Colombia
Quebrada Leonarda

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166 travelers at this place
  • Day56

    Kolumbianische Busfahrt Teil 2

    November 16, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 26 °C

    Unser nächster Bus kam tatsächlich 5 Minuten später an und wir konnten endlich etwas Schlaf nachholen. Wie alles auf Grund der Zeitverschiebung trotzdem reibungslos ablaufen konnte, bleibt uns bis jetzt ein Rätsel. Wir saßen jedenfalls glücklich und völligst überrascht über breite komfortable Ledersitzen mit eigenem Display im Vordersitz unten in einem Doppeldecker, als hätten wir die VIP-Klasse gebucht. Aufgrund der Klimaanlage, zogen wir uns warm an und kuschelten uns in unsere Sitze. Irgendwann am Morgen bemerkten wir einen Stillstand des Busses und wunderten uns, warum die Leute alle ausstiegen. Nach 3 h wurde uns bewusst, dass 400 m vor uns die Straße auf unserer Fahrbahn abgesperrt ist und niemand wusste, wann wir uns wieder in Bewegung setzen können. Langsam plagte uns auch der Hunger. So teilten wir uns auf: Lisa hielt die Stellung am Bus und Anne holte aus dem naheliegenden Dorf etwas zum Mittag. Der Weg zum Restaurant war doch länger als er er zunächst schien. Mit der Ungewissheit, ob der Bus plötzlich während des Essenholens losfahren könnte, ließ in Anne ein sehr mulmiges Gefühl aufkommen und jede Minute des Wartens sehr lang wirken. Zum Glück standen alle Fahrzeuge bei der Rückkehr wie gehabt. Wir setzten uns mit ruhigen Gewissens an den Straßenrand neben dem Bus und genossen endlich etwas Herzhaftes zu verspeisen. Keine 10 Minuten später hieß es plötzlich: "Vamos!". Alle eilten in den Bus, die Türen wurden geschlossen und die Räder setzten sich nach 5 h endlich wieder in Bewegung. Wir erreichten unser Hostel in Medellín schließlich kurz nach 18 Uhr, anstatt wie geplant kurz nach 8 Uhr am Morgen. Geschafft und müde von einem Tag im Bus hatten wir nur noch Lust auf unser Bett und leuteten die Nacht schließlich früh ein.Read more

    Ingried Behfeld

    Es scheint sehr abenteuerlich bei euch zu zugehen

    11/18/19Reply
     
  • Day59

    Reise in die Vergangenheit

    November 19, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 25 °C

    Die gefüllten Schokocroissants und Cookies waren gestern so lecker, dass wir heute morgen wieder in dem kleinen Café in den Tag starteten. Ein Schweizer hatte den selben Plan und leistete uns dabei Gesellschaft. Nach einem ausgedehnten Start in den Morgen nahmen wir schließlich die Metro zum Startpunkt einer historischen Stadtführung. Wir haben uns nicht über den Beginn der Führung informiert und waren viel zu früh dran. Um auf Nummer sicher zu gehen reservierten wir online zwei Plätze in der Führung und nutzten anschließend die Zeit für einen frisch gepressten Orangensaft und eine Erdbeer-Bananenmilch in einer nahegelegenen Einkaufspassage. Pünktlich startete die Tour mit einem sympathischen Guide, der sich nicht nur alle unsere Namen merkte, sondern auch ein enormes Wissen über die Geschichte Kolumbiens und die Stadt Medellín hatte. Er erklärte alle wichtigen geschichtlichen Ereignisse, während wir die bedeutenden Plätze und Gebäude der Stadt abliefen. Dabei hatte er immer einen witzigen Spruch auf den Lippen und nahm sich die Zeit, alle unsere Fragen zu beantworten. Wir durchliefen in 3 h die beeindruckende Geschichte Kolumbiens, sodass es Seiten bräuchte sie hier aufzuschreiben. Es lohnt sich aber auf jeden Fall sich näher mit ihr zu beschäftigen, um das Land und die Kultur besser verstehen zu können. Mit der Metro fuhren wir wieder zurück in unser Viertel. Zum Abendbrot wurden wir von einer Gruppe von Kanadiern und Holländern zu frischen und super leckeren Rippchen vom Grill eingeladen, die sie nicht mehr schafften. Den Abend ließen wir anschließend auf dem Balkon mit zwei anderen Deutschen ausklingen.Read more

    Ingried Behfeld

    Finde eure Berichte mal wieder richtig gut, lese sie gerade noch vorm einschlafen

    11/22/19Reply
    Anne in the Jungle

    Da sich alle möglichen Gruppierungen zu der Tat bekannt haben, konnte bis heute kein Täter ermittelt werden.

