• Autonom unterwegs
  • Autonom unterwegs

Grand Tour in den Norden

Petualangan 86-sehari oleh Autonom unterwegs Baca selengkapnya
  • Hiiuma - die kleinere der beiden Großen

    7 Mei, Estonia ⋅ ☀️ 10 °C

    War Saaremaa schon ruhig und sehr beschaulich, so ist Hiiuma, die kleinere Inselschwester im Norden, noch etwas ruhiger und beschaulicher, zumindest jetzt vor der großen Touristenwelle.
    Und vieles ist wieder überwältigend: Gestern der Strand von Hirmuste. Als ich ausgestiegen war, dachte ich nur noch: Ist das krachschön! Blaues Meer, kilometerlanger Sandstrand und fast keine Menschen. Was nur immer noch stört, ist das Verhältnis zwischen Wind und Sonne: Noch ist die Sonne nicht so stark, dass sie sich gegen den kalten Wind durchsetzen kann. Daher ist jetzt mein heutiger Übernschtungsplatz nahe dem Hafen schön in den Wald eingebettet. Diese Übernachtungsplätze sind meist an schönen Orten und werden von der Forstverwaltung den Nutzern frei zur Verfügung gestellt. In der Regel gibt es dort neben einem Stellplatz mehrere Feuerstellen mit vorbereitetem Brennholz, überdachte Sitzgruppen und ein Plumpsklo. Alles kostenlos.
    Den großen Teil des Vormittags verbrachte ich vor dem Café am Leuchtturm von Köpu, wo ich wieder einmal das Auto umorganisierte, Capriccio schlürfte und eben jenen Leuchtturm bestieg.
    Das tat ich allerdings weniger aus Abenteuerlust oder sportlichem Ehrgeiz, sondern einem historischen Pflichtgefühl; er gilt nämlich als einer der ältesten noch betriebenen Leuchttürme der Welt und wurde zwischen 1505 und 1531 gebaut. Angeblich wurde das Leuchtfeuer ebenso wie der benachbarte Leuchtturm von Ristna aus Teilen zusammengesetzt, die aus der Firma Gustav Eiffels in Frankreich kamen, was allerdings erst im 19. Jahrhundert stattfand.
    Den Turm zu besteigen, hat meiner Wade nicht gutgetan, zumal die einzelne Stufe im unteren Bereich etwa doppelt so hoch ist wie eine normale.
    Baca selengkapnya

  • Reigi-Friedhof

    8 Mei, Estonia ⋅ ☀️ 11 °C

    Dieser Friedhof ist einer von zweien, die intensiv mit der schwedischen Bevölkerung zu tun haben. Den einen, angeblich ein kleines Pendant zum "Berg der Kreuze" in Litauen, schaute ich mir nicht mehr an. Auf den hier stieß ich zufällig. Das Besondere: Im vorderen Teil ist das ein ganz gewöhnlicher Friedhof, aber als ich weiter nach hinten ging, wurde aus dem ganz normalen Friedhof ein echter "Friedwald", ein "Friedhof der geliehenen Landschaft". Viel Wald und immer wieder dazwischen Kreuze und seltener Grabsteine. Viele schwedische Namen, aber auch ganz viele deutsche.
    Die schwedischen waren meist sehr alt und bezogen sich wohl auf ein schwedischer Textilunternehmen, das in Kärdla ansässig war. Die deutschen wohl auch hier ansässigen deutsch-baltischen Familien wurden aufgrund des Molotow-Ribbentrop-Abkommens auf Betreiben der Nazis in besetzte Gebiete Polens umgesiedelt, deren Bewohner wiederum vertrieben worden waren.
    Erstaunlich ist, dass die Kreuze und Grabsteine immer noch da sind und nicht einer Verkleinerung des Friedhofs geopfert wurden.
    Baca selengkapnya

  • Reisetag: Haapsalu und die Nordküste

    9 Mei, Estonia ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach den Inseln treibe ich mich noch einen Tag an der Nordküste Estland herum, bevor es dann zu einem Städteblock kommt: zwei Übernachtungen in Tallinn, drei in Helsinki.
    Was hier recht hübsch ist, ist das Städtchen Haapsalu, das ein Vorfahre des Herrn Grönemeyer dadurch groß gemacht hat, dass er den russischen Zaren und seinen Adel davon überzeugte, dass Schlammkuren und Seeluft der Gesundheit zuträglich seien. Daher wurde Haapsalu durch die Eisenbahn so verbunden, dass man gut von St. Petersburg anreisen und standesgemäß aussteigen konnte. Daher gibt es einen imposanten Bahnhof mit einem Teil, der nur für den Zar und sein Gefolge reserviert war. Für das geistliche Wohl gibt es eine nette orthodoxe Kirche. Und ansonsten viele schmucke Häuser und eine Promenade, auf der gerade der Scholadenmarkt stattfindet.
    Sehr interessant war dann noch die Ruine des ehm. Zisterzienserklosters Padise, die - im Gegensatz zu prächtigen Gründungen bei uns wie Walderbach, Speinshard oder Heilsbronn - erahnen lässt, was dieser Reformorden unter dem Ideal der Armut wirklich verstand.
    Das Arvo-Pärd-Zentrum in Laulasmaa ist ähnlich harmonisierend wie das Werk des Komponisten: Verbindet die Musik Tradition mit der Moderne, verbindet das Zentrum architektonisch die Natur mit der Kultur.
    Am Schluss gab es noch den zweithöchsten Wasserfall Estlands. Zum höchsten fahre ich nicht mehr.
    Baca selengkapnya

