Vietnam
Tỉnh Quảng Nam

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Top 10 Travel Destinations Tỉnh Quảng Nam

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764 travelers at this place

  • Day28

    Hoi An

    November 29, 2019 in Vietnam ⋅ 🌧 26 °C

    Nach Motorrad-, Zug- und Busfahrt komme ich in Hoi An im Hostel an.

    Schnell findet sich eine nette Crew für den Abend in der Laternenstadt. Die Tage im Hoi An Love.Ly Hostel sind großartig. Ich verbringe die meiste Zeit mit Erika und Stephen, es gibt ein Family Dinner und abends werden immer Karten gespielt. Wir machen eine Fahrrad Tour und heuern ein Boot an. Wechselhaft und stürmisch ist das Wetter, aber wir haben trotzdem Spaß! Besonders schön war der Ausflug zur Cam Kim Island, wo eine Menge aus Holz in Handarbeit hergestellt wird und weniger Touristen unterwegs sind.
    Hoi An selbst kriegt mich nicht, alles ist voll, jeder will mir was verkaufen, es ist stressig und eine Happy Hour jagt die nächste. Wahrscheinlich warst du mal wunderschön, als es noch wenige wussten...

    Ps: Das beste berühmte Banh Mi gibt es definitiv bei Queen Banh Mi!
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  • Day151

    Hoi An: City of Lanterns

    February 20 in Vietnam ⋅ ⛅ 22 °C

    Wir lassen Hanoi mit all seiner Hektik zurück. Interessante Stadt, vor allem essenstechnisch. Ob wir nochmal zurück kommen würden, bleibt erstmal offen 😉

    Nun wartet Zentral-Vietnam auf uns, genauer gesagt die selbsternannte Laternenhauptstadt, Hoi An.

    Hoi An ist eine kleine, hübsche, touristische Stadt, gesäumt von tausenden Laternen und Lampignons. Unser Reiseleiter Thong legt sich für uns mächtig ins Zeug, denn obwohl wir verspätet landen, gibt es nach dem Check-in im Hotel direkt Programm:
    Spaziergang durch die Altstadt, Besichtigung einer Seidenfabrik inkl. Seidenraupen 🐛, ein Gang über die Japanische Brücke mit anschließender Bootsfahrt im Sonnenuntergang. Wir legen zum gemeinsamen Abendessen in einem schicken Restaurant am Flussufer an und vergessen dabei fast, dass dies ein Reisetag war.

    Tag 2 ist ebenso durch geplant aber genauso schön und abwechslungsreich.
    Morgens halb neun starten wir eine gemeinsame Fahrrad-Tour. Kreuz und quer cruisen wir durch die Altstadt. Zwischen Fußgängern, Mopeds und Bussen schlängeln wir uns durch die Straßen, über den Markt und zu verschiedenen Tempeln.
    Wir verlassen die hektische Stadt und fahren durch grüne Reisfelder bis zum Haus von Herrn Hung. Dort helfen wir bei der Gartenarbeit, graben ein kleines Feld um und pflanzen jungen Spinat 🌱 Danach dürfen wir in die Küche. Zu Sabrinas Freude lernen wir ihr Lieblingsgericht Banh Xeo zuzubereiten - selbst kochen ist einfach toll 🥘

    Wir schließen übrigens noch Freundschaft mit einem grauen Dickhäuter: ein Wasserbüffel spaziert in gemütlichem Schritt umher und trägt uns abwechselnd auf seinem Rücken. Ein wirklich friedliches Gefährt 🐃😍

    Familie Etzroth gönnt sich anschließend noch eine Fussmassage, bevor wir ein gigantisches Mittagessen aufgetischt bekommen und die Völlerei beginnt 🤭😅

    Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung, heißt für uns: Sport, Shopping (maßgefertigtes Papageien-Hemd für Rouven 🦜), Streetfood Snacks, Bierchen und später gemeinsames Abendessen mit Blick auf den Fluss.

