Russia
Leningradskaya Oblast'

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10 travelers at this place:

  • Day35

    St Petersburg Part 2

    May 18 in Russia

    Another fine sunny day even though rain was forecast. Fortunately it held off until the evening, after all our touring of St Petersburg was completed. Today we visited the Imperial Estate - Peterhof - also known as the Russian Versailles . Intended as a Summer royal residence, it features beautiful gardens with numerous statues and fountains. We were fortunate at this time of year to see masses of tulips and daffodils flowering.

    Our tour took us through a section of the palace, which like most royal palaces just oozed opulence with carvings in gold leaf, expensive silks and tapestries, intricate timber inlaid flooring and basically no expense spared. We also visited the bath house complete with cold baths, warm baths, steam rooms and fountain shower room - all completely over the top.

    Unlike other palaces / museums / cathedrals we have visited, at Peterhof we made to donn protective booties (like those used in a hospital), and were paraded through each room in quick smart time with rather serious faced Russian women in each room ensuring we did not touch anything and kept walking with a rather abrupt 'Move it'. It came across as quite rude but it think it was more due to the language differences.

    Back on board the boat we sailed out from St Petersburg, making our way to Moscow.
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  • Day36

    Mandrogi

    May 19 in Russia

    On our way to our next destination we crossed the largest lake in Europe - Lake Lagoda. Almost like an inland sea it became quite rough during the night and the boat rocked and rolled a bit (but not enough to make us sick). In the morning we entered the Svir River on our way to Mandrogi, our lunchtime destination. We had a lecture on handicrafts and what to look for if purchasing Matrousska dolls (the Russian nesting dolls), lacquer boxes, Faberge eggs and the various lacework, embroidery and other handiwork. Basically, if it only costs a few hundred rubles (100 rubles = $2 approx.) then it is not the genuine article and probably not even a good copy. After this we had a Russian language lesson. At 33 letters in their alphabet and letters that look like backward N, R,; E on its side; K as a back to back mirror image; plus an assortment of other strange symbols, we soon discovered that Russian would be a very difficult language to learn (especially when a P is pronounced as R and H as N.) Still, it was a bit of fun and we even started learning a Russian song. We will find out what we were singing about next lesson.

    We arrived at Mandrogi, a fishing village that was ruined during WWII. After the collapse of the Soviet Union, a group of Russian investors decided to restore the village as a type of open air museum which demonstrated traditional Russian folk life, arts and crafts (hence this morning's lecture), woodworking and probably the most popular, a vodka museum (the tour included some vodka tasting)

    During a traditional Russian BBQ lunch (chicken shishlak) we were entertained by a Russian folk music group. Now, usually I view traditional music as nice to fill in a bit of time but not really enjoy that much. These guys however were fantastic especially the guy playing a kind of lute (I think) - it was so full of energy and everyone thoroughly enjoyed them.

    I forgot to mention the weather. The morning started quite cold and overcast but by the time we arrived at Mandrogi the sun had come out and it was very pleasant. Our run of nice weather continues.
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  • Day9

    finnisch /russische Grenze Teil 4

    July 31, 2016 in Russia

    Wir erreichen den russischen Kontrollbereich – hier wird es spannend, aber mit der Erfahrung von 2012 und einigen Ausdrucken aus dem Netz fühlen wir uns gut vorbereitet.
    Erstmal heißt es: Warten
    Hier stehen vier Autoschlagen und wie im Supermarkt, macht die Nebenspur einen gewaltigen Sprung nach vorne und die Autos dürfen in die russische Kontrollzone einfahren.
    Ein Deutscher aus Flensburg interessiert sich für unser Gefährt und während ich mit ihm an der Hecktür über das stückchenweise Vorankommen an der Grenze fachsimpele, verpasse ich den Start unserer Spur. Schnell den Anderen hinterher, dem Fachpersonal eine entschuldigende Geste entgegengeworfen, leider ohne den gewünschten Effekt. Lächeln scheint nicht zum Dienstplan zu gehören, aber wir dürfen trotz Verzögerung in den Kontrollbereich einfahren.