  • Das alte Tallinn

    11 Mei, Estonia ⋅ ☁️ 18 °C

    Gestern Abend hätte ich noch behauptet, dass bei der Tallinner Altstadt mein Neugiermotor nicht anspringen werde. Die Altstadt sei so, dass sich ein pensionierte Geschichtslehrer denken könne: Ach, das ist ja hübsch hier; das wirkt ja wie eine nette deutsche Hansestadt. Das wäre doch ein hübscher Altersruhesitz (wenn es nicht so weit weg wäre).
    Tallinn sei eben eine dieser alten Städte, bei der auch wegen ihrer geografischen Lage und einem erst sehr späten Eisenbahnanschluss die Industrialierung erst verzögert einsetzte. Das habe natürlich auch viel Altes erhalten und mache die Stadt als UNESCO-Kulturerbe jetzt zum einen Ziel vieler Kreuzfahrtsschiffe.
    So oder so ähnlich hätte ich es formiert. Aber ich bin bereit, Abbitte zu leisten und behaupte, dass Tallinns Altstadt - vielleicht neben Krakau - das stadt- und kunsthistorisch Interessanteste ist, was ich bisher in Europa gesehen habe. Hier steht so viel Altes nebeneinander, greift ineinander. Hinter jeder Ecke ist eine neue Überraschung. An sich ploppt eine Frage nach der anderen auf und eine Kirche nach der anderen. Da kann Tallinn lässig mit Vilnius mithalten. Und das will was heißen! Irgendwann hörte ich auf zu fotografieren. Es wäre einfach zu viel geworden.
    Jetzt bin ich bei Schloss Katharinenthal, bei einem der Sehenswürdigkeiten, die einem leid tun würden. Wären sie Personen, dann wären sie Mauerblümchen.
    Ich versuche mal die Geschichte des Schlosses etwas zusammenzufassen: Am Anfang stand ein Geschenk des Zaren Peters des Großen an eine zweite Frau Katharina. Peters Truppen hatten ein paar Jahre zuvor Tallinn, damals noch Rewal, nach einer grausamen Belagerung erobert und noch vor dem Ende des Nordischen Krieges den Schweden abgenommen. Peter schenkte also Katharina ein großes Grundstück am Stadtrand der entvölkerten und erniedrigten Stadt, ließ von einem italienischen Starbaumeister dort ein Schloss planen und den Bau beginnen. Die Baustelle besuchte das Paar noch ein paarmal. Als das Schloss fast fertig war und Peter starb, war Katharina das Projekt egal und es dümpelte vor sich hin. Und es dümpelt nach unterschiedlichsten Nutzungen bis heute, obwohl immerhin einer der Zaren es Anfang des 19. Jahrhunderts es zu Ende bauen ließ. Unter den Sowjets verfiel es dann noch fast völlig und wurde - mit schwedischer Hilfe - wieder aufgebaut.
    Und heute? Wieder ist es die zweite Reihe: Es beherbergt eine Außenstelle des estnischen Kunstmuseum mit mir zumindest unbekannten ausländischen Künstlern - eine Außenstelle, naja.
    Baca selengkapnya

  • Das neue Tallinn

    12 Mei, Estonia ⋅ ☁️ 15 °C

    Wirtschaftlich steht Tallinn inzwischen Riga in nichts mehr nach. Der große Vorsprung Rigas aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts schmolz in der Sowjetzeit dahin, als die neuen Machthaber in Riga auf eher konservative Schwerindustrie setzten, während in Tallinn eher Elektronik-, Schiffsbau und Chemieindustrie angesiedelt wurde, die mehr Zukunftspotential hatten. Endgültig zog Tallinn an Riga Anfang des 21. Jahrhunderts vorbei, als man konsequent auf Digitalisierung und E-Commerce setze. Das bekannteste in Tallinn gegründete Unternehmen dürfte in diesem Zusammenhang bolt sein, das seinen Unternehmenfokus inzwischen weit über die Fahrdienstvermittung und Europa ausgedehnt hat.
    Was sieht man? Viele junge Familien, viele Studenten und - wie überall - nörgelnde Pubertiere. Vieles ist nebeneinander möglich, aber besonders in der Stadtplanung.
    P.S.: Habe gerade das erst Mal Ramen gegessen... Die Zukunft der Nudelsuppe!
    Baca selengkapnya

  • Helsinki - ein erster Eindruck

    14 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 7 °C

    Dafür, dass Helsinki und ich Freunde werden, standen die Zeichen eher schlecht. Gestern noch scheiterte ich im Dauerregen kläglich daran, mir einen günstigen Parkplatz für drei Tage zu besorgen. Ich hatte bis zum Schluss die Wahl zwischen Gebühren, die in die Nähe der Hotelkosten kamen, oder einer Begrenzung auf einen Tag. Ich entschied mich für einen Kompromiss. Dann begleitete meine Nacht bis zwei Uhr heiteres Partylärmen. Und in der Früh war ich einfach grantig, weil ich zu früh aufgewacht war.
    Aber bald war alles schon etwas besser: Ich saß in einem mondänen Café bei meinem obligatorischen Cappuccino mit Muffin und dachte über meine ersten Eindrücke nach.
    Was Helsinki von den anderen Großstädte meiner Reise unterscheidet, ist, dass es keine Altstadt mehr gibt. Dafür gibt es viel aus der Zeit, in der Finnland zum Zarenreiches kam (vorher waren sie ein Teil von Schweden). Der Reichtum der Industrialisierung und das Nationalbewusstsein, das sich ausrechnet unter der russischen Herrschaft entwickelte, ist allgegenwärtig. So erinnert Helsinki deutlich mehr an St. Petersburg als an Danzig. In Tallinn war das noch anders.
    Was es gar nicht mehr gibt, ist die ostentative Solidarisierung mit der Ukraine. War es in Estland schon weniger als in Litauen und Lettland, so gibt es jetzt gar kein Gelb-Blau im öffentlichen Raum, außer in einem schwedischen Kontext. Dieser ist sowieso allgegenwärtig, weil viele Texte nicht nur finnisch, sondern auch schwedisch sind, weil Schwedisch die zweite Amtssprache ist.
    Baca selengkapnya

