und weiter nach Serbien fliesst, erreiche ich Pojejena. Hier verabschiede ich mich vom grossen Strom und biege wieder in die bewaldete Bergwelt der Karpaten ab.

    Mein nächstes Ziel sind die Bigăr-Kaskaden. Der Wasserfall ist zwar eher klein, besitzt aber wegen seiner ungewöhnlichen Form und seiner Bekanntheit eine besondere Bedeutung für die Region. Während meines kurzen Aufenthalts treffe ich auf eine Gruppe Teilnehmer des BCR – Back Country Road Trip. Mit ihren einfachen, alten Fahrzeugen sind sie erst am zweiten Tag ihrer Tour, doch ihre Begeisterung für das Abenteuer ist ansteckend. Bei einem kurzen Schwatz tauschen wir Erfahrungen über unsere bisherigen Erlebnisse und die kommenden Etappen aus, bevor sich unsere Wege wieder trennen.

    Ab Iablanita führt meine Route erneut nordwärts. Unterwegs erhasche ich einen kurzen Blick auf die kleine Kapelle von Armenis, die eingezwängt zwischen einer Eisenbahnbrücke und den Felsen steht. Sie ist leicht zu übersehen und gerade deshalb ein besonderer Anblick.

    Über Caransebes erreiche ich schliesslich Lugoj. Nach rund 390 Kilometern und fast zehn Stunden Fahrzeit endet einer der längsten Reisetage dieser Tour. Im modernen Hotel lasse ich den Abend entspannt ausklingen.

    Der heutige Tag verband eindrucksvoll zwei Welten: Am Morgen bestimmte die gewaltige Donau mit ihrer faszinierenden Geschichte die Reise, am Nachmittag übernahmen wieder die stillen Wälder und Berge der Karpaten. Genau diese Vielfalt macht Rumänien zu einem aussergewöhnlichen Reiseland – kaum irgendwo wechseln Landschaften, Geschichte und Kulturen auf so eindrucksvolle Weise.
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  • Vom Banat in die Thermalwelt von Geoagiu Băi

    16 июля, Румыния ⋅ ☁️ 28 °C

    Nach der langen Etappe vom Vortag beginnt der heutige Reisetag in Lugoj zunächst mit einer ganz praktischen Aufgabe. Meine Motorradhandschuhe haben ihre besten Tage hinter sich – die Nähte beginnen sich langsam aufzulösen. Bevor ich mich auf den Weg mache, suche ich deshalb nach Ersatz. Zu meiner Freude werde ich bereits im ersten Geschäft fündig. So erspare ich mir den Umweg und den dichten Verkehr in Timisoara und kann die Reise schon bald mit einem neuen Paar Handschuhe fortsetzen.

    Das erste eigentliche Ziel des Tages ist Cramele Recas, der grösste Weinexporteur Rumäniens. Das moderne Betriebsgebäude liegt malerisch inmitten der sanften Hügel und weitläufigen Rebberge des Banats. Obwohl eine Degustation heute selbstverständlich nicht infrage kommt – schliesslich wartet noch ein langer Fahrtag –, lohnt sich der Besuch trotzdem. Eine freundliche Mitarbeiterin nimmt sich Zeit, erklärt mir die Geschichte des Weinguts, die Produktion und den internationalen Vertrieb. Anschliessend zeigt sie mir die beeindruckende Auswahl an Weinen im Verkaufsraum. Es ist spannend zu sehen, welche Bedeutung der rumänische Weinbau inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus erlangt hat.

    Nach diesem Zwischenhalt wird das Tempo etwas höher. Über gut ausgebaute Strassen geht es zügig weiter in Richtung Charlottenburg.

    Der kleine Ort gehört zu den aussergewöhnlichsten Siedlungen Rumäniens. Das Dorf wurde von deutschsprachigen Siedlern im 18. Jahrhundert kreisförmig angelegt – eine in Europa äusserst seltene Bauweise. Vor Ort ist diese Besonderheit allerdings kaum zu erkennen. Erst aus der Luft oder auf einem Satellitenbild offenbart sich die nahezu perfekte Kreisform, welche Charlottenburg so einzigartig macht.

    Weiter führt mich die Route durch die weiten Ackerlandschaften des westlichen Rumäniens. Goldgelbe Felder, vereinzelte Baumgruppen und kleine Dörfer prägen das Bild. Die Strasse schlängelt sich scheinbar endlos durch die offene Landschaft und lädt zu einem entspannten Dahingleiten ein.

