Noch einmal Riga
29 maja 2024, Łotwa ⋅ ☁️ 28 °C
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28 maja 2024, Łotwa ⋅ ☀️ 28 °C
2 schöne Tage in Riga
28 maja 2024, Łotwa ⋅ ☀️ 24 °C
Gestern hatten wir um 10.00 Uhr einen ganz richtigen Termin und zwar mit Inga, unserer Riga-Guide. Ich habe sie über Internet gefunden, online kontaktiert und das hat alles super geklappt. Also um 10.00 bei der Rolandsäule vor dem Rathaus in Riga. Das bedeutete für uns, schon mal 3,5 km zu Fuß dorthin, weil wir den Balù am Campingplatz stehen lassen wollten.
Allgemeines zu Riga kann man überall nachlesen. Wir haben eine Führung gebucht, damit wir gezielt auch Hintergrundinformationen bekommen und interessante Details erfahren. Unsere Führerin Inga machte das ausgezeichnet. Besonders von Vorteil war auch, dass wir nur zu zweit waren. Die Führung bestand aus drei Teilen: Altstadt, Bootstour und Jugendstilviertel.
Die Hauptstadt Lettlands
ist die Perle nicht nur Lettlands, sondern auch des gesamten Baltikums. Die Altstadt von Riga ist in die UNESCO-Liste des Weltkultur- und Naturerbes aufgenommen. Riga hat mehr als 600.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt des Baltikums.
Riga wird auch die Perle der Architektur genannt - eine Stadt, in der man an einem Ort die in den Anfangszeiten der Stadt gebauten Kirchen, mittelalterliche Gebäude in der Altstadt, einzigartige Jugendstilhäuser sowie jahrhundertealte Holzarchitektur und Perlen der modernen Architektur sehen kann.
Von der gesamten lettischen Bevölkerung (1,8 Mio) lebt etwas mehr als ein Drittel in Riga, wenn auch der größere Teil davon in den Plattenbauten am Stadtrand.
Der Fluß, an dem Riga liegt, heißt Daugava, die 15 km nordöstlich von Riga in die Ostsee mündet. Die Daugava entspringt in Russland, fließt durch Belarus und Lettland.
Lange Zeit gab es über die Daugava keine Brücke, das jeweils andere Ufer konnte nur per Schiff erreicht werden. Mittlerweile aber führen in Riga 3 Brücken über den Fluss. Es gibt in Riga ein Sprichwort für Dinge, die ganz unmöglich machbar sind: "Das ist so unmöglich, wie eine Brücke über die Daugava."
Wir haben also viele Kilometer in der Altstadt gemacht:
Angefangen beim Rathaus, der Rolandsäule und dem Schwarzhäupterhaus. Diesen Namen erhielt das Haus durch den Bund der schwarzen Häupter. Das waren unverheiratete fahrende Kaufleute, die sich regelmäßig in diesem Haus versammelten und den Hl.Mauritius zum Patron hatten, der dunkelhäutig war.
Weiter zur Jakobskathedrale mit dem 80m hohen Kirchturm, bei dem außen eine Glocke hängt, die bei Feuer oder Überschwemmungen läutet -und der Legende nach, wenn eine untreue Frau vorbeiging, was die Frauen der Stadt veranlasste, darauf zu bestehen, dass die Glocke stillgelegt wurde.
Interessant auch das Gebäudeensemle "Drei Brüder", das Gebäude der Rigaer Börse, das heute das Kunstmuseum beherbergt, der Dom, der Pulverturm, die Jakobuskaserne und vieles mehr. Sehr interessant auch die Gildenhäuser, kleine Gilde für Handwerksgilde = kleines Haus, große Gilde für Kaufmannsgilde = großes Haus. Neben der großen Gilde steht das Katzenhaus. Auf dem Giebel thront eine große Katze mit Buckel und erhobenem Schwanz und zeigt mit dem Allerwertesten zur Großen Gilde. Das Haus wurde von einem Kaufmann, der aus irgendwelchen Gründen nicht in die Gilde aufgenommen wurde, gebaut und die Katze bewusst so platziert.
Wirklich schön war auch die Bootsfahrt, bei der wir Riga aus einer ganz anderen Perspektive erleben durften.
Nach einer Mittagspause führte uns Inga noch ins Jugendstilviertel, wo wunderschöne Jugendstilhäuser stehen und wir sehr viel über Jugendstil grundsätzlich und über die Jugendstilarchtekten
Michail Eisenstein und Konstantīns Pēkšēns, die Jugendstilprotagonisten Lettlands, erfuhren.
Interessantes Detail am Rande: Nahezu alle europäischen Botschaften, die in Riga vertreten sind, haben ihren Sitz in so einem Jugendstilhaus. Pikant: Neben der russischen Botschaft steht das Gebäude der ukrainischen Botschaft, von dem ein Putin (Toten)Schädel auf das russisch Gebäude blickt.
Nach diesem sehr interessanten Tag waren wir wirklich erschöpft, auch deswegen, weil es fast 30 Grad hatte und wir doch 16 km gelaufen sind.
Nun aber gingen wir noch 3,5 km zurück zum Campingplatz, etwas ausruhen. Dann ging es schon wieder zum Abendessen, nicht weit weg vom Campingplatz. Restaurant Kantinas: Super Lage, super Ambiente, super Essen. War noch ein schöner Ausklang des gestrigen Tages.
Heute Vormittag verließen wir dann den Campingplatz und fuhren mit dem Auto zum Großen Markt. Der Markt ist nur durch den Bahndamm von der Altstadt getrennt und ist für die Menschen in Riga das eigentliche Herzstück der Stadt. Noch immer ist er einer der größten Märkte Europas. Für die Dächer der fünf 35m hohen Hallen wurden Teile von zwei Zeppelinhangars verwendet. In diesen Hallen gibt es alles, was das kulinarische Herz begehrt und es herrscht reges Treiben.
Beeindruckend. Parkplatz finden war auch nicht schwer. Allerdings wurden wir bei der Weiterfahrt darauf hingewiesen, dass wir jetzt stundenlang in einem Bereich gestanden sind, in dem nur ausdrücklich Berechtigte parken dürfen. Hatte aber keine Konsequenzen.
Danach bestiegen wir die Aussichtsplattform im Haus der Wissenschaften, was in der Sowjetzeit das Haus der Kolchosen sein sollte, dann aber schon damals zum Haus der Wissenschaften mit etwas anderem Hintergrund wurde.
Noch ein Blick auf die Stadt von oben, währenddessen Strafzettel kassiert, dann nochmal einen Spaziergang durch die Stadt und dann fuhren wir 12 km weiter zum Ethnografischen Freilichtmuseum, das wir morgen besuchen und auf dessen Parkplatz wir heute übernachten.
Also: Riga ist wunderschön, tolle Architektur, viele Parks, viel Grün, viele Restaurants, Bars, Kneipen, wenig Touristen derzeit.
Riga hat 3 Wahrzeichen: Der goldene Hahn, der jede Kirchturmspitze schmückt, der goldene Schlüssel, der zum 810. Jubiläum von Riga im Jahr 2011 mit Hilfe aller Riganer*innen angefertigt wurde. 52.763 Schlüssel haben die Riganer*innen abgegeben. Die wurden eingeschmolzen und daraus wurde der 53 kg schwere Schlüssel angefertigt, der in einer Glasbox im Rathsus steht.
