Tanzania
Dar es Salaam Region

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56 travelers at this place:

  • Day40

    Day 40: Dar es Salaam

    March 13 in Tanzania ⋅ ⛅ 29 °C

    We are back on Tanzania mainland and spent an afternoon in Dar es Salaam, Tanzania’s largest city.

    It’s a busy place 😉 We spent the day walking through some local streets and visiting a local market. You can buy anything you need for your home at this market: From fresh fruit and vegetables to clothes and household equipment. It was great fun and also quite nice to walk for a bit.

    But I am a bit sad today as I just realized that more than half of my trip is already over ... time flies and I am sooooo not ready to go home 🤷🏼‍♀️
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  • Day1

    We've arrived!

    August 7 in Tanzania ⋅ ⛅ 25 °C

    Arriving in Dar Es Salaam was an instant flash back to 3 years ago when we traveled Kenya and Uganda. The people lining up at the airport exit, the men following you to offer their taxi services, the heat, all hits you at once. Except this time - I knew what to expect. I didn't find it overwhelming in the least bit, I thought it was a welcoming! Funny how for some reason, men think that after offering the same service for a tenth time, we'll finally realise that you know what, maybe I do need a taxi!
    Instead of having to negociate, and not having mastered the currency or prices of anything yet, we opted to Uber. Yes, Tanzania has Uber. We used the airport WiFi and 2 minutes later we were sitting comfortably in a car, without having to argue about pricing, heading to the hotel we booked on our layover in Addis Ababa. The people walking the streets, men carrying large loads, women with baskets on their head, fruit vendors everywhere, car and tire repair shops lining the streets... we were definitely back in Eastern Africa.

    Having been flying for two and a half days now, and starved from scarce plane feeds, this afternoon / evening was a relatively simply one. We napped, of course. And our alarm 1.5 hours later turned into a 2.5 hour nap... We then walked around town, mostly looking for food yet unknowingly hitting almost every tourist stop along the way. We saw the main ferry ticketing office to Zanzibar, the waterfront (which was mostly used by fish merchants, so not your typical nice beach), walked by a massive parlement building which was all blocked off from view, and passed a few really pretty mosques. We even crossed the National Museum without knowing it, which had great art and trincklet vendors outside their doors.

    Our basic trick to finding good and cheap food is spotting the gathering of colourful plastic chairs and locals eating... I guess it's not so much a trick as common sense, but when you want to avoid pricey restaurants, this is how you do it! We proceeded to open random pots, and point to what we wanted. 7,000TZS (4$CAD) for fish, coconut rice, fried plantain, 2 meat skewers and a Coca cola.

    Total spendings of the day - including our room at Safarri Inn, Uber and meal - 40$CAD.

    FYI - Safarri Inn was actually mentioned in Lonely Planet, which we only found out after booking it on booking.com for being the cheapest, yet central option. Basic rooms, granted - moldy doors and cold water showers, but private room and washroom for 23$USD, I'd recommend. Jack's impression - according to East African standard - it's perfect, clean, well located and private washroom. But if you're coming from Zanzibar where I suspect the accommodation is cool looking hostels, then you might consider this rougher.
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  • Day127

    Human Dreams Children's Village

    January 9 in Tanzania ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir waren des gewöhnlichen Reisens etwas überdrüssig und sehnten uns nach einer sinnvollen Tätigkeit und einem routinierten Tagesablauf. Deshalb meldeten wir uns an unserem letzten Abend auf Sansibar bei Workaway an, einer App, über die man sich weltweit auf Stellen als Volontäre in den verschiedensten Bereichen bewerben kann. Dieses Mal wollten wir gerne mit Kindern arbeiten. Ein Profil war schnell erstellt und die ersten vielversprechenden Jobs gefunden. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, so kurzfristig einen Freiwilligendienst zu ergattern, bewarben wir uns direkt auf zwei Stellen. Wir hatten Glück: Das Human Dreams Children's Village meldete sich nahezu postwendend zurück und bot uns an, direkt am nächsten Tag dort anzufangen. Leider konnte man uns aus organisatorischen Gründen nur maximal sechs Tage Arbeit in dem Heim für mehrfachachwerstbehinderte Kinder anbieten, aber das machte uns nicht viel aus. Wir waren froh, dass es überhaupt so spontan klappte.

    Voller Vorfreude machten wir uns auf nach Kigamboni, einem eigenständigen Distrikt in der Nähe von Dar Es Salaam. Nicole, die Gründerin des Kinderheims, hatte uns netterweise vorab eine ausführliche Anreisebeschreibung zugemailt inklusive der angemessenen Preise für die verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel. Zunächst überquerten wir per zehnminütiger Fährfahrt ein Stück Meer, dann marschierten wir bei sengender Hitze durch das Zentrum Kigambonis, bis wir einen Busbahnhof erreichten. Von dort nahmen wir ein Dalladalla. Hier wurde uns nach dem Bezahlen der Tickets sogar Wechselgeld ausgehändigt, was nach unserer Erfahrung auf Sansibar eine angenehme Überraschung war. Zu guter Letzt schwangen wir uns zum ersten Mal während dieser Reise auf ein Motorradtaxi. Allerdings quetschen wir uns im Gegensatz zu unserem Abenteuer in Vietnam Anfang 2017 nicht samt unserem Gepäck zu dritt auf ein Motorrad, sondern verteilten uns brav auf zwei Gefährte. So ging es lehmige, unebene Straßen entlang, Kinder liefen hinter uns her und winkten uns aufgeregt zu. Hier und da überquerten Ziegen, Kühe, Hühner oder streunende Hunde die Fahrbahn. Links und rechts von uns war alles saftig grün. Bananenstauden und andere tropische Gewächse erhoben sich überall aus der roten Erde. Wir waren fast ein wenig traurig, als wir kurz vor Sonnenuntergang am großen Eingangstor des Human Dreams Children's Village ankamen und die Tour somit endete.