    Nach einem Absacker im Hotel fallen wir nach diesem langen Tag todmüde ins Bett.
    Morgen geht es schon weiter nach Saigon ✈️
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  • Day63

    Im Schneiderparadies

    March 2 in Vietnam ⋅ ⛅ 28 °C

    Wie ihr alle wisst, pflegen Tobi und ich einen stets gehobenen Kleidungsstil und tragen nur das Beste vom Besten. 🤠

    Tatsächlich ist es so, dass diese wunderschöne Stadt nicht nur aus tausenden von Lampions, sondern auch aus über 500 Schneiderläden besteht.
    Tag und Nacht müssen hier wahnsinnig viele Menschen arbeiten, die den Touristen maßgeschneiderte Kleidung zu günstigen Preisen in Rekordgeschwindigkeit herstellen. ✂️📍

    Klar, dass wir das auch mal ausprobieren!
    So zogen wir heute stundenlang von Schneiderladen zu Schneiderladen um Qualität, Angebote und Preise zu vergleichen. ❔❕

    Letztendlich haben wir unser Gefühl entscheiden lassen. So kehrten wir in zwei verschiedenen Schneidereien ein und gaben verschiedene Kleidungsstücke in Auftrag.

    Für diese wurden wir ausgiebig vermessen und morgen kehren wir zurück, um sie anzuprobieren und nach Wunsch weiter anzupassen.

    Wir sind sehr gespannt, wie das alles klappen und sitzen wird! 😊
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  • Day66

    Shoppen in Hoi An - Ein voller Erfolg!

    March 5 in Vietnam ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute sind wir durch die Stadt gestreift um in allen Schneiderläden (wir haben insgesamt bei fünf verschiedenen bestellt) unsere Maßanfertigungen abzuholen. 🛍️

    So einfach wie es klingt, war es allerdings nicht.
    Wir mussten nämlich aufpassen, dass wir nicht mit der Tasche von Schneider A bei Schneider B oder C am Laden vorbei laufen.
    Schließlich wollten wir niemanden kränken oder beleidigen.
    Somit sind wir ein ständiges Zick Zack gelaufen, um zwischen jedem neuen Schneiderbesuch die vorher abgeholte Tasche in unserer Unterkunft abzulegen 🙈

    Auf jeden Fall hat sich dieses Shopping-Erlebnis gelohnt.
    Wir haben wunderschöne Kleidung bekommen, die wie angegossen sitzt. 🤩

    Und bevor hier womöglich die Vermutung entsteht, Tobi hat außer seinem Anzug nichts bekommen, räume ich das gleich auf:
    Außer seinem schicken Anzug, hat er noch einen schicken Mantel und einen Stapel Hemden eingekauft 👍

    Nur irgendwie hat scheinbar nicht jeder Spaß daran, für ein Foto alles aus- und wieder einzupacken 🤔 😉
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  • Day45

    Der frühe Vogel fängt den Wurm

    January 27 in Vietnam ⋅ 🌧 21 °C

    Von Da Lat aus ging es dann mit einer 16-stündigen Busfahrt voller Hoffnung auf Wärme in Richtung Hoi An.
    Nun etwas wärmer wurde es, die Vorhersage für die kommenden Tage war aber alles andere als vielversprechend.
    Naja, was solls, es ist dann eben wie es ist....

    In Hoi An angekommen wurden unsere Gastgeber von uns aus dem Tiefschlaf gerissen. Nach der Neujahrsfeier (Chinesisches Neujahr) ist man ja auch nicht bereits um 06.00 Uhr top fit.
    Trotzdem, wir hatten eine sehr nette Gastfamilie und eine perfekte Lage um Hoi An zu erkunden. Eine unglaublich schöne Altstadt wo es an jeder Ecke etwas zu sehen gab.
    Die Asiaten feiern Ihr Neujahr nicht nur an einem Tag, sondern nehmen sich eine Woche Zeit und geniessen Ihre freien Tage mit feiern.
    Tagsüber waren also alle eher im Ruhemodus abends wurde dann jeweils ordentlich gefeiert und getrunken.
    Den Rausch schläft man hier auch auf dem Motorrad oder einem grossen Vierbeiner aus.

    In Hue meinte es dann Petrus überhaupt nicht mehr gut, auch er hatte wohl Neujahrs-Urlaub...
    Zu den knapp 20 Grad kam dann noch strömender Regen hinzu. Somit wurde unser Programm etwas gekürzt und wir kennen nun einige Beizli in dem übersichtlichen Hue.
    Alles halb so Schlimm wir sind ja nur kurz hier und Reisen nach einem Tag früh morgens wieder ab.