Und das 3. Wahrzeichen ist die buckelnde Katze
Was noch aufgefallen ist: Über die jüngere Geschichte, also Sowjetzeit und danach, über die jetzige Situation, wirs gar nicht gern geredet. Die Letten sind äußerst vorsichtig damit, ihre Meinung zu Russland kundzutun. Czytaj więcej
Von Kap Kolka nach Riga in 2 Tagen
27 maja 2024, Łotwa ⋅ ☀️ 20 °C
Gefahrene Strecke:
Erster Tag: 100 km
Zweiter Tag: 125 km
Die Übernachtung am Kap Kolka war ruhig und fast mückenlos. In der Früh sind wir dann weitergefahren nach Roja, einer kleinen Stadt am Meer in der Bucht von Riga. Deswegen Roja, weil wir wohnmobilmäßig eigentlich bestens versorgt waren aber dringend Wasser brauchten. In P4N haben wir gelesen, dass es dort in Strandnähe eine gut erreichbare Wasserstelle gibt. Das hat bestens funktioniert. Anschließend haben wir in einem nahegelegenen Delikatessengeschäft Räucherfischspezialitäten gekauft. Die gehören einfach zu Lettland. Irgendwo in Strandnähe gab es einen tollen Parkplatz. Wir machten noch eine lange Strandwanderung. Ich glaube, man könnte hier von Klaipeda in Litauen bis Tallin in Estland immer am Strand gehen. Sagte ich schon, dass die Strände sagenhaft sind? Aber, obwohl es wirklich sommerliche Temperaturen hat, das Wetter strahlend ist, das Meer ist kalt und eignet sich sowieso nicht zum Schwimmen.
Danach gab's am kleinen Yachthafen in einer netten Bar mit Boots- und SUP Verleih noch einen Aperol Spritz, bevor wir uns auf unseren Übernachtungsplatz auf einen kleinen Parkplatz in Strandnähe stellten.
Heute Früh steuerten wir dann ziemlich direkt Riga an. Auf der Strecke machten wir nur Halt um eine Kleinigkeit zu essen und dann noch in Jurmala, der Vorort-Strandmetropole von Riga. Nichts besonderes zu dieser Jahreszeit, aber doch einen Kurzbesuch wert.
Dann fuhren wir weiter nach Riga, der Hauptstadt Lettlands, wo wir uns heute nur mehr auf den Campingplatz stellten und die tolle Lage des Platzes genossen. Thomas Geburtstagsessen holen wir morgen nach. Czytaj więcej
Zum Kap Kolka
25 maja 2024, Łotwa ⋅ ☀️ 17 °C
Gefahrene Strecke: 57 km
Unser Übernachtunsplatz beim Leuchtturm war so extrem ruhig, dass man jedes Surren einer Mücke als Lärmbelästigung empfand. Und dann war es 6 Uhr morgens und es begann ein Höllenlärm. Neben uns, auf einem kleinen Grundstück mit einem kleinen Sommerhaus begann ein Mähtag. Motorsense am Samstag ab 6.00 Uhr. Also begannen wir den Tag heute ungewöhnlich früh. Wir machten noch einen Spaziergang durch den Urwald von Slitere, verfolgt von unzähligen Mücken. Um halb neun waren wir schon abfahrbereit.
Wir fuhren zuerst nach Dundaga. Ein kleiner Ort am Rande des Slitere Nationalparks, eigentlich nur wegen der Burg interessant.
Dundaga pils ist eine riesige Burg in einer malerischen Ecke Kurlands, die auf drei Seiten vom Wasser des Flusses und des Sees umgeben ist. Leider ist es am Sonntag nicht möglich, die Burg zu besichtigen. Der Ort selber ist ganz nett, aber absolut nichtssagend. So fuhren wir dann weiter nochmal nach Marzibe, diesmal in den anderen Teil des Dorfes, wo uns sofort, als wir parken, die Frau des Pastors entgegenkam und uns einiges über den Ort, die Menschen, die hier lebten und die wenigen Menschen, die immer noch hier leben, erzählte. Es gibt einen restaurierten Gutshof, der ursprünglich im Besitz eines deutschen Barons war und jetzt der Kirchengemeinde gehört. Hier werden sowas wie Besinnungsseminare in quasi klösterlichem Ambiente unter Begleitung des Pfarrers und seiner Frau angeboten. Welche Art der Religion hier wirklich praktiziert wird, habe ich nicht ganz durchschaut. Wir haben auf jeden Fall mit der Pfarrersfrau mindestens drei Stunden höchst interessante Gespräche gehabt, sie sprach nicht schlecht deutsch, was die Kommunikation natürlich erleichterte.
Wir redeten über die Glauben, Gott, die Welt, Putin, die Russen u.ä.
Die Frau war gerade Mitte 40 und erwartete ihr 8. Kind.
Nach diesen wirklich feinen Stunden fuhren wir weiter zum Kap Kolka. Das ist dort, wo das baltische Meer auf die Istsee trifft. Als Kap eine Enttäuschung. Kaps stelle ich mir immer mit Brandung und Steilküste vor. Hier aber ist nur flach und, egal welches Meer, es ist wellenlos und seicht bis quasi zum Horizont. Das Kap ist durch einen Steinhaufen markiert.
Nachdem wir den wunderschönen Strand besichtigt haben, stehen wir jetzt auf einem Parkplatz zusammen mit ein paar anderen Wohnmobilen. Hier bleiben wir über Nacht. Czytaj więcej
Zum Slitere Nationalpark
24 maja 2024, Łotwa ⋅ ☀️ 23 °C
Gefahrene Strecke: 57 km
Heute gings also weiter Richtung Norden auf einen Abstecher in den Slitere Nationalpark.
Der Nationalpark ist der kleinste der vier Nationalparks in Lettland. Das Gebiet befindet sich an der Nordspitze von Kurland um das Kap Kolka.
Uns interessieren vor allem die kleinen Dörfer, in denen sich die livische Sprache und Kultur bis heute erhalten hat.
Hier in Lettland lebt nämlich eine kleine Gruppe einer vom Aussterben bedrohten ethnischen Minderheit: die Liven. Sie entstammen der finno-ugrischen Bevölkerungsgruppe und sind ein Teil der ursprünglichen Bevölkerung Lettlands mit einem großen Einfluss auf die lettische Kultur und Sprache. Daher wird bereits in der Präambel zur Verfassung der Republik Lettland auf die besondere Bedeutung der livischen Traditionen für die Ausgestaltung der lettischen Identität verwiesen. Bis heute ist es den Liven gelungen, die Besonderheiten ihrer Sprache und Kultur zu erhalten, indem sie sich in das aktuelle Kulturleben Lettlands einbringen.
Eines der bekanntesten livischen Dörfer ist Mazirbe, das wir heute besucht haben, wo wir aber nicht wirklich etwas Besonderes, die livische Kultur betreffend, erkennen konnten.
Wir fuhren dann weiter zum Lighthouse im Slitere Nationalpark. Der Leuchtturm steht nicht am Meer, sondern 5 km im Landesinneren. Die Anhöhe, auf der er steht, diente den Seeleuten seit alters her als Landmarke.
Seit 2000 ist der Leuchtturm eine der Touristenattraktionen im Nationalpark Slītere - man kann ihn besichtigen und etwas über die Natur lernen. In den fünf Stockwerken des Leuchtturms finden sich lehrreiche Information über andere Leuchttürme in Lettland, den Nationalpark Slītere, die Küstennatur und die Geschichte des livischen Volkes. Am Leuchtturm beginnt ein Naturlehrpfad- ein 1,2 km langer Bogen, der den Hügel des Zilie kalni hinunter- und durch einen von Menschen unberührten Wald wieder zurückführt.
Der Platz dort ist so ruhig und wunderschön, dass wir nach Besichtigung des Leuchtturms beschlossen haben, hier auf dem Parkplatz zu übernachten. Kein Auto, keine Menschen und wie üblich viele Mücken. Das mit den Mücken ist schade, weil das Wetter wirklich ungewöhnlich schön ist, aber leider ist es aufgrund der Mücken ganz und gar unmöglich, draußen zu sitzen. Czytaj więcej
Von Liepaja nach Ventspils
23 maja 2024, Łotwa ⋅ ☁️ 19 °C
Gefahrene Strecke: 126 km
Habe ich schon erwähnt, dass es hier in den baltischen Staaten bzw. auch schon in Polen, kaum die Möglichkeit gibt, irgendwo zu frühstücken. Daher sind wir inzwischen beim Home-Frühstück angelangt, meistens mit Croissants o.ä. vom Lidl, der hier sowas wie das Supermarktmonopol hat.
So auch heute wieder.
Nach dem Frühstück haben wir unseren schönen Strand verlassen und sind, immer in Küstennähe auf einer gut ausgebauten Straße Richtung Ventspils/ Windau gefahren.
