Ausflug mit Erick
17. februar 2019, Chile ⋅ ☀️ 16 °C
Wir stehen auf einer Wiese an der Grenze zwischen Argentinien und Chile auf etwas über 3'000 Meter über Meer, von links kommen zwei Männer im Poncho auf dem Pferd, während die Kamera auf einen als Frau verkleideten Mann gerichtet ist. Wir schauen uns lachend an und fragen uns, wo wir hier wohl wieder gelandet sind.😉
Eigentlich sind wir nach Illapel gekommen, um den Chinchilla Nationalpark (welcher den letzten freilebenden Langschwanzchinchillas Schutz bietet) zu besuchen. Aber unser Host Erick meinte, der sei langweilig und wir sollen stattdessen mit ihm auf einen Markt in den Bergen kommen, er müsse jemanden dorthin fahren. Bei einem solchen Angebot, überlegten wir natürlich nicht lange.
Am nächsten Morgen ging es los. Es kam noch ein weiterer Gast des Hostels und Kameramann Nico mit. Von Illapel (300 M.ü.M.) bis zu einem Berg in den Anden an der argentinischen Grenze (3'000 M.ü.M.) hat man etwa zwei Stunden. Mittendrin wird die Strasse einspurig, auf der einen Seite ist der Berg, auf der anderen geht es steil hinab. Zum Glück ist Erick ein erfahrener Fahrer auf solchen Strecken, ist er doch mehrmals bei der berühmten Dakar Rally durch die Wüste mitgefahren.
Beim Marktplatz angekommen, warteten schon viele Esel, vollbepackt mit Holzkisten. Die argentinischen Bergleute kommen hier her, um ihren Käse gegen andere Lebensmittel wie Mehl, Früchte, Gemüse, usw. zu tauschen. Die Chilenen verkaufen dann den Käse im Tal unten gewinnbringend weiter. Es gibt sogar ein Restaurant, das eigens für den Markt eingerichtet wurde.
Mit Nico ging es dann auf eine kleine Wanderung, den Berg hinauf (gar nicht so einfach auf 3'000 Meter, aber wir sind ja schon ein bisschen geübt darin😄). Oben angekommen ging dann plötzlich das Schauspiel los und wir waren mittendrin und wussten nicht so recht, ob wir jetzt aus dem Weg müssen oder ob wir die Statisten für den Film sind. Obwohl wir nicht sehr viel verstanden haben, waren ihre schauspielerischen Einlagen sehr lustig.
Wieder unten, erfuhren wir dann, dass der Kurzfilm fürs Fernsehen gedreht worden ist. Die 700-jährige Tradition des Tauschhandels ist nämlich vom Aussterben bedroht. Die Händler sind auf die Idee gekommen, sie könnten ja ihren Käse auch im Internet verkaufen. Um dies zu verhindern, versucht man jetzt mit kleinen Beiträgen im Fernsehen, die Tradition zu bewahren und auch Touristen anzulocken, die sich den Markt ansehen möchten (wir sind jetzt also Botschafter).
Das Erlebnis war wirklich einmalig und wir hoffen, dass diese Tradition noch lange aufrecht erhalten bleibt. Darüber wird sicher auch die neue Generation der Händler entscheiden, wie beispielsweise die kleine Carolina. Das Mädchen ist an diesem Tag mit ihrem Vater zum Markt gekommen. 5 Stunden waren die beiden auf dem Pferd unterwegs, bis sie beim Markt angekommen sind und 5 weitere Stunden standen ihnen für den Rückweg bevor.😳Les mer
Zwei Gringos unterwegs Teil 4
20. februar 2019, Chile ⋅ ☀️ 28 °C
Von den Bergen ging es wieder hinunter an die Küste nach Valparaiso. Der Hauptstadt der Graffitis statteten wir bereits bei der Hinfahrt einen Besuch ab und kannten uns also schon ein wenig aus. Auf, neben und zwischen den 42 Hügeln der Stadt gibt es sooo viel zu entdecken, dass man problemlos einige Nächte dort verbringen kann. Wir blieben aber nicht so lange, da wir den Mietwagen zurück nach Santiago bringen mussten. Wir fuhren nochmals mit einem der antiken Lifte und gingen auf die Suche nach weiteren Graffitis (und wir entdeckten einige).
Zurück in Santiago endet unser 3-wöchiger Roadtrip durch den Norden Chiles. Von saftig grünen Feldern, Meer, Sand, Wüste, hohen Bergen, Sonnenschein und viel Regen über klare Sternenhimmel, Kakteen, chilenisches Essen und Gastfreundschaft war alles dabei. Der Norden bietet für alle etwas. Wir sind um 4648 Ausland-Strassenkilometer und einige (vielleicht 30🤷♂) spanischen Wörter reicher.😅
In der Hauptstadt Chiles sind wir auch zum zweiten Mal - hier bereiten wir und für das nächste Abenteuer vor. Kleiner Hinweis: irgendwo im Pazifik und die nächsten Nachbarn sind einige tausend Kilometer entfernt.
Einen reisenden Chilenen haben wir dazumal in Myanmar kennengelernt. José ist mittlerweile zurück in seinem Heimatland und arbeitet in Santiago. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, mit ihm einen gemütlichen Abend bei Piscola (Pisco mit Cola) und einem guten Stück Rindfleisch zu verbringen!Les mer
Iorana Rapa Nui
24. februar 2019, Chile ⋅ 🌧 23 °C
Rapa Nui, wie die Osterinsel in der Sprache der Einheimischen genannt wird, ist eine kleine Insel inmitten des pazifischen Ozeans und gehört geografisch zu Polynesien. Die Insel ist 3'599 Kilometer von Chile und 4'050 Kilometer von Tahiti entfernt. In der Nähe befinden sich die unbewohnten Inseln Marquesas (2'200 km) und das Juan Fernandes Archipel (3'000 km). Somit gilt die Osterinsel als isoliertester von Menschen besiedelte Ort der Welt. Bis heute weiss man nicht so genau, von wo und wie die Ureinwohner auf die Insel kamen.
Nach 5 Stunden Flug von Santiago wurden wir am Flughafen Mataveri traditionell mit einer Blumenkette begrüsst. Es folgte eine kleine Tour durch Hanga Roa (das einzige Dorf der Insel) bevor wir bei unserem Hostel ankamen. Am ersten Tag gingen wir es ruhig an und erkundeten die zwei Hauptstrassen. Dort gibt es Restaurants, Shops und Autovermietungen. Zum Sonnenuntergang setzten wir uns auf den Rasen beim berühmten Tahai und beobachteten wie die Sonne hinter den 5 Moai unterging.
