• Landcruisers Horizon
  • Landcruisers Horizon

Ausfahrt Amerika

~ 150.000km
Halifax (Kanada) bis Ushuaia (Argentinien) und wieder zurück ... war der Plan
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  • Sucre

    11.–13. Okt. 2024 in Bolivien ⋅ ☀️ 23 °C

    Sucre - die Hauptstadt Boliviens - ist eine Stadt wie aus Zucker: Die Häuser sind weiß gestrichen, die Verlockungen an jeder Straßenecke zu finden, egal ob der Sinn nach Eis, Schokolade, frisch gepresstem Saft oder Essen, von erlesen bis deftig, steht. In kleinen Läden verkaufen geschäftstüchtige Händler alles von chinesischem Schnickschnack bis hochwertigen (?) Alpakapullovern. Die Straßen sind voller einheimischer Touristen, die es sich gut gehen lassen. Wir lassen uns treiben, besichtigen ein Museum für traditionelle Webkunst und genießen.
    Vor den Toren der Stadt liegt eine Zementfabrik, deren Gesteinsabtragung viele Dinosaurierspuren freigelegt hat ... hier schauen wir auch noch vorbei, bevor wir weiter nach Uyuni fahren: Dort erwartet uns eins der Highlights jeder Bolivienreise!
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  • Mos Eisley

    14.–15. Okt. 2024 in Bolivien ⋅ ☀️ 17 °C

    Sand und Staub fegen durch die Straßen. Blumen oder gar Bäume fehlen vollends. Tagsüber wird es warm, aber nachts weht ein schneidend kalter Wind. Vermummte Gestalten huschen vorbei. "Mos Eisley Raumhafen, nirgendwo wirst du mehr Abschaum und Verkommenheit versammelt finden als hier.", bemerkte Obi-Wan Kinobi. Abschaum des Universums? Obi-Wan Kinobi? - Stopp! Falsche Geschichte! -
    Doch die Ortsbeschreibung könnte dieselbe sein. Uyuni glänzt mit Staub und einem vor sich hin rottenden Lokomotivfriedhof. Mehr ist zu dem Ort nicht zu sagen.
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  • Salar de Uyuni

    15.–16. Okt. 2024 in Bolivien ⋅ 🌙 11 °C

    Mehr als 10000km² Fläche, auf über 3600Hm - das ist die größte Salzwüste der Welt! Das ursprünglich vorhandene Meer ist in einem Zeitraum von ca 20000 Jahren ausgetrocknet. Zurück blieb die Salzpfanne, deren Dicke von wenigen Zentimetern bis mehreren Metern reicht. Darunter befindet sich lithiumreicher Salzschlamm.
    Wir sind mit drei Wagen unterwegs, Ralph hat die Strecke ausgearbeitet, so dass Jörg und ich davon ausgehen, dass er voran fährt, aber weit gefehlt: Er teilt uns die Koordinaten der Ziele mit und lässt Jörg und später dann mich navigieren. Das ist nicht so einfach, wie es klingt, da es auf dem Salar keine Straßen gibt, sondern nur Spuren, die sich mehrfach teilen oder auch wieder zusammen laufen und man das Ziel auf der riesigen Fläche nicht sieht. Zum Glück haben wir einen Kompass dabei - wir sind also nicht im Kreis gefahren.
    Übernachtung wollen wir im Windschatten der Insel Pescado, die in der Mitte des Salars aus dem Salz ragt. Als wir um die Ecke kurven, glauben wir unseren Augen nicht zu trauen: Heinz und Marlies - unsere Containerbuddys - stehen dort auf dem Salz! Was für eine Überraschung! Wir essen alle gemeinsam Abendbrot: Kürbissuppe von mir, Nudeln mit Soße von Marlies und Pfannkuchen von Andrea. Obwohl wir viel zu erzählen haben, kriechen alle ziemlich zügig nach Sonnenuntergang ins Bett - es ist schneidend kalt. Jörg und ich freuen uns, dass wir die Standheizung anwerfen können, um die Füße wieder warm zu bekommen. Allerdings verfliegt die Wärme durch die Zeltwand sehr schnell, also schalten wir sie nach 20 Minuten wieder aus. Gegen 4 Uhr ist uns beiden bei minus 6°C kalt - trotz Mütze, Merinowäsche, Schlafsack und 2 Decken. Ich habe mir eine leichte Erkältung eingefangen.
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  • Lagunenroute l

