• Michi, der
  • Franze Dude
  • Michi, der
  • Franze Dude

Den Zugvögeln hinterher

Petualangan 38-sehari oleh Michi, der & Franze Baca selengkapnya
  • Neue Pläne

    23 November 2025, Kenya ⋅ ⛅ 15 °C

    Kontext-Switch! Vom Pierre im Tsavo-Park hatten wir erfahren, dass man an der Ostseite des Mount Kenya bis zum Lake Ellis auf 3450 m hochfahren können soll. Sowas möchte sich der Michi natürlich nicht entgehen lassen 😏! Unten am Chogoria-Gate klarieren wir alle Papiere und ich verquatsche mich versehentlich mit einer Delegation vom Kenyan Snakebite Research and Intervention Center, die zeitgleich angereist gekommen ist. Die gehen auf Schlangenkartierungsexkursion! Da will ich eigentlich direkt mit! Mehr als ein Whatsapp-Kontakt springt aber nicht dabei heraus und sie düsen davon.

    Wenn man oben die Landschaft fußläufig erkunden möchte, ist die Mitnahme eines Guides natürlich mal wieder "mandatory". Wir knicken ein und packen direkt einen Ranger mit ins Auto, der sowieso einen Lifti die 20 km weiter zum 2. Gate benötigt. Er möchte uns morgen eine Tageswanderung herumführen. Unterwegs verschmieden wir allerdings unsere Pläne zu einer zweitägigen Wanderung zum nächsten Lake Michaelson hoch, wofür er uns einen anderen Guide organisieren möchte, weil er selbst kein Equipment griffbereit hat. Nun gut.

    Auf halbem Weg huscht plötzlich eine große, glänzende und komplett schwarze Schlange über die Piste, ha! Direkt mal den Standort mit den Schlangenexkursionisten teilen. Die werden ohne Michi, den, heute bestimmt eh nix finden 😇.

    Die hart wechselnden Vegetationszonen sind schon ziemlich krass. Hier gibt es einfach mal einen ultra dichten Bambuswald, der sich wie ein Teppich die Hänge hochzieht. Darüber überwiegen bärtige Bäume mit saftigen Wiesen moorigen Charakters, auf denen die ein oder andere Wasserböckin anzutreffen ist. Ob die auch auf der Suche nach 3G-Mobilnetz sind? 😛
    Baca selengkapnya

  • Vom Lake Ellis

    23–24 Nov 2025, Kenya ⋅ ☁️ 12 °C

    Über den unteren Teil dieser Chogoria-Wanderroute gelangt man tatsächlich über steile Schotterpisten bis zum Lake Ellis hoch, von wo es dann nur noch fußwärts weitergeht. Am Lake Ellis suchen wir uns nen adäquaten Stellplatz und erkunden mit frisch gebrühtem Kaffee die Umgebung. Am gegenüberliegenden Ufer ist ein mehrköpfiges Expeditionsteam stationiert, mindestens 10 Leude. Kurz darauf stapfen 4 Österreicher von dort bei uns vorbei. Den Rest ihrer Truppe bilden die üblichen Köche, Porter und Guides.

    Die Nacht ist frostig kalt und belohnt uns mit einem prächtigen Morgenlicht. Es gibt gepimpte Baked Beans mit angeschmolzenem Cheddar an pfannengetoastetem Roggenbrot. Und alle Nasenspitzen drehen sich Richtung Sonne!

    Unser Guide kommt wohl nicht. Um 10:15 latschen wir einfach los. Um den See herum, über einen kleinen Sattel und runter zum Bächlein, Wasser nachfüllen. Nachdem wir beim Frühstück schon von sehr zutraulichen Moorland Chats und herumwildernden Slender-billed Starlings besucht wurden, entzücken uns hier im dickkrautigen Gebüsch einige Red-tufted Sunbirds! Männelein und Weibelein flattern freudig zwischen diese Riesenblüten hin und her, um Nektar oder was auch immer daraus zu schlürfen 🤗.
    Baca selengkapnya