    Aussteigen – Anstellen – Passkontrolle – die Migrationskarte fehlt – also diese ausfüllen – Handschriftlich aber doppelt – wieder hinten anstellen – ein biometrisches Gesicht machen, was zu dem Ausweisfoto passt – die Migrationskarte bekommt einen Stempel - Teil 1 erledigt

    Jetzt die Zollerklärung, hier sind wir gut vorbereitet und haben ein englisches Exemplar und ein deutsches Exemplar als Hilfe und Vorlage mit. Das deutsche hilft nicht immer, da die Übersetzung teilweise mehr verwirrt. Egal, deshalb haben wir ja beide Vorlagen dabei und uns auch schon ein paar Stichpunkte gemacht. Alles was nicht nur russisch ist – sowie die Formulare, die hier erhältlich sind – hilft uns.
    Noch eine freundliche, mitanstehende Russin aus Deutschland gefragt und ein weiteres Kreuz gemacht. Warum, konnte sie uns nicht erklären, aber sie hätte das auch so angekreuzt …

    Also zwei Erklärungen ausgefüllt, Bargeld und Wertsachen buchhalterisch verteilt, auf meine Erklärung noch die Autodaten für den temporären Import des Landy und an einem anderen Häuschen angestellt.
    Die Herausforderung ist, die Häuschen in der richtigen Reihenfolge mit den korrekten Formularen aufzusuchen, da sie nicht einer Reihe stehen, sondern in der Kontrollzone (die glücklicherweise nicht allzu groß ist) verteilt sind.

    Zur Verdeutlichung: erst Passierschein A38 in blau, sonst gibt es kein rosa Formular 22B

    Nun stehen wir wohlgemut vor dem richtigen Schalter – ein kritischer Blick des Beamten auf meine Zollerklärung, er ergänzt und streicht netterweise etwas – gibt es mit zurück und bedeutet mir ein Doppel auszufüllen – wieder aus der Schlange raus - schnell unsere beiden Erklärungen handkopiert, Barbara ist etwas schneller, sie braucht die Autodaten ja nicht mitkopieren stellt sich an … und … ohne Auto? Nein, da würde die Zollerklärung des Fahrers reichen (ich hinterfrage nicht, warum die Anzahl der Gepäckstücke der ausfüllenden Person angegeben werden muss, egal Beifahrer brauchen scheinbar kein eigenes Gepäck)

    Während ich meine Zollerklärung in doppelter Ausführung abgebe, dämmert es mir, warum die gute Dame vor vier Jahren nach einigen Wutausbrüchen mir gegenüber, dem Nervenzusammenbruch nahe war und, nachdem sie damals im Hauptgebäude war, es dann doch weiterging. Ich hatte die Sache mit der handschriftlichen Kopie nicht verstanden und sie konnte es mir auch nicht erklären, egal wie laut sie mit mir russisch redete. Merke: Das Haus macht nicht nur auf einer Seite Verrückte und im Hauptgebäude gibt es einen Kopierer.

    Der Beamte war heute zufrieden. Jetzt noch alles abgestempelt und mit beiden Exemplaren wieder zurück zum Auto. Hier einen kontrollbereiten Gesichtausdruck aufsetzen und warten das jemand kommt, um das Fahrzeug einer Kontrolle zu unterziehen. Nachdem geklärt ist, dass das Aluteil oben keine Dachbox ist und sich alles durch die Hecktür begutachten lässt sind wir relativ schnell entlassen.
    Am Ausgang wartet, natürlich noch eine Beamtin, die zu Guter Letzt noch unsere biometrischen Minen checkt und dann öffnet sich der Schlagbaum und wird sind wirklich in Russland.

