• WilhelmBN
  • Juliane Hombach
  • WilhelmBN
  • Juliane Hombach

Sommerreise 2026 Rumänien

Mit dem Wohnmobil durch Rumänien – auf der Suche nach Bären, Bergpässen und schönen Stellplätzen. Gefunden haben wir außerdem Schlaglöcher, heilige Quellen, Pflaumenschnaps und jede Menge unvergessliche Erlebnisse. Leer más
  • Heiliges Wasser & Bären

    30 de mayo, Rumania ⋅ ☁️ 11 °C

    Beim Frühstück studieren wir zunächst die Bärenwarnungen vom Vortag. Dabei stellen wir fest, dass der Alarm in unmittelbarer Nähe unseres Übernachtungsplatzes ausgelöst wurde. Als wir den Parkplatz verlassen, entdecken wir eine große Mülltonne, die umgeworfen wurde. Ihr Inhalt liegt weiträumig verstreut herum und wurde ganz offensichtlich nach Essbarem durchsucht. Wir leben gefährlich!

    Heute sind wir ungewöhnlich früh unterwegs. Der Hauptgrund dafür ist weniger Abenteuerlust als vielmehr Sparsamkeit – wir möchten keine Parkgebühren für eine zweite Gebührenperiode bezahlen.

    Eine Bäckerei am Straßenrand kommt uns daher gerade recht. An einem landschaftlich eher unspektakulären Platz direkt an der Landstraße genießen wir unser Frühstück. Unser zunehmend leerer Wassertank wird anschließend an einer „heiligen“ Quelle aufgefüllt, die von vielen Einheimischen genutzt wird. Seit ich das Wasser trinke, verspüre ich eine zunehmende Transzendenz. Ob es an den Mineralien liegt oder an der besonderen Atmosphäre des Ortes, lässt sich schwer sagen.

    Die Fahrt geht weiter, und die rumänischen Straßen halten eine besondere Form der Unterhaltung für uns bereit: nahezu unsichtbare Bodenwellen, die quer zur Fahrbahn verlaufen. Jedes Mal fühlt es sich an, als würde das Wohnmobil kurz überlegen, ob es nicht lieber auf die Seite kippen möchte. Entsprechend vorsichtig tasten wir uns voran.

    Da wir vor der Transfăgărășan keinen wirklich schönen Stellplatz finden und es noch vergleichsweise früh am Tag ist, beschließen wir spontan, die berühmte Gebirgsstraße bereits heute in Angriff zu nehmen.

    Kaum haben wir die Strecke erreicht, erwartet uns schon das erste Highlight. Direkt vor unserem Fahrzeug überquert eine Bärenmutter mit ihrem noch sehr jungen Nachwuchs die Straße. Mehrere Touristen haben angehalten und beobachten das Schauspiel aus sicherer Entfernung. Wenige Minuten später meldet sich erneut das Handy mit einer Bärenwarnung. Kurz darauf kommt uns ein Rangerfahrzeug mit Blaulicht entgegen. Vermutlich wird man versuchen, die beiden Tiere wieder tiefer in das Schutzgebiet zurückzudrängen. Für uns ist es eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass wir hier nicht nur Gäste in den Bergen, sondern auch im Revier der Bären sind.

    Schon nach kurzer Zeit wartet die nächste Bärenbegegnung auf uns. Papa Bär hat es sich am Straßenrand gemütlich gemacht, genießt die Sonne und erhält einige Minuten lang unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Offenbar gehört er zu den Einheimischen, die sich von vorbeifahrenden Touristen nicht weiter beeindrucken lassen.

    Fast dramatisch wird es wenig später. Ein junger Bär steht am Straßenrand und wird von zwei wildernden Hunden lautstark verbellt. Keiner der Beteiligten scheint jedoch wirklich an einer Eskalation interessiert zu sein. So entsteht eine merkwürdige Pattsituation: Die Hunde bellen, der Bär beobachtet die Hunde, und alle warten darauf, dass der jeweils andere den ersten Schritt macht. Nach einigen Minuten löst sich die Spannung von selbst auf. Beide Parteien ziehen sich vorsichtig und in entgegengesetzte Richtungen zurück.

    Die Straße führt uns immer tiefer in die Schluchten des Gebirges. Der Asphalt ist teilweise überraschend gut, steigt aber stetig und ohne Gnade an. Als wir schließlich vor einer Straßensperre stehen, die die Weiterfahrt nur auf eigene Gefahr erlaubt, ernte ich deutliche Proteste meiner Copilotin. Diese werden jedoch mit der Gelassenheit eines erfahrenen Wohnmobilfahrers zur Kenntnis genommen und anschließend ignoriert. Also fahren wir weiter bergauf.

    Schon bald wird klar, worauf sich die Warnung bezieht. Der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Kleine und größere Geröllbrocken liegen auf der Fahrbahn und reichen teilweise bis zur Straßenmitte. Ständig muss man aufmerksam bleiben und Hindernissen ausweichen. Oberhalb der Baumgrenze entdecken wir eine weitere Quelle mit beeindruckend starkem Wasserstrahl. Die Gelegenheit ist zu gut, um sie ungenutzt zu lassen, und so ergänze ich erneut unseren Wasservorrat. Die zunehmende Transzendenz wird dadurch selbstverständlich weiter gefördert.

