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Weltreise die Zweite

Unsere 2. Weltreise :) Weiterlesen
  • Wallendbeen Oval

    18. Oktober 2024 in Australien ⋅ ☀️ 19 °C

    Als wir vom Nationalpark aufbrechen, fängt es wieder an zu regnen. In den Park hinein führt nur eine einzige Straße, die wir auch wieder hinaus fahren müssen. Unter dem Regen verwandelt sich die oberste Schicht der Gravelroad in dicken, klebrigen Schlamm. Mit etwas Mühe kommen wir grad so im 2wd hindurch, aber es war tatsächlich knapp und wir wären am letzten Hügel fast stehen geblieben 😅

    Wir auf dem Asphalt, durchqueren wir noch einmal Kandos, um schließlich wieder zum großen Highway zu gelangen.

    Für die Nacht haben wir uns verschiedene Möglichkeiten zum Campen herausgesucht, allesamt kostenlos. Das Wetter soll aber leider sehr windig und eventuell auch wieder regnerisch werden.

    Bei den ersten 3 Campmöglichkeiten fühlen wir uns nicht wohl, oder wir sind zu ungeschützt dem Wetter ausgeliefert, so dass wir immer noch wieder ein Stück weiterfahren. Tatsächlich kommen wir zwischendurch auch in ein richtiges Unwetter, bei dem unsere Scheibenwischer kaum die Regenmaßen bewältigen können - wir müssen entsprechend langsam fahren. ☔️

    Wir fahren heute knapp 4 Stunden und rund 350km nach Süden. Wir durchqueren wunderschöne Landschaften und viele kleine Städte und auch das Wetter wird wieder etwas freundlicher.

    Schließlich kommen wir in der kleinen Stadt Wallendbeen an, wo man kostenlos auf einem Parkgelände stehen darf. Wir haben den ganzen Platz für uns alleine 😀
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  • Zelttrocknen und Eisenbahnspirale

    19. Oktober 2024 in Australien ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Nacht in Wallendbeen wurde wider Erwarten regnerisch und es klart auch am Morgen nicht auf. Das Zelt ist klatschnass! 😒

    An der Außenfassade eines nahegelegenen Gebäude des Parks, entdecken wir eine vor dem Regen geschützte Steckdose. Tatsächlich fließt auch Strom und so brauchen wir im Nieselregen nicht unseren Kocher auszupacken, um einen heißen Kaffe zu genießen 😌 Dem guten alten Reise-Tauchsieder sei dank 🤓

    Es will einfach nicht aufhören zu nieseln und so nehmen wir die Bettwäsche, die normalerweise im Zelt verbleibt, aus dem Zelt heraus und klappen es zusammen.

    Wir kommen bei Bethungra an einer Eisenbahn-Spirale vorbei und schauen sie uns mal genauer an. Von Süden kommend folgen die Eisenbahnschienen hier einer riesigen Spirale, um den großen Höhenunterschied auf kleinstem Raum zu überwinden. Leider verpassen wir einen fahrenden Zug nur knapp. Das Projekt wurde 1946 fertiggestellt.

    Neben der Aussichtsplattform finden wir in einer Munitionskiste noch einen Geocache ✔️

    Nur knapp etwas südlich von Bethungra passieren wir noch ein Freecamp. Hier gibt es für Reisende sogar eine vollständig ausgestattete Küche, mit allem drum und dran. Wir freuen uns über diese seltene Gelegenheit und kommen nun endlich zu unserem Frühstück. 🥞

    Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter, bis plötzlich und endlich der Himmel aufklart und die Sonne herauskommt. Wir halten an einem Schotterparkplatz abseits der Straße an und bauen kurzerhand das Zelt auf, damit es trocknen kann - ansonsten würde alles sehr bald anfangen zu schimmeln 😳

    Nach knapp einer Stunde ist alles trocken, die Bettwäsche nun auch wieder im Zelt verstaut und wir fahren bei nun bestem Wetter weiter in das Städtchen Junee, wo wir es nicht mehr aushalten, uns die Laufschuhe anziehen und eine große Runde laufen gehen 🏃‍♀️
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  • Wagga Wagga

    27. Oktober 2024 in Australien ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir erreichen Wagga Wagga, eine dieser vielen australischen Städte mit Doppelnamen. Viele nennen es kurz „Wagga“ aber es gibt sogar Lieder darüber, dass man die manchmal lustigen Ortsnamen doch bitte immer vollständig nennt.

    🎶„You don’t call Wagga Wagga Wagga, calling Wagga Wagga Wagga is wrong“ 🎶

    Bleiben wir also bei Wagga Wagga…

    In Wagga Wagga besuchen wir Montana und ihre Familie. Montana haben wir vor 5 Jahren bei den Schaustellern kennengelernt und sind mit ihr auf diese Weise durch halb Australien gereist.
    Seit dem haben wir uns nicht mehr wiedergesehen. Die Freude ist groß, dass wir nun endlich wieder etwas Zeit miteinander verbringen können. Auch lernen wir nun Ryan kennen, ihren Verlobten.

    Für knapp eine Woche bleiben wir. Wir dürfen sogar im Haus übernachten und freuen uns auf eine tolle Matratze in einem echten Bett 😅

    Montana muss unter der Woche zwar arbeiten, aber so nutzen wir die Zeit am Wochenende halt ausgiebig. Sie zeigt uns die Stadt und die Umgebung.

    Zusammen fahren wir nach „The Rock“, etwas außerhalb von Wagga Wagga und besteigen dort den gleichnamigen Felsen. Der Aufstieg ist noch recht leicht und vom Gipfel haben wir einen tollen Blick auf die Umgebung. Für den Abstieg nehmen wir einen anderen Weg, der alles andere als befestigt ist, und so kommen wir nur langsam voran und müssen aufpassen nicht auszurutschen ⛰️ Aber der Ausflug hat sich gelohnt.

    Die Zeit unter der Woche nutzen wir für ein paar wichtige Erledigungen. Wagga Wagga ist recht groß und so gibt es alle erdenklichen Geschäfte.