  • Durchs Páramo

    24 November 2025, Kenya ⋅ ⛅ 11 °C

    Bald erreichen wir den anderen Teil der offiziellen Chogoria-Route, die die landschaftlich schönste der Routen zum Gipfel sein soll. Der Weg bisher ist nicht sonderlich steil, aber man merkt die dünne Luft schon ganz gewaltig! Nach kurzem Picknick zwischen riesigen Felsen wird die Landschaft immer karger. Die Wolken bringen feuchte Eisluft, aber mit unserer intensiven Knobi-Zwiebel-Guac-Fahne kommen wir auch gegen diese mystische Atmosphäre an!

    Und: Heftigst cooles Landschaftsbild! Mit diesem ganzen buschigen Gras, den Rosettenstauden und Riesenlobelien erinnert mich das alles hart an die Vegetationsform des Páramo in den kolumbianischen Anden 😃. Hinter der nächsten Kuppe dann endlich der erste Blick auf den Lake Michaelson 💪. Ich gehe voll auf die ganzen Gesteinsformationen ab. Hier muss vulkanisch und glazial irgendwann mal ordentlich die Post abgegangen sein: Schwarze, massive Gesteinsschichten mit bunten Bartflechten wölben sich über loseres Agglomerationsgestein aus ascheartiger Grundsubstanz mit Einschlüssen größerer Brocken. Letzteres erodiert offensichtlich wesentlich rascher und wäscht sich regelrecht unter den massiven Deckeln heraus.

    Bei unserer Mittagspause mit Ausblick auf meinen See dann die Überraschung: Unser Guide kommt hinzu, hahaha! Es scheint ein Kommunikationsproblem gegeben zu haben und er hatte erwartet, am 2. Gate von uns mit dem Auto abgeholt zu werden. Nun ja, der Ranger hatte uns allerdings gesagt, der Guide würde uns morgens am Lake Ellis abholen 😉. Jetzt ist er 8 km zusätzlich gewandert und hat uns auch noch eingeholt. Krasser Typ!
    Baca selengkapnya

  • Zum Lake Michison

    24–25 Nov 2025, Kenya ⋅ ☁️ 7 °C

    Hier oben genießen wir ein paar tolle Ausblicke ins George's Valley und nach der Mittagspause geht es wieder steil bergab, von knappen 4200 auf 4000 m zum Lake Michaelson runter. Wir kommen den majestätischen Felswänden ganz schön nahe und sie wölben sich bedrohlich über uns. Hier verwittert das Gestein zylinderförmig von unten nach oben und ich frage den Guide, ob nicht regelmäßig jemand davon erschlagen wird? "Nö". Na denn ...

    Die späte Nachmittagssonne zwängt sich zwischen Wolken und den scharfkantigen Gipfeln hindurch. Sie ist erneut auf der Suche nach unseren Nasenspitzen. Was ein tolles Licht beim finalen Abgang zum Lagerplatz! Dort haben die vorgelaufenen Österreicher mit ihrem Expeditionsteam bereits ein bilderbücherisches Camp aufgeschlagen und auch wir lassen uns vom Guide die besten noch verbliebenen Zeltnischen zeigen. Die Klippschliefer und Stare warten bereits auf Vorbereitungen des Abendessens. Erstere erfüllen den Felsenkessel des Sees mit lautschallenden Rufen. Da weiß selbst der Adler nicht mehr, in welche Richtung er denn kreisen soll.