    17.–19. Okt. 2024 in Bolivien ⋅ ☀️ 9 °C

    Für mich beginnt jetzt der härteste Teil der bisherigen Reise ... aber der Reihe nach: Der Salar de Uyuni hat uns alle so begeistert, dass wir weiterhin gemeinsam fahren. Das ist für den nächsten Fahrtabschnitt auch durchaus sinnvoll, denn "die Lagunenroute" birgt Überraschungen. So gibt es z.B. nicht nur eine Strecke, es handelt sich vielmehr um ein Gewirr von staubigen Pisten. Je weiter westlich - an der chilenischen Grenze - der Weg führen soll, desto einsamer und unübersichtlicher wird "die Lagunenroute". Wir fahren weit westlich. Dadurch wird die Navigation trickreich und Ralph, der auch diesmal die Strecke ausgearbeitet hat und der jetzt normalerweise an der Spitze fährt, hält oft an und stellt fest, dass er "irgendwie falsch ist" oder dass er Paul, der das schwächste Fahrzeug mit hohem Aufbau fährt, verloren hat. Wir sind stolz auf unsere Scoutfähigkeiten und fahren bereitwillig vor, um eine für Paul fahrbare Strecke oder auch einen schönen Übernachtungsplatz zu finden. Ansonsten sind wir hinten der "Lumpensammler".
    Und dann sind da die klimatischen Verhältnisse,die nur bedingt für menschliches Leben geeignet sind: Mittags beginnt ein kräftiger Wind einzusetzen, der bis zum Abend in seiner Stärke zunimmt, und nach Sonnenuntergang gegen 18:30 wird es zusätzlich empfindlich kalt, bis -10°C.
    Die Landschaft ist dagegen atemberaubend! Ob farbenreiche Felsformationen in Figurenform, weite Ebenen oder von Flamingos in rosa getauchte Lagunen mit weißem Salzrand - wir können uns kaum satt sehen. Ich bin Beifahrer und hüpfe bei jeder Gelegenheit aus dem Auto, um ein Foto oder einen kleinen Film zu machen. Dabei vernachlässige ich meine Gesundheit - im Auto schwitze ich, draußen beginne ich sofort zu frieren. Schon am ersten Abend habe ich Ohrenschmerzen. Da ist es auch nicht hilfreich, dass es nachts so kalt wird, dass die Feuchtigkeit der Atemluft auf dem Kopfkissen gefriert.
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  • Lagunenroute ll

    20.–22. Okt. 2024 in Bolivien ⋅ 🌬 10 °C

    Die Zivilisation ist ein ferner Traum. Über Tage sehen wir keine anderen Lebewesen als Vicuñas, Flamingos und - selten - Bergviscachas. Es herrscht Wüstenlandschaft.
    Das Setting hat sich nicht verändert, allerdings lasse ich Jörg fahren: Ich überschreite die tägliche Maximaldosis an Ibuprofen erheblich, habe trotzdem zunehmend Schmerzen, leichtes Fieber und mir ist schwindelig. Ich kämpfe mich durch die Tage, will nichts verpassen, aber das Auf- und Ab ist quälend. Da ich Andrea das Kochen für den Abend nicht allein überlassen will - Petra hält sich mit Gemeinschaftsarbeiten sehr zurück - versuche ich mich auch Abends zusammenzureißen. Bis das Trommelfell nachgibt. Der Vorteil: Der stechende Schmerz ist fast weg! Der Nachteil: Ich höre fast nichts mehr und fühle mich von den Ohren her wie unter Wasser gedrückt.
    Ein weiteres Problem ergibt sich bei Paul und Andreas Fahrzeug, denn der moderne Motor soll hin und wieder den Dieselpartikelfilter ausbrennen, die Höhe verhindert jedoch diesen Vorgang. Auch hier ist die Fahrfreude also beeinträchtigt.
    Nur Ralph und Petra sind unbeeindruckt: Eine Verkürzung der Strecke kommt nicht in Frage. Als beide eine Tüte Müll am Übernachtungsplatz zurücklassen, werden die Spannungen in der Gruppe überdeutlich. Ein Einsehen gibt es nicht. Wir sind negativ überrascht, dass gebildete Menschen (er ist Zahnarzt, sie Ingenieurin) sich so verhalten.
    An der Grenze zu Chile bemerke ich die Konsequenzen des Hörverlustes: Konnte ich vorher das gesprochene Spanische schlecht, kann ich jetzt nichts mehr verstehen. Die Grenzbeamten lassen uns trotzdem durch.
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  • Out of order

    22.–25. Okt. 2024 in Chile ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir erreichen San Pedro de Atacama in Chile ... mit letzter Kraft für mich! Die nächsten 2 Tage verbringe ich im Dämmerzustand und begebe mich in Begleitung zur Toilette. Ich mache keine Fotos, das Essengehen abends empfinde ich als extrem anstrengend. Hunger habe ich nicht.
    Jörg schaufelt den Dreck aus dem Auto und bezieht unser Bett neu, während ich mich dusche ... nach 10 Tagen mehr als notwendig.
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  • Argentinien