Da die Insel sehr klein ist (24x16x12 km), beschlossen wir die umliegenden Sehenswürdigkeiten zu Fuss zu besichtigen. Wir starteten mit dem Vulkan Rano Kau. Der Te Ara O Te Ao Trail wurde schon vor 150 Jahren genutzt, um das Zeremoniedorf Orongo zu erreichen. Nach etwa 2 Stunden kamen wir beim Krater an. Dort genossen wir erstmals die Aussicht bevor es weiter nach Orongo ging. In Orongo findet man viele kleine Hütten und Petroglyphen. Hier hat man auch Blick auf den Vogelmannfelsen und eine kleine unbewohnte Insel (deshalb spricht man auch von den OsterinselN).
Am nächsten Tag ging es der Küste lang an mehreren Höhlen vorbei. Die wohl spannenste war die Höhle Ana Kakenga. Der Eingang war so eng, dass man sich richtig hindurchquetschen musste. Nach einigen Metern öffnete sie sich jedoch und schon bald waren wir beim ersten Guckloch angekommen, welches einen schönen Ausblick aufs Meer bot. Weiter hinten hatte es sogar noch eine grössere Öffnung. Anscheinend wurden die Höhlen früher als Versteck genutzt. Von der Küste weg ging es ins Landesinnern zum Ahu Akivi, den einzigen 7 Moai, die aufs Meer schauen und nicht ins Landesinnere. Unsere letzter Stopp führte uns zum Vulkan Puna Pau. Dieser ist für sein rotes Gestein bekannt. Hier wurden die Pukao (Kopfbedeckungen) der Moais aus dem Gestein gehauen. Einige liegen immer noch vor Ort. Die Pukao sind 1-2 Meter hoch und wiegen stolze 9-20 Tonnen.
Obwohl die Insel recht klein ist, sind wir in den letzten zwei Tagen über 50 Kilometer gelaufen. Und da es nicht nur geradeaus sondern immer auf und ab ging, kam uns das schlechte Wetter am Sonntag gerade richtig. Wir machten uns auf zum Souvenirmarkt und probierten die lokale Küche, welche hauptsächlich aus Gerichten mit Thunfisch besteht (genau das richtige für uns😋). Wir zogen noch ein bisschen durch die Strassen und bemitleideten die Touristen, des Kreuzfahrtschiffes, das genau am regenreichsten Tag der Woche hier angelegt hat.Les mer
Iorana Rapa Nui II
25. februar 2019, Chile ⋅ ⛅ 24 °C
Ionara Rapa Nui III
27. februar 2019, Chile ⋅ ⛅ 25 °C
Um unseren Füssen eine Pause zu gönnen, mieteten wir für die etwas entfernteren Ziele einen Scooter. Dieser brachte uns zuerst einmal quer über die Insel nach Anakena, dem einzigen Sandstrand. Hier stehen weitere gut erhaltene Moai, bekannt unter dem Namen Ahu Nau Nau. Die danebenstehenden Palmen runden das perfekte Bild vom Paradis ab.
Zeit um an den Strand zu liegen bleibt uns keine, denn nur wenige Minuten entfernt erwarten uns der Ahu Tongariki. Mit seinen 15 nebeneinander stehenden Moai eine der Hauptattraktionen der Insel und der beliebteste Ort um die Sonnenaufgänge zu erleben.
Einmal umdrehen und schon waren wir bei Rano Raraku angekommen, der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit der Insel. Rano Raraku ist ein erloschener Vulkan, von welchem die damaligen Inselbewohner das Gestein zum anfertigen der Moai nutzten. Hier wurden die Moai hergestellt und über die ganze Insel verteilt. Mit den damaligen Mittel eine wahre Meisterleistung, diese tonnenschwere Moai über Stock und Stein ans andere Ende der Insel zu transportieren. Hunderte von ihnen wurden nach dem abrupten Baustopp (Aufgrund eines Krieges) hier zurückgelassen. Heute ist es ein imposantes Freilichtmuseum und der Weg führt vorbei an vielen, aus der Erde schauenden, Moai.
Für den Sonnenaufgang fuhren wir am kommenden Morgen früh los, um rechtzeitig beim Ahu Tongariki zu sein. Obwohl es nur wenige Kilomter sind, brauchten wir stolze 45 Minuten. 🤷♂ Nachdem wir die Sonne begrüsst hatten fuhren wir der Küste entlang zurück und schauten uns noch einige weniger gut erhaltene Moai an. Viele von ihnen sind während eines Angriffes umgestossen worden und liegen nun auf dem Boden.
Bei unseren Recherchen sind wir auf eine kultuelle Tanzshow gestossen, welche man auf keinen Fall verpassen sollte. Die Tickets für die Kari-Kari Tanzshow reservierten wir für Dienstagabend. Die kulturelle Darbietung ist sehr eindrücklich und bringt uns Bräuche, Tänze und Rhytmen der Inselbewohner näher.
Am letzten Tag auf der mystischen Insel nutzten wir das sonnige Wetter und genossen ein Bad im erfrischenden klaren Pazifik.
Nach genau einer Woche flogen wir am Donnerstag wieder zurück aufs Festland nach Santiago. Auch wenn die Insel nicht riesig ist, wir könnten locker noch 1-2 Wochen anhängen, um noch mehr zu entdecken. Danke Rapa Nui für die mystischen, einzigartigen Landschaften und historischen Offenbarungen.Les mer
Ionara Rapa Nui IIII
28. februar 2019, Chile ⋅ ☀️ 24 °C

Gertraud M
Ich kann mich nur anschließen... WAAAHNSINN! SOOO beeindruckend! Jedes eurer Bilder, jeder eurer Berichte... Einfach nur danke für die wunderbaren Eindrücke!
San Pedro de Atacama
2. mars 2019, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Zurück von den Osterinseln flogen wir von Santiago (nach einer Nacht am Flughafen) direkt weiter nach Calama, von wo es mit dem Bus nach San Pedro de Atacama ging. Wer sich jetzt wundert, warum wir schonwieder in den Norden Chile’s reisten - hier die Antwort: Bei unserem ersten Besuch waren sämtliche Sehenswürdigkeiten, auf Grund der starken Regenfälle, geschlossen und wir konnten uns nichts ansehen. Ein weiterer Grund ist, dass wir von San Pedro aus nach Bolivien aufbrechen wollen.
