Colombia
Quebrada La Poblada

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47 travelers at this place

  • Day99

    Zurück in die Zivilisation

    January 25 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

    Vor zwei Tagen bin ich nach medellin gekommen und habe mich hier mit einer Freundin aus München getroffen. Wir ziehen jetzt zusammen n bisschen durch Kolumbien.
    Medellin ist eine sehr interessante Stadt. Voller blutiger Geschichte, aber mit einer Energie der Veränderung. Wir haben eine Tour durch die comuna 13 gemacht. Bis 2012 war das eine der gefährlichsten Gegenden in medellin. Aber jetzt ist es ziemlich sicher und alles ist voller unglaublich guten Grafittis und überall sind kleine Galerien. Dort hatte ich das erste mal das Gefühl, dass Tourismus nicht zerstört, sondern den Menschen dort unglaublich hilft und eine Alternative zur Kriminalität gibt.Read more

  • Day22

    Medellín

    January 19 in Colombia ⋅ ⛅ 25 °C

    Um unser rudimentäres Spanisch etwas aufzupolierien haben wir die letzte Woche in Medellín die Schulbank gedrückt.
    Auch eine 17 stündige Busfahrt hier her konnte uns nicht davon abhalten 🙈
    Der Blick auf die wunderschöne Landschaft im Sonnenaufgang war jedoch unbezahlbar.

    Unser Hostel ist ganz in der Nähe der Sprachschule und so gingen wir jeden Tag mit unseren "Ranzen" los.
    Nachmittags war immer genügend Zeit um diese tolle Stadt zu erkunden, die wirklich vieles zu bieten hat.
    Sie ist umgeben von Bergen und ist diese im Laufe der Jahre immer weiter hinauf gewachsen, sodass heute hier (offiziell) 2,5 Millionen Menschen leben.

    Dank FreeWalkingTour haben viel über die Geschichte und Schattenseiten erfahren.
    Medellín ist wohl spätestens nach 'Narcos' jedem ein Begriff und der Einfluss Pablo Escobars hat diese Stadt nachhaltig geprägt.
    Einst war sie, dank dieses Mannes, die gefährlichste Stadt der Welt und viele Bewohner wollen diese Zeiten der 80er/ Anfang 90er Jahre einfach nur vergessen.
    Es gibt wohl kaum eine Familie hier, die keine Opfer zu verzeichnen hatte.
    Ein Beispiel war unser Guide. Ihr Onkel wurde entführt und nachdem die Familie das geforderte Lösegeld gezahlt hatte, wurde er trotzdem erschossen.
    Da ihr Vater als nächstes ins Visier geriet, flohen sie nach Bogota. So ähnlich ist es vielen ergangen und man kann verstehen, dass für sie eine Verehrung des Drogenbosses ein Schlag ins Gesicht ist.

    Die Kriminalität wuchs, vor allem in den zentrumsfernen Stadtteilen und um dies einzudämmen wurden weitreichende Investitionen in die Infrastruktur getätigt.
    So ist die Mitte der 90er entstandene Metro der ganze Stolz der Medellíner und wird gehegt und gepflegt. Wenn die Straßen rundherum auch tlw. aussehen wie 🐷, in der Bahn wird noch nicht mal getrunken, um sie nicht zu verschmutzen.
    Anfang 2000 kamen Seilbahnen hinzu, um die kriminellen Berghänge einfach zu "überfahren" und siehe da: es half. Die Kriminalität sank.
    Zusätzlich sind das Militär und die Polizei sehr präsent und gehören zum täglichen Stadtbild.
    Schwer bewaffnet natürlich.

    Auch wenn das Zentrum und zentrumsnahe Viertel sehr schön sind und man sich überhaupt nicht unsicher fühlt, gibt es natürlich auch andere Ecken, selbst nahe der Metro.
    Dort sind wir auf halbem Wege zu unserem Ziel umgekehrt, weil uns die Umgebung einfach nicht geheuer war...
    Es herrscht vielerorts schreckliche Armut und es wird in Blechhütten und auf der Straße gehaust.

    Die ganze Geschichte Kolumbiens spiegelt sich irgendwie in dieser Stadt wider und es steht noch ein langer Weg bevor, denn Korruption und Kriminalität existieren weiterhin. So wird heute
    z. B. siebenmal mehr Kokain angebaut, als zu Lebzeiten Pablo Escobars.

