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Weltreise die Zweite

Unsere 2. Weltreise :) Læs mere
  • Es regnet und regnet und regnet ⛈️

    30. maj 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach einer ruhigen, aber verregneten Nacht steigen wir aus dem Auto und landen direkt in einer tiefen Pfütze. Als der Regen endlich etwas nachlässt, checken wir nochmal alle Flüssigkeiten wie Automatikgetriebeöl, Kühlwasser und Motoröl. Alles gut! Auch die Bremsen funktionieren noch 😅

    Später sind wir froh, wieder runter vom Berg zu sein. Es geht ostwärts weiter zu nächsten Supermarkt in Norton, wo wir erst einmal Eis für die Kühltruhe nachkaufen und unsere Gemüsevorräte aufstocken.

    Auf dem Weg geht es wieder durch die Berge, diesmal aber gemäßigter. An einem Ausguck machen wir Halt, finden einen Geocache nicht, stolpern dafür aber über eine Copperhead- Schlange, wie sie sich am Sonnen ist🐍

    Kurz danach erreichen wir den Bundesstaat Virginia und für ein paar Meilen sind wir sogar kurz in West-Virginia, holen uns dort einen Geocache, bevor es wieder nach Virginia zurückgeht.

    Wir suchen uns schließlich einen schönen Platz im Jefferson National Forest, hier darf man kostenlos wild campen. Wir bleiben gleich für 2 Tage, denn es hört einfach nicht auf zu regnen. Auch an der Ostküste, wo wir als nächstes hin wollen, und die nun gar nicht mehr so weit ist, regnet es. Also können wir genauso gut hier die Zeit absitzen, bis die Sonne sich wieder blicken lässt.
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  • Lynchburg Cemetry

    31. maj 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir sind heute sehr früh auf den Beinen. Leider sind die Lücken im Dauerregen ziemlich kurz, sodass wir kaum trockenen Fußes Kaffee kochen oder uns frisch machen können. Uns reicht der Regen langsam und wir wollen nur noch weiter.

    Unser Weg führt uns heute östlich nach Lynchburg. Neben ein paar kleinen Besorgungen, haben wir noch genügend Zeit, um uns den „Old City Cemetry“ anzusehen.

    Das Wetter ist endlich sonnig und sogar richtig warm, also perfekt für einen Spaziergang über den alten Friedhof aus dem Jahr 1806.
    Er ist einer der ältesten Friedhöfe der USA, welcher noch heute genutzt wird. Leider existieren so gut wie keine Aufzeichnungen von vor 1914, sodass man die genaue Anzahl der Gräber nur schätzen kann. Es wird vermutet, dass dort 20.000 Menschen zur letzten Ruhe gebettet sind.

    Eine damalige Besonderheit war, dass ein jeder Mensch, egal welcher Herkunft, welcher Ethnie und welchem Status, hier bestattet wurde.
    Arm liegt direkt neben Reich, Sklave direkt neben Professor. Selbst Soldaten liegen in einem eigenen Abschnitt zwischen den Zivilisten.

    Auf dem Gelände stehen noch ein paar alte Gebäude, in denen historische Relikte ausgestellt sind, die wir uns nicht entgehen lassen möchten.
    Wir können nur durch die Fenster spähen, denn die Häuser sind verschlossen.
    Im „Pest House“, dem ersten Krankenhaus Lynchburgs, wurden viele Menschen behandelt und falls nötig unter Quarantäne gestellt, sowie Soldaten der konföderierten Armee von Dr. Terrell versorgt.

    Das Pest House besteht nur aus zwei kleinen Zimmern. Einem Behandlungsraum mit Operationstisch, altem „Giftschrank“ und einem Schaukelstuhl mit hohen Armlehnen für Asthmapatienten und einem direkt angrenzenden Krankenzimmer mit dünnen Matratzen auf dem Boden für die Patienten, die unter Quarantäne gestellt werden mussten.

    Dr. Terrell war der erste Arzt, der den Hygienestandard auf ein neues Level brachte. Die Sterblichkeitsrate seiner Patienten sank um 5%, weil er feststellte, wie wichtig es war sich zwischen den Patientenbesuchen die Hände zu waschen. Heutzutage sind die damaligen Bedingungen kaum vorstellbar.

    In anderen kleinen Gebäuden sind gut erhaltene alte Leichenwagen mit Pferdegeschirr aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt. Selbst im Visitorcenter ist neben Bestattergegenständen auch alte Trauerkleidung und ein alter Sarg aus Metall mit Schaufenster anzusehen.

    Wir verbringen hier den halben Nachmittag, bis wir uns auf den Weg zum nächsten Camp außerhalb der Stadt machen.
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  • Glühwürmchen im Jagdcamp

    31. maj 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach dem Friedhof fahren wir in ein WMA, einer „Wildlife Management Area“. Dies sind Jagdgebiete, in denen man auch Campen darf, sofern man sich dafür registriert. Dies kostet nur 4$ am Tag. Außer einem Parkplatz im Grünen bekommt man hier auch nichts. Es gibt weder Toiletten, noch Wasser.

    Zur Zeit ist keine Saison, somit kommen keine Jäger. Jäger kann hier übrigens jeder sein, der eine Waffe hat und die kleine Gebühr zahlt… Das umschreibt so ziemlich jeden Amerikaner… Es werden sogar Eichhörnchen 🐿️ geschossen 🙄

    Wir stehen ganz für uns alleine.
    Wir bekommen nur Besuch von einer Schildkröte und finden eine verendete Schlange auf dem Weg.

    Am Abend schwirren hunderte Glühwürmchen über die offenen Felder um uns herum 😀 Ein toller Anblick, für die Kamera aber leider zu schwach. Die Nacht wird sehr ruhig.
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  • Ostküste Yorktown

    2. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 21 °C

    Am nächsten Morgen stehen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf und keine anderthalb Stunden später sind wir schon wieder unterwegs. Unser Ziel ist Yorktown an der Küste Virginias.