    Unser Zug verlässt Hue um 6.00 Uhr, der Bahnhof ist ca. 2km entfernt also müssen wir nicht all zu früh aus dem Haus.
    Nuuuuuuur Achtung, wir haben hier nicht an die Neujahrspause gedacht.
    5.15 Checkout und ins Taxi.... welche nicht vorhanden sind!
    Kurze Hektik, den Nachtwächter vom Hotel aus seinem Tiefschlaf gerüttelt und ein Fahrer war gefunden.
    Der arme Kerl noch nicht wirklich aufgewacht und in Flip-Flops fuhr uns mit seinem Roller bei der genannten Witterung und guten 15 Grad wie der Blitz zum Bahnhof.

    Alles noch gut gegangen. Wir haben den Zug erwischt, auf gehts in Richtung Ninh Binh.
    Hoffen wir dass wir da niemanden aus seinem Tiefschlaf zerren müssen.
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  • Day78

    Hoi An - Alles anders als geplant.

    December 19, 2018 in Vietnam ⋅ ⛅ 24 °C

    Ralf leuchtet mit der Kopflampe genau in seine Augen. Es sieht aus als würde er uns mit seinem Blick fixieren. "Wollen wir es machen?" fragt mich Ralf als er sich auf dem Fahrrad zu mir umdreht. Nein. Schreit mein Kopf. "JA", sage ich.
    Es ist 22.30 Uhr. Wir stehen mit unseren Fahrrädern mitten im Reisfeld auf einem kleinen Betonweg, der uns über die Felder nach Hause führt. Die einzigen Lichtquellen sind unsere Kopflampen und vor uns steht ein riesiger Wasserbüffell auf dem Weg. Er schaut uns an und frisst sein Gras. Die Reflexion des Lichtes in seinen Augen macht die Situation noch gruseliger. Ich sehe seine Hörner und in meinem Kopf kommen schreckliche Bilder. "Wir machen das!" Und schon treten wir in die Pedale. Irgendwo soll noch ein zweiter stehen, meint Ralf. Und als wir an ihm vorbei fahren, sehe ich ihn. Ein Baby. Er steht ruhig neben seiner Mutter, die kauend ihren Blick von uns abwendet.
    Wir fahren an den beiden vorbei und für einen kurzen Moment trennt uns nicht mal ein Meter von beiden. Die beiden haben sich bestimmt gewundert. Wahrscheinlich sind Ralf und ich mit aufgerissenen Augen und verkrampften Gesicht an ihnen vorbei gefrahren. Ein tolles Bild. Der Mensch, der Herrscher und Zerstörer von allem.
    Wir leben seit 8 Tagen in Hoi An. Und was soll ich sagen: Die Stimmung und das Wetter ist durchwachsen. Hier ist nicht wie geplant Sommer, sondern Winter. Es strömt es 4 Tage am Stück und die Temperaturen klettern von 20 auf 28 Grad und wieder runter. Das führt dazu, dass wir uns zu Beginn unsicher sind, ob wir weiterziehen sollen. Unsere Optionen sind so vielfältig, dass wir total überfordert sind. Luxusprobleme, aber sie sind nunmal da. Irgendwie wollten wir ja auch mal ankommen und es uns gemütlich machen. Also entscheiden wir nach 3 Tagen im strömenden Regen, dass wir bleiben. Wir wollen diesen Ort entdecken. Und davon hält uns jetzt auch nicht der Regen ab. Also beginnen wir eine andere Unterkunft zu suchen. 3 Tage Recherche und einige Besichtigungen führt dazu, dass wir da bleiben wo wir sind. Hier in Hoi An gibt es so viel super gute Auswahl, dass wir auch da wieder überfordert sind. Also bleiben wir im Garden Aroma Homestay. Es ist perfekt. Pool. Tolle Zimmer. Richtig gutes Bad. Jeden Tag frische Bettwäsche. Zimmerreingung und frische Handtücher. Frühstück. Und das für 17 Euro die Nacht. Wir sind versaut vom günstigen Luxus.
    Ich bin total froh, dass unsere Unterkunft über Weihnachten und Silvester unser Zimmer noch frei hat. Es ist seltsam, weil Hoi An eigentlich Hauptsaison hat, aber wir haben Glück. Und buchen weitere 18 Tage bis zum 2. Januar.
    Und dann kommt alles anders.
    Eines Abends fragt uns die Rezeptionistin, wann wir denn morgen auschecken. A-U-S-CHECKEN? WIR? Okay. Da lief gewaltig was schief. Ihre Kollegin hat anstatt 2. Januar immer nur die 2 Finger meiner Hand gesehen und ist von zwei Tagen ausgegangen. Sie spricht fast kein Englisch. Naja und nun erfahren wir, dass wir raus müssen Ende der Woche. Stimmung im Keller und die Suche geht von vorne los.
    Keine feste Unterkunft zu haben fühlt sich zum ersten Mal komisch an.
    Am nächsten Tag machen wir uns vom Co-Working-Space (das ist ein Ort, wo Menschen zusammen arbeiten können. Eine Art öffentliches Büro gegen einen kleinen Mietpreis) auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Durch Zufall entdecke ich ganz in der Nähe eine kleine Villa. Und durch weitere Zufälle haben sie sogar noch ein Zimmer frei. Wir müssen über Weihnachten einmal das Zimmer wechseln und dann wieder zurück wechseln, aber am Ende haben wir eine Unterkunft. Und diese ist fußläufig zum Co-Working-Space. Wo wir uns für 2 Wochen eingemietet haben. Die Leute dort sind toll. Australier, Engländer, Franzosen, Spanier und Deutsche tauschen sich an einem Ort über ihr Leben und ihre Arbeit aus. Sie alle reisen und arbeiten. Einige leben auch seit längerer Zeit in Hoi An.
    Und Hoi An ist wunderschön. Das erkennen wir erst nach den ersten Tagen. Die Altstadt liegt am Fluss und besteht aus vielen kleinen romantischen Gassen. Das Leben hier ist bunt und echt. Die Vietnamesen sind sich treu geblieben, auch wenn der Tourismus hier eine sehr wichtige Rolle spielt. Wir werden sehr freundlich aufgenommen und die Vietnamesen mögen uns. Ich weiß noch nicht warum, aber Deutsche sind sehr beliebt. Wir wären ordentlich und respektvoll.... Das lass ich mal so stehen.
    Mit den Leuten vom Co-Working-Space sprechen wir über ihre Reisen. Mio, meine Freundin aus Deutschland, die wir hier kurz treffen, bevor sie wieder nach Deutschland reist, erzählt uns von ihren vielen Gesprächen mit den Leute, die sie getroffen hat, während sie hier 3 Monate gelebt hat. Wir werden wieder mal überrascht über die unglaublich, gute Außenwirkung von Deutschland. Wortwörtlich wird uns "Deutschland als der Mittelpunkt der Freiheit" beschrieben. In Deutschland könnte man alles sein und alles machen. Ist das jetzt der "German Dream"? Die Innenwahrnehmung und Außenwahrnehmung ist aufjedenfall verschieden.
    Das Leben in Hoi An ist einfach. Doch den Menschen geht es gut. Das merkt man. Während ich mir eine Maniküre und Pediküre gönne, erzählt mir die Besitzerin, dass die Einwohner von Hoi An sehr glücklich sind. Sie lieben ihr einfaches Leben. Sie lieben es mit den Händen zu arbeiten. Sie wären frei. Und irgendwie spürt man das auch.
    In ein paar Tagen ist Weihnachten und wir sind gespannt, wie es hier gefeiert wird. Es soll etwas besonderes hier sein.
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  • Day366