    25.–29. Okt. 2024 in Argentinien ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir ändern die Reiseroute: Anstatt weiter in den Anden zu bleiben und zwischen Chile und Argentinien, wie ursprünglich geplant, weiter gen Ushuaia zu kurven, trennen wir uns von unseren Reisegefährten und wenden uns ostwärts. Mit einem Antibiotikum als Begleiter geht es mir so gut, dass ich reisetauglich, wenn auch nicht fahrtüchtig bin und Jörg für die nächsten Tage am Steuer sitzt.
    Auf dem Weg nach Argentinien müssen wir noch einmal über einen Pass mit 4800 Höhenmetern, danach geht es sukzessive abwärts. Die Wüste begleitet uns noch eine Weile, doch es wird immer grüner. In Salta machen wir noch eine Ohrenpause von 2 Tagen für mich und wählen dann die farbenprächtige Quebrada de las conchas (zu deutsch: Schlucht der Muscheln) als weitere Route. Obwohl sich hier viele Wanderwege anbieten, bleiben wir auf rollatorfähigen Pfaden. Ohne Anstrengung oder gar andere Touristen sehen wir hier Farbbänderungen des Faltgebirges, für die wir bei der Besteigung des Vinicunca zur Besichtigung der Regenbogenberge unsere letzten Kräfte aufbieten mussten. Ich bin froh drum, denn ich bin immer noch weit davon entfernt, mich fit zu fühlen.
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  • Ostwärts bis Uruguay

    29. Okt.–2. Nov. 2024 in Uruguay ⋅ ☀️ 29 °C

    Es geht ostwärts Richtung Atlantikküste. Wir kommen durch Weinanbaugebiete und schließlich durch üppig belaubtes Grün mit klaren Bachläufen zum Baden. Uns wird klar, wie wichtig uns Wälder und Wiesen sind.
    Wir übernachten meist frei und sind ungestört ... bis auf unsere erste Nacht in Uruguay:
    Das Plätzchen kann man sich lauschiger nicht vorstellen. Nach 8km endet die immer schlechter werdende Piste in einem flachen Tal auf einer winzigen Wiese mit mir unbekannten gelben und violetten Blumen und rotem Eisenkraut. Ein Bachlauf plätschert. Kühe muhen. Ein Esel ist zu hören. Wir haben uns noch nicht ausgebreitet, da kommt ein mit einem jungen Pärchen besetztes Auto angefahren. Wir vermuten schon, dass wir auf Privatgelände stehen und wieder aufbrechen müssen, doch der Wagen wendet und düst von dannen, ohne dass die Insassen Kontakt mit uns aufnehmen. Ob wir da den Platz für ein Schäferstündchen okkupiert haben? Wir schätzen uns glücklich, genießen den Abend und gehen früh zu Bett. Mitten in der Nacht werden wir durch Motorengeräusche geweckt ... eindeutig! Ein Wagen hält in unmittelbarer Nähe, 2 Personen steigen aus, mit lichtstarken Taschenlampen wird in Grobi hinein geleuchtet. Ich versuche etwas zu erkennen und von der recht lauten Unterhaltung zu verstehen, bin aber noch zu schwerhörig. Sollen wir uns rühren? Jörg plädiert gerade mit Handzeichen für "Totstellen", da sehe ich, dass es sich um Polizisten handelt. Polizisten! Mitten im Nirgendwo, weit entfernt von jeglicher Hauptstraße! Ich öffne die Tür, erkläre, dass wir uns nur ausruhen wollen und frage, ob es erlaubt sei, hier zu schlafen. Die beiden lachen und wünschen uns eine gute Nacht. Polizei in Uruguay!
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  • Unterbrechung