    11/22/19Reply
    Simone Meyer

    Alles Liebe zum Geburtstag liebe Lisa. Genießt die Zeit. 😘😘😘

    11/23/19Reply
     
  • Day57

    Was machen wir heute?

    November 17, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 24 °C

    Mitten in der Nacht ging in unserem Hostelzimmer plötzlich das Licht mit lautstarkem Gequatsche an. Wir beide sind von unseren Kopfkissen geschreckt und mussten erstmal realisieren, was los ist. Zwei Kolumbianerinnen packten ihre Taschen und ließen sich dabei nicht stören. Als wir nachgefragt haben, ob sie das Packen nicht auf morgen verschieben könnten, erklärten sie uns, dass sie um 6 Uhr den Flieger nehmen müssten und in einer viertel Stunde fertig wären. Uns blieb also nichts anderes übrig, als die viertel Stunde abzuwarten und danach weiterzuschlafen. Solche Erlebnisse bringt das Leben in einem Dorn leider manchmal mit sich. Bisher hatten wir aber Glück, dass unsere Mitbewohner immer Rücksicht genommen haben.

    Zu angenehmeren Zeiten ließen wir den Tag ruhig angehen und genossen unsere erste warme Dusche nach zwei Monaten. Für den heutigen Tag hatten wir noch keinen Plan. Das einzige, was wir heute machen mussten, war Geld holen und uns etwas zum Frühstück suchen, da dieses nicht im Preis des Hostels enthalten ist. Die beiden Dinge waren schnell erledigt, auch wenn wir Lisas Wünschen nach etwas Süßem zum Frühstück nicht nachkommen konnten. Schnell kam die Frage auf: "Was machen wir heute?". Ein Angestellter des Hostels hatte die perfekten Tipps für uns parat. Wir würden zunächst zum botanischen Garten fahren, dann eine Führung durch die Comuna 13 machen und abends zu dem Fußballspiel des Medellíner Teams "Atlético Nacional" gegen ein Team der kolumbianischen Küste "Junior" gehen. Da wir noch keine Tickets fürs Spiel hatten, war unser erster Anlaufpunkt der Ticketschalter am Stadion. Unser Hostel lag zum Glück nicht weit davon entfernt, sodass wir es zu Fuß schnell erreichen konnten. Unsere Aufregung war uns mittlerweile schon ins Gesicht geschrieben. Mit großer Vorfreude kleideten wir uns mit Trikots ein und ließen uns anschließend von einem Einheimischen den Ticketschalter zeigen. Neben dem Ticketschalter befand sich ein großes Sportzentrum, in deren Hallen ein wildes Treiben herrschte. Wir entschieden uns den unterschiedlichen Sportarten beim Training zuzusehen und den botanischen Garten auf morgen zu verschieben. So sahen wir begeistert Tänzern auf den Vorplätzen der Hallen, Turnern beim Üben ihrer Choreografien und Kampfsportlern bei einem Wettkampf zu.