Bei diesem Besuch hatten wir mehr Wetterglück und verbrachten 2 sonnige Tage im Wüstenort. In der ersten Nacht haben wir uns kurzfristig entschlossen, eine Sternentour zu unternehmen. Die Atacamawüste gilt als einer der besten Orte weltweit, um Sterne zu beobachten. Die Voraussetzungen waren auch in dieser Nacht top. Durch die verschiedene Teleskope, welche uns die Guides immer neu einstellten, konnten wir jünger und ältere Sterne/Sternbilder sehen und ganze Galaxien erforschen.🤩 Ok, sagen wir, wir haben die Galaxien gesehen.😅 Leider ist zu dieser Jahreszeit nur ein Teil der Milchstrasse (der Arm des Orion) zu sehen, doch der ist genau so beeindruckend.
Der nächste Tag war reserviert für das Valle de la Luna - das Mondtal. Es handelt sich hier um ein Gebiet, dass der Oberfläche des Mondes am nächsten kommt. Sogar die NASA testete einst ihre Mondfahrzeuge hier. Gerne hätten wir das Gebiet mit dem Fahrrad erkundet, um so viel Freiheiten wie möglich zu haben. Für einmal ging unser Plan aber nicht auf, die nette Dame vom Verleih sagte uns, dass der Einlass mit dem Fahrrad nur bis 13:00 Uhr möglich ist. Es war schon 15:00 Uhr. Etwas entäuscht buchten wir halt eine geführte Tour für diesen Abend durch das Mondtal, es war die einzige übrigbleibende Möglichkeit. Manu wollte das Tal unbedingt sehen. Die Tour war dann auch sehr interessant und die Mondlandschaft echt beeindruckend. Der einzige Wehrmutstropfen war, dass wir mit gefühlten Tausend anderen Touristen zur gleichen Zeit unterwegs waren. Eigentlich gar nicht unser Ding, aber Hey, man kann nicht immer Glück haben. 🤷♂Les mer
Und weiter gehts...
3. mars 2019, Chile ⋅ ☀️ 17 °C
Über den Hito Cajon-Pass nach Bolivien
4. mars 2019, Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C
Früh morgens holte uns der Minibus im Hostel ab und brachte uns von 2500 Meter direkt auf 4500 Meter über Meer auf den Pass Hito Cajon. Adios Chile und Buenvenida Bolivia hiess es beim Grenzübergang auf Passhöhe. Ein kurzes Frühstück in der Kälte und ein Fahrzeugwechsel später waren wir auch schon in Bolivien angekommen. Die kommenden 3 Tage sind wir mit einem Jeep unterwegs und fahren, gemeinsam mit vier anderen Reisenden und einem Guide, quer durch das Wüstenhochland Boliviens nach Uyuni. Unsere Gruppe stellte sich sehr international zusammen - Marc und Veronique aus Paris, Kiko aus Japan, Stephanie aus der Schweiz und natürlich Nefi unser Guide, ein waschechter Bolivianer.
Kurz nach der Grenze hiess der erste Halt Laguna Verde. Sie liegt am Fusse des Vulkanes Licancabur auf knapp 4300 Meter. Dank dem hohen Anteil an Mineralien, Magnesium und Calcium verfärbt sich das Wasser auffällig grün. Normalerweise... wir empfanden es eher als blau. 🤷♂ Nefi erklärte uns, dass auch die Sonneneinstrahlung zu beachten sei.👆 Weiter ging es bergauf, vorbei an der Desierto de Dali (Wüste mit Steinhaufen wie von Menschenhand geschaffen), zum Thermalbad. Wir gönnten uns eine kurze Pause und wärmten uns im warmen Wasser auf. Baden auf knapp 4700 Meter, toll nicht? Noch etwas höher, 4978 Meter zeigte das GPS an, konnten wir dann die heissen Quellen/Geysire bewundern. Während Nefi uns die Gegebenheiten näher brachte, beobachteten wir immer wieder kleine Eruptionen in den Quellen. Das blubbernde Grau wurde von einem leichten Schwefelduft unterstrichen.
Von den Geysiren aus ging es abwärts, geologisch betrachtet, in eine kleine Ortschaft kurz vor der Lagune Colorada. Hier sollten wir unser erstes Nachtlager aufschlagen. Doch unser Hostel hat kurzum entschlossen, lieber zum Karneval zu gehen, als uns zu beherbergen. Die andere Unterkunft im Ort hatte leider auch keinen Platz mehr frei für uns. So assen wir zuerst mal zu Mittag und entschieden danach, in die nächste Ortschaft weiterzufahren. Zuerst fuhren wir aber zur grössten Lagune im Nationalpark, die Lagune Colorada. Sie hat ihren Namen aufgrund der auffällig roten Färbung. Tatsächlich lassen die spezielle Algenart und die vorhandenen Mineralien das Wasser der Lagune rot erscheinen. Ein einzigartiger Kontrast aus Wüste, Schneebergen, saftig grünem Gras und eben der roten Lagune. Das Tüpfelchen auf dem i? Die Lagune beheimatet unzählige Flamingos, welche wir aus nächste Nähe bestaunen durften. Exemplare des Chile-, Anden-, und Jamesflamingo sind hier anzutreffen. Mit vielen Flamingobildern im Kopf machten wir uns auf den Weg nach Villa Mar, das nächste Dorf und unsere letzte Chance auf eine Übernachtungsmöglichkeit. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Unterkunft (gottseidank geöffnet), bezogen unsere Zimmer und fielen kurz nach dem Nachtessen in den Schlaf. Das erste Mal übernachteten wir auf über 4000 Metern über Meer. Dementsprechend war unser Schlaf auch nicht so tief und fest wie normal, wir mussten unserem Körper noch etwas mehr Zeit geben zum akklimatisieren.
Am zweiten Tag brachte uns Nefi nach Uyuni, von wo aus, wir die weltberühmte Salar de Uyuni besuchten - dazu später mehr.😊
Wir fuhren aus Villa Mar los und fanden uns schon bald wieder in einer Umgebung, welche von hohen Steinen und Felsen geprägt war. Einer sah aus wie ein Kamel, ein Anderer wir der Pokal der Fussballweltmeisterschafft. Woher die Natur vor hunderten von Jahren wusste, wie dieser aussehen wird?🤨
Ein kleiner Spaziergang bracht uns beim nächsten Halt zum versteckten See, welcher von hohen Felsvorsprüngen geschützt wird. Ach ja, die vielen Lamas, Guanakos und Vicuñias welche uns immer wieder freundlich und etwas verdutzt anschauen, habe ich gar noch nicht erwähnt. Auf jeden Fall sehr interessant, diese Tiere zu beobachten.
