Czech Republic
Ústecký kraj

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Top 10 Travel Destinations Ústecký kraj
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Travelers at this place
    • Jul12

      Tag 9: Oberwiesenthal - Sayda

      July 12, 2021 in Czech Republic ⋅ ⛅ 16 °C

      Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich heute morgen starten. Die Route ging zunächst durch tschechisches Terrain, Naturschutzgebiete und an einem See entlang, der heute als Trinkwasser- Speicher dient. Wieder in DE zurück, hatte ich versucht ein Kaffee, Bäckerei etc zu finden……keine Chance, viele kleine Orte, aber ohne Infrastruktur…..also durchhalten bis zum Hotel.
      Tourdaten: 65 km mit 980 hm
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      Traveler

      Du hast ja echt viel Natur auf deiner Route

      7/12/21Reply
      Traveler

      Das ist wohl wahr, gerade die Strecken durch die Wälder in der Tschechei sind traumhaft.

      7/13/21Reply
      Traveler

      👍

      7/12/21Reply
      Traveler

      Ohne Kaffee unterwegs? Geht gar nicht.

      7/18/21Reply
       
    • Day3

      Edmundsklamm & Prebischtor

      June 15 in Czech Republic ⋅ ☀️ 22 °C

      Heute hat mich meine Tour nach Tschechien verschlagen. Nachdem ich die 20 Minuten Autofahrt über die Grenze nach Hrensko und die 6€ für einen Parkplatz hinter mich gebracht hatte, ging es in Richtung Edmundsklamm.
      Über einen wundervoll angelegten, durch einen malerischen Wald führenden Fußweg entlang des Flusses Kamenice, gelangt man zur Oberen Schleuse. Diese ist der Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt ähnlich wie mit den Gondolieren in Venedig, wobei ich unseren tschechischen Bootsführer zitieren darf: "In Venedig Sie sitzen mit vier Leuten im Boot und zahlen 150€, hier Sie sitzen mit 26 Leuten und zahlen nur 5€. Und dafür singe ich nicht." Die Fahrt von Hrensko flussaufwärts über den Kamenice dauert 20 Minuten. Links und rechts ragen die Felswände empor und formen immer wieder eindrucksvolle Gebilde, zu denen unser Bootsführer immer wieder humorvolle Vergleiche findet. So sehen wir auf unserer Fahrt Elefanten, King Kong, Obi Wan Kinobi und weitere. Die Ruhe und die Entschleunigung ist spürbar. Am Ziel angekommen besteht die Möglichkeit nach einem 20 minütigen Fußmarsch noch eine Bootsfahrt durch die Wilde Klamm zu machen, die Option lasse ich allerdings links liegen. Ich möchte hoch zum Prebischtor über den Gabrielenstieg. Gesagt getan, dachte ich. Nur irgendwie habe ich mich verlaufen. Als ich dann querfeldein wieder auf eine Straße stolpere (Ich kann ja kein tschechisch, aber das Schild oben sagte bestimmt "Willkommen, hier ist eine Abkürzung") finde ich mich wieder zurecht. Die nächsten zwei Stunden geht es sehr gemütlich bergauf, immer schattenbedeckt, was bei den 30 Grad heute ein wirklicher Pluspunkt war, entlang des Elbsandsteingebirges. Zur linken Seite das Tal, ringsherum Sandsteine, Bäume und Wälder. Idylle pur. Es ist aber durchaus zu spüren, dass dies eines der Hauptattraktionen der Gegend ist, ich bin längst nicht mehr so alleine unterwegs wie gestern noch.
      Am Prebischtor angekommen musste ich erstmal schlucken. Ist hier doch ein Restaurant mitten in den Fels gebaut und der Lärm der zahlreichen Gäste empfängt mich. Aber nun gut, Augen zu und durch. Für 4€ kann man den Bereich rundum das Prebischtor erkunden. Dort sind einige schön angelegte Aussichtspunkte, es lohnt sich also!
      Der Blick auf das Tor ist wirklich schön, wäre da nicht das Restaurant mitten im Bilde. Apropos, das Prebischtor ist übrigens die größte natürliche Sandstein-Felsbrücke Europas, deswegen sind wir alle hier 😋 Unter anderem diente es als Kulisse für den Film "Die Chroniken von Narnia."
      Nach einer ausgedehnten Mittagspause habe ich genug von der Aussicht und begebe mich wieder in Richtung Tal. Der Abstieg ist nicht so schön wie der Aufstieg, geht dafür aber deutlich schneller. Wieder sind 5,5h und 17km geschafft, auch wenn ich natürlich dieses Mal den Luxus des Boot-Transfers hatte.
      Zurück am Campingplatz baue ich wie ein richtiger Camper meinen Grill auf und lasse den Sommerabend ganz gemütlich ausklingen.
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    • Day169