  • Helsinki - etwas genauer betrachtet

    14 Mei, Finlandia ⋅ ⛅ 10 °C

    Wahrscheinlich gelten die Finnen gar nicht als die glücklichsten Menschen Europas, sondern als die zufriedensten. Denn das kann ich mir gut vorstellen, wenn ich über Helsinki nachdenke.
    Die Stadt wirkt sehr menschenfreundlich und gesund. Ich habe Eindruck, dass man Politiker wählt, die das Wohl der Bürger im Blick haben, daher gibt es einen gut durchgetakteten und sehr differenzierten ÖPNV mit Bussen, Straßenbahn, einer U-Bahnlinie und Fähren. Das Fahrradnetz ist eng. Man sieht viele Kitas und Kinderspielplätze sowie immer wieder öffentliche Bibliotheken. Ein Großteil der Fläche im alten Hafen wurde mit Sozial- sowie Studenten- und Seniorenwohnungen bebaut. Und der Zugang zu Meer ist eigentlich immer frei.
    Bezüglich des Straßenverkehrs ist das Konzept, dem Bürger zu dienen und zu schützen, teilweise gescheitert: Es gibt in der Innenstadt an fast jeder Kreuzung eine Ampel (Schutzfunktion), es gibt aber nicht genügend Autos, die halten. Das führt dazu, dass Fußgänger und Radfahrer auf den angebotenen Schutz verzichten und hemmungslos bei Rot die Straßen überqueren.
    Was auch auffällt, ist, dass es kaum dicke Finnen gibt, dafür umso mehr joggende. Und gesaunt wird an allen möglichen und unmöglichen Stellen, selbst im Randbereich des Marktplatzes.
    Baca selengkapnya

  • Helsinki - Kultur und Natur

    15 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 10 °C

    Weil gestern, an Christi Himmelfahrt, erstaunlicherweise die beiden wichtigste Kirchen verkürzte Öffnungszeiten und immer dann offen hatten, als ich sie innen besichtigen wollte, holte ich das jetzt nach.
    Der Dom ist zwar, so symmetrisch er auch im Raum konzipiert ist, außen ein Traum, innen ist er aber eine Ernüchterung in Weiß.
    Die Uspenski-Kathedrale, angeblich das größte orthodoxe Gotteshaus in Westeuropa (auch eine Frage der Definition), ist natürlich eine Genuss in Farbe und Gold und an sich ein Gipfel der Sinnlichkeit. Allerdings verlottern da anscheinend auch die Sitten: Es könnten deutlich mehr Kerzen sein und auch ein paar echte, Weihrauch riecht man gar keinen und man sagt den Damen auch nicht, dass sie ihren Kopf bedecken sollen.

    Ich stellte jetzt das Auto etwas weiter draußen ab, wo es zumindest 24-Stunden-Parkplätze gibt und radelte über mehrere Inseln Richtung Zentrum. Es war ein schöner Weg durch viele Parkanlagen. Meine Vermutung war, dass sich dort die Reichen und Schönen tummeln. Das bestätigte sich zum Teil: Zwar gibt es hier natürlich überdurchschnittlich viele Villen und Bungalows mit Badesteg, entsprechende Booten und kleinem Park, aber je näher ich dem Zentrum kam, desto mehr Mehrfamilienhäuser standen auch an der Küstenlinie.

    Inzwischen bin ich auch beim skandinavischen Preisniveau angekommen: eine Lachssuppe plus ein alkoholfreies Bier 22 Euro. Das Bier für 10 Euro. Außerdem war die Bedienung ausgesprochen unhöflich.

    Der Kulturflow hat mich noch in den Ausstellungshotspot Amos Rex getrieben, wo ich durch zwei Ausstellungen gegangen bin: In der einen wurden gesammelte Werke des finnischen Sammlers Sigurd Frosterus gezeigt; weniger aufregend. In der anderen stellen junge Künstler (bis 25 Jahre) aus ganz Finnland aus. Das findet alle drei Jahre statt. Einiges fand ich ganz nett. Zu vielen Sachen, besonders Videokunst, fand ich keinen Zugang.
    Baca selengkapnya

  • Reisetag: Porvoo und Lahti

    16 Mei, Finlandia ⋅ 🌧 10 °C

    Auf dem Weg aus Helsinki in de Norden war ich noch in Porvoo, wo ich eine Schar junger Menschen im Dom dabei störte, die Choreografie der anschließenden Hochzeit zu üben, und in Lahti.