    365 Tage - Rückblick Hoi An

    October 3, 2019 in Vietnam ⋅ ⛅ 33 °C

    Heute vor genau einem Jahr, sind wir in den Flieger gestiegen. 365 Tage sind wir durch Südostasien gereist und heute landen wir in Nepal. Genau am Dach der Welt werde wir uns einer neuen Herausforderung stellen. Wie herausfordernd das werden wird, erzähle ich dir später.

    Doch bevor ich dich mit nach Nepal nehme, möchte ich noch über die letzten drei Monate in Hoi An berichten.

    Mit Hoi An haben wir einen Ort entdeckt, der uns zur richtigen Zeit genau das gibt, was wir sehnlichst suchen: Routine.
    Auch wenn Malaysia abenteuerlich war, musste ich feststellen, dass mich diese Zeit sehr gestresst hat. Ich hatte das Gefühl nicht mehr zur Ruhe zu kommen.
    Für Ralf gibt es hierfür nur eine Lösung: Hoi An.
    Und ich vertraue seiner Intuition. Und wie so oft hat er recht. Ich machte mir noch Gedanken, ob wir schon wieder nach Hoi An gehen konnten. Doch als wir dort ankamen, war es wie nach Hause zu kommen. Wir mussten uns nicht mehr zurecht finden. Denn wenn man an einen Ort kommt, den man noch nicht kennt, muss man sich immer erst orientieren und eingewöhnen:
    1. Wo gibt es gute Restaurants?
    2. Wo können wir frühstücken oder etwas kaufen um es selbst zu machen?
    3. Wo ist die nächste Wäscherei?
    4. Wie kommt man zum Strand?
    5. Wo gibt es ein Moped?
    6. Wie ist das Internet?
    7. Kann ich von der Unterkunft arbeiten oder muss ich ein Café finden?
    Etc...
    All das war nicht nötig.