      Probstdorf - Nakleřov

      October 14, 2019 in Czech Republic ⋅ ☀️ 14 °C

      Reisekilometer 20.556 km
      Tageskilometer 448 km

      Nach einem gemütlichen Frühstück, mit frischen selbst gesammelten Eiern, ging es jetzt abseits der Autobahn, Richtung tschechische Grenze. Wir wollten noch in Österreich tanken. Daran haben wir natürlich erst kurz vor der Grenze wieder gedacht. An der Grenze gab es noch eine Tankstelle, wo auch der Spritpreis in Euro angezeigt war. Trotzdem musste man in Tschechischen Kronen bezahlen. Na gut ist ja mit VISA auch kein Problem und der Preis stimmte ja. Diesmal haben wir die Autobahnvignette direkt auch hier an der Grenze gekauft. Weil wir jetzt zügig nach Hause fahren wollten.
      Nachdem wir auf der Autobahn waren, ging es zügig, bei durchaus erträglichem Verkehr, voran. Bei Prag gab es dann nochmal richtig Stau. Danach sind wir bis kurz vor die deutsche Grenze gefahren und haben schon fast im Dunkeln, in der Nähe der Autobahn, einen Schlafplatz für die Nacht gesucht. Wir haben auch was gefunden, direkt neben der Landstraße, mit sehr wenig Verkehr, auf einer Wiese, oben auf einem Hügel, mit freier Sicht über die Landschaft. Auf der Wiese stand bereits ein flacher Abrollcontainer und es gab viele Fahrzeugspuren, deshalb hatten wir auch keine Bedenken uns auch auf diese Wiese zu stellen ohne großartig Schaden anzurichten.
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      Traveler

      Küchenbeweisfoto? 😆Max hat alles richtig gemacht

      10/26/19Reply
       
    • Day10

      Testing border crossing in Corona times

      June 8, 2020 in Czech Republic ⋅ ☁️ 17 °C

      After some days rest with birthday celebrations we started our next stretch this morning. As the German - Czech border opened last week, we decided to test border crossing in Corona times on our way to Bavaria.
      So we cycled through the "Oberland" region towards the border. Before crossing, we had a lunch stop at the spring of the river Spree in a small town called Ebersbach. Afterwards, we headed straight to the Czech Republic. No border, no controls - exactly as it should be in the Schengen area :)
      The following 60km of riding were absolutely beautiful. We rode through Bohemian Switzerland with forests and valleys, saw cows with giant horns, and arrived at river Elbe. We crossed the river by ferry to get to the bike path on the other side and continued to Tetschen where we found a centrally located campground. After a shower and dinner we went for a walk to explore this interesting town. There were lots of really cool old buildings right next to ugly buildings from the 70s. We also saw many young people in the streets and parks - a bit of a difference compared to the last towns and villages we passed.
      What Corona is concerned, the Czechs seem to be relatively relaxed. They wear face masks in the supermarkets, but are pretty bad in handling the masks - same as us Germans 😉 People sit in bars and restaurants without masks and don't even wear it when entering a bar or ordering. Next to our campground, a fair with rides visited by quite some people was on as well - so this doesn't seem to be a problem either.
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      Traveler