    Dort sah ich mir das Wintersportzentrum an, wo natürlich erstmal die Schanzen beeindrucken. Gleich daneben sind die Loipen, bei denen sich die Verantwortlichen darum bemühen, möglichst viele extrem steile Anstiege und Abfahrten zu integrierten.Baca selengkapnya

  • Päijenne-See

    17 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 15 °C

    Ich bin jetzt bei Padasjoki am riesigen Päijenne-See gelandet. Mehr oder minder aus Zufall, weil mir mein Gefühl sagte, dass ich einmal dem Wegweiser zum Naturschutzgebiet folgen soll. Er ist mit über 100 Kilometern Länge der längste See Finnlands
    Der Platz, auf dem ich gerade bin, ist zwar nicht so einsam, wie man es sich vorstellt, er bietet aber viele Annehmlichkeiten: Toiletten und fließendes Wasser und, dank meiner Nachbarn, Jari und Sari, mit denen ich einen schönen Abend bei gutem finnischen Bier und sehr schönen Gesprächen verbringen konnte, auch eine Waschmaschine und Dusche. Ihr Boot ist gerade kaputt. Daher leben sie gerade im Wohnwagen neben mir.

    Jari hat mir gestern noch einige Tipps gegeben, was ich mir in Finnland noch anschauen soll. Das würde aber nicht in die drei Wochen passen. Da muss ich etwas abspecken. Wir sprachen auch über Politik und Jari korrigierte meinen positiven Blick auf die finnische Politik deutlich. Im Grunde hat Finnland ganz ähnliche Probleme wie wir. Der große Unterschied ist aber wahrscheinlich der, dass es wesentlich weniger Menschen betrifft, die auf einer Fläche leben, die etwa der unseren entspricht.

    Einen gewissen Überblick über die Landschaft gewann ich dadurch, dass ich heldenhaft den hiesigen Aussichtsturm bestiegt. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich im Wald seltsame Körbe, die angeblich die Ziele von Frisbeegolf sein sollen. Wie das mitten im Wald gehen soll, verstehe ich nicht
    Baca selengkapnya

  • Reisetage: Padasjoki, Tampere,Hankasalmi

    18 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich hätte gestern gleich von Padasjoki nach Jyäskylä fahren können, aber ich wollte mir noch Tampere anschauen, von dem ich nur wusste, dass es die zweitgrößte Stadt Finnlands, die eigentliche Heimat von Nokia und eine alte Industriestadt ist.
    Ganz gegenwärtig ist die Industriestadt, auch mit vielen alten Wohnblöcken, aber auch umgewidmeten Fabriken.
    Leider war gestern Montag und die Museen hatten zu. Zu gerne hätte ich das Vapriikki-Museum besichtigt, von dem es heißt, dass man dort vieles ausstellt: "von der finnischen Geschichte über Eishockey bis zur Naturkunde". Auch ins Museum in den alten Hallen von Finlayson wäre ich gerne gegangen, um mehr über Tampere als "Manchester Finnlands" zu erfahren.

    Eine Schönheit auf den zweiten Blick ist der Dom, der in der Boomphase der Stadt gebaut wurde. Zuerst kommt er sehr modern daher und dann ist er doch schon fast 120 Jahre alt und - in einem sehr dezentem Jugendstil.

    Jetzt bin ich in Hankasalmi, wohin ich eigentlich nicht wollte, das aber erwähnenswert ist, weil es hier ein gemütliches Cafe gibt, wo man hervorragende Plunder mit Kaffee bekommt, den man - ganz traditionell - beliebig nachschenken darf. Auch mein erstes finnisches Lunch war sehr gut und reichlich.
    Hierher kam ich, weil ich wieder mal unkonzentriert war: Gestern fuhr ich schon, wild entschlossen, auf der E63 Richtung Kuopio. Schließlich hatte ich mir auf der Grundlage von Jaris Tipps einen Plan gemacht; außerdem war das Wetter schlecht. Nach einem Drittel der Strecke fiel mir ein, dass ich ja - auch ein Jari-Sani-Tipp - für heute eine interessante Übernachtung gebucht hatte. Also suchte ich im Navi meinen zukünftigen Übernachtungsort und in der Nähe ein Café. So kam ich nach Hankasalmi.
    Und dann hatte ich viel Zeit. Jetzt ist das Auto innen wieder sauber und vieles so umgeräumt, dass ich es leichter benutzen kann.
    Mit dem Angeln versuchte ich es auch wieder mal, aber mit dem Schilf am Ufer macht das keinen Spaß.
    Baca selengkapnya

  • Häähninmäen Beobachtungsturm

    20 Mei, Finlandia ⋅ ⛅ 20 °C

    Ich sitze hier in einer Hütte, oben auf einem Beobachtungsturm mitten im Etelä-Konnevesi National Park und werde hier übernachten. Es ist einfach nur großartig: Wald, Wald, Wald, soweit das Auge reicht. Dazwischen ein sichtbarer See und viele nur erahnbare in den Senken. Und bis auf einen fleißigen Kuckuck und das Wehen des Windes - nur Stille.
    Der Tipp, hier zu übernachten, kam übrigens von Jari, dem Mann mit dem Bier am Päijenne-See.
    Es ist inzwischen ein Uhr. Die Sonne ist zwar um halb elf untergegangen, aber ganz dunkel war es nie und dort, wo die Sonne läuft, ist immer noch ein helles Band.
    Die einzigen künstlichen Lichter sind die roten Punkte von zwei Funkmasten und das einzige Geräusch ist das Surren des kleinen Windrads auf dem Dach, das den Strom für die Hütte erzeugt.
    Baca selengkapnya