    Häufig werden in Tansania schwerkranke oder behinderte Kinder von ihren Angehörigen aufgrund von Aberglauben und Scham vor der Gesellschaft versteckt. Teils werden sie in Kartons gehalten ohne ein einziges Mal das Tageslicht zu erblicken. Das im Juli 2015 eröffnete Human Dreams Children's Village bietet eben diesen kleinen Menschen ein besseres und vor allem liebevolles Zuhause. Auch nimmt es vollpflegebedürftige Kinder auf, die wegen finanzieller Nöte von ihren Familien nicht ausreichend versorgt werden können. Zudem finden dort jene Zuflucht, auf deren spezielle Bedürfnisse in gewöhnlichen, oftmals überfüllten Kinderheimen nicht eingegangen werden kann und sie deshalb grobe Vernachlässigung erfahren müssen. Das Human Dreams Children's Village besteht aus fünf Häusern, die jeweils Platz für bis zu sechs Kinder bieten. Außerdem befindet sich auf dem Gelände ein Rehazentrum, welches die nötige therapeutische und medizinische Behandlung für die kleinen Bewohner des Dorfes gewährleistet. Auch gibt es eine Sonderschulklasse, die auf die besonderen schulischen Ansprüche der Kinder eingeht.

    Mit breitem Lächeln auf den Gesichtern wurden wir von den Mitarbeitern des Kinderheims willkommen geheißen. Freundlich wies man uns den Weg zu unserer Unterkunft, wo wir von Nicole und einer Langzeitvoluntärin namens Tatjana ebenso lieb begrüßt wurden. Tatjana war uns mit ihrer quirligen und vor allem witzigen Art sofort sympathisch. Sie erklärte uns die Regeln des Dorfes und skizzierte uns den groben Tagesablauf.

    Um 7:15 Uhr begann unsere Arbeit. Es waren nur drei Kinderhäuser belegt, auf die Tatjana und wir beide uns aufteilten. Am frühen Morgen unterstützten wir die Pflegekräfte dabei, die Kinder aus ihren Pyjamas zu schälen und sie für den Tag anzukleiden. Das Windeln wechseln war uns aus hygienischen Gründen untersagt und den ausgebildeten Festangestellten vorbehalten.

    Waren alle Kinder angezogen, halfen wir sie zu füttern. Das wurde teilweise zu einer großen mentalen Herausforderung. Einige der kleinen Bewohner hatten aufgrund ihrer Behinderungen Schwierigkeiten den feinen Brei zu schlucken. Deshalb würgten sie oft, übergaben sich manchmal, weinten und wimmerten gelegentlich. Es war herzzerreißend und ging einem ganz schön an die Substanz. Zu wissen, dass die Kost lebensnotwendig war, half uns jedoch geduldig einen Löffel nach dem anderen in die Münder zu befördern, auch wenn es einem hin und wieder wie eine halbe Ewigkeit vorkam, bis die Teller leer waren. Wenn die Kinder satt waren, frühstückten wir gemeinsam mit den Erzieherinnen und Pflegerinnen in den uns zugeteilten Häusern. Meistens gab es Chapati und Tee. Das frischgebackene in Ostafrika weit verbreitete Brot, welches seinen Ursprung in Pakistan hat, schmeckte uns ausgezeichnet.

    Anschließend setzten wir uns zu den Kleinen, sangen ihnen Lieder vor, tanzten für sie, spielten mit ihnen oder nahmen sie einfach in den Arm und übersäten sie mit Küsschen. Oft wurde das mit Freudenschreien und lautem Kinderlachen belohnt. Um 10:00 Uhr gab es für die Zwerge je einen Becher Milch, bevor wir uns gegen 10:30 Uhr in die erste Pause verabschiedeten.

    Um 12:30 Uhr begaben wir uns zum Mittagessen, das wir in der Regel mit Nicole, Tatjana und gegebenenfalls Besuchern des Kinderdorfs gemeinsam einnahmen. Die Küche war abwechslungsreich und versorgte uns unter anderem mit typisch tansanischen Gerichten wie zum Beispiel Ugali (Maisbrei) oder Chipsi Mayai (in Spiegeleiern gebratene Pommes).

    Gesättigt gingen wir im Anschluss in unsere Häuser, wo wir den Kindern ihr Mittagessen servierten und sie danach für ein ausgiebiges Schläfchen in ihre Betten legten. Ruckzuck war es Zeit für Pause Nummer zwei, welche erst um 16:00 Uhr endete. Dann war es unsere Aufgabe, hungrige Mäuler mit leckerem Fruchtbrei zu stopfen. War das vollbracht, trugen wir alle Kinder aus den Häusern heraus und ließen die Sonnenstrahlen ihre Näschen kitzeln. Es war schön, gemeinsam mit den Bewohnern und dem Personal draußen auf einer gemütlichen Wiese im Innenhof zu sitzen, sich zu unterhalten und zu sehen, wie die Kinder sich an der frischen Luft erfreuten.

    Im Austausch mit unseren Kollegen, erfuhren wir viel über die traurigen Einzelschicksale der Kinder. Ein Massai-Mädchen war beispielsweise aufgrund seiner körperlichen und geistigen Einschränkungen von seinem Stamm verstoßen worden. Wann immer seine Mutter das Dorf verließ um zu arbeiten, war die Kleine kaum oder gar nicht gefüttert worden. Nachdem der Mama des Kleinkinder zudem von Familienangehörigen mehrfach nahegelegt worden war, das Mädchen zu vergiften, hatte die Mutter ihre Tochter schweren Herzens ins Kinderdorf gebracht. Diese und andere Geschichten machen deutlich, wie wichtig das Human Dreams Children's Village ist.

    Zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr gab es sowohl für uns als auch für die Kinder Abendessen. Ging es mit dem Füttern schnell voran, halfen wir anschließend dabei, den Kleinen die Schlafanzüge anzuziehen und sie ins Bett zu bringen.