      You guys look great! 😀 Jim and Lisa

      6/10/20Reply

      Good to see you back in action! Jana [Jana]

      6/10/20Reply

      👍 [Frank]

      6/11/20Reply
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    • Day11

      Adventurous Czech bike pathes

      June 9, 2020 in Czech Republic ⋅ ☁️ 16 °C

      After breakfast at our camp, we left for another day of cycling in Czech Republic. It started with some 25km along the Elbe bike path. For the first time in ages, we had tail winds, so we could go at a decent speed.
      The second part of today's route was quite dull. We had to cycle on some roads and passed average Czech cities.
      The last 50km were kind of adventurous. Komoot (our routing app) sent us on MTB trails with partly 20% elevation gain. Maybe fun on some nice mountain bike, but not that much on our heavily loaded touring bikes. Nevertheless, we could enjoy the views over coal mining sites. After some more interesting and difficult-to-find bike paths through grass or mud, we arrived at our campsite next to river "Eger" where we are the only guests.
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      Traveler

      👍

      6/11/20Reply
       
    • Day2

      Erstmal einen Plan machen

      August 19, 2021 in Czech Republic ⋅ ⛅ 20 °C

      Da wir es in der Startaufstellung nicht geschafft haben ins Roadbook zusehen, haben wir die erste Pause hierfür genutzt und uns die Route und die Tagesaufgabe angesehen. Für die Tagesaufgabe müssen wir Bier und eine Tschechische Wurst (Utopenec) kaufen.Read more

      Gute Reise 🌞😃💫🥰 [Elke]

      8/19/21Reply
       
    • Day5

      Usti nad labem ...

      October 8, 2021 in Czech Republic ⋅ ☀️ 13 °C

      ... oder kurz (auf deutsch) Aussig ist mein Etappenziel für heute. Meine Unterkunft liegt auf einem Berg hoch über der Elbe. Das sorgt erst für ein paar Schweisstropfen am Abend und dann für eine fantastische Aussicht über die Stadt.Read more

      Traveler

      Die Aussicht ist wirklich super. Gab denn für die Anstrengung auch ein ordentliches Abendessen. Gruß Heidi

      10/9/21Reply

      CZ 😐 Prost, auf das gute Bier... [Manfred]

