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Camino del Norte 2026

Un’avventura di 20 giorni di Klein Pip Leggi altro
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    🇪🇸 Fisterra, Spanien

    Fauler Nachmittag

    3 ore fa, Spagna ⋅ ☁️ 19 °C

    Da es auch nach einem ausgiebigen Nickerchen immer noch neblig ist und für heute Abend sogar Gewitter angesagt sind, beschließe ich, alle größeren Unternehmungen auf morgen zu verschieben.

    Stattdessen ziehe ich meinen Bikini an (Mhm, ich hab in also mindestens 1x angehabt!) und darüber meine langen Klamotten, die ich seit ungefähr 2 Wochen nicht mehr getragen habe. So kann ich alle anderen Sachen zu dem Waschsalon bringen, der hier gleich um die Ecke ist, und die Sachen mal so richtig gründlich durchwaschen. Leute, heute Abend bin ich so sauber und duftig wie schon lange nicht mehr!! 🤩

    Danach gehe ich shoppen. Zwar ist das Wetter heute nicht gerade Sommerkleid-trächtig, aber ich will unbedingt mal wieder was anderes anhaben als Wanderklamotten!!

    Und weil ich danach so richtig Hunger hab (Das Mittagessen hab ich verpennt. Gott hilf!), gibt's ne Pizza von der Dönerbude, nachmittags um 5. Der Hobbit in mir ist etwas verwirrt.

    Den Rest des Abends vergammle ich dann in meinem Hotelzimmer, schaue dem Platzregen zu, der irgendwann mal runterkommt (Gewitter gab's bisher keins) und mache keinen Schritt, der nicht unbedingt nötig ist.
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  • Spaziergang nach Fisterra

    Oggi, Spagna ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach einer etwas unruhigen Nacht verlasse ich die Herberge um kurz nach 7 und trotte etwas müde drauflos.

    Heute sind ungewohnt kühle 20 Grad angesagt und der Grund wird schnell klar: Der Wind drückt dichte Nebelwolken vom Meer her landeinwärts, die Sonne ist kaum zu sehen.

    Der Weg führt ein kurzes Stück neben der Straße ins Nachbardorf Corcubión und danach leider nicht bequem am Meer entlang, sonder auf einem Pfad STEIL bergan über die Klippe, nur um gleich darauf genauso steil wieder hinunter zu führen. Die geöffnete Bar am Fuß der Klippe versöhnt etwas mit der morgendlichen Anstrengung. Ich bin jetzt jedenfalls wach. 😆

    Der Anstieg danach ist deutlich freundlicher und nachdem die Klippe Nr. 2 überwunden ist, geht es noch ca. 2,5km über eine mit Schieferplatten gepflasterte Strandpromenade nach Fisterra hinein.

    Je näher man dem Ort kommt, desto dichter wird der Nebel, am Ende laufe ich durch eine Art feinen Sprühregen. Ob ich meinen Bikini wohl umsonst gekauft habe??

    Um 11 Uhr bin ich am Hotel, das sehr zentral in Fisterra gelegen ist. Zwar ist die offizielle Check-in-Zeit erst um 4, aber die freundliche Rezeptionistin hat ein freies Zimmer, das ich schon jetzt haben kann. Ich nehme also meine Hobbithöhle für die nächsten zwei Tage in Beschlag, verputzen den 11-Uhr-Imbiss (Hobbitgewohnheit 🤷‍♀️) aus meinem Rucksack, dusche und ruhe mich erstmal aus.
    Am Nachmittag soll die Sonne etwas rauskommen. Entweder gehe ich dann zum Strand und morgen zum Leuchtturm am Kap oder umgekehrt.
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  • Lieblingsetappe?

    Ieri, Spagna ⋅ ☁️ 24 °C

    Kurz nach dem Ortsausgang muss man sich entscheiden: linksrum nach Fisterra oder rechtsrum nach Muxia. Da ich meine Unterkünfte für die nächsten Tage bereits reserviert habe, ist die Entscheidung klar: linksrum!