Unser erster Stopp war Pavilosta, weil es hier gute Fischrestaurants und grundsätzlich viele Infos über die Fischerei geben soll. Na ja, Pavilosta ist ein Ort mit ca. 200 EW, einem netten kleinen Hafen, ein paar Cafés, Restaurants, Pensionen und Hotels. Derzeit aber alles geschlossen, bis auf ein Restaurant mit einer sehr engagierten Mitarbeiterin. Wir haben Kaffee getrunken und sind dann weitergefahren, weil es absolut nichts zu sehen gab. Noch ein deutsches Paar mit Wohnmobil und offensichtlich auch dem Dumont Reiseführer hat sich den Ort angesehen. Aber sonst war niemand da.
Also weiter nach Ventspils, wieder auf der gut ausgebauten Küstennähe Straße.
Auf der ganzen Strecke nach Liepaja sind uns auf dieser Straße max. 10 Autos begegnet. Da fährt niemand, da ist nichts. Rechts ist Wald, links ist Wald und dazwischen wieder eine schnurgerade Straße für uns allein.
In Ventspils haben wir uns mitten in der Stadt auf einen schattigen Parkplatz gestellt, wo wir auch übernachtet haben.
Öl, das ist das erste, was einem zu Ventspils einfällt. Bis zum Ukrainekrieg wurde hier russisches Öl verschifft, daneben auch noch Kalisalz, was die Stadt unglaublich reich gemacht hat. Mittlerweile ist diese Geldquelle aus bekannten Gründen versiegt, und am Hafen sieht man schon erste Spuren der Trostlosigkeit.
Aber eigentlich ist die Stadt sehr schön hergerichtet, mit schön restaurierten Häusern, mit vielen Blumen und interessanten Kunstprojekten, wie z B. das Kuhprojekt. Überall in der Stadt stehen Kuhskulpturen in verschiedensten Ausführungen herum.
Wie üblich, haben wir die Stadt und den Hafen erwandert. Fürs Abendessen haben wir ein sehr interessantes Lokal namens Silrak gefunden. Interessant deshalb, weil, obwohl in der Stadt fast nichts los war, dieses Lokal komplett voll war mit hauptsächlich jungen Menschen, die gespielt haben. Brettspiele, Kartenspiele, Würfelspiele. Niemand hatte ein Handy im Einsatz. Man spielte, las sich gegenseitig Spielanleitungen vor, diskutierte, trank dazu Café oder Bier und der eine oder die andere aß was dazu. Wir haben dem Geschehen lange Zeit zugeschaut, wirklich guten Fisch gegessen und einen echt feinen Abend verbracht.
Essen im Restaurant ist hier relativ günstig. Aber Wein trinken brauchen wir gar nicht erst anfangen. Das Standardmaß sind 150 ml. So a Glasl kostet zwischen 7 und 10 €. Czytaj więcej
Am Strand von Liepaja
22 maja 2024, Łotwa ⋅ 🌬 23 °C
Heute haben wir einen richtigen Strandtag eingeschaltet. Strahlendes Wetter, Temperaturen um die 25 Grad und in unserer Nähe dieser Strand. Da haben wir kurzerhand beschlossen hierzubleiben.
Unglaublich, dass es so feinen Sand überhaupt gibt, wie an diesem Strand. Wir waren schon auf vielen Stränden in vielen Ländern, aber diesen Sand haben wir noch nie erlebt. Allerdings ist es etwas windig und die Sandkörner dringen klammheimlich in jede Pore ein.
Aber der heutige Tag war ein voller Genuss. Czytaj więcej
Ate Lithuania, sveiki Latvija
21 maja 2024, Łotwa ⋅ ⛅ 17 °C
Gefahrene Strecke: 88 km
So, jetzt sind wir in Lettland. Unser erstes Ziel ist Liepaja. Die Stadt liegt direkt an der Ostsee und wird in einem lettischen Lied als die Stadt des Windes gepriesen. Angeblich ist sie der windigste Ort Lettlands.
Unser erster Eindruck von Liepaja war, dass im Vergleich zu allen litauischen Städten hier noch sehr viel Sowjetisches sichtbar ist. Jetzt ist uns auch klar, warum. Liepaja hat das drittgrößte Stahlwerk des Baltikums und ist und war daher ein bedeutender Industriestandort. Der ganzjährig eisfreie Hafen war schon zur Zarenzeit und später während der russischen Okkupation enorm wichtig. 45 Jahre lang war Liepaja nach dem zweiten Weltkrieg eine gesperrte Stadt, aus der niemand heraus- und niemand hineinkam. Aber man merkt, dass die Stadt mittlerweile intensiv daran arbeitet, sich von diesem Teil ihrer Geschichte zu erholen. Nicht nur die Wirtschaft nimmt Fahrt auf, auch kulturell hat die Stadt einiges zu bieten (Kulturhauptstadt 2027).
Wir haben den Markt besucht, diverse Parks, das Hafengelände, das Konzerthaus und haben die Stadt auf uns wirken lassen.
Unseren Übernachtungsplatz haben wir heute ganz in der Nähe des Strandes, der übrigens ein Wahnsinn ist.
Was uns übrigens schon die ganze Zeit auffällt: Auf vielen Plätzen, an denen wir übernachten (Das sind oft großzügige Parkplätze in schöner Umgebung), kommen immer wieder hauptsächlich Männer jeglichen Alters in ihren Autos, rauchen und/oder spielen am Handy oder telefonieren und das nicht selten bei laufendem Motor und fahren nach kurzer Zeit wieder weg. Finden wir interessant. Czytaj więcej
Moorwanderung und Klaipeda
20 maja 2024, Litwa ⋅ ⛅ 24 °C
Gefahrene Strecke: 84 km
Heute in der Früh sind wir Richtung Klaipeda weitergefahren. Aber zunächst haben wir auf dem Weg zwischen Rusna und Silute eine Moorwanderung gemacht. Diese Moore sind höchst interessant und natürlich nur über Stege oder vorgefertigte Pfade begehbar. Wenn man die Pfade verlässt, sinkt man unweigerlich bis zu den Knöcheln oder bis zu dem Knien oder noch weiter ein. Will ich nicht probieren. Das Moor ist ein besonders sensibles und gleichzeitig enorm wichtiges ökologisches System. Moore sind effektive Kohlenstoffspeicher und bieten vielen selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Doch Trockenlegung und Torfabbau gefährden sie.
Daher stehen hier im Baltikum nahezu alle Moore unter Naturschutz.
Hier in Litauen z.B. wurden die Moore bis vor nicht allzu langer Zeit durch Entwässerungskanäle trockengelegt um wertvolle Weideflächen zu schaffen. Seit dem EU-Beitritt werden zunehmend Renaturierungsmaßnahmen ergriffen. Unsere Wanderung durchs Moor war nur kurz (5km), aber sehr interessant.
Danach sind wie weitergefahren nach Klaipeda, wohl unsere letzte Station in Litauen.
Klaipeda ist heute der bedeutendste Ostseehafen Litauens und gilt als Tor zur Kurischen Nehrung. Bis 1920 war die Stadt an der Dangemündung nördlichste Stadt Deutschlands und hieß Memel. Vor dem Krieg war Memel eine beschauliche Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, heute ist die Hafenstadt am Ausgang des Kurischen Haffs und des Memeldeltas in die Ostsee eine quirlige, boomende Stadt mit rund 185.000 Einwohnern.
Wichtig ist Klaipeda auch als Fährhafen und bietet neben Linien nach Kopenhagen, Åhus, Rotterdam, Felixstowe und Malmö auch eine Fährverbindungen nach Deutschland. Von Kiel nach Klaipeda ist man mit den Schiffen der DFDS-Linie rund 19 Stunden unterwegs.
Am Theaterplatz steht der Simon-Dach-Brunnen mit der Figur des „Ännchen von Tharau“. Sie war die Angebetete des in Memel geborenen Dichters Simon Dach (1605-1659), der er das berühmte Gedicht widmete, das später auch vertont wurde.
Ein ausführlicher Stadtrundgang führte uns zur Erkenntnis: Klaipeda ist ok, kann man besuchen, muss man aber nicht.