    Wir ziehen zu Mike und Hanh. Mike, ein Brite verheiratet mit Hanh, einer Vietnamesin. Sie selbst hatte einige Jahre in London gelebt und liebt Großbritannien sehr. Es ist toll für drei Monate ein Teil ihrer Familie zu werden. Wir werden dadurch noch intensiver mit den Gewohnheiten der Vietnamesen in Verbindung kommen.

    Die beiden entscheiden sich in der Zeit als wir da sind, eine Woche Urlaub in Bangkok zu machen (mir ist immer noch schleierhaft, wie man es überhaupt aushält dort Urlaub zu machen).
    Für diese eine Woche zieht der Vater von Hanh ein. Ich vermute er ist Mitte sechsig. Er ist sehr fit, hört aber nicht mehr sehr gut. Seine Aufgabe ist es die vier Hunde rauszulassen und sie zu füttern. Und wir werden feststellen, dass er nicht mehr als diese beiden Aufträge als seine Aufgaben ansehen wird.
    In weniger als 24h sieht das Haus aus wie ein Saustall. Ihn scheint es nicht zu stören. Überall sind Essensreste verteilt, die hunderte Ameisen anziehen. Der Boden ist gefliest. Und wir bleiben mit jedem Schritt daran kleben.
    Für mich die Hölle. Bei meinen Füßen hört der Spaß bei mir auf. Am zweiten Tag kommt die Rettung. Hanhs Mutter putzt das ganze Haus und scheint ihrem Mann einen Einlauf zu verpassen. Die Tage danach versucht er immer mal wieder seinen Dreck wegzumachen. Tut sich aber schwer damit. Denn das ist Aufgabe der Frauen.
    Der Höhepunkt wird am vierten Morgen erreicht. Ich möchte zum Frühstück einen Obstsalat zubereiten. Genau in dem Moment, wo ich die Küche betrete, die direkt am Wohnzimmer anschließt, wo der Vater jeden Tag auf Coach Wrestling schaut und nachts schläft, macht er den Musikkanal an. Modern Talking & Madonna.
    Ich erinnere dich: er ist schwerhörig.
    Ein und das selbe Lied von Modern Talking und Madonna um 9 Uhr morgens. Mich wundert, dass er immer näher an den riesigen Fernseher rutscht und beide Lieder auf Dauerschleife stellt. Und Ralf lüftet das Geheimnis: "In den Videos sind 'sexy' Frauen." Zurück im Zimmer und nach dem Frühstück mit Vollbeschallung & sexy Frauen bekommen wir einen Lachanfall, der nicht zu einem Heulkrampf wechselt. Aber ich bin kurz davor. Entscheide mich aber zu lachen. Nach 7 Tagen kommt die Erlösung. Mike und Hanh kommen aus Bangkok zurück und die Tage gehen wieder ihren gewohnten Gang.
    Mike arbeitet beim Schneider als Kundenberater. Hanh kümmert sich um die Buchungen in ihrer Unterkunft und empfängt die neuen Gäste. Ihre Schwester Julia putzt das Haus und macht uns jeden Morgen Frühstück.
    Außerdem hängt Hanh jeden Tag stundenlang über ihrem Smartphone und spielt ein virtuelles Rollenspiel. Ich bin fasziniert sie dabei zu beobachten, wie sie in ihre Scheinwelt verschwindet.
    In den hinteren Apartments lebt Peter. Er ist kurz vor uns eingezogen und lebt seit drei Jahren in Vietnam. Er ist ein angesehener Fotograf. Und macht Fotos für den National Geografic. Manche Tage starten bei ihm bereits mit einem Bier. Ist ja hier alles nur Wasser, versucht er uns zu erklären. Es gibt so viele verschiedene Lebenskonzepte.

