Muscat Teil 1
Nov 23–Dec 1, 2025 in Oman ⋅ 🌙 22 °C
Nach einer pünktlichen Zugfahrt nach Frankfurt und einem planmäßigen Flug mit Oman Air landen wir am frühen Morgen auf dem Flughafen in Muscat, der Hauptstadt des Oman. Zusammen mit 12 anderen Menschen werden wir in den nächsten 12 Tagen bei einer geführten Tour dieses Land erkunden.
Die erste Hürde dabei ist der Immigration Desk. Mit einem deutschen Pass ist man es ja nicht gewöhnt, erst nach einem Gesichtsscan, Fingerabdrücken und der Angabe seiner Mobilfunknummer ins Land gelassen zu werden - das ist auch mal eine Erfahrung.
Hinter der Kontrolle wartet unser Guide Mohammed und die anderen 10 Mitreisenden und endlich geht’s mit dem Bus in die Stadt. Einchecken und erstmal Frühstück - lecker, nur der Chilligeschmack des Omlettes trifft mich ziemlich unvermittelt 😉.
Eine kurze Dusche noch und schon geht’s los zu unserem Sightseeing Tag in Muscat .
Erstes Ziel ist die in den 2000er Jahren erbaute Sultan Qaboos Moschee mit Platz für bis zu 20.000 Besuchern. Sie ist die größte Moschee des Omans und die Einzige, die auch von Nicht Muslimen betreten werden darf - von Frauen natürlich nur mit Kopftuch und langärmelig.
Carrara Marmor aus Italien, monströse Kronleuchter aus Swarowski Steinen, der größte, zusammenhängende Moscheeteppich, geknüpft im Iran, alles vom Feinsten, der Sultan hat sich die Moschee ordentlich was kosten lassen….
Unser Guide Mohammad spart nicht mit Zahlen und Fakten, dabei merkt man ihm den Stolz auf sein Land und seine Religion an.
Mittlerweile ist es 11:00 und die Sonne brennt schon ganz schön. Genug gesehen, also ab in den klimatisierten Bus und weiter geht’s mit der Stadtrundfahrt Richtung Hafen.
Unterwegs fallen uns die vielen, in den Nationalfarben geschmückten Bäume und Laternen auf. Daraufhin erklärt uns Mohammed, dass vor ein paar Tagen im Oman der Nationalfeiertag gefeiert wurde….
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Muscat Teil 2
November 23, 2025 in Oman ⋅ 🌙 22 °C
Am Hafen schlendern wir durch Fisch- und Gemüsehallen zu den Souks, den alten Märkten für alles Mögliche - von Tüchern über Weihrauchschalen bis zu riesigen Kochtöpfen. Überhaupt Weihrauch - überall duftet es nach Parfum, Weihrauch und anderen undefinierbaren Dingen. Das macht Appetit, ein Sandwich Imbiss mit überaus leckeren frisch gemixten Fruchtsäften stillt den Hunger. Die Währung im Oman ist übrigens OMR = Oman Real. 1 Real ist etwa 2,20€ und für den Imbiss haben wir zu viert 7 Real, also knapp 16€ bezahlt….
Es ist kurz nach 14:00…Mohammad möchte uns anscheinend wirklich alle wichtigen Sehenswürdigkeiten an einem Tag zeigen. Es geht zum Arbeitspalast des Sultans in der Nähe des alten Hafens. Hier finden sich auch noch Spuren der Portugiesen, die das Land besetzt hatten. Und während wir noch Mohammads Zahlen und Fakten lauschen, passiert das Unglück: Monika übersieht eine Bordsteinkante und stürzt. Zunächst scheint alles gut, das Adrenalin sorgt wohl dafür, später jedoch stellt sich im Krankenhaus heraus, dass ein Knochen am Ellenbogen raus gesprungen ist und sie operiert werden muss.
So wird sie leider wohl morgen mit Ihrem Mann schon wieder nach Hause fliegen…..
Für heute haben wir - was Sight Seeing anbelangt - nun mehr als genug gesehen 😊.
Zurück ins Hotel, ein paar Stunden schlafen und dann nur noch zum Abendessen - das hört sich doch gut an! Allerdings: Praktischerweise liegt auf dem Weg zum Restaurant die Oper von Muscat - so gibts also noch ein letztes Tourihighlight so ganz nebenbei…😉.