    Hier haben wir uns für zwei Nächte einen Spot auf einem Campingplatz, gleich in der Nähe eines historischen Battlefields gesichert.

    Hier hat George Washington im Oktober 1781 die britische Armee unter Führung von Lord Cornwallis besiegt und so die Unabhängigkeit Amerikas erlangt. Für uns Geschichtsfans ein absolutes Muss. Wir werden hier einen ganzen Tag verbringen, denn es gibt unheimlich viel zu erkunden.

    Im Visitorcenter sind einige Artefakte zu sehen. Beispielsweise sind George Washingtons altes Zelt und andere gut erhaltene Gegenstände hinter dickem Glas ausgestellt.

    Der Tisch von Lord Cornwallis, auf dem die Kapitulation unterschrieben wurde, steht ebenfalls hinter dickem Glas.

    Die alten Kanonen der britischen Armee wurden damals als Trophäen nach dem Krieg einbehalten und sind auch ausgestellt.

    Den Ort Yorktown selbst erkunden wir zu Fuß. Er ist nur wenige hundert Meter neben dem Visitorcenter entfernt und liegt teilweise direkt am Strand. Dort finden wir eine alte Höhle, in der sich einer Legende nach, Lord Cornwallis versteckt haben soll, um den Beschuss und den Kanonenkugeln zu entgehen. Wir kommen ganz schön ins Schwitzen, denn die Sonne brennt heute!

    Im Ortskern vermischt sich die Historie mit der Moderne. Wir sehen zwischen Appartementkomplexen ein paar alte Häuser. Da viele alte Gebäude leider dem Civil War/Bürgerkrieg fast 100 Jahre später zum Opfer fielen, wurden sie aber wieder originalgetreu restauriert.

    Auch ein Denkmal, das „Yorktown Victory Monument“, erstreckt sich am Ortseingang 30 Meter in die Höhe. Es wurde kurz nach der Kapitulation Englands in Auftrag gegeben, konnte aus finanziellen Gründen jedoch erst 1881 errichtet werden.

    Wir kommen an einem alten Friedhof vorbei. Die alten Grabsteine sind teilweise sehr verwittert und beinahe unmöglich zu lesen. Manche der Gräber können bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückdatiert werden. Wir finden sogar das Grab eines Vorfahren von George Washington. Er lebte von 1561 bis 1657. Vor einem solch alten Grab zu stehen, ist sehr beeindruckend.

    Anschließend fahren wir das riesige Gebiet des gesamten Battlefields im Umland mit dem Auto ab. Die einzelnen Schlachtfelder, die alten Camps der Armeen und auch das „Surrender Field“, auf dem die britische Armee die Waffen niedergelegt und sich ergeben hat, sind einfach zu weit auseinander um sie abzulaufen.

    Zwischendurch stehen an den wichtigen Stellen Schilder, die gut beschriftet sind und das Geschehnis erklären.

    Abends lassen wir den Tag gemütlich am Lagerfeuer mit selbst gemachten Burgern ausklingen und sind uns einmal mehr bewusst, dass wir mitten im Wald und so nahe an einem solch interessanten Ort stehen und überlegen, wie es wohl damals wirklich alles hier ausgesehen haben muss.
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  • Erdnüsse und Aufkleber

    3. juni 2025, Forenede Stater ⋅ 🌩️ 28 °C

    Auf dem Weg nach Norden halten wir an einer Interstate-Raststätte. Hier gibt es ein Welcome-Center vom Staat Virginia. Wir decken uns mit ein paar Flyern, kostenlosen Aufklebern und Erdnussproben, sowie Informationen ein, was man in der Gegend noch so unternehmen kann.

    Für die Nacht fahren wir noch einige Kilometer weiter, etwa den halben Weg nach Washington DC. Hier gibt es wieder eine abgelegene, aber praktischerweise an unserem Weg liegende Wildlife Management Area. Für 4$ kaufen wir uns online ein Tages-Permit und dürfen hier die Nacht im Wald campen.
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  • Historical Harpers Ferry

    4. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ⛅ 30 °C

    Es steht Sightseeing auf dem Programm, denn in den nächsten Tagen wird Lara Aron ein wenig die Gegend um Washington DC zeigen, wo sie vor ein paar Jahren so oft unterwegs war.

    Heute geht es nach Harpers Ferry in West Virginia. Unser Weg dorthin vom Jagdcamp führt uns einmal quer durch Virginia und zickzack durchs Hinterland.

    Als wir ankommen gibt es eine große Überraschung: wir können den Eintritt von 20$ pro Person nicht bezahlen, weil heute niemand am Kassenhäuschen arbeitet. Das erzählt uns der nette Ranger. Wir vermuten, dass es mit den Einsparungen der Regierung zu tun haben könnte. Also dürfen wir uns Harpers Ferry umsonst anschauen. Auch nicht schlecht😃

    Wir spazieren gemütlich durch den historischen Ort und freuen uns, dass es nicht so voll ist. Die Saison fängt langsam erst an und zudem ist es heute brütend heiß. Wir werden vom Regen verschont 😅.

    Harpers Ferry liegt malerisch direkt am Shanandoah und Potomac River, die hier ineinander fließen.

    Die Hauptstraße besteht aus vielen alten Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Selbst das Inventar mancher Bauten und Geschäfte ist noch gut erhalten und die Gebäude selbst können betreten werden. Das lassen wir uns natürlich nicht nehmen.

    An manche Gebäude erinnern nur noch Grundmauern oder Ruinen, da auch Harpers Ferry teilweise im Bürgerkrieg, der hier durch einen von John Brown angezettelten Sklavenaufstand weiter angefacht wurde - oder auch durch Überflutungen zerstört wurde. Die alte Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1831 jedoch steht wir ein Fels in der Brandung und scheint heute noch in Gebrauch zu sein.