    Unsere Tage starten im Fitnessstudio oder im Pool. Danach macht uns Julia um 9 Uhr Frühstück. Um 10 sind wir CoWorking Space. Um 13 Uhr gehen wir in einen unserer drei Lieblings-Mittag-Restaurants essen. Danach arbeiten wir bis nachmittags. Und gehen dann wieder in den Pool, zum Strand oder in die Altstadt, wo ich mir weitere Sachen schneidern lasse. Abends gehen wir in eines unserer fünf Lieblings-Restaurants oder probieren ein neues oder bestellen Essen.
    Obwohl ich früher gerne gekocht habe, habe ich hier einfach nicht das Verlangen danach. Die Bequemlichkeit und das gute Essen siegt. Es gibt indisch, vegan, Salate, glutenfreie Sandwiches und vietnamesische Spezialitäten. In Hoi An gibt es alles.
    Einmal die Woche wird unser Zimmer geputzt. Einmal die Woche wird unsere Wäsche gewaschen, gebügelt und akkurat perfekt zusammen gelegt.
    Wir sind im Luxus-Himmel und für immer versaut.
    All das gibt es hier für einen Bruchteil des Geldes. Wir leben wie die Könige. Unsere Ausgaben liegen etwa bei 1.500-2.000 Euro im Monat. Und wir könnten es noch günstiger haben. Unsere Freundin Sarah lebt in einem Luxus-Apartment für 300 Euro im Monat inkl. allem. Sie durfte sogar mitentscheiden welche Möbel für das Apartment gebaut werden und welche Zimmer, welche Funktion haben. Kosten dafür 0 Euro. Bekommt sie alles dazu. Ihre Vermieterin ist dankbar für ihre Wünsche und lernt dadurch was die Westler wollen und "brauchen".
    Wir versuchen nicht zu sehr eine Co-Existenz neben den Vietnamesen aufzubauen. Denn das passiert hier schnell. Es gibt die Vietnamesen und es gibt die Westler. Uns ist es immer noch wichtig, die Einheimischen kennenzulernen. Uns mit ihnen zu unterhalten. Auch wenn das nicht immer so leicht ist, denn anders als in Malaysia, wo die Kinder früh englisch lernen, sprechen die Vietnamesen fast kein Englisch und tun sich mit der Sprache sehr schwer. Wenn dann mein mittelmäßiges Englisch auf vietnamesisches Englisch trifft, können die Gespräche sehr lustig werden.
    Die Tage sausen dahin. Routine hat einen eigenen Motor. Eine eigene Geschwindigkeit.
    Wir gehen komplett in unserer Arbeit auf. Ich bediene 7 Kundinnen parallel und muss mich erstmal daran gewöhnen. Und plötzlich ist er wieder da, der Druck.
    Also entscheiden wir eine Woche Urlaub zu machen. Wir wollen nirgends hin. Nur Hoi An genießen und einige Workshops machen. Mit den Händen arbeiten und den Geist etwas ausruhen.
    Die Organisation ist kein Problem. Seit dem ich selbstständig bin schiebe ich mir die Termine wie ich sie brauche. Auch wenn meine Kundinnen und ihre Projekte sehr wichtig für mich sind. Es sind tolle Frauen mit großen Visionen und Ideen.
    In den 7 Tagen frei (obwohl ich natürlich trotzdem immer mal wieder einige Dinge checke) starten wir mit einem Leder-Workshop. Eine kleine Werkstatt, geführt von einem Vietnamesen Anfang 30, der zwei Dalmatiner hat und mit einem Vogel auf der Schulter rumläuft.
    3h messen, skizzieren, schneiden und falten wir Leder. Ralf macht es sich besonders schwer und wählt ein Design bei dem er das Leder nähen muss. Die perfekte Arbeit um sich komplett zu fokussieren. Am Ende habe ich zwei Portemonnaies und Ralf ein Ausweis-Booklet. Es war der perfekte Start.
    In der Urlaubs-Woche gehen wir zum Strand, zur Massage und lesen viel. Außerdem gehen wir mit Hanh, Mike und ihrer Familie aus. Was wir in den drei Monaten öfter machen werden. Und jedesmal ist es ein Erlebnis. Hanh und Mike sind toll. Sie versuchen uns zu integrieren und zeigen uns ihr vietnamesisches Lieblingsrestaurant. Es wird viel gegessen und noch mehr getrunken. Nicht viel geredet aber umso mehr Späße gemacht. Hier läuft viel über Körpersprache ab. Mike zum Beispiel ist sehr eng mit dem Mann von Julia. Die beiden unterhalten sich kaum. Denn Mike kann nicht so viel Vietnamesisch und der Schwager garkein Britisch. Für die beiden passt das. Eine echte Männerfreundschaft. Und sie sehen sich fast jeden Tag.
    In dem Restaurant geht es richtig rund. Die Tische sind lange Tafeln und überall sitzen Männergruppen. Generell sieht man in solcher Restaurants wenig vietnamesische Frauen. Als Einstimmung wird ein Kasten Bier direkt neben den Tisch gestellt und ein riesiger Eimer Eiswürfel.
    Der deutsche Biertrinker schlägt die Hände vors Gesicht. Bier und Eiswürfel gehören hier aber zusammen. Und dann wird alle 3 Minuten angestoßen. Was dazu führt das der Kasten in wenigen Minuten geleert ist. Ralf und ich trinken Cola und Wasser. Keiner stört sich daran. Jeder prostet uns trotzdem zu. Das Essen wird über 2 Stunden nach und nach gebracht. Viel Seafood. Eingelegte Beef. Saure Suppe. Und Pommes für die Kids. Wenn du jetzt denkst, dass es geordnet abläuft, irrst du dich. Denn mit jedem Gericht kommt mehr Dynamik ins Schauspiel. Teller werden gerückt, die noch nicht leer sind. Bier Dosen über den Tisch geworfen. Die Kids rennen umher und picken sich die schärfsten und fischigsten Dinge aus dem Essen. Ohne mit der Wimper zu zucken zerkauen sie die Chilis. Der kleine, er wird etwa 5 sein, reguliert die Schärfe in dem er Luft seitlich in die Wange zieht. Am Ende noch Pommes mit Chilisoße und Mayo und er ist glücklich.
    Alle Reste und Abfälle sowie Dosen landen unterm Tisch. So wirds gemacht. Am Ende wird alles weggefeckt und mit dem Wasserkärcher gesäubert.
    Hanh regelt alles. Ihre Essensauswahl ist super. Ralf und ich hätten das niemals bestellt. Die Beschreibungen sind oft kryptisch und die Bilder sehen aus wie die klebrigen Eier aus Alien.
    Am Ende sind es tolle Gerichte und wir gehen noch dreimal mit Hanhs Familie hier her.