    Die Zeit drängte uns irgendwann zur Metrostation, um pünktlich zur Führung in der Comuna 13 zu kommen. Mit wenig Vorbereitung auf das, was uns in dem geschichtsträchtigsten und ärmsten Viertel Medellíns erwarten würde, ließen wir uns auf eine zum Nachdenken anregende Führung ein. Mit einem lokalen Bus fuhren wir bis zur Comuna 13, welche auf einem Hang der umgebenen Berge von Medellín gelegen ist. Dort angekommen, gingen wir zu Fuß weiter. Die Comuna 13 durchlief in den letzten Jahrzehnten einen enormen Wandel, welchen wir in den ausdrucksstarken Graffitis und durch die Erzählungen unseres Guides zu verstehen versuchten. Rivalisierende Guerrilla-Milizen, welche in den Elendsvierteln ihre Schreckensherrschaft um den Drogenhandel errichteten, prägten einst das Leben in diesem Viertel. Noch vor wenigen Jahren durchkämmten Soldaten, Polizisten und andere Sicherheitskräfte die Comuna 13 Gasse um Gasse und Haus um Haus, um sie von den Guerilla zu befreien. Diese Zeiten waren geprägt von Gewalt, offenen Straßenkämpfen und Mord. Für uns war von dieser traurigen Vergangenheit nicht mehr viel zu spüren. Wir liefen durch die engen Gassen umgeben von unzähligen Hütten, vielen Straßenkünstlern und Händlern. Bei einem Händler genossen wir leckeres, selbsgemachtes Mangoeis mit einem Salzdip. Außerdem nutzten wir eine Rolltreppe den Berg hinab, die den Einwohnern mehr Mobilität und einen besseren Anschluss an die Gesellschaft im Stadtzentrum von Medellín bieten soll. Neu errichtete Kindergärten, Sportplätze, Schulen, eine Bibliothek und eine Metrostation sollen den Einheimischen und vor allem Kindern der Comuna 13 außerdem Chancen auf ein Leben außerhalb der Bandenkriminalatät ermöglichen. Bei all den positiv klingenden Wandlungen, dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns ausschließlich in bestimmten, touristischen Teilen des Viertels bewegen konnten. Unser Guide achtete streng darauf, wo und wann wir umkehrten. Um seine Wohnung auf der anderen Seite des Berges zu erreichen, wählt er nie den direkten Weg durch die Comuna 13, sondern einen Umweg um den gesamten Berg herum, da die Banden stets ihre "unsichtbaren  Grenzen" in diesem Viertel verteidigen. Vor allem mit Einbruch der Dunkelheit verwandeln sich die Straßen zum Ort der Gewalt und Kriminalität. Unser Guide machte uns jedoch auch die Wichtigkeit des Tourismus für dieses Stadtviertel deutlich und wie sie zur positiven Entwicklung der Comuna 13 beiträgt. Die zwei Stunden Führung vergingen wie im Flug. Um all die Eindrücke zu verdauen, werden wir wohl noch einige Zeit brauchen. Mit der Metro fuhren wir wieder zurück zum Hostel und damit raus aus dieser für uns nicht greifbaren Welt.

    Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hostel zogen wir unsere Trikots an und machten uns auf den Weg zum Stadion. Auf den Straßen stimmten sich die Fans bereits vorfreudig auf das Spiel ein. Da wir heute noch nicht viel gegessen hatten, machten wir noch kurz an einem Imbiss halt. Anschließend suchten wir unsere Plätze, die wir schließlich nach ein wenig Umherirren und mit Hilfe der Platzeinweiser fanden. Mit einem Bier in der Hand beobachteten wir aufgeregt, wie sich das Stadion langsam füllte und warteten gespannt auf den Anpfiff. Schon vor dem Spiels tröpfelte es ab und zu, was uns aber nicht störte, da wir zuvor Regencapes gekauft haben. Mit einem Endstand von 2:2 sahen wir ein spannendes Spiel mit einer unvergesslichen Stimmung.
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    Ingried Behfeld

    Wahnsinn

    11/20/19Reply
    Ingried Behfeld

    Süß

    11/20/19Reply
    Alexander Monhof

    auf Escobars spuren =)

    12/14/19Reply
    Alexander Monhof

    Die Trickots stehen euch =)

    12/14/19Reply
     
  • Day29

    Pflanzen und Fussball

    January 28, 2020 in Colombia ⋅ ⛅ 23 °C

    Renzo, unser Guide, holte uns um 11.00h im Hotel ab. Dann gings nach Santa Elena auf 2'200 m.ü.M hoch zur Finca Los Londoño. Die Familie Londoño ist eine von ganz wenigen Familien, die lizenziert ist auf dem grössten Volksfest von Medellin, dem Feria de Flores, zu deutsch Blumenfest, am Umzug teilzunehmen. Das Fest repräsentiert das Ende der Sklavenhaltung. Anstatt Eroberer aus Spanien herumzutragen, werden heute bis zu 100kg schwere, extrem kreativ gestaltete Blumengebilde auf dem Rücken getragen. Es gibt eine Jury, die jedes Jahr einen Sieger auserwählt. Die Familie Londoño ist praktisch jedes Jahr unter den ersten Fünf anzutreffen.

