Gewicht und Packlisten-Check
July 9, 2023 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C
Das erste Probe-Packen hat schon mal ganz gut funktioniert. Ein paar Kleinigkeiten müssen noch besorgt werden, aber ist zum Glück nicht viel.
Mein Rucksack wiegt im Moment 17 kg. Mit Schoki und den letzten Reiseapotheken Mittelchen werden es wahrscheinlich so um die 17,5 kg sein und das inklusive aller Jacken 😊. Haben uns also vom Gewicht her ein klein wenig verbessern können im Vergleich zu unserer Jotunheimen Reise. Damian kommt derzeit auf 18,3kg, was ebenfalls für die ersten Tage machbar ist. Das schöne ist ja, dass der Rucksack von Tag zu Tag leichter werden wird 😊Read more
Siegen - Kopenhagen
July 15, 2023 in Denmark ⋅ 🌬 24 °C
Gestern ging es erstmal nach Recklinghausen, da unsere Bahnverbindungen etwas wackelig wurde, wegen mehreren Gleisbaustellen in Hamburg. So mussten wir dann heute morgen um 6:20 Uhr losfahren, um rechtzeitig um die Mittagszeit in Hamburg sein zu können. Da wir jetzt wirklich genug Puffer hatten, liefen wir erstmal zur Elbe und gönnten uns ein richtig leckeres Fischbrötchen. Um kurz vor 1 ging es dann weiter Richtung Kopenhagen und unsere Bedenken waren anscheinend berechtigt gewesen. Viele reservierte Plätze blieben frei, da einige ihren Anschluss nicht bekommen hatten. Um 17:44 Uhr kamen wir dann pünktlich in Kopenhagen an und waren auch direkt schon am Hotel. Kurze Zeit später waren wir dann auch schon wieder unterwegs, zuerst natürlich im Lego-Store 😊. Dann gab es aber schon leider die erste mittelschwere Urlaubs-Krise - keine Speicherkarte in der Kamera 🙈. Zum Glück hatte noch ein großer Elektroladen in der Fußgängerzone auf - dann aber der nächste Schock - unfassbarerweise hatten sie keinerlei SD Karten. Mit wirklich sehr schlechter Stimmung ging es dann noch zum Nyhavn weiter. Und dann kam Gott sei Dank doch noch unsere Rettung - ein unscheinbarer Souvenirladen hatte tatsächlich noch eine SD Karte zu verkaufen und laut ihm waren wir die Nr. 20 für heute und es waren alles Deutsche gewesen 😂 ups.
Danach war es dann deutlich entspannter; wir haben bei wunderschönem Licht noch ein paar Fotos machen können und die Atmosphäre am Hafen genossen. Danach ging es lecker essen und noch in zwei Pubs mit Livemusik. Bisher überzeugt Kopenhagen auf ganzer Länge - wirklich eine wunderschöne Stadt. Sind gespannt was morgen hier noch alles auf uns wartet.Read more
Kopenhagen ❤️
July 16, 2023 in Denmark ⋅ ☁️ 19 °C
Heute haben wir nochmal ganz viel Sonne getankt, bevor es ab morgen Richtung Regen gehen wird. Und beim Essen haben wir uns auch nicht gerade zurückgehalten, schließlich wird es ab übermorgen nur noch Trecking-Nahrung geben 😅. Zuerst im super süßen Bücherei-Café gefrühstückt, dann mittags im besten Cheesecake Café Kuchen gegessen und abends uns durch die verschiedenen Stände beim Reffen Streedfoodmarket durchprobiert. Alles ohne Ausnahme unglaublich lecker - aber auch ganz schön teuer. Unterwegs waren wir zu Fuß und per E-Bike, was hier Dank der großen Fahrradstreifen super angenehm ist. Wir werden definitiv nochmal her kommen! Kopenhagen ist wirklich eine unfassbar tolle Stadt und liegt jetzt auf meiner Platz 1 der Top-Städte zusammen mit Stockholm.Read more
Kopenhagen - Kangerlussuaq
July 17, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 12 °C
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ging es zum 100m entfernten Bahnhof und von dort aus weiter zum Flughafen. Der Check In sowie die Sicherheitskontrolle war unglaublich unkompliziert, sodass wir dann noch fast 2 Stunden am Flughafen totschlagen mussten. Das Flugzeug war definitiv nicht das neuste und bequemste, aber wir hatten Glück, dass der Platz neben Damian frei blieb und wir uns ausbreiten konnten 😊. Und dafür gab es so gut wie alle Getränke umsonst und das Essen war ebenfalls super lecker - konnten uns also absolut nicht beschweren, hatten wir so schon lange nicht mehr. Nach fast 5 Stunden Flug und ein paar schönen Aussichten auf Island runter, kamen wir dank Zeitverschiebung zur fast gleichen Uhrzeit an, wie bei Abflug. So hatten wir also noch genügend Zeit Gaskartuschen und Mückenspray zu besorgen und unseren Transfer für den nächsten Tag nochmal bestätigen zu lassen. Außer einem kurzen Schauer blieb es auch den ganzen Tag trocken, aber lange konnte man wegen der Mückenschwaden leider nicht draußen bleiben ohne Bewegung. Warum machen wir das eigentlich nochmal? 🙈😅
Danach gab es nochmal eine letzte Dusche und dann versuchten wir bis 22 Uhr irgendwie wach zu bleiben - da es nicht dunkel wird, klappte das auch soweit ganz gut. Morgen und übermorgen soll es zwischenzeitlich recht viel Regnen, also mal schauen ob wir das Zelt abends im trockenen aufbauen können. Erstmal müssen wir aber morgen früh zur Post und unser Handgepäck abgeben, damit es an unser Ziel Sisimiut geschickt werden kann. Dann kann es aber endlich richtig losgehen und wir werden für die nächsten 10 Tage erstmal von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten sein - nur das Satelliten-Telefon ist dann unser Notfallkontakt zur Rest der Welt 😊Read more

TravelerKrass, einfach geil. Ich bin so auf eure Bilder gespannt. Viel Spaß und lasst euch nicht von den Mücken aufessen. 😃 Grüße aus Bielefeld/Osnabrück
Etappe 1
July 18, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 12 °C