    Trotz all den Widrigkeiten hat Medellín eine ganz besondere Atmosphäre.
    Die Stadt hat uns so in ihren Bann gezogen, dass wir unseren Aufenthalt verlängert haben, um noch mehr zu sehen und zu erleben.
    Inklusive des Nachtlebens natürlich, was hier so wunderbar befreit ist. Selbst in Bars wird getanzt und wir haben versucht, mit unseren steifen deutschen Hüften mitzuhalten 😂
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  • Day201

    13.5.1 Museo del arte moderno

    March 12, 2019 in Colombia ⋅ 🌧 27 °C

    Unluckily, there elf six galleries were under construction. So I only saw a small part which was not even much worth it.
    I still like walking through museum shops to look at all the interesting stuff that I can’t afford.Read more

  • Day55

    Medellín

    December 1, 2018 in Colombia ⋅ 🌧 23 °C

    Medellín - a city with a famous but dark past. Formerly known as the home and main city for a well known drug criminal, in these days Medellín has managed to be in the news for more positive things, winning a prize for „most innovative city“ just a few years ago.
    And we think: well deserved.
    Medellín is such an interesting -and safe (expect for pickpocketing like in every other big city)- city, that still tries to deal with the dark times from the 80s and 90s. As you see the numbers, you might realize.... it’s Not that Long ago! And that’s truly important to know. The people affected by the times, are still alive and processing bombs, loss of dear ones and living in constant fear. Therefore it is so important to not being disrespectful by reducing Medellín to Pablo Escobar or even buying and wearing a shirt of him or romanticizing this cruel man.
    Interesting fact, because of his social engagements like building houses for the poor, there are also some (but not many) Colombians, which still think high of him.

    We started by visiting the „Casa de La Memoria“ to see an exhibition about those dark times. It wasn’t facts and dry information, but more interactive and modern pieces to make you understand the feelings of the people to that time. It was shocking. So much Kidnapping, Death fear, and political chaos (remember FARC, yes they were there as well). But still hope, because Colombians really are a bunch of optimistics.

    In the afternoon, we did an free walking tour with „Real City Tours“ and if you’re ever going to Medellín - do it! Edgar, our guide, grew up in Medellín in the 80s and 90s and was not only a witness, but was sooooo good! Speaking excellent English, he explained all about culture, history, architecture, politics and transformation.

    A really important part of the transformation are, for example, the cable cars, which we took the next day. A mayor of Medellín wanted to transform the city with two pillars: social architecture and education. So simple, so effective. Building cable cars was crucial for the poor regions to have a connection to the city -to schools, to hospitals, to work. The cable cars included them back into society. On top of that, he build libraries in the poorest region on the hill, so that young people have an alternative to joining a gang in order to make some money.

    Another example of transformation is „Comuna 13“, one of the most dangerous barrios during that times, changed itself completely with the help of electric escalators and lots of street art.

    Of course, there is so much else to see, from statues, to churches, to nice plazas.
    And a great nightlife on top of it!
    We can only recommend to give Medellín a visit!
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  • Day235

    Medellín - zweite Woche

    January 31 in Colombia ⋅ 🌧 25 °C

    Zwei Wochen Sprachkurs geschafft! Eigentlich war mein Plan, 3-4 Wochen zu machen.
    Aber zum einen geht mein Flieger Richtung Santiago de Chile in 3 Wochen, und ich möchte noch ein bisschen was sehen, und zum anderen will ich aus der Stadt raus.
    2,5 Wochen in der Großstadt, viel Zeit drinnen und sitzend verbracht, wenig Bewegung - reicht jetzt.
    Außerdem kann ich mein Spanisch auf dem jetzigen Level auch selbst verbessern, indem ich anfange, zu lesen oder Podcasts zu hören.
    Die guten Vorsätze sind da, mal sehen, wie lange sie halten. 😉

    Nach der Schule habe ich in dieser Woche nicht mehr allzu viel gemacht. Am Dienstag waren wir bei einem Fußballspiel, mitten zwischen den Hardcore-Fans von Independiente Medellín. Das Stadion war zwar mehr als halb leer, die Stimmung aber trotzdem famos. Irgendwann möchte ich das noch mal vor ausverkaufter Kulisse sehen!