So lassen wir unseren ersten Tag bei einem sehr leckern Essen (unter anderem mit Dromedar Fleisch) ausklingen. Morgen geht’s um 8:45 mit 4 Jeeps weiter in die Berge, dort soll es deutlich kühler sein, schaun mer mal…
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Von Datteln und Bergen
November 24, 2025 in Oman ⋅ ☁️ 12 °C
Nach einer durchwachsenen Nacht treffen wir beim Frühstück Monika. Ihr linker Arm steckt in einem voluminösen Gips und trotzdem wirken ihr Mann Gernot und sie erstaunlich gelassen, naja vielleicht sinds bei Ihr auch die Schmerzmittel…😉.
Morgen Abend werden sie wohl Richtung Frankfurt fliegen…
Es geht in die Berge heute und so steigen wir vom Bus in 3 Allradjeeps um. Angela und ich lassen uns zusammen mit Margot und Siggi von Ali chauffieren. Erste Station ist eine Dattelfarm. Im Schatten dieser großen Bäume lässt es sich entspannt spazieren gehen.
Wie wir von Mohamed erfahren, gibt es männliche und weibliche Dattelbäume. Nur die weiblichen Bäume tragen Früchte und werden von Menschenhand bestäubt. Das heißt für die meist indischen oder pakistanischen Arbeiter: Hoch in die Baumkrone klettern, die Dattelblüte einritzen und mit männlichem Samen bestäuben 😳. Die Farmer greifen schon deshalb zu dieser Methode, um die Sortenreinheit zu erhalten, denn es gibt über 100 Dattelsorten ganz unterschiedlicher Qualität und Preisklasse….
In der Nähe der Farm besuchen wir anschließend ein altes, nicht mehr bewohntes Dorf, dessen Häuser vor über 300 Jahren mit Lehm erbaut wurden. Kühl im Sommer, warm im Winter (was man hier so Winter nennt…😉) - funktioniert auch noch 2025…
Es ist kurz vor Mittag und wir verlassen nun im Konvoi die Küste und fahren in die Berge Richtung Hajar Gebirge. Auf einer gut ausgebauten Autobahn fährt uns Ali bis auf 1800m. Doch bevor es die Serpentinen bergan geht, müssen wir durch eine Polzeikontrolle. Ali muss seinen Führerschein vorzeigen, es wird gecheckt, ob das Fahrzeug auch Allradantrieb hat, wieviele Menschen im Auto sitzen und welche Nationalität sie haben. Kontrolle scheint wichtig zu sein in diesem Land 😉.
Je weiter uns der Weg hinauf führt, desto mehr sinkt die Gradzahl am Temperaturanzeiger. Angenehme 18 Grad sinds noch am Ziel, dem Dianas View Point. Hier, auf dem Sayq Plateau im Hajar Gebirge soll Prinzessin Diana mal einen Blick in die Landschaft geworfen haben. Für uns ist dies der Startpunkt unserer heutigen Wanderung: treppab, treppauf, vorbei an Granatapfel- und Olivenbäumen gehts so von Dorf zu Dorf durch Jebel Akdhar - die „Grünen Berge“ - wir Deutschen in Funktionskleidung, Wanderschuhen und mit ordentlichen Wasservorräten, Mohammed dagegen in Sandalen und seinem Kaftan, in dem er eine kleinen Wasserflasche verstaut hat….😉.
Beim letzten Stück bergan merken wir dann sehr wohl, dass wir uns auf fast 2000m befinden und so freuen wir uns, Ali und die Jeeps hinter der nächsten Biegung zu sehen.
Noch 10 Minuten fahren und wir erreichen unser Jabal Abkdhar Hotel - herrlich!
Übernachtung: Jabal Al Akhdar, Jabal Al Akhdar HotelRead more
Wadi Myadin und Wadi Bani Habib
November 25, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 12 °C
Es ist 8:30 Ali, Saif und Abdul stehen mit Ihren Wagen bereit:
Jala-Jala - es kann los gehen !
Laut Mohamed gestern Abend erwartet uns heute die schönste Wanderung der ganzen Reise: Etwa vier Stunden werden wir im Tal durchs Wadi ( Wadi = Ein Flussbett, dass nur sporadisch Wasser führt) wandern.
Bevor wir unseren Startpunkt erreichen, eröffnen uns zwei Fotostopps atemberaubende Blicke auf eine imposante Berglandschaft. Spätestens jetzt ist für die Fahrzeuge ein funktionierender Allradantrieb unverzichtbar - doch in Saifs Auto streikt er, so dass ein Ersatzwagen her muss. Innerhalb von ein paar Minuten ist dass geregelt - das ging jetzt aber echt fix!
Über Schotterpisten chauffiert uns Ali im Wikinger Auto Nummer 2 mit sichtbarem Spass die Serpentinen hoch und runter zum Startpunkt der Wanderung.