Dank Zeitverschiebung konnten wir ab 6 Uhr nicht mehr so wirklich schlafen. Deswegen gingen wir schon kurz nach 9 zur Poststation, um unser Handgepäck mit Straßenschuhen und frischer Kleidung nach Sisimiut senden zu können. Danach holten wir uns noch eine Kleinigkeit zu Essen im Supermarkt, setzten uns in den Flughafen und beobachteten das rege Treiben. Um 12 Uhr ging dann unser Transfer zum Beginn des ACT im alten, gelben Schulbus mit Hans-Peter. Wir unterhielten uns sehr nett mit dem Dänen und erfuhren noch so einiges über Kangerlussuaq. Wir waren auf dem Hinweg nur zu zweit - auf dem Rückweg nahm er dafür wieder ein Pärchen zurück - sie warnten uns noch vor dem nassen Weg, meinten aber, dass es nach der ersten Hütte besser werden würde. Na gut - zurück ging jetzt nicht mehr, also ab nach vorne. Bis zur verlassenen Jägerhütte ging es noch ganz gut. Dort fing es aber an zu regnen, also nutzen wir die Gelegenheit im trockenen Regenhose, Gamaschen und Regenjacke anzuziehen. Danach dauerte es noch ca. 3 minuten - dann waren meine Socken auch schon nass 😅. Die erste halbe Stunde kämpften wir noch dagegen an, aber dann war es auch egal. Es ging nicht anders. Der Regen der letzten Tage hatte leider seine Spuren hinterlassen. Den Mücken war der Regen allerdings ziemlich egal, also musste ich auch noch das Kopfnetz zusätzlich tragen 😂. Unterwegs verloren wir 1-2 mal den Track bei der Umrundungen von Sumpffeldern, aber an sich war der Weg nicht sehr anspruchsvoll. Nur das Wasser machte uns langsam und raubte uns Kraft. Nach ca. 14 km und 6 Stunden (! Ohne Pause) kamen wir endlich am ausgewählten Zeltplatz an. Der größtenteils uberspült war und sich der schöne Sandstrand nur noch erahnen lies. Natürlich kam ein kräftiger Schauer nochmal runter währenddessen wir das Zelt aufbauten, aber sobald wir im Zelt lagen war uns das egal. Morgen soll es zum Glück besser werden und zur nächsten Hütte sind es nur noch 6 km. Dort können wir hoffentlich dann noch ein paar Sachen trocknen. Aber unsere Schuhe werden auf dieser Reise definitiv nicht mehr trocken werden, da sind wir uns jetzt schon ziemlich sicher 😂 aber davor wurden wir ja schließlich in jedem Reisebericht gewarnt. Beim Zähneputzen sahen wir noch einen kleinen Polarfuchs, der uns aus der Ferne gute Nacht sagte 😅. So liegen wir jetzt deutlich bequemer als im Hostel auf einem weichen Moosbett und lauschen dem Regen und der unglaublich schönen Stille draußen. Ich glaube heute werden wir ganz gut schlafen 😊.Read more
Etappe 2
July 19, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 18 °C
Die Nacht regnete es recht heftig durch und hörte dann gegen 8 Uhr auf. Wir hatten gestern Abend schon ein Zelt entdeckt und Damian traf dann auch kurz nach Verlassen unseres Zeltes Susanna aus Leipzig an, die sichtlich erleichtert war jemanden zu sehen. Sie hatte sich auf dem Weg verlaufen und es leider nur bis hierhin geschafft, obwohl sie ein Tag früher gestartet war. Wir entschieden deswegen erstmal zusammen loszulaufen. Die Schuhe zogen wir erst gar nicht an, sondern durchquerten direkt am Zeltplatz den ersten Fluss, über den man sonst wohl einfach drüber springen kann. Danach ging es dann mit den neuen wasserdichten Socken in unseren triefenden Wanderschuhen weiter. Das Wetter blieb zum Glück trocken und es kam sogar hin und wieder kurz die Sonne raus. Da war das Durchqueren der Sumpfflächen schon fast eine angenehme Abkühlung. Nach der ersten Steigung blieb Susanna zurück, da sie nicht so schnell hoch gehen konnte, aber wir wussten ja, dass es nur noch ca. 4km zur Hütte waren. Oben angekommen begrüßte uns ein sehr neugieriges Rentier und ein fantastischer Ausblick. Deswegen machten wir ebenfalls eine kurze Pause und ließen die Drohne zum ersten Mal fliegen. Nach etwas mehr als einer Stunden waren wir dann auch pünktlich zu Mittagszeit an der Katiffik Hütte, bei der bisher nur Jan saß, der schon morgens gegen 6 Uhr von der nächsten Hütte aus mit dem Kanu gestartet war. Wir trockneten unser Zelt, frühstücken erstmal ausgiebig und genossen das tolle Wetter. Es wurde dann mit der Zeit auch immer voller an der Hütte und die nächsten zwei Kanus kamen an. Darin saßen unter anderem Vivi und ihr Sohn. Ihren Mann hatten wir im Souveniershop am Flughafen getroffen und er erzählte uns, dass seine Frau und Sohn schon fast am Ende des Trails sind und er sie bald abholen wird. Danach kam dann Susanna, zwei weitere Dänen und noch zwei Deutsche an. Als wir schon im Zelt lagen dann noch eine Tschechin, die sich zu den Dänen in die Hütte gesellte. Ab halb 7 fing dann pünktlich (laut Wetterbericht) der Regen an, der uns wieder bis morgens gegen 8 Uhr begleitete.Read more
Etappe 3
July 20, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 16 °C
Auch dieses Mal war die Wettervorhersage unseres Satellitentelefons recht genau und der Regen hörte stellenweise ab 8 Uhr auf. Wir klärten mit den beiden Deutschen ab, dass wir die Kanus für die nächste Etappe nehmen werden, um den wohl sehr nassen Weg am See umgehen zu können. Sie wollten dazu noch die Tschechin mit ins Boot nehmen, die als letzte gestern zur Hütte gekommen war. Es dauerte ein wenig bis wir alles gepackt hatten, da es leider immer wieder zu regnen anfing. Dann verabschiedeten wir uns von den anderen, da Susanna, Jan sowie das dänische Paar alle ihre Tour hier beendeten. Susanna, weil sie es körperlich nicht schaffte, Jan und die anderen, weil sie den Track letztes Jahr schon gemacht hatten und deswegen auf die Aussicht auf stetig nasse Füße verzichten wollten. So fuhren wir bei stetig besser werdendem Wetter mit den Kanus los und waren dabei auch erstaunlich zügig. Für die 20 km brauchten wir nur 3 1/2 Stunden, kamen dafür aber mit recht schweren Armen am Kanucenter an. Die beiden Deutschen wollten noch weiter gehen und schauen wie weit sie es schaffen - wir blieben wegen der Wetteraussichten doch lieber hier, damit wir morgen zumindest mit einem trockenem Zelt loslaufen können, wenn auch der Regen bis Vormittags sich wieder halten soll. Morgen wird es eine heftige Tour sein mit 22 km und 600 hm. Wir wissen noch nicht so ganz, ob wir die Strecke komplett schaffen werden - werden es aber auf jeden Fall versuchen. Jetzt ruhen wir uns erstmal etwas aus, genießen noch ein wenig die Sonne, die sich immer wieder blicken lässt und werden dann in der trockenen, wenn auch ein wenig muffigen Hütte schlafen.Read more