    So manch einen Feierabend verbrachten wir mit Tatjana, die gerne witzige Anekdoten aus ihrem Leben zum Besten gab und uns somit lauthals zum Lachen brachte. In der kurzen Zeit, in der wir dort waren, haben wir sie sehr in unser Herz geschlossen und freuen uns nach wie vor in Kontakt mit ihr zu stehen.

    Unser Höhepunkt der knappen Woche, die wir im Kinderdorf verbrachten, war ein Ausflug zum Strand von Dar Es Salaam mit Tatjana und zwei Kindern. Die Kleinen in einem Tragesack vor unsere Brust geschnallt und mit Proviant im Gepäck, machten wir uns in einem Bajaji (Dreiradfahrzeug) auf den Weg ans Meer. Dort war es wunderbar: Die Kinder quietschten vor Vergnügen, als wir ihre Füße durch das Wasser streifen ließen. Zwar konnten sie wegen ihrer stark eingeschränkten Motorik weder schwimmen noch durch den Sand krabbeln, jedoch strahlten beide von einem Ohr zum anderen. Sie spürten, dass es ein besonderer Tag war und das machte auch uns sehr glücklich.

    Mehr Informationen über das Kinderdorf in Tansania oder Nicoles andere Projekte findet ihr unter www.humandreams.org.

    Wer gerne etwas spenden möchte:
    Human Dreams e. V.
    IBAN: DE15 6145 0050 1000 5347 33
    BIC: OASPDE6AXX
    Kreissparkasse Ostalb
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  • Day18

    Auf Schienen quer durchs Land

    September 29, 2018 in Tanzania ⋅ ⛅ 29 °C

    Heute wollen wir mit dem Zug von Kigoma nach Dar es salaam fahren. Schlappe 1254 km. Die „Central line“ ist eine der zwei Verbindungen, die es in Tansania gibt und wurde 1905 von der deutschen Kolonialregierung erbaut.

    Obwohl wir uns den „Express-Train“ gönnen, hat man uns schon vorgewarnt, dass dies eine langwierige Geschichte werden könnte. Keiner kann einem sagen, wann wir ankommen. Die Fahrt dauert „between 1 and 3 days“.
    Das ist uns egal. Wir haben ja Zeit und wollen so reisen wie die Einheimischen. Und wir wollen mehr vom Land sehen.

    7 Uhr: Voller Vorfreude auf die Zugfahrt stehen wir am Bahnhof. Mit uns hunderte Leute in den buntesten Kleidern. Wir, als die einzigen Mzungus, fallen natürlich auf und werden interessiert beäugt.

    8 Uhr: es kommt eine Durchsage. Wir verstehen kein Wort, außer uns sind keine mzungus da und nach einigem Rumfragen wissen wir zwar, dass der Zug Verspätung hat, bekommen aber verschiedene Aussagen über die neue Abfahrtszeit. Irgendwann verstehen wir dann, dass es eine Suaheli Zeit gibt und dass deren 2.00 Uhr in unserer Zeitrechnung acht Uhr abends heißt.
    Der Zug hat also 12 Stunden Verspätung. Puhh. Ok wir stoppen ein Bajaji (TukTuk) und lassen uns zum Strand fahren.

    19 Uhr: Im Bajaji. Wir lassen uns wieder zum Bahnhof zurück fahren. Es steht noch kein Zug da. Schlechtes Zeichen. Wieder versuchen wir uns durchzufragen, was los ist. Die ersten paar Gesichter bleiben komplett starr. Doofe Sprachbarriere.
    Eine Stunde später kommt ein junger Einheimischer auf uns zu. „Hey my friend! You remember me from this Morning?“ ENDLICH jemand, der uns weiter helfen kann. Er war einer derjenigen, der heute früh die Durchsage für uns übersetzt hat.
    Leider schlechte Nachrichten: Der Zug kommt erst um 24 Uhr. So warten und warten und warten wir in der überfüllten Bahnhofshalle. Wir kriegen einen extremen Bierdurst und fragen unseren neuen Kumpel Kelvin, der hier in Kigoma studiert, ob es hier eine Bar oder was ähnliches gibt. So verbringen wir die nächsten zwei Stunden bei Bier und Karaoke in einer Bar und tauschen uns mit Kelvin aus. Er lernt von uns, dass man in Deutschland auch Bier trinkt und wir lernen von ihm, wie man Pommes mit Ei auf Suaheli bestellt.

    23 Uhr: Wieder am Bahnhof. Immer noch kein Zug da. Wir schlängeln uns durch das kunterbunte Schlafgelege und machen es uns in einem Eck auf dem Boden gemütlich.

    24 Uhr: “Its amazing. It’s become another day!” sagt Kelvin und lacht sich kaputt. Wir verlieren die Geduld und bitten Kelvin, nachzufragen, wo der Zug bleibt. Freundlich wie er ist, frägt er einen Mitarbeiter und übersetzt: „Any time from now!”
    Ah gut. Also der Zug kann jederzeit kommen. Wir warten ja erst seit 17 Stunden. Felix will aufgeben. „We think about giving up. Going to a hotel. You will wait?” Mit einem breiten Grinsen antwortet Kelvin „For sure. I wait until coming.”

    TIA!!

    1 Uhr: Felix kann nicht glauben, dass kein Mensch weiß, ob und wann dieser Zug kommt. Er sucht nach dem „Station Master“ und wird tatsächlich in dessen Büro vorgelassen, wo er erfährt, dass der Zug wohl um 4 Uhr kommen soll.
    Am erstaunlichsten finde ich eigentlich, dass unter den Hunderten Menschen hier sehr viele Säuglinge und Kleinkinder sind. Auch sie warten seit 18 Stunden. Und wir haben ungelogen in der ganzen Zeit noch kein einziges schreien oder quengeln gehört. Unfassbar!

