Nepal
Nuwakot

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Travelers at this place
    • Day 152

      Beim Stierkampf

      January 15, 2020 in Nepal ⋅ ☀️ 21 °C

      Wir fahren mit einem Jeep über abenteuerliche Straßen in das ca. 80 km entfernte Taruka. Als wir bei Dunkelheit ankommen, wartet unsere Gastfamilie und einige Nachbarn schon gespannt auf die exotischen Gäste. Wir bekommen einen roten Punkt auf die Stirn gemalt und Blumen umgehängt.
      Das kleine Dorf liegt auf einem Berg, so dass wir einen schönen Blick auf das Tal bzw. den Nebel unter uns haben. Um den Boden nutzen zu können, haben die Nepalesen Terrassen angelegt um Gemüse anzubauen.
      Samuel liebt es in hoher Geschwindigkeit auf dieser Riesentreppe herum zu klettern. Aber auch Senioren überwinden hier wie selbstverständlich die sehr steilen, unbefestigten Pfade. Die Menschen leben hier noch etwas bescheidener als in Sibirien, kochen das Essen auf einem Lehmofen und haben keinerlei Heizung.
      Es gibt genau eine, dafür sehr schmackhafte Mahlzeit, die wir zweimal am Tag bekommen. Sie besteht aus Reis, Gemüse, Linsensuppe (Dahl) und im besten Fall etwas Rohkost (Karotten und Rettich).
      Am nächsten Tag besuchen wir den Stierkampf, der wenige Meter entfernt auf einer besonders großen Terrasse stattfindet.
      Bei dieser landesweit beachteten Veranstaltung treten jeweils zwei Stiere gegeneinander an und kämpfen Kopf an Kopf unblutig gegeneinander. Verloren hat der Stier, der als erstes davon läuft. Der Kampf dauert manchmal wenige Sekunden, manchmal fast eine Stunde. Die Stiere haben nicht immer Lust zu kämpfen, so dass die Besitzer sie auch mal dazu überreden müssen. Einige Zuschauer stehen so nah an den kämpfenden Tieren, dass sie den rückwärts laufenden oder davon galoppierenden Stieren ausweichen müssen. Aber der Kampf lässt sich auch sehr gut aus sicherer Entfernung auf höher liegenden Ebenen beobachten. Es sind zwar Zuschauer aus ganz Nepal gekommen, aber soweit wir sehen können, sind wir die einzigen Bleichgesichter, die das Spektakel verfolgen.
      Nach drei Tagen verabschieden wir uns von unserer sehr freundlichen Gastfamilie um weiter zu den Eltern unseres Guides zu fahren.
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    • Day 10

      Ab in die Berge ⛰☀️

      January 18, 2023 in Nepal ⋅ ☀️ 5 °C

      Nachdem die eh schon recht spontanen Schulferien jetzt noch verlängert wurden (due to a festival) haben wir uns letztes Wochenende spontan dazu entschieden noch ein paar Tage dem Großstadtgetummel zu entfliehen und hinauf in die Berge zu steigen. Die Lunge dankt 🙏🏼

      Das Trekking-permit für den Langtag Nationalpark haben wir grad noch so rechtzeitig bekommen, weil (due to another festival) die Büros zunächst zwei Tage geschlossen waren. Dank der Hilfe von Ang Kami konnten wir dann aber am Montag früh mit einem Jeep nach Dhunche aufbrechen. Unser Fahrer fährt die Strecke jeden Tag, kennt sich also bestens aus. So brauchen wir für die 120km nur knappe 4 Stunden und können mittags in Dhunche (1940m) aufbrechen und die knapp 1400hm nach Sing Gomba (3320m) aufsteigen. Hier kommen wir in der Lodge einer sehr netten Familie unter und genießen schon jetzt die Ruhe und die klare Luft hier oben.
      Am nächsten Morgen gehts weiter rauf. Ziel sind eigentlich die auf 4300m gelegenen Gosainkund-Seen. Dort angekommen, schließen gerade die letzten beiden Männer ihre Hütten ab, um für ein paar Wochen zu ihren Familien ins Tal zu gehen. Es ist nämlich absolute off-Season und dort oben war seit 15 Tagen kein Bergsteiger mehr zu Gast.
      Naja, dann gehts für uns halt eben noch bissl weiter rauf zum Laurebina-Pass (4660m).