    Unter anderem müssen wir unser Dachzelt in einer Filiale des 4WD Supacentres reklamieren, vor ein paar Tagen ist nämlich einer der Reißverschlüsse des Zelteinganges kaputt gegangen.
    Nach 2 Tagen bekommen wir die Nachricht, dass wir direkt ein neues Zelt bekommen können 😅

    Okay… zusammen mit der vorherigen Reise durch Australien ist es dann mittlerweile das 4. Zelt… Wir demontieren also unser grad mal 8 Monate altes Zelt bei Montana, laden es auf die Ladefläche des Pick-ups ihres Vaters und bringen es zurück zum Händler. Dort bekommen wir es gegen ein Neues ausgetauscht und nehmen es wieder mit nach Hause, um es dort wieder auf das Autodach zu montieren. Inzwischen sind wir geübt und innerhalb von 2.5 Stunden ist das neue Zelt auf dem Dach. Es sieht genau wie das vorherige Zelt aus, nur die Farben sind noch frisch und noch nicht von der australischen Sonne so sehr ausgeblichen. ☀️

    Lara nimmt auch noch einen Arztbesuch wahr und bekommt auch einen Termin beim Friseur. Das erste Mal seit Vietnam, vor etwa 9 Monaten. 💇‍♀️💈

    Am zweiten Wochenende kommt Montanas Bruder mit seiner Familie zu Besuch. Es steht etwas Arbeit auf dem Programm:
    Für eine Farm in der Umgebung kümmern sie sich einmal im Jahr um die Kastration, Markierung und Impfung von den neugeborenen Kälbern. Hierbei packt die gesamte Familie mit an. Wir würden dabei nur im Wege herumstehen und so belassen wir es bei einem kurzen Besuch, um es uns mal anzusehen. Aron hatte allerdings den Wunsch geäußert, auch eines der Kälber zu kastrieren… ✂️ Kurzerhand wird er mit eingebunden, bekommt eine Zange mit einem eingespannten Gummiband in die Hand gedrückt und geht mit den Hoden des Kalbs auf Tuchfühlung 🍳
    Kurz ertastet, wird alles Greifbare durch das geöffnete Gummiband geführt und danach mit dem Gummiband abgeklemmt. Das Kalb spürt davon kaum etwas, denn gequetscht wird am Ende nur die Haut und der Hodensack fällt nach ein paar Tagen einfach ab. Dabei muss man nur aufpassen, dass man neben und nicht hinter dem Kalb steht, denn es wird doch ganz gerne mal dabei ausgetreten.
    So wird aus dem Kalb ein Stier und kein Bulle…

    Neben Laufen besuchen wir mal wieder alle möglichen Op-Shops im Ort und finden auch den ein oder anderen Geocache. Bei einem kriecht uns direkt wieder einen Eastern Brown Snake über den Weg 🐍

    Durch die Zeitumstellung in Europa sind wir nun übrigens direkt 10 Std. voraus! ⏰ Dies wird auch erstmal so bleiben, bis wir wieder weiter westlich reisen.
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  • Livingstone Nationalpark

    30. Oktober 2024 in Australien ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach einer ganzen Woche in Wagga Wagga verabschieden wir uns wieder von Montana und verlassen die Stadt nach Süden.

    Unser Ziel ist der nahegelegene Livingstone Nationalpark. Der Park besteht aus dichtgewachsenen Wald und hat viele recht einfache 4WD Tracks in hügeligem Gelände.

    Campen ist erlaubt und kostenlos - perfekt für uns. Wir genießen zwei Nächte auf zwei unterschiedlichen Plätzen und treffen tatsächlich in der ganzen Zeit auf keine anderen Menschen. Eine willkommene Abwechslung nach der Woche in der Stadt.

    Um uns herum sind nur Kängurus, Kaninchen, Hasen, Bangaras, Echidnas und wie immer jede Menge Vögel - wir genießen die Ruhe.

    Im Zentrum des Nationalparks gibt es zwei Wanderrouten, die sich kombiniert gelaufen auf etwa 10km strecken - immerhin. Die gehen wir natürlich.

    Am letzten Tag bekommen wir tatsächlich auch wieder eine Red-Bellied Black Snake zu Gesicht, die sich entspannt auf einem Stein sonnt.
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  • Burrumbuttock

    30. Oktober 2024 in Australien ⋅ ☀️ 25 °C

    Vom Nationalpark geht es südlich heraus und über das Städtchen Holbrock, wo ein ausgedientes U-Boot der australischen Army in einem Park eigebettet wurde.

    Nun fahren wir schließlich wieder westwärts, über den Highway hinweg, durch Walla Walla hindurch bis in das kleine 150-Seelen Örtchen „Burrumbuttock“. Übersetzt lautet der Ortsname in etwa Ochsenpobacken! Sehr schön…

    Neben ein paar Geocaches gibt es hier aber auch ein kostenloses Camp, sogar mit heißen Duschen, die man für ein 2$-Stück aktivieren kann. Herrlich! Die Temperaturen fallen nachts immer noch deutlich unter die 10 Grad-Marke, so tut die heiße Dusche am Morgen erst recht gut.

    Am Abend gelingt uns endlich, was wir seit Tagen probieren: Tickets für die Fähre nach Tasmanien zu ergattern. Die Plätze für höhere Autos, über 2,10m, sind immer schnell ausverkauft. Wir haben schließlich Glück und bekommen für den nächsten Samstag eine Hinfahrt von Geelong nach Devonport, sowie Rückfahrtickets für etwa 2 Wochen später.
    Mit knapp 1.000$ ein teurer Spaß, aber Tasmanien stand immer noch ganz oben auf unserer Wunschliste 😀

    Wir haben also ein neues Ziel: Die Insel Tasmanien!
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  • Reisetag: Longwood

    31. Oktober 2024 in Australien ⋅ ☀️ 21 °C

    Da wir nun Tickets für die Fähre nach Tasmanien bekommen haben, müssen wir bis zum 02. November in Geelong, direkt neben Melbourne, sein. Die Fähre fährt direkt früh morgens.

    Von den Ochsenpobacken machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Albury, stocken unsere Vorräte auf und fahren heute noch ein ganzes Stück nach Süden.

    In Longwood darf man kostenlos an der Community Hall übernachten, was wir gern in Anspruch nehmen.

    Bei der Suche nach einem Geocache müssen wir kurz eine White Tail Spinne überreden uns Platz zu dem Geocache-Döschen zu machen. Einen zwar nur mild-giftigen, aber dennoch schmerzhaften Biss wollen wir dann lieber doch nicht riskieren 😬

    Als wir das Zelt aufbauen wollen, stellt sich uns außerdem eine freche Magpie in den Weg…
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  • Fähranleger Geelong

    2. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 6 °C

    Die letzte Etappe bis Melbourne und schließlich zum Fähranleger bringen wir gut hinter uns. Da die Fähre früh am Morgen fährt und wir bereits um 6.30h morgens zum Check-in dort sein müssen, suchen wir uns für die letzte Nacht einen halb-legalen Rastplatz nur 5km entfernt vom Hafen aus. Wir werden nicht die einzigen sein, die hier die Nacht umweit einer lauten Autobahn und Bahnstrecke verbringen. Aber wir können überraschend gut schlafen und werden nicht vom Ordnungsamt vertrieben. 👌

    In aller Frühe klingelt schließlich der Wecker und wir fahren noch im Dunkeln die letzten Meter zum Fähranleger hinüber. Es ist mit 5 Grad sehr kalt und einfach ungemütlich.

