December 2019 - March 2020
  • Day93

    Carretera Austral

    March 5, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 16 °C

    Chaiten - Puyuhuapi - Coyhaique - Villa Cerro Castillo - Puerto Rio Tranquilo ( - Chile Chico)

    Die Ruta 7, so wie die Carretera Austral auch genannt wird, gehört ab jetzt zu meiner Liste der Topstraßen dieser Welt. Die schiere Weite, die man mit jedem weiteren Blick aus dem Fenster zu Gesicht bekommt, ist unbeschreiblich. Die Ruta 7 ist die einzige (fast) zusammenhängende Straße (mit ein paar Fähren), die Puerto Montt und den Süden in 1350km mit einander verbindet.
    Sie führt durch die zerklüfteten Berge, Fjorde, vorbei an wunderschönen Seen und Feldern des Chilenischen Patagoniens.

    Viele Trampen auf dieser Strecke auch. Ich hab’s auch mal versucht, was mehr oder weniger gut geklappt hat. Ich hab mich mit einem anderen Deutschen zusammen getan um von Puerto Rio Tranquilo nach Chile Chico, der Grenzstadt zu Argentinien, zu trampen. Der erste hat uns schon nach ca. 20 Minuten mitgenommen, aber nur bis zum Abzweig von der Carr. Austral zur Zubringerstraße von Chile Chico.
    Dort warteten wir dann wirklich mitten im Nirgendwo wahrscheinlich ca. 4 Stunden, aber wenigstens am Strand am See und nutzten die Zeit auch noch für ein kleines Bad!
    Irgendwann hielt dann doch noch jemand an, nahm uns aber nur mit in den nächsten Ort, Puerto Guadal, wo wir unser Glück nochmal versuchten, aber gegen Abend hin irgendwann aufgaben und uns einen Platz zum schlafen suchten.
    Der Ort war relativ überschaubar, hatte jedoch drei Supermärkte. Als wir nach den Busfahrplänen fragten, sagte uns jeder, inklusive des Internet, etwas anders. Am nächsten morgen versuchten wir nach einem leckeren Omlett erneut unser Glück. Und auch nur 6 Stunden später (Man höre hier die Ironie des ‚nurs‘ heraus) hat uns ein Colectivo mit nach Chile Chico genommen hat.

    In Chile Chico selbst gab es wenig zu sehen bis auf diesen traumhaften See, der hier schon fast die Gestalt eines Meeres angenommen hat. Am nächsten Tag, nachmittags ging es gechillt nach einem weiteren Bad im See, weiter über die Grenze nach Argentinien, von wo aus wir auch einen Nachtbus mach El Chaltén gebucht hatten. Nach noch einem kleinen Picknick am See ging es ab in den Bus und es hieß nur noch: „Gute Nacht Los Antigous - Guten Morgen El Chaltén!”
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  • Day90

    Lago General Carrera - Marble Caves

    March 2, 2020 in Chile ⋅ ⛅ 18 °C

    Ich bin am Mittag an dem zweitgrößten See Südamerikas angekommen, der an der Carretera Austral liegt. Dieser hat eine Fläche von 1850qm, eine maximale Tiefe von 590 Metern und eine wahnsinnig tief hellblaue Farbe, vielleicht ein bisschen so wie der Lac de Saint Croix.

    Ich habe in dem Ort Puerto Rio tranquilo geschlafen und von dort aus noch an die Hauptattraktion dieses Sees gemacht, die Marmorhöhlen vom Lago General Carrera.

    Zu den Marmorhöhlen sind wir mit einem kleinem Motorboot (leider nur 50PS) durchs blaue Wasser gefahren. Angekommen an der ersten war dieser Blick darauf so unwirklich, da es so aussah als wäre es leicht, vom Wasser, schleifbares Sandgestein aber beim genaueren hinsehen sah man, dass das wirklich Marmor war und es sich auch so angefühlt hat. Von Höhle zu Höhle wurde es beeindruckender und die Farbe sowohl vom Wasser, als auch der weiße Marmor mit verschiedenen Maserungen. Es gab viele verschiedene Höhlensysteme, alle aus Marmor. Am beeindruckendsten war aber wahrscheinlich die Cathedral del Marmol, ein riesiger freistehender Felsen im Wasser getragen nur durch ein paar Marmorsäulen die aus dem Wasser ragen.

    Der See ist auch zum Baden sehr schön, nur halt etwas kalt!