    Der Weg führt wunderschön durch die Galizischen Berge, weitgehend auf einer Höhe, und bietet tolle Ausblicke. An einer Kapelle gibt es eine Picknickbank im Schatten, wo ich mich zu einem lustigen Spanier setze, der zwar kein Englisch spricht, aber die Verständigung funktioniert erstaunlich gut. Dies ist schon sein zwölfter Jakobsweg! 😲

    Um kurz nach halb 11 - ich bin meinem Speiseplan etwas voraus - mache ich ein Picknick im Schatten, esse mein Bocadillo, lüfte die Füße, lasse die Socken trocknen, massiere die Waden... was der Pilger halt so tut in einer Pause 🤷‍♀️

    Ab jetzt geht es stramm bergab und nach einer Wegbiegung ist ein deutlicher Unterschied bemerkbar: Es ist auf einmal deutlich kühler und es weht eine leichte Brise. Der Atlantik ist jetzt nicht mehr weit und das Gehen wird gleich viel angenehmer.
    Nach einer Weile kann man das Meer auch zum ersten Mal sehen! 🌊

    Tatsächlich sind es nur 13,5km bis zur nächsten Bar, in der ich mir eine Limo gönne und das Pilger-Pausenprogramm wiederhole. An einem Tisch draußen vor der Bar, versteht sich. Drin sollte man seine Stinkefüße definitiv nicht auspacken! 🧐

    Nach gerade mal einem weiteren km bin ich schon in Cee, checke um kurz vor 1 in der Herberge ein und beschließe, nach dem Duschen und Wäschewaschen etwas essen zu gehen. Der Hobbit in mir braucht sein Mittagessen. 🤤

    Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich man die Tage auf dem Camino erleben kann! Heute war vielleicht meine Lieblingsetappe auf der ganzen Reise. Der Weg war wunderschön, nicht zu anstrengend, der schlimmsten Hitze bin ich entkommen und ich hab den ganzen Nachmittag Zeit zum Ausruhen, Nichtstun und patatas bravas essen 👌

    Morgen ist mein letzter Lauftag, sogar eher nur ein halber: Bis zum Ort Fisterra sind es nur 11,5km und dann nochmal 3,5 bis zum Leuchtturm am Ende der Welt.
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  • Frühstart

    Ieri, Spagna ⋅ ☁️ 20 °C

    Gestern Abend beim Schlafengehen habe ich beschlossen, heute etwas früher aufzustehen, um der Hitze zuvorzukommen. Als mich der Vibrationsalarm meiner Armbanduhr um 05:30 Uhr weckt, bin ich die letzte im Schlafsaal. 😆

    Ich verlasse die Herberge um 6 mit einem Schokohörnchen aus dem Snackautomaten in der einen Hand (= Frühstück Nr. 1) und der Taschenlampe in der anderen.

    Der Weg führt gleich nach dem Ortsausgang kurz, aber knackig bergauf und geht dann in eine Art Höhenweg über, der in der Morgendämmerung wunderschöne Ausblicke bietet.

    Nach 3km erreiche ich das nächste Dorf, dessen Bar bereits geöffnet hat. Zeit für Frühstück Nr. 2! 😁

    Nach weiteren 1,5km kommt noch eine Bar mit einem sehr furchteinflößenden Schild: letzte Bar für die nächsten 15km! 😨
    Solche Warnungen muss man ernst nehmen und ich frage nach einem Bocadillo zum Mitnehmen. Der 11-Uhr-Imbiss ist gesichert. 👍
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  • Übern Berg

    22 giugno, Spagna ⋅ ☁️ 24 °C

    Das erste richtige Frühstück gibt es heute erst nach 8km. Es ist schon wieder recht warm und vor allem schwül, obwohl ein leichter Wind geht.
    Ich habe bereits nach der Hälfte des Hörbuchs eine Theorie, wer der Mörder ist, aber noch 5 Stunden Hördauer übrig.

    An einer Stelle gibt es eine Alternativroute durch einen etwas größeren Ort, die aber 1km länger ist. Ich entscheide mich für den kürzeren Hauptweg, ohne jedoch das Höhenprofil zu checken, was sich als Fehler erweist: der Anstieg in der prallen Sonne ist grausam und meine Füße schmerzen jetzt wieder ziemlich. 🥵

    Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis ich über den höchsten Punkt bin und den nächsten Ort erreiche, wo ich in der erstbesten Bar halte. Den 11-Uhr-Imbiss habe ich um eine Stunde verpasst und ich muss mein Bocadillo gegen einen sehr niedlichen potenziellen Mitesser verteidigen, jedenfalls emotional. Der Kleine schaut erbarmungswürdig hungrig drein.