    Außerdem habe ich drei Stunden Salsa-Unterricht genommen (man muss ja ab und zu mal seine Komfortzone verlassen). Gebracht hat es leider nicht allzuviel, da meine Lehrerin etwa die Hälfte der Zeit versucht hat, mir zu erklären, wie genau ich meine Hüften bewegen und meinen Oberkörper kreisen lassen soll. Ich habe ja immer noch die These, dass manche Bewegungen einfach angeboren und für Nordeuropäer nicht zu erlernen sind...
    Ganz interessant fande ich ihre Theorie, dass man beim Tanzen die Persönlichkeit eines Menschen erkennen kann. Und ja, dass ich ein Kontrollfreak bin, kann ich nicht leugnen. 😊

    Morgen geht es für mich weiter in Richtung Salento - angeblich wie Österreich, nur mit Palmen. Ich freue mich darauf!
    Dann gibt es hier auch wieder mehr zu sehen und zu lesen!

    PS: Habe diese Woche überlegt, dass ich viel zu wenig ausnutze, tun und lassen zu können, was immer ich möchte. Also falls ihr noch gute Ideen habt oder mir erzählen möchtet, was ihr immer schon mal machen wolltet, wenn es sicher keiner mitbekommt, meldet euch (muss ja nicht in den offiziellen Kommentaren hier sein 😉).
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  • Day228

    Medellín - die erste Woche

    January 24 in Colombia ⋅ ⛅ 25 °C

    Erstmal ein großes 'Uff!'.
    Ich bin ganz schön erledigt. Mein letzter Besuch in einer Lehranstalt liegt fast 11 Jahre zurück, und ich glaube, ich muss mich erst mal wieder an das Gefühl gewöhnen...
    Aber der Reihe nach.

    Am Sonntag bin ich umgezogen, von meinem kleinen Hotel im Stadtteil 'Los Colores' in das zur Schule gehörende Hostel im Touristenviertel 'El Poblado'.
    Habe einen langen Spaziergang gemacht und festgestellt, dass die Gegend eine einzige Partyzone ist. Hostels, Bars, Clubs und Restaurants en Masse.
    Auch die ersten Gespräche im Hostel haben diesen Eindruck bestärkt - und leider auch meine Befürchtungen hinsichtlich der Altersstruktur der anderen Sprachschüler. ;)
    Mit 36 bin ich etwa 10 Jahre älter als der Durchschnitt, und die Mehrheit gehört zur globalen Backpacker-Bubble, wie ich sie mal nennen möchte.
    Gespräche drehen sich viel darum, wo man am besten feiern geht, wo der Alkohol am günstigsten und die Partys am legendärsten sind (mal abgesehen davon, wo man in Kolumbien schon war, was die nächsten Ziele sind, wie viele Monate man unterwegs ist und wie viel von der Welt man generell schon gesehen hat).
    Ich denke mit etwas Sehnsucht an den Camino zurück und weiß im Nachhinein die Diversität der Menschen, die man dort getroffen hat, noch viel mehr zu schäzen.

    Aber ich bin ja zum einen vorrangig zum Lernen hier und zum anderen kann und will ich nicht typisch Deutsch sein und nur nach den Mängeln suchen. ;)
    Einen muss ich dennoch kurz aufgreifen, und das ist der Mangel an Privatsphäre und Platz. Das Hostel ist sehr beengt, vor allem hat man abgesehen von seiner Schlafkoje nicht wirklich Gelegenheit, irgendwo zu entspannen oder zu lernen. Die versprochene Ruhe (weil ja alle 'lernen' wollen) kehrt auch nicht wirklich ein, da für viele die Party wesentlich wichtiger ist, als der Unterricht. Und da bin ich dann vielleicht doch typisch Deutsch, jedenfalls möchte ich auch etwas lernen, wenn ich schon dafür bezahle (und 3 Wochen in der Großstadt verbringe, statt zu wandern). ;)
    Ab Freitag werde ich daher umziehen, habe ein Zimmer über Airbnb gebucht. Das kostet mich zwar umgerechnet etwa 13 Euro pro Nacht, im Vergleich zu gut 5 Euro für das Hostelbett, aber ich habe Ruhe, Platz und ein eigenes Badezimmer sowie einen Schreibtisch, um brav meine Hausaufgaben zu erledigen.