Bevor es zum Zugfriedhof ging, legten wir noch einen kurzen Stopp beim Anakondatal ein und genossen die Aussicht. Der Zugfriedhof befindet sich kurz vor Uyuni. Eigentlich ein grosser Schrottplatz mit alten, rostigen Lokomotiven und Wagen. Kurz danach trafen wir im Nachtlager in Uyuni ein, genossen ein weiteres leckeres Nachtessen und gingen früh ins Bett. Denn das eigentliche Highlight dieses Trips war für Tag 3 eingeplant.Les mer
Salar de Uyuni
5. mars 2019, Bolivia ⋅ ⛅ 18 °C
Der Wecker klingelte um 4:15 Uhr. Wir mussten uns rechtzeitig auf den Weg machen, um den Sonnenaufgang inmitten der Salzpfanne sehen zu können.
Salar de Uyuni, eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Südamerikas. Durch das Austrocknen des Sees vor tausenden von Jahren entstand die Salzpfanne. Die Salzkruste ist bis zu 120 Meter tief. Mit mehr als 11‘000 Quadratkilometern und auf 3650 Meter über Meer, ist sie die grösste und höchst gelegene Salzpfanne der Erde. Meist ist der Salar ausgetrocknet, während der Regenzeit (also jetzt) ist er teilweise ein paar Zentimeter unter Wasser.
Um den Sonnenaufgang zu sehen, fuhren wir ein paar Kilometer in den Salar in den überschwemmnten Teil. Keine Angst, für den Jeep waren die 10-20 Zentimeter Wasser kein wirkliches Hindernis. Zum Glück überredete uns Nefi am Vorabend, Gummistiefel zu mieten. Das Wasser war morgens um 6 doch recht erfrischend. Das Wasser fungierte wie ein riesiger Spiegel, ein leichtes also, auch für uns Hobbyphotografen tolle Bilder zu knipsen.
Nachdem uns die Sonne begrüsste fuhren wir zum ältesten Salzhotel, mitten in der Salar, um zu Frühstücken. Man merkte schnell, dass dies der einzige Frühstückort weit und breit war, es kam ein Jeep nach dem Anderen an. Aber unser Frühstückstisch sah am Besten aus.👆 Nefi tischte uns sogar hausgemachten Kuchen auf - was will man mehr?🤷♂
Zwischen Frühstück und Mittagessen war Zeit eingeplant, um die legendären Salar de Uyuni-Photos zu knipsen. Die Perspektive, welche die Salzpfanne bietet, ist einzigartig und der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So verbrachten wir knapp 3 Stunden mit Photoshooting und Videodreh. Mal im trockenen Teil, mal im überschwemmten Teil. Danach hatten wir aber alle genug vom Modell stehen und waren froh, dass einige der Bilder gelungen sind. Zurück in Uyuni gab es ein reichhaltiges Mittagessen und einen letzten Austausch in der Gruppe.
Wir blieben noch eine Nacht in Uyuni und sahen ein wenig vom Karneval (übrigens sehr ähnlich wie in der Schweiz), bevor es dann mit dem Bus weiter nach Sucre ging.Les mer
Sucre
8. mars 2019, Bolivia ⋅ ☀️ 22 °C
Die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens ist vor allem für ihre Altstadt bekannt. Ihre weissen Gebäude zählen als eines der best erhaltensten Beispiele einer Kolonialstadt in Südamerika. Seit 1991 ist die Altstadt als Unesco Weltkulturerbe bekannt.
Wir haben uns hier für die nächsten 3 Tage in einem Apartement mit wunderbarem Blick über die Stadt eingemietet. Trotz der eher niedrigen Lage Sucres auf 2'800 M.ü.M., kommen wir beim Aufstieg zum Apartement ins schnaufen&schwitzen. Da wir in den letzten Wochen ein bisschen schnell von einem Ort zur nächsten Tour unterwegs waren, nutzen wir die Tage hier, um ein bisschen zu entspannen. Es darf wieder mal ausgeschlafen werden und wir finden auch Zeit etwas feines zu kochen. Die Stadt erkunden wir in einem gemütlichem Spaziergang und auch dem indigenen Museum statten wir einen Besuch ab, bevor es mit dem Nachtbus Richtung La Paz geht.Les mer
Die Stadt der Seilbahnen
13. mars 2019, Bolivia ⋅ 🌧 12 °C
La Paz ist der Regierungssitz Boliviens und mit 3'640 M.ü.M. sogar der höchstgelegenste der Welt. Hier haben wir die letzten 5 Tage verbracht. Zu entdecken gibt es einiges in dieser quirrligen Stadt. Wir starten mit einer Stadtführung in La Paz. Für einmal sind wir nur zu dritt und haben so fast eine private Führung. Es geht vom Parlamentsgebäude, wo wir interessante Informationen über die Vergangenheit Boliviens erfahren, an verschiedenen Kirchen vorbei zum Markt. Dort haben wir die Möglichkeit uns zu stärken. Wir entscheiden uns für ein riesiges Glas frischgepressten Saft (das hier nur CHF 1.50 kostet). Weiter gehts zum modernen Hexenmarkt bevor unsere Stadttour vor dem weltberühmten Gefängnis San Pedro endet. Das Gefängnis, welches mitten in der Stadt steht, wurde für 600 Häftlinge ausgelegt. Heute leben dort rund 3'000 Häftlinge. Das spezielle jedoch ist, dass es im Innern keine Wärter gibt. Die Polizei bewacht das Gefängnis nur von aussen, innen verwalten die Häftlinge alles selber. Gefängniszellen werden gemietet oder sogar gekauft und auch die Familie lebt teilweise mit den Häftlingen zusammen. Es gibt sogar zwei Kindergarten. Lange wussten die Einheimischen nicht, was im Innern des Gefängnisses abging, die Touristen jedoch schon, da jahrelang Touren durchs Gefängnis angeboten wurden. Wer mehr über diese kuriose Anstalt erfahren möchte, dem empfehlen wir bei Youtube das Video "Galileo Gefängnisstadt San Pedro" anzuschauen.