Bevor wir los ziehen, brieft uns Mohamed noch, dass wir bitte keine Steine bewegen oder gar anheben sollen, da es in diesem Tal Schlangen und Skorpione gibt. Meine Frage, ob er denn schon Schlangen gesehen habe, beantwortet er mit „Nein“ zögert kurz und schiebt dann nach: „Ich lüge“ 😉.
Schon gestern vermutete Mohamed, dass wir auf unser heutigen Tour niemandem begegnen würden und er soll recht behalten, Diese Schlucht wird von den Omani nur für militärische Übungen genutzt und ansonsten wohl nicht häufig von Wanderern besucht. Um so besser, denn die Landschaft ist traumhaft, die steilen Felsformationen beeindruckend. Gut, dass Mohamed voraus geht, denn der Weg ist zwischen all den Felsbrocken manchmal kaum auszumachen. Mehr als einmal braucht man beide Hände oder rutscht auf dem Hintern große Stein herunter. Schade nur, dass kein Wasser im Wadi ist. Große Becken, an denen früher Wanderer eine Abkühlung genießen konnten, sind heute komplett ausgetrocknet. Unsere Mittagspause verbringen wir auf einem großen Felsen und als alle wohlig gesättigt sind ist es plötzlich mucksmäuschenstill - was für ein schöner Moment.
Sonne und Schatten wechseln sich ab, so lässt sich die Hitze gut aushalten. Auch Maja und Paulina, die heute früh beide über Erkältungssymptome klagten, kommen gut durch die Etappe und nach knapp vier Stunden heißen uns am ausgemachten Treffpunkt unsere Fahrer mit Kaffee und Datteln willkommen - mehr geht nicht 😊! Ach doch: Ein Sprung in den Hotelpool rundet diesen Tag perfekt ab 😃….
Übernachtung: Nizwa, Falaj Daris HotelRead more
Im Old House in Misfah
November 26, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 22 °C
Nach einem wunderbaren Abendessen werden wir in der Nacht von Partylärm geweckt. Man könnte meinen, kaum das Alkohol ausgeschenkt wird, steigt die Feierlaune…😉
So klingelt nach einer recht kurzen Nacht um 7 Uhr der Wecker - die Festung von Nizwa und das Bergdorf Misfah stehen auf dem Programm. Bevor es jedoch losgeht, machen Angela und ich beim Frühstück erstmal Feuer: Wir fackeln fast den Toaster ab, weil wir es für eine gute Idee halten, die Pistaziencroissants nochmal aufzubacken 😳.
Auf der Fahrt zur Nizwa Festung erklärt uns Ali, dass die Omani von heute bis Sonntag wegen des Nationalfeiertags am 20.11. Ferien haben. Das erklärt auch den gut gefüllten Parkplatz vor der Festung.
Drinnen gibt es viel Trubel und verschiedenste folkloristische Darbietungen zur Erbauung der Einheimischen und der Gäste. Mohammed geizt nicht mit Infos zur Festung, die fast schon zu schön und sauber renoviert ist. Ein Detail, dass ich mir merken konnte, ist, dass man Angreifer, die versuchten, die Burg zu erobern, durch Luken von oben mit heißem Dattel Sirup übergossen hat - ui, na das ist übel…und wenn das nicht gereicht hat, konnte man noch mit Falltüren die feindlichen Truppen dezimieren…auch nicht viel besser 😳.
Außer der Festung sind die Souks das Highlight in Nizwa - wir ziehen jedoch ein schattiges Café dem Markttrubel vor.
Ein bischen Einkaufen muss allerdings doch noch sein: Nizwa ist die Dattelhochburg im Oman. Nebenbei erzählt uns Mohamed, dass die süßen Datteln der Grund sind, warum so überdurchschnittlich viele Omani Diabetis haben…
Nach dem Mittag - so hat Mohamed es gestern angekündigt - bringen uns Ali und Co ins Bergdorf Misfah, wo wir im „Old House“ übernachten werden. Das Wort „Bergdorf“ (Mohamed sagt immer „Bergedorf“ - was uns an unsere Hamburger Heimat erinnert 😉) weckt bei uns romantische Vorstellungen, zu mal er uns bittet, nur unseren Rucksack mit dem Notwendigsten für eine Nacht mitzunehmen, da man das Hotel mit dem Auto nicht anfahren kann.
So stelle ich mir also einen Ort mit ein paar versprengten Bergbewohnern, Ziegen, Eseln, und Gemeinschaftsklo vor, an dem es vielleicht mit Glück zwischen 17 und 18 Uhr Strom gibt.
Ganz so ist es dann doch nicht, stellen wir fest, als wir uns nach einer Stunde Fahrt in die Autoschlange am Ortseingang einreihen.
