• Findus
  • Findus

Das Land von Eis und Feuer

Auf geht es, einen großen Traum zu erfüllen. ❤️
Mit dem Camper fahre ich um Island herum und auf dem Rückweg mache ich noch einen Abstecher auf die Färöer Inseln.
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  • Fjordküste

    20 июля 2025 г., Исландия ⋅ 🌫 11 °C

    Ich fuhr weiter entlang der Küste und hatte immer wieder herrliche Ausblicke auf die Fjorde und die umliegenden Berge. Auch meine Drohne kam hier wieder zum Einsatz.
    Irgendwie ist dieses Land doch einfach wundervoll 🥰
    Ein Hinweisschild an einem der kleinen Parkplätze wies noch einmal auf das isländische "verborgene Volk" hin.
    Geschichten über verborgene Völker gibt es seit Jahrhunderten in vielen Kulturen. Es gibt jedoch nicht viele Länder mit einem so weit verbreiteten Glauben wie Island, wo nur 25 % NICHT glauben, dass Elfen oder verborgene Geister existieren können.
    Ihre Behausungen gelten als vor den Menschen in Felsen und Hügeln verborgen. Nach isländischer und nordeuropäischer Folklore sind das verborgene Volk die Nachkommen von Evas "schmutzigen" Kindern, die sie vor Gott versteckte, weil sie sich für sie schämte. Dafür bestrafte Gott sie und entschied, dass die Kinder auch für immer vor den Menschen verborgen bleiben sollten.
    Viele Geschichten wurden über den Umgang von Menschen mit Elfen überliefert. Manchmal beinhalteten sie Liebesbeziehungen zwischen Menschen und Elfen oder Elfen, die Hilfe von Menschen erhielten, zum Beispiel bei der Geburt. Während die Menschen für solche Hilfe oft großzügige Belohnungen erhielten, konnte schreckliches Unglück diejenigen erwarten, die nicht bereit waren zu helfen.
    Schön verzierte Gegenstände, die Menschen gehörten, wurden oft als vom verborgenen Volk stammend angesehen, insbesondere Silber- und Goldschmuck.
    Es gilt als gefährlich, die Elfen zu verärgern und ihre Behausungen zu stören. Wenn man an einen Felsen klopft, öffnet sich möglicherweise eine Tür zur Heimat der Elfen, doch wer das Elfenreich betritt, kehrt selten zurück.
    In jüngster Zeit wird der Feenglaube oft mit Umwelt- und Planungsfragen in Verbindung gebracht. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Bauprojekte aufgrund verschiedener Erschütterungen oder Maschinenausfälle gestoppt werden mussten, wenn Felsen oder Löcher, in denen angeblich verborgene Menschen lebten, gesprengt oder weggeräumt werden mussten.
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  • Pony's Head Petroglyph

    20 июля 2025 г., Исландия ⋅ 🌫 12 °C

    Mein nächstes Ziel musste ich etwas suchen, obwohl es eine gute Beschreibung bei Google Maps gab, wie man den richtigen Trampelpfad findet.
    Aber schließlich kam ich dann an den Pony's Head Petroglyphen an. Ein Künstler arbeitete hier 2018 Symbole in den Felsen ein - einen Eissturmvogel, Seeschwalben und einen Reiter auf einem Pferd. Die Felszeichnungen verwittern zunehmend, sind aber immer noch deutlich zu erkennen.Читать далее

  • Gilsárfoss

    20 июля 2025 г., Исландия ⋅ ⛅ 15 °C

    Von der anderen Fjordseite aus hatte ich hier einen Wasserfall entdeckt und daraufhin Google gefragt. So landete ich am Gilsárfoss. Der Weg vom Parkplatz aus führte mich erst steil bergauf und dann über einen kleinen, steinigen Trampelpfad wieder bergab zum Wasserfall. Auch hier hatte das Wasser eine Höhle gegraben, diesmal jedoch hinter dem Wasserfall.
    Auch wenn es dort sehr matschig war, kletterte ich hinein und bestaunte den Wasserfall von hinten.
    Dadurch, dass sich vor dem Höhleneingang noch ein weiterer Felsbogen spannte, auf den das Wasser teilweise fiel, entstand sogar noch ein zweiter, kleinerer Wasserfall im Inneren der Höhle. Wunderschön!
    Und auch hier war ich wieder ganz alleine - die touristische Hotspot Zone liegt eindeutig hinter mir...
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  • Wasserfälle auf dem Weg

    21 июля 2025 г., Исландия ⋅ ☁️ 14 °C

    Nachdem ich vom Campingplatz gestartet war, sah ich in der Nähe der Straße einen schönen Flusslauf mit vielen Wasserfällen.
    Ich ließ die Drohne steigen und machte ein paar Fotos.
    Da es später regnete, nutzte ich die Zeit, um meine Fähigkeiten in der Fotobearbeitung ein wenig zu erweitern und etwas mit dem Programm zu experimentieren.
    Entlang der Straße sah ich noch viele weitere schöne Wasserfälle - aber leider immer ohne Parkmöglichkeiten...
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  • Vök Baths

    21 июля 2025 г., Исландия ⋅ ☁️ 15 °C

    Da das Wetter heute nicht so gut aussah und ich auch irgendwie ganz schön müde war, verbrachte ich den restlichen Tag in der Therme.
    Vök Baths wurde am 26. Juli 2019 eröffnet, aber die erste Idee für eine beheizte Anlage am See Urriðavatn kam schon 1999.
    Die Vök-Bäder verdanken ihren Namen den Löchern, die regelmäßig auf dem zugefrorenen See Urriðavatn aufgrund der an die Oberfläche strömenden geothermischen Wärme entstanden. Die Eislöcher waren die Geburtsstätte verschiedener Volkssagen; man glaubte, dass die Schlange aus dem nahegelegenen Lagarfljót Zugang zum See hatte und mit ihren Höckern Löcher ins Eis schlug. Man glaubte auch, dass ein anderes Fabelwesen, Tuska ("Lappen"), im See lebte und sich im Winter seinen Weg durch das Eis bahnte. Die Eislöcher auf dem See Urriðavatn wurden wegen Tuska oft "Tuskuvakir" genannt, aber einige sagen, der Name stamme von der lokalen Sitte, sich dort im Winter zu waschen, wenn Wasser schwer zu finden war.