    Bevor wir uns auf den Rückweg machen, machen wir noch einen Abstecher zum alten Friedhof. Die kurze Wanderung dorthin bietet einen schönen Blick auf die Flüsse und die Berge drumherum. Den dort versteckten Geocache nehmen wir auch noch schnell mit.
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  • Aviation Museum

    4. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 29 °C

    Nach dem heißen Tag in Harpers Ferry freuen wir uns auf etwas Abkühlung im Inneren. Wir fahren ins Aviation Museum bei Washington DC. Der Eintritt ist frei und ab 16.00h sogar auch das Parken. Zeitlich passt das für uns perfekt.

    Im Museum gibt es allerlei Luftfahrzeuge aus sämtlichen Epochen und aus aller Welt zu entdecken. Die Ausstellung erstreckt sich über 3 riesige Hangars.

    Ein Highlight ist das NASA Spaceshuttle Discovery, welches hier seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Aron hat sie bereits aus Legosteinen zusammengebaut, nun steht er endlich selbst vor dem Original.

    Gänsehaut bekommen wir beim Anblick der Enola Gay. Waren wir erst vor wenigen Wochen in Japan/Hiroshima, so schließt sich hier heute ein wichtiger Kreis für uns. Die Enola Gay hat am 6. August 1945 die Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Das wird hier zwar nicht verschwiegen, aber auch wenig hervorgehoben. Da hätte es sicherlich für etwas mehr als ein Schild gereicht.

    Neben einer Concorde, einer Boeing 707, einer Lockhead SR 71a Blackbird und diversen amerikanischen Kampfjets finden sich auch Flugzeuge aus der Anfangszeit der Fliegerei, sowie deutsche Flugzeuge aus der NS-Zeit.

    Die Lufthansa hat außerdem eine JU-52 zur Verfügung gestellt.
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  • Trump & Merz in Washington

    5. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 29 °C

    Um Washington D.C. zu erkunden, buchen wir uns für 2 Nächte auf einem Campingplatz vor den Toren des Stadtstaates ein. Die Hotels in der Metropole sind für uns einfach unerschwinglich und anstelle mehrerer hundert Dollar zahlen wir so nur 25$ pro Nacht. Von hier aus wollen wir mit der Metro 🚇 in die Stadt.

    Da wir unbedingt auch auf das Washington Monument hinauf wollen, stehen wir früh auf. Die wenigen Tickets, die man online erstehen kann, sind sehr schnell ausverkauft, wir hatten leider kein Glück. Aber es gibt immer noch ein paar Tickets an der Tageskasse, für die man sich in der Frühe anstellen kann.

    Der Wecker klingelt also um 5.00 Uhr. Zur nächsten Bahnstation sind es lt.. Google etwa 45 Minuten zu fuß, für die wir aber stramm gegangen nur 30 Minuten brauchen.

    Wir besorgen uns am Automaten direkt Tagestickets, die uns etwa 15$ pro Person kosten. Die Bahn selbst ist bis zur Station „Smithsonian“ über eine Stunde unterwegs und wir müssen auf der Silver-Line nicht mal umsteigen.

    Am Washington Monument kommen wir noch vor 8.00h an. Es stehen bereits ein paar Leute dort und so reihen wir uns brav ein. Als um 8.45h der Ticketschalter öffnet, ist die Schlange sehr lang. Vermutlich etwa 200 Leute versuchen ihr Glück. Wir haben jedenfalls welches und bekommen gleich für 9.00h zwei kostenlose Tickets, um das Monument nicht nur von außen zu sehen, sondern auch mit dem Fahrstuhl ganz nach oben zu fahren.

    Nach einem Securitycheck kommen wir mit einer kleinen Gruppe von nur 10 Personen schnell hinein.

    Der Ausblick von oben, auf 500 Fuß, ist wirklich sehenswert, auch Lara kannte das noch nicht. Sie war zwar schon eimal in Washington, aber
    noch nicht auf dem Monument. Von hier oben hat man einen tollen Ausblick in alle 4 Himmelsrichtungen. Wir sehen das weiße Haus, das Capitol, das Jefferson Memorial und Lincoln Memorial von oben. In der Ferne sieht man den riesigen Soldaten-Friedhof Arlington.

    Alle diese Bauwerke und Orte sehen wir uns später natürlich auch noch in aller Ruhe zu Fuß an.

    Einzig das weiße Haus ist weiträumig abgesperrt, aus gutem Grund. Heute ist Staatsbesuch angekündigt; Donald Trump empfängt den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Von vorne können wir nur einen flüchtigen Blick aus der Ferne auf den Amtssitz werfen, von der Rückseite kommen wir aber schon näher heran.
    Plötzlich tauchen aber mehrere Agenten des Secret Service auf, die den Park, der hinter dem weißen Haus angrenzt, komplett räumen und uns freundlich bitten zu gehen.

    Der Besuch von Merz steht an. Vom Gästehaus fährt nun eine gepanzerte Limousine mit deutscher Flagge vor, die schließlich auf das Gelände des weißen Haus abbiegt. Mehr bekommen wir aber nicht zu sehen, zumindest noch nicht….

    Als wir später auf dem Rückweg vom Friedhof Arlington am Reflecting Pool hinter dem Washington Monument entlang gehen, stehen wir plötzlich vor der Kanzler-Limousine, bzw. vor beiden Limousinen. (Aus Sicherheitsgründen gibt es immer zwei identische Fahrzeuge)
    Es ist aber keiner im Auto. Der Fahrer gibt uns den Hinweis, das der Kanzler irgendwo im Park sei.