    Wenige Kilometer vor der Passhöhe endet unsere Fahrt jedoch abrupt. Eine mächtige Schneewehe liegt quer über die gesamte Fahrbahn und macht jede Weiterfahrt unmöglich. Damit ist klar: Heute wird niemand mehr den Tunnel oder die Passhöhe erreichen. Also drehen wir um – zwar etwas enttäuscht, aber dennoch guter Dinge. Schließlich gehört auch das zum Reisen dazu. Die Erkenntnis, dass uns nun ein Umweg von mehr als 200 Kilometern bevorsteht, versuchen wir dabei großzügig zu verdrängen.

    Ein Stück weiter unten entdecken wir einen einsamen Verkaufsstand am Straßenrand. Dort decken wir uns mit regionalen Spezialitäten für das Abendessen ein: Pflaumenschnaps, Hirschsalami und Käse. Wenn man schon umkehren muss, dann wenigstens mit angemessener Verpflegung.

    Anschließend geht es einige hundert Höhenmeter talwärts. Schließlich finden wir einen ruhigen Platz im Wald direkt an der Straße. Diese wird ab 21 Uhr für den Verkehr gesperrt, sodass wir auf eine besonders ruhige Nacht hoffen dürfen. Umgeben von Bergen, Wäldern und einer beeindruckenden Stille lassen wir den Tag ausklingen. Die Passhöhe haben wir zwar nicht erreicht, dafür aber einen weiteren jener Reisetage erlebt, die man nicht planen kann und die gerade deshalb lange in Erinnerung bleiben.
    Leer más

  • Pfingstverkehr in den Karpaten

    31 de mayo, Rumania ⋅ ☀️ 22 °C

    Nachdem wir feststellen mussten, dass unser bevorzugter Pass nicht passierbar ist und wir bereits einige Kilometer unterhalb der Sperre übernachtet haben, fassen wir einen neuen Plan. Wir wollen die Karpaten über die Transalpina überqueren. Zwar ist die Straße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt, doch abgesehen vom zulässigen Gesamtgewicht entspricht unser Wohnmobil eher den Abmessungen eines deutlich kleineren Fahrzeugs. Die Alternative wäre ein zusätzlicher Umweg von weit über 200 Kilometern entlang der westlichen Umgehung der Karpaten – keine besonders verlockende Aussicht.

    Nach dem Frühstück brechen wir auf und werden von der Transfăgărășan mit einigen letzten Bärensichtungen verabschiedet. Unter anderem beobachten wir eine Bärenmutter mit ihren zwei noch sehr kleinen Jungen, die sich aufmerksam am Straßenrand bewegen. Wenig später entdecken wir einen stattlichen Bären, der sich gemütlich über die Leitplanke lehnt und scheinbar völlig entspannt das rege Treiben auf der Straße beobachtet. Fast wirkt es, als würde er den Feiertagsverkehr analysieren oder die vorbeiziehenden Touristen begutachten. Nach den zahlreichen Begegnungen der vergangenen Tage sind wir mit unserer persönlichen Bärenausbeute mehr als zufrieden.

    Heute ist orthodoxes Pfingsten, und das macht sich auf den Straßen deutlich bemerkbar. Schon am Vormittag kommen uns Hunderte Fahrzeuge entgegen. An den bekannten Aussichtspunkten und Bären-Hotspots drängen sich Tausende von Menschen. Immer wieder sehen wir lange Fahrzeugschlangen und dicht belegte Parkplätze. In diesem Moment sind wir besonders froh, die Transfăgărășan bereits am Vortag befahren zu haben. Einen Tag später wäre das Vergnügen vermutlich deutlich kleiner ausgefallen.

    Der dichte Verkehr begleitet uns fast den gesamten Tag. Dabei durchqueren wir auch erstmals auf dieser Reise ein ausgedehntes Industriegebiet. Es bietet eine interessante Erkenntnis: Industriegebiete sehen offenbar überall auf der Welt gleich aus. Große Hallen, Lagerflächen, Schornsteine und Zweckbauten schaffen eine Kulisse, die zwar wirtschaftlich sinnvoll sein mag, landschaftlich jedoch kaum Begeisterungsstürme auslöst.

    Am Nachmittag beschließen wir, die heutige Etappe zu beenden. In einem kleinen Ort entdecken wir eine große Festwiese, die sich hervorragend als Übernachtungsplatz eignet. Zu unserer Überraschung sind wir dort völlig allein. Kein weiteres Wohnmobil, keine Camper und keine neugierigen Spaziergänger. Nach den Menschenmassen des Tages genießen wir die Ruhe umso mehr. So lassen wir den Abend entspannt ausklingen und sammeln Kraft für die bevorstehende Überquerung der Karpaten auf der Transalpina.
    Leer más

  • Abschied aus den Karpaten – Rückweg ins Tal

    2 de junio, Rumania ⋅ 🌧 20 °C

    Beim Frühstück besprechen wir unsere weitere Reiseplanung. Die vergangenen Wochen haben uns mit einer solchen Fülle an Eindrücken versorgt, dass wir uns beide emotional und mental ein wenig erschöpft fühlen. Eigentlich bräuchten wir nun Zeit, um all das Gesehene zu verarbeiten – und vor allem etwas Abstand vom teils anspruchsvollen Fahren auf engen, kurvigen und holprigen Straßen. Deshalb fassen wir den Entschluss, unsere Reise durch Rumänien zu beenden und den Rückweg anzutreten. In Österreich wollen wir auf einem Campingplatz noch einige ruhige Tage verbringen, Sonne tanken und die Seele baumeln lassen.