      10/9/21Reply
       
    • Day15

      Vítejte v České republice 🇨🇿

      September 15 in Czech Republic ⋅ ⛅ 14 °C

      Als ich Montag Morgen aufstand, war Mandy bereits auf Arbeit. Wir hatten abgesprochen, dass wir vor meiner Abfahrt noch einen Kaffee gemeinsam trinken. Ihre Arbeit liegt nur fünf Gehminuten entfernt.
      Während ich meine Sachen zusammen räumte, vermisste ich eine Sache - die Lust loszuradeln. Auch nach längerem Suchen fand ich sie nicht und fragte Mandy, ob sie mich spontan noch einen Tag länger ertragen würde. Würde sie. Anschließend rief ich meine Kollegen an der Deutsch-Tschechischen Grenze an und reservierte ein Zimmer von Dienstag auf Mittwoch. Alles war für einen weiteren Tag in Dresden geregelt und ich traf mich mit Mandy auf den versprochenen Kaffee.
      Mandy musste danach noch ein paar Dinge erledigen und ich vertrieb mir die Zeit mit einem Telefonat auf den Elbwiesen. Als sie wieder zurück war, hatte sie mir ein kleines Add-On ihres Care-Pakets mitgebracht. Sie hatte mir bereits ein paar Nüsse, eine liebe Karte, Kaffee und eine Dose „Popoflott-Bike-Salbe“ als Welcome-Geschenk hingestellt. Die Salbe ist Teil ihrer eigenen Marke „Fragantura“ - handgemachte Cremes, Öle und Tees aus 100% natürlichen Inhaltsstoffen. Heute hatte sie noch eine Goldröschensalbe, Jod-Salbe und Sprühpflaster für den Fall der Fälle (der hoffentlich niemals eintreten wird) mitgebracht.
      Am Abend gingen wir in der Dresdner Neustadt etwas essen und ich konnte mich zumindest ein wenig für die herzliche Gastlichkeit erkenntlich zeigen. Über den Goldenen Reiter, Fürstenzug und Frauenkirche ging es mit den Rädern zurück.
      Am nächsten Tag musste Mandy in Pirna arbeiten, was zufällig direkt auf der Hälfte meiner heutigen Etappe lag und wir verabredeten uns erneut auf einen Pausenkaffee.
      Ich räumte in aller Ruhe meine Sachen zusammen und rollte gegen 11 Uhr los. Bis Bad Schandau, meinem heutigen Ziel, war es nur eine Marathon Distanz. Ich hatte somit keine Eile. Meine Motivation war irgendwie noch immer nicht aufgetaucht. Dabei fehlte es mir nicht an der Lust Radzufahren. Das machte Spaß. Camino fährt sich traumhaft und das Wetter spielte heute auch mit. Doch ich fühlte mich allein. Ich war es ja auch. Deshalb fiel mir der Aufbruch schwer und mich beschäftigte bis Pirna der Gedanke, warum ich das mache.
      Ich war vor drei Jahren auch nach Norwegen und sogar nach Neuseeland allein gereist. Ich kann gerade nicht sagen, ob ich da ein ähnliches Gefühl hatte. Ich kann mich nicht erinnern. Ich neige dazu, negative Dinge schneller zu vergessen als positive. Eine hilfreiche Eigenschaft. Rückblickend fühlte ich mich nur sehr selten allein.
      Vielleicht war es auch der Gedanke, dass es ab jetzt kaum noch bekannte Personen geben wird, die ich treffen kann. Ich befuhr unbekanntes Terrain. Ich beschloss, zumindest bis Prag zu radeln und auf dem Weg dorthin zu überlegen, was und wie ich weiter mache.
      In Pirna suchte ich Mandy und wir tranken einen Kaffee zusammen in der Sonne. In unserem Gespräch fiel in anderem Zusammenhang der Satz „Wozu und wofür macht man das alles?“. Er scheint wohl gerade recht allgemeingültig.
      Mandy schrieb mir noch eine liebe Botschaft in meinen Pilgerpass. Dann ging sie zurück an ihre Arbeit und ich fuhr weiter. Über den Marktplatz von Pirna fuhr ich zurück zur Elbe und spulte die verbleibenden 20 Kilometer zur Grenze hinunter.
      Ich konnte die Landschaft jetzt mehr genießen als heute Vormittag. Es lag teilweise an meiner Stimmung aber auch an der Landschaft selbst. Zudem erhielt ich liebe Nachrichten von Menschen, die mir sehr wichtig sind. Ich fühlte mich gar nicht mehr allein und eine tiefe Dankbarkeit für die Menschen in meinem Leben.