      Da wir so schnell von Kathmandu aus in diese Höhe aufgestiegen sind, merken wir natürlich die dünner werdende Luft, es geht uns aber beiden ganz gut, sodass wir unseren höchsten Punkt des Treks genießen können.
      Die Vegetation hier lässt nicht vermuten, dass wir so hoch oben sind. Vergleicht man es mit der uns bekannten Landschaft in den Alpen, dann denkt man, gute 1500m tiefer zu sein. Nur der kalte Wind und die dünne Luft machen einem immer wieder klar, dass man fast so weit oben ist, wie der höchste Punkt der Alpen. Und dann steht man noch nicht einmal auf einem Gipfel, sondern überschreitet einfach nur einen kleinen Pass. Links und rechts ragen die Gipfel über einen hinaus, der beim Aufstieg immer wieder zu erhaschende Blick auf den Himal-Hauptkamm macht uns den Gigantismus dieses Gebirges so richtig klar. Wow! So beeindruckt war ich bei einer Passüberschreitung noch nie! Ein schöner Vorgeschmack auf unseren großen Trek im März.
      Wir steigen dann noch knapp 1000hm ab bis nach Phedi, wo eine der beiden Hütten geöffnet hat und uns aufnimmt. Der Mann, der hier oben lebt, steigt niemals ab. Es ist schon ein hartes Leben hier oben auf 3700m. Die Gäste sind ihm die letzten zwei Jahre leider ausgeblieben, aber auch Covid hat ihn nicht erreicht. „No people - no covid“ sagt er mit einem Schmuntzeln.
      Zum Abendessen gibts bei uns immer eine schön wärmende Nudelsuppe und Tee.

      Nach einer kalten Nacht gehen wir am nächsten Morgen früh los und laufen mit einigen Gegenanstiegen bis nach Magingoth (3280m). Auf halber Strecke treffen wir einen Hund an, der uns ab hier zwei Tage lang begleitet. In Magingoth bleiben wir im Guesthouse einer netten Dame. Überall sind wir die einzigen Gäste und auch sonst treffen wir kaum Menschen unterwegs. Normalerweise kann man den Trek zu dieser Jahreszeit auch nicht machen, da am Pass oben sonst hüfthoher Schnee liegt. Dieses Jahr hat’s allerdings gar keinen Schnee…
      Wir steigen immer weiter ab und verbringen die letzte Nacht in einer kleinen Lodge etwas unterhalb des Dorfes Chipling.
      Von hier fährt jeden Morgen ein Bus nach Kathmandu, welchen wir nehmen und knappe 4 Stunden zurück in die Hauptstadt fahren. Die „Straßen“, besser gesagt Wege, auf denen der Bus fährt sind abenteuerlich. Wir sind etwas zu früh an der Bushaltestelle und müssen ca 15 Minuten auf den Bus warten. Da winkt uns die Frau, die daneben wohnt kurz zu sich und bietet uns eine Tasse Schwarztee auf ihrem windgeschützten Platz vor der Hütte an. Dieser Moment ist bezeichnend für die Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit der uns die Menschen hier jeden Tag begegnen. „You know, we are all one community“, sagt ein anderer Wartender.

      Zurück in Kathmandu im Haus Namaste freuen wir uns auf eine Dusche, waschen unser Zeug durch und gewöhnen uns wieder an das Gewusel der Stadt.
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    • Day 54

      Day 8 - Langtang trek

      March 28 in Nepal ⋅ ☁️ 26 °C

      This day was technically still part of the trek, but it was just our travel back which ended up being quite eventful.

      Dil Man had managed to get us a private jeep ride back to Kathmandu, instead of taking the public bus, but for no extra cost (just a tip for the driver). It was faster, so we left the village at 11 am and hit the road. The shortcut we'd been told the day before was going to have better roads "as they weren't under construction", however, we quickly realised they should have been. They were just bumpy dirt roads that followed the cliff valley, sometimes passing ANOTHER hydro-dam. The amount of bouncing about I did on those roads I'm surprised I didn't have bruises. Sometimes we'd hit a perfectly asphalted road where the driver would speed up to 80 km only for it to end in more dirt road 10 seconds later, no exaggeration. (The longest one we were on was for 30 seconds, Nico timed it).