Nach einem kurzen bolivianischen Mittagessen ging es weiter mit unserer Entdeckungstour. Mit dem Minibus ging es zur roten Seilbahnstation. 10 Minuten später sind wir in El Alto, 4'095 M.ü.M. Hier findet heute der riesige Black Market statt. Es ist der zweitgrösste Markt Südamerikas und es würde Tage brauchen, bis man sich alles angeschaut hat. Wir laufen einmal quer durch und den Rest schauen wir uns von der blauen Seilbahn aus an. Wir schweben über die Dächer und haben einen genialen Ausblick über die Stadt. Beim Hexenmarkt ist unser nächster Halt. Die meisten Bolivianer sind zwar heute Christen, aber doch glauben sie noch an Hexenrituale und so muss auch heute noch manches Babylama als Opfer herhalten. Zum Abschluss dieses spannenden Tages haben wir uns noch fürs Cholita Wrestling angemeldet. Cholitas sind die traditionellen Bolivianerinnen in ihren Trachten. Und da sie als sehr stark gelten, beweisen sie sich nun auch im Wrestling. Die Show kann uns jedoch nicht wirklich überzeugen...😏
Die darauffolgenden zwei Tage widmen wir uns den Seilbahnen. Die erste Linie wurde 2014 eröffnet und mittlerweile gibt es ein ganzes Netz mit 10 Linien. Da hat die österreichische Firma Doppelmayer einen guten Auftrag an Land gezogen. Aber auch die Schweizer gingen nicht leer aus: die Firma CWA durfte die Kabinen herstellen. Die Seilbahn hilft nicht nur den Verkehr zu entlasten, wir sind uns sicher, dass sie in ein paar Jahren zur Touristenattraktion wird. Wo sonst kann man eine Seilbahntour mitten über eine Millionenmetropole machen? Und dann noch der unschlagbare Preis von 45 Rappen pro Fahrt (ca. 10 Min Fahrzeit).
Während sich Manu mit Carl zusammen, mit dem wir bereits die Citytouren gemacht haben, auf die gefährlichste Strasse der Welt wagt, geniesst Leandra einen ruhigen Tag in La Paz. Manuels Bericht über die Death Road folgt in Kürze...Les mer
Death Road - ein Überlebender berichtet
14. mars 2019, Bolivia ⋅ 🌧 23 °C
„Camino de la Muerte“ wird sie im Volksmund genannt. 1930 erbaut und lange die einzige Verbindung zwischen dem Amazonas-Regenwald und La Paz. Die Strasse steigt von La Paz auf den La Cumbre Pass, 4670 M.ü.M., und fällt danach auf etwas 1200 Meter ab, um in Coroico (dem Tor zum Amazonas) zu enden. Eigentlich heisst die 80 Kilometer lange Piste Yungas-Strasse, doch die zahlreichen Unfälle mit Todesfolgen brachte ihr den gefürchigen Übernamen des Todes. Bis im Jahre 2007 starben jährlich bis zu 300 Reisende auf dieser Strasse. Danach wurde der Schwerverkehr auf die neu gebaute Umfahrungsstrasse umgeleitet. Heute ist sie nur noch für Mountainbiker und leichte Motorfahrzeuge nutzbar.
Früh morgens machte sich Manu auf den Weg, zusammen mit 3 Mittätern und einem Guide, den Cumbre Pass zu erklimmen. Mit dem Minibuss versteht sich 🤷♂️ - das Mountainbike ist auf‘s Dach geschnallt. Auf 4670 Meter hiess es Vollmontur anziehen, inklusive Helm und Gelenkschoner. Letzte Instruktionen und los gings, vorerst mit Regen, Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die ersten 20 Kilometer waren asphaltiert und wir bekamen Zeit, das Bike kennenzulernen und mit den klimatischen Bedingungen klar zu kommen. Eine kleine Stärkung später (Coca-Tee und Spiegeleisandwich) ging es endlich auf die mystische Strasse, 63 Kilometer auf einer Schotterpiste, nicht breiter als ein Lastwagen. Links ging es meistens Senkrecht den Berg hinunter, rechts hinauf. Ab und zu wurde der Weg von einem Wasserfall oder einem Hangrutsch unterbrochen. Ach ja, der Regen hörte natürlich nicht auf, nass bis auf die Unterwäsche waren wir schon nach 10 Minuten. Gegenverkehr hatten wir an diesem Tag keinen, da die Strasse auf Grund von Hangrutschen für die Autos gesperrt wurde. 🤨
Knapp 3 Stunden dauerte die atemberaubende Abfahrt. Immer wieder legten wir einen Stopp ein, um die Aussicht zu geniessen und ein Erinnerungsbild zu knipsen. Je länger die Fahrt dauerte, desto wärmer wurde es. Am Endpunkt auf knapp 1200 Meter genossen wir angenehme 20 Grad, es war übrigens schon 4 Uhr nachmittags. Ein kurzes Mittagessen und schon ging es wieder zurück in die Kälte nach La Paz auf 3600 Meter.
Zusammengefasst war es ein tolles Erlebnis in einer eindrücklichen Umgebung und wir haben überlebt. 🙏
Kaum vorstellbar, wie sich auf diesem Weg 2 Lastwagen/Busse kreuzen konnten (oder eben auch nicht). Passende Bilder liefert google. 🥴Les mer
Hop on nach Copacabana
16. mars 2019, Bolivia ⋅ 🌧 10 °C
Wir sind jetzt Hopster. Bolivien und Peru machen gemeinsame Sache, zumindest was den Transport angeht. Wir haben uns bei Bolivia/Peru Hop ein Busticket gekauft, welches uns von La Paz (Bolivien) über mehrere Stationen nach Lima (Peru) bringt. Toll ist, dass wir für die Strecke ein Jahr Zeit haben, wir können an den jeweiligen Orten also solange verweilen, wie wir möchten. Jeweils einen Tag im Voraus müssen wir online den nächsten Bus reservieren und schon werden wir von A nach B chauffiert.