    Anschliessend besuchten wir ein Aquarium im Explorapark und den botanischen Garten. Auch hier sind wunderschöne Pflanzen zu bestaunen.

    Und zuletzt noch die Sportnachrichten. Deportivo Independiente Medellin - Agilas Rio Negro, 2:1. Nach sehr spannenden 90min hat mein Team verdient gewonnen. Ich bin vermutlich der erste Schweizer Fan von D.I.M. 😉👍😊
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  • Day203

    Medellín - Pablo Escobars Domizil

    August 31, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 25 °C

    Mit 30 Minuten Verspätung startete unsere 5,5-stündige Fahrt im Minibus nach Medellin. Die Kolumbianer nehmen die Abfahrtszeiten sowie die vorgegebene Geschwindigkeit etwas lockerer als die bisherigen südamerikanischen Länder. Ebenfalls sind sie leider um einiges mutiger was die Überholmanöver anbelangen. Zum Glück können wir die Busstrecken während dem Tag antreten. Wir möchten uns gar nicht vorstellen wie der Fahrstil der Nachtbüsse ist. Wie bisher in jeder Stadt werden wir freundlich mit „Bienvenido a Colombia“ begrüsst. Nach dem wir unser Hotel bezogen hatten, machten wir uns auf zum Cafe Zobra, wo leckere Pizzen serviert wurden und eine Live Band Jazz spielte.

    Am nächsten Tag machten wir uns früh auf den Weg nach Guatape. Die hübsche Stadt ist unter anderem bekannt für seinen künstlich angelegten Stausee, welcher an die Fjorden erinnert. Für die wunderschöne Aussicht mussten wir zuerst 700 Stufen erklimmen, aber die Anstrengung hat sich definitiv gelohnt. Am Freitag Vormittag haben wir uns für die Free Walking Tour angemeldet. Während der Tour haben wir viel über die Geschichte der Stadt erfahren, welche stark vom bekannten Drogenbaron Pablo Escobar geprägt ist. Für uns kaum vorstellbar wie das Leben für die Einheimischen zu dieser Zeit gewesen sein muss. Die einst gefährlichste Stadt der Welt hat sich seither zum Besseren gewendet und gilt heute als sicher.

    An unserem letzten Tag in Medellin besuchten wir die La Comuna 13. Das in den Bergen gebaute Viertel, gehörte einst zu den gefährlichsten Gegenden in Medellin. Egal ob Waffen, Geld oder Drogen es kam über die La Comuna 13.

    Noch vor 15 Jahren hätte sich in diese Gegend kein einziger Tourist verirrt, geschweige denn die Stadt an sich überhaupt besucht. Wörter wie blutige Bandenkriege, trauriges Armenviertel, Pablo Escobar, Drogenkartelle und höchste Mordrate der Welt wurden mit der Stadt Medellin in Verbindung gebracht. Das Viertel vollzog eine betrachtliche Veränderung und gilt heute als sichere Gegend. Die Menschen wirken heute gelassen und glücklich. Man spürt nichts mehr von der schrecklichen Vergangenheit nur die Graffitis, welche an jeder Ecke zu finden sind, erzählen die Geschichte des Ortes.
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    Regula Kathriner

    Mega schön!