    Wir erkunden die Gegend und besuchen einige der anderen Truppe beim Angeln am Seeufer. Kaum ist die Sonne hinter den Bergen verschwunden, wird es rattenkalt 🥶. "Schnell Wasser zapfen und den Kocher anwerfen" ... aber das Anfeuern gestaltet sich komplizierter als erwartet, denn mein alter Optimus-Kocher verweigert seinen Dienst mit dem Tankstellenbenzin. Mäh! Wir bekommen mühevoll nen knappen Liter Wasser gekocht und die vorbereitete Soße aufgewärmt. Eine reibungslose und schadstoffarme Verbrennung riecht auch definitiv anders! Mit Kerosene lief das früher zuverlässiger; Anden-approved bis 5000 m. Bei dieser nervigen Kochaktion kacke ich jedenfalls so richtig ab, als sich dann auch noch die Appetitlosigkeit der dünnen Höhenluft mit meinem Energiedefizit zu paaren beginnt. Da hilft nur: Schnell in den Schlafsack und noch ne Wärmflasche dazu. Franziska scheint das alles wesentlich robuster wegzustecken und vergnügt sich noch mit ihrem Lesestoff ... theoretisch, denn just an diesem Abend läuft ihre digitale Leihfrist aus und sie muss sich dann doch mit mir begnügen 😁.

    Trotz ähnlicher Außentemperatur ist die knusprige Nacht im Zelt wärmer und kuscheliger als die Nacht zuvor im Auto am Lake Ellis. Wir wachen häufig auf, um den Sternen einen Hauch Atem und den umliegenden Grasbüscheln etwas Hydration zu schenken. Franziska wird dafür mit einer epischen Sternschnuppe belohnt, während ich heimlich alle Kochreste wegschnabuliere. Mit jedem nachmitternächtlichen Hams kehrt mehr Appetit und Energie zurück 💪.

    Eine Dunstglocke bringt uns um die frühe Morgensonne und so fallen wir erst spät aus dem gemütlichen Zelt. Die Kaffeeromantik wäre mit den Brennstoffproblemen auch dahin, wenn Franzi nicht kurzerhand ne Thermoskanne Fertigerhitztes aus dem Kochzelt der benachbarten Expeditionisten organisieren würde – während ich noch dahinschmolle. Und aufi geht's zurück zu Ellis und dem Auto.
    Baca selengkapnya

  • Fancy Farm

    25–26 Nov 2025, Kenya ⋅ 🌙 20 °C

    Am Fuße des Mount Kenya angekommen – wieder am ersten Chogoria-Gate – stochern wir nach unserer landschaftsreichen Wanderei mal wieder im Entscheidungsäther. "Tja, was machen wir eigentlich jetzt als nächstes?" 🤷‍♀️

    Es ist bereits späterer Nachmittag und wir drehen erstmal nach Norden. Langsam geht es Richtung Rückweg und irgendwie müssen wir ja um diesen Hügel herum. Als wir in Meru einfahren ist es bereits dunkel. Unerwartet intensiv staut sich der Verkehr. Das ist doch eher nur ein kleines Kaff hier? Beim Versuch, ein random Hotel für die Nachtpause anzusteuern, erfahren wir allerdings, dass nicht nur dieses ausgebucht ist, sondern wahrscheinlich auch alle anderen. In Meru toben angeblich gerade allerhand Konzerte und Festivals und das ganze Land sei in diesen Tagen hier. Na gut. Dann quälen wir uns halt weiter. Wie ich die Fahrerei bei Nacht hier hasse, denn kein einziges entgegenkommendes Fahrzeug hat auch nur annähernd vernünftig eingestellte Scheinwerfer, falls es denn überhaupt welche verwendet 🤬. Glücklicherweise begegnet uns auf dem langen Landstraßenstreifen hinter Meru kaum noch jemand.