Wir sind dann Richtung Norden weitergefahren, wo wir ca. 18 km nördlich von Klaipeda auf einem schönen Campingplatz, der alles bietet und 20 € kostet, übernachten. Morgen fahren wir weiter nach Lettland. Czytaj więcej
Kurische Nehrung und Memeldelta
19 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 19 °C
GefahreneStrecke: 55 km
Heute mussten wir schon um 9.30 an der Schiffanlegestelle in Uostadvaris sein, ca. 12 km von unsrem Übernachtungsplatz beim Infobüro.
Mit dem Linienschiff namens Forelle-Flicka fährt man 1,5 Stunden nach Nida (Nidden) auf der kurischen Nehrung.
https://www.planet-wissen.de/kultur/baltische_s…
Das Naturschauspiel ist eine von einzigartigen Dünenlandschaften und feinen weißen Sandstränden geprägte Halbinsel an der Küste Litauens. Seit dem Jahr 2000 gehört Sie zum UNESCO Weltkulturerbe und wird von den Einheimischen liebevoll die „Perle der Ostsee“ oder „litauische Sahara“ genannt. Inmitten der Kurischen Nehrung verläuft eine Grenze zu Russland. Zur litauischen Seite gehören insgesamt 52 km der Landzunge. Die gesamte Nehrung ist zum Nationalpark erklärt worden. Hierdurch wird die einmalige Natur- und Kulturlandschaft auch für die Zukunft nachhaltig gewahrt.
Nida ist der touristische Hotspot der Nehrung, derzeit aber ist die Zahl der BesucherInnen noch sehr überschaubar. Größter Tourismusmagnet ist wohl die einzigartige Düne. Um die Düne zu schützen, wurde ein Holzsteg mit diversen Aussichtspunkten gebaut, der auf den höchsten Punkt der Düne führt. Oben steht ein riesengroßer Obelisk, der eine Sonnenuhr darstellt, und einige Marktstände, die vor allem Bernsteinzeug verkaufen.
Auf dem höchsten Punkt der Düne haben wir einen markierten Rundweg entdeckt, sodass wir einen anderen Rückweg nehmen konnten. Das war aber leider nur kurz eine gute Idee. Irgendwann haben wir auf der Düne den Weg verloren. Wer schon einmal durch Dünensand gewandert ist, kann sich vorstellen, was es bedeutet, ohne jeglichen Halt eine halbe Stunde lang zu versuchen, aus der Düne herauszukommen. Danach waren wir fix und fertig.
Auf diesen Abwegen haben wir aber die Gedenkstätten an ein altes Fluegerzentrum entdeckt, wo in der Zwischenkriegszeit Piloten für die damaligen Flugzeuge ausgebildet wurden.
⁹https://www.visitneringa.com/en/explore-neringa…
Eigentlich wollten wir in Nida dann noch das Sommerhaus von Thomas Mann anschauen. Aber die Dünentour hat uns gereicht, sodass wir dann nur mehr in einem Kaffeehaus am Hafen bei Saft und ein paar Snacks auf unser Schiff warteten, das um 16.00 Uhr wieder ablegt und uns nach Uostadvaris zurückbrachte. Von dort fuhren wir dann nochmal weiter auf die Landzunge Vente im Memeldelta. Hier in der Nähe wollen wir morgen noch eine Moorwanderung machen.
Hier ist es einfach nur wunderschön und es gibt ein tolles Restaurant zum Abendessen. Czytaj więcej
Auf dem Weg ins Memeldelta
18 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 20 °C
Gefahrene Strecke: 156 km
Von unserem feinen Übernachtungsplatz sind wir heute nach Silute gefahren.
Die Ortschaft liegt in der kurischen Landschaft Lamotina, einer wenig industrialisierten Region im Südwesten Litauens, an der Šyša (Sziesze oder Schische),die ab Šilutė schiffbar ist und nach 5,5 km in die Atmata (Atmath) mündet. D.h. Silute liegt am Rande des Memeldeltas. Von hier ließen sich auch gut Ausflüge ins Delta organisieren. Wir wollten zunächst eine Touristeninfo besuchen. Leider geschlossen, weil doch Samstag ist. Kleiner Rundgang durch den Ort, dann weiter nach Rusnè.
Rusne liegt auf der gleichnamigen Insel an der Grenze zu Kaliningrad im Nemunas=Memel-Delta. Die Insel ist aufgrund ihrer überschwemmten Wiesen, der Nebenarme des Nemunas und der Landschaft mit alten Schluchten einzigartig in Litauen. Rusnė ist eine der ältesten Siedlungen im Nemunas-Delta, gegründet im fünfzehnten Jahrhundert und die einzige litauische Stadt auf der Insel, berühmt für die Schönheit der Natur. Das alles weiß ich, weil wir in Rusne die Touristeninfo aufgesucht haben und die war geschlossen. Macht erst wieder am Dienstag auf. Während wir so ratlos am Parkplatz des Informationsbüros herumstanden, kam Žana daher, Leiterin des Büros, sperrte für uns auf und informierte uns detailreich über das Memeldelta. Außerdem bekamen wir eine ganz wichtige Information u.z., dass wir von der Insel aus mit einem Linienschiff zur kurischen Nehrung fahren können, ohne den Umweg über Klaipeda machen zu müssen.
Außerdem hat Žana uns angeboten, dass wir auf dem Parkplatz vom Informationsbüro übernachten können.
Randvoll mit Informationen gingen wir noch essen, was eine sehr gute Idee war. Czytaj więcej
2 Tage ohne große Highlights
17 maja 2024, Litwa ⋅ 🌙 16 °C
Gefahrene Strecke: Gestern 152 km, heute 126 km
Wir bewegen uns jetzt relativ zügig Richtung Ostseeküste. Nachdem wir gestern den Nationalpark verlassen haben, ging es durch wirklich langweilige Landschaft -schnurgerade Schnellstraße, links sind Rapsfelder, rechts sind Rapsfelder- Richtung Westen.
Die Straßen sind nicht sehr verkehrsreich, aber wartet immer wieder mit Überraschungen auf. Eine wunderbare Schnellstraße kann von einer Minute zur anderen zur Rumpelpiste werden, oder da ist plötzlich so ein Tempobuckel, oft ohne vorheriges Hinweisschild oft irgendwo im Irgendwo..
Im Ort Pasvalys haben wir eingekauft und haben dann beschlossen, nicht mehr weiterzufahren, sondern es uns auf einem Campingplatz in der Nähe gemütlich zu machen. Ein sehr schöner Campingplatz mit jeglichem Service. Kostet 10 €.
Am Abend gab's Restlessen.
Heute sind wir dann weitergefahren zum Berg der Kreuze. Das ist tatsächlich eine besondere Skurrilität, wenn auch quasi litauisches Nationalheiligtum.
Auf einem kleinen Hügel wurden aus Protest gegen die sowjetische Besatzung Kreuze jeder Art aufgestellt. Mehrere Male wurden sie durch die Besatzungsmacht mit Bulldozern platt gewalzt. Nutzte aber nichts.
Die Litauer stellten danach noch mehr auf.
Aber nicht nur Litauer sondern Menschen aus allen baltischen Staaten, aus Polen, aus Skandinavien und seit 2022 auch aus der Ukraine, pilgern hierher und bringen Kreuze mit
Die Zahl der Kreuze lässt sich nicht mehr beziffern, sie ist aber riesig. Natürlich wirkt die Präsenz der enormen Kreuzmassen und seine Symbolik enorm auf den Besucher. Auf uns hat das Ganze höchst skurril gewirkt und wir haben uns nicht länger als eine halbe Stunde aufgehalten. Aber gesehen haben sollte man den Berg der Kreuze schon.