    Besonders an den Vök-Bädern sind die zwei schwimmenden Becken im See, die die Form des ursprünglichen "Vok" nachahmen. Sie sind die einzigen ihrer Art in Island und wurden von Bluet in Finnland entworfen, einem auf schwimmende Lösungen spezialisierten Unternehmen. Ich erreichte die schwimmenden Becken über einen Steg vom Poolbereich aus. Von den Becken aus gibt es einen einfachen Zugang zum See selbst, wobei ich zunächst nur die verrückten Isländer dort hineinsteigen sah. Später dann fasste ich Mut und stieg selbst auch in den 13°C kalten See. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase war das total angenehm und ich nutzte die Abkühlung immer wieder im Wechsel mit dem heißen Pool. Mehrfach schwamm ich dann kurz außen um den Pool herum und stieg auf der anderen Seite wieder aus dem Wasser aus.
    Die Pools werden nur mit dem natürlichen Wasser des Sees befüllt, auf Chemie wird vollkommen verzichtet. Daher bilden sich zwar einige Algen im Wasser, aber die sollen wohl sogar gut für die Haut sein.

    Das Wasser in den Becken der Vok-Bäder ist geothermisches Wasser aus den Bohrlöchern am See Urriðavatn. Die Vök-Bäder verfügen über das sauberste Thermalwasser Islands. Das Wasser ist so rein, dass es das einzige Thermalwasser ist, das als Trinkwasser zertifiziert ist. Im Anschluss an das Baden konnte ich das Thermalwasser auch an der Teebar genießen, wo ich erst einen Birken- und dann einen Gersten-Tee mit dem heißen, kristallklaren Wasser des Sees, dass unverdünnt etwa 72-75 °C hat, genoss.

    Übrigens haben die Isländer eine tolle Tradition, die die Umkleiden in Schwimmbädern wunderbar sauber hält. Am Eingang zum Umkleidebereich stellt man seine Schuhe ab. Insbesondere bei schlechterem Wetter wird der Boden innen somit nicht dreckig. Wenn man nach dem Baden zurück kommt, ist hinter den Duschen ein Bereich, in dem man sich vollständig abtrocknet. Fußmatten helfen dabei, dass auch die Füße richtig trocken sind. So bleibt der Boden im Umkleidebereich trocken. Außerdem werden hier im Duschbereich immer qualitativ hochwertiges Shampoo, Duschgel und sogar Conditioner und Body Lotion zur Verfügung gestellt.
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  • Reitausflug

    22 июля 2025 г., Исландия ⋅ ☁️ 14 °C

    Da war ich nun schon fast vier Wochen in Island unterwegs, als mir aufgefallen ist, dass ich noch gar nicht auf einem Islandpferd saß.
    Islandpferde sind ganz besondere Tiere. Sie beherrschen neben den üblichen Gangarten Schritt, Trab und Galopp noch zwei zusätzliche: den Tölt und den Pass. Der Tölt ist eine sehr bequeme Gangart, bei der das Pferd immer mindestens ein Bein am Boden hat, was für einen besonders ruhigen Sitz sorgt. Der Pass, auch Rennpass genannt, ist eine schnelle Gangart, bei der die Beine einer Seite gleichzeitig nach vorne schwingen.
    Darüber hinaus sind Islandpferde sehr robust und widerstandsfähig, da sie an das raue Klima Islands angepasst sind. Sie gelten als freundlich, ausgeglichen und zuverlässig. Ihr dichtes Fell schützt sie auch bei schlechtem Wetter, sodass sie das ganze Jahr über im Freien gehalten werden können.

    Ich buchte also spontan einen Ausritt bei der Finnsstaðir Farm in der Nähe. Ich wurde meinem Pferd Einár vorgestellt und half dabei, ihn für den Ausritt fertig zu machen. Bei der Übungsphase auf dem Hof machten sich dann meine früheren Reitstunden bezahlt und schon nach wenigen Minuten konnte ich mit meinem persönlichen Guide raus ins Gelände reiten.
    Auf dem Pferd durch die Wildnis zu reiten war ein wunderbares Gefühl. Wir ritten auf den Wiesen und durch kleine Wälder und durchquerten auch zwei Mal kleinere Flüsse. Besonders begeisterte mich die Trittsicherheit dieser Pferde! Wäre ich hier gewandert, hätte ich permanent auf meine Füße gucken müssen, aber Einár trug mich sicher durch das Gelände. Ebenere Strecken legten wir oft im bequemen Tölt zurück, gelegentlich auch im Pass, was jedoch etwas anstrengender war. Auf dem Rückweg meinte mein Guide, dass ich ziemlich sicher im Sattel sitze, und fragte, ob ich gerne noch etwas schneller reiten würde. Natürlich war ich dafür und so galoppierten wir noch ein Stück quer über die Wiese - was für ein tolles Gefühl!