    Zwei Stunden für einen Grenzübertritt mag manchem jetzt viel vorkommen, aber vor vier Jahren haben von Lettland nach Russland sieben Stunden gebraucht. Insofern sind wir mit unseren zwei Stunden schon fast zufrieden. Mit ein bisschen Arbeit an der eigenen Performance lässt die Zeit sicherlich noch kürzen …
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  • Day9

    finnisch/russische Grenze Teil 1

    July 31, 2016 in Russia

    12:35 ohne Warteschlange zum finnischen Grenzhäuschen.
    12:38 langsam (sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung haltend) sind wir ca. 1 km gefahren und stehen nun vor einem Schlagbaum
    Vor uns stehen vier Autos, neben uns eine zweite Schlange mit ca. 10 Autos.
    70 Meter weiter rechts die Lkw Abfertigung, ebenfalls überschaubar.
    12:49 die Schranke wird für die Nachbarspur geöffnet und ca. 10 Fahrzeuge (alle mit russischem Kennzeichen) dürfen weiter.Read more

  • Day9

    finnisch /russische Grenze, Teil 3

    July 31, 2016 in Russia

    13:10 wir dürfen weiter, die russische Abfertigung ist in Sichtweite

    Lesepause
    Deutschland. Ein Wandermärchen
    Lena war in Deutschland unterwegs, mit dem Fahrrad und einem Koffer voll Gedichten. Ein ungewöhnliches Projekt, das spannende Geschichten erzählt. Sehr empfehlenswert, nicht nur als Urlaubslektüre.

  • Day109

    mandrogui

    October 7, 2017 in Russia

    Mandrogui is really more of a living museum. Only a few folks live here, mostly local artisans.. It features a collection of old wooden houses that have been moved here, to show what a traditional Russian village resembled in the past. There is a vodka museum here (that I didn't visit), but I did have an unbelievably good pierogi. We also had an onshore picnic with Russian shish-ke-bob called shashlik. There is also ongoing restoration work.Read more

  • Day7

    Willkommen in Russland

    July 1, 2017 in Russia

    Das Frühstück im Hotel war herrlich. Anschließend holten wir unsere frisch gewaschenen und getrockneten Klamotten von der Rezeption ab. Wir räumten das Hotelzimmer und kamen in der Lobby mit der sehr netten Morgenrezeption Julia ins Gespräch. Sie war begeistert, endlich mal wieder deutsch zu sprechen. Wir lernten bei ihr ein paar zusätzliche russische Wörter. Maddin's Bremse schien unter dem gestrigen Regen gelitten zu haben und zog nicht mehr richtig. Wir fragten Julia, ob sie uns ein wenig Öl besorgen könne. Sie machte sich sofort auf den Weg und brachte uns ein Schälchen Öl aus der Küche. Also rieben wir den Bautenzug mit reinstem Rapsöl ein.

    Vor dem Hotel lief plötzlich Rocky Balboa über die Straße.
    https://vimeo.com/223916886
    Das Passwort ist Rocky.

    Julia gab uns noch wichtige Tipps, wie wir unsere Wertsachen mit uns tragen sollten. Insgesamt sollten wir in Russland auf uns aufpassen, weil wir wohl als Deutsche erkannt werden könnten. Was bedeutet, dass wir Geld haben. Sie schien Angst um uns zu haben. Wir begannen uns immer mehr zu verquatschen. Doch so schön es auch war, wir mussten uns leider verabschieden.

    Der Grenzübergang nach Russland war nur drei Querstraßen entfernt. Es gab eine kurze Passkontrolle am Eingang und anschließend nach einem langen Gang die Kontrolle auf der russischen Seite. Hier konnte man nochmal einen Blick auf die große Burg von Narva werfen, welche in die estnische und russische Seite unterteilt und vom Fluß Narva durchbrochen war. Auf der russischen Seite füllten wir noch die Migrationskarte aus, welche ein sehr wichtiges Dokument in Russland ist. Während der Zeit des Ausfüllens schauten uns schon die ersten Russen komisch an. Wir beschlossen in der Zukunft nur noch leise deutsch zu reden. Willkommen in Russland. Quasi jeder, an dem wir vorbeifuhren, musterte uns mit unserem Touristen-Travel-Rad-Outfit. Verdammt, uns stand der Tourist auf der Stirn geschrieben. Wir machten uns schnell auf in Richtung Landstraße, welche uns nach Kingisepp führte. Das Wetter war okay. Nur leichter Nieselregen und frische Temperaturen. Auf der Landstraße gab es keinen Seitenstreifen und teilweise war der Asphalt schon ganzschön ausgefranzt. Wir kamen dennoch sehr gut voran. Hinter Kingisepp suchten wir uns eine ruhige Ecke für unsere Pause. Hier gab es zwar jetzt keine zwielichtigen Gestalten, dafür fingen die Mücken an, gefallen an uns zu finden. Also nichts wie weg hier.
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  • Day7