Von La Paz ging es nach Copacabana. Nein, nicht zurück nach Rio de Janeiro, auch in Bolivien gibt es ein Copacabana. Es liegt am Ufer des Titicacasees und gilt als wichtigste Pilgerstätte der Bolivianer. Der Titicacasee ist übrigens der höchste schiffbare See der Welt, er liegt auf 3812 Meter über Meer. Wir verbrachten 3 Tage im kleinen Ort und erkundeten die Umgebung. Hauptsächlich Leandra (sie absolvierte ein kleines Höhentraining auf den Hausberg), Manu gönnte sich eine kleine Auszeit und genoss das warme Hotelzimmer (ja, es gab eine Heizung und endlich mussten wir nicht mehr frieren wie in La Paz).
Ein kleines Boot brachte uns auf die nahegelegene Isla del Sol, wo wir eine Nacht verbrachten. Die Sonneninsel spielt in der Mythologie der Inkas eine grosse Rolle, so soll der Sonnengott Inti seine Kinder (die ersten Inkas) hier zur Erde gelassen haben. Sozusagen der Geburtsort der Inkas. Ein spezieller Ort, mitten im Titicacasee - wir genossen hauptsächlich das einheimische, bunte Treiben und die Aussicht vom höchsten Punkt der Insel.Les mer
Isla del Sol
17. mars 2019, Bolivia ⋅ ☀️ 10 °C
Und weiter gehts...
18. mars 2019, Bolivia ⋅ ⛅ 11 °C
Seitenwechsel am Titicacasee
19. mars 2019, Peru ⋅ ⛅ 16 °C
Von Copacabana ging es über die Grenze nach Puno. Wir bleiben noch zwei Nächte auf der peruanischen Seite des Titicacasees. Zwar berichten viele Reisende, Puno sei eine hässliche Stadt und man solle sie wenn möglich auslassen, wir konnten in der Stadt jedoch einige schöne Ecken entdecken.
Ausserdem ist die Stadt als Ausgangspunkt für die Islas flotantes (schwimmende Inseln) bekannt. Wir besuchten die Urus, eine ethnische Gruppe Indigener, welche auf rund 50 Inseln leben, bestehen aus getrocknetem Schilf.
Wir besuchen die Collana Corazon, auf der 5 Familien leben. Nach einer kurzen Erklärung über die Herstellung der Insel durch den Präsidenten, werden wir in das Haus einer Familie eingeladen. Dieses ist winzig klein und besteht aus nur einem Raum. Danach lädt der Präsident der Insel noch zu einer Spritzfahrt mit seinem Mercedes ein. Natürlich ist damit kein Auto gemeint, sondern wie auf einer Insel üblich, ein Boot. Ein spezielles jedoch: wie die Insel besteht das Boot aus Schilf und wurde von den Vorfahren gar als Haus genutzt.
Wir erlebten eine spannende Zeit am Titicacasee, nun hopsen wir wieder an Bord unseres Busses und fahren weiter in die Hauptstadt des Inkareiches.Les mer
Mitten im Inkareich
22. mars 2019, Peru ⋅ ⛅ 17 °C
Willkommen in Cusco, dem Touristenzentrum Perus. 8 Busstunden entfernt von unserem letzten Stopp in Puno, wunderschön mitten in den Anden eingebettet. Auf einem Hochplateau von 3400 Meter liegt die historische Hauptstadt des Inkareiches. Von hier aus verwalteten die jeweiligen Herrscher das ganze Reich, welches in vier Bezirke eingeteilt war. Cusco ist das Zentrum des peruanischen Hochlandes und heute die meistbesuchte Stadt Perus (Macchu Picchu sei Dank).
Die historisch, interessante Geschichte der Stadt könnt ihr gerne selber nachlesen.🙂 Ein wichtiger Punkt in der Geschichte war jedoch die Kolonalisierung der Spanier, deren die Stadt ihre unzähligen Kirchen und Kathedralen zu verdanken hat. Auch viele Bauten der Inka‘s sind noch sehr gut erhalten und deren Bauweise bis heute sehr beeindruckend. So ist die Inkamauer „Calle Hatunrumiyoc“ ein Paradebeispiel für die Technik der fugenlosen Verblockung grosser Steine, welche die Inkas angewendet hatten.
Es war schon Dunkel, als wir in Cusco ankamen. Deshalb erblickten wir die Schönheit der Stadt erst am nächsten Morgen. Wir haben uns ein paar Tage Zeit gelassen, um die historischen Schätze zu entdecken. Viele Gassen und Häuser sind noch Originalbauten der Inkas. Als Erstes schlossen wir uns einer Free Walking Tour an (wie wir das mittlerweile meistens machen in grossen Städten😉) um mehr über die Geschichte und das heutige Leben der Einwohner zu erfahren. Wir besuchten das Cacao - und das Coffee Museum, welche beide sehr interessant und aufschlussreich waren. Die peruanische Schokolade ist zwar gut, kommt aber bei weitem nicht an die Schweizer ran. Auch ein Besuch auf dem lokalen Markt ist schon Gewohnheit, gibt es dort doch immer die besten Früchte und Speisen - wir machten in Cusco keine Ausnahme.
Die meisten Besucher kommen nur aus einem einzigen Grund nach Cusco. Die Stadt ist nämlich der Ausgangspunkt zu den Machu Picchu Ruinen. Mehr dazu im nächsten Footprint.Les mer
Viele Wege führen nach Machu Picchu
24. mars 2019, Peru ⋅ ☁️ 17 °C
Der bekannteste dieser Wege ist natürlich der Inka Trail, eine 4-tägige Wanderung, die für uns nicht in Frage kam, da sie meist gut ein halbes Jahr vorher ausgebucht ist. Dann gibt es noch diverse andere hochpreisige Treks, für die uns unser Budget dann doch zu schade war. Dann wäre da die bequeme Variante mit dem Zug bis nach Aquas Calientes (kleines Dörfchen am Fusse des Machu Picchu) und von dort mit dem Bus. Jedoch ist auch diese Variante recht kostspielig. Also entschieden wir uns für die günstigste und wohl gesündeste Variante.
Von Cusco aus ging es mit einem Minibus über die Death Road Perus, nach Hidroelectrica. Von dort aus liefen wir 11 Kilometer den Bahngleisen entlang bis nach Aguas Calientes, wo wir übernachteten. Am kommenden Morgen war bereits um 4.30 Uhr war Tagwacht und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Machu Picchu. Es war noch stockdunkel als wir mit dem Aufstieg begannen. Es erwarteten uns 1,75 Kilometer Wanderweg, hauptsächlich Stufen, steil den Berg hinauf. Auf 2'400 M.ü.M. angekommen gönnten wir uns eine kleine Pause, wir hatten kein Stress, da wir im dichten Nebel gelandet sind.