      Links und Rechts der Elbe türmten sich nun Felsen auf und ich passierte so beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie die Basteibrücke oder die Festung Königstein.
      Eine Sache trübte diese Aussicht und mein Fahrgefühl dennoch. Es waren winzig kleine Fliegen. Unzählige. Das meine ich, wie ich es schreibe. Ich erinnerte mich leidvoll an Niko‘s Worte, ich bräuchte eine Fahrradbrille.
      Ich bin oft in der Natur und jogge beispielsweise im Treptower Park an der Spree regelmäßig. Auch dort kenne ich Schwärme dieser kleinen Plagegeister. „Augen zu und durch“ ist dort mein Motto. Beim Laufen mag das gehen - beim Radfahren ist „Augen zu“ kein guter Rat. Und an der Elbe waren es keine begrenzten Schwärme. Die kleinen, nervigen Biester zogen sich kilometerweit. Dabei waren die Fliegen gar nicht richtig als Schwärme zu sehen. Vielmehr waren sie im Gesicht, auf der Brust, auf den Armen und - am schlimmsten - in den Augen zu spüren. Die Streckenführung beinhaltete immer wieder leicht abschüssige Passagen und so bekam ich gut 25 bis 30 km/h auf Camino`s Reifen. Es fühlte sich an, als würde es regnen, als die kleinen Fliegen gegen meine Haut prasselten. Ich senkte den Kopf und versuchte so gut es ging, die Strecke vor mir zu erahnen. Trotz aller Vorsicht landete doch immer wieder eine Fliege in meinen Augen, welche ich mir bei der Fahrt raus wischte. Fahrtwind, Fliegen, Tränen - es war kein Spaß und ich wusste, was meine nächste Investition bei passender Gelegenheit wäre.
      Irgendwann war der Spuk dann doch vorbei. Mein hellgrünes Shirt war mit unzähligen schwarzen Punkten gespickt. Witzig war, dass fast alle davon flogen, als ich anhielt. Sie hafteten vorher wegen des Fahrtwindes und meines Schweiß an mir. Okay - sie waren in ihrer Situation auch nicht zu beneiden.
      Als ich mich die kurze Steigung zur Dienststelle im kleinsten Gang hochgeleiert hatte, wurde ich bereits erwartet. Ich war angemeldet und erhielt den Zimmerschlüssel.
      Natürlich war mein Zimmer mal wieder in der obersten Etage. Netterweise hatte man mir ein Eckzimmer am Ende des Ganges gegeben. So hatte ich wegen der Fenster an zwei Seiten ausreichend Licht.
      Die Dienststelle lag sehr idyllisch an einem Hang und ich hatte von meiner Stube einen herrlichen Blick auf die Elbe und Bad Schandau. Sie hatte den BGS-Charme der 2000er Jahre. Bett, Tisch, Schrank, Kühlschrank, Waschbecken. Toilette und Bad befanden sich auf dem Flur. Ich fühlte mich an meine Ausbildung erinnert und trotz der spartanischen Ausstattung auch irgendwie wohl.
      Ich schnappte mir nochmal Camino und fuhr über die Elbe nach Bad Schandau. Für morgen war ganztägig Regen angesagt. Schweren Herzens hatte ich bereits beschlossen, einen weiteren Ruhetag einzulegen. Ganztägig bei Regen zu fahren, hatte ich nicht vor. Da bei Regen auch nicht die Möglichkeit bestand, sich Bad Schandau näher anzuschauen, nutzte ich hierfür den Rest des Tages. Just in dem Moment, als ich dachte, ob es hier wohl ein Fahrradgeschäft gäbe, entdeckte ich ein Sportgeschäft. Sie müssen Fahrradbrillen haben! Hatten sie auch.
      Bei meinem weiteren Streifzug durch Bad Schandau entdeckte ich eine Therme und im dann einen Historischen Aufzug. Mit der Therme war der morgige Regentag doch noch gerettet. Und über den Aufzug gelang ich auf einen kleinen Wanderweg oberhalb von Bad Schandau. Ich genoß die schöne Aussicht auf Bad Schandau bei untergehender Sonne und fuhr anschließend in meine Stube.