    Uns kommen bereits mehrere deutschsprachige Reporter entgegen, er kann also nicht weit sein. Tatsächlich steht er nur wenige Meter weiter direkt am Wasser und gibt nun nach dem Treffen mit Trump Interviews für die ARD etc. Wir können sogar auf etwa 20m heran gehen, noch dichter lassen die Securitymitarbeiter niemanden ohne Presseausweiss heran. Das reicht uns aber, schließlich sind wir nicht wegen deutschen Politikern den weiten Weg nach Washington gefahren. Sehr interessant jedenfalls und ein witziger Zufall.

    Um den skurrilen Zufällen heute aber noch einen draufzusetzen, fährt nur kurze Zeit später auch die Präsidenteneskorte an uns vorbei. Das wir jemals so dicht an einen amerikanischen Präsidenten herankommen, hätten wir auch nicht gedacht. Falls es nochmal passiert, wäre es aber nett, wenn es nächstes mal ein Anderer ist 😅.

    Wir hatten jedenfalls einen tollen Tag in Washington. Seit langem hat auch das Wetter richtig gut mitgespielt und wir kamen ordentlich ins Schwitzen. Am Abend sind wir aber froh, wieder auf dem Campground zu sein und sind selbst etwas erstaunt, dass wir heute mehr als einen Halbmarathon nur zu Fuß zurückgelegt haben. 🙃
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  • Durch Maryland nach Pennsylvania

    6. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach dem anstrengenden Tag in Washington D.C. und einer erholsamen Nacht auf dem Campingplatz fahren wir weiter nach Norden.

    Nach kurzer Zeit erreichen wir nun den Bundesstaat Maryland, welchen wir aber heute komplett durchqueren. Wir halten nur zum Tanken und für den obligatorischen Geocache.

    Am Nachmittag erreichen wir Pennsylvania. Eigentlich wollten wir unweit von Gettysburg, unserem nächsten Ziel, in einem State Forest übernachten. Die Rangerstation, an der wir uns dafür anmelden müssen, hat aber leider schon zu. Pech gehabt. Ohne Anmeldung ist es ausdrücklich verboten… 🚫

    Wohl oder Übel fahren wir zum nahegelegenen Campingplatz und müssen halt für die kommende Nacht bezahlen. Dafür stehen wir ruhig, die Duschen sind gut und man kann in der Umgebung einige Trails ablaufen. Hier verläuft auch der Appalachian Trail auf seiner Route von Maine nach Georgia. Wir lassen es uns nicht nehmen 1-2km zu bezwingen und erledigen dabei noch unseren Geocache für Pennsylvania.
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  • Gettysburg

    7. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 27 °C

    Nachdem wir an diesem verregneten Morgen noch eine kleine Runde laufen waren, brechen wir nach Gettysburg auf.
    Gettysburg erlangte leider traurige Berühmtheit durch eines der blutigsten Gefechte des gesamten Bürgerkrieges und ist die am besten dokumentierte Schlacht der amerikanischen Geschichte.

    An einer kleinen Informationstafel vor der Stadt machen wir zunächst Halt, um einen Überblick über das riesige Gebiet zu bekommen. Ein älterer Ranger kommt uns zuhilfe und empfiehlt uns die gesamte Route mit dem Auto abzufahren. Dazwischen gibt es einige Haltebuchten an wichtigen Schauplätzen, an denen man stehen bleiben kann. Wer möchte kann sich dann über einen Audioguide über die Nationalpark-App etwas dazu erzählen lassen.

    Gesagt, getan.
    Der Weg führt uns kilometerlang vorbei an allen Schlachtfeldern und durch das gesamte Umland von Gettysburg hindurch. Entlang der Route reiht sich ein Denkmal ans nächste. Nachbildungen von Kanonen und alten Zäunen säumen die Straße und an fast jeder Ecke stehen Schilder auf denen jeder noch so kleine Feldzug akribisch beschrieben ist. Das ist interessant, aber für uns ein bisschen zu viel. Den Audioguide haben wir nach 5 Minuten bereits abgeschaltet, da der Sprecher schlecht zu verstehen war.

    Das Visitorcenter war leider auch nicht allzu aufschlussreich, bestand es doch hauptsächlich aus einem Café und einem Souvenirshop, neben einer kleinen Ausstellung an Waffen.

    Im Endeffekt haben wir uns mehr davon versprochen. Die Schlacht an sich ist sehr detailliert dargestellt und auch wenn es viel zu lesen gab, finden wir, dass die wichtigen Eckpunkte nicht wirklich erläutert und dargestellt wurden.
    Einen zweiten Besuch werden wir Gettysburg wohl nicht mehr abstatten. Aber etwas Gutes gab es dann doch: der Eintritt war wenigstens umsonst und das Wetter sonnig und warm.
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  • Nacht bei Walmart

    8. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 17 °C

    Nach Gettysburg geht es weiter östlich durch Pennsylvania. Im beschaulichen Örtchen Hamburg kochen wir an einem Rastplatz am späten Nachmittag unser Abendessen. Der Name wurde wohl von Einwanderern gewählt. Ansonsten finden sich aber kaum Ähnlichkeiten…

    Spät am Abend, es ist bereits dunkel, fahren wir bei Walmart in Allentown auf den Parkplatz. Hier wird es geduldet, wenn man über Nacht im Auto schläft. Auch andere Camper stehen hier bereits, sowie einige Trucker. Toiletten gibt es im Walmart selbst, welcher um 23.00h schließt und um 6.00h wieder öffnet.

    Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht fahren wir bei Tagesanbruch weiter in den nächstgelegenen Park. Hier gibt es dann erst einmal Kaffee.
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  • New Jersey

    8. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir erreichen den Bundesstaat New Jersey.

    Bei Clinton machen wir eine Pause und geocachen ein wenig. Auf einer ehemaligen Bahnstrecke, die nun als Wanderweg umfunktioniert wurde, kommen wir auch endlich etwas in Bewegung. Bei Walmart auf dem Parkplatz ist es halt nicht so gemütlich 😬

    Am Abend treffen wir in Redbank, knapp unterhalb von New York City ein. Dies wird unser Lager für die nächsten 3 Nächte sein um die Großstadt zu erkunden. 🗽
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  • New York City 🏙️

    9. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Wecker klingelt um 4.00h 🥱 Erstmal gibt es Kaffee, dann Frühstücken und Duschen wir in aller Ruhe.