10 Min später standen wir an einem der Hauptfotostopps und schauten Richtung Machu Picchu. Alles was wir sahen war jedoch eine weisse Wand.😄 Also gingen wir noch weiter hinauf und beobachteten erstmals die Lamas. Dann konnte man die Ruinen schon einigermassen erahnen. Wir liessen dem Nebel noch ein bisschen Zeit und siehe da: wir konnten endlich einen Blick auf das Gesamtbild werfen. Doch kurz weggeschaut und schon war da wieder die weisse Wand. Also beschlossen wir erstmal zur Inkabrücke hochzulaufen. Über einen schmalen Pfad ging es vorbei an senkrechten Felswänden. Und dann tauchte sie auf, die Inkabrücke. Wirklich unglaublich, wir können uns nicht vorstellen, wie man so etwas an dieser Lage erbauen kann.
Als wir zurück kommen, scheint die Sonne und nun ist auch der Blick auf die Stadt genial. Sogar die Gipfel der umliegenden Berge kann man erkennen. Wir können immer noch nicht fassen, wie gut die Bauten erhalten sind. Schliesslich soll die Stadt bereits 1450 erbaut worden sein. Nachdem wir uns die Stadt von oben angeschaut haben, geht es dann auch noch durch die Stadt hindurch. Wir gehen vorbei an den berühmten 3 Portadas, den espejos de agua (welche die Inka zum Beobachten der Sterne nutzten) und diversen anderen Bauten. Die Aussicht auf die umliegenden Berge ist gewaltig und man kann sich gut vorstellen, weshalb genau dieser Platz für die Stadt ausgewählt wurde.
Auf den letzten paar Metern schlägt das Wetter um, es beginnt zu regnen. Wir machen uns auf den Abstieg. 1763 Stufen zählen wir, das geht ganz schön in die Knie.🙈 Unten angekommen, genau als wir im Restaurant Platz nehmen, beginnt es noch viel heftiger zu regnen. Wir haben also wiedermal Glück gehabt.🙂
Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Rückweg nach Hidroelectrica. Nach wenigen Metern beginnt es wieder zu regnen. Nach gut einem Drittel des Weges, sehen wir eine Menschentraube in ihren Ponchos am Wegrand stehen. Als wir näher rankommen, sehen wir, dass dort wo mal ein Gleis über den Fluss war, nichts mehr ist. Es wurde vom Fluss weggespühlt, die nächsten Tage wird hier wohl kein Zug mehr fahren... Zum Glück hat der Zivilschutz bereits eine Notbrücke gebaut. Nach einigen Minuten, dürfen wir über Baumstämme balancierend, den reissenden Fluss überqueren. Eine 7-stündige Fahrt später, treffen wir wieder in Cusco ein. Wir verbringen noch eine Nacht hier, bevor wir am nächsten Abend in den Nachtbus nach Arequipa steigen.Les mer

489days Reise um die Welt
Beeindruckend.😲 Das haben wir leider auf unserer Reise nicht mehr geschafft. Auch eines unserer nächsten Ziele.😊😊
Machu Picchu
24. mars 2019, Peru ⋅ ☁️ 21 °C
Arequipa
28. mars 2019, Peru ⋅ ⛅ 20 °C
Nach einer kurzen Nacht im Bus, kamen wir bei strahlendem Sonnenschein in Arequipa an. Wie Sucre in Bolivien ist die Stadt bekannt für ihre schöne, von UNESCO geschützte weisse Altstadt. Eigentlich wollten wir von hier aus zum Colca Canyon, doch die Wetterprognosen sagten nur Regen voraus. Da wir schon den grossen Fishriver Canyon in Namibia gesehen haben und noch zum Grand Canyon in den USA wollen, entschieden wir, diesen Ausflug auszulassen. Unsere Zeit in Arequipa verbrachten wir hauptsächlich mit der Planung der nächsten Monate (auch das muss mal gemacht werden😉). Ausserdem besuchten wir die Lamas und Alpacas im Mundo Alpaca, wo uns bei einer Führung gezeigt wurde, wie man Alpacawolle herstellt.Les mer
Nazca Lines Flight
29. mars 2019, Peru ⋅ ⛅ 28 °C
Anfangs 20. Jahrhundert, als Peru die ersten Militärflugzeuge bekam, wurden in der Region um Nazca eigenartige Linien entdeckt, die sich zu Figuren zusammenschliessen. Bis heute bleiben sie eines der grossen Geheimnisse unserer Menschheit. Zuerst dachte man, es handle sich um alte Wege. Doch die Theorie der deutsche Forscherin Marie Reiche, die sich 49 Jahre ihres Lebens den Nazca Linien widmete, besagt die Linien seien da um astronomische Zwecke zu erfüllen. Erst durch Reiche erlangten die rund 1'500 Geoglyphen, welche zwischen 800 vor bis 200 nach Christus entstanden, weltweites Aufsehen und wurden ins Unesco Weltkulturerbe aufgenommen.
Auf jeden Fall wollten wir uns das genauer anschauen und buchten einen Rundflug über die Linien. Für Leandra war es ausserdem eine Premiere in so einem kleinen Flugzeug. Kurz nach dem Abheben kam auch schon die erste Figur: der Wal. Zuerst sahen wir ihn gar nicht, da wir dachten, er sei grösser (aber wir schauen ja schliesslich aus der Luft und die Figuren sind teilweise bis zu 20 Kilometer lang). Bei den nächsten Figuren ging das erkennen besser. Waren wir über einer Figur schwenkte das Flugzeug nach rechts oder links - ein bisschen wie Achterbahn. So schauten wir uns ca. 15 Figuren und die berühmten Wasserlöcher, der Nazcas an.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus weiter und machen einen Halt beim Viewing Tower. Von hier oben kann man zwei der Figuren sehen und eine dritte erahnen. Aber wir sind froh, haben wir den Flug gemacht, denn die Sicht vom Tower ist nicht vergleichbar mit der aus der Luft. Auch wenn nicht wirklich klar ist, wie die Figuren entstanden sind, grossen Eindruck hinterlassen sie bis heute. Nur schade, dass nicht mehr für ihren Schutz getan wird... die Panamericana geht direkt durch die "Lizard" Figur hindurch.😏
Übrigens befindet sich Nazca in der Wüste - es gab also einen heftigen Wechsel was das Klima anbelangt. Am Morgen waren wir noch froh um einen dicken Pullover, am Nachmittag konnten wir es kaum erwarten, endlich wieder die kurzen Hosen anzuziehen.Les mer
Buggy-Tour um die Oase
31. mars 2019, Peru ⋅ ☀️ 30 °C
Nachdem wir in Nasza mit dem Flugzeug unterwegs waren, probierten wir beim nächsten Stopp in Huacachina Sandbuggy und Sandboarding aus. Die kleine Oase ist von meterhohen Sanddünen umgeben und liegt vor der Stadt Ica. In vergangenen Jahren galt das Oasenwasser als heilend und war vor allem für die gut betuchten Leute aus Lima reserviert. Mittlerweile ist die touristische Nutzung so gross, dass zusätzliches Wasser von der Stadt in die Oase gepumpt werden muss.🤷♂
Wie auch immer, wir genossen vor Allem die Aussicht auf die einzige Oase des Landes und verbrachten 2 Tage dort.