      Am folgenden Tag regnete es wie vorhergesagt nahezu ganztägig und ich genoss die Wärme der Sauna in der Toskana Therme. Da ich keine Badesachen dabei hatte, blieb mir der Rest der Therme leider verwehrt. Sonst passierte an diesem Tag nicht viel, was ich hier erwähnen könnte.

      Am nächsten Morgen waren nur noch die Straßen nass. Von oben kam nix neues dazu. Es war Zeit, endlich die Grenze zu überqueren und weiter Richtung Prag zu radeln. Ich hatte mir ein markantes Grenzzeichen oder eine Tafel vorgestellt, um ein schönes Erinnerungsfoto zu machen. Leider gab es das auf meiner Elbseite nicht. Doch auf der anderen Seite sah ich ein paar Fahnenmasten mit verschiedenen Flaggen. Das musste wohl die Grenze sein. Anschließend las ich an einem Gebäude in deutscher Schrift „Zigaretten & Alkohol“ - das kannte ich aus meiner Heimat, ich musste mittlerweile in Tschechien sein.
      Der Radweg blieb in bestem Zustand und seit dem Stück in Sachsen-Anhalt konnte mich eh nichts mehr schocken. Ich wollte in drei Tagen die gut 180 km bis Prag schaffen. Um ein wenig Puffer für die verbleibenden Tage zu haben, buchte ich eine Unterkunft in Lovosice. Ein kleines, unspektakuläres Örtchen in ca. 71 km Entfernung.
      Ich rollte dahin und ohne es richtig zu merken, waren die Felswände links und rechts der Elbe verschwunden und dem Flachland gewichen. Meine Gedanken lies ich ebensoweit schweifen. So zogen Felder und Höfe, Kirchen und Schlösser, kleine und größere Orte dahin. An zwei Cafés entlang des Weges machte ich jeweils eine kurze Rast. Weder das Wetter noch die Vorstellung der heutigen 70 Kilometer ließen mich lange sitzen. Es war mittlerweile kalt und wenn ich mich nicht bewegte, fror ich aufgrund des frischen Windes und meiner durchgeschwitzten Klamotten doch recht arg. Ich überlegte, ob ich mein Fahrradabenteuer vielleicht in etwas wärmere Breitengrade verlegen sollte. Denn das Radfahren an sich bereitete mir sehr viel Freude. Wenn die Sonne schien, genoss ich das stille dahingleitet entlang der Elbe sehr. Aber vielleicht waren die Sonnentage hier dann doch langsam zu Ende. Ich werde mir in Prag überlegen, wie es weitergeht.
      Lovosice hatte erwartungsgemäß nicht viel zu bieten. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, drehte ich eine kurze Runde durch das kleine Stadtzentrum und nahm mir von dort eine Pizza mit auf mein Zimmer. Mehr passierte hier nicht.