    Für Tasmanien gelten, wie für jeden australischen Bundesstaat auch, wieder eigene Regeln, was die Einfuhr insbesondere von frischen Obst und Gemüse angeht. In den letzten Tagen haben wir fleißig konsumiert und sind tatsächlich bis auf ein Bündel Knoblauch alles losgeworden. Ein fast leeres Glas Honig müssen wir leider noch abgeben. Den Knoblauch haben wir irgendwie vergessen zu deklarieren und ganz hinten in der Schublade übersehen 😇

    Unsere Gasflasche müssen wir aus Sicherheitsgründen übrigens abgeben, diese wird separat gesichert transportiert und wir können sie uns am Zielhafen wieder abholen.

    Um kurz nach 7.00h geht es endlich auf die Fähre….
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  • Überfahrt nach Tasmanien

    2. November 2024, Bass Strait ⋅ 🌬 14 °C

    Die Überfahrt nach Tasmanien dauert mit der Fähre 10.5 Stunden. Die Zeit vertreiben wir uns mit Lesen, Schlafen und unserem Dauerziel täglich IMMER 10.000 Schritte zu machen. Auch das klappt heute, dank verschiedener Decks auf denen man sich ausgiebig bewegen kann.

    Im Bordrestaurant versorgen wir uns mit einer kulinarischen Auslese von aufgebackener Tiefkühlpizza und Cheeseburgern mit Analogkäse 😬

    Kurz vor der Ankunft in Tasmanien haben wir tatsächlich noch springende Buckelwale
    gesehen 🐳 🥰
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  • Devonport

    3. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 14 °C

    Pünktlich um 19.00h ist die Fähre am Ziel und läuft in den Hafen von Devonport ein. Wir sind endlich auf Tasmanien.

    Das Entladen geht schnell und auch am Quarantäne-Checkpoint werden wir nur kurz befragt und schließlich durchgewunken. Andere haben nicht so viel Glück und müssen ihre Fahrzeuge von vorn bis hinten durchsuchen lassen. Es wird nach verbotenen Gemüse, Obst und Honig gesucht - all das darf man nicht nach Tasmanien einführen.
    Kurz vor verlassen des Geländes können wir nun auch unsere Gasflasche, die wir in Geelong abgeben mussten, wieder abholen.

    Es dämmert bereits und da wir uns für die erste Nacht nicht noch eine Schlafmöglichkeit suchen wollen, haben wir uns vorab einen Platz auf dem Campingplatz in der Nähe reserviert.

    Nach nur 5 Minuten sind wir am Ziel und bauen direkt unser Zelt auf. Wir nutzen noch die letzten Sonnenstrahlen um die Gegend zu erkunden. Der Campingplatz liegt direkt am Strand. Tatsächlich entdecken wir in der Ferne gleich mehrere Wale im Wasser 🐳

    Der Abend wird heute nicht mehr lang - wir kochen uns ein schnelles Abendessen und freuen uns aufs Bett.
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  • Notley Fern Gorge

    3. November 2024 in Australien ⋅ ☀️ 18 °C

    Unser Plan war eigentlich die Insel Tasmanien gegen den Uhrzeigersinn zu bereisen. Das Wetter auf der Westseite soll in den kommenden Tagen aber regnerisch und stürmisch werden, also entscheiden wir uns kurzerhand die Rundreise andersherum zu starten. In Devonport kaufen wir noch schnell ein paar Lebensmittel ein, insbesondere Gemüse, was ja in Tasmanien nicht eingeführt werden darf und fahren östlich raus.

    Unseren ersten Stop machen wir am Notley Fern Gorge und tauchen nach einer tollen Küstenlandschaft und beginnenden Bergen, nun direkt in einen urigen Regenwald ein. Wilde Farne sprießen überall aus dem Boden, Kletterpflanzen ranken sich an den riesigen Bäumen um die Wette und alles ist saftig grün. Ein Rundwanderweg führt uns etwa 2.5km durch ein Tal und schließlich wieder hinauf zum Parkplatz.
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  • Little Blue Lake

    3. November 2024 in Australien ⋅ 🌬 18 °C

    Das Wasser des Little Blue Lake strahlt in herrlichem Blau, so dass es die Augen blendet. Früher gab es hier eine Eisenmine.
    Das Wasser oder der Grund des Sees ist vermutlich stark kalkhaltig, daher der Farbkontrast - dies war womöglich ein Beiprodukt von der Eisenmine. Warnschilder weisen uns darauf hin, dass das Wasser giftiges Aluminium enthält - ein Bad ersparen wir uns also. Es ist ohnehin viel zu kalt.

    Für die Nacht finden wir in der Nähe ein verstecktes Camp an einem Fluss. Die Zufahrt ist steil und ausgewaschen - für unser Auto aber kein Problem.

    Die Nacht soll sehr kalt werden, es geht auf 5 Grad herunter. Zum Glück haben wir Handschuhe und zusätzliche Decken dabei.
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  • Bay of Fire

    4. November 2024 in Australien ⋅ ☀️ 17 °C

    Am Morgen geht es weiter an die Ostküste und zur Bay of Fire. Die Bay of Fire ist ein Küstenabschnitt mit schönen Stränden, glasklarem Wasser und eigenartig orange-leuchtenden Felsen. Es ist schön anzusehen, wir hätten aber irgendwie etwas mehr erwartet.Weiterlesen

  • Freycinet Nationalpark

    4. November 2024 in Australien ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir fahren heute noch ein großes Stück weiter nach Süden bis in den Freycinet Nationalpark.

    Der Nationalpark liegt auf einer malerisch schönen Halbinsel, die mit ihren Bergen und Wäldern, die bis an den Strand herunter gewachsen sind, zu Wanderungen einlädt.

    Wir machen uns auf dem Weg zum Ausguck auf die Wineglass Bay, der wohl schönsten Bucht hier im Nationalpark. Im Anschluss geht es herunter an den Strand, wobei wir knapp 1000 Treppenstufen und mehrere hundert Höhenmeter zu bewältigen haben. Auf dem Weg sehen wir gleich mehrere Pademelons, eine hier heimische Känguruart. Der Rückweg führt über den gleichen Berg und ist sehr anstrengend. Trotz des sehr milden Wetters kommen wir ordentlich ins Schwitzen.

    Für die Nacht haben wir uns auf dem Hinweg in den Nationalpark bereits ein verstecktes Camp unter einer Brücke angesehen. Wir haben Glück und der Platz nach Rückfahrt noch frei. Um nicht gesehen zu werden, stehen wir auch direkt unter der Brücke. Wäre unser Auto noch 5cm höher, dann hätte es mit dem Dachzelt nicht mehr gepasst 😬

    In der Nacht werden wir von einem Possum geweckt, was sich lautstark um unser Zelt herum getummelt hat.
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  • Tasman Nationalpark

    5. November 2024 in Australien ⋅ ☀️ 16 °C

    Über Swansea, wo wir unsere Frühstückspause einlegen und bei einem Spaziergang am Strand einen Geocache finden, fahren wir der Küste entlang bis Dunalley. Hier ist der Übergang zur Tasman Halbinsel und dem gleichnamigen Nationalpark, den wir uns im nördlichen Bereich ansehen.