Unter Anderem spazierten wir gemütlich um die Oase rum, genossen einen Drink am Pool oder tankten Wärme nach den kalten Tagen in den Bergen.
Das Highlight war eine Buggytour durch die Dünen inklusive erster Sandboard-Erfahrungen. Leider durften wir den Buggy nicht selber fahren - nichtsdestotrotz machte die Fahrt richtig Spass. Es fühlte sich an wie auf einer Achterbahn. Das Sandboarding brachten wir liegend hinter uns (Anfänger halt😉). Wäre da nicht überall Sand würde Leandra gleich nochmals eine Tour buchen.🏄🏽♂
Zum Abschluss wanderten wir noch auf eine der Dünen hoch. Der Abstieg machte natürlich wieder am meisten Spass. In alter Namibia-Manier rannten wir schnurrgerade die Düne hinunter. Nun haben wir neben namibischem auch peruanischen Sand in den Schuhen.😄
Ausser dem vielen Sand gibt es in der Umgebung auch viel Wein. Einem der zahlreichen Weingütern statteten wir einen Besuch ab. Da es für die Spanier anno dazumal zu teuer wurde ihren Wein aus Europa zu importieren, beschlossen sie ihn direkt in Peru herzustellen. Dies wird auch heute noch getan. Zuerst lernten wir, wie Wein hergestellt wird (was für uns natürlich nichts neues ist🤷♂️) und danach degustierten wir ihn. Durch die konstant hohen Temperaturen, ist peruanischer Wein sehr süss (ideal, denn die Peruaner lieben Süsses😉). Uns mundete vor allem der Rosé und der Rote, aber wir sind uns sicher, dass all diese Weine bei uns als Süssweine durchgehen würden.😄Les mer
Ballestas Islands Paracas
2. april 2019, Peru ⋅ ☁️ 22 °C
Und schon steigen wir ein letztes Mal an Bord des Peru Hop Busses und fahren die letzte Teilstrecke nach Lima. Unterwegs gibts noch eine kurze Tour durch Tambo Colorado, eine ehemalige Inka-Siedlung.
Die letzten zwei Nächte verbrachten wir in Paracas. Das kleine Städtchen am Meer, hatte leider nicht so sehr den Charm, den wir uns erhofften. Jedoch kann man von hier aus das Paracas National Reserve besuchen, was wir am ersten Nachmittag auch gleich taten. Ausserdem erreicht man nach etwa 20 Minuten mit dem Boot die Ballestas Islands - auch "poor man's galapagos" genannt. Die Felseninseln beherbergen eine grosse Zahl Guano produzierender Seevögel wie Humboldtpinguine, Guanokormorane, Inkaseeschwalben, Chilepelikane und viele weitere. Zudem konnten wir auch wieder einmal zahlreiche Robben beobachten. Besonders süss waren die kleinen Babyrobben, die gerade Schwimmstunden von ihrer Mutter bekamen. An den Felsen konnten wir zudem Seesterne und grosse Krebse entdecken.
Nun verbringen wir noch ein paar Stunden im Bus, bevor wir die Hauptstadt erreichen.Les mer
Lima
7. april 2019, Peru ⋅ ☁️ 24 °C
In der Hauptstadt Perus verbrachten wir die vergangenen 5 Tage. Neben dem wir einiges administratives regeln mussten und noch letzte Einkäufe für unser nächstes Abenteuer getätigt haben, erkundeten wir die Stadt zu Fuss. Wir hielten uns hauptsächlich im touristischen Stadtteil Miraflores auf. Bei einer weiteren free walking Tour, erkundeten wir aber auch Down Town Lima. Viele Gebäude und Kirchen dort sind unter Denkmalschutz und sehen deshalb noch aus wie zur Zeit der Kolonialisierung durch Spanien, was dem Stadtteil einen besonderen Flair gibt. Natürlich durfte auch der obligate Besuch auf einem Markt nicht fehlen, immer wieder interessant was dort alles angeboten wird.
Miraflores ist dann im Gegensatz sehr modern geprägt. Es gibt fast nur Hochhäuser und an jeder Strassenecke findet man eine bekannte Restaurantketten. Nur wenige Meter von unserer ersten Unterkunft entfernt, befindet sich jedoch ein spezielles Schmuckstück zwischen all den modernen Gebäuden. Es ist Huaca Pucllana, eine Lehmpyramide aus dem 6. Jahrhundert nach Christus. Die ganze Pyramide besteht aus Wänden mit kleinen Ziegelsteinen, das ganze erinnert an ein Bücherregal. Da die Pyramide zugeschüttet wurde, wird sie seit 1983 restauriert. Der ganze Prozess wird jedoch noch 20-25 Jahre dauern.
Nun packen wir die Rucksäcke für unser nächstes Abenteuer: die nächsten Tage werden wir im Amazonas verbringen. Hoffentlich gibt es auch von dort wieder spannendes zu berichten.😉Les mer






























































































































































































ReisendeHei... etz chemid ier de nu im fährnseh. 😂