  • Reisetage: Kuopio, Iisami und Suveka

    22 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 16 °C

    Ich sitze in einem Café in einem Einkaufszentrum. Das Auto ist endlich mal gewaschen, der Fahrradträger und das Rad noch nicht. Es regnet. Vielleicht Zeit, die Gedanken etwas fliegen zu lassen. Erste Beobachtung: In Finnland war ich in noch keiner Stadt, von der man sagen könnte, dass sie eine schöne alte Innenstadt habe.
    Chat-GPT hat mehrere Erklärungen dafür, die plausibel klingen. So war die vorindustrielle Kultur im nicht hanseatisch geprägten Skandinavien eher ländlich und nicht urban. Und das, was wir als Stadt betrachten würden, war sehr klein, sehr funktional, besonders zentrale Funktionen erfüllend - und aus Holz, was wiederum gut brannte. Außerdem gab auch deutlich weniger Menschen. Und schließlich gab es viele Kriegsschäden und danach oft einen funktionalen Aufbau, besonders nach dem zweiten Weltkrieg. Fazit: Ich muss den Fokus deutlich verschieben auf mehr Natur statt Kultur.

    Das stellte sich ein halbe Stunde später von selbst ein. Da wurde nämlich aus dem leichten ein Dauerregen, der erst dann am Abend aufhörte, als ich auf der Terrasse eines - wahrscheinlich - unbewohnten Hauses meine Kochsachen ausbreitete, um etwas zu kochen. Dieses liegt direkt hinter meinem Übernachtungsplatz, dem Hof der Kirche von Suveka, Plumpsklo vorhanden.

    Die Dauerregenstunden davor waren Dominanz der Natur pur. Und es gab keine Möglichkeit, dass ich mich in Kultur hätte retten können, weil weit und breit nichts da war.

    Und was ist Suveka? Eine Siedlung zwischen den Städten Iisami und Kajaani, mit einer Kirche, einem Supermarkt, einem Bahnhof, natürlich mit einem großen See, einer Tankstelle mit Café, vielen mökit (Hütten, Plural von Mökki) und ganz wenig Menschen. Und da bleibe ich jetzt die Nacht und morgen schaue ich mal weiter. Es soll schön werden.
    Baca selengkapnya

  • Oulujärvi

    23 Mei, Finlandia ⋅ ☀️ 14 °C

    Oulujärvi, der Oulusee, ist der fünftgrößte finnische See und hat eine Wasserfläche von fast 900 km²; er ist also fast um die Hälfte größer als der Bodensee. Und hier bin ich, um diesen schönen Sonnentag zu genießen. Morgen soll es wieder nass und kalt werden. Da werde ich auf Kultur umschalten und nach Oulu fahren, der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas.

    Heute war alles unaufgeregt: ein kurzer Stopp in Kajaani, einer netten Kleinstadt mit einer schönen Kirche und einem geradezu burgartigen Feuerwehrturm. Und jetzt ein wunderschöner Strand mit sehr netten Schweizer Nachbarn, an dem wir übernachten werden.

    P. S. : Ich kenne jetzt schon vier finnische Wörter: järvi = See, lahti = Bucht und samli = Straße, Mökki = Hütte
    Baca selengkapnya

  • Oulu - europäische Kulturhauptstadt

    25–27 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 10 °C

    Meinem täglichen Impuls folgend, suchte ich in Oulu erst einmal ein Café und fand angenehmerweise eines am Kunstmuseum. Dem Ort angemessen, setzte ich mir meine Künstlerbrille (Ersatzbrille) auf, gönnte mir einen Kaffee, einen Plunder und ein Glas Wasser und schaute mir zwei Fashion-Art-Ausstellungen an. Die eine zeigte nur Werke von japanischen Künstlern; die andere angeblich Kleidung der Zukunft, wobei es durchaus Überschneidungen gab. Täglich tragbar erschien mir keines der Objekte. Besonders beeindruckten mich die "wareble sculpures".

    Die geplante Stadterkundung habe ich auf morgen verschoben, darauf hoffend, dass der Dauerregen etwas aussetzt. Weil er angekündigt wurde, sitze ich auch gerade in einer Ferienwohnung und bringe meine Ausrüstung in Ordnung: Die Waschmaschine läuft schon. Das Geschirr ist ordentlich abgewaschen; der Rest kommt später.

    Oulo ist eigentlich eine typische finnische Kleinstadt mit einer zurückhaltenden Ästhetik und wurde Kulturhauptstadt, weil Finnland im Turnus dran war und sich daneben nur noch Tampere und Savonlinna, ein eher romantisches Städtchen mit einem angeblich international bekannten Opernfestival, beworben hatten. Womit sich dann Oulo gegen die anderen beiden hat durchsetzen können, weiß ich beim besten Willen nicht.

    Ich schaute mir zwei Ausstellungen an. Über die Fashion Art schrieb ich ja schon. Die Fotoausstellung zum Thema "Play", eine internationale Gemeinschaftsproduktion, gefiel mir gut, weil sie sehr vielseitig war.

    Die Klanginstallation im Dom war gut, aber, genau genommen, nicht besonders innovativ. Berührend fand ich ein Projekt von einem ukrainischen Künstler, der die Deckel von Munitionskisten mit Ikonen bemalte, als Verbindung von Leben und Tod.

    Viel mehr werde ich in diesem Zusammenhang nicht mehr erleben, weil es Montag ist und vieles - trotz Kulturhauptstadt - nicht geöffnet hat und ganz viel noch nicht angelaufen ist. Ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass das mit der Kulturhauptstadt sehr entspannt gehandhabt wird.
    Baca selengkapnya

  • Reisetag: Kemi, Rovaniemi...