    9/3/19Reply
     
  • Day239

    Medellín und der Drogenkrieg

    October 14, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 25 °C

    Wer Kolumbien hört, denkt sicher zuerst an Kartelle, Drogen und korrupte Polizisten. Warscheinlich auch nicht ohne Grund, denn in den 80er und 90er Jahren beherrschten mächtige Kartelle mit unglaublich viel Macht die Straßen, Städte und wahrscheinlich das ganze Land.
    Da wir uns nicht alleine nach Medellín trauten haben wir Paul und Lara gleich mitgenommen😆.
    1991 galt die Stadt mit über 6000 Toten als die gefährlichste der Welt. Jede Commune der Stadt hatte ihre eigenen Regeln und wer diese nicht befolgte machte es kein zweites mal.
    Der gefürchtetste Stadtteil war die Commune13 in der täglich mindestens ein Mensch sein Leben ließ. Juliett eine junge Frau, die in der besagten Commune aufwuchs, erzählte uns ihre Geschichte und führte uns durch die Straßen. Nicht gerade das angenehmste Gefühl zu hören wie ihr Vater mit 27 Jahren im Kugelhagel gestorben ist und sie sich täglich unter ihrem Bett versteckte, wenn vor der Tür geschossen wurde.
    Mittlerweile ist es in der 13 tagsüber sicherer, die Wände sind mit künstlerischen Graffitis geschmückt und scheinbar haben die Menschen bemerkt, dass man nicht nur mit Drogen sondern auch mit Touristen Geld verdienen kann ohne das Leben aufs Spiel zu setzen.
    Wer die Serie Narcos auf Netflix gesehen hat, kann wahrscheinlich viel mit dem Namen Pablo Escobar anfangen, denn er war mit 1,5Millionen Dollar Tagesverdienst der reichste und mächtigste Drogenbaron der Welt. Er besaß so viel Geld, dass er es vergrub, in seine Häuser einmäuerte und an die Armen verteilte. Im ganzen Land hatte er Haciendas und Villen. Eine davon ist auf dem Seengebiet bei der wunderschönen Stadt Guatapé und die haben wir uns mal genauer angeschaut, leider blieb uns nicht genügend Zeit, um nach dem Geld zu graben aber auch nur in seinem Haus zu stehen ließ einem Gänsehaut bekommen.

    Aber nicht nur schöne Villen und eine bunte Innenstadt hat Guatapé zu bieten sondern auch die nach 650 Stufen wohl schönste Aussicht in Kolumbien.
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    Anja Endler

    Die Treppe ist ja cool😀

    10/24/19Reply
    Anja Endler

    Da hat schon länger keiner mehr geputzt.

    10/24/19Reply
    Mu Va

    Die Graffiti Künstler sind schon Hammer, was manche für Talent haben. 👍ein spannender Bericht mit tollen Bilder. Jedes Bild hat eine Geschichte. Danke😘

    10/24/19Reply
     
  • Day17

    Comuna 13

    January 22, 2020 in Colombia ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute haben wir uns ins ehemals gefährlichste Viertel der Welt gewagt. Wo früher Armut und Gewalt herrschte, kann man heute beeindruckende Graffiti Kunstwerke bewundern und einen Eindruck vom Leben in den ärmeren Kommunen bekommen.Read more

    Susanne Schneider

    😊

    1/28/20Reply

    😍

    2/6/20Reply
     
  • Day42

    Medellin Tag 7

    October 4 in Colombia ⋅ ⛅ 20 °C

    Hüt hemmer am 09:00 d Commun-13-Tour gmacht. Ich han mi riesig druf gfreut. Da isch langi Zit di gfährlichst Gegend uf dere Welt gsi.⚔️🏹💊 Vili Bandene wo sich bechriegt hend und vili Mensche (drunder au unschuldigi Fraue und Kinder) ums Lebe cho sind. Nach mehrere gwaltsame Protest gege s Militär, hend si sich endli chöne akzeptiere und hend us dem Distrikt (en Stadtteil vo Medellin) e meeega geili Gegend gmacht. Kunst& Kultur do isch prägt vo farbefrohe und tüfgründige Graffitis. 🎭Jedes einzelne vo dene vazellt e eigeni Gschicht. Zuedem isch Hiphop und Breakdance au en Teil vo dere Szene. Würkli en Bsuech wert.
    Schad isch nur dasmer nedeso en guete Guide gha hend. Er isch do ned ufgwachse het aber e perfekts Englsich gha. Sis Fachwüsse isch leider unbefridigend gsi für üsi Frogene. Zudem heter gmeint das de Pablo Escobar (Drogebaron wo z Medellin de Hauptsitz gha het) kei Macht über de Distrikt gha het... Zwar schwer vorstellbar, aber evtl. chamer das mol bimene andere Zitpunkt anderi Locals froge. 🤔