      Die Sonne schien als ich aufwachte. Morgenroutine, Frühstück und gegen elf fuhr ich los.
      Heute erneut über 60 Kilometer und so verblieb nur noch ein lockeres Ausrollen bis Prag für den nächsten Tag. Es ist erstaunlich, welchen Einfluss das Wetter auf meine Stimmung hat. Die Sonne schien. Mit Rückenwind rollte ich mühelos dahin. Mein Körper schien sich ebenfalls langsam an die Bewegung und Belastung gewöhnt zu haben. Ohne große Anstrengung erreichte ich 26, 27 machmal knapp 30 km/h auf ebener Fläche. Es machte großen Spass. Ich legte mir eine alte Predigt des Berlinprojektes aus 2015 als Podcast auf die Ohren. Bodo Park, ein Gastprediger aus Frankfurt, predigte zum Thema „Laufe deinen Lauf!“. Mich sprach der Titel an und einige seiner Aussagen konnte ich sehr gut nachempfinden. Es ging um Vergleiche. Um den Blick nach links und rechts, statt gerade aus auf den eigenen Weg. Es ging um die innere Unruhe, immer etwas erleben zu müssen. Ich fühlte mich angesprochen. Ich hatte ähnliche Gedanken bezüglich meines Sabbaticals. Nicht selten dachte ich darüber nach, ob ich diese freie Zeit nicht besser nutzen müsste. Auf Instagram sah ich viele Bilder von mir mehr oder minder bekannten Menschen auf denen weiße Strände, beeindruckende Berge oder atemberaubende Sonnenuntergänge an den entlegensten Orten zu sehen waren. Ich hingegen radelte bei beginnendem Herbstwetter von Berlin nach Prag. Irgendwie unspektakulär und vielleicht sogar verlorene Zeit? - dachte ich manchmal bei mir. Dann erinnerte ich mich an die Aussage eines Menschen, den ich vor kurzem auf meiner Tour getroffen hatte. Als ich ihm von meinem Sabbatical und meiner geplanten Tour erzählte, sagte er „Du lebst mein Leben“. Er meinte damit, das Leben, dass er sich wünschte. Damals brachte mich die Aussage bereits kurz zum Nachdenken und nun kam der Gedanke zurück. Mir ist bewusst, wie gesegnet ich bin, diese Zeit für mich zu haben. Ich bin völlig frei und kann tun und lassen, was ich möchte. Möchte ich schöne Strände sehen, sollte ich das tun. Bereitet es mir Freude, die Elbe entlang zu radeln und dabei solche Gedanken zu haben, sollte ich es ebenfalls tun. Möchte ich nach Tibet, sollte ich mir einen Weg dahin suchen. Eines ist bei alledem nur wichtig - ich sollte es tun, weil ich es möchte und nicht, weil ich schöne Bilder auf Instagram posten möchte. Selbiges gilt ehrlicherweise auch für diesen Blog. Ich sollte nichts tun, nur um hier etwas tolles schreiben zu können. In diesem Moment wäre es tatsächlich verlorene Zeit.
      Überraschender Weise erwähnte und zitierte Bodo Park aus dem Buch „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“. Ich hatte dieses Buch vor etwa zwei Jahren geschenkt bekommen und mit großer Freude gelesen. Manche Personen, Gedanken und Dinge begegnen einem im Leben scheinbar wieder. Wann und warum das ist, bleibt ein Rätsel. Es nicht einfach als Zufall abzutun und stattdessen einen möglichen Sinn dahinter zu suchen, bereitet mir viel Freude. Das Buch ist jedenfalls eine Empfehlung für alle, die den kleinen Prinzen mögen und auch schon einmal einen Kaffee am Rande der Welt getrunken haben.
      Mit diesen Gedanken rollte ich dahin und genoss die Zeit, die mir geschenkt ist.
      Ich war kurz vor dem heutigen Ziel, als der Wind plötzlich auffrischte und statt von hinten, von schräg vorn kam. Ich hatte nur noch etwa drei Kilometer, doch diese wurden härter als die heutigen 60 Kilometer zuvor. Mein Weg führte nun direkt gegen den Wind, welcher immer stärker wurde. Ich schaltete weiter runter und kämpfte stellenweise mit 13 km/h gegen den Wind an. Ich erinnerte mich an eine liebe Person, die in dieser Situation sicher ihren Frust rausgeschrien hätte. Ich war mutterseelenallein auf weitem Feld - warum probierte ich diese Frustbewältigung nicht auch einmal? Ich schrie so laut ich konnte. Eine leichte Befreiung war spürbar - mehr nicht. Der Wind nahm dadurch aber leider nicht ab und wirklich leichter fuhr es sich danach auch nicht. Vielleicht fehlt mir Übung, meine Emotionen ungefiltert rauszulassen?
      Auch wenn es noch so windig ist, drei Kilometer sind wirklich kein Hexenwerk und irgendwann geschafft. Der Empfang in meiner heutigen Bleibe war sehr freundlich und sie Strapazen von eben sogleich vergessen. Es mutet nach einem alten Bauernhof an, welcher mit samt seinen Nebengebäuden zu einem Hotel mit Restaurant ausgebaut wurden. In der Mitte war ein kleiner Teich mit Stühlen und Tischen angelegt. Alles sah sehr idyllisch aus und ich entschloss mich nach kurzer Bedenkzeit, hier zwei Nächte zu bleiben.
      Heute ist dieser Ruhetag und ich komme nach langer Zeit mal wieder dazu, einen Blogeintrag zu schreiben. Morgen fahre ich weiter nach Prag. Es sind nur entspannte 38 Kilometer. Allerdings zeigt mir Komoot eine heftige Steigung an. Ich lasse mich überraschen. Heute wird gechillt und die Annehmlichkeiten meines riesigen Drei-Personen-Zimmers genossen.
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      Traveler