    26 Mei, Finlandia ⋅ ⛅ 10 °C

    Während das angeblich gemäßigte Mitteleuropa unter hochsommerlicher Hitze leidet, ist es hier wieder kalt geworden. Heute Nacht hatte es um die zwei Grad und ich bedauerte es etwas, den Schlafsack als Zusatzzudecke in den weniger zugänglichen Teilen des Caddys verstaut zu haben.
    Wohin ging die Reise? Ich stoppte kurz in Kemi, wo ich das Kunstmuseum besuchen wollte, mich wohl verlief und beim Blutspenden wiederfand. Was gibt es noch in Kemi? Eine wirklich schöne Strandpromenade, von der man angeblich bis nach Schweden schauen kann.
    In Rovaniemi, der angeblichen Hauptstadt finnisch-Lappland am Polarkreis, besuchte ich das Arktikum, ein Museum und Wissenschaftszentrum für den Norden. Dort fand ich mich beim - hervorragenden und umfangreichen - Lunch von Menschen umgeben, die sich grenzübergreifend und sehr diffenziert damit beschäftigten, wie die Politik sowohl ökonomisch als auch strategisch Logistik und Infrastruktur optimieren kann - besonders in Hinblick auf das angespannte Verhältnis zu Russland. Unter anderem soll es auch um eine Anpassung des Eisenbahnetzes gehen, weil es in Finnland immer noch die Breitspur gibt, die ihre Ursprünge in der Zarenzeit hat. Die Veranstaltung ist eine von mehreren des Interreg-Aurora-Programms der Europäischen Union im Rahmen der Interreg-Initiative zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von 2021 bis 2027 und ist mit einen Etat von etwa 200 Millionen Euro unterfüttert.

    Die Teile der Ausstellung, die ich mir ansah, behandeln einerseits die arktische Natur und andererseits die historische Entwicklung des Nordens. Letzteres überforderte mich völlig, was die 30er und 40er Jahre betraf.
    Interessanterweise stieß ich auf viele Hakenkreuze, hier als Zeichen des finnischen Untergrundwiderstands.
    Baca selengkapnya

  • Irgendwo zwischen Rovaniemi und Muonio

    27 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 9 °C

    Jetzt bin ich also in Lappland und es hat sich tatsächlich etwas geändert: Die Kiefern sind deutlich weniger geworden und es gibt immer mehr Tannen; der dominante Baum ist aber für Birke. Alles wird kleinwüchsiger. Und womit ich inzwischen immer rechnen muss, sind am Straßenrand fressende Rentiere, die auch ab und zu die Straßenseite wechseln. Zwischen den Seen und Wälder gibt es auch immer wieder Hochmoore. Mücken sieht man kaum. Dazu ist es noch zu kalt.

    Gestern plante ich noch einmal um und beschloss, dass ich mich jetzt langsam Richtung Norwegen orientiere. Auf dem Weg dorthin liegt noch der Nationalpark Pallas-Yllästunturi zu dem ich noch einen Schlenker machte. Gleich vorweg: Auch hier wartet noch alles auf die kommenden Besucherströme; fast alles, was mit Tourismus zu tun hat, ist noch geschlossen.

    Was ich dann sah, war das krasse Gegenteil von dem, was ich in Finnland bisher gesehen hatte. Es gibt recht hohe Berge, romantische Bachläufe, kleine Flüsse und schöne Wanderwege.
    Zum Übernachten bin ich aber wieder an einem See gelandet.
    Baca selengkapnya

  • Muonio, Finnland und die Schweiz

    29 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 10 °C

    Es ist tatsächlich eine Sachertorte, die vor mir steht, und ich esse sie deutlich jenseits des Polarkreises in einem Schweizer Café in Muonio, das es schon seit 2012 hier gibt. Die Dame am Thresen heißt Lisa und hat eindeutig deutsche Sprachwurzeln. Sie lebt seit 12 Jahren in Finnland und könnte nicht mehr zurück nach Deutschland. Alles zu eng, zu laut, zu schnell, zu viele Menschen.
    Alles hier wirkt irgendwie angenehm skurril: Selbst produzierte Schokolade wird ebenso angeboten wie die unterschiedlichsten Variationen von Kaffee und Trinkschokolade. Es gibt auch Ovomaltine und Ricola. Selbst die Einrichtung hat etwas Almhüttenartiges. Und der Bäcker kommt auch aus der Schweiz.
    Ich plauderte gerade mit einem Schweizer Guide, der in der Schweiz lebt, hier aber Gruppen betreut und eine Freundin in Lahti hat. Er erklärte mir, dass mein Eindruck, dass alles auf den Startschuss für die Sommersaison warte, falsch sei. Vieles würde geschlossen bleiben, weil der Winter die Hauptsaison sei, mit Hundeschlitten- und Schneescooterfahrten, für die es viele markierte Schneisen gibt, Eisbaden und natürlich Polarlicht-Exkursionen. Was vielleicht auch dafür spricht, ist, dass viele Landstraßen streckenweise durchgehend beleuchtet sind. (Jetzt natürlich nicht. Da ist es nie richtig dunkel.)