      After stopping for lunch and eating Dal Bhat, we were then on asphalt the rest of the way. To avoid the construction coming into Kathmandu, we took an alternative more scenic route which took us way, way up into a mountain to then come back down into Kathmandu valley. We went so high a very thick fog surrounded the car, and for all the skill of the driver, he loved to go way too fast and overtake any vehicle he saw, which was quite nerve-racking on the bad road conditions. The tension of the drive came to a peak for me when we witnessed an accident right in front of us.

      A man, with a lady on the back, was driving a scooter up these long winding roads in the mountains before Kathmandu valley. Going around one sharp bend, he avoided an incoming car but lost the balance of his motorbike sending him and his lady skidding to the ground. We saw all of this from behind him and the driver slowed, but then overtook them and carried on. We were all shocked at what we'd seen and I wanted to get out and help as the driver was half under his motorbike, but the driver warned us that if we stopped and helped, the police would likely arrest us thinking we had something to do with it. He also made excuses that he thought he might have been drunk, however, I think it was just a simple loss of balance. I hid my tear of shock and remorse that we didn't stop and help as the others continued to discuss the particulars. To be fair, the lady at the back was fine, she was already standing shouting at the driver in anger over having crashed at all and he was conscious and already trying to lift the bike off himself as we passed them, so I think they probably were okay. But it pained me a lot to be so heartless and not even considering helping, which I know if it had been me I'd have been very shaken and wanted assistance.

      We arrived in Kathmandu in one piece and said goodbye to Dil Man and the other two Danish guys. It felt weird walking away from people that we'd spent so much time with over the last few days.

      We checked back into the last hotel we'd been at where we left some stuff and then headed out for delicious buffalo steaks which I'd been desiring the whole hike.
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    • Day 132

      Gosain kunda

      May 5, 2023 in Nepal ⋅ ⛅ 4 °C

      Après le repos a pokhara et le changement stratégique de chaussures de Léa pour ne plus avoir mal aux pieds on est repartis pour une bonne semaine de rando dans le massif du Langtang, au nord de Kathmandu. Cette fois on décide de faire ca dans l'illégalité et de ne pas prendre de guide. La police locale est compréhensive donc on ne se retrouve pas dans une prison népalaise et ca c'est plutot cool.
      Ensuite direction gosain kunda, lac sacré a 4300m d'altitude où, selon la légende, dormirait shiva.
      Sur le trajet on apprend que ca va etre la pleine lune et qu'un groupe de 200 népalais montent aussi pour faire un festival et se baigner dans le lac. Donc après 3 jours de montée dans la neige, la pluie et la brume on reste deux jours au sommet pour faire la fête avec eux.
      Ils fonctionnent un peu différement de nous vus comment ils ont l'air de s'amuser a monter pieds nus dans la neige.
      On se fait pleins de nouveaux copains et surprise heureuse, il fait super beau, donc on crame comme du cochon roti aussi. Avec les deux metres de neige tombés juste avant, c'est un peu compliqué de passer le col qui nous aurait permis de redescendre directement a pied sur la vallée de kathmandou donc on doit rebrousser chemin, et après un petit detour par la vallée du langtang on reprend un bus pour la capitale.
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    • Day 4