    3.–13. Nov. 2024 in Uruguay ⋅ 🌬 18 °C

    Wir wissen es schon seit Peru: Die Reiseroutenänderung wird deutlicher ausfallen, als Ihr alle bisher vermutet, denn wir haben einen familiären Reiserückruf erhalten. Erst war es nur eine zarte Anfrage mit dem Hinweis, wir sollten ruhig weiter fahren. Doch "ruhig" waren wir nicht mehr. Am 23.10. war dann klar, dass wir in Deutschland möglichst rasch gebraucht werden. Jetzt ging die Planung schnell: Storage für Grobi in Uruguay organisieren, denn das ist das einzige südamerikanische Land, das eine temporäre Einfuhrgenehmigung des Wagens für 365 Tage ausstellt ... wir wissen nicht, wie lange unsere Hilfe in Deutschland wichtig ist. Flug buchen ab Montevideo. Fahren! Nicht mehr so viel rechts und links am Wegesrand gucken ... Blumenpflücken während der Fahrt verboten. Fahren! Jörg übernimmt fast ununterbrochen, von morgens bis abends. Wir gönnen es uns, frühstücken zugehen. Fahren! Von San Pedro de Atacama an sausen wir durch die Länder. Und erreichen mit gutem Zeitpuffer den kleinen Campingplatz an Grobis Unterkunft. Wir waschen Wäsche, Matratzenschonbezüge, Bezüge der Sitzkissen. Räumen jedes Fach leer und sortieren: Müll, nach Hause, bleibt in Uruguay. Und wischen jeden Winkel: So sauber war der Wagen vielleicht mal bei Auslieferung ab Werk ;). Von Felix, dem deutschen Betreiber der Unterstellhallen, werden wir zum Grillen ins Poolhaus eingeladen und verbringen dort einen sehr unterhaltsamen Abend mit den anderen Overlandern vom Platz. Wir sind die einzigen, die den Wagen einlagern. Alle anderen wollen sich in den nächsten Tagen aufmachen ... hinein in den Sommer. Allerdings haben sich einige an dem Abend mit Corona angesteckt ... . Wir sind glücklicherweise nicht dabei.
    Und dann kommt der letzte Tag, die letzte Nacht. Am 13.11. fliegen wir. Reibungslos überspringen wir den Teich und nehmen dann Abschied voneinander, nach einem Jahr und 4 Monaten engstem Miteinander: Jörg fährt mit der Bahn nach Süddeutschland, ich bleibe in Kiel: Eine Überraschung für unseren wunderbaren Freundeskreis, der mich nicht beim Grünkohlessen erwartet. Und noch eine Freude für mich: Ich kann an zwei Geburtstagen teilnehmen: Meine Mutter wird 88 und auch meine große Schwester hat Geburtstag.
    Wieso wir laut Routenschreiber noch in Uruguay sind? Ich habe den Traveltracker an der Stelle ausgeschaltet, an der dieser Footprint plaziert ist.
    Was mit den Ohren los ist? Beide Ohren hatten durch die Mittelohrentzündung einen Riss im Trommelfell. Leider ist das linke Innenohr durch die Bakterien so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ich dort nur schwer höre. Die Ferndiagnose meiner Schwester und daraufhin der Einsatz des Antibiotikums aus der Bordapotheke haben viel Schlimmeres verhindert. Vielleicht hilft das Cortison, das ich jetzt nehme. Vamos a ver.
    Wann wir wieder aufbrechen? Wir wissen es nicht! Aber wir freuen uns, wenn ihr alle dann wieder mit einsteigt: Ihr wart mir stets Ansporn den Blog gut zu führen! Danke dafür. Ich melde mich, wenn es weitergeht. Es wartet noch das Pantanal, der Amazonas, die Iguazu-Wasserfälle, Patagonien, Feuerland, ... , ... , ...
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  • Neustart

    4.–9. März 2025 in Uruguay ⋅ 🌙 28 °C

    Fast vier Monate waren wir in Deutschland - ohne festen Wohnsitz, wechselnd bei meiner Schwester, unseren Kindern, Freunden, in Airb&bs. Doch jetzt ist vorerst alles in der Heimat auf einem guten Weg. Daraus folgt: Wir starten wieder! Ich hoffe, Ihr seid wieder dabei!

    Von unserem Startplatz in der Nähe von Atlántida geht es zuerst nordwärts an der Küste entlang, weil wir Andrea und Paul, die Netten aus unserer kleinen Bolivienreisegruppe, wieder treffen wollen. Das Wiedersehen ist herzlich ... Doch die beiden haben 2 weitere Deutsche im Schlepptau, deren politische Ansichten wir vier nicht teilen. Abends kommt es zu einer erschreckenden Diskussion, die mich noch lange beschäftigen wird. Wenn immer mehr Menschen auf alternative Fakten setzen und glauben, dass nur die AfD Deutschland davor bewahren kann in den Abgrund zu schlingern, wird es eng mit unserer Demokratie. Da wird mir angst und bange.
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  • Gaucholand

    8.–13. März 2025 in Uruguay ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir wedeln durch das weich geschwungene Hügelland Uruguays nordwärts. Die Gegend erinnert uns an die holsteinische Schweiz, Wiesen und Weiden. Nur die Wälder - wenn man die Baumgruppen als solche bezeichnen will - haben nichts mit unseren Heimischen gemein: Es handelt sich um Eukalyptusbäume, die in schnurgraden Rechtecken angepflanzt wurden. Drei bis fünf Bäume mal zehn bis fünfzehn Bäume. Kein Unterholz. Da alle Bäume gleich alt sind, sind sie auch gleich groß: Wald in Schuhkartonform, Plantagenholz.
    Weiter in Richtung Grenze zu Brasilien ändert sich das Landschaftsbild. Die Straßen führen jetzt schnurgrade durch nur noch wenig welliges Land. Überall sehen wir Rinder und Menschen - Männer genauso wie Frauen - zu Pferde. Es ist Gaucholand. Das Leben scheint hier gemächlich zu sein. An unserem letzten Übernachtungsplatz vor der brasilianischen Grenze spricht uns ein Mann an: "Habt ihr so einen wunderschönen Ort in Deutschland?" Als ich ausweichend antworte, dass wir im Norden das Meer hätten und im Süden die Berge, freut er sich: "Das habe ich mir gedacht! Dieser Ort ist einmalig schön!" Wir lassen es dabei.

    Und dann kommt Brasilien: Vier Stunden ausharren am Grenzübergang, denn die Mittagspause dauert fast 2½ Stunden. Und ich bin mit meinem Spanisch am Ende, denn hier wird ausschließlich Portugiesisch gesprochen. Obwohl alle anderen Länder des südlichen Teils des Kontinents Spanisch sprechen, lernen die Brasilianer diese Sprache offensichtlich nicht in der Schule.