    Um zur Bushaltestelle zu gelangen müssen wir wieder knapp eine halbe Stunde über den Campingplatz und durch den Wald. Der Bus kommt pünktlich um 6.50. Für 15 USD nimmt er uns mit durch New Jersey, bis über den Hudson River nach New York. Schon aus der Ferne ist die mächtige Metropole an den Wolkenkratzern zu erkennen. Die Fahrt dauert nur knapp 45 Minuten.

    Wir steigen an der Port Authority im Westen Manhattans aus. Es ist noch vor 8.00 Uhr, aber schon ist es wuselig und voller Menschen, die hektisch zu ihren Büros eilen.

    Wir werden heute SEHR viel zu Fuß unterwegs sein. 😅 Wie viele Schritte hatten wir bei unserem Halbmarathon durch Washington D.C. gemacht? Egal, das toppen wir heute locker!

    Wir laufen erstmal drauf los. Am Times Square bekommen wir gleich die volle Ladung Reizüberflutung durch die riesigen Gebäude, Neonlichter und halbnackte Cowboys.

    Beim gläsernen Fernsehstudio von NBC sitzt zufällig Orlando Bloom auf dem Interview-Stuhl. Interessant, Promis altern übrigens offenbar auch 😆 Wir machen nur ein schnelles Foto und werden von der Security direkt weitergeschoben.

    Am Rockefeller-Tower geht es vorbei, einmal kreuz und quer durch den riesigen Centralpark. Erstaunlich wie leise es inzwischen den Bäumen ist, wie losgelöst es hier von der hektischen, lauten Stadt ist. Wer möchte, kann sich mit einer Pferdekutsche umher fahren lassen. Wir möchten nicht, und erledigen stattdessen unseren Geocache für den Staat New York.

    Am Plaza-Hotel entdecken wir einen Drehort aus Crocodile-Dundee, bis wir kurz darauf auch an der Ghostbuster Zentrale vorbeigehen.

    In einem Lego-Geschäft gibt es allerlei typisch New Yorker Bauten, wie ein lebensgroßes gelbes Taxi aus Legosteinen.

    Anschließend geht es in einen Bubba Gump Shrimp Co. Store 🦐 Forest Gump lässt grüßen.

    Die Centralstation ist eine tolle Bahnhofshalle, die man schon in etlichen Filmen gesehen hat. Saubere Toiletten gibt es hier auch.

    Wir wollten eigentlich die Aussicht vom Empire State Building genießen, aber die Sicht ist heute gleich Null. Die Wolkenkratzer hängen komplett in den Wolken und es regnet immer wieder mal. Die 100$ können wir uns tatsächlich sparen und investieren einen Teil davon direkt in Hot Dogs, 🌭 die es hier wirklich an jeder Ecke gibt.

    Ein Besuch am Ground Zero, wo einst die Zwillingstürme des World Trade Center standen, macht uns nachdenklich. Die symetrisch auf die Grundrisse der Türme erbauten Denkmäler sind sehr passend. Wasser fließt hier in einen scheinbar bodenlosen Abgrund. Am Rande sind sie Namen der Verstorbenen in Stein graviert.

    Wir gehen noch bis in den Süden von Manhattan, wo wir einen kurzen Blick aus der Ferne auf die Freiheitsstatue werfen. Morgen werden wir sie aus der Nähe sehen, das Bild sparen wir uns also.

    Wir gehen noch bis zur Brooklyn Bridge und besorgen uns anschließend eine riesige New York Style Käsepizza. Seit langem die beste Pizza überhaupt! Wirklich 👍! Die Blicke der Passanten waren uns sicher, als wir das riesen Ding auf einer Parkbank verschlungen haben.

    Wow, wir sind heute über 47km zu Fuß gegangen! Das sind bei Aron über 50.000 Schritte, bei Lara sogar 63.000. Das sollte reichen.

    Wir sind froh, als wir gegen 19.00 Uhr wieder am Bus sind und wieder zurück zum Campingplatz mitgenommen werden.
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  • Ellis Island und die Freiheitsstatue

    10. juni 2025, Forenede Stater ⋅ 🌧 19 °C

    Nach dem anstrengenden Tag gestern in New York City, lassen wir es heute deutlich ruhiger angehen.

    Mit unserem Van fahren wir am Vormittag etwa 1 Stunde bis nach Jersey City, westlich von New York City.
    Hier können wir das Auto für 7$ am Tag im Liberty State Park abstellen, denn heute tauchen wir wiedermal in die Geschichte der USA ein und besuchen Ellis Island und die Freiheitsstatue.

    Kurz bevor wir mit dem Schiff auf die 11 Hektar große Insel übersetzen, müssen wir am Fähranleger noch kurz durch den Security Check.
    Die gerade mal 10 minütige Fahrt durch den Hafen wird sehr nass, denn es beginnt beinahe unaufhörlich zu schütten, sodass wir von den Wolkenkratzern New York Citys kaum noch was erkennen können.

    Wir legen an und einen kurzen Sprint später durch den Regen, kommen wir einigermaßen trocken im Immigration Museum der Insel an.
    Hier bekommen wir mit der Hard Hat Tour einen Blick hinter die Kulissen und werden durch die Ruinen der Immigrantensammelstelle samt Krankenhaus geführt. Es wird viel zur Einwanderungsgeschichte der USA erzählt und vor allem wie es damals ablief.