    Uns erwarten atemberaubende Ausblicke an den Steilküsten und interessante Felsformationen, wie dem Tasman Arch.

    Für die Nacht fahren wir bis Port Arthur im südlichen Teil der Halbinsel, wo wir uns einen Platz direkt vor den Toren der ehemaligen Strafanstalt auf einem Campingplatz reserviert haben. Der Platz ist toll gelegen und sehr schön, aber die Ausstattung ist sehr rustikal, selbst für australische Verhältnisse 😅 Wir haben nichts gegen ein Plumpsklo, aber nicht für 40 Dollar die Nacht…
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  • Port Arthur Historical Site

    6. November 2024 in Australien ⋅ 🌬 18 °C

    Am nächsten Morgen stehen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf, denn wir möchten so früh wie möglich ins Freilichtmuseum der ehemaligen Strafanstalt „Port Arthur“, um dort so viel Zeit wie möglich zu verbringen.

    Die übliche morgendliche Bewegungsrunde 🏃‍♂️🏃‍♀️ mit anschließender rustikaler Dusche ist vorher noch schnell erledigt.

    Kurz nachdem das Freilichtmuseum seine Tore geöffnet hat, sind wir da. Es ist noch ein wenig frisch, aber die Sonne scheint und es sind noch nicht viele Menschen dort.
    Mit knapp 96AUD Eintritt für zwei Erwachsene, ist das Museum nicht gerade günstig, aber jeden Cent wert.

    Das Gelände der ehemaligen Strafanstalt mit angrenzender Siedlung für das Personal, welche im Jahre 1830 erbaut wurde, ist riesig und die Ruinen der verschiedenen Gebäude über das gesamte Areal verteilt. Man kann hier den ganzen Tag verbringen, denn es gibt so viel zu entdecken.

    Port Arthur war 1996 leider auch Schauplatz eines Amoklaufes, bei dem 35 Menschen ihr Leben verloren und weitere 19 verletzt wurden. Derer ist hier auch ein Denkmal gewidmet.

    Früher standen in Port Arthur noch viel mehr Bauten, welche aber zum Teil nach der Schließung der Strafanstalt im Jahre 1877 entweder verkauft und abgerissen wurden, oder fatalen Buschfeuern zum Opfer fielen.

    Die Ruinen sind sehr gut auf Informationstafeln beschrieben, teilweise restauriert und können sicher betreten werden. Beispielsweise bekommt man eine Idee von dem beklemmenden Gefühl der einstigen Gefangenen, wenn man die kleinen Zellen betritt und kurz dort ausharrt.

    Port Arthur galt als das Gefängnis für die Schlimmsten der schlimmen Verbrecher aus Europa, vornehmlich der Kolonialmacht England. Allerdings wurden Menschen damals schon bereits für den Diebstahl eines Laibes Brot oder Früchten verurteilt und in die Kolonien Englands, unter anderem Australien, transportiert.

    Viele Australier haben heute Wurzeln von ehemaligen Strafgefangenen.

    Port Arthur war aber nicht nur ein reines Gefängnis. Die Insassen bekamen damals auch schon die Möglichkeit zu arbeiten, je nach dem worin die Talente lagen. Es wurden unter anderem Schiffe von denjenigen gebaut, die handwerkliches Geschick besaßen oder wenn eine Frau gut kochen und waschen konnte, wurde sie als Dienerin entweder bei den Kommandanten oder Militärpersonal in deren Wohnhäusern eingesetzt.

    Haben sich Insassen widersetzt, Lebensmittel oder andere Dinge geschmuggelt oder haben versucht zu fliehen, wurden sie hart, mit mehr Arbeit oder gar Auspeitschen bestraft.
    Dennoch waren die Hygiene, die Krankenversorgung und die Verpflegung über dem damaligen Standard.

    Zwischendurch fahren wir mit einem Schiff kurz auf die Carnavon Bay hinaus, um aus der Ferne die „Isle of Dead“ und das separate Gefängnis für Jungs zu betrachten. Leider gehen wir nicht an Land, denn das ist nur mit einer Tour für 30AUD mehr pro Person möglich. Das war uns dann insgesamt doch ein wenig zu teuer.

    Trotzdem wird uns zur Insel und zum Jungengefängnis einiges erzählt:
    Auf der Insel sind Zivilisten, Militärangehörige aus der Siedlung und Insassen begraben, die damals während der Zeit von 1833-1877 dort gestorben sind. Insgesamt liegen dort 1100 Menschen zur Ruhe. Anfangs bekamen nur die Zivilisten und Militärangehörige einen Grabstein, denn Gefängnisinsassen sollten anonym bleiben. Sie waren durch ihre Straftat nicht mehr würdig. Im Laufe der Jahre änderte sich aber die Sichtweise und so bekamen auch die Insassen einen Grabstein.
    Die Friedhöfe sind voneinander getrennt und liegen auf zwei Plateaus verteilt. Oben die Zivilisten und Militärangehörige und unten die Gefängnisinsassen.
    Die jugendlichen Straftäter, welche zwischen 9 und 17 Jahren alt waren, wurden im separaten Gefängnis untergebracht, um sie nicht dem vermeintlich schlechtem Einfluss der erwachsenen Straftäter auszusetzen.

    Nach viereinhalb Stunden im Freilichtmuseum raucht uns von den vielen Eindrücken ganz schön der Kopf, wie euch wahrscheinlich jetzt auch.

    Und so beschließen wir Port Arthur hinter uns zu lassen und machen uns auf den Weg nach Hobart, um Ricky und Sandy wiederzusehen, die wir bis fast auf den Tag genau vor 5 Jahren hier in Australien kennengelernt haben.

    Wir werden bereits sehnsüchtig erwartet…
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  • Bei den Tasmaniern

    7. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 20 °C

    Kaum haben wir unseren Patrol bei Ricky und Sandy auf dem Hof abgestellt, werden wir mit offenen Armen empfangen. Ricky steht draußen, begrüßt uns breit lachend und typisch herzlich australisch mit „Hey Mate, good to see you’s!“.
    Er und Sandy wohnen malerisch schön auf einem Berg mit einer wahnsinnig tollen Aussicht.
    Der nächste Nachbar wohnt weit genug weg, sodass man sich gegenseitig nicht auf die Nerven gehen kann. Jeder hat viel Grundstück um sich herum.