    Unsere Urlaubswoche endet mit einem Bambus-Workshop. Als wir in der Werkstatt, die im Dschungel am Fluss liegt, ankommen, bin ich total begeistert vom Grundstück. Alles ist aus Bambus. Die Atmosphäre ist warm und einladend.
    Und dann dämmert es mir. Mein Blick auf Ralf gerichtet, der eine Säge hält: "Oh nein. Wir müssen sägen." Wenn ich eines nicht mag, dann das.
    Als ich den Workshop gebucht habe, habe ich irgendwie nicht darüber nachgedacht. Bambus ist eine Art Holz und natürlich muss man es sägen um daraus etwas zu machen. Es ist ja ein Bambus-Workshop. Ralf ist im Himmel. Als Tischler glänzen seine Augen und natürlich muss er auch erklären, wie man die Säge richtig hält. Glücklicherweise nicht mir, sondern einer anderen Frau, die davon weniger begeistert zu sein scheint. Nach 5 Minuten ist mir klar: das ist nichts für mich. Also Beine hoch und Ralf machen lassen. Der Tag endet mit einem glücklichen Ralf und ich bin stolz, wie Bolle, dass ich am Ende noch ein Muster in "unsere" Kunstwerke eingebrannt habe.

    Die drei Monate in Hoi An vergehen schnell. Wir leben uns richtig ein. Unsere Stammplätze kennen uns und freuen sich, wenn wir vorbei kommen.
    Zwischendurch haben noch Hanh und Mike Geburtstag. Auch hier sind wir dabei. Der Abend endet mit Karaoke. Natürlich. Und 10 total verrückten vietnamesischen Freundinnen von Hanh. Eine Torte in Form einer Bikinifigur mit riesigen Brüsten aus Buttercreme darf da natürlich nicht fehlen. Sie sind alle verrückt. Sie sind alle herzlich und echt.

    Am Ende verabschieden wir uns bei einem Frühstück von Sarah, der Coworking Space Besitzerin, und ihrer Schwester Johanna. Mit den beiden hatten wir tolle Abende. Keiner spricht es aus, aber wir sind alle etwas traurig.
    Der Abschied von Pirat, der kleinen Hündin, die frisch geboren wurde kurz bevor wir kamen, fällt am schwersten. Sie hängt an uns. Wir an sie. Sie sitzt neben mir auf der Stufe und wartet mit mir aufs Taxi. Vielleicht erinnert sie sich irgendwann an uns. Ralf, der mit ihr durchs Haus gerannt ist und ihr alles durchgehen hat lassen und an mich mit der sie immer kuscheln wollte.