Eine Menge Omani und andere Urlauber schlängeln sich durch die Gassen und doch: hinter einigen Biegungen und Treppen tut sich eine wundervolle Oase namens „Old House“ auf. Unsere Zimmer sind einfach aber wir haben Glück: wir haben sogar wider Erwarten ein eigenes Bad 😊!
Kurz das Gepäck abgestellt, dann geht es auf eine ausgiebige Wanderung rund um Misfah bis hin zur Wasserquelle des Tales. Mohamed erzählt, dass es im Dorf einen Wassermeister gibt, der für die Wartung der Bewässerungsanlage und die Wasserverteilung zuständig ist. 2000 OMR (ca 4500€) zahlt jeder Dorfbewohner einmal im Leben für sein Wasser. So wie ich es verstanden habe, bekommt er dafür jeden Tag 1/2 Stunde Wasser und diese Zuteilung kann an die Nachfahren vererbt werden - was man auf so einer Reise alles lernt !
Übernachtung: Misfah Al Abriyeen, Misfah Old HouseRead more
Grand Canyon
November 27, 2025 in Oman ⋅ ⛅ 15 °C
Tschüss Old House weiter geht’s -
erstmal zum Haus des Bürgermeisters von Al-Hambra, das zum Museum umgebaut wurde. Hier erfahren wir Einiges über das alltägliche Leben der Omani: so z.B. das Gäste einen Klopfcode verwenden, wenn sie jemanden besuchen wollen. Durch den Code ist klar, dass ein Fremder vor der Tür steht und so können z.B. die Frauen ihre Kleidung richten bevor sie die Tür aufmachen.
Im Museum wird dann noch Brot gebacken, Kaffee geröstet und schließlich lassen sich einige - darunter auch Angela - eine kühlende Paste auf die Stirn streichen fürs allgemeine Wohlbefinden - wie eine echte Omani 😉.
Unsere heutige etwa 2 stündige Wanderetappe führt uns durch den „Grand Canyon des Nahen Ostens“, Wadi Guhl. Anders als vorgestern gehts nicht über Stock und Stein, sondern wir folgen einem Schotterweg, den auch Autos befahren. Links und rechts vom Weg ragen steil bis zu 3000m hohe Felswände empor - sehr eindrucksvoll ! Am Ende der Schlucht warten unsere Fahrer mit Café und Datteln und wir sind ganz froh, dass wir den Weg nicht wieder zurück gehen müssen, zumal Angela auch ein bisschen Knieprobleme hat. Zum Glück ist Mitreisender Roland Arzt: er kann vielleicht helfen .
Morgen werden wir den Gran Canyon, den wir heute unten durchwandert haben von oben betrachten. Oben ist auch unser Hotel, und mit jedem gefahrenen Kilometer sinkt die Außentemperatur, bis wir auf 1800m Höhe bei kühlen 13 Grad ankommen.
Übernachtung: Jabal Shams Plateau, Sama Heights ResortRead more
Balcony Walk
November 28, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 14 °C
Die Nacht war erwartet frostig, aber wir werden uns heute auf einem atemberaubender Pfad - dem Balcony Walk - bestimmt schnell warm laufen.
Der Weg führt uns oberhalb der gestrigen Schlucht zwei Stunden hin und dann auf dem gleichen Weg wieder zurück.
In der Ferne kann man den höchsten Gipfel des Oman auf gut 3000m mit seiner Militärstation erkennen.
Nach fast 4 Stunden Wandern bei angenehmen 20 Grad sind wir wieder zurück am Parkplatz. Es ist mittlerweile früher Nachmittag und wir sind ganz schön müde. Aber ein Kaffee plus Cheescake in einem nahegelegenen Resort wecken unsere Lebensgeister wieder. So reicht die Energie auf dem Weg zum Hotel noch für einen Fotostopp mit Blick auf Bahla.
Beim Abendessen ist außer uns niemand im Hotelrestaurant. Als ich Mohamed frage: sind wir hier heute die einzigen Gäste ? Antwortet er: immer 😉.
Dann erzählt Mohamed bereitwillig von seinem Leben im Oman. Er ist Ägypter und Muslim, ohne einer der Strömungen (Sunniten, Schiiten, Aleviten etc) anzugehören. Er glaubt an die 5 Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, Beten, Pilgern, Fasten, Almosen). Seine Frau ist Italienerin und trägt kein Kopftuch - womit sie im täglichen Leben durchaus aneckt. Als muslimischer Mann kann er eine Christin oder Jüdin heiraten - umgekehrt geht das nicht. Auch hört er von seinen Mitmenschen wohl durchaus Kritik, weil er mit westlichen Touristen arbeitet. Dennoch scheint die Mehrheit der Omanis sehr tolerant zu sein. So sind uns auf dem Balcony Walk viele junge, moderne Araberinnen auf dem Weg zum Klettern an den Steilwänden begegnet.