    An der Wanderer Campsite prallen wir einige Zeit später ebenfalls ab. Alles dunkel am Tor, einfach niemand da. Erneut lernen wir, dass man hier in Kenia die Campsites besser im Vorfeld über einen anstehenden Besuch informieren sollte ... wie unentspannt! Am Kisimani Eco Resort wenige Kilometer weiter werden wir dann aber überaus freundlich empfangen. Und die örtlichen Gepflogenheiten sind nicht zu verachten: Das Auto wird rundum mit einem Spiegel von unten abgeleuchtet. Oha? "Jesus on tour" wird die Passage dann doch gewährt, top! Zur Anmeldung für die leere Zeltwiese müssen wir uns in eine übertrieben helle und sterile Empfangshalle begeben. Wir werden gebeten uns zu setzen und erhalten angefeuchtete, warme und mit Eukalyptus beduftete Erfrischungshandtücher gereicht. Wo Franziska etwa zaghaft damit umgeht, rubbele ich mir damit genüsslich mein vor Wanderschweiß, Sonnencreme und Straßenstaub nur so klebendes Gesicht ordentlich ab. Neugeburt!! Ich reiche das mit braunem Gesichtsabdruck veredelte Tuch zurück. Es wird bestimmt aufgehangen und geworshipt werden und im nächsten Jahr kosten alle Zimmer dann 5 $ mehr, dank meines heiligen Abdrucks 😁. Als wenn das nicht schon genug wäre, bekommen wir anschließend noch kleine Gläschen mit lokalfermentiertem Trinkjoghurt hingestellt. Lecker! Irgendwann dürfen wir dann doch endlich auf die Campsite und schwinden in die Nacht.

    Den Morgen vertreiben wir uns mit Birdwatching: Schon wieder neue Unbekanntheiten, strahlendgelbe Pirole und ein African Green-Pigeon hoch oben in einer großen Akazie mit identisch grün gefärbter Baumrinde. Die Bäume hier sind riesig und schattig und das Buffalo-Gras ist dick, dicht und hoch, aber trotzdem holt uns der Spot nicht so richtig ab. Nach einer Kurzführung durch die Gemüsegärten und dem Einstauen lokaler Farmprodukte und mehr dieser geilen Joghurts ziehen wir weiter.
    Baca selengkapnya

  • Fleisch. Messer. Geil.

    26 November 2025, Kenya ⋅ ☁️ 19 °C

    Wo wir so nichtsahnend in den Tag hineincruisen, fällt uns irgendwann plötzlich auf, dass diese Gegend hier nordwestlich des pompösen Hügels ziemlich anders als seine Ostseite ist. Irgendwie fühlt sie sich heimischer und wohliger an. Aber warum ist das so? Zum einen ist die Topografie weniger durch Abflusstäler zerklüftet und dadurch "glatter", zum anderen umgeben uns hier bei genauerer Betrachtung schöne, ordentlich eingezäunte Äcker und Weiden. Zusammenhängendes Farmland quasi. Mit Baumreihen, Gattern – und ohne Menschen. So richtig europäisch! Ist das jetzt Fortschritt? Ist das jetzt gut? Oder eher ungut? Wir stoppen an einem Außenposten mit lokalen landwirtschaftlichen Produkten und Fressstationen, um dieser Sache auf den Grund zu gehen.

    Uns wird argumentiert, dass im Großteil Kenias durch kleinteilige Parzellierung eher kein ertragreiches large-scale-Farming möglich ist, wohingegen das zusammenhängende Kisima-Farmland diese Gegend dafür prädestiniert ist! Nun gut. Klingt ein wenig nach kolonialhistorischer Überheblichkeit, aber bestimmt sorgt man hier für unzählige Arbeitsplätze bei ausschließlich organic Farming und keinerlei Massentierhaltung 😉. Letzterem gehe ich ebenfalls auf den Grund. Wir erhalten persönliche Fleischberatung mit Anfassen. Ich darf zwischen unterschiedlichen Körperteilen des Tieres wählen und entscheide mich für ein kleineres T-Bone-Steak vom Grill. Ein gönnhafter Tag! Ich glaube, ich hatte noch nie ein T-Bone, aber dieses hier ist ordentlich marmoriert, zartschmelzend und subjektiv gut ✔️.

    Im attraktiven Mzungu-Shop nebenan tanzt Blauschimmelkäse im Kühlregal und die ersten Tütchen lokalen Westseitenkaffees blitzen auf. Alles einstauen! Etwas naiv bleibe ich an einer Vitrine verschlossener Edelmesser stehen. Was zur Hölle? Unweit von hier von Mountain Bush Knifes geschmiedet, aus Carbonstahl mit schönen Griffhölzern. Die sehen ja mal archaisch und nice aus. Hmm, das Santoku für 330 € liegt auch noch gut in der Hand. Kranker Preis. Einstauen? Erstmal nicht ...