    Nach anderthalb Stunden ist die Tour auch schon wieder vorbei und bevor wir mit der Fähre noch Lady Liberty einen Besuch abstatten, schlendern wir ein wenig durch das Immigration Museum und finden viele Geschichten, auch von deutschen Einwanderern.
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  • Durch den Staat New York

    12. juni 2025, Forenede Stater ⋅ 🌩️ 23 °C

    Nach den tollen Tagen in New York City statten wir zunächst noch Verwandten von Lara einen kurzen Besuch in Redbank ab. Bei Luzie und Salvo dürfen wir uns mit leckeren sizilianischen Kochkünsten verwöhnen lassen 🍝 Wir haben viel Spaß und genießen den Tag. Vor 5 Jahren haben wir uns zuletzt gesehen. Bilder haben wir heute aber leider keine gemacht.

    Im Anschluss geht die Reise nach Norden weiter. Wir verlassen New Jersey und lassen auch die Metropole New York City östlich von uns liegen. Von der anderen Seite des Hudson Rivers hat man eine tolle Aussicht auf das nördliche Manhattan.

    Nun erreichen wir auch den eigentlichen Bundesstaat New York. Kurz nachdem wir den Hudson River überquert haben, finden wir auf dem Fahnestock Campground ein schönes Plätzchen für die Nacht. Bei Aron fängt es leider an im Hals zu kratzen und die Nase läuft. Wahrscheinlich hat er sich in New York etwas eingefangen. Also ist eine Laufpause 🏃‍♂️angesagt….

    Tatsächlich gibt es hier an der Ostküste übrigens Lidl-Supermärkte, die auch einen Backshop haben. Wir genießen ein frisches „German“ Brot, mit echter Kruste. Eine tolle Abwechslung zu dem gewöhnungsbedürftigen Weißbrot, vollgestopft mit Zusatz- und Konservierungsstoffen, was es hier sonst so gibt. 🍞
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  • Erholung in Connecticut

    14. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 16 °C

    Aron ist krank… 🤧 Also schalten wir mal einen Gang zurück und suchen uns einen Campground auf dem wir gleich 2 Nächte bleiben. Wir erreichen den Staat Connecticut.

    An einem Stausee, dem Thompson-Dam, liegt ein kleines Camp, wo es für nur 15$ die Nacht auch heiße Duschen gibt. Es regnet viel.

    Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen lecker zu kochen und eine kleine Wanderung um den See zu machen.
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  • Lake Chargoggagoggmanchauggauggagoggchau

    15. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach 2 Tagen im Camp geht es weiter. Aron geht es tatsächlich auch schon wieder etwas besser. Nach der langen Erkältung im Januar, scheint diese schnell durchzuziehen 😀

    Wir erreichen Massachusetts. Aron hat übrigens ernsthaft Probleme diesen Staat korrekt auszusprechen und Lara bekommt dabei jedes Mal einen kleinen Lachanfall. 😅

    Wir machen Halt am See, mit dem wohl weltweit längsten Namen…

    Lake Chargoggagoggmanchauggauggagoggchaubunagungamaugg.

    Der Name stammt ursprünglich von Indianern und bedeutet soviel wie:

    „You fish on your side, I fish on my side, nobody fishes in the middle“

    eine alternative Übersetzung meint es heißt:

    „Fishing place at the boundaries, neutral meeting grounds“

    Egal was richtig ist, aussprechen können wir den Namen nicht. Wir finden noch einen Geocache und können einen weiteren Bundesstaat von der Liste abhaken.
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  • Maine / Freeport Outlet

    15. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 13 °C

    Wir erreichen den Bundesstaat Maine.

    Es wird langsam spät und so kochen wir unser Abendessen auf einem kleinen Rastplatz und vertreten uns anschließend noch etwas die Beine. Den ganzen Tag waren wir auf der Straße.

    Den Geocache für Maine können wir hier auch direkt erledigen. Übernachten wollen wir hier aber nicht, der Straßenlärm von der Interstate ist doch sehr laut.

    Für die Nacht fahren wir also noch etwas weiter und finden bei Freeport einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Hier dürfen wir übernachten. Es ist total ruhig und in der nahegelegenen Outlet-Mall gibt es 24h geöffnete Toiletten 👍

    Den Kaffee gibt es am nächsten Morgen von McDonalds, welcher hier in einem ungewöhnlichen Holzhaus untergebracht ist, so dass wir ihn fast übersehen hätten :)
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  • Fort Knox

    16. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir fahren immer weiter nordöstlich. Mittlerweile sind wir ja im Staat Maine unterwegs und jeder noch so kleine Ort wirkt sauber und aufgeräumt.

    Auf unserem Weg zum Acadia Nationalpark legen wir eine Pause bei Fort Knox am Penobscot River ein (nein, es ist nicht DAS Fort Knox mit den Goldreserven, es gibt mehrere mit diesem Namen in den USA).

    Der Eintritt in das 1844 erbaute Fort kostet uns gerade mal insgesamt 13$.

    Die Gebäude der alten Militäranlage wurden seit Anfang der 90er immer wieder originalgetreu restauriert, da die steife Meeresbrise doch die ein oder andere Spur an den Mauern hinterlässt. Da es hier nie zu aktiven Kämpfen gekommen ist und das Fort hauptsächlich zur Ausbildung der Soldaten genutzt wurde, ist es eines der am besten erhaltenen Forts der USA.
    Ausgediente Kanonen und Kanonenkugeln schmücken die nüchternen Plätze.

    Allzu viel gibt es nicht mehr zu sehen, aber auf unserem Weg durch die dunklen Gänge kommen wir an der ehemaligen Küche vorbei, in der noch der über 180 Jahre alte Backofen zu sehen ist. Einen solch riesigen Ofen haben wir noch nie gesehen, denn damals wurden täglich über 400 Brote gleichzeitig darin gebacken.