    Nach dem Ausritt bekam ich am Hof noch einen Kaffee und verbrachte noch etwa eine Stunde bei diesen wundervollen Tieren. Neben den Pferden kuschelte ich auch mit einer der Hofkatzen und dem Labrador.

    Anschließend bekam auch Findus noch einmal etwas Zuwendung. Ich reinigte ihn an der Tankstelle und fügte den nun wohl verdienten Island-Sticker zu der Sammlung hinzu.
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  • Fardagafoss

    23 июля 2025 г., Исландия ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute führte mich ein kurzer aber steiler Wanderweg zum Fardagafoss hinauf.
    Der Fardagafoss befindet sich im Fluss Miðhúsaá. Bevor ich ihn erreichte, sah ich noch einen weiteren Wasserfall, den Gufufoss (Dampffall). Unterwegs hatte ich immer, wenn ich mich umdrehte, einen hervorragenden Blick über die Stadt Egilsstaðir, den See Lagarfljót und auf den Snæfell, einen der höchsten Berge Islands (1.833 m).
    Der Begriff Fardagar bezieht sich auf einen viertägigen Zeitraum in der siebten Sommerwoche (Donnerstag bis Sonntag, irgendwann zwischen dem 31. Mai und dem 6. Juni), in dem es den Menschen früher gesetzlich erlaubt war, ihren Wohnsitz zwischen Höfen zu verlegen. Dieses Gesetz galt jahrhundertelang in Island, und ähnliche Regeln gab es wohl auch in Skandinavien und Schottland. Um diese Zeit ist der Fluss aufgrund der Schneeschmelze in den Bergen normalerweise am stärksten, und der Wasserfall ist daher deutlicher und von Orten aus sichtbar, an denen er zu anderen Jahreszeiten kaum zu sehen ist.

    Eine alte Volkssage besagt, dass eine Trollfrau die Höhle hinter dem Wasserfall bewohnte. Sie hatte einen Topf voll Gold und versteckte ihn im Gufufoss-Wasserfall flussabwärts. Der Topf soll an einer Eisenstange im Wasser hängen, und manchmal kann man einen Blick auf den Henkel im Bach erhaschen. Die Höhle ist aktuell leider wegen eines kleinen Erdrutsches nicht begehbar.

    Eine andere Geschichte besagt, dass ein Tunnel direkt von der Höhle hinter Fardagafoss führt und hinter einem Wasserfall in Seyðisfjörður, auch Gufufoss genannt, wieder herauskommt. Die Geschichte besagt, dass einst eine Katze in der Höhle freigelassen und der Eingang versiegelt wurde. Die Katze wurde dann gesehen, wie sie auf der anderen Seite herauskam.
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  • Abschied nehmen

    23 июля 2025 г., Исландия ⋅ ☁️ 13 °C

    Schließlich kam ich wieder in Seyðisfjörður an und suchte mir einen Platz auf dem Campingplatz. Ich war schon vorgewarnt, dass es hier überraschenderweise Mittwochs immer sehr voll wird und war früh genug dort, um noch einen vernünftigen Platz zu ergattern.
    Der Ort selbst war leider voller Kreuzfahrer, daher kaufte ich nur kurz für ein abendliches Grillen ein und sah dabei, dass die kleine blaue Kirche, die ich schon am ersten Tag hier von außen gesehen hatte, diesmal offen stand. Also ging ich hinein und stellte fest, dass sie von innen noch viel schöner ist, als von außen!

    Zurück am Campingplatz war dann vor allem Aufräumen und Durchputzen angesagt.
    Vier Wochen war ich nun rund um Island unterwegs. Vier Wochen voller Eindrücke, Abenteuer und Begeisterung. Was für ein schönes Land Island doch ist!
    So viele Wasserfälle - jeder davon auf seine eigene Art besonders - und einzigartige Naturwunder: Geysire, Gletscher, Lavafelder.
    Ich habe die Tierwelt Islands kennengelernt und sah Polarfüchse, Buckelwale, Seehunde, Schafe, Pferde und natürlich Puffins.
    Ich habe unglaubliche Abenteuer erlebt, wie das Schnorcheln zwischen den Kontinentalplatten und die Gletscherwanderung.
    Vier Wochen lang war ich gefühlt in einer anderen Welt unterwegs und die Eindrücke werden noch lange bleiben.
    Vor allem habe ich festgestellt, dass Island bunt ist! Egal, ob mit aufgemalten Regenbögen in fast jedem Dorf und jeder Stadt, oder in der Natur selbst, mit einem Farbenspiel aus grün, gelb, orange, türkis, blau und schwarz - und natürlich mit den echten Regenbögen in den Wasserfällen...

    Nachdem ich hier so viel erlebt und gesehen habe, fällt es mir jetzt schwer, Abschied zu nehmen und ich werde hoffentlich noch einmal wieder kommen!
    Aber zum Glück ist der Urlaub ja noch nicht vorbei, es folgen nun noch 10 Tage auf den Färöer-Inseln.
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  • Zu den Färöer-Inseln