    Verdammt. Hätte ich es mal eingestaut! Beim Weiterfahren lässt mich die Messerfantasie nicht mehr los. Wie hauchdünn ich damit den Knoblauch bloß hobeln könnte! Wir fahren direkt bei der Messerschmiede vorbei. Leider keiner anwesend, da alle schon auf dem Christmas Fair in Nairobi. Auf dem weiteren Weg halten wir bei noch zwei weiteren solcher Mzungu-Edelshops in Nanyuki, um in verschlossene Vitrinen zu lugen. Leider nirgendwo solch ein Santoku dabei! 🤬
    Baca selengkapnya

  • Bananen-Ananas-Pfannkuchen

    26–28 Nov 2025, Kenya ⋅ ☁️ 16 °C

    Nachdem wir es unter Quetschen und Würgen doch noch irgendwie geschafft haben, das Autochen rückwärts von der Straße hier auf das relativ neue Camp zu manövrieren, endet unser Ankunftsabend bei Lagerfeuer mit blauschimmelkäsiertem Stock-Roggenbrot und Tomätchen. Yum! Der ambitionierte Owner legt sich ganz schön ins Zeug und bereitet uns ein wohnliches Nest, von wo aus wir entspannt den Aberdare Mountains entgegenplanen können.

    Mit zermatschten Bananen im Teig anstelle von Eiern werden die Frühstückspfannkuchen viel fluffiger und flutschiger 😊. Dann Joghurt drauf, einige Ananässchen und Honig drüber 🤤. Beste Basis, um sich dem neuen Nagel im Hinterreifen zu widmen: Beim morgendlichen Kaffeetrinken habe ich spaßeshalber dran herumgezubbelt und nu macht es freudig und stetig "pfff". Ich verliere ihn natürlich direkt im dichten Gras und kann das Loch vorerst nicht wieder stopfen. Zum Markieren dann halt Zahncreme drauf und das Rad gegen eines aus dem Reserveportfolio umstecken 😎.

    Mit dem Owner und seiner Mitarbeiterin düsen wir fürs Mittagessen nach Nyeri runter und er kümmert sich um die Vulkanisierung des Lochs während wir herumstreunern und uns von den Boys im Barbershop auf die Palme treiben lassen: Unsere Haare fallen den stumpfen Bastelscheeren zum Opfer und Franziska flucht, denn offenbar hatten sie und ihr Schnibbelboy unterschiedliche Interpretationen der vereinbarten Abschneidelänge. Zum Glück schaffen wir es am Ende, die veranschlagten 40 $ auf 2 herunterzuhandeln. Ansonsten ist das hier ein angenehmes Käffchen! Die Rückfahrt zum Camp führen wir im Dunkeln mit dem tagesletzten Matatu durch – einem der üblichen furzkleinen Minibusse in Form eines Toyota Hiace. Holprig, freundlich und zielführend. Wir fühlen uns sehr wohl hier.

    Ach ja, und apropos Käffchen, da war doch was! Den nächsten Morgen beginnen wir hochgradig faul, suchen zum Mittag Mukimo und Kochbananen in einer sehr lokalen Speisegaststätte auf und fahren zur Nyeri Hill Farm, auf der Suche nach dem schwarzen Gold der Western slopes des Mount Kenya. Hier wird von feshen Ladies noch vor Ort geröstet! Wir erstehen einige Kilos Specialty-Böhnchen, die wir in den letzten Ritzen des Autos verstauen. Mit tollem Duft geht es in die Aberdares weiter!
    Baca selengkapnya