    Felix hat sich mittlerweile zu den Schlafenden auf den Boden gelegt. Ich unterhalte mich mit Kelvin. Er kümmert sich einfach rührend um uns. Er übersetzt, er führt uns zu den Toiletten und besorgt danach auch noch Seife, er unterhält uns und teilt sogar seinen Maasai-Umhang mit uns. „Feel free. If you have any problem. Please tell me!” Wundervoller Mensch.

    Kurz vor unserer Deadline zum Aufgeben, also um 4 Uhr, kommt er tatsächlich. Unser Zug. Jetzt kann es sich nur noch um 1-2 Stunden handeln bis wir losfahren, erklärt uns Kelvin stolz.

    Trotz dass er selbst nur eine Sitzplatzreservierung hat (und sich trotzdem wie ein Schnitzel auf die Fahrt freut), führt er uns bis in unsere Schlafwaggons. Da wir viel zu nett sind und alle drängelnden Einheimischen vorlassen, ergattern wir in unseren geschlechtergetrennten Kabinen jeweils nur noch die oberste Pritsche. Links und rechts ein 3er Hochbett, dazwischen ein kleiner Gang.

    Wir gehen auf Tuchfühlung mit den Locals. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn als ich in mein Abteil komme, sind da zu den fünf Frauen mindestens nochmal so viele Kinder und der Boden ist übersät mit Tüten, Körben und Kartons.
    Als ich es geschafft habe, mich und mein Gepäck in mein Bett hoch zu hieven, ohne jemanden auf den Kopf zu treten, wünsche ich mir zwei Köpfe kleiner zu sein. Denn für diese Größe wurden die Betten wohl gemacht. Embryohaltung geht gerade so, auch wenn Hintern und Knie dann anstoßen. Egal. Ich bin dankbar, dass ich mich überhaupt hinlegen kann und bin so hundemüde, dass ich direkt einschlummere, noch bevor der Zug abfährt.

    Schnitt. Ich schrecke hoch, schlage mir erst mal den Kopf an der Decke an und weiß nicht, wo ich bin. Ultralaute Partymusik dröhnt aus der Box über meinem Kopf. Ach klar. Ich bin im Zug. Ich schaue auf die Uhr. Es ist acht, ich habe also gerade mal 3 Stunden geschlafen. In meinem Abteil wimmelt es vor Frauen und Kindern in den buntesten Kleidern und Tüchern. Einige mampfen Reis oder Chapati (Fladenbrot), Andere beäugen mich kurz kritisch und schnattern dann weiter. Es ist also ganz offensichtlich keine Schlafenszeit mehr.

    Ungelenk klettere ich aus meinem Hochbett und schaue aus dem Fenster, wo beeindruckende Landschaften vorbeiziehen. Wie in König der Löwen. Nur ohne Löwen.

    Dann mache ich es den Frauen in meinem Abteil nach, bestelle auch einen Chai-Tee mit Chapati und genieße mein Frühstück am offenen Fenster, wo schon wieder aufs übelste hin und her gedrängelt wird. Authentisches Erlebnis. Perfekt. Genau so wollten wir es.

    Nach einem halben Tag Fahrtzeit verstehe ich auch, weshalb Frauen und Männer getrennte Kabinen haben. Es wird affenheiß und „meine Mädels“ beginnen sich nach und nach auszuziehen. Bäuche und Brüste werden ausgepackt. Ständig hängt eines der vielen Babies an einer der vielen Brüste. Nicht selten werden auch beide Brüste simultan angezapft.

    Wir tuckern bereits seit 29 Stunden mit einer „Pole-Pole“-Durchschnittsgeschwindigkeit von 32km/h quer durchs Land , haben zwar keine Dusche (ein Hoch auf Feuchtetücher) und keine Privatsphäre, dafür aber ganz viel Zeit.
    Zeit, um das Leben der Menschen in den Dörfern zu beobachten.
    Zeit, um mit unseren Mitpassagieren in Kontakt zu treten. Zeit, um „Last Card“ zu zocken (wie gut, dass unsere Kili-Jungs es uns beigebracht haben).
    Zeit, mit einheimischen Lehrern das tansanische mit dem deutschen Schulsystem zu vergleichen (immer diese Lehrer!).
    Zeit, den Kopf in den Fahrtwind zu strecken und die so verschiedenen landschaftlichen Szenerien zu genießen.
    Zeit, um sich im mittlerweile gemütlichen Bettchen einzukuscheln, zu lesen und sich dann vom Zug in den Schlaf schaukeln zu lassen. Fühlt sich an wie in einem zu kleinen Kinderwagen, in den man quer gestopft wurde.

    Es ist so wundervoll, einfach mal Zeit zu haben. Wer mich kennt, weiß, wie busy ich immer unterwegs bin. Vielleicht genau deshalb genieße ich das In-den-Tag-leben, das spontane Entscheiden, das Nicht-weit-voraus-planen so sehr.

    Es macht einen gelassener. Freier. Und man übt sich in Geduld.

    Ich fühle mich total im Einklang mit mir selbst und merke ganz deutlich, wie mir das Reisen gut tut.

    Mit der Essensversorgung ist es fast wie beim McDonalds Drive-in: Immer wenn wir in die Bahnhöfe einfahren, rennen Menschen mit verschiedensten Waren (natürlich auf dem Kopf) an den Zug und man kann vom Fenster aus Tomaten, Bananen, Gurken, Mais, Kokosnuss, Erdnüsse, frittierten Fisch, Reisbällchen, Getränke und noch viel mehr einkaufen. Wir shoppen was das Zeug hält, sodass uns schon bald das Kleingeld ausgeht. Auf 5.000 Schilling (ca. 2€), kann kaum einer rausgeben. „Sorry! No change!“
    Diese Schwierigkeit hatten wir schon öfters. Wir versuchen, oft bei den Locals zu essen. Reis oder Ugali (Maisknödel) mit Bohneneintopf, Spinat und ein Stück Fisch/Fleisch drauf ist der Klassiker. Oder halt Chipsi mayai. Pommesomelette. Kostenpunkt 1.000 Schilling, also 40 Cent (!!).