    Doch es ist Zeit. Alles ist vorbereitet. Wir haben 3 Monate im Studio trainiert. Der Annapurna Circuit wartet. Und so brechen wir nach Nepal auf....
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  • Day104

    Beauty Hoi An

    January 19 in Vietnam ⋅ ⛅ 25 °C

    Weil es so schön ist entschied ich mich 4 Nächte anstatt nur 2 Nächte hier zu bleiben. Das Hostel war super und bisher eines der freundlichsten und herzlichsten die ich erlebt habe.
    Nachdem ich am Donnerstag erst recht spät im Hostel ankam, nahm ich am Freitag an einer vom Hostel organisieren Fahrradtour teil 😊 Wir fuhren auf eine nahegelegene Insel 'Cam Kim Island' und konnten am Local Life teilhaben. Am Abend saß ich mit noch ein paar anderen im Hostel zusammen und wir gingen später noch in eine Bar.
    Am Samstag suche ich den Weg zum Schneider und entschied mich für ein Kleid. Da wollte es meine super Entscheidungsfreudigkeit aber wissen. Gefühlte 10.000 Modelle und 1000 weiter verschiedene Stoffe und ich. Super Kombi 😅 Aber Ende gut, Kleid gut 😊
    Hoi An ist einfach schön um sich durch die kleinen und grossen Gassen treiben zu lassen, in einem Kaffee zu verweilen oder einfach über die Markt zu schlendern. Am Abend erstrahlt die ganze Promenade und das Old Quarter in einem Laternenmeer. Unzählige Laternen in den verschiedensten Farben, Modellen, Größen und Designs lassen die Stadt bunt werden 😍
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  • Day64

    Die ersten Anproben

    March 3 in Vietnam ⋅ ☀️ 27 °C

    Das erste Fitting fand bereits keine 24 Stunden nach der Bestellung statt.

    So konnte Tobi bereits in seinen tollen Anzug und ich in mein schickes Sommerkleid schlüpfen.
    Weitere Anpassungen und Wünsche werden vorgenommen und markiert.
    Tobi hatte sich nun das Innenfutter für sein Jackett ausgesucht und noch einige Taschen hinzugefügt; ich habe die Länge meines Kleides bestimmt, sowie den Rückenausschnitt noch einmal verändert.
    Am gleichen Abend kehrten wir zurück um uns die neuen Änderungen anzusehen.
    Jetzt folgt der Feinschliff (ein bisschen enger hier, ein wenig weiter dort...) und morgen sollten wir unsere neue Garderobe mitnehmen können ☺️

    Bei einem anderen Schneider verläuft es etwas spannender. Während Tobi dort eine nahe zu perfekt sitzende Herbstjacke erhalten hat, habe ich ein Cocktailkleid bekommen, dass anders aussieht als ich es erwartet habe. 🤔
    Mal sehen, wie es morgen aussehen wird.
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  • Day65

    Weitere Anproben, weitere Einkäufe

    March 4 in Vietnam ⋅ ⛅ 27 °C

    Die nächsten Anproben lassen erahnen, dass jedes Kleidungsstück auf einem guten Weg ist am Ende super zu sitzen und uns sehr gut zu gefallen.

    Da nun weniger zu tun ist, gehen die nächsten Fittings bereits schneller und es liegen immer nur wenige Stunden dazwischen.
    Auch wissen die Verkäuferinnen, dass wir nicht mehr all zu lange in der Stadt sein werden. Da werden die Kleidungen besonders zügig fertig gemacht.

    Allerdings stellen wir schnell fest, dass es auch gar nicht so einfach ist, sich die Kleidung bei Bestellung fertig vorzustellen.
    So wurde ich z.B. von einem persönlichen Änderungswunsch bei einer Jacke überrascht, dass sich durch meinen Wunsch nicht ein, sondern automatisch zwei Details änderten.
    Daran sieht man wohl, dass ich noch keine Schneidererfahrung habe 🤷‍♀️
    Doch da hier alles so schnell geht, ändern wir es eben einfach nochmal 😅🙈

    Morgen können wir alles abholen!
    Und überlegen, wo wir das alles verstauen... 🤔
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You might also know this place by the following names:

Tỉnh Quảng Nam, Tinh Quang Nam

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