    Und damit sind wir auch schon beim Thema Unterricht: Ich habe täglich von 9 bis 13 Uhr Gruppenunterricht sowie eine Stunde Einzelunterricht am Nachmittag.
    Nach einem Einstufungstest sind wir alle einem bestimmten Niveau zugeordnet worden, allerdings hat mir meine Lehrerin nach dem ersten Tag dringend geraten, in eine höhere Gruppe zu wechseln. Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Bin zwar auch in dieser Gruppe noch die Beste (wenn ich das mal so sagen darf), aber es ist gut, meine Grammatikkenntnisse wieder aufzufrischen. Ansonsten bin ich total überrascht, welch großer Teil meiner Spanischkenntnisse sich bereits den Weg aus den hintersten Winkeln meines Gehirns ans Licht gebahnt hat. Abgesehen von ein paar (immer gleichen) Sätzen auf dem Camino habe ich seit fast 12 Jahren kein Spanisch mehr gesprochen. Aber es scheint doch noch jede Menge hängengeblieben zu sein, vor allem ein Gefühl dafür, was richtig und falsch klingt. Ich frage mich, wie viel Wissen und Fähigkeiten sonst noch so in uns allen schlummern, passiv zwar, aber offensichtlich doch ziemlich schnell wieder zum Leben zu erwecken?

    Meine Einzelstunden sind reine Konversation, was auch sehr hilfreich ist. Da ich vor allem erzählen muss, kennt mein Lehrer inzwischen meine halbe Lebensgeschichte - allerdings sprechen wir auch viel über Kolumbien, seine Politik und Geschichte, was eine angenehme Abwechslung zum sonstigen Smalltalk ist (der mir ja ohnehin weder besonders liegt noch gefällt).

    Außerhalb des Unterrichts konnte ich in dieser Woche nicht allzu viel unternehmen, da meine Einzelstunden alle um 15.30 Uhr stattfanden. Gegen 18.30 Uhr ist es dunkel, und im Dunkeln sollte man wie in den meisten Städten nicht unbedingt alleine unterwegs sein. Für die nächste Woche habe ich allerdings um ein paar 'freie' Nachmittage gebeten, damit ich noch ein bisschen mehr von Medellín sehen kann.
    Aber auch so war die Woche für mich voll genug - am Montag waren wir mit ein paar Leuten im Escape Room, am Mittwoch haben wir Tejo gespielt.
    Tejo ist Nationalsport in Kolumbien und merkwürdig, aber unterhaltsam. Ziel des Spiels ist es, eine steinerne Scheibe so in ein Lehmfeld zu werfen, dass er eine mit Schwarzpulver gefüllte Tasche trifft, woraufhin es zu einer kleinen Explosion kommt. ;) Falls kein Spieler eine Explosion zustande bringt, gewinnt derjenige, dessen Stein am nächsten an der Mitte liegt. Gespielt wird in Gruppen und scheinbar ist es quasi Pflicht, dabei zu trinken. Ich habe mich allerdings mit ein paar Bier begnügt.

    Gestern Abend gab es eine Stunde Salsa für Anfänger, die alle ziemlich ins Schwitzen gebracht hat, und im Anschluss ebenfalls noch algunas cervezas, und heute Abend werde ich die Ruhe in meinem neuen Zuhause genießen. Vom Wochenende gibt es dann hoffentlich ein paar mehr Fotos!
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  • Day230

    Medellín - Wochenende

    January 26 in Colombia ⋅ ⛅ 24 °C

    Mein Wochenende war gemischt. Ein perfekter Start am Samstagmorgen - Paragliden in San Felix, einem kleinen Örtchen nordwestlich von Medellín.
    Ich bin mit zwei 'Schulkameraden' (klingt echt lustig) hingefahren, so dass wir uns die ohnehin günstigen Taxikosten (hin und zurück, jeweils 45 Minuten, haben insgesamt etwa 17 Euro gekostet) teilen konnten. Ich habe das Paragliden 2018 in Oberstdorf ausprobiert, und es hat mir gefallen, war aber viel zu teuer für eine Wiederholung.
    In Kolumbien kostet der Spaß nicht mal ein Drittel! Und im Gegensatz zu Oberstdorf, wo es vom Berg ins Tal ging, sind wir hier zunächst aufgestiegen, und dann nach zwanzig Minuten auf dem gleichen Platz wieder gelandet, mit wunderschönen Blicken ins Aburrá-Tal. Ich habe den Flug, die Stille, die Natur und die deutlich frischere Luft richtig genossen!