    Erst gegen Ende des Tages verändert sich die Szenerie nochmals deutlich. Die Strasse steigt die letzten zwei Kilometer in ein bewaldetes Seitental hinauf und erreicht schliesslich Geoagiu Băi.

    Der kleine Kurort blickt auf eine rund 2000-jährige Geschichte als Thermalbad zurück. Bereits die Römer wussten die heilenden Quellen zu schätzen und errichteten hier erste Badeanlagen. Bis heute prägen Thermalwasser und Kurbetrieb den Charakter des Ortes.

    Schon nach den ersten Eindrücken ist für mich klar, dass sich ein längerer Aufenthalt lohnt. Ich beschliesse spontan, zwei Nächte in Geoagiu Băi zu bleiben. Nach den vielen langen Fahrtagen der vergangenen Woche erscheint es genau der richtige Ort, um etwas zur Ruhe zu kommen und die nähere Umgebung zu Fuss zu erkunden.

    So endet der heutige Reisetag deutlich ruhiger als seine Vorgänger – mit neuer Ausrüstung, interessanten Begegnungen, einem Einblick in den rumänischen Weinbau und der Vorfreude auf einen entspannten Tag in einem der ältesten Thermalbäder des Landes.
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  • Ein Ruhetag in Geoagiu Băi

    17 июля, Румыния ⋅ ☀️ 21 °C

    Zwischen Geschichte, Thermalwasser und Erholung

    Nach vielen langen Etappen auf dem Motorrad tut ein ruhiger Tag richtig gut. Geoagiu Băi bietet dafür den idealen Rahmen. Der traditionsreiche Kurort ist klein genug, um ihn gemütlich zu Fuss zu erkunden, und reich an Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht.

    Der Tag beginnt mit einer kurzen Wanderung zur Cascada Clocota. Der Wasserfall liegt unterhalb des Dorfes am Ende einer gepflegten Parkanlage. Obwohl heute nicht besonders viel Wasser über die Felskante stürzt, beeindruckt vor allem seine Höhe. Mit rund 40 Metern ist die Cascada Clocota beinahe doppelt so hoch wie der Rheinfall bei Schaffhausen – auch wenn sie längst nicht dessen Wassermassen erreicht.

    Anschliessend geht es gemütlich wieder hinauf ins Dorf. Ich schlendere durch die Strassen, schaue mich etwas um und gönne mir einen Einkehrschwung in einem der Restaurants. Ohne Zeitdruck lässt sich der Tag angenehm ruhig angehen. Endlich bleibt auch Gelegenheit, die Reiseberichte der vergangenen Tage aufzuarbeiten und meine Erlebnisse in Footprints festzuhalten. Nach den vielen intensiven Eindrücken der letzten Wochen ist das eine willkommene Pause.

    Am Nachmittag zieht es mich in den nahen Kurpark. Zwischen alten Bäumen liegen die Überreste der römischen Badeanlage, die sich rund um einen markanten Felshügel erstrecken. Beeindruckend ist vor allem ihre Grösse. Die Ausgrabungen zeigen, dass hier einst ein weit verzweigter Badekomplex existierte. Schon vor rund zweitausend Jahren nutzten die Römer die warmen, mineralhaltigen Quellen und machten Geoagiu Băi zu einem bedeutenden Kurort.

    Natürlich gehört zu einem Aufenthalt hier auch ein Besuch des heutigen Thermalbades. Zwei grosse Becken mit Wassertemperaturen von 29 beziehungsweise 33 Grad sowie ein Kinderbecken stehen den Gästen zur Verfügung. Erstaunlich viele Besucher geniessen das warme Wasser, obwohl mitten in der Woche ist. Offenbar ist das Bad in der Region nach wie vor sehr beliebt.

    Aus mitteleuropäischer Sicht wirkt die Anlage allerdings etwas in die Jahre gekommen. Auch die Hygienestandards entsprechen nicht unbedingt dem, was man aus der Schweiz oder den Nachbarländern gewohnt ist. Vermutlich würden viele Besucher dort ein solches Bad kritisch beurteilen. Dennoch scheint dies die zahlreichen Gäste nicht zu stören. Schliesslich gilt das mineralhaltige Thermalwasser seit Jahrhunderten als wohltuend und gesundheitsfördernd – und genau deshalb kommen die Menschen hierher.