  • Saftige Baumbärte

    28–29 Nov 2025, Kenya ⋅ ☁️ 10 °C

    Jaa, saftig kann man es hier oben durchaus nennen! Wir erreichen gegen Abend zeitgleich mit einer dichten Nieselregenwolke das Reedbuck-Camp am östlichen Eingang des Aberdare-Mountains-Nationalparks. Der graue Dunst legt schöne Blicke über die hügelige Strauch- und Graslandschaft frei und wir können am gegenüberliegenden Hang zwei langsam vorantrottende Büffel und einen kampierenden Waterbuck erspähen. Ansonsten ist das Camp von dichten Sträuchern umringt. Es hat etwas Mystisches und wir sind uns unsicher, ob wir uns hier so richtig frei bewegen können. Schließlich sind Büffel doch die gefährlichsten Tiere Afrikas! Nach den Flusspferden, die doch auch die gefährlichsten Tiere Afrikas sind! Aber diese allgegenwärtigen Löwen, die sind doch auch die Gefährlichsten! Kurz nach unserer Ankunft bekommen wir jedenfalls Fußbesuch vom Wärter des benachbarten Fischereicamps, der uns dahingehend etwas entspannt und uns einlädt, doch mal drüben bei ihm vorbeizuschauen. Er erwartet für heute Abend „volles Haus“. Als wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit zu ihm hinüberspazieren, reist in der Tat ein Zweiergespann Fahrzeuge mit Familienbesetzung an und die von ihm beheizten Duschwasserkessel dampfen bereits.

    Unser Tag endet bei regnerischem Seitenwind und niedrigen Temperaturen, was das Kochen im Außenbereich des Autochens etwas ungemütlich gestaltet. Immerhin zaubern wir unter diesen Bedingungen trotzdem ein fabelhaftes Mango-Curry mit knackigem Gemüse und Paneer, den wir vor einigen Tagen bei der Kisima-Farm erstehen konnten. Beim Futtern werden wir von glühenden Augen irgendwelcher Gazellen und eines Kaninchens besucht. Die stapfen hier völlig unbeirrt an unserem Lagerplatz vorbei.
    Baca selengkapnya

  • Auf nördlicher Erkundungsrunde

    29 November 2025, Kenya ⋅ ☁️ 14 °C

    Neben allerhand bärtiger Wälder wirken auch die zahlreichen Niederungen mit saftigen Mooren und Wasserläufen entzückend auf uns. So viele unterschiedliche Grüntöne haben wir schon lange nicht mehr wahrgenommen! Ein Seitenweg wirkt besonders verlockend auf mich, denn er ist von einem umgeschubsten Baum versperrt. Dahinter sieht er zudem nicht sonderlich befahrbar aus 😏. Laut Karte soll er zur Gikururu Private Campsite an einem Flüsschen führen. Solche "private" Campsites zeichnen sich aus durch das Nichtvorhandensein jeglicher Anlagen und sind eigentlich nur minimalistische, meist gar unerkennbare Stellplätze, deren exklusive Nutzungsgenehmigung man sich allerdings für Extrageld erkaufen muss. Das würde ich mir ja gerne mal anschauen, aber wir haben nicht so viel Zeitpuffer für Experimente. Gerade, als wir wieder wegfahren wollen, rauscht ein Inder mit Familie im alten Land Cruiser dazu und wirkt sichtlich verwundert, dass wir umkehren wollen. Er würde dort häufiger picknickieren, es sei ein toller Spot und er kenne den Weg. Kurzerhand schieben wir gemeinsam den Baum zur Seite und er brettert voraus. Wir sehen ihn nur mit rauchender Dieselwolke von links nach rechts schlittern. Ohne Vorfahrer würde ich hier nie langfahren, denn das hohe Gras verdeckt so einige tückische Matschrinnen. Unser Toyo stellt sich paar Mal quer und setzt etwas auf. Holla die Waldfee, aber nun gut, so fährt man hier anscheinend 💁‍♂️. Der Zielort ist "nett" und abgeschieden, aber irgendwie war der Weg hierher das Highlightigere der Unternehmung. Wir lassen der Family ihren verdienten private space und rauschen wieder ab.