    Das Bergpanorama außenrum, sowie die Schneefelder und kleinen Gletscher ... unglaublich!
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  • Day88

    Parque National Cerro Castillo

    February 29, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Wenn der Wecker morgens um 6:45 klingelt muss man entweder arbeiten/zur Schule oder man hat ihn freiwillig gestellt und geht in Berge (zum Glück mein Fall heute).

    Ich war heute am Fuße des Cerro Castillo, einen wahnsinnig eindrucksvollen zerklüfteten Gebirgsmassiv mit sogar einem kleinen Gletscher am Berg, wandern.
    Um sieben Uhr machte der Park auf und ich wollte natürlich so früh wie möglich loslaufen, was mehr oder weniger geklappt hat, denn Proviant vorbereiten und frühstücken dauert schließlich auch seine Zeit. So wurde aus 7am, 7:45am, was aber kein Problem darstellte, da die Sonne noch nicht aufgegangen war und es am Parkeingang, der nur 5 Minuten von meiner Unterkunft weg lag, noch ruhig war.
    Bei dem Preis der Nationalparksgebühr musste ich erst einmal schlucken, denn 18’000CL$ sind nicht gerade wenig für ein bisschen Natur, aber es hat sich, wie es sich später her rausstellte, auf jeden Fall gelohnt!
    Nach kurzer Info über die Wegweiser lief ich schließlich los im der aufgehenden Sonne durch schöne Wiesen, kleine Wälder bis hin zur kargen Steinwüste am Fuße des Massivs. Die 7,5km und 1000hm lief ich in circa 2 Stunden.

    Oben angekommen war der Blick auf die Türkisblaue Lagune und den Cerro Castillo überwältigend. Ich machte es mir an der Lagune gemütlich, machte Fotos, Kaffee, streckte die Füße ins eiskalte Gletscherwasser und genoss einfach die Ruhe, Natur und die Sonne.

    Nach ein paar Stunden am chillen kam aber auf einmal ein Parkranger und meinte ich dürfte nicht hier sein, ich dachte zuerst, dass das Problem sei, dass ich mich in die Wiese neben dem Weg gelegt hatte, aber nein das war in Ordnung, das Problem das ich nur ein „Tagesticket“ gekauft hatte und die Lagune damit nur von oben anschauen dürfte... WHAT?!
    Jetzt zahl ich schon 20€ Parkeintritt und dann darf ich nicht mal frei wandern?? Naja genug aufgeregt, das kann man an so einem Platz auch garnicht. Ich packte also meine Sachen zusammen und machte mich über das Geröllfeld wieder nach oben.

    Auf dem Rückweg ins Tal traf ich noch auf ein sehr nettes, älteres, deutsches Ehepaar mit denen ich mich super über das viele Reisen unterhalten hab und sie mich schließlich noch zum Abendessen einluden.

    Was für genialer Tag
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  • Day86

    Parque National Queulat

    February 27, 2020 in Chile ⋅ ☁️ 8 °C

    Morgens um 6:30 aufstehen um den Bus um 7 Uhr zu erwischen um zum Nationalpark zu kommen, und dann fest zu stellen, dass der Bus schon um 6 Uhr gefahren ist - Ein toller Start! Aber naja man muss es hier in Südamerika, und vorallem in Patagonien, alles ein bisschen mehr „tranquilo“ (mit Gelassenheit) nehmen, sonst könnte es manchmal schon zum Burnout kommen.

    Um neun sind wir dann schließlich mit einem Collectivo zum Nationalpark von Queulat gefahren. Der Eintritt ist teuer aber es lohnt sich auf jeden Fall. Die Wanderung zum Aussichtspunkt auf die Hauptattraktion führt durch einen dichten Wald aus moosbewachsen Bäumen, Bambus und anderen Pflanzen und ist allein schon spektakulär einfach so da durch zu laufen.

    Oben angekommen hing der Queulatgletscher noch in den Wolken und die beiden Wasserfälle sahen so aus als würden sie aus dieser herausfließen. Nach ein bisschen warten klarte es aber dann endlich auf und die Sicht auf den hängenden Gletscher wurde frei und war einfach nur der Wahnsinn! Das fast schwarze Gestein der Berge, das Grün der Wälder, das Türkis der Lagune und das unglaublich leuchtende Blau des Gletschereises gaben zusammen ein wunderschönes Farbspiel.
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  • Day85

    Fährfahrt Quellón - Chaiten

    February 26, 2020, South Pacific Ocean ⋅ ☀️ 13 °C

    Die Fahrt von Quellón mit der Fähre von Naviera Austral war echt super schön! Der Blick auf die Berge in weiter Ferne, das offene Meer und die restliche Landschaft!