    Kein Wunder sind wir die weißen Bonzen in den Augen vieler Einheimischer. Schon krass - der Kontrast zwischen der recht armen Durchschnittsbevölkerung, die für ein paar Cent zu Mittag isst und den mzungos, die mal schnell für Tausende Euro den Kilimanjaro besteigen, Safari machen und dann noch kurz auf Sansibar chillen.

    Doch von Neid keine Spur. Im Gegenteil. Wir spüren Genügsamkeit, Interesse, Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft, Fröhlichkeit, Gelassenheit und Gastfreundschaft. Da kann man nur den Hut ziehen.

    Unser neuer Kumpel Kelvin ist für uns der Inbegriff dieser ganzen Eigenschaften. Entweder er kommt in unsere Schlafzellen oder wir besuchen ihn vorne bei sich im (übel engen) Sitzabteil. Geschlafen hat er die ganze Zugfahrt noch nicht und ist trotzdem die Freude in Person. „I am always awake. Like a soldier.” Unermüdlich informiert er uns über die verschiedenen Völker, an denen wir vorbei tuckern. Tansanische Ethnologie durch das Fenster. Wie im Museum, nur lebendiger.
    Es ist auch Kelvin, der uns beibringt, dass man vor dem Essen „Karibu“ in die Runde sagt. Das heißt übersetzt „Herzlich willkommen“ und bedeutet, dass man alle Umsitzenden einlädt, bei seinem Essen mit zu futtern (man hofft natürlich, dass keiner das Angebot annimmt). Eine Höflichkeitsklausel, die zur tansanischen Kultur gehört, erklärt Kelvin. Ein harter Brocken für Felix, dem es schon schwer fällt, seine Kekse zu teilen. „Man weiß ja nie, wann man plötzlich in Unterzucker kommt!“

    Nach 21 Stunden warten und 39
    Stunden fahren erreichen wir schließlich unser Ziel Dar es salaam und verabschieden uns von unserem Freund und Helfer Kelvin.

    „I will never forget you. Because you gave me a present. I will remember you until I die.”
    So sehr hat Kelvin uns ins Herz geschlossen, weil wir ihm ein paar Euromünzen und Kopfhörer geschenkt haben.

    Wir verlassen den Bahnhof und stoßen auf eine Front emsig geschäftiger Menschen. Gefühlt greifen hunderte Hände nach uns und zerren an unseren Armen. Jeder will unser Taxifahrer sein, jeder will uns eine Tour andrehen.
    „DON’T TOUCH ME!”
    Die Flitzpipen und ich erschrecken gleichermaßen an Felix’ plötzlicher Lautstärke. Seine Gorillagebärde zeigt Wirkung und wir werden wenigstens kurz in Ruhe gelassen.

    Dann kommt schon der nächste Luri ums Eck. „Hakuna matata rafiki!“, was soviel bedeutet wie „Keine Sorge, Kumpel!“
    Er lacht uns an, wir lachen mit und kurz darauf sitzen wir in seinem Taxi.

    Danke Leben für diese abenteuerliche Reise!
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  • Day316

    Tag 26 - 27: Geburtstag unterwägs

    June 15 in Tanzania ⋅ ⛅ 28 °C

    Am Obig nach ehm Ngorogoro Karater hämmer 9 neui Tour Mitglieder troffe wo bis uf Kapstadt wärded bliibe. Mit ihne esch de Truck jetzt bis uf de letschti Platz gfüllt gsii und mer händ zwoi langi Fahrtäg ih Ahgriff gnoh. Die viele Lüüt möched Ziit im Truck chli weniger gmüetlich und einiges lüter.

    Am erste Tag simmer 9h gfahre und händ uf ehm Campingplatz ahcho nur no gchoched, chli gredt und sind denn früeh go schlofe.

    Ah mim Geburtstag bini denn früeh ufgwacht zum d Charte läse wo mer d Larissa mitbrocht hed und ha mich mega gfreut öbbis vo Deheime ih de Hand z ha 😊. Bim Zmorgä händ mer alli flissig gratuliert und denn eschs zrug ih überfüllti Truck gange. D Fahrt esch lang gsii aber ich has zwüschedinne gschafft s Video mit allne Gratulatione abezlade und ha so fest freud gha! Cirka am 5i simmer de in Daressalam ahcho. Det hämmer schnell üses Züg för die nöchste Täg in Zanzibar packt und sind denn is Meer ghüpft. Es esch wunderbar erfrüschend gsii 😄. Nacher simmer no chli ih de Bar ghocked bis denn üses Meeresfrüchte Buffet parad gsii esch. Nach ehm Znacht hed mich üse Guide de Peter mit ehmene sälber bachede Kueche und ehnere vo allne unterschriebnige Charte überrascht 😍. Ich ha mich so gfreut! De Geburtstag am Meer werd mer sicher in Erinnerig bliibe.
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  • Day134

    Brightserian Kindergarten

    January 16 in Tanzania ⋅ ⛅ 30 °C

    Das zweite Projekt, auf das wir uns an unserem letzten Abend auf Sansibar via Workaway beworben hatten, befand sich ebenfalls in Kigamboni. Samuel und seine Frau Lightness würden für ihren Kindergarten jede Unterstützung gebrauchen können, stand in der Beschreibung. Für vier bis fünf Stunden Arbeit pro Tag könne man bei dem tansanischen Ehepaar und deren zwei Söhnen wohnen und würde mit traditionellem Essen verköstigt. Während unserer Zeit im Human Dreams Children's Village hatten wir auf Samuels Zusage hin vereinbart dort im direkten Anschluss hinzufahren.