    Unser Weg führt uns zunächst noch rund 60 Kilometer durch eine enge, kurvenreiche Schlucht. Beidseitig zieht sich dichter Mischwald die Hänge hinauf und lässt die Landschaft noch tiefer und abgeschiedener wirken, als sie ohnehin schon ist. Der Wald erscheint fast unberührt – so dicht, dass einzelne Bäume kaum noch zu unterscheiden sind. Stattdessen wirkt es, als hätte sich ein geschlossenes, in verschiedenen Grüntönen schimmerndes Polster über die Berghänge gelegt. Unwillkürlich entsteht der Eindruck, dass dieser Wald gesünder und lebendiger wirkt als viele Wälder, die wir von zu Hause kennen.

    An einer Quelle, aus der das Wasser gleich aus drei Rohren kräftig hervorsprudelt, füllen wir unsere Vorräte für die nächsten Tage auf. Danach setzen wir die Fahrt durch die Schlucht fort, bis sich kurz vor Mühlbach die Landschaft öffnet und das Tal langsam in eine weite Ebene übergeht. Die Berge weichen zurück bis zum Horizont, und es tut gut, wieder auf einer geraden, gut ausgebauten Straße unterwegs zu sein.

    Unterwegs machen wir einen kurzen Abstecher zur Burg in Hunedoara Castle. Das Bauwerk ist eingerüstet, und leichter Regen setzt ein. Die Bedingungen laden nicht wirklich zum längeren Verweilen ein, sodass wir uns bald zur Weiterfahrt entschließen.

    Auch die zweite Burg in Deva stellt uns vor eine unerwartete Herausforderung. Der nahegelegene Stellplatz soll über eine steile Zufahrtsstraße erreichbar sein – eigentlich kein Problem nach den Erfahrungen der Karpaten. Doch was uns erwartet, ist eine völlig andere Dimension: eine einspurige Straße mit stetig zunehmender Steigung, die gefühlt bis auf rund zwanzig Prozent ansteigt. Links und rechts streifen Büsche am Wohnmobil entlang, über uns kratzen Äste laut über das Dach. Eine echte „kein Zurück“-Situation.

    Oben angekommen bin ich entsprechend angespannt und genervt und denke eigentlich nur noch an eines: wieder runter. Die Rückfahrt erfolgt daher ohne lange Diskussion – direkt zurück ins Tal.

    Unten im Tal beginnen wir die Suche nach einem Platz für die Nacht. Da im Stellplatzführer nichts Adäquates eingetragen ist, verlassen wir die Hauptstraße und fahren in ein kleines Dorf. Dort kreisen wir zunächst vergeblich um die Kirche. Ein Platz mitten zwischen mehreren Straßen, gelegen wie ein Kreisverkehr und rundum grell beleuchtet, eignet sich ebenso wenig wie eine einsame Stelle entlang der Bahnlinie hinter einem Berg aus Bahnschwellen. Zwei Züge, die kurz hintereinander vorbeirauschen, begleiten ihre Durchfahrt mit einem Pfeifen, das uns förmlich die Ohren aus dem Kopf schießt – wir ergreifen spontan die Flucht.

    Schlussendlich finden wir einen Stellplatz am Ortsrand, vor einem niedrigen Industriegebäude am Rande eines Weizenfeldes. Nicht idyllisch, aber ruhig genug für die Nacht – und vor allem ohne Steigungen, Wendeschleifen oder überraschende Sackgassen.
    Leer más

  • Kilometerfressen, & der Troll im Armaturenbrett

    4 de junio, Hungría ⋅ ☀️ 23 °C

    Am Mittwoch werden wir bereits früh durch die Arbeiten im nahegelegenen Industriegebäude geweckt. Das kommt uns durchaus entgegen, denn heute steht kein großer Besichtigungstag auf dem Programm. Stattdessen wollen wir vor allem Kilometer machen und uns der ungarischen Grenze nähern. So starten wir zeitig in Richtung Arad.

    Arad, eine große Stadt unweit der ungarischen Grenze, erreichen wir bereits am frühen Nachmittag. Eigentlich wären wir gerne direkt weiter nach Ungarn gefahren, doch unsere elektronische Vignette gilt erst ab dem folgenden Tag. Also müssen wir uns noch eine letzte Nacht in Rumänien einrichten. Fündig werden wir in einem Stadtpark zwischen Freibad und Laubenkolonie – eine Kombination, die vielversprechend klingt und sich später als durchaus unterhaltsam erweist. Am Abend nutzen die örtlichen Kleingärtner das sommerliche Wetter ausgiebig. Musik, Gespräche und gute Laune erfüllen die Umgebung. Bevor die Feierlaune endgültig ihren Höhepunkt erreicht, verlegen wir unseren Standort noch ein Stück weiter weg von den besonders geselligen Laubenpiepern. Die Maßnahme zeigt Wirkung, und wir verbringen schließlich eine ruhige Nacht.