Die Stadt, zu der dieser Berg gehört, heiß Siauliei. Dort mussten wir nochmal einkaufen und jetzt stehen wir auf einem Übernachtungsplatz natürlich an einem See, wo sich noch eine kurze Wanderung ausging, bevor die Mücken über uns herfielen. Czytaj więcej
Wunderbarer Aukštaitja Nationalpark
15 maja 2024, Litwa ⋅ ☁️ 18 °C
Es ist so still hier. Kein Auto, keine Rasenmähen, keine menschlichen Stimmen. Nichts als Vogelstimmen, hauptsächlich Kuckuck und ab und zu hört man das Platschen eines Fisches. Einfach nur schön.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, um einen weiteren geringen Teil des Nationalparks zu erkunden. Heute wollen wir eine Rundwanderung von ca. 15 km machen. Auf der Strecke liegt u.a. der Ort Stripeikiai, in dem es ein Imkereimuseum gibt, das uns empfohlen wurde. Ja, dachten wir, weils grad auf dem Weg liegt, können wir es ja anschauen. Aber wieder einmal ganz große Überraschung: Ein großes Freilichtmuseum auf einer Fläche von 4 ha, sehr anschaulich und interessant gestaltet. Neben wirklich informativen Ausstellungsstücken und Stationen gibt es auch mehrere Bereiche einfach zum Entspannen und Seele baumeln lassen und sogar ein kleines Cafè gibt es, was hier in Litauen wirklich erwähnenswert ist, weil es außerhalb der wenigen Städte weder Cafés noch Restaurants gibt.
Nach unserer Wanderung, die mit Museumsbesuch dann doch den ganzen Tag beansprucht hat, beschlossen wir kurzerhand heute noch auf unserem schönen Waldplatz zu übernachten. Wir kochten uns Kabeljau mit Kartoffeln und Spargel und machten und einen feinen Abend. Leider nicht draußen, weil die Mücken echte Plagegeister sind.
So viele Eindrücke kann man in Worten gar nicht beschreiben. Diese Bilder sagen mehr als 1000 Worte Czytaj więcej

M + M auf ReisenWenn ihr weiter nach Nordosten reist besucht auf jeden Fall Orvidas Garten. https://findpenguins.com/041wqhvz9nsy2/footprin…
Im Aukštaitja Nationalpark
14 maja 2024, Litwa ⋅ ☁️ 18 °C
Gefahrene Strecke: 19 km
Heute in der Früh haben wir direkt vom Campingplatz in Paluse weg eine Wanderung im Nationalpark gemacht War wirklich schön. Hier müsste man 2 Monate später herkommen, denn die Waldböden sind bedeckt von Heidel- und Preiselbeeren. Außerdem soll es dann auch Unmengen von Pilzen geben.
Von der Wanderung waren wir dann am frühen Nachmittag zurück. Nachdem wir den Balù wieder auf Vorderfrau gebracht hatten, fuhren wir voll ausgestattet mit Wasser und Lebensmitteln etwas tiefer in den Nationalpark hinein, nach Ginučiai. Dort in der Nähe gibt es einige Plätze im Wald, die mit Tischen, Bänken und Feuerstellen ausgestattet sind und wo man problemlos mit dem Wohnmobil auch tagelang stehen kann. Wir haben einen wunderschönen Platz an einem wunderschönen See gefunden. Zum Abendessen haben wir uns Linsencurry mit Polenta gekocht und dann einfach die Ruhe am See genossen.
Übrigens: Wir sind jetzt wirklich extrem in der Pampa. Aber Internet gibt's immer und überall. Czytaj więcej
Von Vilnius in den Aukštaitija NP
13 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 18 °C
Gefahrene Strecke: 119 km
Nach 2 Tagen Großstadt begeben wir und heute in ruhigere Gegenden, um nicht zu sagen: In die Einsamkeit.
Und zwar fahren wir in den größten Nationalpark Litauens.
Der Aukstaitija Nationalpark ist der älteste Nationalpark in Litauen und wurde 1974 gegründet. Er umfasst 40.500 ha und davon sind ca. 15 % Seen.
Der ANP hat für den Tourismus in Litauen eine große Bedeutung. Bis 2009 war in Visagina (im Dreiländereck Lettland-Litauen-Weißrussland) ein Kernkraftwerk in Betrieb, das aber auf Druck der EU 2009 abgeschaltet wurde. Es hatte bei Inbetriebnahme 1983 die größte Leistung weltweit.
Mittlerweile machen viele kleine Details den Reiz des Parks aus. Bei der Fahrt durch die Dörfer im Park fühlt man sich in eine frühere Zeit zurück versetzt. Die Dörfer bestehen aus alten Holzhäusern, meist mit liebevoll gepflegten Vorgärten. Alte Trinkwasserbrunnen und Kleinlandwirtschaft runden das Bild ab.
Unsere erste Station im Park war der Campingplatz in Paluse. In Vilnius hatten wir uns noch mit Lebensmitteln versorgt, sodass wir 2-3 Tage gut über die Runden kommen.
In Paluse gibt es auch ein Infocenter zum Park. Ist aber schwach besetzt. Es gibt Bootsverleih und alles mögliche, aber leider erst im Sommer. Und auf dem Campingplatz, der super ist und ganz toll ausgestattet, sind wir allein. Wir haben heute in der Küche des Campingplatzes gekocht. Außerdem konnten wir Bettwäsche waschen und trocknen. Jetzt sind wir wieder voll up to date. Czytaj więcej
2 Tage Vilnius
12 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 15 °C
Vilnius also, die größte und zugleich Hauptstadt Litauens mit ca. 600.000 EinwohnerInnen.
Die Stadt hat uns wirklich begeistert. Wunderschöne Architektur, Altes liebevoll restauriert, Neues geschmackvoll aufgebaut. Viel Grün, viele Parks und natürliche Grünzonen, Wanderwege, Spazierwege an den Flüssen Vilnia und Neris.
Tolle Restaurants und Bars, interessante Museen und wer Barock mag, der kommt angesichts der unzähligen Barockkirchen voll auf seine Rechnung.
Auch diese Stadt ist völlig entspannt, obwohl jetzt am Wochende doch einige TouristInnen unterwegs sind.
Die Stadt lernt man am besten zu Fuß kennen und wir haben in diesen 2 Tagen satte 25km zurückgelegt. Für uns gab es dann schon einige Zielpunkte in der Altstadt, wie z.B. den Gediminas Turm, das Tor der Morgenröte, die Synagoge, das jüdische Museum, das Mo Museum, der Bernhardiner Friedhof und -last but not least- die selbsternannte Republik Uźupis ( eigener Footprint).
Aber wirklich beeindruckend ist es, die Stadt nicht besonders zielstrebig, aber mit offenen Augen zu durchstreifen.
So haben wir es gemacht, sind an wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeigekommen, haben zwei Museen besucht, haben uns in einigen netten Bars niedergelassen und die Stadt auf uns wirken lassen. Gestern sind wir in Uźupis fein essen gegangen, heute haben wir in einem netten Lokal eine Kleinigkeit gegessen und dan zuhause Linguine all'aglio, olio und peperoncino gekocht.
Ach ja, das Wetter war beide Tage strahlend schön, aber aus der Daunenjacke sind wir nicht herausgekommen. Czytaj więcej
Uźupis, die Republik in Vilnius
11 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 12 °C
Wenn man in Vilnius ist, muss man unbedingt den Stadtteil Uźupis besuchen.
Bis 1941 galt Vilnius als Jerusalem des Ostens. Hier lebten 240.000 Juden, der Großteil von ihnen in Uzupis. Nach dem Krieg waren fast alle Juden durch die Deutschen ermordet und die Gebäude in Uźupis leer und zerfallen. Im der Sowjetzeit siedelten sich hier Verbrecher und Prostituierte an.
Mittlerweile gehört Uzupis zu den angesagtesten Wohngebieten im Vilnius. Weil sich hier viele Künstler angesiedelt haben, wird Uzupis auch das Montmartre von Vilnius genannt. Aus Spaß haben die Bewohner von Uzupis am 1. April 1997 die Freie Republik Uzupis ausgerufen. Seitdem gibt es eine eigene Verfassung mit 41 Gesetzen, einen eigenen Präsidenten und eigene Pässe.🤩
Möchte man ein Visum für die " Republik" haben, kann man das im Cafè "Uzipio Kavine" abholen. Das Cafè ist auch das Regierungsgebäude.😀
Hier die Verfassung der Freien Republik Uzupis, die auf der Stadtmauer in 43 Sprachen auf Glastafeln veröffentlicht ist.