    Mein linker Vorfuß tut trotz Schmerztablette bei jedem Schritt weh und ich merke, dass ich heute einfach nicht den nötigen Kampfgeist habe, mich die noch fehlenden 6km durchzubeißen. Daher bitte ich die Barkeeperin, mir ein Taxi zu rufen. Heute muss ich echt niemandem etwas beweisen. 😮‍💨
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  • Guter Rat ist teuer

    22 giugno, Spagna ⋅ ⛅ 18 °C

    Es schläft sich leider nicht so gut, wenn man erfährt, dass die Krankenversicherung den geplanten Klinikaufenthalt nicht zahlt. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als heute dort anzurufen und abzusagen, denn ohne die Kostenübernahme würde mich die stationäre Behandlung mehrere zehntausend Euro kosten.

    Ziemlich bedrückt mache ich mich morgens auf dem Weg. Die Bar bietet Frühstück erst ab halb 8 an, was für Pilger ziemlich inakzeptabel ist, so begnüge ich mich mit einem Automatenkaffee und einem Schokohörnchen aus dem Snackautomaten. Das Hörbuch gibt es heute gleich von Anfang an auf die Ohren, damit sich das Gedankenkarussell nicht unaufhörlich dreht.
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  • Ewig dauert der Weg

    21 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 30 °C

    Die zweite Hälfte des Weges zieht sich heute echt ewig, sie ist mal wieder fast doppelt so lang wie die erste! 😰
    Es geht beständig bergauf und immer wieder an der Straße entlang. Ich brauche unzählige Trinkpausen und bin froh, als ich einmal an einem Trinkwasserbrunnen auffüllen kann.

    Ich bin jetzt nahezu alleine auf dem Weg, Jamie und George sind schon in Negreira ohne mich weitergezogen (obwohl sie weniger weit gehen müssen als ich) und nur selten werde ich noch von anderen Pilgern überholt.

    Ich wäre echt gern schneller unterwegs, manchmal ist es schon nervig, eine der allerlangsamsten zu sein. 😰 Aber weder meine Unsportlichkeit noch die empfindlichen Achillessehnen erlauben mir ein höheres Tempo und ich brauche auch recht viele Pausen, um meinen Körper am Laufen zu halten. 🤷‍♀️ Bin eher ein Igel als ein Hase. 🦔

    Die Hitze ist echt gnadenlos heute! Gott sei Dank gibt es 4km vor dem Ziel nochmal einen Kiosk, ich gönne mir ein weiteres Limo mit Eis für die Füße und ein Cornetto Eis für die gute Laune. Was mich danach am Laufen hält, sind ein Ibu und mein Hörbuch-Krimi. Und es geht nochmal ein ganzes Stück bergauf!
    🥵🥵🥵

    Endlich, es ist schon nach 4, schleppe ich mich klatschnass geschwitzt nach Vilaserío hinein.
    Das "O Rueiro" besteht aus drei Gebäuden: der Bar, der Herberge und der Pension. Da ich zu doof war, herauszufinden, wie man ein Herbergsbett reserviert (auf meine WhatsApp-Nachricht habe ich nie eine Antwort bekommen) und auf Booking.com nur die Pensionszimmer zu finden sind, habe ich heute also ein eigenes Zimmer mit Doppelbett, richtigem Bettzeug, eigenem Bad und echten Handtüchern! Herrlich! 🎉
    Es gibt hier auch einen extra Wäscheständer für die Pensionsgäste, den im Moment außer mir niemand benutzt.
    Das allerbeste ist aber die Klimaanlage!! Leute, ich werde heute Nacht so kühl schlafen wie seit Tagen nicht mehr!
    🤩🤩🤩
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  • Ganz schön viele Höhenmeter!

    21 giugno, Spagna ⋅ ⛅ 26 °C

    In der zur Herberge gehörenden Bar gibt es Frühstück ab halb 7, sodass ich um kurz nach 7 aufbreche.
    Hinter dem nächsten Dorf geht es für 3km gleich ziemlich steil bergauf und ich bin froh, diese Strecke morgens und nicht erst in der Mittagshitze zu bewältigen.

    Kurz nachdem der höchste Punkt erreicht ist, gibt es eine Bar, die aber geschlossen ist. Schade.
    Doch gerade als ich daran vorbeilaufe, geht der Rollladen hoch und das Fenster auf. Ich frage, ob es Kaffee gibt. Es gibt! Yes! Ich winke George und Jamie und wir gönnen uns eine Pause (und ein Klo).
    Meine Essgewohnheiten gleichen immer mehr dem eines Hobbits: Erstes Frühstück, zweites Frühstück, Elevenses, Mittagessen, Nachmittagstee....