    Am nächsten Morgen geht es direkt weiter Richtung Ungarn. Der Grenzübertritt verläuft dank des Schengen-Raums völlig unspektakulär. Kein Anhalten, keine Kontrolle, kein Stempel – plötzlich befindet man sich einfach im nächsten Land.

    Die Landschaft erinnert zunächst erstaunlich stark an Rumänien. Weite Felder, kleine Dörfer und lange Landstraßen prägen das Bild. Doch am Nachmittag meldet sich wieder unser alter Reisebegleiter: der Troll im Armaturenbrett. Glücklicherweise handelt es sich nicht um die Abgasrückführung, die uns in der Vergangenheit mehrfach beschäftigt hat, sondern um die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC). Das OBD-Diagnosegerät gehört inzwischen zur unverzichtbaren Grundausstattung unseres Wohnmobils und hat sich seinen Platz redlich verdient. Nach dem Rücksetzen des Fehlers verhält sich der Fiat Ducato wieder völlig unauffällig. Wie lange dieser Zustand anhält, wird die Zukunft zeigen. Trotzdem versuchen wir vorsichtshalber eine Werkstatt aufzusuchen. Das Ergebnis ist unerfreulich vertraut: Genau wie in Deutschland sind die Werkstätten ausgelastet und können uns keinen kurzfristigen Termin anbieten. Immerhin beweist Europa damit eine gewisse kulturelle Einheit.

    Also fahren wir weiter und finden schließlich einen ruhigen Übernachtungsplatz unweit eines kleinen Sees in der Nähe von Kaposvár. Nach den vergangenen Tagen mit Pässen, Schluchten, Bären und Kontrollleuchten genießen wir den entspannten Abend und hoffen, dass der Troll im Armaturenbrett beschlossen hat, sich für einige Zeit zur Ruhe zu setzen.
    Leer más

  • Ankommen & die Seele baumeln lassen

    6 de junio, Austria ⋅ ☁️ 21 °C

    Der gestrige Tag war grau, trüb und wenig spektakulär. Bei Nieselregen fahren wir durch Ungarn, queren Kroatien, Slowenien und erreichen schließlich Österreich. Einige Kilometer südwestlich von Graz beziehen wir auf einem Campingplatz unser Quartier. Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Wochen fühlt sich allein die Aussicht auf ein paar fahrfreie Tage wie ein kleiner Luxus an.

    Heute wachen wir bei strahlendem Sonnenschein auf. Endlich können wir unsere Kleidung wieder von Frühjahr auf Sommer umstellen. Es tut gut, alles etwas langsamer anzugehen: gemütlich frühstücken, Radio hören und sich darüber freuen, dass der Zündschlüssel einmal Pause hat.

    Gegen Mittag unternehmen wir einen Spaziergang in den Ort. Das kleine Städtchen wirkt wie ein klassischer Touristenort mit mehreren Pensionen, Gasthäusern und Cafés. Leider bieten die Speisekarten überwiegend das an, was sich schnell und unkompliziert in der Fritteuse zubereiten lässt. Sicherlich schmackhaft, aber nicht ganz das, wonach uns der Sinn steht. Wer tagelang unterwegs war, entwickelt irgendwann eine Sehnsucht nach bodenständiger Küche. Die Suche nach dem perfekten Gasthaus wird uns also noch einige Tage beschäftigen.

    Eine passende Alternative finden wir beim örtlichen Fleischhauer – so heißt der Metzger hier. Wir erstehen zwei Scheiben Leberkäse für den sofortigen Verzehr sowie zwei Lagen Rippchen für das Abendessen. Mit dieser Ausbeute kehren wir zufrieden zum Campingplatz zurück.

    Dort schauen wir uns auch das angeschlossene Freibad an, das Campinggästen freien Eintritt bietet. Die gepflegte Anlage und das sonnige Wetter machen einen vielversprechenden Eindruck. Vielleicht wird das in den kommenden Tagen noch ausgiebig genutzt.

    Den Nachmittag verbringen wir mit der hohen Kunst des Nichtstuns. Ein wenig lesen, ein wenig dösen und vor allem die Seele baumeln lassen. Genau das hatten wir uns nach den vielen Kilometern vorgenommen.

    Abends schlägt schließlich die Stunde der Rippchen. Auf unserer gusseisernen Grillplatte dürfen sie gut eine Stunde lang vor sich hin schmurgeln. Das Ergebnis überzeugt auf ganzer Linie: Das Fleisch wird wunderbar zart und löst sich fast von selbst vom Knochen. In archaischer Weise nagen wir die Rippen bis auf den letzten Rest ab und stellen dabei eine sehr unmittelbare Verbindung zu dem Schwein her, das für dieses Abendmahl sein Leben gelassen hat.

    Wohlgesättigt sitzen wir noch lange vor dem Wohnmobil, genießen die milde Abendluft und freuen uns darüber, dass heute ausnahmsweise einmal weder Bären, Passstraßen noch Kontrolllampen unsere Aufmerksamkeit beanspruchen. Manchmal sind die besten Reisetage genau die, an denen eigentlich gar nichts passiert.
    Leer más

  • Gipfelsturm für Untrainierte

    7 de junio, Austria ⋅ ☁️ 25 °C

    Ausgedehnt duschen, lange frühstücken, Radio hören und Kontakt mit der Heimat halten – so verläuft unser entschleunigter Sonntagmorgen. Nach den vielen Kilometern und Erlebnissen der vergangenen Wochen genießen wir es, keinen festen Zeitplan zu haben und den Tag einfach auf uns zukommen zu lassen.

    Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zu der hoch über Bad Schwanberg thronenden Kirche und dem dahinterliegenden Aussichtsturm. Durch das sonntäglich verschlafene Städtchen erreichen wir den Beginn des Wanderwegs und starten den Aufstieg.

    Untrainiert, wie wir nun einmal sind, fällt es uns nicht ganz leicht, die rund 150 Höhenmeter durch den Wald zu bewältigen. Immerhin erreichen wir unser Ziel schneller, als es die Navigations-App vorhergesagt hat. Das verbuchen wir als sportlichen Erfolg. Rechts und links des Weges stehen sakrale Figuren, die bei strahlendem Sonnenschein friedlich wirken. Bei Nebel oder in der Dämmerung dürften sie jedoch durchaus geeignet sein, Wanderern einen kleinen Schrecken einzujagen.

    Bereits an der Josefikirche werden wir mit einem herrlichen Blick über den Ort und die umliegende Landschaft belohnt. Noch beeindruckender wird es wenig später. Über rund hundert Stufen steigen wir auf den stählernen Aussichtsturm hinauf. Von oben eröffnet sich ein weiter Blick über die gesamte Region. Die sanften Hügel der Steiermark ziehen sich bis zum Horizont, und bei den klaren Sichtverhältnissen reicht der Blick weit in Richtung Graz und darüber hinaus.

    Für den Abstieg wählen wir die trittsichere Asphaltstraße. Entlang des Weges entdecken wir größere Bestände des Wald-Geißbarts, einer Pflanze, die früher auch für medizinische Zwecke genutzt wurde, unter anderem gegen Gonorrhoe und innere Blutungen, sowie gegen Rheuma und geschwollene Füße. Nach der körperlichen Höchstleistung von 150 Höhenmetern überlegen wir kurz, ob wir zur Ernte schreiten. Wir entscheiden uns dann aber für eine angenehmere Alternative.

    Die Gaststätte „Steiereck'n“ am Ortseingang kommt genau zur richtigen Zeit. Mit einem großen Glas Almdudler erholen wir uns von den Strapazen des Gipfelsturms und beobachten das gemütliche Treiben des Sonntagnachmittags.

    Frisch gestärkt laufen wir die letzten Meter zurück zum Campingplatz. Dort erwartet uns bereits die warme Nachmittagssonne, die eine sehr überzeugende Einladung zu einem kleinen Schläfchen ausspricht. Diesem Angebot können und wollen wir nicht widerstehen. Schließlich gehört Erholung mittlerweile zum offiziellen Programm unserer Reise.
    Leer más

  • Durch Regen und Nebel nach Kärnten

    10 de junio, Austria ⋅ 🌧 16 °C

    Die letzten Tage sind mit dem, was Camper unter Erholung verstehen, angenehm dahingeflossen. Ausschlafen, gemütlich frühstücken, den Alltag bewusst langsam angehen lassen.

    Heute, am Mittwoch, werden wir jedoch von heftigem Regen geweckt, der bereits während der Nacht auf das Dach des Wohnmobils trommelte. Da wir ohnehin die Weiterreise geplant haben, starten wir früh in Richtung Kärnten. Unser Weg führt zunächst über den rund 1.350 Meter hohen Soboth Pass, der die Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten markiert, und anschließend hinab ins Drautal nach Lavamünd.

    Die Fahrt verläuft streckenweise durch dichten Nebel. Besonders beeindruckend ist der Blick ins Drautal, wo sich eine geschlossene Wolkendecke über die Landschaft gelegt hat. Immer wieder werden die Berggipfel von vorbeiziehenden Wolkenfetzen umspielt, während aus den Seitentälern einzelne Nebelschwaden hervorkriechen. Auf den von den sonnigen Tagen zuvor erwärmten Wiesen steigt Bodennebel auf und bildet stellenweise eine Meter hohe, weißgraue Schicht. Die Landschaft wirkt dadurch beinahe unwirklich. Dazu kommen immer wieder kräftige Regenschauer, die gegen die Windschutzscheibe peitschen und die Sicht erschweren. Das Wetter zeigt heute eindrucksvoll, wie schnell sich die Alpen von ihrer freundlichen in ihre raue Seite verwandeln können.

    Unsere Route folgt zunächst der Grenze zu Slowenien und später über weite Strecken der italienischen Grenze in westlicher Richtung. Die Berge begleiten uns dabei ständig,Erst bei Gailbergpass wenden wir uns nach Norden und fahren über den fast 1000m hohen Gailbergpass zurück ins Drautal. Dort, am Abstieg ins Tal, erreichen wir schließlich unseren Campingplatz. Hier wollen wir bis zum kommenden Sonntag bleiben. Nun hoffen wir, dass sich das Wetter in den nächsten Tagen wieder von seiner freundlicheren Seite zeigt und wir Kärnten bei Sonnenschein genießen können.
    Leer más

  • Kulinarische Genüsse und verschmorte Elektrik

    11 de junio, Austria ⋅ ☀️ 20 °C

    Die Sonne scheint heute bereits am frühen Morgen und schafft ideale Bedingungen für unsere Außenküche. Schnell sind Tisch, Kochutensilien und der Induktionsherd aufgebaut. Schon bald ziehen die Düfte eines kräftigen Gulaschs über den Campingplatz. Wenig später gesellt sich ein Hühnereintopf dazu, dessen Aroma ebenfalls nicht unbemerkt bleibt. Mehr als einmal beobachten wir, wie Nachbarn neugierige Blicke in unsere Richtung werfen. Zumindest kulinarisch scheint unser Stellplatz heute zu den attraktiveren Adressen des Campingplatzes zu gehören.