    Am Abend lasse ich den Tag bei einem feinen Nachtessen in einem Restaurant ausklingen. Nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage war dieser Ruhetag genau das Richtige: etwas Bewegung, viel Geschichte, entspannte Stunden und Zeit, die zahlreichen Erlebnisse der Reise Revue passieren zu lassen.

    Morgen heisst es dann wieder: Motorrad beladen, Motor starten und auf zu neuen Entdeckungen.
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  • Über die Transapuseana

    18 июля, Румыния ⋅ ⛅ 29 °C

    Eine der schönsten Panoramastrassen Rumäniens

    Nach zwei erholsamen Nächten in Geoagiu Băi beginnt heute ein weiterer Höhepunkt meiner Reise. Zunächst folge ich einem ruhigen Tal bis nach Almaşu Mic de Munte. Dort verändert sich die Strasse schlagartig. Der Asphalt ist alt und vielerorts dem Zerfall preisgegeben. In engen Kehren windet sich die Strasse den Berg hinauf und lässt bereits erahnen, dass dieser Pass kaum touristische Bedeutung besitzt.

    Auf der Passhöhe bietet sich ein völlig anderes Bild. Mitten in der abgeschiedenen Berglandschaft liegt der riesige Steinbruch Cariera Breaz der Flora Grup. Ununterbrochen verkehren schwere Lastwagen. Beladen mit frisch gebrochenem und in der nahegelegenen Anlage zerkleinertem Gestein rollen sie talwärts, während die leeren Fahrzeuge wieder den Berg hinaufkehren. Kein Wunder, wird die Strasse vollständig erneuert. Die obere Hälfte präsentiert sich bereits mit einem makellosen neuen Belag, weiter unten sind die Bauarbeiten noch in vollem Gang.

    Nach der Weiterfahrt bis Cerbu beginnt der eigentliche Höhepunkt des Tages. Hier startet die DJ107I, besser bekannt als Transapuseana. Erst seit wenigen Jahren ist die rund 80 Kilometer lange Strecke vollständig asphaltiert und erschliesst damit eine der ursprünglichsten Regionen des Apuseni-Gebirges.

    Schon nach den ersten Kilometern wird klar, weshalb diese Strasse unter Motorradfahrern immer häufiger als Geheimtipp gehandelt wird. In zahllosen Kurven steigt sie bis auf rund 1450 Meter über Meer an und folgt den Bergrücken wie eine schmale Balkonstrasse. Weite Ausblicke wechseln sich mit einsamen Wäldern, sanften Alpweiden und kleinen Weilern ab. Der Verkehr ist erstaunlich gering. Immer wieder laden Aussichtspunkte zu Fotostopps ein. Jeder Blick eröffnet ein neues Panorama über die scheinbar endlosen Hügel und Berge der Apuseni.

    Gerade diese Ruhe macht den besonderen Reiz der Transapuseana aus. Während andere berühmte Passstrassen längst zu touristischen Attraktionen geworden sind, wirkt diese Region noch angenehm ursprünglich und wenig erschlossen.

    In Aiud endet schliesslich diese fantastische Panoramastrasse. Gleichzeitig kehre ich auch in die sommerliche Hitze des Flachlands zurück. Nach den angenehm kühlen Temperaturen in den Bergen ist jetzt der richtige Moment für eine längere Pause. In einem hübschen Café mitten in der Stadt gönne ich mir eine Erfrischung und lasse die Eindrücke der letzten Stunden nochmals Revue passieren.

    Kaum bin ich wieder unterwegs, verändert sich der Himmel. Dunkle Wolken türmen sich auf, und in der Ferne zucken bereits die ersten Blitze. Um dem herannahenden Gewitter möglichst auszuweichen, nehme ich für das kurze Teilstück bis Turda ausnahmsweise die Autobahn. Der Plan geht auf – ich bleibe trocken und lasse das Unwetter hinter mir.

    Eigentlich möchte ich den Tag mit einem Besuch der berühmten Salina Turda abschliessen, einer ehemaligen Salzmine, die heute zu einer spektakulären unterirdischen Erlebniswelt umgebaut wurde. Doch schon bei der Anfahrt wird klar, dass dieser Plan heute nicht aufgehen wird. Sämtliche Parkplätze sind vollständig belegt. Entlang der Strassen stehen unzählige Fahrzeuge, und dichte Menschenkolonnen strömen zur Mine oder kommen von dort zurück.