    Kurz darauf werden wir von zwei Reisebussen überholt, die ihre Fracht an der alten Römerbrücke von Maceira ausspucken. Wir schlängeln uns zwischen den Touris hindurch und werden beäugt wie Kuriositäten.

    Der Weg führt jetzt meistens über die bekannten Hanghuhn-Langstraßen, sodass ich froh bin, Negreira zu erreichen. Etwa die Hälfte des Weges für heute ist geschafft und es ist fast 11, also Zeit für ein Bocadillo. Ich bestelle Aquarius mit Eis und kühle meine Achillessehnen.
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  • Schweißtreibende 10km

    20 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 30 °C

    Es ist schon nach 11, als ich in Richtung Finisterre aufbreche, und es ist bereits mal wieder ziemlich heiß. Der Weg führt erstaunlich schnell aus der Stadt hinaus, bietet aber wenig Schatten. Echt verrückt, sich vorzustellen, dass es zuhause gerade nochmal fünf Grad heißer ist! 🥵🥵🥵

    Zweimal mache ich eine kurze Pause, als sich schattige Stellen dafür anbieten, und bemühe mich, meinen Wasservorrat zu verringern. Ich trinke schon wieder viel zu wenig, gemessen an den Strömen von Schweiß, die meinen Rücken hinunterrinnen.

    3km vor meinem heutigen Etappenziel ist eine Bar - und sie hat offen! Hurra! Her mit dem Bocadillo!
    Mit diesem und zwei Dosen Zitronenlimo im Bauch trägt sich dann auch der Rucksack wieder leichter - ich glaube, ich war vorher ganz schön im Unterzucker! Und die letzten drei Kilometer sind erstaunlich schnell erledigt.

    Dusche, Wäsche, Nickerchen!
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  • Neuer Weg, neues Ziel!

    20 giugno, Spagna ⋅ ☁️ 23 °C

    Beim Frühstück im Café kommen mir plötzlich die Tränen und ich weiß gar nicht recht, warum. Eigentlich SOLLTE ich glücklich sein, in Santiago anzukommen, und wie alle anderen Pilger feiern. Aber es kommt mir seltsam bedeutungslos vor. Nach und nach wird mir klar, dass ich den Pilgerrummel in Santiago nie als das Ziel meiner Reise angesehen habe, sondern von Anfang an eher als Zwischenstopp auf dem Weg nach Finisterre.

    Um 9 Uhr öffnet die Touristinfo, wo ich mir einen Stempel hole. Ich habe nicht vor, mir eine offizielle Compostela Urkunde zu besorgen. Man muss dafür stundenlang vor dem Pilgerbüro anstehen, außerdem hab ich schon zwei. 🤷‍♀️

    Danach suche ich den hiesigen Decathlon. Ich werde ja wohl nicht bis ans Meer laufen, ohne schwimmen zu gehen! Also brauche ich einen Bikini!
    Ich finde einen hübschen blauen und dazu ein großes (schweres 🙈) Badehandtuch. Was soll's, es passt ja noch in den Rucksack. 😅

    Und dann fackle ich gar nicht lange und mache mich auf ans Ende der Welt: Heute liegen bloß 10km vor mir, aber die Zahl auf den Kilometersteinen ist jetzt wieder deutlich zweistellig.
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  • Da! Aber wozu?

    20 giugno, Spagna ⋅ ☁️ 15 °C

    Um 05:00 Uhr stehe ich auf, keine Minute länger halte ich es in dem völlig überhitzten und stickigen Schlafsaal aus!

    Außer mir sind noch ein paar versprengte Festivalbesucher unterwegs, leicht angeschickert wünschen sie mir einen guten Weg.

    Der Jakobsweg in die Stadt hinein ist genauso hässlich und langweilig wie in jede andere Großstadt. Es dauert eine Weile, bis die Türme der Kathedrale in Sicht kommen.
    Um 3/4 7 erreiche ich schließlich die Praza do Obradoiro.
    Ich setzte mich gegenüber der Kathedrale auf den Platz und fühle mich etwas... leer? Traurig? Irgendwie fehl am Platz.
    Selbst um diese Uhrzeit treiben sich bereits einige andere Pilger hier herum. Die Gepäckaufbewahrung hat noch nicht auf und man darf den Rucksack nicht in die Kathedrale mitnehmen.
    Ich weiß gar nicht so recht, wohin mit mir und habe einige Mühe, ein Café zu finden, das so früh schon geöffnet hat.
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  • Welten prallen aufeinander

    19 giugno, Spagna ⋅ ☁️ 27 °C

    Das Pilgerdenkmal auf dem Monte do Gozo ist wegen des Festivals eingezäunt und liegt mitten auf dem Zeltgelände. Die Security lässt uns aber durch und eine nette junge Frau begleitet uns dorthin.