Etappe 4
July 21, 2023 in Greenland ⋅ ⛅ 11 °C
Um 5 Uhr klingelte der Wecker und dichter Nebel begrüßte uns. Wir brauchten dann doch mal wieder etwas länger und waren um 6:20 Uhr zum Aufbruch bereit. Wir nahmen die Tschechin ab hier dann ebenfalls mit, da sie weder Satellitentelefon noch eine Karte dabei hatte 🙈 in unseren Augen etwas lebensmüde. Wir entschieden uns die ersten 4 km noch trockene Füße zu behalten und nahmen dafür nochmal das Kanu. Am Ende des Sees hatten wir ein wenig Probleme eine richtige Anlegestelle zu finden und dazu fing es auch noch leicht an zu regnen. aber wir schafften es nach ein paar Minuten und mit kurzem Wechsel von Wanderschuhen auf Crocks. Dann ging es los - 18 km vor uns und eine knackige Steigung ab der Hälfte des Weges. Wir waren beide am Abend davor etwas besorgt, dass es doch mit dem nassen Gelände zu viel sein könnte, vor allem für den Kopf. Aber wir schafften die ersten 10 km ziemlich problemlos, auch wenn natürlich wieder das Wasser in unseren Füßen stand. Wir sahen einige Rentiere, Wasserfälle und unglaublich schöne Talblicke. Der Anfang der Steigung wurde dann leider ganz schön ungemütlich, da ein sehr kalter , starker Wind aufzog, aber dafür hatten wir bis Abends kein Problem mit den Moskitos 😊 Der Anstieg war schon recht fordernd, aber machbar und mit jedem Meter wurde die Aussicht hinter uns umso schöner. Als die Sonne endlich durch die Nebelschwaden brach, konnten wir sogar kurz die Drohne fliegen lassen. Die letzten 6 km mussten wir uns noch etwas motivieren (vor allem mit Traubenzucker), aber um kurz nach 15 Uhr erreichten wir dann endlich die Ikkattoq Hütte - und zum Glück war sie noch leer. Die Zeltplätze waren zwar wunderschön, aber wir hatten keine Lust auf den sehr frischen und immer noch sehr kräftigen Wind. So haben wir für die 18 km am Ende ca. 6 1/2 Stunden gebraucht, was angesichts des vielen Wassers und der Steigung recht gut war. Genau die Bestätigung haben wir gebraucht, so war die Stimmung heute dann doch deutlich besser und die Sorgen ein wenig verflogen. Den Knien der Tschechin ging es allerdings nicht so gut, weswegen sie schon mal fragte, ob wir für sie morgen bei der nächsten Hütte vielleicht den Heli rufen können. Wir hoffen mal, dass es nicht so weit kommen muss. Aber mal schauen. Wir gehen wieder gegen 19 Uhr ins Bett und stellen den Wecker wieder sehr früh - auch wenn das eigentlich egal ist, da es sowieso nicht dunkel wird 😅Read more
Etappe 5
July 22, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 13 °C
Unsere Nacht war nicht die Beste, aber dafür warm und windgeschützt. Da wir nicht mehr schlafen konnten standen wir gegen 5:30 Uhr auf und machten uns so langsam fertig. Katharina (die Tschechin) signalisierte uns schon, dass es ihrem Knie nicht sehr gut geht und sie es wahrscheinlich nur bis zur nächtsten Hütte schaffen würde. So machten wir uns mit einem mulmigen Gefühl auf, wurden draußen aber zumindest mit einem wunderschönen Morgenlicht und ohne Nebel begrüßt. Zuerst ging es wieder gut bergauf und nach 20 min fing es dann leider auch noch zu regnen an. Wir gingen bis zur Öffnung des Tal's Ole's Lakseelv auf das wir trotz Regen wunderschön herabblicken konnten und starteten unseren Abstieg. Da Katharina keine richtigen Wanderschuhe hatte, ging ich mit ihr deutlich langsamer und vorsichtiger bergab als Damian. Aber auch wir mussten aufpassen, da es teilweise sehr steil und auch rutschig war. Unten angekommen klagte Katharina umso mehr, meinte aber, dass es jetzt beim flachen Gehen wieder deutlich besser sei. Und so starteten wir den 6 km Sumpfabschnitt mitten durchs Tal in Richtung Brücke, da man den Itinneq Fluss zur Zeit wegen des hohen Wasserstands nicht durchqueren kann. Wasser von oben, Wasser von unten und es war verdammt anstrengend. Aber wir schafften langsam die ersten 4 km, bis ich mich zu Katharina umdrehte und sah, dass sie am weinen war. Wir waren gerade bei etwas festeren Grund an einem Felsen und wollten 5 min Pause machen. Wir klärten es kurz mit ihr ab - sie könne keinen Meter mehr weiter laufen - also setzte Damian den Notruf ab und die Rettungstortour began 🙈😅. Es war kalt, es regnete und wir kühlten langsam aus, dementsprechend verschlechterte sich unsere Stimmung. Nach 30 min hörte zumindest der Regen auf und wir konnten uns wärmer anziehen und einen warmen Tee machen. Nach 2 Stunden warten und ein paar Nachrichten zwischen uns und dem Rettungsteam (sowie Michi, da er unser Notfallkontakt war und wir nochmal bestätigen wollten, dass wir nicht betroffen sind) war klar, dass kein Helikopter kommen wird, sondern ein Boot und wir es irgendwie zum Fjord schaffen müssen. Also gingen wir sehr langsam weiter Richtung Brücke, an der wir noch weitere Tschechen trafen, die uns noch halfen Katharina über die Brücke zu bekommen, da die ersten 2 m schon überspült waren. Wir gaben den neuen Standort durch und hofften, dass sie schon hier abgeholt werden konnte. Wir warteten weitere 1 1/2 Stunden und sahen dann ein kleines Schlauchboot sich den Fluss hineinkämpfen. 6 sehr verschwitzte und unglaublich nette Grönländer der Rettungswache nahmen sie dann auf die Trage und mit dem Boot zurück nach Sisimiut. Wir waren danach einfach froh, dass alles geklappt hat. Es zeigt wieder, wie leichtsinnig manche Leute unterwegs sind und wie schnell sie damit andere und auch Rettungskräfte mit in Gefahr bringen können. Sie hatte keine Wanderkarte dabei, keine richtig warme Kleidung, kein GPS und nur Laufschuhe 🙈 Auch wenn sie einen guten Grund für die Reise hatte (Ihr Mann verstarb letztes Jahr und es war sein großer Traum gewesen, den sie jetzt in Erfüllung bringen wollte), war sie unglaublich leichtsinnig.