      Chisapani-Nargakot Trek Tag 1 ⛰️🥾

      September 6, 2023 in Nepal ⋅ ☁️ 22 °C

      Der Wecker klingelte um 06:40 Uhr, die Sonne scheint und nachdem ich meine Sachen zusammengepackt habe gab’s noch ein kurzes Frühstück im Hostel, wo Rasu schon auf mich wartete. Dann fuhren wir gehen 7:40 Uhr mit dem Taxi ca. 45min zu dem Ausgangspunkt des Treks, Sundarijal Shivapuri Uttarakhanda. 🚙⛰️
      Vorbei am Gate des Nationalparks ging es zunächst unzählige Treppen durch den Wald und immer wieder durch kleine Siedlungen. Aufgrund der zurückliegenden Regenzeit sind die Flüsse gut gefüllt und wir sehen sogar einen tollen Wasserfall. Auch die Pflanzenwelt ist vielfältig und üppig grün: große Bäume, viele Sträucher, Bananenstauden, Chayote Bäume(Kürbisähnlich), Marihuana, Sojabohnen,.. 🌿🌱
      Nach 1,5h machen wir einen kurzen Stopp, ich bestellte einen Mint tea und dafür geht die nette Frau dann erst mal los zum Minze pflücken, frischer geht’s nicht.☺️🍵
      Der Weg führte weiter durch den dichten Wald, schon fast ein bisschen wie Dschungel, es geht auf und ab. Gegen 13:15 Uhr erreichen wir dann schon Chisapani, ca. auf 2165m, wo sich unsere Unterkunft befindet. Hier hat man einen sehr schönen Blick auf die umliegenden Berge und Mais- und Reisfelder. Das Zimmer ist sauber (aber in meiner Lieblingsfarbe pink 😅) und sogar mit eigenem Bad. Ich muss sagen ich war etwas überrascht, dass der Trekkingtag schon vorbei war. Nachdem wir in der Unterkunft dann ein Dal Bhat gegessen haben, habe ich gefragt ob wir am Nachmittag noch ein kleines Ründchen gehen können um die Gegend zu erkunden. Rasu ist super nett daher - gesagt getan! Es war sehr schön da nachdem sehr waldgeprägten Tag nun ein schöner weiter Blick auf die Berge in der Ferne und die Felder geboten war. Aufgrund der Kürze der Zeit vor Start des PJ Tertials ist sich zeitlich leider ein alpiner Trek bzw. nahe an den hohen Bergen nicht ausgegangen. Aber auch so war es ein sehr schöner erster Tag und abends zeigten sich doch noch ein paar schneebedeckte Gipfel in der Ferne. 😍Nach dem Abendessen geht es dann bald ins Bett, der morgige Tag soll wieder bald starten. ☺️

      Fun Facts:
      - In Nepal gibt es keine Ampeln, an den großen Kreuzungen stehen ca. 3 Polizisten, die den Verkehr leiten
      - Plastiktüten sind verboten und daran wird sich wirklich gehalten! Wenn man etwas kauft bekommt man einen Stoffbeutel
      - 1l Benzin kostet ca. 1,30€
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    • Day 187

      Vipassana

      December 14, 2019 in Nepal ⋅ ⛅ 13 °C

      Entschuldigt die Verspätung, aber mit diesem Beitrag habe ich mich etwas schwer getan. Zum einen ist es nicht einfach, die letzten 10 Tage zu beschreiben, zum anderen sehr persönlich. Starten wir also erst mal mit dem Versuch einer generellen Erklärung (wenn es teilweise etwas holprig klingt - man kann nicht alles 1:1 aus dem Englischen übersetzen). ;)

      Vipassana bedeutet wörtlich, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Es ist eine über 2500 Jahre alte Meditationstechnik, die aus dem Buddhismus stammt, aber nicht an eine Konfession gebunden ist. Populär gemacht wurde sie seit den 70er Jahren von S.N. Goenka, der von Indien ausgehend Zentren auf der ganzen Welt gründete.

      Ziel ist es, sich von seinem Leiden zu befreien und in Frieden und Harmonie zu leben. Die Technik basiert auf der Annahme, dass allem Leiden Negativität/Unreinheiten des Geistes zugrunde liegen. Diese entstehen, weil Dinge geschehen, die man nicht möchte (man reagiert mit Abneigung/Aversion) oder Dinge nicht geschehen, die man möchte (man reagiert mit Verlangen). Um ein glückliches Leben führen zu können, sollte man sich folglich von dem Gefühl von Aversionen oder Verlangen befreien. Dies könnte man durch Ablenkung tun, damit verlagert man das Problem allerdings nur ins Unterbewusstsein (dürfte jeder von uns kennen ;)). Besser ist es, sich dem Gefühl zu stellen, indem man es beobachtet. Das sollte allerdings geschehen, bevor es wirklich ins Bewusstsein gelangt, weil es dann oft schon zu spät ist. Wie beobachtet man also ein Gefühl im Unterbewusstsein?
      Indem man sich den Zusammenhang zwischen Körper und Geist zunutze macht.
      Vipassana geht davon aus, dass jede Unreinheit des Geistes Auswirkungen auf der physischen Ebene hat. Einerseits führt sie zu einer Veränderung des Atem, andererseits zu weiteren biochemischen Reaktionen, die sich wahrnehmen lassen. Die Wahrnehmung/Empfindung solcher feinen Veränderungen soll durch die Meditation erlernt werden.