1. Jeder Mensch hat das Recht, beim Fluss Vilnia zu leben, und der Fluss Vilnia hat das Recht, an jedem vorbei zu fließen.
2. Jeder Mensch hat das Recht auf heißes Wasser, Heizung im Winter und ein gedecktes Dach.
3. Jeder Mensch hat das Recht zu sterben, aber das ist keine Pflicht.
4. Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen.
5. Jeder Mensch hat das Recht, einzigartig zu sein.
6. Jeder Mensch hat das Recht zu lieben.
7. Jeder Mensch hat das Recht, nicht geliebt zu werden, aber nicht notwendigerweise.
8. Jeder Mensch hat das Recht, gewöhnlich und unbekannt zu sein.
9. Jeder Mensch hat das Recht, faul zu sein.
10. Jeder Mensch hat das Recht, eine Katze zu lieben und für sie zu sorgen.
11. Jeder Mensch hat das Recht, nach dem Hund zu schauen, bis einer von beiden stirbt.
12. Ein Hund hat das Recht, ein Hund zu sein.
13. Eine Katze ist nicht verpflichtet, ihren Besitzer zu lieben, aber muss in Notzeiten helfen.
14. Manchmal hat jeder Mensch das Recht, seine Pflichten nicht zu kennen.
15. Jeder Mensch hat das Recht auf Zweifel, aber das ist keine Pflicht.
16. Jeder Mensch hat das Recht, glücklich zu sein.
17. Jeder Mensch hat das Recht, unglücklich zu sein.
18. Jeder Mensch hat das Recht, still zu sein.
19. Jeder Mensch hat das Recht zu vertrauen.
20. Niemand hat das Recht, Gewalt anzuwenden.
21. Jeder Mensch hat das Recht, für seine Unbedeutsamkeit dankbar zu sein.
22. Niemand hat das Recht, eine Ausgestaltung der Ewigkeit zu haben.
23. Jeder Mensch hat das Recht zu verstehen.
24. Jeder Mensch hat das Recht, nichts zu verstehen.
25. Jeder Mensch hat das Recht zu jeder Nationalität.
26. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Geburtstag nicht zu feiern oder zu feiern.
27. Jeder Mensch sollte seinen Namen kennen.
28. Jeder Mensch kann teilen, was er besitzt.
29. Niemand kann teilen, was er nicht besitzt.
30.Jeder Mensch hat das Recht, Brüder, Schwestern und Eltern zu haben.
31. Jeder Mensch kann unabhängig sein.
32. Jeder Mensch ist für seine Freiheit verantwortlich.
33. Jeder Mensch hat das Recht zu weinen.
34. Jeder Mensch hat das Recht, missverstanden zu werden.
35. Niemand hat das Recht, jemand anderem die Schuld zu geben.
36. Jeder hat das Recht, individuell zu sein.
37. Jeder Mensch hat das Recht, keine Rechte zu haben.
38. Jeder Mensch hat das Recht, keine Angst zu haben.
39. Lass dich nicht unterkriegen!
40. Schlag nicht zurück!
41. Gib nicht auf! Czytaj więcej
Trakai und weiter nach Vilnius
10 maja 2024, Litwa ⋅ ☁️ 11 °C
Gefahrene Strecke: 73km
Eigentlich gab es heute nicht viel zu tun. Es regnet schon wieder, bzw. immer noch.
Zunächst spazierten wir von unserem Übernachtungsplatz zur Burg Trakai. Waren gerade mal 10 km hin und zurück.
Die Stadt Trakai liegt 28 Kilometer westlich von Vilnius In der Umgebung gibt es 200 Seen. Der Ort ist eigentlich nur wegen seiner alten Wasserburg berühmt und mittlerweile ein Tourismushotspot.
Die Burg ist der architektonisch bedeutendste Verteidigungskomplex in Litauen. Die Gründung der Stadt im 13. Jahrhundert traf mit der des litauischen Staates zusammen. Der neu gegründete Staat musste 200 Jahre lang Invasionen des christlichen Europas widerstehen. Die Ordensritter versuchten die Gegend zu meiden, die Burgmannschaft war für sie unbesiegbar.
Interessanterweise sah es für uns zunächst so aus, als ob der ganze Ort ausgestorben sei. Bei der Burg aber trafen wir dann dich auf massenhaft Tourist*innen. Das lässt eine Ahnung aufkommen, was hier um Sommer oder, wenn es nicht regnet los ist.
Die Burg selbst haben wir jetzt nicht so sonderlich interessant gefunden und so sind wir nach relativ kurzer Zeit wieder zurückgewandert und weiter nach Vilnius gefahren. Da gab es heute noch konsumtechnisch viel zu tun. Zuerst Lidl, um uns mit Lebensmitteln einzudecken, dann weiter zu Decathlon, wo sich Thomas mit Sportgelände eingedeckt hat.
Und siehe da, als wir vom Decathlon herauskommen, hat der Regen aufgehört und es ist blauer Himmel.
Jetzt aber schleunigst zu unserem Übernachtungsplatz. Der war aber leider der falsche. Also nochmal 5 km auf der Stadtautobahn herumgurken, aber jetzt sind wir da. Wunderbar ruhiger Parkplatz neben einer Aufbahrungshalle. Jetzt wird nicht mehr groß gekocht. Es gibt Pellkartoffeln. Czytaj więcej
Rumšiškes und das Pazaislis-Kloster
9 maja 2024, Litwa ⋅ ☁️ 10 °C
Gefahrene Strecke: 109 km
Heute ist ein klassischer Regentag und kalt ist's auch noch. Aber wir lassen uns nicht abschrecken, jammern im Halb-Stunden-Takt übers Wetter und ziehen held*innenhaft unser Programm durch. Zuerst fahren wir zum Kloster Pazaislis am Kaunas-See.
Es ist ein katholisches Kloster, das 1664 von Kamaldulenser-Mönchen erbaut wurde und besitzt eine der schönsten Barockkirchen des Landes. Seit 1992 wird es vom Orden der Schwestern des heiligen Kasimir betreut.
Mehr zur turbulenten Geschichte des Klosters findet man hier:
https://alles-ueber-litauen.de/ziele-in-litauen…
Heute ist in einem Teil des Klosters ein 4 Sterne Hotel untergebracht, in einem anderen Teil eine Pilgerherberge. Der Besuch war kurz, weil außer der Basilika nichts besichtigt werden konnte und für einen Spaziergang im sicher schönen Klostergarten war das Wetter zu schlecht. Der Eintritt kostet für uns Senior*innen übrigens 3€ pro Person.
Dann fuhren wir weiter zum Ethnografischen Freilichtmuseum im Rumšiškes. Der Regen wurde intensiver, aber gut ausgerüstet unternahmen wir doch die 8 km lange Wanderung durch dieses großartig gestaltete Museum. Nur bei Hinweisschildern und Beschriftungen ist noch Luft nach oben (nur litauisch und manchmal auch polnisch). Hier wurden aus ganz Litauen Bauernhöfe, ja sogar ganze Bauerndörfer zusammengetragen. Aber auch ein litauischen Straßendorf wurde hierher transportiert und wieder aufgestellt. Mit inzwischen 180 Gebäuden und 88.000 Exponaten auf einer Fläche von 200 ha ist es eines der größten Freilichmuseen Europas. Der Eintritt kostet für uns 4 Euro. Wer jemals in diese Gegend kommt, muss dieses Museum unbedingt besuchen.
Als wir das Museum verließen war es schon 17.30 und wir fuhren dann noch weiter Richtung Trakai, wo wir wieder einen tollen Übernachtunsplatz auf einem ausgewiesenen Picknickplatz gefunden haben. Und jetzt hat auch der Regen nachgelassen, kalt ist es aber trotzdem. Wir kochen Hühnergeschetzeltes mit Couscous. Czytaj więcej
Kaunas
8 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 8 °C
Gefahrene Strecke: 58 km
Heute haben wir uns noch ein gemütliches Frühstück gemacht und sind dann weitergefahren nach Kaunas. Durch P4N haben wir einen feinen Parkplatz auf einem Hügel über der Stadt bekommen. Zu Fuß in die Altstadt sind es gerade mal 1,5 km. Außerdem führt vom Parkplatz in die Stadt eine rustikale Standseilbahn, die 1€ pro Person kostet. Den Hinweg haben wir zu Fuß bewältigt, auf dem Rückweg mussten wir unbedingt das Bahnl ausprobieren.