      Es gibt immer mal Höhen und Tiefen beim Fahrradfahren und auch du wirst sehen dass es nicht auf das Fahrradfahren an sich ankommt sondern um die Zeit mit sich selbst klar zu kommen denn das Innere schreit lauter hör auf mit dem Kram als die Freude sich in dir zeigt wie es sich anfühlt wenn man im Regen oder gegen den Gegenwind kämpft. Warum man das tut ?letztenendes sollte es immer nur ein Ziel sein und d.h. ankommen denn aufgeben sollte niemals eine Option sein deine Mission ist ein Weg zu beschreiten ohne ein Ziel zu haben und letztenendes hast du auch kein richtiges Ziel somit kannst du auch nirgends irgendwo versagen. Sei einfach so gut es geht im Einklang mit dir genieße die Zeit die du hast auf deiner schönen Reise! Wie schon eins sagte du lebst mein Leben!😉

      9/18/22Reply
      AndreasHx

      Hey Sven, ich danke dir für deine Gedanken zu meinem Post. Ich stimme dir zu: Für mich geht es um den Weg. Es geht um die Zeit auf diesem Weg, die Erlebnisse und die Begegnungen. Daher ist es egal, welche Richtung ich einschlage. 😊

      9/24/22Reply
      Traveler

      Andreas, ich brauche ja nicht zu wiederholen, dass ich deine Zeilen immer gerne lese (oder habe ich mich jetzt wiederholt?!… egal), so auch hier.

      9/23/22Reply
      2 more comments
       
    • Day1

      Los geht's: Dresden - Tschechien....

      August 22, 2019 in Czech Republic ⋅ ☀️ 23 °C

      1.Etappe // Tschechien by Day&Night.
      Neben der Burgen-Tour musste auch die TagesAufgabe (GruppenGesang mit Bier und Tschechischen Würstchen aus'm Glas) absolviert werden.
      Das Ergebnis - nicht so schön wie das Queen+Original, aber hübsch LAUT!!!Read more

      Traveler

      Schön das es euch so gut geht weiter so immer 2, 6 BAR IM OBEREN BEREICH DES REFENS WEITER GITE FAHRT

      8/23/19Reply
       
    • Day6

      Böhmische Schweiz - Kamnitzklamm

      September 18, 2021 in Czech Republic ⋅ ☁️ 15 °C

      Weiter geht es durch ein winziges Dorf und herunter in die Kamnitzklamm. Ebenfalls schon 1890 touristisch ausgebaut. Nach einem anstrengenden und ewig dauerndem Abstieg über glatte und schief liegende Steine sind wir am Fluss in der Schlucht.
      Entlang des Flusses wurden Wege, Stege und Tunnel durch den Sandstein gebaut.
      Nach 20 min ist Ende, hier wurde der Fluss aufgestaut und es geht nur per Boot weiter, samt "Gondolieri", der uns auf dem km über den See Steine mit Ähnlichkeiten zu Tieren und anderem zeigt. Per Zug an einem Seil kann er einen Wasserfall für wenige Sekunden aktivieren, der neben uns runter rauscht. Zwischendurch spielt er Mundharmonika. Gut gemacht und eine nette Abwechslung.
      Dann noch die letzten km zu Fuß und wir kommen wieder in Hrensko an. Der Ort selber besteht nur aus wenigen zwischen die Felsen Gebäude Häuser (durchaus historisch) mit einem Straßenmarkt dazwischen, dafür haben wir keine Energie mehr. 17 km Wanderung, minus einem auf dem Boot. 434 Höhenmeter insgesamt.
      Die Füße tun weh und so gibt es heute mal Pizza zu Hause.

      Gesamtzeit 2:44 Std. 5,85km und 198 Höhenmeter.
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    Ústecký kraj, Ustecky kraj

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