    Den Rest des Tages habe ich im Prinzip nur gegammelt. Bisschen durch die Straßen geschlendert, eingekauft, gegessen (die Küche ist ziemlich fleischlastig und man isst möglichst alles frittiert - aber da wir hier im Touri-Viertel sind, gibt es von Falafel bis Sushi alles) und war nicht wirklich produktiv.

    Heute Morgen war ich im Parque Arví, einem Naturpark im Nordosten von Medellín, der deutlich höher als die Stadt liegt und mit der Seilbahn zu erreichen ist.
    Für die Aussicht hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Allerdings wollte ich eigentlich mal wieder ein bisschen wandern, aber der freundliche Parkmitarbeiter sagte mir, dass die abgelegeneren Wege alleine zu gefährlich seien. Und auf den nicht abgelegenen Wegen gab es die reinste Völkerwanderung (und es waren mehr Straßen als Pfade), so dass ich mir das gespart habe.
    Ein bisschen schade, die Stadt ist umgeben von Bergen, aber alleine zu wandern empfiehlt sich hier einfach nicht. Habe ein bisschen recherchiert und überall Warnungen gefunden, dass es zu Überfällen kommen könnte. Und das muss ich dann doch nicht riskieren. ;)

    Also bin ich wieder ins Tal gegondelt, habe Mittagspause in Envigado, einem kleinen Ort im Süden, gemacht und mich mit einem frischen Milchshake und einem Crepe auf den Marktplatz gesetzt, Leute beobachten. Und ein bisschen Spanisch üben, denn eine Gringa alleine zieht in der Regel Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings meistens die der falschen Leute. ;)

    Den Nachmittag habe ich dann im Museum Casa de la Memoria verbracht. Rein informationstechnisch hatte ich etwas mehr erwartet. allerdings war das Museum sehr gut und modern aufgemacht und hat sich vor allem auf die Opfer der letzten Jahrzehnte konzentriert. Und das war schon bedrückend. Und hat mir einmal mehr klargemacht, dass wirklich fast ausnahmslos jede Familie von den Konflikten und der Gewalt betroffen war. Im Kopf geblieben ist mir die Geschichte eines Mannes, der 1990 mit Freunden in einer Bar saß, als vermummte und bewaffnete Männer alle Gäste der Bar nach draußen bugsiert und auf dem Parkplatz erschossen haben. Bis heute weiß man nicht, ob es Mitglieder einer linken Gruppierung waren, die einfach eine Wut auf die höheren Klassen hatten, oder Regierungstruppen. Massaker, Morde, Entführungen, Vergewaltigungen, Vertreibungen - vieles scheint sehr willkürlich passiert zu sein, und von allen beteiligten Parteien. Auch heute gibt es im Übrigen noch Regionen in Kolumbien, die tabu und jeglicher staatlicher Kontrolle entzogen sind.
    Das Thema ist also immer noch aktuell - und der Frieden, auf den man zumindest in Teilen Kolumbiens gehofft hatte, nachdem vor einigen Jahren ein Friedensabkommen mit der Guerilla-Gruppierung der FARC geschlossen wurde, ist momentan wieder stärker in Gefahr, da der aktuelle Präsident sich nicht daran gebunden fühlt.