Wir hatten danach noch ca. 2 1/2 km und ein paar Höhenmeter vor uns, die wir total platt hinter uns brachten. Die Hütte lag unglaublich schön am Berghang mit Blick auf den Fjord und wir hatten sie für uns ganz alleine. So konnten wir unseren Hochzeitstag wenigstens noch ein wenig bei Tee und leckerem Pulled Pork genießen und jemand hatte sogar einen kleinen Bergblumenstrauß in der Hütte zurückgelassen 😊. Dass der Tag uns ganz schön mitgenommen hat, merkten wir dann kurz vorm Schlafengehen - Damian bekam für kurze Zeit stressbedingt Magendarm Probleme und bei mir starteten heftige Halsschmerzen. Wir gingen deswegen wieder früh schlafen, damit wir am nächsten Tag wenigstens ein wenig ausgeruht für die nächsten stattlichen 19 km und 600 hm sind.Read more
Etappe 6
July 23, 2023 in Greenland ⋅ ⛅ 12 °C
Ich wachte leider mit noch stärkeren Halsschmerzen auf, aber zumindest hatte sich Damians Magen etwas beruhigt. Wir machten uns gegen 6 Uhr langsam fertig, kamen aber erst gegen 7:40 Uhr los. Uns begrüßte eine wunderbar warme Sonne, die wir aber nach kurzer Zeit verfluchten, da wir den größten Anstieg direkt nach der Hütte vor uns hatten. Danach ging es im stetigen Auf und Ab zwischen mehreren Seen hindurch weiter. Wir mussten heute einige Flüsse durchqueren, aber konnten bei den meisten von Stein zu Stein hüpfen und mussten nicht durchwaten. Der Weg war deutlich angenehmer als gestern und wir mussten nur durch kurze Sumpfstellen stapfen. Für ca. 4 km ging es direkt am Seeufer entlang was wirklich sehr schön war. Dort machten wir eine kurze Pause und teilten uns einen Cliffbar und ein paar Nüsse. Nach dem See erwartete uns dann noch leider eine längere Feuchtwiese, die durch mehrere Flüsse gespeist wurde und wir sahen dort das erste noch vom Winter übrig gebliebene Eis. Die Wiese raubte uns wieder einiges an Kraft, aber wir motivierten uns gegenseitig, da die Hütte nicht mehr weit entfernt war. Nach 3 km sahen wir auch schon die erste kleinere und nach einem kurzen Weg entlang des nächsten See's die zweite Hütte, die auch direkt am See lag und unser Etappenziel war. Und das Beste - hier hatten wir unseren Pausentag eingeplant 😊. War auch bitter nötig, da meine Halsschmerzen sich so langsam in Husten umwandelten und der Pausentag somit genau richtig gelegen kam. Für die Etappe brauchten wie ca 7 Stunden und konnten so den Nachmittag sowie Abend in der Hütte ausklingen lassen. In der Hütte erwartete uns eine sehr nette dänische Familie, bestehend aus Vater, Tochter und Sohn. Sie hatten heute ihren Pausentag eingelegt und werden sich morgen weiter auf machen. Sie hatten den Trail vor 6 Jahren schon mal gemacht (da müssen die Kinder so um die 10-11 Jahre alt gewesen sein 🤯), aber hatten damals sehr trockene und sonnige Bedingungen gehabt. Dieses Mal war es auch für sie ganz schön anstrengend. Wir genießten noch das tolle Wetter, machten ein paar Drohnenaufnahmen und ich versuchte mit viel heißem Tee der ankommenden Erkältung entgegenzusteuern. Mein Highlight des Tages kam dann nach dem Abendessen, als uns der Vater einen ihrer Pfannkuchen anbot, die sich zum Nachtisch noch auf der mitgenommenen Pfanne gebacken hatten. Verfeinert mit ein wenig Tonys Schokolade war der einfach himmlisch. Wir blieben für unsere Verhältnisse recht lange auf und legten uns dann gegen 21:30 Uhr hin.Read more
Etappe 7 - Pausentag
July 24, 2023 in Greenland ⋅ ⛅ 10 °C
Die Dänen standen gegen 8 Uhr auf und machten sich bereit um weiter zu ziehen. Wir blieben in der wohligen Wärme unserer Schlafsäcke gehüllt und gaben uns heute mal ausgiebig Zeit zum wach werden. Wir bekamen noch ein paar Teebeutel geschenkt für meinen Hals und verabschiedeten uns von der Familie, die sich raus in den leichten Fisselregen begaben. Da nach der Hütte direkt eine Flussdurchquerung wartet, waren die drei noch immer in der Nähe, als wir mit dem Frühstück fertig waren. Wahrscheinlich mussten sie sich nach dem kalten Wasser erstmal aufwärmen. Dann verschwanden sie aber schnell am Seeufer in der Ferne. Die Sonne kam nun komplett raus und es hörte auf zu Regnen. Laut Wetterbericht sollte es nur nochmal Mittags regnen und dann trocken bleiben, aber wir merkten ja schon in den letzten Tagen, dass der Wetterbericht in den Bergen nicht so genau ist. So war es heute ein stetiger Wechsel aus leichtem Regenschauer und sonnigen Passagen - im gesamten aber trotzdem ein sehr schöner Tag. Wir nutzen diesen um unsere Haare und Socken zu waschen, fantastische Reiche zu spielen und ich las die unzähligen Gästebuch-Einträge, die seit 2011 hier niedergeschrieben wurden. Teilweise sehr amüsante und auch dramatische Einträge, darunter auch von vielen Deutschen. Meine Halsschmerzen gingen allmählich weg und wurden leider von Schnupfen abgelöst. Leider hatten wir nichts gegen Erkältungssymptome dabei, aber wir hatten zumindest Ibu's dabei. Wir dösten noch ein wenig am Nachmittag, bis ich am Seeufer einen näherkommenden Wanderer entdeckte. Ich blieb lieber im Schlafsack, aber Damian ging ihm schon mal entgegen, um zu schauen, ob er Hilfe beim Flussfurten benötigte. Er schaffte es aber alleine und kam nach dem Angebot zu einem heißen Tee zu uns in die Hütte. Wilhelm (61) war Niederländer und machte den Trail alleine. Die Moskitos hatten ihn bisher sehr geplakt, weswegen er lieber im Zelt schlief als in der Hütte und wollte auch heute noch ca. 6 km weiter. Er musste die Strecke in 7 Tagen schaffen, damit er seinen Flug erwischen konnte. Das war schon sehr ambitioniert, vor allem da er sehr unrund ging und schon ziemlich steif war. Wir unterhielten uns super nett, über unsere und seine nächsten Etappen. Für uns würde es wohl nur noch eine schwierige Furt in zwei Tagen geben, der Rest war wohl machbar. Er gab uns noch ein paar Tipps für Wanderungen in Island und Essenstipps in Sisimiut, die vor allem Damian mit Freude entgegenblickte 😂. Wilhelm wartete den nächsten Regenschauer noch ab und dann lies er uns wieder alleine. Mir ging es leider etwas schlechter, weswegen ich mich nochmals kurz hinlegte. Dann aßen wir zu Abend und genossen dabei die Abendsonne. Danach ging es dann wieder in den Schlafsack mit der Hoffnung, dass ich morgen wieder etwas fitter bin. Um kurz vor 9 versuchten wir dann zu schlafen, um am nächsten Tag wieder früh starten zu können.Read more