    24 июля 2025 г., Исландия ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute morgen hatte ich Glück, am Campingplatz direkt eine freie Dusche zu erwischen. Anschließend fuhr ich die kurze Strecke zum Check-in und reihte mich in die Warteschlange für das Boarding ein. Dabei bewunderte ich die logistische Meisterleistung, in diesem kleinen Ort hunderte von Autos nach Größe und Reiseziel zu sortieren und in Reihen zu parken.
    Überraschenderweise wurden die Autos in Richtung Färöer zuerst an Bord geholt und so war Findus das zweite Auto auf der Fähre.
    Ich beobachtete noch, wie wir Seyðisfjörður verließen und durch den Fjord in Richtung Meer fuhren.
    Anschließend schlief ich den halben Tag, da ohnehin nichts Spannendes passieren würde und ich wusste, dass der Tag noch lang werden würde.
    Abends packte ich meine Sachen dann zusammen und zog auf ein bequemes Sofa in der Bar ganz oben auf dem Schiff um.
    Hier blieb ich, bis wir bei absoluter Dunkelheit gegen 1 Uhr nachts Ortszeit die Ausläufer der Färöer erreichten. Dann wechselte ich in den Außenbereich, der dank einiger Heizstrahler und Windschutz-Wände ganz angenehm war. Auch wenn es komplett dunkel war, leuchteten doch ab und zu die Lichter eines Ortes und ich sah die Umrisse der riesigen Berge.
    Pünktlich um 3 Uhr Ortszeit legten wir an und ich fuhr von der Fähre. Angekommen auf den Färöern!
    Übrigens wurden diese Inseln erstmals von schottischen Mönchen besiedelt, die hier Ruhe und Einsamkeit nutzten. Zur eigenen Versorgung brachten sie Schafe mit. Nun haben Mönche jedoch das Problem, dass sie - im Gegensatz zu den Schafen - keinen Nachwuchs produzieren... Irgendwann starben die Mönche dann aus, die Klöster waren verlassen und nur die Schafe blieben.
    Als dann die Wikinger kamen, fanden sie Inseln voller Schafe und nannten sie Får-Oya - "Schaf-Inseln".
    Gegen vier Uhr hielt ich dann auf einem Rastplatz und schlief erstmal noch ein paar Stunden.
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  • Trælanípan und Bøsdalafossur

    25 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ 🌬 12 °C

    Um heute wieder etwas wacher zu werden und mich sportlich zu betätigen, ging ich direkt wieder auf Wanderung. Mein Ziel war dabei nichts weniger als eine der am häufigsten fotografierten Klippen der Färöer.
    Trælanípa ist eine senkrechte Felswand, die 142 Meter aus dem Meer ragt. Der Name bedeutet übersetzt Sklavenklippe. Angeblich hat sie ihren Namen aus der Wikingerzeit, als hier alte und kranke Sklaven vom Berg in das Meer gestoßen wurden.
    Entlang des Sees Leitisvatn lief ich zu den Klippen. Ein kleiner Trampelpfad, der auch immer wieder kleinere Bäche kreuzte, führte mich stetig bergauf.
    Ich bewunderte die tollen Klippen, die erst hoch in den Himmel zu steigen scheinen und dann senkrecht ins Meer abfallen.
    Anschließend folgte ich (mehr oder weniger) einem teilweise erkennbaren Pfad über Felsen wieder hinunter zum Leitisvatn. Besonders bekannt ist er für die optische Täuschung, bei der der See aussieht, als würde er hoch über dem Meer schweben – daher auch sein Beiname: der See über dem Ozean.
    Am Ende des Sees befindet sich der etwa 30m hohe Wasserfall Bøsdalafossur, über den das Wasser direkt in den Atlantik fließt.
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  • Múlafossur

    25 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ 🌬 13 °C

    Nachdem ich mich noch mit einer heißen Schokolade gestärkt hatte, fuhr ich weiter an das westliche Ende der Insel Vágar und besuchte den Múlafossur.
    Múlafossur bedeutet wörtlich übersetzt "Vorgebirge-Wasserfall". Das Dorf Gásadalur liegt hoch auf dem Berg und hat einen steilen Abhang, wo der Wasserfall ins Meer stürzt. Es gibt nur 25 Häuser im Dorf und nur noch wenige Menschen nennen diese abgelegene Siedlung ihr Zuhause.

    Der Wasserfall stürzt über die Klippe etwa 30m direkt ins Wasser des Atlantik. Besonders schön anzusehen war es, wenn der Wind den Wasserfall zur Seite drückte.

    Ein weiteres Highlight hier war ein süßer Hund, der mir sehr aufdringlich immer wieder einen Stein vor die Füße warf, bis ich mich dann schließlich erbarmte und den Stein ein paar Mal zum Apportieren warf. 😉

    Auch die Puffin-Insel Mykines konnte ich von hier aus sehen, auch wenn sie - wie wohl fast immer - von einer Wolke bedeckt wurde.

    Abends schaute ich mir noch den Dokumentarfilm "1700 Meters from the future" an. Der Dokumentarfilm von Ulla Rasmussen aus dem Jahr 1990 spielt im Dorf Gásadalur. Eingebettet in ein abgelegenes Tal ist Gásadalur auf drei Seiten von steilen Bergen und auf der vierten Seite von einer tückischen Meeresklippe umgeben. Jahrhundertelang lag die Einwohnerzahl des Dorfes konstant bei 60 Personen, doch zum Zeitpunkt des Films war sie auf nur noch 16 Erwachsene und einen 9-jährigen Jungen geschrumpft. Der Titel bezieht sich auf den Plan, einen Tunnel durch den Berg Knúkarnir zu bauen, der Gásadalur mit dem Dorf Bøur verbindet - durch diesen Tunnel bin ich heute gefahren.
    Interviews mit den Dorfbewohnern vermitteln ihre Hoffnungen auf diese Verbindung zur Außenwelt und heben gleichzeitig die Sorgen über Veränderungen, langjährige wirtschaftliche Probleme und Herausforderungen hervor, wie den mehrfachen Versuch, eine Treppe in die Klippen zum Meer zu sprengen, oder den Transport von Kühlschränken und Öfen über die Berge - zu Fuß und mit Pferden.
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  • Bøur