    Der Chania-Wasserfall ist der erste von dreien, die wir heute erkunden. Jeder ist sehr anders und es gibt viel an Pflanzen- und Tierwelt drumherum zu entdecken. Auch andere verstreute Touris begegnen uns. Weiter nordwärts zieht sich die Piste gefühlt endlos durch Hügel und niedrige Bergwälder. Irgendwo kommt man angeblich nach Nakuru runter, aber ob das alles befahrbar ist? Das müssen wir irgendwann anders mal herausfinden. Inmitten von Nichts picknicken wir einfach mitten auf dem Fahrweg hinter einer fast verkompostierten Holzbrücke und schnabulieren unsere Curry-Reste mit nem frischen Kaffee. In dieser remoten Ecke ist sonst niemand unterwegs. Nicht weitererzählen 🤫. Nun geht es aber erstmal zurück in Richtung Süden!
    Baca selengkapnya

  • Magura- und Karuru-Wasserfälle

    29 November 2025, Kenya ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir flitzen die bisherige Strecke wieder zurück in südliche Richtung und bleiben länger als erwartet an den ansonsten vergleichsweise unspektakulären Magura-Falls hängen. Hier gibt es nicht nur bunt schillernde Starenfamilien bei der Fütterung zu beobachten, sondern direkt am Parkplatzrondell besuchen uns auch zwei zutrauliche Natal Red Duiker. Mich fasziniert zudem so ein verrückter Krakenpilz! Wie kommt der denn hier her? Muss der hier sein? Sieht ja völlig fehlplatziert aus. Wikipedia sagt aber, dass er "eventuell auch in Ostafrika" beheimatet ist. Wieso denn nur "eventuell"? Hat das denn noch niemand eindeutig erforscht? Also, liebe Mykologen, bei so nem crazy Pilz würde mir das ja keine Ruhe lassen 😉!

    Über die Seitenstraße bei unserem Nachtlager an der Reedbuck Public Campsite und der Fishing Lodge vorbei, schlagen wir uns einen durchaus wilderen Weg zum Karuru-Wasserfall durch. Wie so immer, sieht man direkt am Wasserfall stehend vom eigentlichen Wasserfall nix. Aaaber, der Blick auf das riesige, steile und weitläufige Waldtal ist grandios! In weiter Ferne kann man wunderbar den Gura-Wasserfall erkennen, der mit 300 m Fallhöhe angeblich der höchste in Kenia sein soll. Andere Quellen behaupten, dass der Karuru-Wasserfall – an dem wir gerade stehen – mit knappen 275 m über mehrere Stufen der höchste sein soll. Na, was denn nun? Die Kaskadologen, Kataraktologen, Rheokasskadographen dieser Welt – oder wie auch immer man Wasserfallforscher korrekterweise bezeichnen müsste – sollten mal gemeinsam mit den Pilzforschern nachsitzen, um zu lernen, ihre Arbeit vernünftig zu machen 😛.

    Wir sind mal wieder ganz allein und bemerken viele Spuren größerer Wildtiere entlang der Trampelpfade hier. So recht geheuer ist uns das nicht. Bald dämmert es. Nicht, dass die Büffel hier abends auf Touri-Jagd gehen?
    Baca selengkapnya

  • Lake Naivasha mit Bent Ove

    29–30 Nov 2025, Kenya ⋅ ⛅ 20 °C

    Noch am Abend schaffen wir es bei letztem Licht aus den Aberdares zum Lake Naivasha runter. Puh, was ne Gurkerei durch die Vororte! Das YMCA-Camp leidet wie so viele hier am Südufer an den seit Jahren steigenden Wasserpegeln. Schon als ich 2021 am Fisherman’s Camp ein paar Kurven weiter westlich gewesen bin, war es kritisch. Nun sind bereits einige Camps dicht und alles scheint etwas zu verfallen.

    Bedrohlich finde ich die in ihrer Vielzahl noch weiter gestiegene Bebauung durch Schnittblumen- und Zierpflanzenbetriebe. Die fressen hier die letzten schönen Ecke auf und sind natürlich auch von den Pegelständen betroffen. Rund um die Uhr laufen direkt nebenan monströse Generatoren und Industriewasserpumpen zur Entwässerung der Anlagen? Hmm. Wenn ihr mal wieder Rosen kauft, oder bunte Baumarktblümchen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie von hier kommen. Mit dem Flieger. Über Holland gegreenwashed. Prost.