    Auf offener See hatte es knapp 5 Windstärken und ein bisschen Seegang, eine Vomex A zur Prophylaxe ist hierbei sehr zu empfehlen.

    Kurz sind auch mal zwei Delfine mit geschwommen.
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  • Day84

    Castro - Isla Grande de Chiloé

    February 25, 2020 in Chile ⋅ ⛅ 15 °C

    Ich bin gerade auf der zweitgrößten Insel von Chile, auf Chiloé, und wohne in dem Ort Castro, der auch die Hauptstadt von Chiloé ist. Die Fahrt durch die Landschaft der Insel von Ancud im Norden nach Castro in der Mitte war sehr schön und grün.

    Bekannt für die Region sind die zahlreichen Holzkirchen von denen auch einige unter dem Schutz der UNESCO stehen. In Castro steht die Iglesia San Francisco, die von außen eher ungewöhnliche, meiner Meinung nach auch hässliche, Fassadenfarben hat, nämlich lila und gelb. Von Innen ist diese Kirche aber umwerfend, einfach, schön. Der komplett aus Holz bestehende Innenraum ist durch viele Fenster, hohen Decken und unterm Altar auch einer kleinen Kuppel geschmückt. Man fühlt sich hier irgendwie sehr warm und zuhause, im Gegensatz zu manchen gotischen Sakralbauten, wie zB dem Stephansdom in Wien, die durch die Dunkelheit, viel Stein und enormer Größe eher kalt und mächtig wirken, aber natürlich hat jede Architektur seinen Charme.

    Ein weitere bekannte architektonische Attraktionen von Castro sind die Stelzenhäuser am Fuße der Bucht und ich wohne sogar in einem. Die Bucht verändert durch die Gezeiten alle 6 Stunden komplett ihre Gestalt, da durch einen großen Tidenhub von mehr oder weniger 5 Metern, sehr viel Wasser bewegt wird. Bei Ebbe ist in der Bucht fast kein Wasser mehr und bei Flut brauchen die Stelzenhäuser ihre Stelzen auch wirklich, da jetzt alles voller Wasser steht...sehr interessant. Einen Bildervergleich gibt es unten.

    Bekannt für die Insel ist außerdem der Lachs, also konnte ich um ein sehr leckeres Lachsceviche nicht drumherum kommen.
    Ceviche ist ein bekanntes Fischgericht aus Peru, aber auch viel in Chile kopiert, bei dem roher Fisch mit Zwiebeln, Chili und Limettensaft serviert wird.

    Morgen geht es für mich weiter in den Süden der Insel nach Quellón, von wo aus ich eine 12 stündige Fährfahrt zurück ans Festland, nach Chaitén, vor mir habe. In den nächsten Tagen fahre ich dann weiter die berühmte Carretera Austral in den Süden. Dabei werden meine Ziele der Cerro Castillo und die Mamorhölen im Lago General Carrera von Puerto Rio Tranquilo aus sein. Danach kehre ich zurück nach Argentinien und werde mich dort, in El Chaltén, mal wieder etwas mehr dem Wandern zu wenden. Dazu aber in anderen Footprints mehr.
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    Schaut ja alles super aus. Gute Weiterreise.Gut dass du nicht seekrank wirst.LG Gabi

    2/26/20Reply
     
  • Day81

    Puerto Varas

    February 22, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 22 °C

    Der Ort liegt wunderschön direkt am See und neben dem Osorno Vulkan. Die Häuser sind schön bunt und die meisten erinnern an einen alten deutschen Ort, da die Häuser meistens geschindelt sind. Die neueren sehen aber eher aus wie aus einem typischen amerikanischen Vorort.

    Ich war eine schöne lange Runde schwimmen im See und der Sonnenuntergang war echt der Hammer!

    Schöner Ort, aber irgendwie voll unfreundliche Menschen die dort Leben!
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  • Day79

    Villarica Volcano

    February 20, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 16 °C

    Um 6am machten wir uns mit ein paar anderen und unseren Guides auf zum Fuße des Vulkans. Die Sonne war noch nicht aufgegangen und es war ein bisschen kalt. Unten angekommen sind wir auch relativ schnell losgelaufen und nach ein paar Metern laufen wurde es auch schon wärmer. Es ging nun durch eine Geröll und Vulkansandpiste den Vulkan nach oben, Stunde für Stunde.

    In der Mitte angekommen fingen die für den Vulkan üblichen Schneefelder, die uns den Runterweg erheblich vereinfacht haben, dazu aber später. Wir zogen also unsere Steigeisen an und nahmen den Pickel in die Hand und liefen so in Serpentinen den Berg weiter nach oben. Schritt für Schritt.
    Kurz unter dem Kraterrand stoppten wir ein letztes Mal um uns von den Steigeisen zu befreien und dann das letzte kleine Stück bis zum Gipfel zu gehen.