    Am Nomi simer den nomel zruck uf Santo Domingo (de Ort mit de Oma) zum si go bsueche. Si het e choge Freud gha und si het üs uf en Tinto iglade (schwarze Kaffi mit zvil Zucker). 😝S Hus isch typisch für d Kolumbianer: schlicht, paar Familibilder, 3-4 Gläser, Tisch, Stüehl und e huere grossi Musikalag! I weiss nöd wiso aber i wär scho lang Taub mit däre Lutstärki... 💢Mer sind naher no durch d Städli zum chli go Pöstele. Natürli dörf au mis obligatorische Glace nöd fähle, aber wie chamer nur Chäääs ines super feins und grosses Glace inetue. 😰Obwohl i quälend probiert han alles ufzässe, hani en Teil vom Glace stoh lo. Da heisst öpis... Am obig simmer nomel in Usgang mit de Locals. Paar gemütlichi Bierli zische isch s Ziel gsi. und 2 sind biz me worde und sind den no in Klub s letzte Mol go tanze mit ene. Han paar neui Dancemoves glernt vom Kevin. Döt ine hemer au s türste Bier gfunde vo Medellin: 20'000 Pesos (5 CHF) pro Bier!🙈
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  • Day100

    Eine normale (Schul-)Woche in Medellín

    September 3, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 29 °C

    Seit dieser Woche haben wir eine neue Spanischlehrerin. WAS FÜR EIN UNTERSCHIED! Die ist so gut, genauso habe ich mir den Unterricht vorgestellt! Erst Grammatikerklärung an der Tafel, dann Lückentexte dazu ausfüllen, dann Gruppenarbeit mit Sprechen, dann Hausaufgaben aufkriegen. Nicht, dass ich scharf auf Hausaufgaben bin, aber wir wollen ja schließlich was lernen, da sind ein bisschen Hausaufgaben (leider) nicht verkehrt. 😅

    An einem Tag haben wir eine weitere Walking Tour mitgemacht, und zwar in der Comuna 13 - das „ehemals gefährlichste Viertel in der ehemals gefährlichsten Stadt der Welt.“ (O-Ton unser Tourguide). Das Viertel war früher Drogenumschlagplatz Nr. 1 in Zeiten von Pablo Escobar, da es direkt an die Autobahn angebunden ist - perfekt also für den Transport des Kokains - und aufgrund seiner vielen kleinen unübersichtlichen Straßen und der sich darin befindlichen Gangster nicht durch die Polizei kontrolliert wurde. Wer in diesem Viertel wohnte gehörte sehr wahrscheinlich zur absoluten Unterschicht Kolumbiens.