    25 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ 🌬 13 °C

    Auf dem Rückweg machte ich dann noch einen Zwischenstop in Bøur.
    Bøur ist ein kleines Dorf an der Küste mit (Stand 2019) gerade einmal 75 Einwohnern.
    Von hier aus hatte ich einen tollen Blick auf die spitze und unbewohnte Insel Tindhólmur und die Felsnadeln Drangarnir.
    Das Dorf selbst besteht aus vielen Torfhäusern und kleinen, engen Gassen - total schön!
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  • Trøllkonufingur

    26 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ 🌬 12 °C

    Heute morgen strich ich spontan meine Wanderung zum Drangarnir Felsbogen, als ich herausfand, dass die Gebühr für die Wanderung bei rund 70€ anfängt! Das war mir dann doch zu teuer, um einfach nur Wandern zu dürfen...
    Stattdessen machte ich einen Ausflug zu einem anderen interessanten Felsen am Meer.
    Trøllkonufingur (Hexenfinger oder Trollfrauenfinger) ist ein 313 m hoher Monolith an der Südostseite von Sandavágur.
    Der Legende nach ist Trøllkonufingur der Finger einer Hexe, die kam, um die Insel Vágar nach Island zu werfen. Als sie südlich von Vágar zum Meer ging, ging die Sonne auf, und sie wurde zu Stein verwandelt und fiel ins Meer. Ihr Hinterkopf ist die Insel Koltur.
    Es wird auch erzählt, dass einst ein Mann den Trøllkonufingur bestieg. Beim Abstieg bemerkte er, dass er einen seiner Handschuhe oben vergessen hatte. Er beschloss, noch einmal hinaufzuklettern, um ihn zu holen. Nachdem er ihn gerade das erste Mal bestiegen hatte, war er müde, stolperte und stürzte in den Tod.
    Stand 2022 ist nur von 11 Menschen bekannt, dass sie den Gipfel erreicht haben. Die letzte erfolgreiche Besteigung fand 2016 statt.

    Als ich am Aussichtspunkt ankam, sah ich erst einmal nichts als Wolken... Also checkte ich die Wetterapps und beschloss, einfach ein bisschen zu warten - die Sicht sollte besser werden.
    Nach einigen Minuten erkannte ich dann auch die Umrisse der Insel Koltur.
    Während ich weiter wartete, sah ich den sich brechenden Wellen zu und lauschte dem Määääh-Konzert der Schafe.
    Leider besserte sich das Wetter nicht wirklich und so zog ich irgendwann weiter.
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  • Kirkjubøur

    26 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ 🌬 12 °C

    Kirkjubøur ist eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Dörfer der Färöer. Als Bischofsresidenz im Mittelalter war es das Zentrum religiöser und kultureller Aktivitäten auf den Inseln und das wichtigste Dorf der Färöer. Die St.-Magnus-Kathedrale, die um das Jahr 1300 erbaut wurde, war Teil der Bischofsresidenz, ebenso wie der Bauernhof mit seinen Nebengebäuden. Der Legende nach wurde sie in Norwegen erbaut und dann per Boot auf die Färöer gebracht. Das Bauernhaus ist seit 17 Generationen im Besitz derselben Familie. In der Nähe des Bauernhofs und der Kathedrale befindet sich die weiße St.-Ólav-Kirche. Sie ist die einzige färöische Kirche aus dem Mittelalter, die noch genutzt wird. Sie wurde schätzungsweise im 13. Jahrhundert erbaut und beherbergte einst die bemerkenswerten Kirkjubøur-Bänke. Diese wurden später in das Färöische Nationalmuseum gebracht.

    Ich schaute mir als erstes die St.-Ólav-Kirche an, die auch St. Marienkirche oder Mönchskirche genannt wird. Drei Kirchen wurden früher in Kirkjubøur gleichzeitig genutzt – diese Kirche, die St.-Magnus-Kathedrale und eine kleinere Kirche namens Líkhús – der Ort für die Toten („lík“ = Leiche).
    Diese Kirche war im 13. und 14. Jahrhundert eine Zeit lang die Kathedrale der Färöer. Als die St.-Magnus-Kathedrale um 1300 oder kurz davor errichtet wurde, wurde sie anderweitig genutzt. Durch die Reformation wurde sie in eine Pfarrkirche umgewandelt. 1863 wurde die Kirche wegen der Bedrohung durch das Meer abgerissen. 1870 wurde die Küste jedoch durch ein Bollwerk gesichert, und 1874 wurde die Kirche einer gründlichen Restaurierung unterzogen und stark verändert. Sie wurde in einem neuen gotischen Stil erbaut. Als die Kirche 1963-66 erneut restauriert wurde, erhielt sie ihr früheres Aussehen zurück.

    Anschließend ging ich weiter zu den Ruinen der Magnus-Kathedrale. Das Gebäude wurde wahrscheinlich nie fertiggestellt. Historiker sagen, dass die Kathedrale eines der schönsten gotischen Bauwerke im Norden gewesen wäre. Die Kathedrale besteht aus einem einfachen, rechteckigen Kirchenschiff. Eine kleine Sakristei an der Nordseite weist Spuren von Pflasterung und Altarfundamenten auf und war möglicherweise der einzige Teil des Gebäudes, der fertiggestellt wurde. Auch ein Turm war offenbar im Bau. Nur die Mauern der Kirche stehen noch, und einige wenige verzierende Elemente sind erhalten.