      Im Grunde ein sehr einleuchtendes Konzept, das sich ja auch in zahlreichen modernen Texten wiederfindet - unglücklich machen uns nicht die äußeren Umstände, sondern unsere inneren Reaktionen darauf.

      Und auch die eigentliche Technik, mit der während der Mediation gearbeitet wird, dürfte einigen bekannt vorkommen: Atembetrachtung und Bodyscan.
      Achtsamkeit ist also keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. ;)

      Konkret sah das Ganze so aus: An Tag 0 sind wir Teilnehmer (etwa 60 Frauen und etwas mehr Männer) mit Bussen zum Zentrum gefahren worden, das etwas außerhalb von Kathmandu auf einem Hügel liegt. Das Zentrum selbst besteht aus einer Meditationshalle und zwei separaten Bereichen für Männer und Frauen (die werden während der gesamten Zeit strikt getrennt), die jeweils in mehrere Schlafbaracken und eine "Dining Hall" unterteilt sind. Die Schlafgelegenheiten sind Räume mit circa 10 Betten, wobei Bett eine Holzplatte auf 2 steinernen Füßen bedeutet, auf die je eine dünne Auflage gelegt wurde. Ein bisschen so, als würde man auf einem Tisch schlafen. ;)

      Das Programm hatte ich euch ja schon gezeigt, und der Ablauf war jeden Tag der gleiche: um 4 Uhr ertönte ein Gong zum Wecken, der aber leider so leise war, dass die Helfer in der Regel noch einmal durch die Räume liefen und die letzten persönlich wecken mussten. Dann schnell in den Waschraum, kaltes Wasser ins Gesicht und von 4.30-6.30 Uhr die erste Sitzung in der Meditationshalle. Danach Frühstück - auf nepalesische Art, das heißt Reis, Hülsenfrüchte, kein Kaffee, aber immerhin 2 Scheiben trockenes Brot. Von 8.00-11.00 Uhr die nächste Sitzung, dann Mittagessen. Wiederum Reis, Hülsenfrüchte und Gemüse. Alles auf Blechteller und -näpfe verteilt und auf Hockern an langen Tischen eingenommen. Eine Mensa oder Kantine ist Luxus dagegen, das hatte eher Knastatmosphäre. Übrigens nicht nur beim Essen und Schlafen - auch ansonsten war der Blick vom Hügel durch die Gebäude verstellt, in den Pausen konnte man wie ein Tiger im Käfig auf etwa 200m Wegen durch den Frauenbereich spazieren, jeder Regelverstoß (zu spät kommen, Beine ausstrecken, ein versehentliches Wort) wurde sofort getadelt. Nach dem Mittagessen Pause bis 13 Uhr, die man in der Regel zum Duschen (da hieß es schnell sein, um eine der 4 Duschen mit warmem Wasser zu ergattern) oder Schlafen (auf dem Boden vor der Halle, da es zwar nachts empfindlich kalt, tagsüber in der Sonne aber schön warm war) genutzt hat.
      Von 13-17 Uhr dann der schlimmste Teil des Tages: 4 Stunden Meditation mit zwei fünfminütigen Pausen. Danach Tee, und für die neuen Teilnehmer 2 Stücke Obst, die Wiederholungstäter bekamen nach 11 Uhr nichts mehr zu essen. Von 6-7 wieder Meditation, danach Diskurs. Dazu wurden Videos eines Vortrags von S.N. Goenka aus dem Jahre 1991 abgespielt, in denen er die Technik und die Hintergründe erläuterte. Auch das übrigens auf dem Boden sitzend, und auch hier hieß es wieder schnell sein, da im Videoraum etwa 10 Plätze vorhanden waren, auf denen man sich zumindest an der Wand anlehnen konnte. Nach dem Diskurs nochmal eine halbe Stunde Meditation, dann endlich ins Bett. Geschlafen wurde in der Regel um 10, bis es um 4 wieder von vorne losging.