    Kotly - Hotel Ust Luga

    July 1, 2017 in Russia

    Nach der Pause ging es straight on auf der Straße weiter. Wir waren uns nicht ganz sicher ob es eine Autobahn oder eine Landstraße ist. Jedenfalls wurde hier viel Geld in den Ausbau investiert. Das Örtchen Kotly war dementsprechend gut ausgeschildert. Doch einmal runter von dieser Landstraße landete man irgendwo im nirgendwo. In Kotly gibt es keine Straßennamen, was die Suche nach unserem Hotel erschwerte. Auch bei verschiedenen Suchmaschinen wurde unser Hotel an verschiedenen Örtlichkeiten angezeigt. Aus diesem Grund hatten wir uns selbst in diesem kleinen Dorf verfahren. Letztlich verbarg sich unser Hotel hinter einem schweren eisernen Schiebetor, welches sich wie Zauberhand öffnete als wir davor erschienen. Die Zauberhand hatte jedoch ein Pförtner in einem kleinen verstecken Häuschen, der uns gleich als Touristen identifizierte. Oh Wunder.

    http://ust-luga-hotel.com/

    Das Gelände auf dem das Hotel stand, schien ein altes Militärgelände gewesen zu sein. Oder war es das noch immer? Jedenfalls war fotografieren und umher laufen verboten. Der Betreiber Eduard begrüßte uns freudig und brachte uns in einem seperaten Zimmer unter, welches nur von außen zu erreichen ist. Dies war gut, da wir so die Fahrräder besser reinstellen konnten. Die Verständigung lief schleppend und in einem durcheinander aus Englisch und Google-Translator. Eduard erzählte uns, dass er zu DDR Zeiten in der nähe von Magdeburg stationiert war. Der Sprache war er jedoch nicht so mächtig. Auch reagierte er etwas beklemmend, nach der Frage, warum er in der Zeit kein Deutsch lernen konnte und brach die Kommunikation für kurze Zeit gänzlich ab. Lag wohl daran, dass die Truppen damals eher einkaserniert waren und wenig Kontakt zur sonstigen Bevölkerung hatten. Aber er fing sich wieder ein und zeigte uns alles Weitere.

    Um uns für den nächsten Tag auszurüsten, empfahl uns Eduard das kleine Lädchen ("magasin") im Dorf. Dort angekommen, schloss dieses jedoch gerade. Und morgen ist Sonntag, da haben alle Läden geschlossen. Wir merkten, dass wir ein erhebliches Sprachproblem hatten. Englisch verstand hier garkeiner und unser Schulrussisch war einfach zu schlecht. Irgendwie schaffte ich es, die beiden Damen nach dem Weg zu dem nächsten Laden zu fragen. Aber frage mal bitte jemand zwei ansich schon orientierungslose Frauen, die nur russisch sprechen, nach dem Weg! Es half nix. Wir mussten in das nahe gelegene Städtchen Kotelsky fahren. Und siehe da, direkt am Ortseingang ein riesiger super neuer Supermarkt.