    Weitere Tage fahren wir nordwärts mit den Iguaçu-Wasserfällen als Ziel.
    Die Erde ist weiterhin terracottarot, jetzt beherrschen jedoch ausgedehnte Soyaplantagen das Land - von Horizont zu Horizont. Wir müssen etwas suchen, um schöne Übernachtugsplätzchen zu finden.
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  • Cataratas do Iguaçu

    14. März 2025 in Brasilien ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir haben auf Island beeindruckende Wasserfälle gesehen, haben die Niagarafälle bestaunt und viele kleinere Wasserfälle erwandert - in Europa wie in Amerika. Alle waren auf ihre Weise schön. Doch das, was wir im Dreiländereck Paraguay, Argentinien, Brasilien zu sehen bekommen, schlägt alle anderen Wasserfälle um Längen. Eingebettet in seine natürliche Umgebung rauschen die Wassermassen über 2,7 km Länge in die Tiefe. Höhepunkt ist der Teufelsschlund, in den das Wasser von 3 Seiten stürzt. Wir stehen und staunen ... .
    Und wir sind irritiert: Fast alle Touristen drehen den Fällen den Rücken zu! Kaum einer betrachtet das Wunder! Warum? Nur so kann man ein Selfie machen.
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  • Itaipú

    15. März 2025 in Paraguay ⋅ ☀️ 24 °C

    Vom 3-Schluchten-Staudamm hatten wir schon einmal gehört. Aber vom Wasserkraftwerk Itaipú Binacional? Noch nie! Dabei war es bis zur Fertigstellung des chinesischen Projekts im Jahr 2006 das größte Wasserkraftwerk der Erde mit einer Megawattleistung von über 14.000 MW - vergleichbar mit der Kraft von 12 Atomkraftwerken. Bereits 2 der 20 Turbinen haben pro Sekunde mehr Wasserdurchlauf als die nahegelegenen Iguaçu-Wasserfälle. Der entstandene Stausee hat eine Länge von 170 km (die Breite beträgt bis zu 12 km, variiert jedoch stark). Bei Inbetriebnahme füllte sich das Tal innerhalb von 14 Tagen. Wasserfälle noch größer als Iguaçu versanken in den Fluten.
    Wir fahren mit dem Besichtigungsbus über den fast 8km langen Damm. Als wir am Fuße des Dammes zurückkehren, kommen wir an den riesigen Fallrohren mit 16m Durchmesser vorbei. Wir kommen uns winzig vor.
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  • Über Land

    16.–18. März 2025 in Brasilien ⋅ ☀️ 31 °C

    Nordwärts, immer nordwärts, über Land, mal mit Asphalt, mal ohne. Riesige Maisfelder, Maniok, Soya. Wir gönnen uns einen Stopp am Stausee - ohne die Warnung vor Piranhas könnte man meinen, wir wären an einem sehr heißen Tag am Westensee. Und weiter ...
    Wir fahren ohne Klimaanlage, da die Luft von der Lüftung nach verbrannter Chemie stinkt. Und dann ist nicht nur uns zu warm. Auch Grobi hat Hitzewallungen: Seine Temperaturanzeige schwankt zwischen heiß und ... wir halten an, lassen ihn über Nacht abkühlen, gießen Kühlflüssigkeit nach, sehen kein Leck, fahren weiter ... immer noch Fieber, jetzt doch langsam besorgniserregend. Wir beratschlagen noch mit den Landcruiserkennern aus dem Buschtaxichat, da wird es offensichtlich: Grobi pinkelt rosa, ein Kühlwasserschlauch hat einen großen Riss. Das Problem ist schnell behoben.
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  • Farbenfake

    20. März 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 32 °C

    In Bonito, im Süden des Pantanal, sind alle auf Tourismus eingestellt. Alle Grotten - es gibt viele - , alle Strände an Flüssen, jeder Pferderitt, Schnorcheln oder Tauchen im Umkreis von 50 km müssen in Bonito gebucht werden. Dafür gibt es jede Menge Touranbieter und auch die Campingplätze verhelfen zu Ausflügen. Wir wählen aus dem schier unerschöpflichen, aber leider für brasilianische Verhältnisse sehr teuren Angebot, den Besuch einer Grotte und Schnorcheln in einem Fluss.
    Heute ist zuerst die Grotte dran. Und wir sind enttäuscht, denn die leuchtenden Farben der Gruta Azul sind in Natura gar nicht zu sehen! Sie entstehen nur durch die Aufhellung mit Hilfe der Kamera. Alle Bilder auf den Prospekten und in unserem Reiseführer sind so entstanden. In Wirklichkeit ist das Wasser dunkelgrün bis schwarz.
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  • Flussfische