Morgen wird dann ein entspannter Tag ohne wandern: wir werden so etwa 400km mit dem Auto südwestlich Richtung Küste fahren.
Übernachtung: Jabrin, Jabreen HotelRead more
Durch Dünen und Steinwüsten
November 29, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 20 °C
Auf unserer lange Autofahrt Richtung Küste sorgt Mohamed mit einem bunten Programm an zu besichtigenden Sehenswürdigkeiten für Abwechslung.
Erster Stopp ist das Jabreen Castle - ein gut erhaltenes Schloss mit schier endlos vielen Zimmern. An der Grabstätte des Imam erfahren wir von Mohamed einiges über die hiesigen Beerdigungsbräuche: 2m tief wird der Leichnam in ein Grab gelegt und zwar auf die rechte Seite, mit dem Gesicht gen Mekka, eingehüllt in ein weißes Tuch. Bei einem männlichen Toten wird ein Stein auf das Grab gelegt, bei Frauen zwei. Nur manchmal werden in diese Steine Namen geritzt, so dass ein muslimischer Friedhof eigentlich nur wie ein Haufen locker verteilter Steine aus sieht…
Esszimmer, Badezimmer, Küche, Versammlungszimmer, Koranzimmer, Gästezimmer, Imamzimmer, Studienzimmer, Gerichtszimmer usw…..das Schloss ist wirklich groß!
A Pro pro Gerichtszimmer: Im Oman gibt es immer noch die Todesstrafe, vollstreckt durch Erschiessen. Mohamed erklärt uns, dass die Familie des Täters den Verurteilten frei kaufen kann, wenn die Familie des Opfers dem zustimmt. Akzeptiert die Familie des Opfers dieses Angebot nicht, so wird die Strafe vollstreckt. Mohamed sieht in der Todesstrafe einen gewissen Sinn, weil so durch das Einschreiten des Staates bei einem schweren Verbrechen, eine Blutfehde vermieden würde. Interessante Argumentation…..
Nach diesen vielen, erschöpfenden Informationen ist die nächste Station der Salzdom von Kibrit - eine Höhle, in der früher Salz gewonnen wurde. Mittlerweile zeigt das Thermometer 30 Grad, Zeit für die Mittagspause im Schatten - mit Kaffee, Datteln und Tahin Sauce, daran kann man sich gewöhnen 😊.
Gut 1 1/2 Stunden sinds noch bis zum nächsten Ziel und so brettert Ali sicher offrad durch die unwirtliche Stein- und Salzwüste. Nur Dromedare kreuzen unseren Weg.
Dann sehen wir in der Ferne auch schon das absolute Highlight des heutigen Tages:
Die große Sanddüne. Als wir dort ankommen ist die Hitze des Sandes gerade noch so erträglich, dass man barfuß gehen kann - vorausgesetzt, man läuft schnell genug.
Das ist den Hügel rauf gar nicht so einfach, aber der Ausblick entschädigt für die Mühen !
Was kann da noch kommen an diesem eh schon erlebnisreichen Tag ?
Eine Stippvisite am Meer…Abendessen und Hotel. (Am Hotel kommen wir erst im Dunkeln an und das ist auch gut so 😉).
Schön war’s.
Übernachtung: Mahout, Wadi al Sail HotelRead more
Ans Meer
November 30, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 16 °C
7:30 Abfahrt zum Frühstück außer Haus und wir sind ganz froh, in diesem Gasthaus nicht länger als nötig zu bleiben. Wir frühstücken im selben Restaurant, in dem wir gestern Abend Thunfisch gegessen haben. Dieser war gestern allerdings so totgegrillt - schade um den schönen Fisch einerseits, andererseits: wer weiß, wofürs gut war…😉.
Aber heute: Warmes Fladenbrot mit Käse und Honig, Joghurt und Omelette - wir freuen uns 😋.
Es ist Sonntag, normaler Werktag hier im Oman. Wir haben die Badesachen griffbereit, denn es geht an den Strand und zwar an die „Malediven des Oman“. Die Vorfreude steigt und wird nicht enttäuscht: glasklares Wasser, keine Seeigel oder grüne Algen zum reintreten und mit den Jeeps parken wir direkt am Meer. Das Wasser ist erstaunlich frisch und um überhaupt nur bis zu den Knien nass zu werden, müssen wir, jetzt bei Ebbe, schon ganz schön lang rauslaufen. Erinnert ein kleines bisschen an die Nordsee - nur mit viel mehr Sommergefühl 😉.