    Ein sehr komisches Gefühl, zu wissen, wie viel Unruhe, Konflikt- und Gewaltpotential immer noch vorhanden ist, während ich mich zugleich in den Gegenden Medellíns, in denen ich mich bisher aufgehalten habe, so sicher fühle wie in jeder europäischen Großstadt...
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  • Day110

    Propellerflugzeug nach Medellin

    December 5, 2018 in Colombia ⋅ 🌧 20 °C

    Mein letzter Tag gestern hier am Pazifik war wunderschön. Nach einem Workout und Joggen am Strand (es ist so hart wieder fit zu werden, sehr demotivierend) verabschiedeten wir Giovanni. Später war ich surfen mit Philipp und Mo und abends waren wir wieder lecker essen bei der Familie nebenan - wieder der leckere gegrillte Thunfisch mit Kokosreis und Gemüse - ein guter Abschluss! Heute werde ich 7:30 Uhr abgeholt, denn man muss eine Stunde Fahrt nach Bahía Solano einrechnen. Der Flughafen dort ist der Hammer - in wenigen Minuten verwandeln ein paar Einheimische ein großes Wellblechhaus in eine Boardinghalle. Unser Gepäck wird nicht durchleuchtet, nur gewogen und von Jungen in Militäruniform einmal aufgemacht und wieder zugemacht, also nicht wirklich sinnvoll. Wir selbst werden gar nicht untersucht oder abgetastet und auch das Handgepäck muss nicht gezeigt werden - also wirkliche Sicherheitsvorschriften gibt es hier nicht. 10:12 Uhr geht mein Flug mit einer kleinen Propellermaschine mit 20 Sitzplätzen nach Medellin zum Aeropuerto Olaya Herrera direkt in der Stadt. In Medellin angekommen, nehme ich ein Taxi zu den Escobars nach Hause (10.000 Pesos, ist nicht sehr weit) - Calle 7 #83a-24 in Loma de Los Bernal. Es ist ein bürgerliches Viertel - es besteht aus mehreren Departments, die eingezäunt und bewacht sind. Am Eingang des San Silvestre 2 fragt der Wächter mich wo ich hinmöchte. "Ich bin eine Freundin von Santiago Escobar" sage ich und er weiß sofort Bescheid, heißt mich herzlich willkommen und lässt mich ein. Das Departement besteht aus vielen Einfamilienhäusern im gleichen Stil. Im Haus Nummer 133 warten schon Santiago und Coco auf mich - Tomas Zwillingsbruder Santiago begrüßt mich herzlich und der ehemalige Straßenhund Coco (Tomas hat ihn vor einem Jahr schwerkrank vor seiner Reise von der Straße gesammelt und adoptiert) und ich sind auch gleich verliebt. Ich bekomme eine kleine Führung durch das Haus - unten im Eingangsbereich befindet sich Wohn- und Esszimmer, dahinter Tomas Reich bzw. nun mein Zimmer und die Küche. Eine Etage weiter oben sind die Zimmer von Santiago, Camilo (der ältere Bruder) und Ruby und Luis (die Eltern) und das Badezimmer. Ein sehr schönes zu Hause, ich mag es schon jetzt und fühle mich wohl!
    Später kommt Ruby nach Hause, die Mama von Tomas und Santiago - eine herzallerliebste liebvolle Frau, ich hab sie gleich in mein Herz geschlossen. Sie spricht nur spanisch, spricht aber angenehm langsam und gibt sich viel Mühe mit mir. Wir quatschen ein wenig und trinken einen Kaffee zusammen. Dann mache ich mich mit Santiago auf eine Spritztour mit dem Motorrad durch die City. Ich bekomme einen ersten Einblick in die große Stadt und wir trinken ein Bier in El Poblado und quatschen. Erschöpft von den vielen neuen Eindrücken und ein bisschen geschockt, da ich mich noch wie in meiner einsamen und ruhigen Pazifikblase befinde, falle ich in mein Bett. Danke Tomas, das du das hier mit mir teilst! Danke danke danke!
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  • Day60

    Medellin

    July 6, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

    Unser erster Stopp in Kolumbien hat uns bereits begeistert. Die Stadt, die auch „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt wird, weil es hier das ganze Jahr über angenehme Temperaturen hat, erlebt einen starken Aufschwung und ist auch wieder so anders, wie alles was wir zuvor gesehen haben. Der historische Stadtkern ist zwar nicht besonders hübsch, dafür die Geschichte umso interessanter. Vor der Metro, auf die die Paiser besonders stolz sind, treffen sich zum Beispiel gelangweilte Rentner, um jeden Tag um ihr Hab und Gut zu feilschen. Es gibt Seilbahnen, um die Comunas schneller mit der Innenstadt zu verbinden und Rolltreppen, um den steilen Aufstieg innerhalb der Comunas zu erleichtern. Im Zentrum wird man teilweise noch aufgrund seines anderen Aussehens angestarrt, dann aber auch meistens mit einem fröhlichen Willkommen gegrüßt. Leider sind wir mittlerweile ein bisschen Sightseeing faul geworden. Aber es wurde zumindestens noch das Nachtleben von Poblado getestet und am letzten Tag der botanische Garten besucht.Read more