    In den 80ern wurde ein sozial-ökonomisches Schichtsystem in Kolumbien eingeführt, das die Stadtviertel in Schichten von 1-6 gliedert. 1 sind Stadtviertel, in denen die ärmsten Familien leben, während 6 die reichsten beherbergt. Das System soll dafür sorgen, dass den Armen besser unter die Arme gegriffen werden kann. So sind Preise für Elektrizität, Gas, und Wasser in den Schichten 1-3 niedriger, aber auch Kosten für Studiengänge sind für Familien in diesen Vierteln erschwinglicher. In der Comuna 13 lebten früher fast ausschließlich Familien der 1. Schicht. So auch die Familie unseres Tourguides. Die ganze Comuna 13 wurde durchzogen von „unsichtbaren Grenzen“, die markierten, wo die verschiedenen verfeindeten Gangstergruppen das Sagen hatten. Da die Gangster nicht wollten, dass ihre Position im Viertel durch Teenager preisgegeben wurde, die von einer verfeindeten Gangstergruppe Geld fürs Verpfeifen gekriegt hatten, haben sie Teenagern das Überschreiten der durchsichtigen Grenzen der Reihe nach verboten. Wer sich nicht ans Verbot hielt wurde erschossen. 😵 So kam es, dass unser Tourguide eines Tages eine nicht sichtbare Grenze gen Süden nicht mehr überschreiten durfte, eine Truppe hatte es ihm eines Tages einfach verboten. Diese Grenze lag aber auf seinem Schulweg. Also musste er einen anderen Weg nehmen, und über Westen mit 30 Minuten Umweg zur Schule gelangen. Im gleichen Jahr wurden ihm weitere Grenzen verboten, Richtung Norden und Westen von seinem Haus, sodass er nur noch über Osten mit 1,5 Stunden Umweg pro Weg seine Schule erreichen konnte. Das ging natürlich nicht, und so konnte er nicht mehr zur Schule gehen! 😵 Unser Tourguide hatte Glück, irgendwie konnte seine Mutter bei der Stadt bewirken, dass er auf eine private Schule im Osten versetzt wurde, welche durch den Staat bezahlt wurde, denn seine Eltern hatten ja kein Geld. Die meisten Teenager, denen Grenzen genommen wurden, hatten aber nicht dieses Glück und somit keinen Zugang zu Bildung und folglich zu guten (legalen) Jobs. Totaaaaal krass. Heute ist die Comuna 13 das Vorzeigeviertel Medellíns, denn durch die Installation von einer Seilbahn sowie 6 Rolltreppen wurde das extrem weitläufige und hügelige Viertel an die Stadt angebunden. Und damit konnten die dort ansässigen Leute die Stadt erreichen und hatten damit Zugang zu legalen, bezahlten Jobs. Bevor die Rolltreppengebaut wurde, mussten allerdings die Waffen aus dem Viertel. Die FARC und die Drogenbanden wurden mit der mächtigsten Militäraktion der Geschichte Kolumbiens aus dem Viertel getrieben (Operación Orión). Kampfhubschrauber, Panzer und Soldaten haben das Viertel gestürmt um die Banden zu bekämpfen. Das haben sie zwar erfolgreich geschafft aber leider ist bei der Operation auch ein Teil der Zivilbevölkerung zu schaden gekommen. Daher wird der Einsatz von den Anwohnern mit kritischen Augen betrachtet.

    Ansonsten ist Micha total im Spanisch Lernfieber. Wir haben jeden Tag 4 Stunden Spanisch. Danach machen wir immer noch was zuhause, Micha am liebsten noch so 3-4 Stunden. Dann hat Micha sich ein Buch - der kleine Prinz - auf Spanisch gekauft. Zusätzlich gucken wir die Serie „Haus des Geldes“ auf Spanisch und haben noch nen Audiuguide gekauft, in dem Michel Thomas, ein begnadeter Sprachenbeibringer, einem Spanisch in kürzester Zeit erklärt. Und Micha möchte sich jetzt noch ein Lernheft kaufen für Stufe B1. Und sollte man dann immer noch das Gefühl haben ‚Da geht noch was‘ liegen noch 2 spanische Lehrzeitschriften in der Wohnung rum, die hatten wir von Freunden zum Abschied geschenkt gekriegt. So für wenn man auf Toilette auch noch Spanisch weiterlernen möchte, O-Ton Micha.

    Nach 2 Wochen Schule stellen Micha und ich fest: Unsere Interessen gehen hier auseinander. 😅 Während Micha sich voooll auf Schule freut habe ich so dieses „Oh, morgen Schule...vll schwänzen?“- Gefühl. Micha möchte gerne noch weitere Sprachkurse machen, da wär ich beim ersten Mal hören fast hinten rüber gefallen. Denn in dieses Schulkorsett zwinge ich mich während meines freien Jahres nicht nochmal 😅 Ich habe das Gefühl, dass meine Zeit in Südamerika zu wertvoll ist, um jeden Tag in der Sprachschule zu verbringen. Denn das bedeutet, dass man kaum was vom Kontinent sieht. Also buchen wir für Micha in anderen südamerikanischen Ländern noch weitere Sprachkurse, so jeweils immer ne Woche, und ich genieße währenddessen mein Leben mit fetten begleiteten Outdoortouren 😍
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    Martin Lehmann

    Was ein Streber 😂... bin sehr neidisch.

    9/11/19Reply
    Stephanie Steinkamp

    Bin grad mit Freundinnen auf Ibiza, wäre schön, wenn ich die hier verstehen könnte! 😀

    9/15/19Reply
    Caro Pieper

    Sprechen auf Ibiza nicht alle deutsch? 😂

    9/15/19Reply
    Stephanie Steinkamp

    Leider fast gar nicht, aber mit englisch gehts.