    Es fühlt sich gar nicht so an, als wären 5 Jahre vergangen. Wir Vier plappern einfach los, so als wenn es gestern gewesen wäre, als ob sich unsere Wege auf einem Freecamp an der Great Ocean Road 2019 erst gekreuzt und dann wieder getrennt hätten.

    Hier der Footprint von damals:
    https://findpenguins.com/1sehxvcmaxpnt/footprin…

    Auch die beiden Haustiere, ein Hund namens Mr. Murphy und der Kater Mr. Gibbs, schließen uns gleich in ihr Herz und weichen uns kaum noch von der Seite.

    Erst Stunden, ein paar Gläser Wein und ein leckeres australisches Barbecue später - draußen ist es bereits stockfinster und wir können alle kaum noch die Augen offen halten - fallen wir alle müde und nicht mehr ganz nüchtern ins Bett.

    Wir bleiben gleich zwei Nächte bei den Beiden und haben sogar ein eigenes Schlafzimmer im Haus. Wir freuen uns sehr über ein richtiges, kuscheliges Bett.

    Von ihrem Haus aus ist es nicht weit bis nach Hobart und so nutzen wir die Zeit uns die Stadt anzuschauen.

    Wir besichtigen unter anderem die „Cascades Female Factory“, die Ruinen eines ehemaligen Frauengefängnisses, in dem zwischen 1803 bis 1853 über 13000 Frauen in unmenschlichen Verhältnissen inhaftiert waren. Anschließend spazieren wir ein bisschen kreuz und quer durch die Stadt und am Hafen vorbei, finden am Ausguck noch einen Geocache, bevor wir schließlich wieder zu Ricky und Sandy zurückkehren.

    Leider vergeht die Zeit immer viel zu schnell, wenn man tolle Menschen um sich hat und so müssen wir nach zwei unvergesslichen Tagen wieder Abschied nehmen. Dennoch wissen wir, dass es irgendwann bestimmt ein Wiedersehen geben wird. „See you soon guys!“
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  • Mount Field Nationalpark

    8. November 2024 in Australien ⋅ 🌬 9 °C

    Unser Weg führt uns nordwestlich aus Hobart raus.

    Die enge Straße windet sich durch dicht bewaldete Hügel und es wird immer bergiger.
    Unser Patrol hat ganz schön zu arbeiten, aber schlägt sich tapfer. Die tasmanischen Berge hätten wir niemals geschafft, wenn wir den Radiator vor ein paar Wochen nicht getauscht hätten.

    Der Himmel zieht sich immer mehr zu und bald darauf fängt es an wie aus Eimern zu gießen.

    Unser Ziel heute ist der Mount Field Nationalpark. Er zeichnet sich durch eine besondere Vegetationsvielfalt aus. Aufgrund seiner Höhenlage gibt es neben kühlem Regenwald mit bis zu 400 Jahre alten Bäumen, auch alpine Regionen, in denen es oft schneit.

    Als wir am Campingplatz des Nationalparks ankommen, suchen wir uns zuerst einen Spot aus, bevor wir an der unbemannten Registrierstation bezahlen. Das kennen wir schon aus den USA. Man kommt an, sucht sich einen Platz aus, registriert sich und bezahlt, indem das Geld in einen Umschlag gepackt wird und wie ein Brief in einen verschlossenen Kasten gesteckt wird. Den Abschnitt vom Umschlag legt man dann sichtbar ins Auto oder wie hier,
    in eine Klarsichthülle an einem Pfahl direkt am Campingplatz.

    Da das Wetter sehr unbeständig ist, verzichten wir darauf das Zelt sofort aufzubauen und schnüren erstmal die Wanderschuhe. Es ist ziemlich kühl und nass.

    Dick eingepackt machen wir uns auf den Weg durch den dicht bewachsenen Regenwald. Überall tropft es von den Bäumen und ab und zu blitzt die Sonne ein wenig durch. Umgefallene Bäume sind dick mit Moos bewachsen und es riecht moorig.

    Wir kommen an mehreren Wasserfällen vorbei, unter anderem den Russell Falls, der sich über zwei Ebenen in den Fluss ergießt. Anschließend führt uns der Wanderweg mal über Holztreppen (Achtung: rutschig!), mal über steinige oder matschige Wege auf und ab durch den Regenwald. Zwischendurch regnet es wieder in Strömen.

    Die gesamte Wanderung erstreckt sich über 7,5km und wir werden nass bis auf die Knochen.

    Die Bemühungen, hinterher die Kleidung zu trocknen, schlagen fast fehl, denn der Regen lässt kaum nach und die Sonne schafft es nicht durch die Wolken und hohen Bäume hindurch.
    So bauen wir das Zelt erst dementsprechend spät auf. Nachts regnet es zwar nicht mehr, aber die Feuchtigkeit legt sich komplett über das ganze Zelt, sodass es letztlich triefend nass ist.

    Das sind diese Momente beim Campen, die ein bisschen nerven können, aber so ist es eben. Man kommt morgens eben nicht so schnell los und es dauert bis das Zelt trocken genug ist, um es einzupacken.

    Bevor wir jedoch aufbrechen, kaufen wir uns am Visitorcenter für insgesamt 4 AUD zwei Tokens für die heiße Dusche und harren dort kurz am knisternden Kamin aus. Bei den Temperaturen genau das Richtige.
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  • Lake St. Clair

    9. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute werden wir den ganzen Tag unterwegs sein und knapp 260km hinter uns bringen.
    Das Wetter ist anfangs trocken und die Sonne schafft es ein wenig durch die Wolkendecke hindurch.

    Am Lake St. Clair oder „Leeawuleena“ in Aboriginalsprache, dem südlichen Teil des Cradle Mountain Nationalparks, legen wir für eine kleine Wanderung um den See einen Zwischenstopp ein.

    Der Lake St. Clair ist mit 167m der tiefste See Australiens und hat sich einst aus schmelzenden Gletschern gebildet.

    Von hier aus kann man den berühmten „Overlandtrack“ wandern. Einem 65km langen, alpinen Wanderweg, der bis zum Cradle Mountain im nördlichen Teil des Nationalparks führt. (Dort werden wir in ein paar Tagen sein) Dies ist nur in mehrtägigen Etappen und mit entsprechender Ausrüstung zu bewältigen.

    Von Visitorcenter aus wandern wir heute nur 5km am See entlang, vorbei an blühenden Büschen über den Cuvier River bis hin zur Platypus Bay. Leider lässt sich keines der sonderbaren, aber niedlichen Tiere blicken.
    Ein Platypus ist eine Mischung aus Biber, Ente und hat Giftstachel 😅.