    Oben am Krater mussten wir wegen den giftigen vulkanischen Gasen Gasmasken aufziehen, was sehr so wie bei Erstexpedition als nach einer normalen geführten Tour auf einen Vulkan aussah. Der Blick in den tiefen Krater des aktivsten Vulkans Südamerikas war nicht von dieser Welt, genau so wie die ganze Landschaft da oben. So stell ich es mir auf dem Mond vor, nur halt mit schwarzem Himmel.
    Wieder das kleine Stück runtergelaufen, bis zur Schneefeldgrenze, warte dort eine schon vorher bekannte Überraschung auf uns. Wir mussten den beschwerlichen, durch starken Wind geplagten Hochweg nicht wieder runterlaufen sondern konnten auf einem Rutscher die Schneefelder den Vulkan herunterrutschen...wuhuuuu!
    Das war fast das beste an der Tour und so viel Spaß gemacht, siehe Video was aber nicht das schnellste war.

    War auf jeden Fall eine Hammer Erfahrung!
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    Mega cool, Neid Neid Neid...liebe Grüße Gabi

    2/21/20Reply
     
  • Day78

    Heurquehue Nationalpark

    February 19, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 14 °C

    Ein Nationalpark von dem man nichtmal den Namen richtig aussprechen kann - aber war sehr schön hier!

    Morgens um 8:30 sind wir mit dem Bus zum eine Stunde entfernten Nationalpark gefahren, um uns dann auf dem Weg zum Cerro San Sebastián zu machen, einem Gipfel mit traumhafter Rundsicht auf alle möglichen Landschaften. Der Weg nach oben schlängelte sich zuerst durch einen Wald aus den für hier typischen Nadelbäume ( ) und Bambus, eine strange Mischung. Irgendwann tat sich der Wald aber auf und man lief weiter über eine relativ ebene Bergwiese, dass ging aber nicht lange so. Denn nach kurzer Zeit ging es wieder in den Wald der immer wieder mit großen Felsen durchzogen war. An der Baumgrenze musste man dann hin und wieder auch mal ein bisschen klettern. Auf einem Steinvorsprungen haben wir dann unser Mittagessen gegessen.

    Danach mussten wir aber natürlich noch auf den richtigen Gipfel, also machten wir uns noch einmal für 15 Minuten auf den Weg und das hat sich gelohnt. Der Ausblick von oben war einfach nur gigantisch. Überall um uns herum die Vulkane und Seen aber auch die Gipfel der anderen Berge.
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  • Day77

    Pucón - Ein kleines Dorf am See

    February 18, 2020 in Chile ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach einer durchzechten Nachtbusfahrt von Santiago über 10 Stunden in Pucón anzukommen und noch vor dem Sonnenaufgang schon mal einen Blick auf den gewaltigen Villarrica Vulkan zu erhaschen, das ist einfach der Hammer!
    Mein Hostel, das Chili Kiwi Lakefront Hostel, lag direkt am See, also schön nah zum Baden!

    Beim morgendlichen Kaffee im Hostel habe ich einen netten Italiener kennengelernt mit dem ich dann einfach die nächsten Tage verbracht hab.

    Noch am selben Tag machten wir uns auf zu einem nahe gelegenen Wasserfall, den den Salto Claro. Der Weg dahin war unspektakulär, aber dieser Wasserfall wie er in einem Strahl aus der Höhe in die Lagune fällt, entschädigt schon sehr dafür. Natürlich musste ich auch hier ins Wasser gehen, obwohl das Wasser eher einem Eiswürfel nahe kommt. Nach ein paar Zügen durch das Becken hin zum Wasserfall und wieder zurück musste ich mich erstmal wieder in der noch vorhandenen Sonne aufwärmen, aber das war es wert! Zurück sind wir dann auf einer Ladefläche eines Pickups in den Ort gefahren.

    Am Abend sind wir mit Chips und einem Sixpack Bier, mit einem Kajak auf den See rausgepaddelt und dort einfach mit ein bisschen Ukulele den Sonnenuntergang mit Blick auf den Vulkan genossen!

    Der Ort Pucón ist wirklich nett. Es gibt hier viele Outdoor und Bergsportläden aber auch Restaurants und Bars, trotzdem fühlt es sich nicht wie eine Touristenhochburg aus. Der Lago Villarrica ist wirklich sehr schön, viele Segel- und Motorboote aber auch hin und wieder mal ein Paddler.
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