    Abgesehen davon lädt das Areal wunderbar zum Herunterkommen ein und ist vollgepackt mit den buntesten Mischungen wilder Wasservögel. Wir kommen aus dem Bestimmen gar nicht mehr raus: Birdlen schon beim Wachwerdkaffee. Was geht denn hier ab?! Wie soll man denn mit zwei Händen die Kamera, das Fernglas, die Tasse und das Schmusi bedienen 😅? Alle Birdies frühstücken und wir wollen das nun auch.

    In Bent Oves Status habe ich am Vorabend erhascht, dass er nun auch endlich aus Nairobi aufgebrochen ist und direkt in der Nähe kurz vor Naivasha wild gecampt hat. So treffen wir uns ja doch noch! 2020 begegneten wir uns irgendwo in Botswana am Okavango mit den Braunschweig-Pennern zum ersten Mal. Seither regelmäßig nur digital, wenn er irgendwo in Afrika herumturnt oder während der anderen Jahreshälfte leichtbekleidet von seiner Segelyacht in Norwegen in den Fyord hüpft. Soeben kommt er hupend, durchs Fenster winkend und jodelnd auf die Campsite gefahren. Hahahah, so ein Verrückter! Rasch kommt er neben uns zum Stehen und baut auch schon alles fürs Frühstück auf. Wir würfeln unser mobiles Gastro-Equipment passgenau zusammen, brühen Kaffee, rühren norwegisches Bent-Ove-Style-Porridge und schmieren Butterbrote mit Blauschimmelkäse von der Kisima-Farm 🤤. Juhu!
    Baca selengkapnya

  • Staub, Steine, stille Lava

    30 November 2025, Kenya ⋅ ☁️ 32 °C

    Der Abschied vom Lake Naivasha ist recht abrupt, aber alle wollen weiter. Bei uns geht es ins ungewisse Neuland geradewegs nach Süden. Kaum am feinstaubigen Mount Longonot vorbei und von der Nairobi-Hauptstraße runter, da wird es auch schon ganz schön leer.

    Wir wollen östlich am riesigen Mount Suswa vorbei. Was erwartet uns dort? Nix, außer noch mehr Staub und eine der wohl elendigsten Steinbuckelpisten. Spätere Blicke auf das Luftbildmaterial werden offenbaren, dass wir einfach mal nen riesigen Lava-Flow kreuzen, der ein südöstlicher Ausfluss aus dem ehemaligen Suswa-Vulkan ist. Die Dimensionen kann man sich kaum vorstellen. Hier muss mal ordentlich die Post abgegangen sein! Die Zwischenräume der rundlichen Steinbrocken sind mit sonderbar penetrantem Aschestaub gefüllt, der durch jede Ritze einzudringen versucht. Aber nicht in meinen Toyo! Eine endlose, eher monotone 60-km-Klopperei bei schätzungsweise nur 15-20 km/h. Zeitplan? 🤷‍♂️

    Dann bei Oltepesi endlich der Durchbruch auf eine gänzlich unbefahrene Asphaltpiste als finale Etappe zum Lake Magadi. Wir schlängeln uns zwischen einem Fluss und einer Verwerfungskante bei sinkender Sonne südwärts. Nur noch diese Kante rauf und dann erhaschen wir auch schon den ersten Blick durch die diesige Luft auf den vermeintlich bunten See! Alles sehr trocken hier. Die lokalen Bewohnis warten mit Kanistern und Tonnen am Straßenrand auf wahrscheinlich eine Wasserlieferung per LKW? Herrjeh. Skurrile Landschaft, und vor allem der totale Kontrast zu den saftigen Aberdare Mountains unweit von hier.
    Baca selengkapnya

    Akhir trip
    8 Desember 2025