    Dieser grosse Besucherandrang entspricht heute überhaupt nicht meiner Vorstellung eines entspannten Tagesabschlusses. Manchmal ist es besser, auf eine Sehenswürdigkeit zu verzichten, als sie im Gedränge zu erleben. So entscheide ich mich kurzerhand, direkt zu meinem nahegelegenen Hotel in Câmpia Turzii weiterzufahren.

    Der heutige Tag bot eindrucksvolle Gegensätze: vom industriellen Steinbruch über eine der schönsten und gleichzeitig unbekanntesten Panoramastrassen Rumäniens bis hin zum Trubel einer weltbekannten Touristenattraktion. Die Transapuseana wird mir jedoch als eigentlicher Höhepunkt dieses Fahrtages in Erinnerung bleiben.
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  • Durch die Apuseni nach Cluj

    19 июля, Румыния ⋅ ☀️ 24 °C

    Auf der Transursoaia

    Der heutige Reisetag beginnt in Câmpia Turzii. Nach dem geschäftigen Verkehr des Vorabends in Turda freue ich mich darauf, wieder in die Ruhe der Berge einzutauchen. Schon bald folgt die Strasse einem Flusstal, das sich sanft durch die westlichen Ausläufer des Apuseni-Gebirges schlängelt.

    Über Buru, Vidolm und Brăzeşti erreiche ich Bistra. Die Fahrt ist angenehm ruhig und führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit kleinen Dörfern, bewaldeten Hängen und saftigen Wiesen. Immer wieder begleitet mich das Wasser des Flusses, der sich seinen Weg durch das Tal bahnt und der Route einen ganz eigenen Charakter verleiht.

    Weiter geht es über Câmpeni nach Albac. Hier beginnt der eigentliche Höhepunkt des Tages: die Trans Ursoaia.

    Diese noch wenig bekannte Panoramastrasse gehört zweifellos zu den schönsten Strecken im Apuseni-Gebirge. In unzähligen Kurven windet sie sich durch dichte Wälder und über offene Bergweiden bis auf rund 1320 Meter über Meer. Mit zunehmender Höhe öffnen sich immer wieder grossartige Ausblicke über die sanft geschwungenen Bergketten.

    Was mich besonders beeindruckt, ist die erstaunliche Ähnlichkeit zur Landschaft der Schweizer Voralpen. Die weiten Wiesen, verstreuten Bauernhöfe, bewaldeten Höhenzüge und die harmonisch geschwungenen Hügel könnten stellenweise ebenso gut im Entlebuch, im Emmental oder im Toggenburg liegen. Wären da nicht die orthodoxen Kirchen, die rumänischen Dörfer und die etwas andere Architektur, könnte man fast vergessen, in Rumänien unterwegs zu sein.

    Immer wieder halte ich an, um die Aussicht zu geniessen und einige Fotos zu machen. Die Panoramen gehören zu den schönsten, die ich während meiner Reise durch die Apuseni erlebt habe. Dazu kommt der geringe Verkehr, der das Fahren besonders entspannt macht und genügend Zeit lässt, die Landschaft in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.

    Nach der Passhöhe führt die Strasse langsam wieder talwärts. Die Berge bleiben noch eine Weile mein Begleiter, bevor die Landschaft allmählich offener wird und ich mich der lebhaften Universitätsstadt Cluj nähere.

    Am Abend erreiche ich Cluj, wo ich die Nacht verbringe. Nach den stillen Bergstrassen bildet die quirlige Stadt einen spannenden Kontrast. Wieder einmal endet ein Reisetag mit vielen neuen Eindrücken und einer weiteren aussergewöhnlichen Motorradstrecke, die beweist, dass die Apuseni zu den schönsten und zugleich unterschätztesten Gebirgsregionen Rumäniens gehören.

    Während die Transalpina mit ihrer Höhe beeindruckt und die Transapuseana durch ihre einsamen Panoramen begeistert, hat die Transursoaia ihren ganz eigenen Charakter. Sie verbindet herrliche Landschaften, wenig Verkehr und eine beinahe alpenähnliche Kulisse zu einem Fahrerlebnis, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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