    Die öffentlichen Verkehrsmittel mittlerweile sehr lieben gelernt, machten wir uns mit dem Dalladalla auf den Weg. Da wir ohne tansanische Simkarte von unterwegs nicht aufs Internet zugreifen konnten, verließen wir uns wie schon oft zuvor auf die bewährte App MAPS.ME, einem offline Routenplaner. So würden wir mit Hilfe des GPS genau wissen, wo wir aus dem Kleinbus aussteigen müssten. Bestens vorbereitet also - denkste! Nur ca. 400 Meter von der gekennzeichneten Adresse entfernt, hüpften wir aus dem Transportmittel und näherten uns dem gesetzten Fähnchen auf unserer Offlinekarte. Ein Kindergarten oder irgendetwas was darauf hindeuten könnte kam jedoch nicht in Sicht. Die wenigen Menschen, die uns begegneten, konnten so gut wie kein Englisch sprechen. Mit Händen und Füßen versuchten wir zu verdeutlichen, was wir suchten. Ein Mann schien uns schließlich helfen zu können. Er bedeutete uns ihm zu folgen. Eine ganze Weile lang führte er uns zielstrebig über die staubigen Straßen des Dorfes. Nebenbei sei erwähnt, dass wir uns ausgerechnet zur heißesten Zeit des Tages auf die Suche gemacht hatten, es auf dem Festland natürlich genauso schwülwarm war, wie auf Sansibar und wir weiterhin knie- und schulterbedeckte Kleidung trugen. Endlich wies der freundliche Fremde auf ein Haus, zu dem er uns die letzten Meter alleine laufen ließ. Vollkommen enttäuscht stellte sich kurz darauf heraus, dass es sich dabei nur um ein leerstehendes Gebäude handelte. Wo war nur der Kindergarten? Unsere Energie neigte sich dem Ende zu. Die pralle Mittagshitze und unsere schweren Backpacks auf den Rücken hatten uns ganz schön zugesetzt. Schweißgebadet und mit schmerzenden Schultern kehrten wir zur Hauptstraße zurück und ließen uns erschöpft im Schatten eines Strauches auf sandigem Boden nieder. Kaum hatten wir die Rucksäcke abgeschnallt, hielt ein Motorradfahrer neben uns an und erkundigte sich in verständlichem Englisch, ob er uns behilflich sein könne. Und tatsächlich, das konnte er. Er selbst war nämlich kein anderer als Samuel - unser Gastvater für die kommende Woche. Nur durch Zufall sei er die Straße entlang gekommen, da er noch Erledigungen zu tun hatte. Welch' ein Glück! Erleichtert folgten wir ihm zu seinem Haus, das nur fünf Gehminuten entfernt war.

    Während Samuel in seiner Art zwar sehr freundlich aber etwas reserviert war, begrüßte uns seine Ehefrau Lightness mit viel Herzlichkeit. Die beiden Söhne Bee und Laisse (drei und sechs Jahre alt) verzückten uns sofort mit ihrer lebhaften Art.

    Nachdem uns das durchaus geräumige Haus und der auf dem Grundstück gelegene Kindergarten gezeigt wurde, musste Christina erstmal das stille Örtchen aufsuchen. Schon über dem Loch im Boden hockend, registrierte sie gerade noch rechtzeitig, dass nichts zum Abwischen vorhanden war. Die Hose wieder hochgezogen fragte sie den Gastvater vorsichtig, ob die Familie Toilettenpapier benutzen würde. "Yessss... we do.... but not so much.", war die Antwort. Der Gebrauch schien tatsächlich ausgesprochen selten vorzukommen, da im ganzen Haus kein einziges Blatt aufzutreiben war.

    Flott begaben wir uns zu einem nahegelegenen Straßenlädchen. Erneut wurden wir damit konfrontiert, dass Englisch zwar Amtssprache in Tansania ist, es aber in den Dörfern von der Bevölkerung weder gesprochen noch verstanden wird. Auf die Frage nach der heiligen weißen Rolle wurden uns erst verschiedene Getränke, dann diverses zu Essen entgegengehalten. Eine Gruppe Jugendlicher, die am Laden versammelt stand, amüsiert sich köstlich darüber, wie wir immer wieder verzweifelt den Kopf schüttelten. Um nicht Gesprächsthema des gesamten Dorfes zu werden, verzichteten wir erstmal auf eine pantomimische Darstellung des gesuchten Produktes und versuchten unser Glück in weiteren Läden, was letztendlich zum Erfolg führte.

    Im Kindergarten waren wir unter der Woche von 08:00 Uhr bis 12:30 Uhr beschäftigt. Während wir vor Arbeitsbeginn noch unser Frühstück verspeisten, trudelten die ersten Kinder bereits ein. Insgesamt kamen täglich rund 30 Jungs und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren aus der Nachbarschaft dorthin. Orlando und Mary waren zur Beaufsichtigung der Kinder fest angestellt.

    Zum Einstieg in den Tag wurden meist Lieder gesungen, zu denen sich rhythmisch bewegt wurde. Anschließend fand eine Unterrichtseinheit statt, wofür die Gruppe in zwei geteilt wurde. Die Älteren wurden im Klassenraum beschult, der neben Tischen und Stühlen auch mit einem Lehrerpult und einer Tafel ausgestattet war. Die Wände waren liebevoll mit verschiedenen Lernmotiven bemalt. Für die jüngeren Kinder gab es draußen Plastikstühle im Miniaturformat, so dass sich der Garten im Nu in ein Klassenzimmer verwandeln ließ. Nach etwa eineinhalb Stunden durfte sich ausgetobt werden. Zwei Schaukeln, eine Wippe und zwei kaputte Fußbälle war alles, was das Grundstück zum Spielen bereithielt. Kein Wunder, dass wir als Klettergrüst sehr willkommen waren. Die Hälfte der Kinder tummelte sich auf und um uns herum. Die Rabauken wollten hochgehoben werden, uns einfach nur anfassen oder unsere Haare frisieren. Bevor es für die Kleinen nach Hause ging, gab es für jeden noch einen Becher gefüllt mit leckerem Maisbrei.