Etappe 8
July 25, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 10 °C
Die Nacht war leider doch nicht so erholsam wie gehofft. Ich konnte wegen meines Schnupfens nicht wirklich schlafen und gegen 2 Uhr kamen noch 2 Grönländerinnen in die Hütte, die die letzten beiden Etappen kombiniert hatten. Deswegen ging es dann doch etwas später als geplant am nächsten Morgen los. Zuerst umgab uns noch dichter Nebel und wir mussten nach wenigen Minuten den Fluss neben der Hütte durchqueren. Das Wasser war eiskalt, aber die Strömung nicht sehr stark, wodurch wir problemlos rüber kamen. Dann konnten wir recht zügig am See entlang wandern in totaler Stille und mystischer Stimmung durch den uns umgebenden Nebel. Bevor es zur ersten und einzigen Steigung ging, kam uns ein Rentier aus dem Nebel entgegengestapft. Hatte etwas von einem Patronus 😅. Ich musste bergauf sehr langsam gehen, aber der kalte Wind sorgte zumindest dafür, dass meine Nase frei war, während des Laufens. Wir liefen nach der Steigung stetig bergab in ein langes Tal mit einigen noch kleinen Schneefeldern und wiederum wunderschönen Ausblicken. Wir merkten so langsam, dass die Mosquitoanzahl anstieg und kurz vor der Hütte konnte man es ohne Netz nicht mehr aushalten. So verkrochen wir uns in die noch leere Hütte und ich kuschelte mich direkt in meinen Schlafsack und ruhte mich ein wenig aus. Nach ca. zwei Stunden kam ein dänisches Paar aus Richtung Sisimiut, die uns gerne die Hütte überliesen. Danach kamen noch drei Tschechen an, die ebenfalls ihr Zelt aufschlugen. Ich erkannte die drei vom Hinflug - wir hatten uns schon gefragt ob sie vielleicht weiter nach Sisimiut geflogen sind. Aber sie sind am gleichen Tag wie wir gestartet, nur vom Eiskapp aus, also eine volle Tagesetappe mehr als wir. Damian erzählte ihnen das Erlebnis mit Katharina und sie meinten, dass sie in den Gästebücher ihre Einträge gelesen hätten. Sie hatte sich darin anscheinend sehr bedankt darüber, dass sie uns getroffen hatte und die Tschechen kannten sie von Instagram - sie scheint eine recht bekannte Reisebloggerin dort im Land zu sein. Umso kurioser, dass sie so schlecht vorbereitet war. Gegen halb 7 kamen dann noch 4 weitere Personen. Zwei schlugen ihr Zelt direkt auf und die anderen beiden waren die beiden Grönländerinnen von letzte Nacht. Sie machten nur eine Essenspause bei uns in der Hütte, verarzteten ihre gefühlt 1000 Blasen und tapten ihre Knie. Hatte ich schon erwähnt, dass wir bisher trotz ständig nasser Schuhe und Socken keine einzige Blase an den Füßen hatten? 😊💪
Als die beiden sich für die nächsten 17 km! aufmachten, entschieden wir uns ebenfalls die Hütte zu verlassen. Wir kamen einfach nicht gegen die Mücken darin an und zudem war darin auch noch schlechte Luft. So schlugen wir doch noch unser Zelt auf, was dann doch deutlich angenehmer war. So wie es aussieht bleibt es auch weiterhin trocken, sodass wir auch morgen nochmal im Zelt schlafen können 😊.Read more
Etappe 9
July 27, 2023 in Greenland ⋅ ☀️ 14 °C
Zelt ist am Ende doch die beste Wahl 😊. Wir schliefen richtig gut und wurden morgens direkt von der Sonne begrüßt. Da es deutlich angenehmer war als in den Hütten kamen wir heute etwas langsamer aus den Federn und starteten erst gegen halb 10. Uns erwartete direkt die erste Flussüberquerung, die wir in Crocs schnell hinter uns brachten. Danach ging es dann am Fluss entlang durch hohe Buschweiden und wieder sehr nasses Gelände. Heute war ich deutlich schlapper als die letzten Tage und wir kamen deswegen nur langsam voran. Dazu prasselte die Sonne erbarmungslos auf uns hinab und es ging auch noch kein Wind. Perfektes Mosquito Wetter leider. Wir trafen hin und wieder ein paar Wanderer aus Richtung Sisimiut mit denen wir jedes Mal ein kurzes Pläuschchen hielten und die uns Hoffnung machten, dass die letzte Etappe deutlich besser sein wird. Bei der nächsten Flussüberquerung wechselten wir nochmal auf Crocs - bei der dritten gingen wir aber direkt mit Wanderschuhen durch. Das machte dann auch kein Unterschied mehr 😅. Die Stimmung war vor allem wegen der Mosquitos ziemlich am Boden und eine Pause konnten wir deswegen auch nicht so wirklich machen. Deswegen bissen wir die Zähne zusammen und liefen bis ca km 15 durch. Ab dort kam endlich frische Seeluft vom Fjord ins Tal rein und wir konnten den Weg endlich wieder genießen. Dieser führte direkt am See entlang inklusive Strand-Feeling. In den Pools am See konnten wir sogar ein paar arktische Saiblinge beobachteten - schade, dass wir keine Angel wie viele andere dabei hatten 😊. Dann ging es an den letzten Anstieg für heute, der für mich dann wirklich ziemlich anstrengend war. Dabei trafen wir noch einen jungen Deutschen