Am Nachmittag wollen wir die Fähre zur Insel Masirah erreichen. Hier werden wir zwei Nächte bleiben - endlich mal mehr als eine Nacht, dann könnte man mal den Koffer aufräumen….🤔. Um 15:00 legt die Fähre ab und beim Einsteigen werden sofort die Männer aufgefordert, in einen anderen Bereich des Schiffes zu gehen - „Frauen und Männer getrennt !“. Uns ist auch schnell klar, warum: Im Frauenabteil herrscht, durch die gefühlten 50 Kinder, ein derartiger Lärmpegel - die Männer wollen einfach ihre Ruhe haben….!
Auf der Insel steuern wir unser Hotel für die nächsten zwei Tage an: das Masira Island Resort - was für ein schöner Kontrast zu der Bleibe gestern !
Übernachtung: Masirah, Masirah Island ResortRead more
Noch mehr Meer
December 1, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 25 °C
Das Programm heute sollte eigentlich mit einem längeren Strandspaziergang beginnen. Aber wie sagt Mohamed so schön: „Das machen wir ein bisschen ganz anders“.
Am Strand gibt es keinen Schatten und außerdem türmt sich da der Müll. Alternativ hat er für uns einen Spaziergang zu einer Höhle vorbereitet. Die Höhle ist in dieser Steinwüste wohl auch der einzig kühle Ort - die Sonne brennt uns ganz schön auf den Kopf.
Deshalb geht’s auch danach zur Abkühlung an den Ozean. Niemand außer uns ist hier und das Meer liegt heute mal direkt vorn am Strand 😉. Fröhlich werfen wir uns in die Brandung.
In der Zwischenzeit haben Mohamed und Co eine warme Mahlzeit vorbereitet: Ein Fischeintopf mit Reis. Nur welcher Fisch ist das ? Mohamed will erst nicht recht mit der Sprache raus, denn es ist - 🦈- Hai…😳 - sehr lecker, müssen wir zugeben…
Übernachtung: Masirah, Masirah Island ResortRead more
Dromedare
December 2, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 24 °C
Unsere Fähre zurück aufs Festland geht erst um 12:00 - Zeit genug also, sich vom Meer mit einem Strandspaziergang zu verabschieden. Das war keine besonders gute Idee, denn abgesehen vom Müll und den toten Fischen merken wir erst später, dass sich unter unseren Fusssohlen eine Menge Teer und Ölplacken angesammelt haben. Nur mit Hilfe der Wegwerfzahnbürste und viel Schrubben gehen die Flecken ab - nicht schön 😳…
Unser heutiges Übernachtungsziel wird die fast 400km entfernte Stadt Sur sein. Doch zunächst geht’s in wilder Fahrt durch die Woodlands - eine besondere Dünenlandschaft mit Akazien. Viele Dromedare leben hier, wie Giraffen recken sie sich nach den Zweigen der Bäume.
Bei der Weiterreise auf der Küstenstraße macht uns Ali auf ein Gruppe von Dromedaren aufmerksam. Diese Dromedare sind kleiner, sie eignen sich besonders für Wettrennen und werden hier trainiert. Siggi hat gelesen, dass für diese Rennen nicht mehr menschliche Jockeys im Sattel sitzen, sondern Roboter und Ali bestätigt, dass dies, nachdem es einen schweren Unfall gab, tatsächlich so gemacht wird. Sachen gibt’s !
Kurz nach den Rennkamelen klingelt dann bei Ali das Telefon: Abdhul aus Wagen 3 ist dran: er hat gesehen, dass wir hinten einen Platten haben. Das ist für die Fahrer allerdings kein großes Problem: mit einem Kompressor wird der Reifen aufgepumpt, damit Ali noch die 5 Minuten bis zum nächsten Fotostopp fahren kann. Dort wechseln die Drei innerhalb von kurzer Zeit den Reifen - Profis halt 💪…
1 1/2 Stunden Fahrt sind es etwa noch bis Sur, die wir uns mit dem Singen eines arabischen Gassenhauers vertreiben („Satalala“ 🎶) und so erreichen wir unser Best Western Hotel erst im Dunkeln. Erschöpft vom Tag lese ich prompt unsere Zimmernummer falsch rum auf dem Kopf und schicke die Kofferträger statt zu 118 zu 311. Es gelingt mir irgendwie auch nicht, mit unsere 118er Karte die Zimmertür von 311 aufzuschließen….😉…naja, schließlich fällt der Groschen und wir und die Koffer finden doch noch ins richtige Zimmer…💪
Die nächste Nacht werden wir in einem Wüstencamp verbringen - darauf freuen wir uns besonders 😃!