      In den ersten 2 Tagen sollte lediglich der Atem beobachtet werden, und zwar nur rund um die Nase. Am dritten Tag wurde der Konzentration weiter fokussiert auf den Bereich unterhalb der Nasenlöcher. Ab dem vierten Tag ging es dann, nachdem idealerweise die Wahrnehmung bereits geschärft wurde, mit dem eigentlichen Vipassana los. Hierbei wird der gesamte Körper nach Empfindungen abgesucht, von Kopf bis Fuß und wieder zurück. Die Idee ist, dass man zunächst nur grobe Eindrücke wahrnimmt (Schmerzen, Berührung, Hitze, Kälte etc.), aber nach und nach in tiefere Schichten des Bewusstseins vordringt und damit auch feinere Empfindungen erspüren kann, bis man während des Scans nicht mehr auf Hindernisse stößt, sondern der Körper im Prinzip nur noch aus Vibrationen besteht.
      Die körperlichen Empfindungen spiegeln alte, festgesetzte Reaktionsmuster wieder - Aversionen und Verlangen. Dadurch, dass man sie ohne zu werten oder zu reagieren beobachtet und dabei ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass alles im Leben kommt und geht, also einem permanenten Wandel unterliegt, kommen diese festgefahrenen Reaktionsmuster an die Oberfläche, man kann sie aufbrechen und ablegen.

      Soviel zur Theorie, wie gesagt etwas hölzern übersetzt und stark vereinfacht.

      In der Praxis hat sich das Ganze für mich etwas anders dargestellt. Zum einen hatte ich wie vermutlich alle mit den äußeren Umständen zu kämpfen. Schmerzen (wobei das das kleinste Problem war), Schlafmangel, die wenig inspirierende Umgebung, das Gefühl des Eingesperrtseins, das Bewusstsein, dass endlose Tage des immer gleichen Ablaufs vor einem liegen (insgesamt 105 Stunden Meditation in 10 Tagen!). Keine Fluchtmöglichkeit - vor allem keine Möglichkeit, seinem eigenen Geist, seinem ewigen Gedankenkarussell zu entfliehen.
      Es gibt keine Ablenkung. Kein Handy, kein TV, kein Buch, keine Musik, kein Notizbuch, keine Kommunikation, keine Betäubung in Form von Nikotin, Alkohol oder ähnlichem.
      Und dieses Gefangensein in meinem eigenen Kopf war für mich viel schwerer zu ertragen als die äußeren Einschränkungen. Das Gehirn ist permanent damit beschäftigt, sich um Vergangenheit und Zukunft zu kümmern. Verharren in der Gegenwart? Keine Chance. Theoretisch soll sich der Geist in den ersten Tagen beruhigen, der Strom der Gedanken langsamer werden. Bei mir war das Gegenteil der Fall. Zum Ende hin drehte sich mein Gedankenkarussell schneller und schneller, mich auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren wurde immer schwieriger.
      Entsprechend habe ich irgendwann nur noch die Stunden gezählt, bis es vorbei war (naja, ehrlich gesagt habe ich das fast von Anfang an getan ;)).

      Am zehnten Tag durfte dann das Schweigen gebrochen werden, damit man sich langsam wieder auf die reale Welt vorbereiten könnte. Viele der Damen hatten offensichtlich das Bedürfnis, die nicht gesagten Worte der vergangenen Tage nachzuholen – nach 10 Tagen Stille und wenig äußeren Eindrücken war das schon fast zuviel.