    Im Sommer gebe es, erklärte er weiter, eigentlich hauptsächlich individualtourismus. Daher ist der Flugplatz in Kittilä nur im Winter ausgelastet. Direktflüge gibt es dann von München, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Versuche, systematisch Sommertourismus zu etablieren, seien alle gescheitert.
    Baca selengkapnya

  • Den Muonionjoki entlang

    29 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 12 °C

    Eigentlich wollte ich schon viel weiter sein, aber nun sitze ich an den Stromschnellen des Muonionjoki, des Grenzflusses zwischen Schweden Finnland, und es ist einfach nur schön. Ich bin überwältigt. Also bleibe ich mal. Ich habe ja Zeit.

    So einen so großen Fluss mit so großen Stromschnellen habe ich noch nie gesehen. Nun will ich mit dem sanften Grummeln des Wassers einschlafen und wieder aufwachen.

    Das muss wohl ein Traum bleiben, weil mich ein Einheimischer darauf hinwies, dass an diesem idyllischen Ort Camping verboten sei und das auch kontrolliert würde. So fuhr ich weiter, in die nicht vorhandene Nacht hinein. Und wieder änderte sich die Landschaft...
    Baca selengkapnya

  • Reise an den Lyngenfjord

    30 Mei, Finlandia ⋅ ☁️ 7 °C

    Jetzt bin ich in Norwegen, am Lyngenfjord, genau gesagt, am Hafen von Skibotn, und es ist alles anders: War das finnische Grenzland durchzogen von runden beschneiten Bergen, war die Vegetation noch im Winterschlaf oder gerade am Erwachen, waren die Täler flach und steppenhaft, war das Wetter trüb und kalt, waren die Landschaft einsam und die Straßen - auch Hauptstraßen wie die E8 - fast immer leer; dann sind hier die Berge schroff-alpin, die Täler tief und die Wiesen und Wälder in einem saftigen Grün. Menschen in den Städten und Dörfern, an den Ufern der Fjorde. Und über dem Lyngenfjord strahlt die Sonne sanft.. Was für eine Reise! Jeder Tag eine andere Welt!

    Meine erste Konversation auf Norwegisch habe ich auch schon hinter mir: Ein norwegischer Grenzer wollte ganz genau wissen, wie viel Alkohol und Zigaretten ich dabei habe.
    Baca selengkapnya

  • Vom Lyngen- zum Balsfjord

    31 Mei, Norway ⋅ ☀️ 6 °C

    Tromsø muss erstmal warten, weil es am Balsfjord so schön ist: blauer Himmel, blaues Wasser, eine wärmende Sonne; nur der Wind ist noch kalt. Ich bin hier geblieben und genieße.

    Dabei hatte ich heute ein befremdliches Erlebnis, das sich gestern schon andeutete: Da kam ein Mann entschlossenen Schrittes auf mich zu. Ich ging davon aus, dass ich etwas falsch gemacht habe und suchte innerlich nach passenden Antwortsätze. Da fragte der andere in einem bekannten regionalem Tonfall, woher ich den aus der Oberpfalz komme. Er sei mit seinen Weidener Angelfreunden hier, um Dorsche zu fangen. Diese würden dann filettiert, vakuimiert, eingefroren und nach Deutschland transportiert. Das ist die Vorgeschichte.
    Jetzt zur eigentlichen Geschichte. Gespräch mit einem anderen Anglerfreund aus Weiden: "Ich fliege nicht mehr hierher." Nach dem Grund gefragt, sagt er: "Es lohnt sich nicht mehr. Früher durfte man 18 Kilo Filet mitnehmen, jetzt nur noch 15 Kilo." Ich entgegne, dass es doch nicht nur um die Filets gehe. Hier sie es doch so schön: die Berge, die Sonne, der Fjord. Seine Antwort: "Bei uns ist es auch schön. Wir haben den Wald." Damit hatte ich nicht gerechnet. Wahrscheinlich ist er Fischhändler.
    Baca selengkapnya

  • Tromsø - ein erster Eindruck

    1 Juni, Norway ⋅ ⛅ 13 °C

    Tromsø scheint auf den ersten Blick eine recht angenehme Stadt zu sein, auch weil sie weitgehend unseren Erwartungen an eine Stadt entspricht, was ich in Finnland kaum gesehen habe: Sie hat ein klar definiertes Zentrum mit vielen Einsprengsel eines alten Baubestandes. Es gibt eine Fußgängerzone mit vielen Cafés, Geschäften und besonders Souvenirshops . Das Treiben ist - gerade legte ein Schiff der Hurtigrute an - international. Wunderschön ist, dass die Natur mit den nahen schneebedeckten Bergen und mit dem Fjord dem städtischen Treiben einen würdigen Rahmen gibt. Und Glück hat Tromsø natürlich auch, weil es heute warm und fast windstill ist.

    Tromsø ist der Scheitelpunkt meiner Reise: Vor sechs Wochen brach ich auf, in sechs Wochen werde ich wieder in Deutschland sein. Bislang reiste ich in den Norden, ab jetzt geht es wieder nach Süden. Dennoch werde ich nicht auf der Heimfahrt sein. Es wird spannend bleiben.
    Baca selengkapnya

  • Tromsø - der erste Kulturtag

    2 Juni, Norway ⋅ ☀️ 15 °C

    Es geschieht wahrscheinlich, ohne dass man es will, dass man auf so einer langen Reise zu vergleichen beginnt. So drängt sich in diesem Fall der Vergleich geradezu auf, wenn man das Arktikum in Rovaniemi und das Polaria in Tromsø nebeneinander stellt. Konservativ und etwas vorgebildet, entsprach mir das Arktikum mehr, obwohl es das traditionellere der beiden ist. Viel Text und normale Bilder, aber eben auch viel Information.