Übernachtung: Sur, Sur Plaza HotelRead more

Rutn AreusRoboter auf Dromedaren.... krass... Habt ihr eigentlich Vulkanasche von dem Vulkanausbruch in Äthiopien bemerkt? 🤔
Wüstencamp
December 3, 2025 in Oman ⋅ ☀️ 29 °C
Immer wieder haben wir auf unserer Reise am Meer die in dieser Region typischen Boote, die Dhaus, gesehen. Die letzte existierende Dhau Werkstatt befindet sich hier in Sur. Das Jahrhunderte alte Handwerk wird heutzutage hauptsächlich von Indern und Belutschen, die den größten Anteil an Gastarbeiter im Oman stellen, ausgeübt. Seit zwei Jahren wird in dieser Werkstatt eine über 30 Meter lange Dhau für einen reichen Geschäftsmann angefertigt und wir dürfen sogar auf diesem Boot herumklettern.
Nächste Station ist das Wadi Bani Khaled. In diesem Wadi gibts noch Wasser und so sind hier deutlich mehr Touristen, die in langer Hose (zumindest die Frauen) in den Wasserbecken baden, oder sich von den Fischen die Füße anknabbern lassen. Wir nutzen das Wadi nur für eine kleine Wanderung und ein Picknick im Schatten.
Es ist Nachmittag und nu soll es endlich in die Wüste gehen, in die White Sands. Vorbei an Beduinenunterkünften und Luxusbehausungen wartet „unser“ Wüstencamp. Der erste Anblick erinnert mich irgendwie an Chewbacca, den haarigen Gesellen aus Star Wars 🤔.
Seit vier Generationen ist die Anlage im Besitz einer Beduinenfamilie, die ein paar Kilometer von hier in der Wüste wohnt.
Weniger Luxus, kein Strom, aber Toiletten, Duschen und nette kleine Hütten für Zwei.
Licht gibt’s kaum, nur Teelichter und Solarfackeln - endlich kommen unsere Stirnlampen zum Einsatz ! Bevor es jedoch soweit ist, stapfen wir mit Mohamed noch auf den nächsten Sandhügel, um den Sonnenuntergang zu erleben.
Danach wartet ein erstaunlich reichhaltiges und abwechslungsreiches Abendessen unterm Nachthimmel auf uns. Nachdem Mohamed - wie jeden Abend - das Essen einläutet mit:
„Sprechen wir darüber was machen wir morgen“ und endet mit „Schaffen sie das ?“ 😉
wird es Zeit, dass wir ein paar Abschiedsworte an unseren Guide richten.
Diese Aufgabe kann keiner besser übernehmen als Roland. Lustig und charmant würdigt er die perfekte Reiseleitung von Mohamed - und ein ordentliches Trinkgeld gibts natürlich auch…
Gesättigt und wohlig sitzen wir danach noch am Feuer, die Herren des Camps reichen Tee und wir schauen fröstelnd in den Nachthimmel.
Doch der fast volle Mond erhellt nicht nur das Camp - Sterne sind dadurch leider auch nicht so viele wie erhofft zu sehen…
Aber der Mond soll ja morgen um 5:00 untergehen und um 5:30 wollen wir uns treffen, um den Sonnenaufgang zu genießen. Vielleicht gibts dann ja mehr Sterne….
Übernachtung: Wahiba Sands, Nomadic Desert CampRead more
Sunrise in der Wüste
December 4, 2025 in Oman ⋅ 🌙 15 °C
Im Schein der Stirnlampen treffen wir uns, um vor Sonnenaufgang eine Düne im Osten zu besteigen. Der Sand ist ganz schön kühl und so bin ich froh, durch meine knöchelhohen Wüstenschuhe nichts davon einzusammeln. Ein paar Wolken verlieren sich am Himmel und so richtig sternenklar ist es auch ohne Mond nicht. Der nächstbeste Hügel reicht uns, eine knappe halbe Stunde noch bis Sonnenaufgang, zwei, drei Sweater übereinander müssen es jetzt schon sein. Und dann ist sie da - nicht ganz so spektakulär, wie wir uns das erhofft hatten, aber schön ist es trotzdem…
Zurück im Camp gibts ein leckeres Frühstück mit Joghurt, Früchten und über dem Feuer geröstetem Fladenbrot. Pünktlich um 8:30 holen uns die Fahrer ab. Tschüss Wüste, welcome again Berge und Meer!
Und während wir so mit Ali den Highway entlang brausen, knallt und scheppert es
plötzlich laut und anhaltend - und wir sehen, wie uns unser Reifen rechts überholt.