    Die ersten Tage assistierten wir beim Unterrichten, wurden aber schnell gefragt, ob wir auch selber etwas vorbereiten möchten. Natürlich wollten wir, aber die große Frage war was und vor allem wie! Sämtliche Unterrichtsinhalte mussten nämlich sehr anschaulich dargestellt werden und ohne viele Worte verständlich sein, da weder die Kinder noch die beiden "Lehrer" der englischen Sprache besonders mächtig waren. Wir überlegten uns, mit Hilfe von Bildern englische Begriffe zu vermitteln.

    Fleißig erstellten wir selbstbemalte Plakate, die verschiedene Früchte zeigten. Neben den Lernbildern, bereiteten wir auch Malvorlagen vor. Da wir keinen Kopierer zur Verfügung hatten, wurde jedes Stück per Hand angefertigt. Nach dutzenden gezeichneten Umrissen von Papayas, Bananen, Wassermelonen und co. lernten wir den uns gewohnten Zugang zu technischen Geräten richtig zu schätzen. Während des Malens studierten wir einen Fruchtsong ein, den wir mit den Kindern singen wollten, damit die gelernten Vokabeln besser verinnerlicht werden. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, kauften wir das aufgemalte Obst in natura, das wir gemeinsam mit den Kindern verspeisen wollten. Mit dieser in der Theorie für uns sehr abgerundeten Unterrichtseinheit, waren wir auf den nächsten Tag sehr gespannt.

    Um nicht zu viel Veränderung auf einmal einzubringen, behielten wir die Methode des vorherrschenden Frontalunterrichts bei. Mit viel Enthusiasmus der Schüler waren die Vokabeln schnell gelernt. Auch das Ausmalen und das Vernaschen der Früchte stieß auf große Begeisterung. Die Tatsache, dass wir viele Fragen der Kinder nicht verstehen konnten und bei Streitereien untereinander auf Grund der Sprachbarriere nur schlecht vermitteln konnten, empfanden wir allerdings als unbefriedigend. Alles in allem konnten wir nach Kindergartenschluss aber erschöpft auf einen gelungenen Vormittag zurückblicken.

    Außerhalb der Kindergartenzeiten erhielten wir die Gelegenheit, in den Alltag der tansanischen Familie einzutauchen. Gerne halfen wir bei der Zubereitung der traditionellen Gerichte und lernten dabei zum Beispiel Kokosmilch selber herzustellen.

    Viel Zeit verbrachten wir mit den Söhnen. An einem Wochenende machten wir mit ihnen und dem Nachbarsmädchen Cersei einen Tagesausflug zu unserem bekannten Strandabschnitt, da Tatjana an diesem Tag auch dort sein würde.

    Im Meer dauerte es nicht lange, bis die Kinder ihre anfängliche Vorsicht über Bord warfen und sich dann immer wieder voller Übermut in die Wellen stürzten. Stundenlang plantschten wir glücklich lachend im erfrischenden Nass oder tauschten im Schatten des Sonnenschirms Geschichten mit unserer Freundin Tatjana vom Human Dreams Children's Village aus. Als sich der sehr gelungene Strandtag dem Ende zuneigte, ging es vor der Heimreise noch schnell unter die Dusche. Im Waschraum angekommen, teilte uns Cersei mit auf Toilette zu müssen. Da wir in Tansania bereits viel mit Kindern zu tun gehabt hatten, war uns diese Vokabel mittlerweile schon sehr geläufig. Da wir beide nicht vollständig angekleidet waren, schlug Christina der Kleinen der Einfachheit halber vor, in die Dusche zu pieseln. Cersei schien nicht direkt zu verstehen, weshalb Christina ihre Aussage veranschaulichte, indem sie sich (selbstverständlich ohne zu pinkeln) über den Abfluss hockte. Etwas verdattert tat Cersei es ihr nach. Als sie sich wieder aufrichtete und dabei ein riesiger Kackhaufen zum Vorschein kam, war uns klar, warum das dreijährige Mädchen anfänglich etwas gezögert hatte. Unsere Suhaelikenntnisse waren wohl doch noch etwas ausbaufähig. Lachend beseitigten wir das kleine Malheur.

    Als wir am Abend nach Hause kamen, erzählte uns Samuel, dass in der Nachbarschaft eine Hochzeit gefeiert wurde, zu der wir - wie auch jeder andere Dorfbewohner - herzlich eingeladen seien. Anstatt ins Bett zu schlüpfen, warfen wir uns in unser schickstes Outfit und wohnten der Feierlichkeit bei. Als einzige weißen Gäste, waren wir die Attraktion schlechthin. Es dauerte keine 15 Minuten bis wir in den Armen des Brautpaares gemeinsam das Tanzbein schwungen und damit sehr zum Amusement der Gesellschaft beitrugen.
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  • Day38

    Die Tazara-Line

    October 19, 2018 in Tanzania ⋅ ⛅ 31 °C

    „Ich kann’s kaum erwarten, wieder einen Bericht von dir zu lesen!“
    „Aber Felix, du warst doch überall dabei. Du hast es selber miterlebt.“
    „Achso stimmt. Aber...ähhh...ich vergess halt immer so schnell wie’s war.“

    Es ist einfach lustig, einen Felix an seiner Seite zu haben. Ausserdem ist sein unerschütterlicher Optimismus Gold wert, als wir uns zum Beispiel das völlig abgeranzte Zimmer mit einer Million Moskitos teilen, der Besitzer mit einer XXL-Gift-Spraydose anläuft, bei der nicht sicher ist, ob er die Moskitos oder uns umbringen will und aus dem Wasserhahn bernsteinfarbene, faulig riechende Flüssigkeit rauskommt. Felix sieht meinen Blick und meint „Ok, ich zähl dir jetzt mal alle Vorteile dieser Unterkunft auf!“

    Mittlerweile sind wir voll im Reisemodus. Neben all den wundervollen Seiten des Reisens haben wir nun schon auch einige der eher weniger Angenehmen durchlebt. Von einer kleinen Lebensmittelvergiftung über massive Moskitoattacken und Duschwasser, bei dem fraglich war, ob man davon wirklich sauberer wird, bis hin zu hohem Fieber mit Schüttelfrost und geschwollenen Mandeln war alles dabei. Bei letzterem war ich kurz davor, mein Blut an einer Malaria-Teststation prüfen zu lassen. Als jedoch jemand meinte, dass ich das wirklich nur machen soll, wenn ich total verzweifelt bin, weil ich eventuell mit mehr Krankheiten zurückkomme als ich hin bin, ließ ich es bleiben.