    Auf dem Weg zurück fügen wir uns in unseren Pilger-Feierabend-Outfits erstaunlich gut in die Masse der Festivalbesucher ein, schwimmen jedoch auf dem Weg zum Restaurant ziemlich gegen den Strom.

    Tatsächlich ist die Musik von unserem Schlafraum aus gut zu hören, selbst mit geschlossenen Fenstern.
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  • Gepokert - und gewonnen!

    19 giugno, Spagna ⋅ ☁️ 27 °C

    Genau wie gestern ist ab halb 1 auf dem Camino kaum noch was los. Genau wie gestern ist es wieder ziemlich warm und genau wie gestern sind die letzten 5km die längsten, in Summe sind es heute knapp 24.

    Auf einem Felsblock im Schatten mache ich nochmal eine Trinkpause, als irgendwann Anja und Annika wieder angetrabt kommen, und wir ziehen gemeinsam weiter. Mit Gesprächen verkürzen sich die Kilometer ein wenig.

    Wir drei sind die einzigen aus unserem "Norte-Rudel", die für heute nichts reserviert haben.
    Seit Tagen wird auf dem Camino von dem Festival gesprochen, das dieses Wochenende in Santiago, genauer: auf dem Monte do Gozo, stattfindet, sodass ringsum alle Unterkünfte ausgebucht und selbst die Pilgerherbergen sauteuer sind.

    Wir drei machen uns gar nicht erst die Mühe, panisch online irgendwo zu reservieren, sondern hoffen auf ein Bett in der Herberge der Xunta de Galicia auf dem Monte do Gozo, direkt neben dem Festivalgelände. Die Xunta-Herbergen dürfen nämlich gesetzlich festgelegt ausschließlich Pilger aufnehmen und keine Reservierungen akzeptieren. Diese spezielle hier hat 400 Betten und ist im Grunde nie ganz voll, selbst im August nicht.
    Wir versuchen also unser Glück und kommen um kurz vor 3 an: außer uns sind vielleicht 10 Pilger da, nur 2 Schlafsäle überhaupt belegt. 😅 Dem Mutigen hilft das Glück!
    Die Herbergsmutter schärft uns mehrfach ein, dass die Herberge ab 22 Uhr geschlossen ist und wir danach nicht mehr hineinkommen. Wahrscheinlich können wir heute Abend aber Linkin Park von unseren 10€-Betten aus anhören! 🎉
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  • Nervtötende Menschenmassen

    19 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 21 °C

    Um 05:30 Uhr ist die Nachtruhe vorbei, in der Herberge herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Also stehe ich ebenfalls auf, packe meine Sachen, esse eine Banane und laufe los. Die Morgendämmerung setzt gerade erst ein.

    Nach 6km hat das erste Café geöffnet, von dem mir Peter und Robert aus unserem Pilgerrudel entgegenwinken, und wir frühstücken gemeinsam.
    An uns ziehen die Pilger vorbei wie Napoleons Grande Armée.

    In O Pedrouzo mache ich einen kurzen Stopp am Geldautomaten und stapfe weiter, bis ich Annika und Anja III an einer weiteren Bar treffe. Es ist 10, sodass ich mit Dr. Meier telefoniere, um meine Krankschreibung zu verlängern.

    Kurz darauf werde ich von einer Gruppe Schülerinnen überholt, die lautstark Musik dudeln lassen. Boah, heute nerven mich die Massen echt!
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  • Von der Schulklasse überrannt

    18 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 28 °C

    Hinter Arzúa läuft man überwiegend durch schattige Hohlwege, die aber noch einmal überraschend hügelig sind. Nach einem Blick auf das heutige Höhenprofil schnalle ich meine Trekkingstöcke doch wieder vom Rucksack ab, heute lohnt es sich, sie zu benutzen! ⛰️⛰️⛰️

    Aktuell ist der Françes recht ruhig, wahrscheinlich weil die erste Pilgerwelle Arzúa bereits hinter sich gelassen hat und die zweite erst noch heranrollt.
    Auf einer Bank im Schatten mache ich eine Trinkpause und bekomme Gesellschaft von zwei Holländerinnen, die vom Primitivo kommen und mich vor einer Schulklasse warnen, die uns wohl dicht auf den Fersen ist. Wir flüchten.