    Doch Camping wäre nicht Camping, wenn selbst das Kochen nicht gelegentlich mit einem kleinen Abenteuer verbunden wäre.

    Mitten in den Vorbereitungen ruft mich Juliane ins Wohnmobil. Sie hat einen verdächtigen „elektrischen Geruch“ wahrgenommen. Eine Beobachtung, die man besser ernst nimmt. Die anschließende Fehlersuche fördert die Ursache schnell zutage: Die Steckverbindung, über die der Wechselrichter mit dem Bordnetz verbunden ist, hat offensichtlich unter der Belastung gelitten. Teile der Steckdose sind bereits deutlich verschmort und verkohlt. Offenbar war die Kombination aus zwei gleichzeitig betriebenen Induktionsplatten etwas zu viel des Guten.

    Damit ist klar, dass improvisiert werden muss. Nach einer genaueren Untersuchung bleibt mir nichts anderes übrig, als die Verbindung vorübergehend ohne Stecksystem direkt anzuklemmen. Nicht die eleganteste Lösung, aber zumindest eine sichere Möglichkeit, den Betrieb wiederherzustellen.

    Nachdem die Technik wieder beruhigt ist und kein weiterer Brandgeruch durch das Wohnmobil zieht, können wir uns wieder den angenehmen Dingen des Tages widmen. Trotz des unerfreulichen Zwischenfalls lassen wir uns den Eintopf am Abend schmecken. Schließlich gehört auch das zu einer längeren Reise: Manchmal kocht man Gulasch, manchmal repariert man Elektrik – und gelegentlich macht man beides am selben Tag.
    Leer más

  • Campingidylle mit Kurswechsel

    13 de junio, Austria ⋅ ☀️ 26 °C

    Gestern Morgen wurden wir von kühlem Wetter und Regen begrüßt. Immerhin besserte sich die Witterung im Laufe des Tages deutlich und gab uns Gelegenheit, nach Oberdrauburg zu wandern. Im einzigen Supermarkt des Ortes deckten wir uns mit dem Nötigsten ein und gönnten uns anschließend auf der Terrasse eines Cafés am Hauptplatz eine ausgesprochen leckere Limonade. Der Rückweg zum Campingplatz ist zwar nicht besonders lang, doch unsere Knochen erinnern uns daran, dass wir nicht mehr zwanzig sind.

    Heute wachen wir bei strahlend blauem Himmel auf. Trotzdem lassen wir den Tag zunächst gemütlich angehen. Ein wenig Sprachtraining mit Duolingo, etwas Radio hören und einige Gespräche mit Funkkollegen in Deutschland sorgen für einen entspannten Vormittag.

    Gegen Mittag wird es im Wohnmobil so warm, dass wir die Flucht nach draußen antreten. Also machen wir uns erneut auf den inzwischen vertrauten Weg in den Ort. Diesmal fällt unsere Wahl auf die Gaststätte „Alte Post“. Dort bestellen wir Käsespätzle – ein Gericht, das wir seit Jahrzehnten nicht mehr gegessen haben. Entsprechend groß ist die Vorfreude, und wir werden nicht enttäuscht. Die Portion schmeckt hervorragend und weckt Erinnerungen an längst vergangene Urlaubsreisen. Nach einem weiteren Besuch im Supermarkt geht es bei gleißendem Sonnenschein zurück zum Campingplatz.

    Der Nachmittag erinnert uns an frühere Campingzeiten. Entspannt sitzen wir vor dem Wohnmobil. Ein leichter und lauer Wind streicht durch die Bäume, über uns spannt sich ein tiefblauer Himmel, und vor uns erhebt sich die beeindruckende Bergwelt Kärntens. Besonders markant präsentiert sich der Hochtristen mit seinen über 2.500 Metern Höhe direkt gegenüber unserem Stellplatz. Im Hintergrund hören wir die zahlreichen niederländischen Campinggäste, die sich in kleinen Gruppen unterhalten. Gegen Abend mischt sich der Duft derer Kochstellen in die warme Luft. Dazu kommen das gelegentliche Bellen eines holländischen Dackels und das Kreischen der Kinder aus dem nahegelegenen Schwimmbad. Es ist genau die Art von Geräuschkulisse, die zu einem Campingplatz gehört und die viele Menschen mit Urlaub verbinden. Nur gelegentlich wird die Idylle unterbrochen, wenn auf der nahen Passstraße Motorräder mit laut aufheulenden Motoren unterwegs sind. Manche Fahrer scheinen die Bergstraße eher als Rennstrecke denn als Verkehrsweg zu betrachten.