    Im Supermarkt schauten uns die Damen an, als wären wir Marsmenschen. Klar, in unseren Outfits, kein Wunder. Radsportler/ Radtouristen sind hier wohl eher selten. Als wir nachfragten, ob es möglich ist, mit der VisaCard zu bezahlen, fielen sie aus allen Wolken. Es hat wohl bisher noch niemand hier mit VisaCard bezahlt. Es wurde gleich getuschelt und wir waren in aller Munde. "Schau mal, da hinten, das sind Deutsche. Und die wollen mit VisaCard bezahlen. Ist das aufregend." Wir sammelten unsere Verpflegung ins Körbchen und als wir dann nach vorne kamen, waren plötzlich alle Kassen besetzt und quasi jede Supermarktangestellte hielt sich vorne auf, um uns zuzuschauen, wie wir mit Karte bezahlen. Da drei Kassen zwischenzeitlich beschäftigt waren, zog die Vierte das glückliche Los uns abzukassieren. War ja eigentlich ziemlich unspektakulär. Die Bezahlung lief einwandfrei und eine große Summe war es jetzt auch nicht gewesen. Umgerechnet 20 Euro. Aber alle waren nett gewesen und wir versuchten uns in russisch zu bedanken. Das führte zu noch mehr Erheiterung. Aber schien gut angekommen zu sein. So waren alle glücklich und wir zogen wieder ab in Richtung unseres Hotels im Hochsicherheitsbereich.

    Im Zimmer angekommen machten wir es uns mit einem Bierchen gemütlich und schauten im russischen Staatsfernsehen "Wer wird Millionär", wobei die Höchstsumme bei 3.000.000 Rubel lag (umgerechnet 500.000€). Der Moderator schaute ein wenig aus wie Felix Magath. Wir versuchten mitzuraten, scheiterten aber grandios.
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  • Day8

    Shirokovo

    July 2, 2017 in Russia

    Am frühen Morgen taten wir uns schwer aufzustehen. Wir beeilten uns pünktlich zum Frühstück zu kommen. Uns wurde mit unserer Zimmernummer ein Platz in diesem spärlichen Essensraum angeboten. Wir setzten uns, schauten auf den ebenso spärlich gedeckten Tisch und mussten schmunzeln. Eduard kam um die Ecke und freute sich uns zu sehen. Er fragte uns, ob wir Haferbrei (Porridge) haben mögen.

    Hallo!? Selbstverständlich nehmen wir Haferbrei. Schließlich waren wir vor vier Jahren in Schottland beim Haferbrei-Weltmeister untergekommen. Ganz so weltmeisterlich schmeckte es zwar nicht, aber Haferbrei setzt Körner frei. Nachdem wir die Schüssel ausgeschlabbert hatten, machten wir uns an die eine Wurst- und Käsescheibe ran. Nur gab es keine Butter, keinen Teller und ein Messer lag auch nicht auf dem Tisch. Als ich die Küchenhilfe mit Googletranslator nach Butter fragte, schaute sie mich verwirrt an. "Maslo?! Wieso brauchst du Butter? Brauchst du nicht!" War das jetzt ihr ganz spezieller Humor? Sie brachte uns genau 8 kleine Stückchen Butter und stapfte wieder davon. Schön und wie bekommen wir jetzt die Butter aufs Brot? Also nochmal nachgefragt. "Nosch?" Messer, ja! Sie brachte uns genau ein Messer. Wir teilten es uns, um nicht noch mehr Fragen stellen zu müssen und aßen von den kleinen Tellern.

    Eduard kam wieder um die Ecke und brachte uns freudestrahlend eine große 2 Liter Flasche Malztrunk. "Das ist Geschenk! Ist gut! Ist traditionelles Getränk! Ist gut für Radfahren!" Wir bedankten uns höfflichst bei ihm. Ganzschön große Flasche. Die bekommen wir garnicht weg. Wir versuchten es ihm irgendwie zu erklären, aber er winkte nur ab. "Ihr macht das".

    Wir räumten unser Spezialzimmer und gaben die Schlüssel bei Eduard zurück. Zum Abschied machten wir noch ein Foto mit ihm. Also wieder rauf aufs Rad runter vom Gelände. Das Schiebetor öffnete uns den Weg in die Ferne. Vom Gelände aus schien uns ein Fahrzeug zu verfolgen. Es überholte uns und hielt wenige hundert Meter weiter in der Kurve, um auf uns zu warten. Oh oh... Wir fuhren einfach daran vorbei. Der Fahrer musterte uns. Eigenartig. Nach knappen 500 Metern fuhr das Fahrzeug erneut, jedoch mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei und war seitdem nicht mehr gesehen. Schieben wir jetzt schon Paranoia? Gut, nicht weiter darüber nachdenken, einfach weiterradeln.