    Von der dritten Kirche stehen nur noch einzelne Mauerteile, der Rest ist dem Meer zum Opfer gefallen.
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  • Kirkjubøargarður

    26 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ 🌬 13 °C

    Das Bauernhaus Kirkjubøargarður stammt aus dem 11. Jahrhundert. Ich konnte gegen eine kleine Gebühr das alte Wohnzimmer besichtigen, das heute von der 17. Generation der Familie genutzt wird, die den Hof betreibt.
    Kirkjubøur ist auch der Geburtsort von Joannes Patursson (1866–1946), dem Anführer der Unabhängigkeitsbewegung der Färöer im 20. Jahrhundert.
    In einem Nebenraum des Hofes fand ich außerdem zwei Modelle der Kathedrale, die zeigen, wie sie vermutlich früher aussah.
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  • Skálvík

    27 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ⛅ 12 °C

    Durch den 11km langen Tunnel unter dem Meer hindurch kam ich auf die Insel Sandoy. Ich hatte mich vorab gewundert, dass überall in den Reiseführern noch auf die Fähre hingewiesen wurde, dann stellte ich fest, dass dieser Tunnel erst 2023 fertiggestellt wurde. Die lange Fahrt wurde interessant durch viele an die Wände projizierte "Felszeichnungen" entlang des Tunnels.
    Zunächst sah ich mir hier auf der Insel die kleine Kirche in Skálvík an. Da der Pastor zufällig gerade dort war, konnte ich auch das Innere angucken. Im Dezember 1889 wurde die Kirche im Nachbarort Húsavík durch einen Sturm so stark beschädigt, dass sie unbrauchbar war. Daraufhin wurde beschlossen, eine neue Kirche zu bauen, und im Juni 1890 wurde ein Entwurf für eine Kreuzkirche eingereicht. Das Parlament bewilligte 3000 Kronen für den Bau, allerdings mit der Auflage, dass die Kirche aus Holz und mit einem Torfdach gebaut werden sollte. Schließlich wurde die neue Kirche hier im Ort jedoch aus behauenem Stein errichtet und am 6. September 1891 feierlich eingeweiht.

    Anschließend besuchte ich das kleine Hafencafé im Ort und genoss ein herrliches Frühstücksbuffet. Der Besitzer setzte sich dann noch mit einem Kaffee zu mir und wir unterhielten uns über die Landschaft und das Leben auf den Färöer, das Leben in Norddeutschland und schließlich auch über europäische und Weltpolitik.
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  • Sandoy

    27 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ⛅ 12 °C

    Ich fuhr anschließend noch weiter über die Insel und hielt an einem wunderschönen kleinen Haus an einem Bergsee für einen kurzen Fotostop.
    An der Küste sah ich mir außerdem einen komplett "eingestrickten" Felsblock an.
    Angeblich zum Schutz vor Hexen haben hier Dorfbewohner zusammen den gesamten Stein mit Gestricktem umhüllt - sehr schön anzusehen!
    Auch die Kraft der Wellen hier an der Küste war wieder einmal beeindruckend.

    Anschließend verließ ich die Insel dann wieder und fuhr weiter nach Tórshavn.
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  • Tórshavn Pride

    27 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 13 °C

    Bei meiner Planung für die Färöer war mir zufällig aufgefallen, dass heute die große Tórshavn Pride stattfindet. Also nahm ich das natürlich in meine Route mit auf und war pünktlich zum Beginn am Stadion.
    Das Fest der Vielfalt und Inklusion findet jedes Jahr in Tórshavn am 27. Juli statt, dem Tag vor dem Nationalfeiertag Ólavsøka. Hier versammeln sich rund 10 % der färöischen Bevölkerung (also knapp 5.000 Menschen) zu einer lebhaften Parade durch die Straßen von Tórshavn, bei der Solidarität und Unterstützung für die LGBTQ+-Gemeinschaft gezeigt werden.
    Beim Warm-up am Stadion erfuhr ich auch, dass dies die 20. Faroe-Pride ist, also eine Jubiläumsfeier.
    Ich fand zufällig noch eine andere Deutsche und so tauschten wir uns aus und gingen dann zusammen in der Parade in die Innenstadt. Viele der Bewohner entlang der Strecke hatten ihre Häuser selbst mit Flaggen geschmückt und jubelten uns aus den Fenstern zu. In der Innenstadt angekommen gab es dann Bühnenprogramm mit viel Musik und ein paar Reden, von denen ich jedoch nichts verstand... Dennoch begeisterte mich die Erkenntnis, dass die junge Frau am Mikrofon (Google verriet mir, sie ist 28) die Bürgermeisterin von Tórshavn ist!
    Während der Konzerte kam plötzlich jemand an und machte mir ein Kompliment zu meinem T-Shirt (ein Ottifant mit Regenbogen). Außerdem gab er mir seine große Regenbogenflagge - er wolle jetzt tanzen gehen und habe keine Lust, die weiter zu tragen. Ich fragte noch einmal nach, aber ja, er war sich sicher, und nun habe ich wohl eine neue Regenbogenflagge.
    Gegen Abend war das Bühnenprogramm dann auch beendet und ich lief müde, aber fröhlich nach Hause.
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  • Ólavsøka

    28 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 13 °C

    Ólavsøka ist seit dem 13. Jahrhundert der Nationalfeiertag der Färöer am 28. Juli und besonders am 29. Juli. Er hat seinen Namen vom norwegischen König Olav Haraldsson, der später heilig gesprochen wurde. Es ist zugleich ein christlicher Feiertag, Tag der Parlamentseröffnung, Sportereignis und Volksfest.
    Ólavsøka ist die färöische Form der lateinischen vigilia sancti Olavi (lateinisch vigilia, färöisch vøka und bedeutet Wacht). Nur auf den Färöern ist das Olavsfest noch ein fester Bestandteil des Kalenders.