    Am Nachmittag werfen wir schließlich unsere bisherigen Reisepläne über den Haufen. Eigentlich wollten wir nach unserem Aufenthalt den Bodensee besuchen. Doch nun hat sich eine neue Gelegenheit ergeben: Ich habe ein preisgünstiges Teleskop erworben, das nördlich von Regensburg auf seine Abholung wartet. Als Sternegucker kann man eine solche Gelegenheit natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Deshalb ändern wir spontan unsere Route und werden uns in der kommenden Woche direkt nach Norden wenden. Der Bodensee muss also auf einen noch warten – die Sterne haben diesmal Vorrang. 🌙🔭
    Leer más

  • Mit dem Autozug durch die Tauern

    15 de junio, Alemania ⋅ ☀️ 21 °C

    Mit Blick auf die bevorstehende Weiterreise ließen wir es gestern noch einmal ruhig angehen. Das Wohnmobil wurde gründlich aufgeräumt, die Außenmöbel verstaut und alles soweit zurückgebaut, dass einer frühen Abfahrt nichts im Wege stehen konnte.

    Tatsächlich kommen wir am Morgen zügig los und genießen die Fahrt durch die beeindruckenden Berglandschaften Kärntens. Bewusst bleiben wir in den Tälern und nutzen Passstraßen nur dort, wo sie für das Vorankommen unvermeidlich sind. Eigentlich hatten wir in Google Maps die Optionen „Autobahnen vermeiden“ und „Mautstraßen vermeiden“ aktiviert. Nicht bedacht hatten wir allerdings, dass eine Zuggebühr nicht zwangsläufig als Maut gilt.

    So stehen wir gegen späten Vormittag plötzlich vor der Autoschleuse Mallnitz–Böckstein, besser bekannt als Tauernschleuse. Sie verbindet Kärnten mit dem Gasteinertal in Salzburg und stellt eine äußerst praktische Abkürzung dar. Statt einen großen Umweg über die Tauernautobahn zu fahren, werden Fahrzeuge auf einen Zug verladen und durchqueren den rund 8,4 Kilometer langen Tauerntunnel in etwa zwölf Minuten. Soweit die Theorie. Da die Alternative zusätzliche Kilometer, mehr Fahrzeit und eine wenig attraktive Rückfahrt bedeutet hätte, entscheiden wir uns für den Autozug. Zu unserer Überraschung sind wir das erste Fahrzeug in der Warteschlange.

    Nach etwa 45 Minuten rollt der Zug ein, und ich darf als Erster auf die Niederflurwagen auffahren. Vor mir liegen rund hundert Meter Fahrt durch einen mit Stahlholmen begrenzten Waggon. Links und rechts bleiben jeweils kaum mehr als drei Zentimeter Platz. Während ich mich Zentimeter für Zentimeter vorarbeite, steigt die Konzentration auf Rekordniveau. Das Ergebnis: Unsere Außenspiegel tragen seit heute einige rote Farbreste der Österreichischen Bundesbahnen als dauerhaftes Erinnerungsstück an diese besondere Zugfahrt. Die eigentliche Tunneldurchfahrt verläuft dagegen völlig unspektakulär. Nach wenigen Minuten erreichen wir die andere Seite der Alpen und rollen erleichtert wieder auf festen Asphalt. Es ist erstaunlich, wie glücklich man darüber sein kann, ein Wohnmobil unbeschadet von einem Eisenbahnwagen herunterzubekommen.

    Nach einigen weiteren Kilometern auf Landstraßen erreichen wir Deutschland. In einer Dorfgaststätte gönnen wir uns ein verspätetes Mittagessen und genießen dabei das Gefühl, wieder ein gutes Stück näher an der Heimat zu sein. Die anschließende Fahrt fällt bewusst kurz aus. Nach den vergangenen Stunden verspüren wir wenig Lust auf weitere große Etappen. Deshalb suchen wir bereits am frühen Nachmittag nach einem Übernachtungsplatz und werden an einem urigen Freibad in einem kleinen Dorf fündig. Dort richten wir uns für die Nacht ein und lassen einen weiteren Reisetag ausklingen, der eigentlich ganz gewöhnlich begonnen hatte und uns am Ende doch noch auf die Schiene brachte.
    Leer más

  • Wellness statt Wohnmobil

    17 de junio, Alemania ⋅ ⛅ 25 °C

    Gestern legten wir einen kleinen Umweg ein. Nördlich von Regensburg wartete ein neues Spielzeug auf mich, das ich zu einem günstigen Preis erworben hatte und persönlich abholen musste. Danach waren wir wieder „on track“ und steuerten Bad Gögging an. Unweit der Therme fanden wir einen Stellplatz, auf dem wir die kommenden zwei Nächte verbringen wollen.

    Auf den heutigen Thermenbesuch haben wir uns schon gefreut. Entsprechend zügig sind die morgendlichen Rituale erledigt, und schon wenige Minuten später laufen wir die kurze Strecke zum Wellnesstempel. Die 33 Euro Eintritt pro Person erscheinen zunächst nicht gerade günstig. Wie sich im Laufe des Tages herausstellt, ist das Geld jedoch bestens investiert.

    Da das Fotografieren in der Therme aus nachvollziehbaren Gründen nicht gestattet ist, verzichte ich auf eigene Bilder und verweise stattdessen auf die Internetseite der Limes Therme https://www.limes-therme.de/ .