    Wir fuhren nochmal durch Kotly. Aus allen Grundstücken ertönte lautes Hundegebell. Plötzlich kam tatsächlich aus einem offen stehenden Grundstück laut bellend ein großer Hund rausgeschossen und versuchte, sich Maddin zu greifen. Doch Maddin fuhr schnell an mir vorbei, sodass ich sein neues Ziel wurde. Wir gaben beide Hackengas. Der "Hund von Kotly" jagte uns aus dem Dorf. Zum Ortsausgang konnten wir ihn endlich abschütteln. Puhh, das war mal ordentlich Adrenalin gewesen. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein.

    Aus Kotly raus, durch Kotelsky durch, am Supermarkt vorbei, der übrigens doch an einem Sonntag geöffnet hatte. Also aller Stress von gestern um sonst. Rauf auf die Landstraßen von Russland. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die Unwetterfront schien weiter südlich bis nach Moskau weiter gezogen zu sein. Die Autofahrer nahmen hier in der ländlichen Region entgegen aller Voraussagen Rücksicht auf uns Radfahrer. Wir suchten uns ein abgelegenes Plätzchen um Pause zu machen. Eduard zuliebe hatten wir die 2 L Flasche Malztrunk mit dem Rucksack mitgenommen und wann immer es irgendwie möglich war, einen Schluck daraus getrunken. In der ersten Pause hatten wir sie tatsächlich ausgetrunken.
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  • Day8

    Gostilizy

    July 2, 2017 in Russia

    Nach dem ersten Stop ging es immer stetig auf der Landstraße weiter. Unsere ursprüngliche Idee war gewesen, nach Sosnovyi Bor zu fahren, weil es näher an der Ostsee gelegen ist. Doch Eduard erklärte uns, dass hier kein Durchkommen sei, weil es mittlerweile militärisches Hochsicherheitsgebiet ist. Hier wird ein großes Kernkraftwerk gebaut. Er bot uns wohl gestern an, einen Anruf zu tätigen. Dann wären wir eventuell auf der einen Seite reingekommen, doch auf der Anderen wahrscheinlich nicht wieder raus. Es war uns also zu unsicher, deswegen wählten wir die Route quer durchs Land. Es ging stetig bergauf und bergab. Bergauf, bergab, bergauf, bergab. Die Straße zog sich durch mehrere kleine Dörfer und Örtchen hindurch. Fast in jedem Grundstück schien ein großer Hund den Hof zu hüten. Überall bellte es und wir wurden schon meist an jedem Ortseingang durch das Hundegebell angekündigt. So geschah es, dass wir mal wieder völlig entkräftet durch einen Ort fuhren, welcher unmittelbar am Ende eines langen Aufstieges lag. Vom Hundegebell am Ortseingang wurde ein Hund weiter hinten aufmerksam und kam aus seinem Grundstück zur Straße gelaufen. Als er mich sah, raste er über die Straße auf mich los. Im Schlepptau hatte er noch zwei andere Hunde. Wenn es wenigstens kleine Hunde gewesen wären. So ein Radfahrer scheint für diese Russenhunde ein wildes Tier zu sein. Ich wurde also zum Jagdwild, holte meine letzten Kraftreserven aus mir raus und trat in die Pedalen. Maddin war knapp 50 Meter hinter mir und konnte dem Schauspiel beruhigt zuschauen. Als sie von mir abließen und zurück liefen, hatten sie kein Interesse mehr an ihm.

    Wir wollten ja eh Gas geben, da heute das Confed Cup Finale Deutschland gegen Chile in Sankt Petersburg statt findet. Und unser Ziel in Peterhof liegt nicht weit davon entfernt. Noch schnell eine letzte Pause, etwas Essen und die Kräfte sammeln und dann ab nach Peterhof.
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You might also know this place by the following names:

Leningradskaya Oblast’, Leningradskaya Oblast', Oblast de Léningrad, Ленинградская Область, Ленинградская область, Leningrad oblast

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