    Die Ólavsøka wird offiziell am 28. Juli um 14 Uhr Ortszeit eröffnet und klingt am 29. Juli um Mitternacht mit einem gemeinsamen Singen von Volksliedern aus. Da die Ólavsøka mitten in der Hochsaison liegt, ist sie auch eine besondere Touristenattraktion - von der ich jedoch wieder nur zufällig erfahren hatte. Hotels und Campingplätze sind meist schon ein halbes Jahr vorher ausgebucht, weshalb ich auf einem einfachen Parkplatz hinter dem Stadion übernachtete.

    Heute Vormittag machte ich mich dann auf den Weg in die Stadt, um die offizielle Eröffnung zu sehen. Dabei lief ich durch den wirklich schönen Stadtpark, der Bäume, Teiche und einen See zu bieten hatte.
    Im Stadtzentrum angekommen, war ich pünktlich zur inoffiziellen Eröffnung des Festes. Beim Middagssangur werden gemeinsam traditionelle Kinderlieder gesungen.
    Ich holte mir dann auch einen Liederzettel, um etwas folgen zu können und mir die Texte zu übersetzen.
    So sangen wir zum Beispiel das Lied von der Pulverhexe Karmarina:
    Pulvurheksin Karmarina etur sum ein grótmaskina.
    /:Simmesum, simmesum, vælígagnist, um-bumm-bumm :/
    Krutt og krabbar gresjar í seg, afturvið hon drekkur lýsi. ://:
    Krutt og krabbar sprakla illa, gera hana púra villa. ://:
    Ov nógv fekk hon inn í grúkin tí fekk hon so ilt í búkin. ://:
    Krutt og krabbar spýði upp hon og tí gjørdi einki kubb hon. ://:

    Zu deutsch ungefähr:
    Pulverhexe Karmarina fährt wie eine große Maschine.
    /: Simmesum, simmesum, gute Fahrt,
    um-bumm-bumm :/
    Krabben und Krebse stopft sie sich rein, dazu trinkt sie Lebertran.
    Krabben und Krebse zappeln wild, das macht sie ganz verrückt.
    Zu viel kam in den Bauch hinein, drum bekam sie Bauchweh.
    Krabben und Krebse spuckte sie aus, und so hat sie nichts geschafft.
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  • Skrúðgonga og setan

    28 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 13 °C

    Mit einer Parade wurde das Fest dann offiziell eröffnet.
    Mit etwas Glück bekam ich noch einen Platz an der Strecke.
    Voraus ritt eine Fahnenträgerin auf einem Pferd, danach folgte dann die Tórshavn Brass Band. Anschließend liefen sämtliche Sportvereine der Färöer hinterher, darunter auch der Reitverein, und abschließend die Mitglieder des Stadtrates.
    Vor dem Rathaus endete die Parade dann und die Handballspielerin Turið Arge Samuelsen hielt eine Rede zur Eröffnung - von der ich jedoch nur Bruchteile verstand. Ich glaube, es ging darum, was die Färöer ihr als Heimat bedeuten.
    Danach spielten die Bläser noch die Nationalhymne und die Menschenmassen verliefen sich in einem Straßenfest.
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  • Reyn und Tinganes

    28 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 13 °C

    Die Altstadt von Tórshavn, Reyn, ist ein kleines Viertel mit schwarz geteerten Häusern, weiß gerahmten Fenstern und Torfdächern. Bemerkenswerterweise leben und wohnen die Menschen noch immer in diesen Häusern aus dem 14. Jahrhundert. Ich schlenderte durch die charmanten, engen und verwinkelten Gassen und erlebte eine herrliche Mischung aus Alt und Neu.

    Die felsige Landzunge von Tinganes an der Küste von Tórshavn und hinter Reyn ist seit mehr als tausend Jahren der Sitz des färöischen Parlaments. Nach dem Stadtfest machte ich mich auf den Weg dorthin. Dabei bekam ich sogar noch den Zieleinlauf des traditionellen Ruderrennens mit - ich hätte nicht gedacht, dass Rudern solche Begeisterungsstürme auslösen kann... Selbst ein kleines Feuerwerk gab es beim Zieleinlauf - am hellichten Tage aber etwas unspektakulär...

    Als sich die Massen dann verzogen, erkundete ich weiter das Regierungsviertel.
    Ursprünglich war das Thing in Tinganes eine öffentliche Versammlung oder Althing, bei der sich alle freien Männer der Färöer-Inseln zu Diskussionen treffen konnten und allgemeine Angelegenheiten entschieden wurden. Später wurde es zu einer Løgting (Gesetzesversammlung), der ein Løgmaður (Gesetzesmann) vorstand, und bei der Vertreter aller Regionen anwesend waren.
    Das Thing kam ein Mal jährlich im Sommer zusammen und wurde traditionell um den Ólavsøka abgehalten. Ursprünglich fand die Versammlung im Freien auf der Landzunge statt, wurde aber später in die kleinen Gebäude auf Tinganes verlegt.
    Ab 1274 arbeitete die Gesetzesversammlung nach den norwegischen Gesetzen.
    Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war der Einfluss des Løgting immer mehr zurückgegangen und die Vertreter des Königs gewannen an Macht. Im Jahr 1816 wurde das Thing dann vollends abgeschafft und die Färöer-Inseln wurden zu einer Amtskommune Dänemarks, die von einem Präfekten und Beamten regiert wurde. Das Løgting wurde jedoch 1852 wieder aufgenommen und wächst seitdem stetig.