    9/15/19Reply
     
  • Day98

    Fußball in Kolumbien

    September 1, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

    Jetzt gerade sind wir im Stadion beim Fußballspiel, Medellín gegen Bogotá, um Platz 1 in der kolumbianischen Liga. Sozusagen Bayern gegen Dortmund um Platz 1 in der Bundesliga. Juan, der Bruder von Maria, hat uns mitgenommen mit seinen Freunden das Spiel zu sehen. Mega nett. Da die meisten seiner Freunde nicht gut Englisch sprechen, und wir bei der lauten Mucke kein Wort Spanisch verstehen, können wir uns allerdings leider nicht ganz so viel mit seinen Freunden unterhalten. Ich komme mir immer so blöd vor wenn man nur grinsen und lächeln, aber nichts sagen kann! 😫 Und wenn man was sagt dann sowas schlaues wie: „Der Spiel sein sehr interessant!“ Ne neue Sprache lernen und dann direkt ins eiskalte Wasser geschmissen werden ist nicht so richtig Komfortzone. Es gibt Bier mit Limette drin ausm Plastikbecher, der ganze Rand ist voll mit Salz. Interessante Kombi, der Kumpel von Juan lacht als er mein Gesicht nach dem ersten Schluck sieht.

    Das Spiel war so semi spannend, ist 1:1 ausgegangen, Bogotá lag aber bis zur 70Min vorne und hatte deutlich mehr Chancen, es war also die ganze Zeit eher gefährlich für Medellín und dementsprechend wütende Stimmung bei den Fans.

    Was spannend war, waren die Unterschiede zu einem deutschen Spiel:
    - Fans aus einer anderen Stadt sind nicht im Stadion zugelassen 😳! Somit war das ganze Stadion für Medellín. Nur die paar Männchen aufm Spielfeld aus Bogotá waren in blau, der Rest des Stadions ist grün/weiß gekleidet.
    - Vor dem Stadion werden Schlangen am Eingang gebildet, die Polizei reitet mit Pferden durch die Reihen um Unruhe zu vermeiden. Frauen stehen nicht mit den Männer an sondern haben einen separaten Eingang
    - Der Stadionsprecher hat nur 3x mal was gesagt: Ankündigung der Pause, einmal was kurz vorm Ende, und Ankündigung des Endes. Ansonsten keine Kommentation. Ich hab den Startpfiff nicht mal mitgekriegt, denn das wurde auch nicht angekündigt.
    - KEINER hat Trikots mit der Nummer seines Lieblingsspielers an, alle tragen nur allgemeine Trikots
    - Andauernd fällt einer um, und dann kommt son witziger orangener Kaddie auf den Platz gefahren, um den Verletzten abzutransportieren.
    - Alle 40 Sekunden (wirklich öfter als 1x/Minute) läuft ein Verkäufer an einem vorbei, um Chips, Wasser, Saft, Kaffee, geröstete irgendwas, vor denen eigenen Augen bestrichene Crepes (der Typ hatte nen Tisch dabei!), Eis, oder irgendwas anderes zu verkaufen. Totaaaal krass. „People need money“, meinte Juan nur dazu.

    Und da Micha ein warmes Herz hat und Süßigkeiten liebt hat er dem Eisverkäufer ein Eis abgekauft. ❤️

    Und weil Micha lieb ist durfte ich die Hälfte davon essen 🤗

    Den ganzen Tag über habe ich schon dieses typische „oh nö, das Wochenende ist vorbei, kein Lust auf Schule morgen“- Sonntagsgefühl. Da reist man monatelang rum und kaum ist man, seit 1 Woche, wieder in nem geregeltem System kommt dieses Gefühl schon wieder hoch. Na das wird ja grandios wenn wir nach 365 Tagen rumreisen wieder anfangen müssen zu arbeiten! 🙈 Der arme Sonntag wird leider nicht die Chance kriegen, der schönste meines Lebens zu werden 😅
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    um den länderpunkt beneide ich dich ja schon ein bisschen... generell fußball in südamerika... hach ja :) wo/wann seid ihr noch in Südamerika? Grüße ausm Pakethaus - Justus

    9/17/19Reply
     

You might also know this place by the following names:

Quebrada Leonarda, Quebrada La Leonarica