  • Day9

    Medellin - ab jetzt zu dritt

    February 23, 2019 in Colombia ⋅ 🌧 24 °C

    Angekommen im Hostel los Patios, erkundeten wir unser Hostel und stießen auf der Dachterasse auf eine atemberaubende Aussicht auf die Lichter der Stadt. Da Medellín in einem Tal der westlichen Anden liegt, wurden wir von einem orangeroten Sternenmeer umringt. Etwas später kam Sonni müde nach einem langen Flug bei uns an. Da es schon spät war, gingen wir früh ins Bett um am nächsten Morgen fit für die Stadterkundung zu sein.

    Der Tag startete mit einer Freewalking Tour. Von unserem Hostel aus nahmen wir die Metro, die Medellín von Nord nach Süd und von West nach Ost verbindet. Unser Guide, Luis, ist in Medellín geboren und aufgewachsen, führte uns mit diversen Verkehrsmitteln wie Metro, Tram und Seilbahn durch die verschiedenen Viertel der Stadt. Informationen gab es zu den gesellschaftlichen Schichten und wie sie in Medellín leben: den reichsten Vierteln im Süden bis zu den ärmsten im Norden. Luis erzählte viel über Medellíns Geschichte und Kultur und enthielt uns auch nicht die Markthalle vor, auf der die einheimischen Bauern ihre rgeionalen Produkte verkaufen. Die kulinarischen Traditionen der Region Antiquioa, deren Hauptstadt Medellín ist, sind sogenannte Arepas aus gelben Mais mit Butter und heimischen Käse sowie Säfte aus der Frucht Lulu. Lulu sieht aus wie eine Khaki oder Tomate, ist innen grün und schmeckt wie eine Kiwi. Sehr lecker :-).
    In Punkto Kultur lag der Fokus der Stadtführung auf dem Bildhauer Fernando Botega, der ebenso Paisa und Förderer seiner Heimatstadt ist. Die Bilder zeigen seine Körperskulpturen, die durch ihre voluminösen und nicht ganz getreuen Proportionen charakterisiert sind. Die Kolumbianer glauben, dass die Berührung der Körperteile ihnen im Glück und Liebe im Leben bringt, weshalb das Metal an einigen Stellen abgegriffen ist und gold glänzt.

    Nach der Tour zogen wir mit einigen anderen Leuten aus unserem Hostel los und erkundeten den Park Avi im Norden der Stadt. Dieser liegt auf den vielen Bergen rund um Medellín und ist nur durch eine der vielen Seilbahnen erreichbar. Hoch über der Stadt kommt es einem vor, als wäre diese nicht existend und man befände sich mitten in der Natur. Endlich oben angekommen, versuchten wir noch, eine kleine Wanderung in unseren Zeitplan zu quetschen, da die letzte Seilbahn schon kurze Zeit später wieder in das Stadtzentrum hinuterfuhr.

    Wieder im Hostel angelangt, gab es eine kurze Verschnaufspause, bevor wir mit unserer neuen Reisetruppe zum gemeinsamen Abendessen in das superschöne Dachrestaurant El Alambique aufbrachen.
    Anschließend stellten wir uns dem bunten Nachtleben Medellíns rund um den Parque Llevas, tanzten zu Salsa-, Bachata- und Raeggaton- Rhythmen. Auch hier zeigte sich die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der KolumbianerInnen. Sie zeigten uns Tanzschritte und luden uns auf ein Gläschen Aguadiente zum Probieren ein. So ganz traf dies unseren Geschmack allerdings nicht ;-)

    Fakten
    Preis Tour: Free
    Metrofahrt: 2.500 COP
    Arepa: 3.000 COP
    Hostel:
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You might also know this place by the following names:

Quebrada La Poblada

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