Vorweg: Vielleicht liegt es an der Kälte, vielleicht, weil es ein ganz normaler Wochentag ist, dass in Kaunas absolut nichts los ist. 3-4 Tourist*innen irren durch die Stadt, ein paar Einheimische und das wars.
Dabei hat Kaunas doch einiges zu bieten.
Die Stadt mit ihren etwas mehr als 300.000 Einwohnern liegt in einer sehr waldreichen Gegend, am sog. Meer von Kaunas, das ein großer See ist, der sich aus einem Flusskraftwerk durch Aufstauen der Memel entwickelt hat. Für den Bau des Sees wurden 45 Dörfer geflutet, deren Bewohner ausgesiedelt und anderswo untergebracht wurden.
Kaunas ist die zweigrößte Stadt Litauens und war zwischen 1920 uns 1940 Hauptstadt, weil Vilnius zwischen den Kriegen von Polen besetzt war. Da Kaunas am Zusammenfluss zweier großer Flüsse (Memel und Neris) liegt, war die Stadt zwischen 15. und 16. Jhdt auch Hansestadt.
Wir spazierten durch die Altstadt, wanderten dann noch zum Zusammenfluss. Dort steht auch die alte, neu renovierte Burg von Kaunas und besuchten das Nationalmuseum das auch Ćurlionis Museum, heißt, benannt nach dem in Litauen berühmten Komponisten und Maler Mikalojus Ćurlioni, dessen wirklich beeindruckenden Bilder eine ganze Etage des Museums füllen.
Nachdem wir das Kulturprogramm und dazwischen einen ausführlichen Kaffeehausbesuch absolviert hatten, wollten wir noch ein Geschäft für Sportbekleidung suchen- Thomas braucht dringend eine Jacke-, leider erfolglos.
Zurück zum Parkplatz und dann beschlossen wir, auf einen Campingplatz erwa 5 km außerhalb von Kaunas zu fahren. Das war super, denn hier gibt es Waschmaschine und Trockner. 4€ waschen, 4€ trocknen. Und jetzt ist alles wieder picobello.
Zum Abendessen gibt's Pasta.
Apropos picobello: Kaunas ist absolut picobello. Es liegt nicht ein Papierchen herum, nirgendwo in der ganzen Stadt. Alles ist sauber und ordentlich, die großzügigen Parkanlagen sind wunderbar gepflegt und perfekt in Schuss gehalten. Man merkt, dass in die Verschönerung und Gestaltung der Stadt als Kulturraum sehr viel nachhaltig investiert wurde, als die Stadt 2022 Kulturhauptstadt wurde. Wer nach Litauen reist: An Kaunas bitte nicht vorbeifahren. Czytaj więcej
Von Grūtas nach Kaisiadorys
7 maja 2024, Litwa ⋅ ☀️ 13 °C
Gefahrene Strecke: 114km
Nachdem es in der Nacht richtig kräftig geschüttet hat, war es heute in der Früh wieder strahlend schön. Aber leider nur optisch. Es ist nämlich wirklich kalt.
Wir hatten einen echt feinen Übernachtungsplatz, natürlich an einem See, natürlich mitten im Wald.
Am Vormittag fuhren wir zunächst zum Grūtas-Park. Hier bekommt man einen Eindruck von Litauens sowjetischer Vergangenheit . Ein litauischer Geschäftsmann hat in einem sumpfigen Waldgebiet zahlreiche sowjetische Denkmäler wieder aufgestellt, die in den 1990-er Jahren, nach Erlangen der litauischen Unabhängigkeit demontiert wurden Stalin, Marx, Lenin und andere kommunistische Größen sind in dem 20ha großen Park zu sehen, nicht verherrlichend, sondern mahnend. Wir haben dann doch nicht den ganzen Park angeschaut, sondern nur ein paar Fotos gemacht.
Dann war der Plan, eine Wanderung im Dzukija-Nationalpark zu machen. Die wollten wir in Merkine starten. Und so kommt man oft unerwartet an geschichtlich höchst interessant Orte, von denen man zunächst glaubt, dass sie einfach nur ein unbedeutendes Kaff sind. Merkine hat eine sehr lange jüdische Tradition. Jüdische Spuren lassen sich bis 1539 zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert kamen einige jüdische Gelehrte aus dem Städtchen,das in jüdischen Quellen auch „Merets“ genannt wird.
In den 1930-er Jahren waren von den 2200 Bewohner*innen des Ortes 1500 Juden
Am 23. Juni 1941, kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Litauen, erreichten die deutschen Truppen auch Merkinė. Fast gleichzeitig begann auch dort die Judenverfolgung. Aber die deutschen Truppen machten auch Jagd auf Partisanen und Kommunisten. Offiziell wurden alle Verfolgten in Arbeitslager oder in das Gefängnis nach Alytus gebracht, in Wirklichkeit jedoch kurz nach dem Abtransport getötet. Im September 1941 wurden alle Juden des Dorfes von B. Naujokas, dem Polizeichef von Merkinė, zusammengetrieben und in einer Synagoge sowie der jüdischen Schule gefangen gehalten.
Am 10. September 1941 wurden alle Gefangenen, nach offiziellen Angaben 854 Juden, darunter 355 Frauen und 276 Kinder, von Angehörigen der SS sowie litauischen Hilfskräften ermordet. Heute erinnert eine Gedenktafel in der Nähe des jüdischen Friedhofs an das dort stattgefundene Massaker.
Im Gemeindegebiet von Merkine wurden außerdem noch weitere Massengräber von ermordeten Juden, Kommunisten und Partisanen gefunden.
Angeblich hat der Naziterror mit kräftiger Unterstützung der litauischen Bevölkerung hier am heftigsten von ganz Litauen gewütet.
Wir haben uns die Gedenkstätten und die wiederhergestellte Synagoge angesehen.
Dann aber haben wir doch noch eine längere Wanderung im Dzukija-Nationalpark gemacht, der wirklich wunderschön ist.
Weiter ging's dann Richtung Kaunas zu unserem heutigen Übernachtungsplatz, natürlich an einem See bei Kaysiadory. Und da habe ich heute noch Brot gebacken im Omnia. Czytaj więcej
Jetzt sind wir in Litauen
7 maja 2024, Litwa ⋅ ⛅ 7 °C
Gefahrene Strecke: 113 km
Heute haben wir Polen verlassen und sind in Litauen eingereist. Unser erstes Ziel in Litauen war Druskininkai, ganz knapp an der Grenze zu Belarus, am südlichsten Zipfel Litauens. Das Städtchen liegt an der Memel (Nemunas) und ist von Wald umgeben. Es hat nicht allzu viel zu bieten, ist aber als Kurort, den schon die russischen Zaren zu schätzen wussten, bekannt. Hier gibt es aber auch eine riesige Snow Arena, die aussieht, als ob sie von irgendeinem reichen Saudi gesponsert ist.
Wir haben eine lange Wanderung gemacht- hier gibt es unendlich viele Wanderwege- bei der wir beinahe in Belarus gelandet wären, sind aber dann doch noch rechtzeitig umgekehrt. Auf dem Rückweg bekamen wir einiges an Regen ab, sodass wir klitschnass ankamen. Gegessen haben wir dann noch in einem Restaurant neben unserem Parkplatz. Gut, reichlich, günstig. Nur der Wein ist teuer und nicht gut.
Hier tun sich jetzt doch Sprachprobleme auf. In Polen konnten wir uns noch gut auf englisch und manchmal sogar auf deutsch verständigen. Obwohl: Je weiter wir nach Osten kamen, desto weniger sprachen die Leute eine Fremdsprache.
Hier aber geht nur Litauisch, Polnisch oder Russisch, oder Hände und Füße oder Google.