Besonnen bringt Ali den Jeep am Straßenrand zum Stehen - der Mantel unseres erst gestern aufgezogenen Ersatzreifens hat sich komplett gelöst 😳. Wir haben uns ordentlich erschrocken - es war ganz schön still im Auto. Das Wikinger Auto Nummer 3 hinter uns hat die Vorboten auch bemerkt: Gummiteile unseres Mantels sind bei ihnen auf der Windschutzscheibe gelandet. Aber auch das bringt unsere Fahrer nicht aus der Ruhe, sie wechseln den Reifen hinten rechts ein zweites Mal. Der Toyota Jeep, den Ali fährt hat übrigens schon 650.000km auf dem Tacho und den dritten Motor - sieht aber topp aus!
Wir sind froh, dass uns diese Panne nicht im anschließenden Teil der Fahrt, hoch in die Berge und wieder steile Serpentinen hinunter ins Tal Richtung Küste passiert ist….
Unten angekommen ist Picknick Zeit an einer kleinen Bucht. Hier werden wir uns von unseren Fahrern verabschieden:
Dem schüchtern, eleganten Saif, der immer Kaftan trägt, Abdul, immer mit Sonnenbrille, der Coolste von Allen und schließlich unserem fröhlichen, offenen Ali, mit seinem ansteckenden Lachen. So langsam kommt ernsthaft Wehmut auf…
Beim letzten Teil der Strecke verdrängt genervt - sein die Wehmut ein bisschen:
Wir stehen im Stau, denn es ist Donnerstag, also quasi der Freitag bei uns und in und um Muscat ist es voll, wie in Hamburg vorm Wochenende.
Doch auch diese Fahrt geht mal zu Ende. Vorm Hotel ein letztes „Alles mitnehmen“,
Lachen, Umarmen und Winken, dann haben die Familien unserer Gastgeber Ihre Ehemänner und Väter wieder….
Übernachtung: Mussanah, Barceló Mussanah ResortRead more

Rutn AreusPuh da habt ihr aber wirklich Schutzengel gehabt denen ich auch sehr dankbar bin!!
Kulturschock im Resort
December 5, 2025 in Oman ⋅ ☁️ 25 °C
Schon bei unserer Ankunft im Beach Resort nahe Muscat fühlen wir uns nach unserem stillen Wüstenaufenthalt vom Trubel hier überfordert. Das grosse Resort ist mehr als gut besucht, es gibt jede Menge internationales Publikum, Animationsprogramm und bunte Getränke…Wir wollen zurück in die Wüste 😳.
Allerdings: ein schönes Hotelzimmer mit frisch bezogenen Betten und einer Regendusche hat auch was….
Beim Abendessen im Hotelrestaurant fallen uns die vielen Menschen mit einem Handicap auf. Des Rätsels Lösung: Hier im Resort finden gerade die inklusiven Weltmeisterschaften im Segeln statt….und schon weckt das bei Angela und mir Erinnerungen an die Arbeit 😉.
An unserem letzten gemeinsamen Reisetag essen wir noch einmal zusammen zu Abend:
Mit Sigi und Margot aus München, unseren weit gereisten, lustigen Mitfahrern, Roland und Dagmar aus Wuppertal, immer einen schlagfertigen Spruch auf den Lippen, Maja aus Berlin, die ihrem Meerschweinchen Eberhard die Welt zeigt, Heinrich aus Duisburg, der endlos Geschichten über seine Reisen zum Besten gibt, Irmi aus Augsburg, der kein Fels zu hoch, kein Wadi zu holprig ist und schließlich Paulina aus Hamburg, die sämtliche Obst- und Gemüsesorten auf einem Teller vereint….
Schön war’s, wir werden euch vermissen, machts gut, liebe Leute 🙋♀️.Read more





































































































































































































































































































































TravelerHab’ dich gefunden! Freue mich auf dein tolles Tagebuch!
Traveler
Viel Spass wünscht dir dein großer Bruder.
TravelerDanke schön, lieber Thomas !