aus Bremen, der die untere Hütte ansteuerte und morgens in Sisimiut gestartet war. Er erzählte uns, dass er die Grönländerinnen getroffen hatte und sie es wirklich geschafft hatten innerhalb von 4 Tagen in Sisimiut zu ein. Fetten Respekt dafür - auch wenn man so natürlich nicht viel vom Weg hat. Wir machten uns an die letzten 2 km und kamen schließlich ziemlich fertig endlich an der Hütte an. Das Zelt stellten wir ein paar Meter weiter weg auf; mit einem fantastischen Blick auf den Fjord runter. Nasse Schuhe und Socken aus und dann erstmal in die Vertikale 😊. Nach einer kurzen Pause gab es dann Abendessen - da ich schon seit gestern nichts mehr schmecken konnte, aß ich wieder Gemüse mit Kartoffelbrei. Die Tüten waren eigentlich für den Notfall gedacht, aber so verschwendeten wir wenigstens nicht die leckeren und vor allem teuren RealTurmat Tüten 🙈😂. Danach gab es noch einen kleinen Rundgang am Berg - hier oben war es wirklich wunderschön und wir waren komplett alleine hier 😊. Dann ging es fürs letzte Mal ins Zelt, bevor dann morgen die letzte Etappe ansteht.Read more
Etappe 10
July 27, 2023 in Greenland ⋅ ⛅ 8 °C
Wieder eine erholsame Nacht, aber ein sehr kalter Morgen, der es uns schwer machte aus den Schlafsäcken zu kommen. Wir wollten aber so früh wie möglich los, da auf uns 20 km und 600 hm warteten und wir noch nicht wussten, wie schnell ich den Berg hochgehen kann. Also packten wir fix zusammen und gegen 07:40 Uhr ging es dann im tiefhängendem Nebel los. Nach ca. 45 Minuten kamen wir an einen Wasserfall, der den Start zum Pass hoch sozusagen markierte. Es ging langsam, aber es ging und so waren wir nach 2 1/2 Stunden oben am Pass angelangt, an dem wir die höchste Toilette des Track's mit der besten Aussicht antrafen. Leider war nur nix mit Aussicht, da immernoch die Nebelschwaden an uns vorbeizogen. Die Sicht öffnete sich aber ca. 400 m weiter oben dann doch noch und wir konnten nochmal den Blick runter zum Fjord genießen, an dem wir die letzte Nacht noch gezeltet hatten. Die ersten zwei Wanderer kamen uns nun entgegen, die oben auf dem Grat gezeltet hatten und kurz danach ein zweites Pärchen. Natürlich wieder Tschechen - anscheinend ist dieser Weg dort legendär 😅. Alle versicherten uns, dass es ab jetzt recht einfach sein wird und sie hatten wirklich recht. Vorbei an glasklaren Bergseen ging es leicht bergab in Richtung Nasaasaaq, dem Hausberg von Sisimiut. Ein steiler Abstieg, ein Sumpfeld und schon hatten wir nur noch 7 km vor uns. Es ging dann leider nochmal etwas bergauf und nach dem Hügel trafen wir wieder zwei Wanderer an, dieses Mal Franzosen. Durch Zufall fragte ich sie, ob sie eine einzelne Wanderin gesehen hätten, da wir noch was ausrichten wollten und siehe da, es stellte sich heraus, dass sie selbst Meo war und ihr Wanderpartner es spontan doch noch geschafft hatte. Jan von Etappe 2 an der Katiffik Hütte hatte einen Zettel für sie hinterlassen sowie noch weitere Gästebucheinträge. Darin stand, dass sie heute als Solohikerin starten würde. Sie freute sich riesig darüber, dass er an sie gedacht hatte, auch wenn er seinen Weg abgebrochen hatte. Sie hatte sein Zelt letztes Jahr gerettet und seitdem hatten sie über die Facebook Gruppe Kontakt gehalten. Wir machten noch ein Foto, was wir später in die Gruppe stellen wollten und dann machten sich die beiden für ihre 9 Tage Wildnis los. Für uns ging es weiter Talwärts und nach wenigen Minuten konnten wir schon die ersten bunten Häuser sehen. Der Weg zog sich dann noch ein ganzes Stück, bis wir dann endlich im oberen Bereich von Sisimiut ankamen. Wir hatten heute ein wirklich gutes Tempo gehabt und trotz aller Umstände die Etappe in 6 1/2 Stunden geschafft 😊. Es ging dann zuerst ins Postoffice, indem wir unseren Rucksack mit trockenen Turnschuhen abholten 😍 und danach holte sich Damian erstmal eine Limo 😁. Da wir kein Internet hatten fragten wir uns zur Unterkunft etwas durch, bis plötzlich ein Auto neben uns anhielt. Und siehe da - eine der beiden Grönländerinnen stieg aus und umarmte uns lachend. Ganz seltsam sie in Jeans und trockenen Klamotten zu sehen 😅. Sie und ihr Mann boten uns an uns zum Hostel zu fahren, wofür wir sehr dankbar waren, auch wenn es nicht mehr weit weg war. Wir verabschiedeten uns herzlich, da sie morgen zur Familie nach Dänemark flogen und bezogen dann endlich unser Zimmer. Die Aussicht aus der Küche war traumhaft, die Fußbodenheizung im Bad noch mehr und die heiße Dusche am traumhaftesten 😂. Danach holten wir Brot, Käse, Salami, frisches Obst und Bier und genossen unser Abendessen unter der arktischen Sonne. Wir haben es tatsächlich geschafft 😁 und das doch tatsächlich ohne Blasen an den Füßen. Die Schwimmhäute werden wahrscheinlich noch ein paar Tage bleiben sowie die Mückenstiche, die uns von oben bis unten schmücken, aber auch das geht vorbei.
Das war mit Abstand die anstrengenste Wanderung, die wir bisher gemacht haben - vor allem Mental. Aber es hat sich mal wieder gezeigt, dass wir uns doch ganz gut ergänzen und gegenseitig motivieren und somit das Beste aus jeder Lage machen können. Ab jetzt wird es entspannter werden und wir freuen uns schon darauf morgen Sisimiut etwas erkunden zu können. Ein wenig Geschmack hab ich heute auch wieder zurück bekommen, also geht hoffentlich mit etwas Ruhe jetzt auch die Erkältung endlich bald weg 😊.Read more
Sisimiut
July 29, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 7 °C