    Gerade als ich mich an einer Bar mit einem Aquarius und einer Empanadilla niederlasse, kommt die Meute aber dann doch nach und nach herangetrabt und ich beobachte amüsiert das mir nur allzu bekannte Spektakel einer Schulklasse auf Klassenfahrt. 😅

    Die letzten 5km ziehen sich noch einmal furchtbar dahin. Ich stelle fest, dass mir nach ca. 18km die Lust am Laufen vergeht und das Pilgern zu einer Aufgabe wird, die erledigt werden muss. Mittlerweile ist es ziemlich heiß und es sind auch kaum andere Pilger zu sehen, der Françes hat definitiv einen anderen Rhythmus als der Norte.

    Endlich komme ich an meiner Herberge in Salceda an. Halleluja!
    Und da ich über Booking reserviert habe, kann ich Gott sei Dank mit Karte zahlen, in Arzúa habe ich nämlich vergessen, Bargeld abzuheben. 🙈
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  • Einsame Landstraße

    18 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 22 °C

    Das Frühstück heute morgen ist sehr einsam, da alle anderen Pilger entweder noch schlafen oder, wie die irren Iren, schon um 5 Uhr aufgebrochen sind. So mache ich mich um halb 8 alleine auf den Weg durch den Morgennebel und verpasse beinahe die Abzweigung nach Arzúa.

    Der Weg bis dorthin entpuppt sich als etwas langweiliger Straßenhatscher und ich muss daran denken, dass Jürgen aus unserem "Pilgerrudel" in Sobrado meinte, er hätte sich die ungute Gewohnheit zugelegt, in der Mitte der Landstraße zu gehen, solange kein Auto kommt. Alle nicken wissend, keine weitere Erklärung nötig.
    Für Nichtpilger: Da Teerstraßen zu den Seiten hin abschüssig sind, damit das Regenwasser abläuft, verschiebt es einem über mehrere Kilometer hinweg unangenehm die Hüfte, wenn man am Rand läuft.

    Meine Vermutung, dass sich die in der App vermerkten Bars in Dörfern, in denen es ansonsten nix gibt, als Fehlmeldungen herausstellen, erweist sich als richtig und so erreiche ich nach 10km und einem unerwartet knackigen Schlussanstieg Arzúa, wo es definitiv Zeit für Frühstück Nr. 2 ist!
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  • Supermarkt-Siesta

    17 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 27 °C

    Auf einer Schattenbank am Spielplatz vertreibe ich mir die Zeit mit meinem Hörbuch, sodass es schon 1/4 nach 1 ist, bis ich in meiner Herberge einchecke.

    Estella, die dreisprachige Kanadierin, ist auch schon da und wir beschließen, den freien Nachmittag zu nutzen, um unsere Wäsche in der Waschmaschine zu waschen. Sie riecht jetzt wie richtige Wäsche! Außerdem gibt es hier richtige Handtücher, himmlisch!
    Während die Wäsche sich selbst wäscht, gehen wir zum Supermarkt - doch der hat von 2 bis 4 zu. Es ist 20 nach 2... 🙈
    Zeit also für ein Nickerchen 🤷‍♀️

    Der Rest des Nachmittags vergeht sehr geruhsam. Ein junges irisches Pärchen trifft ein, das morgen direkt nach Santiago durchgehen möchte, einen vollen Marathon! Nein, danke!

    Morgen stehen 21 Komma irgendwas km auf dem Plan, daher gehe ich früh ins Bett: um 20 Uhr 😅
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  • Ruhe vor dem Sturm

    17 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 25 °C

    Heute lasse ich es langsam angehen, schlafe bis 7, treffe mich mit Mona, Enrique und Annika zum Frühstück in der Bar auf dem Platz vor der Kathedrale um halb 8, laufe um 8 los.

    Nur 11,7km stehen auf dem Plan, ich habe beschlossen, noch eine weitere Nacht hier auf dem Camino del Norte zu verbringen, bevor dieser in Arzúa auf die Pilgerhorden des Camino Françes stößt.