    21. März 2025 in Brasilien ⋅ 🌩️ 34 °C

    Heute steht Schnorcheln im Rio da Prata auf dem Programm. Alles ist sehr gut durchorganisiert, so dass meine Nervosität wegen meiner fehlenden Portugiesischkenntnisse obsolet ist. Erst bekommt unsere 10-köpfige Gruppe eine Sicherheitseinweisung, dann werden die Neoprenanzüge und Schuhe ausgeteilt. Bitte anziehen! Unsere Kleidung kommt in einen großen Sack und verschwindet aus unseren Augen: Sie wird für uns am Ende der Tour bereit stehen. Im Neo wandern wir über das Gelände. Ich muss an das Sams denken, nur die Wunschpunkte fehlen - dafür schwitzen wir im schwarzen Gummi ordentlich. Wir besteigen einen offenen LKW und werden zum Einsatzort gefahren. Jetzt wird klar, warum wir die Neos schon so früh anziehen sollten: Die Kühle des Flusses ist nach dem schweißtreibenden Anmarsch eine unendliche Wohltat! Wir treiben im glasklaren Wasser eines Zulaufs des Rio da Prata, um uns herum Fische, die uns genauso neugierig beäugen, wie wir sie. Der Fluss bestimmt die Geschwindigkeit - tranquilo. Wir beobachten Quellen im Boden, die wie kleine Vulkane aussehen. Rote Fischchen verstecken sich im moosähnlichen Grün am Boden. Die größten Fische haben eine Länge von 80cm. Es fühlt sich an, als würden wir in einem Aquarium schnorcheln. Am Übergang zum Rio da Prata wird das Wasser überraschend deutlich kälter, tiefer und auch etwas trüber. Nach 2 Stunden im Wasser - nur unterbrochen durch eine kleine Wanderung durch den flussnahen Dschungel, um umgestürzte Bäume und Felsen zu umgehen - erreichen wir das Ende der Tour. Während ich noch eine Weile im Wasser stehe kommen Mengen von kleinen Fischchen und verabreichen mir noch eine Wellnessbehandlung: Hautschuppenzupfen.Weiterlesen

  • Im Süden des Pantanal

    22.–27. März 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 35 °C

    Das Pantanal ist ein Sumpfgebiet an der Grenze zu Bolivien. Jedes Jahr zur Regenzeit bis März wird das Gebiet überflutet, trocknet im Winter bis September dann jedoch sehr langsam wieder aus. Eigentlich sind wir also zur falschen Jahreszeit hier, weil die Tiere, für die das Pantanal bekannt ist, vor allem in der Trockenzeit an den letzten verbliebenen Tümpeln zu sehen sind. An sich erscheint uns das südliche Pantanal aber nicht sehr nass, obwohl es zwischendurch heftig regnet; es kommt uns eher wie eine von Landwirtschaft - vor allem Rinderhaltung - geprägte Graslandschaft vor, die nur selten von Wäldern unterbrochen wird. Trotzdem bekommen wir bei unserer Schleichfahrt auf unbefestigten Pisten viele Tiere zu sehen. Das Highlight sind zwei Riesenotter, die wir von einer der vielen Holzbrücken aus beobachten.Weiterlesen

  • Corumbá bei Regen

    24. März 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 26 °C

    Frühstückmachen bei Regen und Mücken läuft genau so ... in Realität natürlich in halber Geschwindigkeit. Ihr sollt Euch ja nicht langweilen.

    Der Ort Corumbá an sich lässt zu wünschen übrig. Er ist langweilig und heruntergekommen. Doch weil wir von hier aus mit einem Vieh- bzw. Materialtransporter in den nördlichen Teil des Pantanal verschiffen wollen, warten wir hier ... erst heißt es vom Schiffseigner Herbert, dass sein Boot am Dienstag los fährt. Als wir Montag am Hafen auftauchen, weil er auf meine WhatsApps nicht antwortet, heißt es: "Freitag, wegen Getriebeschaden."
    Wir warten. Es ist heiß und stickig und mückig. Aber auf das Abenteuer wollen wir nicht verzichten! Es gibt keine direkte Straße von hier aus nach Porto Jofre. Die Transpantaneira, die wegen ihres einzigartigen Tierreichtums berühmt ist, ist von Norden kommend eine Sackgasse von über 150 km Länge.
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  • Auf dem Rio Paraguai durch das Pantanal