    Da Malawi unser nächstes Ziel ist, nehmen wir heute die Tazara-Line (TAnzaniaZAmbiaRAilway), die von Dar es salaam bis nach Sambia fährt. Dieses Mal ergattern wir uns First-Class-Tickets und schlafen zwar immer noch geschlechtergetrennt, aber immerhin nur zu viert in der Kabine.
    Die Frauen in meinem Abteil sind in so viele wunderschöne farbenfrohe Tücher (Kitenge) eingewickelt (die ihnen gleichzeitig als Bekleidung, Kopftuch, Babytrage, Decke und Kopfkissen dienen), dass ich zweimal hinschauen muss, ob sie in ihren Betten liegen oder ob es nur ein bunter Tücherberg ist.

    Dieser Zug ist insgesamt um einiges luxuriöser als die Central Line, fährt zügiger und ist sogar recht pünktlich!

    Wie schon bei der letzten Zugfahrt genieße ich am offenen Fenster die verschiedenen Landschaften, die wir auf unserem Weg durchkreuzen und winke den winkenden Kindern zurück, bis mir der Arm fast abfällt.
    Aber ich kann einfach nicht damit aufhören, weil es so schön ist zu sehen, wie sie Luftsprünge machen, wenn sie entdecken, dass ihr Winken erwidert wird. Mit wie wenig Aufwand man doch gegenseitig Freude verbreiten kann.

    Auf dieser Zugfahrt quer durch den Süden zeigen sich die unterschiedlichen Gesichter des Landes in komprimierter Form. Von der recht modernen, trubeligen Großstadt über knochentrockene Savanne und Geröllwüsten, in denen abgeschieden einzelne Lehmhütten stehen, bis hin zu feuchtgrünem, hügeligem Dschungel und schließlich imposanten Bergketten rund um Mbeya.
    Als wir die Eisenbahn dort nach 26 Stunden verlassen, sind wir fast ein bisschen traurig, dass wir nicht bis zur Endstation mitfahren, so viel Freude bereitet uns das Zugfahren.
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  • Day15

    Truck Life

    July 27, 2017 in Tanzania ⋅ 🌬 82 °F

    Our truck is 21 years old, has six wheels and weighs about 9.5 tonnes. It's called Chui, meaning Leopard in Swaheli, as it is our drivers favourite animal. Our driver, Often, is fantastic and is from Nairobi. He has been doing this job for over 20 years, is very passionate and thorough with everything and keeps the truck immaculate and in good working order. It's not uncommon for him to do a full days driving then get under the truck to change something. We have an Australian guide, called Vicky, who is about the same age as us. She is really good at her job and is a good laugh too.
    The day starts with the cook group, who had cooked dinner the previous night, preparing breakfast 30 minutes before it is served , usually toast and porridge or eggs. Meanwhile everyone else is packing up their tent and belongings usually in the dark so we can get away early straight after breakfast. Often people pass the time on the truck looking out, listening to music, reading, sleeping or playing cards, using the big eskies as a table. Not always easy when the beach and sides are open. Roadside lunch stops are quick, with everyone helping the cook team to prepare it, either bean salad, pasta salad, salad sandwiches or cous cous. Some days we just pick up our own food from roadside cafes and stalls, like samosas. On the way to camp the new cook group will be given their budget and have to shop at either a market, roadside or supermarket and buy fresh ingredients for dinner, breakfast and lunch. Evening meals usually take up to 2 hours to prepare as alot of chopping is required. Meals are cooked on the three coal burners and require some careful management as hot water is also needed for washing up as well as cooking the meat, veg and carb dishes. Others put up tents, handwash clothes, sit around and chat, play cards or go to the camp bar. Most campsites are at a campground that is fenced in, has showers that are often heated by wood fires, or cold showers, toilets and a bar.
    Most people travelling are British, although we have some Australian, American, a Maltesse, Danish and an Ecuadorian with generally around 23 people. There are various places that people can join and leave.
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  • Day13

    Kilimanjaro National Park

    July 25, 2017 in Tanzania ⋅ ⛅ 82 °F

    Free day in the Kilimanjaro National Park, approximately 15km from Mount Kilimanjaro. Walked to Kilaysia waterfalls located at the bottom of a steep jungle covered ravine with three of our truckmates. Quick swim as it was freezing cold.
    Managed a quick glimpse of Kilimanjaro as the cloud covered it except for 20 minutes.Read more

  • Day22

    Kipepeo Beach Resort

    June 30, 2017 in Tanzania ⋅ ⛅ 28 °C

    Finally we are at the beach, we arrived at about lunch time and everyone upgraded tonight to beach bungalows because they were $17 for a room which was shared between three. The bungalows were the cutest and they were on the beach front.

    We moved all our stuff into our rooms and then headed straight to the bar! We sat on the beach as the sun went down it was beautiful. Once it was dark I decided to have a shower and almost shat myself when I walked out the shower to find the guard standing there with a long arm firearm. I guess it is nice to know I am safe but scared me that they think they need that as hotel security.Read more

You might also know this place by the following names:

Dar es Salaam Region, Dar-es-Salaam

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