    Leicht grinsend überlegen wir wieviel Lasagne da wohl hineinpassen würde…
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  • Gute Nacht bei Walmart

    16. juni 2025, Forenede Stater ⋅ 🌙 14 °C

    Am Straßenrand entdecken wir einen Trödelhändler und halten für einen kurzen Besuch an. Voller Hoffnung auf neue Musik für unser Soundsystem im Auto wühlen wir uns durch das Angebot an gebrauchten Kassetten. Leider nichts für unseren Geschmack dabei. Conway Twitty und die Christmas Classics von 1984 muss jetzt nicht unbedingt sein.

    Für die Nacht halten wir in Ellsworth bei Walmart. Zum Acadia Nationalpark sind es von hier aus nur noch knapp 30km. Viele andere Camper tun es uns gleich und nutzen den Parkplatz als kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Es ist ein bisschen komisch auf einem Parkplatz zu stehen, aber wenn andere Camper um einen herum sind, fühlt es sich etwas sicherer an.
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  • Acadia Nationalpark Tag 1

    17. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 15 °C

    Da wir die letzte Nacht auf einem Walmart Parkplatz kurz vor den Toren des Acadia Nationalparks verbracht hatten, ist unser Weg dorthin nicht mehr weit. Der Park selbst liegt auf einer vorgelagerten Halbinsel und es führt nur eine Straße hinein.
    Wir sind also sehr früh im Nationalpark und nutzen die Zeit, bis wir auf dem Campingplatz einchecken können.

    Heute ist das perfekte Wetter, um den Cadillac Mountain über den South Ridge Trail zu erklimmen. Er ist mit 470m der höchste Berg an der gesamten Atlantikküste der USA.
    Die Wanderung führt uns durch dicht bewachsenen Wald, der immer karger wird, je höher wir steigen. Zwischendurch müssen wir ein wenig über Felsen klettern und uns begegnen ein paar vereinzelte Wanderer.
    An einem Aussichtspunkt fliegt sogar ein Weißkopfseeadler über unsere Köpfe hinweg. So schnell wie dieser wunderschöne Vogel aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder weg. Leider sind wir für ein Foto wieder zu langsam.

    Oben auf dem Gipfel angekommen, trifft uns beinahe der Schlag: es ist brechend voll. Viele fahren nämlich den Weg mit dem Auto zum Gipfel, anstatt zu wandern.
    Unserer Meinung nach macht das alles kaputt, denn dadurch ist viel zu leicht zugänglich und man kommt dann ohne große Anstrengung nach oben.

    Selbst hier oben gibt es einen Souvenirshop, der aus allen Nähten platzt. Die Menschen stehen dicht an dicht darin und es wollen immer mehr hinein. Das wird uns zu viel. Es ist laut, hektisch und einfach nur anstrengend. Gedränge pur. Wir finden später heraus, dass es beinahe an jedem Highlight des Parks einen Souvenirshop gibt. Das klingt sehr nach kommerzieller Ausbeutung und ist total unnötig.

    Wir genießen die mehr oder weniger tolle Aussicht auf die naheliegender Küste mit den vorgelagerten Inseln, machen ein paar Fotos und sind schon wieder auf dem Rückweg zum Auto.

    Kurz nachdem wir auf dem Campingplatz eingecheckt haben, fahren wir noch ein bisschen an der Südostküste des Nationalparks entlang.

    Am Beehive Trail machen wir Halt und sind keine 5 Minuten später wieder zu Fuß unterwegs. Diese Wanderung ist mit knapp 2km recht kurz, hat es aber ganz schön in sich. Der Weg ist sehr steil und bringt uns fast vertikal über 100m nach oben. Wir müssen vorsichtig an den engen Klippen vorbei klettern, uns an Eisenstangen hochziehen und das alles direkt am Abgrund. Der zufällige Blick nach unten lässt uns schon ein wenig schaudern. Vor uns sind einige Wanderer, die ganz schön zittern, aber mit Anfeuern und gutem Zureden schaffen sie es auch.

    Der Ausblick oben vom Gipfel ist sagenhaft schön, denn wir können den nahegelegenen Sand Beach von oben sehen, welchem wir hinterher noch einen kurzen Besuch abstatten. Auch hier ist es aber einfach nur voll, sodass wir beschließen zum Campingplatz zurückzufahren. Für heute haben wir genug
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  • Acadia Nationalpark Tag 2 & 3

    18. juni 2025, Forenede Stater ⋅ 🌧 17 °C

    Tag2
    Wir sind auf einem Campingplatz mitten im Acadia Nationalpark untergekommen. Wir haben uns spontan den letzten günstigen freien Platz sichern können und bezahlen 30$ pro Nacht. Allerdings heißt das nicht, dass man zwangsläufig eine Dusche zur Verfügung hat, was wir mit Entsetzen feststellen mussten. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir eine andere Lösung für die Übernachtung gefunden. Für einen Fleck im Dreck, auf dem man sein Auto abstellen darf, ist es doch recht teuer.
    Uns bleibt also nichts anderes übrig, als uns im Waschbecken mit eiskaltem Wasser zu waschen und für den Rest muss eben eine Katzenwäsche reichen.

    Als wir morgens aufwachen ist es wiedermal am regnen. Den Kaffee kochen wir direkt neben der offenen Beifahrertür auf unserem Klapptisch und darüber hängt der Regenschirm als Markise. Not macht eben erfinderisch.
    Auch wenn der Regen nicht aufhören will, hält es uns aber nicht davon ab wandern zu gehen. Die ganze Zeit untätig im Van zu sitzen ist eben nicht unser Ding.

    Wir fahren ein paar Kilometer weiter und schnüren die Wanderschuhe. Mit Ponchos, Regenjacken und Regenüberzügen gewappnet, stapfen wir durch den Wald zum Jordan Pond, über den Eagle Lake und dann weiter zum Bubble Rock. Zwischendurch müssen wir ganz schön an rutschigen Felsen entlang klettern. Es ist permanent am nieseln und manchmal ziemlich rutschig, aber wir schaffen es ohne Blessuren wieder zurück zum Auto.