    Mittlerweile regnet es auch wieder ganz ordentlich und wir können es kaum erwarten wieder am Auto anzukommen.
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  • Strahan

    9. November 2024 in Australien ⋅ 🌬 12 °C

    Wir fahren weiter Richtung Westen über sich durch die Berge schlängelnde Straßen. Die Sonne wechselt sich weiter mit Regen ab, was einiges an Konzentration erfordert.
    Auch wenn die Entfernungen auf Tasmanien nicht so groß sind, kommt man durch die vielen Berge und teils schlechten Straßenbedingungen nur langsam voran.

    Kurz vor Queenstown, einer durch Bergbau geprägten kleinen Stadt, fahren wir über eine in den Berg gebaute Straße. Zwischendurch können wir tief in die Schluchten neben uns blicken. Wir entdecken dabei einen tief fallenden Wasserfall in der Ferne.

    Nun dauert es nicht mehr lange, bis wir die Westküste bei Strahan erreichen. Dabei geht es konstant bergab. Die Straße schlängelt sich immer weiterhin entlang des Berghanges.

    Außerhalb der Stadt finden wir ein kleines verstecktes Freecamp direkt an der Küste mitten in den Bäumen. Hierfür müssen wir durch dichtes Gestrüpp einen nur selten befahrenen ausgewaschenen Track nehmen, für unser Auto kein Problem.

    Der Tag war heute ganz schön anstrengend und wir freuen uns nur noch auf eine erholsame Nacht.
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  • Henty Dunes

    10. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 12 °C

    Nach einer wieder mal feuchten Nacht, müssen wir zunächst unser Zelt trocken bekommen, bevor wir weiter fahren können.
    Die Fenster und den Eingang des Zeltes komplett aufmachen, das Auto mit dem offenen Zelt auf dem Dach immer wieder neu in der Sonne platzieren, damit die Feuchtigkeit weg dampfen kann und manchmal sogar noch mit Tüchern nachwischen.
    The same procedure as every time…

    So weit, so gut.

    Wir verlassen unser verstecktes Camp wieder über den holprigen Waldweg und fahren weiter nordwärts an der Küste entlang.
    Wir kommen an den Henty Dunes vorbei, einer 30m hohen Wanderdüne, die sich mehrere Kilometer ins Land und über 15km an der Küste lang erstreckt.
    Der helle Sand oben auf der Düne ist schön fest und blendet uns regelrecht. Neben einem Geocache entdecken wir sogar Spuren es tasmanischen Teufels, Aber leider können wir dieses Beuteltier heute nicht erspähen.
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  • Spray Tunnel

    10. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 13 °C

    In Zeehan machen wir etwas außerhalb des Städtchens Halt und machen einen Spaziergang durch den dicht bewachsenen Wald.

    Abel Tasman sichtete diesen Teil der Insel im Jahre 1642 und so hat diese Region die am weitesten zurückreichende Geschichte Tasmaniens. Es entstand ein Hafen und der Bevölkerungszuwachs boomte in den 1880er Jahren durch die Entdeckung von Silber und Blei in den angrenzenden bewaldeten Bergen. Die wertvollen Rohstoffe wurden mithilfe von Zügen abtransportiert.

    Die alten Minen sind heutzutage nicht mehr in Betrieb und es sind nur noch ein paar alte überwucherte Grundmauern der Gebäude zu sehen, aber der hundert Meter lange Eisenbahntunnel der alten „Spray Mine“, kann noch besichtigt werden. Verschiedene Farne wachsen langsam um die Tunnelöffnungen herum und es wirkt ziemlich urig.
    Kurz bevor wir zurück zum Auto gehen, finden wir wieder einen Geocache, welchen wir noch schnell mitnehmen.

    Wieder am Auto angekommen, fahren wir weiter Richtung Nordosten.
    Unser Patrol arbeitet sich tapfer weitere 90km die dicht bewachsenen Berge Tasmaniens hinauf, bis wir ein schön gelegenes, ruhiges Freecamp vor den Toren des Cradle Mountain Nationalparks finden und direkt unser Lager für die Nacht aufschlagen.

    Wir befinden uns schon auf knapp 1000m Höhe und die kommende Nacht wird mit 3 Grad Außentemperatur ziemlich kalt werden.

    Heute werden wir früh schlafen gehen, denn wir haben morgen einiges vor…
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  • Cradle Mountain Nationalpark

    11. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 7 °C

    Unser Wecker klingelt gegen 5 Uhr. Noch ist es dunkel und nasskalt. Während Aron draußen den Kaffee vorbereitet, macht Lara das Zelt von innen soweit fertig.
    Das Zelt ist durch die Feuchtigkeit wieder mal komplett nass. Aber heute haben wir keine Zeit das Zelt von alleine trocknen zu lassen. So packen wir kurzerhand das Bettzeug ins Auto, damit es nicht vom Zusammenklappen nass wird und wischen die Außenseite des Zeltes, so gut es eben geht, trocken.

    Wir fahren dem Sonnenaufgang entgegen, denn wir möchten mit den Ersten im Cradle Mountain Nationalpark sein.
    Die Einfahrt in den Park mit dem eigenen Auto ist nur bis 8 Uhr morgens möglich. Die einspurige Straße ist sehr eng und die Parkplätze sind begrenzt. Man kann sich für 15AUD pro Person ein Shuttleticket kaufen, womit man sich zwischen 9 und 17.30 Uhr hin und her fahren lassen kann. Das passt zeitlich nicht in unser Vorhaben, denn wir möchten heute zum Gipfel des Cradle Mountain wandern. Die Wanderung ist mit über 12km Länge, 600 Höhenmetern und einer Dauer von bis zu 8 Stunden als sehr schwierig eingestuft.

    Als wir unser Auto am Dove Lake abstellen, steht neben uns nur ein einziges anderes Fahrzeug. Insgesamt gibt es hier auch nur 9 Parkplätze!

    Nachdem wir schnell gefrühstückt haben, werden die Rucksäcke geschultert und los geht’s.

    Zunächst wandern wir am noch bewaldeten Ufer des Dove Lake vorbei bis zu den nächsten kleineren Seen, dem Lake Lilla und Wombat Pool. Noch ist der Weg leicht und größtenteils befestigt. Es geht noch kaum bergauf.

    Allmählich beginnt der erste steinige Anstieg und wir lassen innerhalb der nächsten anderthalb Kilometer über 230 Höhenmeter hinter uns.

    Wir sind nun am Marions Lookout angekommen und haben einen wahnsinnig tollen Rundblick auf die Seen um uns herum. Hier stehen keine Bäume mehr, sondern nur noch karge Büsche und kissenartige moosige Pflanzen. Hier halten wir kurz inne.