    Bereits jetzt spürt man die Nähe zu Santiago: Gestern Abend haben wir eine Gruppe Asiaten vor dem Kloster beobachtet, alle mit winzigen Tagesrucksäcken. Die scheinen aber im Hotel übernachtet zu haben. Heute flüchte ich vor ihnen aus einer Bar, in der ich gerade noch mit Annika und Anja I ein zweites Frühstück hatte.

    (Man mutiert auf dem Camino ja ein wenig zum Hobbit: Frühstück, zweites Frühstück, Elevensies, Luncheon....)

    Kurz nach der Bar werde ich von einer Gruppe junger Spanier überholt, ebenfalls alle mit winzigen Tagesrucksäcken und nervtötend laut schnatternd...

    Um 3/4 12 bin ich schon in Boimorto und muss noch über eine Stunde lang die Zeit in einer Bar totschlagen, bis die Herberge öffnet. Ich gönne mir ein Aquarius Lemón (Mein Körper besteht wohl mittlerweile zu etwa 90% daraus) und sichte die Fotos der letzten Tage.
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  • Zu Besuch bei den Mönchen

    16 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 27 °C

    Gerade als Anja I aufbricht und ich nochmal aufs Klo gehe, kommen die beiden Dänen (Vater und Sohn?) daher, die heute Morgen um halb 6 in Miráz losgelaufen sind!?! Um nicht in der Hitze zu laufen, sagen sie. Jaaaa, trotzdem. Die spinnen! 😅

    Am Ortsausgang stehen ein paar Kühe mit Kälbern. Als ich ein Foto durch den Zaun mache, senkt Mamakuh langsam ihre Hörner! Entspann dich, Mama, ich tu deinem Baby nix!

    Mittlerweile ist es schon wieder recht warm, aber deutlich schattiger als gestern. Die letzten 5km für heute gehen schnell rum, nur die Fersen fangen irgendwann an zu brennen, wie am Ende jeder Etappe...

    Heute habe ich 2x 500ml Wasser dabei. Für eine längere Etappe bissl knapp, aber für die 15km heute schon ok. Und ich kann sie gleichmäßig verteilen! 👍

    Die Klosterherberge in Sobrado dos Monxes hat noch zu, als ich dort um kurz nach 12 eintrudle, und so setze ich mich zu Anja II in ein Café für eine Limo.
    Um Eins macht die Herberge auf, Anja und ich sind Pilger Nr. 8 und 9 in der Schlange. Mona und Enrique, die gestern die anderen Wegvariante gewählt haben, sind direkt hinter uns.
    Immer 6 Leute werden gleichzeitig eingecheckt und ich bekomme das Bett Nr. 72 in Schlafsaal 3. Nach dem Duschen und Wäsche waschen ruhen wir uns ein bisschen aus, nachher wollen wir noch mit Annika den Supermarkt auschecken und Kaffee trinken, bevor wir um 7 die Vesperandacht der Zisterzienser besuchen können.
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  • In der Pole Position

    16 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 20 °C

    Frühstück gibt es hier erst ab halb 8, d.h. wir können locker bis um 7 ausschlafen. 😅 Anja II und die beiden Australierinnen sind schon früher los, aber Anja I und ich genießen dicke Scheiben Tostada und riesige Tassen café con leche.

    Als ich um 10 vor 8 die Herberge verlasse, ist es noch neblig und kühl und man kann den Tau von den Blättern Tropfen hören. Außer uns ist niemand zu sehen, wir haben 10km Vorsprung vor den anderen Pilgern, die gestern in Miráz geblieben sind.

    Meinen Achillessehnen geht es heute Morgen erstaunlich gut, das rechte Knie zwickt beim Bergabgehen ein bisschen.

    Der Weg führt sanft bergab und bergauf an Kuhweiden vorbei (muhlos!) bis zur ersten und einzigen Bar des Tages, die ich nach 10km erreiche. Zeit für Frühstück Nr. 2!!
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  • Hitze-Hatscher

    15 giugno, Spagna ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach einem kurzen Boxenstopp werde ich von Annika eingeholt, die unfreiwillig einen Schäferhund im Schlepptau hat. Das Tier ist absolut friedfertig und trottet wie selbstverständlich vor ihr her.