    Wieder am Campingplatz angekommen, lässt der Regen dann endlich nach. So können wir wenigstens unser Abendessen im Trockenen kochen. Allerdings hält sich die kalte Feuchtigkeit hartnäckig in der Luft und lässt uns bis auf die Knochen frieren.
    Da es hier ja keine wärmenden Duschen gibt, waschen wir uns eben so gut es geht, wechseln die Kleidung und kuscheln uns zum Aufwärmen früh in unser Bett.

    Tag3
    Am nächsten Morgen hat es endlich aufgehört zu regnen und wir können uns wieder normal draußen aufhalten. Bevor wir vom Campingplatz wieder auschecken müssen, läuft Aron noch eine kleine Runde.

    Da es aber noch recht früh am Vormittag ist, wollen wir die Zeit im Nationalpark noch so gut es geht nutzen.

    Wir fahren auf die Westseite der vorgelagerten Halbinsel. Einen kurzen Abzweig zum Leuchtturm führt uns ins Nichts, denn die paar Parkplätze dort sind rappelvoll und parken ist sonst nirgends möglich. Wir drehen kurzerhand um und fahren zurück zum Beech Cliff Trail.

    Es geht wieder hoch hinauf. Dabei kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Aber die Sicht von den Klippen hinunter lässt uns die Anstrengung für eine kurze Zeit vergessen. Die Luft ist klar und ohne den Regen können wir kilometerweit sehen.

    Nach knapp 5 Kilometern Felsen rauf und runter kraxeln, kleben die Klamotten einfach nur noch, sodass wir für eine kleine Abkühlung in den See springen.

    Glücklicherweise müssen wir uns um die Übernachtung keine Gedanken machen, denn der Walmart direkt außerhalb des Nationalparks ist ja nur ein paar Kilometer entfernt.
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  • Bei Stephen King in Bangor

    20. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ⛅ 18 °C

    Nach dem Acadia Nationalpark geht es für die nächste Nacht wieder zum Walmartparkplatz. Diesmal schlafen wir aber nicht so toll. Nachts fahren ein paar Störenfriede herum, die nichts besseres zu tun haben, als den Campern bewusst den Schlaf zu rauben. Naja, so ist das, wenn man umsonst übernachten möchte.

    Morgens fahren wir an den Sportfischereihafen, dort gibt es lecker Kaffee und Frühstück.

    Nun steht die Stadt Bangor auf dem Programm. Der Autor Stephen King hat hier seinen Wohnsitz, der natürlich geheim ist, aber es gibt hier auch sein Stiftungs-Haus, in dem er früher lange gelebt hat. Von außen ist es unverkennbar mit Gargoylen, Fledermäusen und anderen Gruselfiguren geschmückt. Ganz wie seine Bücher. Vor dem Haus steht ein teurer Mercedes-Geländewagen mit dem Nummernschild „13“. Da ist wohl jemand zuhause :)

    Bei der Paul Bunyan Statue machen wir natürlich auch einen Abstecher. Im Film „ES“ wurde sie lebendig.

    Es geht weiter westwärts durch Maine, bis in den Anfang des White Mountain National Forest, fast in New Hampshire.
    Hier finden wir ein kostenloses Camp im Wald, welches wir mit vielen Mücken teilen müssen. 🦟 Das Heck des Van wird spontan mit einem Moskitonetz überzogen, was gut funktioniert.
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  • Mount Washington ⛰️

    21. juni 2025, Forenede Stater ⋅ ☁️ 18 °C

    Früh brechen wir von unserem Camp im National Forest auf. Bis zur Grenze nach New Hampshire sind es nur noch 5km.

    Im White Mountain National Forest wartet der Mount Washington auf uns. Es ist der höchste Punkt in den Nordost-USA, mit knapp über 1.900 Höhenmetern.

    Indianer nennen den Berg Agiocochook, „das Zuhause des Großen Geistes“

    Die Besonderheit dabei ist, dass der Berg das Umland direkt um bis zu 1.400m überragt. Hier staut sich kalte Luft aus dem Norden und trifft auf warme Luft aus Süd und West. Deshalb zählt der Gipfel des Mount Washington klimatisch zu den kargsten und windreichsten Gegenden der Erde. Hier wurde – abgesehen von Tornados – am 12. April 1934 mit 372 km/h die bis 1996 weltweit höchste Windgeschwindigkeit gemessen. An über 100 Tagen im Jahr erreicht die Windgeschwindigkeit auf dem Gipfel mit über 120 km/h Orkanstärke.

    Heute soll der Wind nur mit knapp 65 km/h pusten, also ein guter Tag zum Wandern und erklimmen.

    Die insgesamt 17km Wanderung als Rundweg führt uns von 780m noch rund 1.200m hoch zum Gipfel und anschließend wieder runter.

    Die Strecke ist wunderschön; es geht durch den Wald und über Gipfelkämme mit wahnsinnig schöner Aussicht. Zwischendurch müssen wir auch ein paar Bergbäche durchqueren. Der Anstieg ist unglaublich anstrengend und fordert wirklich Kraft.

    An einer Wanderhütte können wir uns auf etwa dreiviertel Höhe etwas ausruhen und vor dem mittlerweile zunehmenden kühlen Wind schützen.

    Nach rund 2.5 Stunden erreichen wir den Gipfel. Stolz machen wir ein Foto am höchsten Punkt.

    Die meisten nehmen übrigens die Bergbahn oder das eigene Auto. Oft sieht man hier einen Stoßstangenaufkleber mit „This car made it up to Mount Washington“. Wow - was für eine Errungenschaft 🙄

    Am Gipfel gibt es natürlich auch gleich 2 Souvenirladen und Restaurants mit Hamburgern und Pizza. Welcome to America 🇺🇸

    Nach knapp 6 Stunden haben wir wieder das Tal erreicht und sind völlig fertig. 😅
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