    Anschließend führt uns der Weg über einen Bergkamm bis vor die Füße des eigentlichen Berges. Teilweise wurde ein Boardwalk aus Brettern über die moosige Vegetation gebaut, um die Pflanzen zu schützen.
    Diese Gewächse kommen mit der lebensfeindlichen Umgebung und den sich schnell ändernden Wetterbedingungen sehr gut klar, aber sie sind sehr empfindlich, wenn über sie gelaufen wird. Sie brauchen fast 30 Jahre, um sich nach nur einem einzigen Fußabdruck wieder vollständig zu regenerieren.

    Vor dem letzten Aufstieg, auf bereits 1.200 Höhenmetern, machen wir eine kurze Pause an der Kitchen Hut. Das ist eine alte Hütte, die Wanderern bei den sich schnell wechselnden Wetterbedingungen Zuflucht bietet. Dort kreuzt auch wieder der Overlandtrack, den wir zuvor am Lake St. Clair gesehen haben.

    Wir wandern weiter, den Blick immer auf den Gipfel gerichtet. Es wird Stück für Stück immer steiler. Aus dem hölzernen Boardwalk wird zunächst ein steiniger Weg, der bald von wirr durcheinander liegenden Felsen abgelöst wird. Der Weg ist nur noch durch Pfähle markiert, die mit Abstand zwischen die Steine angebracht sind.

    Wir müssen klettern, uns hochziehen oder durch engere Passagen zwängen und manchmal sogar von Fels zu Fels springen und uns auf dem Hintern rutschend auf den nächsten Vorsprung vorarbeiten. Der Abgrund ist aber niemals direkt neben uns. Ein eisiger Wind weht uns die ganze Zeit um die Ohren.

    Uns begegnen zwei andere Wanderer, die wir überholen. Von den Beiden erfahren wir, dass nur ein anderes Paar noch vor uns ist. Das bedeutet, wir sind für heute die Zweiten auf dem Gipfel.
    Es sind nur noch 400m bis zum Ziel.

    Als wir die letzten Meter bis auf das kleine Plateau erklimmen, nass geschwitzt von allen Anstrengungen, werden wir mit einer atemberaubenden 360 Grad Aussicht belohnt. Die Luft ist kalt und klar und die Sonne scheint uns warm ins Gesicht.
    Für einen Moment halten wir inne und lassen alles auf uns wirken: wir haben es nach nur drei Stunden geschafft!

    Hier essen und trinken wir etwas und tanken wieder Kraft für den bevorstehenden Abstieg.

    Der Weg sieht beim Hinunterklettern völlig anders aus, ist aber gut zu bewältigen.
    Jedoch geht das stetige Abfedern allmählich in die Knie und wir spüren mittlerweile jeden Stein unter den Schuhen.

    Kurz vor der Kitchen Hut biegen wir rechts ab und wandern abwechselnd über den Boardwalk und steinigen Weg am felsigen Vorsprung entlang.

    Je tiefer wir kommen, desto üppiger wird wieder die Vegetation. Plötzlich hört Aron ein Rascheln im Abhang neben uns. Wir bleiben stehen und versuchen im Dickicht etwas zu erkennen. Keine zwei Sekunden später ruft er: „Eine Schlange - auf Augenhöhe -Weg da, schnell!!!“ Lara springt an ihm vorbei und Aron kann sie gerade noch mit seinem Handy filmen, bevor sie seelenruhig im dichten Dickicht verschwindet.
    Wir hatten soeben eine Begegnung mit einer Tigersnake auf Augenhöhe nur knapp 40cm neben uns! Diese Schlangenart ist zwar tödlich giftig und somit nicht ungefährlich, aber glücklicherweise nicht sehr angriffslustig.

    Den Schreck noch in den Knochen, machen wir uns weiter auf den Rückweg. Jedes noch so kleine Geräusch lässt uns nun nervös umherblicken. Diesmal sind es aber nur kleine Geckos, die vor uns im Gebüsch verschwinden und einmal ein Echidna.

    Die letzten zwei Kilometer gehen wir endlich wieder über flachen Untergrund um den Dove Lake herum bis zum Auto.

    Wir waren heute insgesamt 6 Stunden und 14km unterwegs, zwei Stunden schneller als eigentlich anberaumt ist. Wir sind glücklich, total müde und werden morgen bestimmt jeden Muskel und Knochen spüren. Aber das war es wert!

    Für die Nacht fahren wir wieder die 10km aus dem Park heraus, in das selbe Freecamp wie letzte Nacht.
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  • Cradle Mountain Tag II

    12. November 2024 in Australien ⋅ ☁️ 16 °C

    Jeder einzelne Schritt schmerzt…zumindest ein bisschen.
    Wir haben letzte Nacht tief und fest geschlafen, denn die Wanderung vom Vortag auf den Gipfel des Cradle Mountain hat uns ganz schön geschlaucht. Und weil wir zu müde waren uns einen neuen Schlafplatz zu suchen, sind wir einfach nochmal zum selben Spot gefahren wie die Nacht davor.

    Heute lassen wir es langsamer angehen. Wir haben etwas länger geschlafen und sind nicht in Eile, sodass das Zelt ganz von alleine trocknen kann. Die Sonne hilft uns dabei.

    Dennoch sind wir wieder früh unterwegs und machen nochmal einen Abstecher zum Cradle Mountain Nationalpark.

    Diesmal parken wir unser Auto aber zentral und beschließen von dort aus noch eine kurze Runde am Dove Canyon zu wandern. Der Weg ist anfangs noch recht flach, bringt uns aber bald durch den knorrigen Wald immer tiefer hinunter. Kurz darauf sind wir oberhalb der Schlucht des Dove Canyon angekommen. Lautes Rauschen des Flusses ist zu hören. Ein vorsichtiger Blick über die Kante lässt uns den Magen umdrehen. Hier geht es wirklich steil runter. Nur eine kleine Absperrung trennt uns vom Abgrund.
    Es geht weiter flussaufwärts an den Klippen und zwei Wasserfällen vorbei, bis es immer flacher wird. Kurz bevor wir wieder am Auto sind, läuft uns noch ein wildes Wombat über den Weg. Es lässt sich von uns nicht stören, während wir ihn für ein paar Minuten beobachten. Ein Funfact zum Wombat: der Kot ist würfelförmig.

    Wir sind jetzt schon einige Tage hier auf Tasmanien und haben leider noch keinen einzigen Tasmanischen Teufel gesehen. Es ist auch wirklich nicht so einfach.
    Gut, dass es hier im Nationalpark ein Sanctuary gibt, in dem verwundete Beuteltiere aufgepäppelt werden, bevor sie wieder ausgewildert werden. Hier werden zurzeit neben Tasmanischen Teufeln auch Quolls und ein Wombat betreut.

    Ein Besuch im Sanctuary kostet 25AUD pro Person und kommt zu 100% den Tieren zugute. Wir müssen nicht zweimal überlegen und legen hier noch einen kleinen Zwischenstopp ein, bevor wir den Nationalpark verlassen.