      Insgesamt haben die meisten ein positives Fazit gezogen – ich für meinen Teil war einfach froh, als es vorbei war. Vielleicht zeigt die Zeit, was es mir gebracht hat. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass ich dringend mehr meditieren sollte, um irgendwann mal Herr (bzw. Frau) meiner Gedanken zu werden. In den letzten Tagen brauchte ich allerdings erst mal eine Pause. Und ungesundes Essen, Kaffee und Zigaretten, Musik und Telefonate. ;)

      PS: Eine weitere Herausforderung für die Gelassenheit waren die zwischendurch laut eingespielten Gesänge des 'Meisters'. Meist nur für ein paar Minuten, morgens früh allerdings für eine halbe Stunde. Guckt mal hier rein für einen Eindruck: https://youtu.be/lc6kiQxEEAA
      Für einen erklärten Morgenmuffel vor 6 Uhr früh nur schwer zu ertragen... ;)
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    • Day 143–153

      Children Home Kathmandu

      November 20, 2023 in Nepal ⋅ ☀️ 22 °C

      Im Norden von Kathmandu haben wir für uns eine sehr wertvolle Zeit verbracht 🌀
      Die Kids hier im Kinderheim sind sehr liebenswert und haben uns in vielerlei Hinsicht inspiriert. Wir sind sehr dankbar für den kurzen Zeitraum, in dem wir ein Teil ihrer Welt waren 🗺

      Wir haben gemeinsam viel gelacht, freie Zeit verbracht und uns gut kennen gelernt, waren aber auch bei täglichen Pflichten an ihrer Seite, bevor wir dann im Nachmittag gespielt und bei den Hausaufgaben geholfen haben.

      Für uns beide war dieser Aufenthalt ein ganz besonderer auf unserer bisherigen Reise 🧳
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    • Day 15

      Busfahrt mit unbekanntem Ziel

      March 4 in Nepal ⋅ ☀️ 18 °C

      Heute wollte ich mal wieder Geld sparen und fuhr mit dem lokalen Bus nach Dhulikhel. Zumindest hatte ich das vor. Es begann an dem Busbahnhof sehr vielversprechend. Bereits der zweite Ticketverkäufer aus einem Bus winkte mich in seinen Bus. Nach zwanzig Minuten sollte ich umsteigen. Noch wähnte ich mich in einem sicheren Gefühl, als die Berge immer näher rückten. Nach zwei Stunden war dann Endstation. Ich war zwar in den Bergen, doch nicht in Dhulikhel. Na ja, in der Ferne oben im Berg sah ich eine Stupa erstrahlen. Dann ist diese eben mein Ziel. Und die nächsten 90 Minuten ließen mich schon mal einen Vorgeschmack auf die Trekkingtour erleben. Es ging gut bergauf und ich wurde immer langsamer. Gleichzeitig wurde die Luft immer besser und oben bei der Stupa hatte ich schöne Ausblicke auf Kathmandu im Smog. Dort traf ich dann endlich mal ein deutsches Paar aus München, die mir noch eine Sehenswürdigkeit empfahlen. So sah ich mir noch den schlafenden Vishnu der Hindus an; der ganze Platz wirkte auf mich sehr kitschig.Read more

    • Day 4

      Nuwakot

      October 21, 2019 in Nepal ⋅ ⛅ 26 °C

      Situated on the north western end of the Kathmandu Valley, Nuwakot was a key trading hub and look out fort area on the ancient trans-Himalaya trade to Tibet and beyond and was Nepal’s capital until 1768. Although only 90km from Kathmandu, the journey took 7 hours with breaks due to the traffic and the condition of the roads in some places. Nuwakot has excellent walking trails and is regarded as “one of the best travel secrets of Nepal”. We stayed at the lovely Famous Farm lodge.

      We went on a splendid 4 hour guided walk in the hills, seeing terraced fields and small local villages communities, as well as tiny temples and shrines. Back at Nuwakot, we visited the Durvar Square and saw the 18th century seven-storey palace; both again in a state of repair.
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    • Day 221

      Shivapuri Nagarjun National Park

      March 8, 2020 in Nepal ⋅ ☀️ 15 °C

      What happens when 2 crazy guys from Israel and Germany meet in Nepal? They'll have a big unforgettable adventure. The main driver for that unique hike was our ego not to pay the overpriced entrance fee of the park for only one day. That resulted in many extra kilometres through dense forests and even military zones. Our thrust in Shahel's military service skills and tools plus my sense of orientation let us break new trails.
      Unforgettable were also the marvellous sunset and sunrise views towards the Jugal Himal and Langtang Lirung mountains, as well as our way back at the back of a pickup.
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    You might also know this place by the following names:

    Nuwakot

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