    28. März–1. Apr. 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 28 °C

    Endlich ... es ist Freitag! Und tatsächlich können wir, wie verabredet, um 11:00 Uhr an Bord des Pontons fahren. Hinter uns fährt noch ein Defender auf den Schwimmkörper, dann wird rund um die Fahrzeuge und auf dem schiebenden Boot alles Mögliche verladen: Dieselfässer, ein Anhänger für einen Trecker, säckeweise Kartoffeln, Verkleidungspaneele für Feuchträume, Campinggestühl, Möhren in Kisten, Ziegelsteine, Fliesen, Zement, Viehfutter, eine Schwangere mit ihrer Mutter, 8 Bewohner einer Fazienda und, und, und ... . Nachmittags gegen 16:00 Uhr sind die Schauerleute fertig und es geht los. Der schiebende Kahn hat zwar schon bessere Zeiten gesehen, doch da wir nicht wissen, dass diese seine letzte Reise sein wird, freuen wir uns und sind unbesorgt. Nach ½ Stunde wird ein Keilriemen gewechselt; kann vorkommen. Doch wir sind gerade eine Stunde unterwegs, da dreht der Kahn und wir kehren nach Corumbá zurück. Getriebeschaden! Im Hafen angekommen, beobachten wir das lebhafte Treiben der lokalen Bevölkerung, während innerhalb der nächsten 3 Stunden das Boot wieder flott gemacht wird. Neustart! Wir schippern durch die Dunkelheit. Da es trotzdem noch sehr heiß ist und die Mücken auf dem Kriegspfad sind, gehen wir früh in unsere Kammer. Die Klimaanlage funktioniert nicht, der Strom ist ausgefallen ... es wird nicht das letzte Mal sein. Gegen 3 Uhr nachts werde ich plötzlich wach: Es ist komplett still ..., ... , ... . Der Motor und die Pumpen sind aus. Es dauert nicht lange, da hören wir die typischen Geräusche von Reparaturarbeiten: Hämmern, Klirren, Dengeln. Es wird das Notstromagregat angeworfen, damit die Pumpen wieder arbeiten. Es wird nicht das letzte Mal sein. Nach 2 Stunden geht die Reise weiter, jetzt auch wieder mit Strom. Doch gegen Mittag des nächsten Tages steuert der Kapitän unseren Seelenverkäufer schon wieder in die Böschung. Motorschaden! Es dauert nur 2 Stunden, dann ist der Mechaniker aus Corumbá mit dem Schnellboot zur Stelle; nach weiteren 2 Stunden Reparaturarbeiten tuckert die Amolar wieder den Rio Paraguay aufwärts. Der Mechaniker bleibt noch ein paar Stunden an Bord, zur Sicherheit. Die Stimmung ist bei der Besatzung deutlich besser und wir denken schon, dass jetzt nichts mehr ausfällt, da geht der Motor wieder aus und kann nicht wieder gestartet werden. Der Schubverband verliert den Schwung und treibt dann stromabwärts, während der Schiffseigner das Schiff verlässt, um von der nahen Fazienda schnell eine Batterie zu organisieren. Der Motor springt wieder an. Beim Auto hieße es jetzt, dass die Lichtmaschine kaputt ist und deswegen die Batterie nicht mehr geladen wird. Jedenfalls läuft ab nun dauerhaft ein Notstromaggregat und der Starlink wird wegen zu hohem Stromverbrauch ausgeschaltet. Später fällt noch die Lenzpumpe aus, ein zweites Notstromaggregat mit Pumpfunktion arbeitet zuverlässig, wenn auch ohrenbetäubend.
    Und wir? Stehen auf dem Ponton, unter dem Verdeck oder seitlich an der Reling und beobachten das Geschehen oder den Urwald an den Ufern des Pantanal: Vögel, Vögel und noch mehr Vögel, vom Amazonien-Strichel- Ameisenschlüpfer (sic!) bis zum Scharlachara.
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  • Transpantaneira

    1. April 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 29 °C

    Jörg und ich wechseln uns tageweise beim Fahren ab. Heute darf ich hinter das Lenkrad und habe damit das große Los gezogen: Erst rückwärts vom Ponton um ein Matschloch herum und dann - nach einer Nacht mit ausgiebigem Regen - auf die Transpantaneira. Es matscht, moddert und glibscht! Ein Heidenspaß garniert mit Tiersichtungen.
    Rechts und links der Dammstraße steht - wie erwartet - das Wasser, denn in der Regenzeit von November bis März überschwemmt der Rio Paraguai das gesamte Pantanal, das halb so groß wie Deutschland ist.
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  • Gegensätze

    4.–5. Apr. 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 28 °C

    Wir machen Strecke und erreichen innerhalb von 2 Fahrtagen Brasilia, die auf dem Reißbrett einem Flugzeug nachgebildete Hauptstadt. Für uns kann der Kontrast zwischen dieser in Beton gegossenen Protzigkeit und dem Pantanal kaum größer sein: statt Schlammstraßen, breit angelegte Asphaltautobahnen; statt kleinen Häuschen mit ein oder zwei Zimmern, riesige Wohntürme; statt körperlich schwer arbeitender Bevölkerung, Menschen in Anzügen; statt 38°C und Mücken, 20°C ohne beißende Insekten. Unsere Irritation zieht sich durch die beiden nächsten Tage: Sanfte europäische Klänge in der Kirche Santuário Dom Bosco; Frauen, die sich mit strahlendem Gesicht vor der Pietà fotografieren lassen; ein Außenministerium, dessen Eingang wir nur mühsam finden. Wir genießen den Abend mit Sicht auf die Stadt und wundern uns: Die Szenerie könnte in jeder europäischen Stadt die gleiche sein: eine Gruppe älterer Frauen trinkt Aperol-Spritz, am Nachbartisch sitzen zwei Männer, die nur mit ihren Handys beschäftigt sind ... ... ... wir kommen aus dem Pantanal.Weiterlesen