Wir befinden uns hier ca. 40 km hinter der polnischen Grenze, aber hier ist der Unterschied zu Polen schon sehr augenscheinlich. Vor allem die alten, noch bewohnten Plattenbauten erinnern deutlich an Sowjetzeiten. Auf jeden Fall eine schöne, geschichtlich interessante und politisch äußerst fragile Gegend. Czytaj więcej
Am 3 Länder- Eck
5 maja 2024, Polska ⋅ ☁️ 21 °C
Gefahrene Strecke: 134km
Irgendwie haben wir gestern was Verdorbenes gegessen und bekamen heute im Morgengrauen Montezumas Rache zu spüren. Nach einer handvoll Kohletabletten und zwei Imodium war ich gegen 12 wieder soweit hergestellt, dass wir uns auf den Weg Richtung Dreiländereck Polen, Litauen, Russland (Kaliningrad) machen konnten.
Die ca. 100 km dorthin sind einfach nur Pampa.
Das Dreiländereck ist tatsächlich sehr interessant, wirkt aber aufgrund der aktuellen politischen Situation in unmittelbarer Nähe ziemlich bedrohlich.
Das Grenzgebiet zwischen Polen und Litauen gilt als potenzieller Brennpunkt für den Fall einer Konfrontation zwischen Russland und der Nato.
Hier ist Russland zum Greifen nah. Hier verläuft die Grenze zwischen den Nato-Ländern Polen und Litauen zu Russland (Kaliningrad).
In der Vergangenheit war die Grenze an einigen Stellen unbefestigt. Doch im Jahr 2021, noch vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, hat Litauen einen zwei Meter hohen Zaun mit rasierklingenscharfem Nato-Draht obendrauf errichtet. Hier beginnt die Suwalki-Lücke,
ein strategisch wichtiges Gebiet für die Ostflanke der Nato. Die Baltenstaaten und auch Polen fürchten, dass sich hier etwas zusammenbrauen könnte. Mit dem Begriff „Suwalki-Lücke“ bezeichnet die Nato einen nur 70 Kilometer breiten Landstreifen, der zwischen Belarus und Kaliningrad liegt und sich links und rechts der litauisch-polnischen Grenze erstreckt. Benannt ist das geographisch nicht genau begrenzte Gebiet nach dem polnischen Ort Suwalki. Die Sorge: Russland könnte mit einem Vorstoß hier die Baltenstaaten von den übrigen Nato-Ländern abschneiden und so den Verteidigungswillen des Westens testen. Ein Horror-Szenario.
Dieses Dreiländereck wird von einem Obelisken markiert. Polen hat gemeinsam mit Litauen einen von der EU mitfinanzierten geschichtlichen Lehrpfad eingerichtet, der viele Informationen liefert, aber verständlicherweise auch vieles weglässt. Ein Besuch lohnt sich aber auf jeden Fall.
Wir sind jetzt an einem einsamen kleinen See auf einem feinen Stellplatz, ziemlich direkt auf der Suwalki -Lücke, immer noch auf polnischer Seite. Und hier haben wir ein offenes WLAN mit einer Geschwindigkeit, die jedes WLAN bei uns zu Hause vor Neid erblassen lässt.
Morgen fahren wir aber definitiv nach Litauen. Czytaj więcej
2 Tage Campingplatz, Dorffest, Bootstour
4 maja 2024, Polska ⋅ ☁️ 19 °C
Jetzt sind wir tatsächlich schon den zweiten Tag auf dem Campingplatz Echo. Wenig chillen, viele Aktivitäten...Gestern z.B. haben wir in der Früh eine lange Wanderung gemacht. Auf dem Rückweg gerieten wir dann in ein Riesendorffest, das hier in Ruklawi jeden 3. Mai stattfindet. Ist ein Riesenbahö mit Ritterspielen, Musik, SängerInnen am Beginn ihrer Karriere und jede Menge polnisches Essen. Haben wir bei sommerlichem Wetter sehr genossen.
Heute dann die langersehnte Bootstour durch die Masurische Seenwelt. Von nach Rydzewo nach Mikołajki und zurück. Jede Strecke 2,5Std. und 3,5 Std. Aufenthalt in Mikołajki.
Mikołajki ist eines der größten touristischen Zentren für Wassersport in den Masuren. Ganz berühmt soll hier das winterliche Eissegeln sein. Heute war sowohl an der Strandpromenade als auch im Wasser sehr viel los. Sonst muss man die Stadt nicht unbedingt besuchen.
Die Bootstour mit einem richtigen Ausflugsschiff war ein richtiges Highlight. Nur so konnten wir einen Eindruck gewinnen, wie diese Masurischen Seen alle miteinander verbunden sind. Allerdings konnten wir natürlich nur einen kleinen Ausschnitt diese enormen Seenplatte besuchen.
Nachdem wir in Mikołajki üppigst gegessen haben, blieb am Abend die Küche kalt.
So, die Anreise ins Baltikum ist fast zu Ende. Morgen oder spätestens übermorgen werden wir in Litauen sein. Czytaj więcej
Von Ruklawi nach Rydzewo
2 maja 2024, Polska ⋅ ☁️ 20 °C
Gefahrene Strecke: Schon wieder genau 163 km
Im Restaurant neben unserem Übernachtungsplatz haben wir gefrühstückt und sind dann weitergefahren nach Lötzen/Gizycko. Lötzen deshalb, weil wir unbedingt für 2-3 Tage ein Hausboot mieten wollten und wir im Internet scheinbar fündig wurden. Mit Google Maps ließen wir uns zur Adresse von "Masuren Hausboot" lotsen. An dieser Adresse gab es ein Einfamilienhaus, dessen Besitzer zufällig im Garten war und erstens verwundert und zweitens sehr hilfsbereit war. Mit dem Ergebnis, dass es dieses Masuren Hausboot gar nicht gibt, oder zumindest hier nicht gibt. Also machten wir uns auf zum Hafen von Lötzen, um festzustellen, dass es viele Bootsvermietungen gibt Wir bekamen sogar ein Hausboot angeboten, allerdings viel zu groß und daher auch zu teuer für uns. Das wäre was für 4 Personen.
Also wird das wohl nichts, mit dem Hausboot. Schade. Der Hafen von Lötzen scheint übrigens der Haupthafen hier in den Masuren zu sein. Da stehen Boote und Yachten wirklich jeglicher Größe.
Unser Plan ist jetzt, dass wir zwei, drei Tage auf einem Campingplatz an einem See verbringen. Einfach um nur zu wandern, ohne großes Ziel, uns um uns und den Balù kümmern, in der Sonne liegen und genießen. In P4N finden wir einen Campingplatz, der sehr gut aussieht, in einem Kiefernwald direkt am See. Den steuern wir an, checken ein, stellen Tisch und Stühle und Teppich raus und stellen dann fest: Dusche gibt es nicht, warmes Wasser auch nicht, Toiletten sind Dixie-Klos. Nein hier wollen wir nicht bleiben. Um keinen Service zu haben, muss ich mich nicht auf einen Campingplatz stellen. Also alles wieder einpacken. Nächstes Mal informieren wir uns genauer, bevor wir uns wohnlich einrichten.
Nur ein paar km weiter gibt es den Campingplatz, auf dem wir jetzt stehen. So muss! Ist recht voll, bietet alles, liegt am See. Hier bleiben wir. Czytaj więcej






































































































































































































































































































































