    Schöner, moderner und zeitgemäßer ist Polaria: Viele Animationen, viele Möglichkeiten zu spielen, viele unterschiedliche Medien, viele Aquarien zum direkten Anschauen, eine große Panoramaschau; es ist bunter und vielseitiger. Das Polaria holt auch Menschen ab, die es gewohnt sind, sich über TicToc oder Instagram zu informieren.

    Schwerpunkt ist die Natur in der Arktis und die Frage, wie sie gegenwärtig bedroht wird und welche Folgen das nicht nur langfristig hat. Aber so richtig viel gelernt habe ich da nicht mehr, weil eigentlich nur Nebensächliches vertieft wird. Und Im Grunde hat mich diese Vielseitigkeit auch etwas überfordert. Aber das ist die Sicht eines besserwisserischen Reisenden.

    Und der besichtigte dann auch noch das Polarmuseum, dass sich in einer eher angenehm altertümlichen Art und Weise mit zwei Themenschwerpunkten beschäftigt: der Erschließung Spitzbergens und den Forscherbiographien der beiden großen norwegischen Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjof Nansen. Es gab ein deutsches Skript und viele Gegenstände aus dem Leben der Jäger auf Spitzbergen und den Polarforschern, vom zerbrochene Gipspfeifenkopf, über die Selbstschussanlage für Eisbären bis zum vorbildlich geschriebenen Tagebuch von Fridtjof Nansen. Hier war also der Mensch in der Vergangenheit das Wichtige. Rührend altmodisch fand ich, dass vieles mit schaufensterpuppen nachgestellt wurde: die Robbenjagd, das Leben in einer Hütte...
    Tromsö ist eine wunderbare Stadt in einer wunderschönen Landschaft, mit einer sehr angenehmen Atmosphäre.
    Baca selengkapnya

  • Tromsø - der zweite Kulturtag

    3 Juni, Norway ⋅ ☀️ 16 °C

    Die Eismeerkathedrale steht für Tromsøs wie kein anderes Gebäude. Sie liegt an einer Geländekante auf der Seite des Fjordes, die von der Altstadt aus nur über eine imposante Brücke zu erreichen ist. Durch ihre Lage und ihre Ästhetik prägt sie den Eindruck, den jeder von der Stadt hat.
    Sie wurde Mitte der 60er Jahre gebaut und ist gerade von außen ein großartiges Bauwerk. Der Innenraum enttäuscht auf den ersten Blick. Vieles erinnert an Kirchenarchitektur der 60er und 70er Jahre in Deutschland. Aber das war der Preis dafür, dass die Kirche - im Gegensatz zur ursprünglichen Konzeption des Architekten - nutzbar ist.

    Dessen Konzept war ein nach außen offener Altarraum mit einem Glasfenster, über das Licht und die Natur die Kirche durchfluten kann. Zentral im Hintergrund der Hausberg Tromsdalstinden. Eine geniale Idee. Sie scheiterte daran - so die gut informierte Dame an der Kasse - dass die Gläubigen so geblendet wurden, dass sie nur noch mit Sonnenbrillen im Gottesdienst saßen. Daher wurde beschlossen, die offene Altarseite mit einem sehr symbolträchtigen Glaskunstwerk abzuschließen. Anscheinend passte das immer noch nicht, sodass vor dieses noch eine Gipskartonkonstruktion kam, der man flux die Symbolik des ewigen Eises zuwies. Das Ergebnis sehen wir jetzt.

    Die Kirche ist übrigens auch das Gemeindezentrum, wobei dieses im Untergrund verschwindet: Versammlungssaal, Jugendräume, Toiletten - und alles leicht als Bunker nutzbar.
    Baca selengkapnya

  • Reisetag von Tromsø nach Senja

    4 Juni, Norway ⋅ ⛅ 17 °C

    Jetzt ist das Wetter nur noch schön. Und das in dieser Landschaft. Es ist ein großer Genuss und es ist auch ein großes Glück, dass der Sommer - so eine nette junge Dame mit heimischen Hintergrund - früher gekommen ist als in den letzten beiden Jahren, als zur selben Zeit noch Schnee lag.

    Ich fuhr heute Morgen die Fernstraße hinter der Ferienanlage Richtung Westen und bin jetzt auf einer Fähre zur Insel Senja. Diese ist den Lofoten vorgelagert. Was ich dort mache, weiß ich noch nicht. Ich will mich wieder treiben lassen. In letzter Zeit war alles zu geplant. Zu wenig Raum für Zufall. Eigentlich seit Finnland. Der Sinn steht mir gerade nach Atlantik. So richtig und nicht als Fjord.

    Dort bin ich inzwischen angekommen. Skjåholmen heißt der Ort, an dem ich mich mal umsehe. Die Anfahrt war abenteuerlich: eine enge Straße zwischen Berg und Meer und viele Tunnel, bei denen ich mir nicht sicher war, ob das eine oder andere nicht einspurig ist.

    Ich übernachtete auf dem Parkplatz des Trollparks. Als mehr als angenehmer Zufall erwies sich die Nachbarschaft zu Sylvie und Denis aus der Dordogne, die mich mit Wein aus dem Bordeaux sowie Gänsespeck und - salami verwöhnten. Ich konnte mich leider nur mit dem Reisewhiskey und norwegischen Tubenkaviar revanchieren.
    Baca selengkapnya