  • Minas Gerais

    7.–9. Apr. 2025 in Brasilien ⋅ ☀️ 20 °C

    Gold, Silber und Edelsteine machten Minas Gerais ( = Allgemeine Minen) im 18. und 19. Jahrhundert reich. Ob wir Ouro Preto, Mariana, Tiradentes oder eine der anderen Städte im hügeligen Bergland besuchen, ist im Nachhinein eine müßige Überlegung, denn die Ortschaften gleichen sich so sehr, dass ich die schier unzähligen barocken Kirchen, die z.T. namensgleich sind, innerhalb kürzester Zeit nicht mehr auseinander halten kann.
    Wir durchwandern zuerst Ouro Preto. Es ist Montag, da sind 19 der 20 Kirchen geschlossen. Ich bin enttäuscht, da ich so gern die berühmten Steinmetz- und Holzskulpturen von Aleijadinho gesehen hätte. Auch in Mariana, einen Tag später, kann ich keinen Blick auf seine Kunst werfen, denn wegen der Fastenzeit sind alle Standbilder und Portale abgehängt.
    Wir besuchen eine alte Goldmine und fahren mit einem historischen Goldgräberwagen in den ehemals 11 km langen Stollen ein. Unsere Führerin legt besonderen Wert darauf festzuhalten, dass in dieser Mine keine Sklaven gearbeitet hätten, ein Achtstundentag im Schichtwechsel geherrscht hätte und niemand zu Tode kam. Das sagt etwas über die Verhältnisse in den anderen Minen aus ... .
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  • Die ewige Suche ...

    10. April 2025 in Brasilien ⋅ ⛅ 23 °C

    Eine Frage, die jeden Tag neu beantwortet werden muss, lautet: "Wo können wir sicher schlafen?" Diese Frage ist ein Quell vieler kleiner, meist lustiger Erlebnisse:
    Das eine Mal liegt das Tor zum Campingplatz direkt hinter einem Bahnübergang; dann ist der Campingplatz verlassen, als wir ankommen; wir werden über den Tisch gezogen, weil uns das Wechselgeld nicht heraus gegeben wird; wir stehen wild in der Natur und haben einen schönen Blick auf die Berge oder können Gelbbrustaras beobachten; ein Frosch schwimmt in der Toilette; der Stellplatz am Kiosk bietet Livemusik; wir sind von Hühnern umgeben; wir werden zum Grillen eingeladen; ... . Jeden Tag etwas Neues, das mit der Stellplatzsuche verbunden ist.Weiterlesen

  • Curitiba

    11.–13. Apr. 2025 in Brasilien ⋅ ☁️ 17 °C

    "Das für seine umweltfreundliche Bauweise und Stadtplanung bekannte Curitiba gehört zu Brasiliens Erfolgsmetropolen." (Zitat: Lonely Planet)
    In Brasilien ist Curitiba bekannt für seine hervorragenden Zahnärzte. Aus dem ganzen Land kommen Patienten deswegen in diese Stadt, so die Aussage unseres Campingplatznachbarn, der Zahnarzt ist, beim abendlichen Grillen. Dies will Jörg in einer Stichprobe kontrollieren und bricht sich am Samstag früh ein nennenswert großes Stück aus Zahn 26. Wird es gelingen am Sonnabend einen Zahnarzt zu finden, der Jörg zügig und gut behandelt?
    Und wir können das Statement bestätigen und sogar noch erweitern: Es gibt in dieser Stadt auch sehr gute Zahnärztinnen! In einer One-Woman-Show (sie ist Zahnarzthelferin und -ärztin in Personalunion) klebt sie Jörg innerhalb einer halben Stunde das Stück Zahn wieder ein. Bitte, das kostet 480 Reais - umgerechnet ca. 71,- €.
    Wir schauen uns noch den botanischen Garten an und fahren dann weiter.
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  • Atlantik l

    13.–15. Apr. 2025 in Brasilien ⋅ 🌧 23 °C

    Die Insel São Francisco do Sul wird unser erster Kontakt mit dem Atlantik, nachdem wir Cartagena in Kolumbien verlassen haben. Wir umrunden das Eiland bei schlechtem Wetter und denken an Dänemark, während wir eine Küstenstraße befahren. Dass wir die Insel über eine Fähre wieder verlassen können, erweist sich als Trugschluss, der Fährverkehr wurde schon vor längerer Zeit eingestellt.
    Eine der beiden Nächte verbringen wir auf dem Festland an einer ehemals bewachten Badestelle mit Blick auf einen Fluss und können kurz nach Sonnenaufgang Fischern beim Wurfnetzfischen zuschauen.
    Als wir die Landzunge verlassen, wartet eine Überraschung auf uns: Wir können 2 Kaninchenkäuze beobachten.
    Im Hafen von Barra do Sul geht es beschaulich zu: Fischer sortieren ihre Netze, einer bearbeitet mit der Machete die Seepocken am Rumpf des Schiffes mit dem Handy in der linken Hand - Tradition und Moderne. Im Hafenrestaurant essen wir typisch brasilianisch zu Mittag: ein fleischlastiges All-you-can-eat Buffet für umgerechnet ca. 5 Euro pro Person.
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