    Zum ersten Mal sehen wir Tasmanische Teufel mit eigenen Augen direkt aus der Nähe. Auch wenn sie alles andere als Schmusetiere sind, sind sie einfach nur knuffig anzusehen.

    -Tasmanische Teufel-
    Diese nachtaktiven Beuteltiere sind Aasfresser und können ihr Maul bis zu 80 Grad weit aufreißen. Er ist nur so groß wie ein kleiner Hund, hat aber die stärkste Beißkraft der Welt. Knochen zu zerbeißen, ist für ihn kein Problem. Von seiner Beute, vornehmlich Aas, bleibt in der Regel nichts über. Es kommt wohl auch öfters vor, das Tasmanische Teufel im Bauch ihrer Aas-Beute übernachten, damit sie nach den Schlafen direkt weiterfressen können.

    Das Brüllen des Tasmanischen Teufels ist eine Mischung aus fauchendem Schrei und Grunzen und klingt gruselig. Die Drohgebärde dazu gleicht einem lautlosen Gähnen bei dem alle Zähne gezeigt werden. Kein Wunder also, das die ersten Siedler sie damals für Teufel hielten.

    Leider werden sie oft von Autos überfahren, weil sie sich auf der Straße herumtreiben, auf denen es genug Roadkill zu für sie zu fressen gibt. Da sie durch Jagen und mehrere Epidemien in den letzten Jahrhunderten beinahe komplett ausgestorben wären, erholt sich der Bestand nun langsam wieder, was unter anderem der Forschung und der Arbeit dieser Sanctuarys zu verdanken ist.

    -Quolls-
    Quolls sind katzengroße, nachtaktive Beutelmarder und jagen sehr geschickt in Bäumen nach kleinen Vögeln.
    Diese Geschöpfe haben je nach Art entweder ein camelfarbenes oder schwarzes Fell, welches am Rücken bis zum Schwanz Weiß gepunktet sein kann. Die einzigartigen Tiere sind einfach nur niedlich anzusehen.
    Es gibt insgesamt sechs verschiedene Arten dieser Beutelmarder, wovon vier als gefährdet eingestuft sind. Auch hier trägt der Mensch durch seine eigene Besiedlung, die Einschleppung nicht-endemischer Tiere, sowie die intensive Jagd auf Quolls Schuld.

    Auch wenn es uns schwer fällt, müssen wir langsam aufbrechen. Unser Aufenthalt auf Tasmanien neigt sich langsam dem Ende entgegen, sodass wir uns auf den Rückweg nach Devonport machen müssen.
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  • Übernachtung am Lake Barrington

    12. November 2024 in Australien ⋅ ☀️ 15 °C

    Wir lassen das Sancutary und den Cradle Mountain Nationalpark hinter uns und fahren noch knapp eine Stunde durch das Landesinnere zu unserem nächsten Schlafplatz am Lake Barrington. Die extreme Höhe des Parks lassen wir nun auch hinter uns und es wird endlich wieder wärmer 😃

    Es ist das einzige Freecamp mit Toilette im weiteren Umkreis von Devonport und auch dem Fähranleger, bei dem man auch ohne Abwassertank stehen darf. Tasmanien kontrolliert eben sehr strikt und wir wollen nicht weggeschickt werden, nur weil wir am falschen Platz stehen.

    Unsere Befürchtungen, dass der Platz von lauten Backpackern eingenommen wird, treffen diesmal nicht zu. Mit uns stehen nur drei andere Fahrzeuge dort und allesamt sind ruhig.

    Das Einzige was uns nachts wach werden lässt, ist eine unerwartete Regenschauer, die unseren Plan, morgens früh loszukommen, mal wieder zunichte macht. Aber die Fähre ist zum Glück erst für den nächsten Morgen gebucht.

    Leider lässt sich die Sonne auch am Morgen überhaupt nicht mehr blicken, es sieht sogar nach noch mehr Regen aus, sodass wir das Zelt nass einpacken müssen. Glücklicherweise soll die Wolkendecke später noch komplett aufreißen und die Sonne wird alles gut durchtrocknen.
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  • Überfahrt auf das Festland

    14. November 2024 in Australien ⋅ 🌙 8 °C

    Für die letzte Nacht, bevor wir die Fähre zurück auf das australische Festland nehmen, suchen wir uns einen „echten“ Campingplatz in der unmittelbaren Umgebung von Devonport.

    Der Campingplatz ist ruhig gelegen, kaum besucht und hat die am besten ausgestattete Campküche, die wir je gesehen haben. Und es ist sauber! Was will man mehr?

    Als erstes wird nun erst einmal das Zelt wieder aufgeklappt und in der jetzt endlich prallen Sonne durchgetrocknet.

    Das Wetter ist mittlerweile tatsächlich so gut, dass wir die Wanderschuhe gegen die Laufschuhe tauschen und eine kleine Runde laufen gehen. Die Chance mit einer schön sauberen Dusche hinterher muss man einfach ausnutzen.

    Am kleinen See direkt neben dem Caravanpark erspähen wir abends noch einen Platypus, der immer wieder abtaucht um zu jagen. Ein Platypus ist ein sonderbares Tier, nicht ganz Biber, nicht ganz Ente und dafür mit Giftstachel an der Kloake. Zu Deutsch einfach: Schnabeltier.

    Wir freuen uns vor allem über die Möglichkeit die Waschmaschine, nebst Trockner zu nutzen. Bei dem feuchtkalten Wetter in der letzten Woche konnten wir leider keine Wäsche waschen, so wie wir es gewohnt sind.

    In der tollen Campküche gibt es außerdem einen großen Gefrierschrank, in dem wir uns einige Wasserflaschen einfrieren. Diese kommen dann bei uns in den Kühlschrank. Die Fähre startet wieder früh am Morgen und während der 10.5 stündigen Überfahrt bekommt unsere Solarpaneele im Bauch des Schiffes keinerlei Sonne ab. Das gefrorene Wasser unterstützt also den Kühlschrank auf Temperatur zu bleiben und schont unsere Batterien während der Überfährt. 🚢

    Nachdem wir noch in der großen Campküche unser Abendessen gekocht und das Essen für die Fährfahrt vorbereitet haben, fallen wir nur noch hundemüde ins Bett.

    Die Nacht wird kurz, denn um 4.30 Uhr klingelt der Wecker und nach einer heißen Dusche und einem Kaffee, geht es los Richtung Fähranleger.

    Aber Stop: Wie immer ist das Zelt noch klammnass und wir trocknen und wischen mit Tüchern so gut es geht nach. Aron klettert aufs Autodach…

    Am Fähranleger geht es nach dem Einchecken kurz in die Wartespur und wir dürfen in den Bauch der Spirit of Tasmania fahren.
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