    Heute befindet sich der Amtssitz des Premierministers in einem der Gebäude auf Tinganes. In diesem Gebiet stehen einige der ältesten Häuser der Stadt, manche sind aus dem 14. Jahrhundert, während andere aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Diese Häuser werden bis heute genutzt. Am Ufer sind außerdem eine Reihe von bearbeiteten Steinen und Felsen sichtbar, weil aktuell Flut war, entdeckte ich jedoch nur eine Rune. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Felszeichnungen mit den Aktivitäten während der Things in Zusammenhang stehen.
    Ich spazierte also einfach so zwischen Finanz- und Außenministerium hindurch, spähte durch das Fenster des Regierungsgebäudes und fand sogar ein ganz frisch schwarz geteertes Holzhaus - ich liebe diesen Duft ja...

    Erschöpft vom vielen Laufen machte ich mich dann auf den Rückweg zum Camper.
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  • Gottesdienst und Parlamentseröffnung

    29 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 12 °C

    Ólavsøka markiert auch die jährliche Eröffnung des färöischen Parlaments, Løgtingið, eine Tradition, die seit über 900 Jahren besteht. Am Morgen des 29. Juli ziehen die Parlamentsmitglieder, Regierungsminister, Priester der Nationalkirche der Färöer und andere Beamte in einer Prozession zur Kathedrale von Tórshavn, wo ein Gottesdienst stattfindet.
    Ich wäre noch in den Gottesdienst rein gekommen, hätte dort aber wegen der TV-Übertragung bis weit nach Ende sitzen bleiben müssen. Daher entschied ich mich, den Einzug der Würdenträger von außen zu betrachten. Es ist schon irgendwie seltsam, wenn die gesamte Regierung eines Landes durch vier Polizisten beschützt wird...
    Anschließend folgte ich der Live-Übertragung des Gottesdienstes auf dem Handy. Auch wenn ich wenig verstand, erkannte ich doch immerhin die liturgischen Elemente wieder.

    Nach dem Gottesdienst zog die Prozession wieder zurück zum Parlamentsgebäude, wo der Ólavsøku-Projektchor sang. Ich hatte einen Platz in der ersten Reihe ergattert und bekam schließlich sogar ein bisschen Gänsehaut, als der Chor mit der gesamten Menge schließlich vierstimmig die Nationalhymne sang.
    Die offizielle Eröffnung des Parlaments erfolgte dann durch die jährliche Rede des Premierministers (Løgmaður) und seine Ansprache an das Parlament und die färöische Nation. Dies fand allerdings im Parlamentsgebäude statt. Zunächst schaute ich durchs Fenster, bis ich dann bemerkte, dass die Türen alle offen standen. Also ging ich einfach kurz ins Parlamentsgebäude hinein. Weil ich natürlich wieder nichts verstand, ging ich dann jedoch wieder und erkundete weiter die Stadt.
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  • Weiter durch Tórshavn

    29 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 14 °C

    Ich entdeckte noch ein weiteres kleines Stadtviertel mit engen Gassen und alten Häusern und fand einen Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt.
    Schließlich fand ich auch den Chor wieder und hörte hier einen Moment zu. Zurück in der Innenstadt war überall Musik - Chöre, Blasorchester und kleinere Gruppen. Perfekt, um einfach nur zu sitzen und die müden Füße zu entlasten. 😉

    Anschließend kehrte ich mit dem Bus zum Camper zurück. In und um Tórshavn gibt es ein komplett kostenloses Busnetz, an den Haltestellen gibt es sogar eine Live-Übersicht, wo die Busse gerade sind.
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  • Mitternachtssingen

    30 июля 2025 г., Фарерские острова ⋅ ☁️ 12 °C

    Beendet wird der Nationalfeiertag traditionell mit dem gemeinsamen Mitternachtssingen.
    Ich war also rechtzeitig wieder im Stadtzentrum und organisierte mir ein Liederheft.
    Das vorausgehende Konzert der Blaskapelle der Heilsarmee endete mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne - ein perfekter Einstieg zum gemeinsamen Singen.
    Da ich weder Anfang noch Ende der Menschenmassen erkennen konnte, kann ich schwer schätzen, wie viele dort waren. Von dem, was ich sehen konnte, waren es jedoch bestimmt 10.000 Menschen.
    Wir sangen gemeinsam insgesamt 19 Lieder. Nach und nach wurde ich auch sicherer in der Aussprache der Liedtexte und gab mein bestes, um mitzusingen. Wenigstens vollkommen melodiesicher das ich dann bei dem Lied "Hvør skuldi ganlar gøtur gloymt", nachdem ich "Nehmt Abschied, Brüder" erkannte.
    Nach dem letzten Lied gegen 01 Uhr nachts ging es dann nahtlos über in den traditionellen Kreistanz. Als erstes lernte ich, dass man für Kreistanz keineswegs einen Kreis braucht - das wäre aufgrund der Enge hier auch gar nicht möglich gewesen. Ich beobachtete den Tanz eine Weile von meinem "Podestplatz" aus auf den Stufen zum Parlament und wollte mich dann eigentlich nur durch die Menge hindurch zurück zum Camper schlängeln. Aber ehe ich wusste, wie mir geschah, war ich plötzlich Teil eines so genannten Kreises und tanzte mit. So schwer war das zum Glück nicht: Rechts - Tap, Links - Step, Links - Tap und wieder von vorne.
    So war ich dann erst gegen kurz nach 3 Uhr nachts mit wirklich müden Füßen zurück am Camper.

    Wie schön, dass ich dieses Fest und die Kultur so hautnah miterleben konnte!
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