Heute ließen wir es ganz entspannt angehen und starteten mit dem ersten Kaffee seit über 10 Tagen 😅 und beobachteten das deutlich ruhigere Treiben im Hafen. Es war keine Wolke am Himmel zu sehen und es sollte den ganzen Tag so bleiben. Wir hatten den beiden Jungs aus Deutschland noch versprochen ein paar Bilder von unserer gemeinsamen Kanu Etappe zu schicken, weswegen Damian sich bei ihnen kurz meldete und fragen wollte, ob man sich vielleicht noch auf ein Getränk treffen möchte. Sie meinten am Telefon, dass sie nicht mehr im Hotel waren, sondern mittlerweile in einem Hostel am Meer, was uns sehr stutzig machte, da wir nur von unserem wussten. So ging Lasse sowie Damian gleichzeitig auf den Flur während des Telefonierens und es stellte sich einfach mal heraus, dass sie das Zimmer genau gegenüber hatten 😂. Wir tauschten noch schnell unsere Erlebnisse aus und verabredeten uns für den Abend. Dann machten die beiden sich auf, den Hausberg von Sisimiut zu besteigen und wir zogen los Richtung alten Ortskern. Danach gingen wir zum Hafen runter, zu den Kunsthandwerkstätten und zum Bootsanleger. Es war kurz vor 10 und fast so ruhig wie im Hinterland. Die Stille hielt sich sogar hier in der Stadt und wurde nur immer mal wieder vom heulen der Huskys unterbrochen, oder wenn ein Flugzeug vom kleinen Flughafen gegenüber startete oder landete. Wir reservierten uns noch ein Tisch für den nächsten Abend im einzigen größeren Restaurant am Hotel und kauften dann erstmal etwas Bier und Pizza ein für Abends 😅. Am späten Nachmittag kamen die anderen beiden zurück und zeigten uns die wirklich unfassbar schönen Bilder vom Gipfel. Danach hatten wir noch einen netten Abend zusammen im Aufenthaltsraum und machten danach noch einen kleinen Abendspaziergang. Sisimiut ist wirklich sehr hübsch, aber wir sind auch froh, dass es morgen Abend weiter geht und wir nochmal was anderes sehen werden, bevor es zurück nach Kangerlussuaq gehen wird.Read more
Sisimiut Tag 2
July 30, 2023 in Greenland ⋅ ⛅ 9 °C
Heute wurden die Rucksäcke wieder gepackt, aber da die Fähre erst spät am Abend ging, durften wir weiterhin die Gemeinschaftsräume des Hostels tagsüber nutzen. Die deutschen Jungs machten sich vormittags auf zum Flughafen, wodurch wir das Wohnzimmer den ganzen Mittag für uns hatten. Nachmittags machten wir nochmal einen Spaziergang durch einen anderen Teil des Städtchens, wobei wir den dänischen Vater von der Lakehouse Hütte trafen. Er war begeistert vom Tipp mit dem Grönländischen Buffet und wollte später dann mit seinen Kindern ebenfalls hingehen. Für uns ging es nochmal zurück zum Stullen schmieren für die Fähre und dann ab zum Restaurant. Wie waren zum Glück die Ersten und ließen uns zuerst erstmal alles erklären. Es gab geräucherte Lachs, zwei riesige zart gekochte Forellen, Shrimps, Garnelen, Rentier, Grönländisches Lamm, Walsuppe, Sealblubber (Robbenfettschicht), Whaleblubber mit Haut und getrocknetes Rentier Fleisch. Damian probierte von den speziellen Sachen alles, ich nur die Walsuppe, die mir aber viel zu sauer war. Für ihn schmeckten die anderen Sachen nicht sehr intensiv, aber die Konsistenz war gewöhnungsbedürftig. Der Fisch war dafür unglaublich lecker, sowie auch das Lamm- und Rentierfleisch. Wir rollten danach zurück zu unseren Rucksäcken und kurz danach fuhr auch schon die Fähre in den Hafen ein. Am Port trafen wir dann wieder Susanne und auch die Tschechien an, die sich bisher gescheut hatte uns zu kontaktieren 😉. Sie erzählte kurz, dass ihr Rücktransport 5 Stunden dauerte und das Krankenhaus nicht sehr gut sei, es aber ihr mittlerweile besser geht und ihre Versicherung alles übernehmen wird. Manche Menschen haben einfach unverschämtes Glück.
Wir freuten uns sehr Susanne wieder zu sehen und tauschten alle unsere bisherigen Erlebnisse aus. Auch nach dem Ablegen der Fähre verbrachten wir noch mit ihr und eine Dänin, die wie Susanne den Trail abbrechen musste, den Abend. Leider konnte man durch eine dichte Nebelbank die Küste nicht mehr sehen, sodass wir dann auch gegen 12 Uhr in unsere Kojen stiegen. Wir wollten uns am Morgen noch auf einen Kaffee mit Susanna treffen, da sie die Fähre schon eine Station vor uns verlassen wird und wir sie danach dann nicht mehr vor der Abreise sehen werden.Read more
Ilulissat
July 31, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 4 °C
Die Nacht war wirklich sehr, sehr kurz. Wir hatten leider Kojen direkt am Gang, an dem das Licht nicht aus ging und jeder von unserem Abteil vorbei musste. So war der Kaffee gegen 7 sehr nötig 😅. Der erste mini Eisberg zog schon an uns vorbei und es wurde immer voller im Frühstücksraum , da doch einige mit Susanna in Assaat aussteigen wollten. Wir beobachteten den Trubel beim wirklich ganz leckeren Frühstück und verabschiedeten uns von ihr. Sie zieht danach weiter zur Disco Insel, aber leider nicht bis nach Ilulissat. Wenn wir mal nach Leipzig wollen haben wir jetzt auf jeden Fall einen Übernachtungsplatz sicher 😅.
Bis ca. 1 Stunde vor Ankunft war es noch etwas unspannend auf Deck - dann näherten wir uns aber dem kalbenden Gletscher und die Eisberge awurden immer größer 😍. Es war wirklich magisch und das Wetter wurde zum Glück auch immer besser. Kurz vorm Hafen dann noch mehr Glück - wir konnten zwei Wale beobachten, die an der Küste Ilulissat entlangschwammen. Davon einen sogar später noch von Land aus, was wohl nicht sehr oft passieren soll 😍.
Wir bezogen nach kurzem Warten unser Hotel und liefen direkt Richtung Icefjord Center los. Auf dem Weg sahen wir nochmal die Tschechin - leider immer noch kein Dankeschön Bier 😂.