    Zunächst erkunden wir die zahlreichen Innen- und Außenbecken, bevor wir in den großzügigen Saunabereich wechseln. Im Mittelpunkt befindet sich ein liebevoll angelegter Außenbereich mit Liegestühlen, auf denen man zwischen den Saunagängen wunderbar entspannen kann. Das Wetter zeigt sich warm und überwiegend bedeckt – eigentlich ideale Voraussetzungen für einen Wellnesstag. Dass die Sonne trotz der Wolkendecke erstaunlich viel Kraft besitzt, bemerken wir allerdings erst am Abend. Ohne es zu merken, haben wir uns beide einen leichten Sonnenbrand eingefangen.

    Die Stunden vergehen wie im Flug. Zwischen Schwimmen, Saunagängen und ausgedehnten Ruhephasen verlieren wir jedes Zeitgefühl. Erst am späten Nachmittag verlassen wir die Therme, angenehm entspannt und mit dem Gefühl, dass diese kleine Auszeit genau das Richtige nach den vielen Kilometern und Erlebnissen der vergangenen Wochen gewesen ist. Langsam schlendern wir zurück zum Wohnmobil und lassen den Abend in aller Ruhe ausklingen.
    Leer más

  • Hitze am See & Blick zu den Sterne

    17 de junio, Alemania ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir wollen uns langsam unserem eigentlichen Ziel vor der Rückkehr nach Bonn nähern und starten deshalb bereits am frühen Morgen in Richtung Friedrichshafen. Als vorletzten Zwischenstopp haben wir uns einen Campingplatz an einem See ausgesucht – der perfekte Ort, um vor der Heimreise noch einmal durchzuatmen.

    Schon am Morgen zeigt das Thermometer deutlich über 20 Grad. Im Laufe des Tages klettert die Temperatur auf weit über 30 Grad und macht jede körperliche Aktivität zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

    Gegen Mittag erreichen wir den Campingplatz und haben Glück: Wir bekommen gerade noch einen der letzten freien Stellplätze. Viel später hätten wir wohl weitersuchen müssen. Nachdem das Wohnmobil eingerichtet ist, macht uns die Hitze jedoch schnell klar, dass heute kein Tag für große Unternehmungen ist. Stattdessen verbringen wir den Nachmittag unter der Markise unseres Wohnmobils, trinken reichlich Wasser und beobachten das entspannte Treiben auf dem Campingplatz. Mehr ist bei diesen Temperaturen kaum sinnvoll.

    Erst nach Sonnenuntergang bringt eine überraschend kühle Brise die ersehnte Erleichterung. Die Luft wird angenehm, und über uns spannt sich ein nahezu wolkenloser Himmel.

    Damit schlägt die Stunde meines neuen Teleskops. Zum ersten Mal kann ich es unter guten Bedingungen ausgiebig ausprobieren. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit gelingen bereits die ersten Aufnahmen erstaunlich gut. Natürlich zeigt sich auch, dass es noch einiges zu lernen gibt. So sollte ich künftig das Stativ deutlich sorgfältiger nivellieren, damit die Nachführung der Himmelsobjekte präziser arbeitet. Aber genau das gehört zu einem neuen Hobby dazu: Mit jeder Beobachtungsnacht sammelt man Erfahrungen – und jede gelungene Aufnahme macht Lust auf die nächste. 🌌🔭
    Leer más

  • Heimreise bei Hitzerekorden

    18 de junio, Alemania ⋅ ⛅ 32 °C

    Die vergangenen Tage auf dem Campingplatz verliefen weitgehend ereignislos. Bei drückender Hitze von nahezu 40 Grad versuchten wir, uns so gut es ging einzurichten. Juliane nutzte mehrfach die Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad im See, während ich mich eher für die verlässlich kontrollierbare Variante entschied – den kühlen Wasserstrahl der Campingplatzdusche.

    Am heutigen Morgen reift beim Frühstück schließlich die Entscheidung: Friedrichshafen lassen wir links liegen und treten direkt die Heimreise nach Bonn an. Die für das Wochenende angekündigten Rekordemperaturen geben den Ausschlag. Während ich mich auf klimatisierte Messehallen hätte einstellen können, wäre Juliane zwei Tage lang der unbarmherzigen Hitze ausgesetzt gewesen – ein Szenario, das wir beide nicht weiter verfolgen möchten.

    So machen wir das Wohnmobil rasch abfahrbereit und nehmen die rund 500 Kilometer lange Strecke über die Autobahn in Angriff. Die Fahrt verläuft überwiegend angenehm und zügig. Lediglich ein leichtes Knacken bei stärkeren Lenkbewegungen erinnert daran, dass die Straßen Osteuropas ihre Spuren hinterlassen haben. Die Domlager werden wohl in naher Zukunft erneuert werden müssen. Unser „Troll“ im Armaturenbrett hingegen hat sich überraschend still verhalten. Keine Kontrollleuchte, kein Notlauf – offenbar hat er sich wieder in die tiefen, öligen Regionen seines Verstecks zurückgezogen und gönnt uns eine Pause von seinen Eskapaden.

    Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich die Heimat. Mit großer Erleichterung genießen wir wieder die Vorzüge einer funktionierenden Klimaanlage und lassen die Reise langsam ausklingen – im Bewusstsein, eine eindrucksvolle, lange und ereignisreiche Tour hinter uns zu haben.
    Leer más

    Fin del viaje
    18 de junio de 2026