Für die Austellung waren wir etwas zu spät, so wir liefen wir zuerst auf den Hügel, um auf die herausschwimmenden Eisberge drauf schauen zu können und danach nochmal direkt dran. Wir waren komplett alleine dort und konnten die Ruhe und das gelegentliche Eisknacken genießen. Danach mussten wir uns auf den Rückweg machen, zu abend essen und liefen dann wieder Richtung Wasser, da wir eine Kajaktour geplant hatten. Dort trafen wir wieder ein italienisches Paar, dass uns auf jeden Schritt folgt seitdem wir an der vorletzten Hütte vom ACT waren. Wir begrüßten uns lachend - sie waren nämlich auch wieder im selben Hotel und nun bei der gleichen Tour dabei. Es war recht anstrengend in die Trockenanzüge rein zu kommen, was dann am Ende leider unnötig war. Während der Einweisung zog so schnell Seenebel auf, dass die Tour leider abgebrochen werden musste. Wir haben noch zwei weitere Möglichkeiten - mal schauen, vielleicht klappt es die Tage nochmal. So verkrümelten wir uns mit Keksen und heißen Kakao ins Hotelzimmer und holten unseren Schlaf mal ordentlich nach 😊.Read more
Ilulissat Tag 2
August 1, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 5 °C
Nach dem Frühstück gingen wir im leichten Nieselregen runter zum Wasser. Der Nebel hing nur noch in den Bergen fest - so konnten wir tatsächlich die Tour noch nachholen. Dieses Mal waren wir nur zu dritt und waren, dank Übung von gestern, auch fix umgezogen. Da wir den Buckelwal schon beim Einsteigen sehen konnten, entschlossen wir uns dazu ihm entgegen zu paddeln. Leider haben wir davon keine Fotos, aber wir konnten ihn bestimmt eine halbe Stunde gut beobachten. Danach tauchte er ab und wir machten uns in Richtung Eis. Dort gab es dann Tee und Kaffee und wir durften unsere Drohne fliegen lassen 😊. Unser tour guide war eine dänische Studentin, die wirklich super nett war und uns auch einiges über das Eis und die Kayak Traditionen in Ilulissat erzählte. Auf dem Rückweg zeigte sich der Buckelwal nochmals 😍 und wir kamen pünktlich zum Start des nächsten Nieselregens wieder an. Vom Wetter passte das perfekt. Nach einem kurzen Mittagssnack gingen wir hoch zum Icefjord Center und schauten uns dort die Aufstellung an. Wieder fing es pünktlich zu regnen an als wir im Gebäude waren 😅. Die Ausstellung ist wirklich sehr modern gemacht und es dreht sich hauptsächlich um die Eisuntersuchungen auf der Forschungsstation auf dem Inlandseis und den Einfluss des Klimawandels auf das Eis. Danach ließen wir den Nachmittag und Abend gemütlich ausklingen und ich machte gegen 10 Uhr nur noch einen kurzen Spaziergang zur Kirche und runter zur Bucht.Read more
Ilulissat - Kangerlussuaq
August 1, 2023 in Greenland ⋅ ☁️ 9 °C
Heute zeigte sich zum Glück nochmal die Sonne 🥰. Deswegen packten wir schnell zusammen und stellten unser Gepäck in der Rezeption ab. Dann ging es nochmal für ca 8 km etwas ins Hinterland und am Eisfjord entlang zurück. Der Weg war super angenehm zu laufen, wobei er doch ein wenig mehr Höhenmeter hatte als angenommen 😊. Die Aussicht auf das Eis war wunderschön und durch die Sonne war es heute auch ziemlich laut. Bestimmt alle 2-3 Minuten brach neues Eis ab.
Anschließend ging es zurück zum Hotel und wir warteten auf unsere Flughafentransport. Der Flughafen ist so klein, dass es noch nicht einmal eine Sicherheitskontrolle gibt. Der neue Flughafen, dessen Terminal man von weitem schon erblicken konnte, wird 2025 wohl in Betrieb gehen und dann direkt von Kopenhagen angesteuert werden können. In der kleinen knuffigen Air Greenland Maschine ging es dann für 1 Stunde zurück nach Kangerlussuaq, wo uns so ungemütlich Wetter wie vor zwei Wochen empfang. Aber zumindest regnete es nicht, wodurch wir trockenen Fußes zum Hostel laufen konnten. Vorher gab es noch eine kleine Enttäuschung - uns wurde der Pulled Muskox Burger wärmstens empfohlen, aber leider war der seit kurz vor unserer Ankunft ausverkauft :(. Vielleicht gibt es ihn morgen vor unserem nächsten Flug wieder.
Heute wurde in der Facebook Gruppe neues Video und Foto Material von der Brücke am ACT gezeigt. Der Fluss ist noch weiter angeschwollen, sodass die Seite Richtung Sisimiut komplett unterspült wurde und daraufhin kollabiert ist. Es sind mittlerweile einige Warnungen raus gegangen und es weiß zur Zeit keiner, ob die Wanderer gerade über den Fluss kommen können oder umdrehen müssen. Hoffen wir mal dass sich keiner verletzt und sie die Brücke schnell wieder reparieren können. Da hatten wir wirklich Glück gehabt.Read more
Heimreise
August 3, 2023 in Germany ⋅ 🌧 17 °C
Wir machten uns früh auf zum Flughafen - aber leider war der Burger immer noch ausverkauft :(. So klapperten wir nochmal die Souvenirläden ab und schauten, ob wir Vivi antreffen können, aber die Verrückte war schon wieder auf dem ACT, nur dieses Mal in entgegengesetzte Richtung unterwegs. Im Hostel trafen wir beim Frühstück noch den Deutschen, der uns bei unserer letzten Etappe entgegen gekommen war. Er hat den Trail in 7 Tagen geschafft und das nur mit einem Biwak-Sack 🙈. Die restlichen Tage wollte er noch ein wenig Trailrunning rund um Kangerlussuaq machen 🤯. Die Brücke wurde in einer Nacht und Nebel-Aktion von 17 einheimischen Jägern mit Seilen etwas flussaufwärts gezogen und neu verankert. Zumindest so gut es ging. Wahnsinnig wie hilfsbereit und vor allem wie schnell die Einheimischen reagiert haben. Um kurz nach 12 ging es dann los Richtung Kopenhagen. Leider sahen wir die Dänin erst beim Aussteigen, aber da wir etwas länger auf das Gepäck warten mussten, konnten wir uns noch eine Weile unterhalten. Auch bei ihr sollen wir uns unbedingt melden, falls wir nochmal nach Kopenhagen reisen. Jedes Mal wieder schön zu erleben, wie schnell man Bekanntschaften schließen kann, wenn man die gleiche Reiseeinstellung hat 😊. Danach ging es wieder ins gleiche Hotel und auf die Suche nach einem sehr späten Abendessen. Da wir beim Flug 4 Stunden verloren hatten, war es schon 22:30 Uhr, weswegen eine sehr leckere Kebab Einrichtung herhalten musste 😅. So wirklich schlafen konnten wir wegen der Zeitumstellung leider nicht, was wir dann aber am nächsten Morgen im Zug nachholten. Gerade sind wir auf dem Weg nach Gießen und kommen in hoffentlich ca. 4 1/2 Stunden dann endlich an. Morgen sagen dann Alltag und Arbeit wieder Hallo. 🙈
Fazit der Reise:
Teilweise mehr Abenteuer als gewünscht, aber retroperspektiv sind wir trotzdem für jede Erfahrung dankbar. Unglaublich liebe und herzig Menschen kennengelernt! Ein unfassbar schönes Land, dass eine Ruhe ausstrahlt, die wir so bisher noch nicht erlebt haben. Es hat uns mal wieder gezeigt, wie gut wir doch als Team agieren, wenn schwierige Situationen geschafft werden müssen und ich bin sehr dankbar, dass mein Körper es mir nicht übel genommen hat, dass ich ihn durch unwegsahmes Gelände gepeitscht habe, auch wenn ich eigentlich Ruhe gebraucht hätte.
Vielleicht kommen wir irgendwann nochmal wieder. Wer weiß 😊Read more


























































































































