    Kurz darauf kommen wir zu einem Schild: "Café 156m". Und tatsächlich gibt es in einem Gartenhäusschen nicht nur Kaffee, sondern auch Tarta de Santiago (Mandelkuchen), Snacks und einen Stempel. Wir essen in aller Ruhe und ich nehme mir noch Müsliriegel mit, da mein Snackvorrat nach dem Nicht-Frühstück unangenehm geschrumpft ist. Die Besitzerin kennt den Schäferhund und scheucht ihn davon, da ihr eigener Hund nicht gut auf ihn zu sprechen ist.

    6km weiter gibt es kurz vor Miráz eine private Herberge mit Bar. Ich gönne mir noch ein pan con tomate und etwas zu trinken, da es nach Miráz wohl nichts mehr gibt. Annika beschließt, hier zu übernachten, aber ich habe eine Reservierung in Roxica, bis dahin sind es nochmal 16km.

    Und die ziehen sich! Denn mittlerweile ist es verdammt heiß und kaum noch Schatten auf dem Weg! Der führt nach und nach immer weiter bergan, der Eukalyptus weicht Kiefern und Eichen und auf den Hügelkuppen wachsen Wacholder und Heidekraut. Der Asphalt ist an manchen Stellen so heiß, dass meine Schuhe ihr Profil hineinstempeln und die Gummistopper der Wanderstöcke darin kleben bleiben. 🥵
    Zweimal mache ich im Schatten eine Pause, setze mich hin und ziehe die Schuhe aus. Die Wasserflasche leert sich immer mehr.
    Wenn man in Miráz übernachtet und diese Strecke morgens im Kühlen gehen kann, ist es bestimmt wunderschön!

    Was mich jetzt noch am Laufen hält, ist mein Hörbuch, das ich mir in die Ohren stopfe. Aber am Ende habe ich es geschafft und checke in der Herberge ein. Hier gibt es später Abendessen und morgen Frühstück! 😊🍽
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  • Wasser und Knieprobleme

    15 giugno, Spagna ⋅ ⛅ 15 °C

    Gestern Abend gab es noch eine Änderung am Equipment: Nachdem sich der Verschluss meines Trinksystems zum dritten Mal in den letzten Tagen verklemmt hat und nun selbst mit Gewalt nicht mehr aufgeht, flieht das blöde Ding raus! So ein Glump! An der Tankstelle gibt es Gott sei Dank auch abends um 10 noch eine Flasche Wasser.
    Leider hat das zur Folge, dass mein Rucksack heute etwas Schlagseite hat. Ich hätte wohl besser zwei kleine Flaschen kaufen sollen, um das Gewicht besser zu verteilen.

    Auch das Frühstück fällt heute wieder aus: das Tankstellen-Restaurant hat montags zu 🙈

    Der Weg führt wunderschön durch den Wald, das würde dem Robert sicher auch gefallen. Auch den Achillessehnen geht es - toi, toi, toi - gut, das Eis hat geholfen. Aber mein rechtes Knie tut nach wie vor weh, insbesondere bergab. Mal sehen, wie gut ich heute vorankomme, 25km stehen auf dem Plan.

    Irgendwann gabelt sich der Weg und man muss sich entscheiden, ob man über Miraz oder über As Cruces nach Sobrado gehen möchte. Da ich für heute in Roxica reserviert habe, gehe ich nach links Richtung Miraz.
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  • Auftanken

    14 giugno, Spagna ⋅ ⛅ 28 °C

    Bevor ich loslaufe, werfe ich noch eine Ibuprofen ein: wenn ich so oder so gehen muss, kann ich das auch ohne Schmerzen tun!

    Der Regen hat wieder aufgehört und die Sonne kommt raus. Sofort wird es unerträglich schwül und heiß und ich stopfe die Regenklamotten in die Außentasche des Rucksacks.

    In einer Autobahnunterführung watschelt mir Enton über den Weg. Ich watschle mit.
    Wie ein sterbender Schwan schleppe ich mich jetzt dahin, die Beine sind schwer. Der Camino beweist seinen ganz eigenen Humor und führt mich am Ortseingang von Baamonde an einem Bestattungsinstitut vorbei. Na, so schlimm isses dann doch noch nicht!

    Kurz vor der Unterkunft unterschreite ich die 100km-Marke: Wer eine Pilgerurkunde haben will, braucht ab jetzt täglich 2 Stempel im Pilgerpass!

    Das Hostal, in dem ich reserviert habe, befindet sich direkt an einer Tankstelle (Super: 1,52€, Diesel: 1,62€) und ist wohl vor allem eine Brummi-Absteige. Das Zimmer ist sehr spartanisch eingerichtet, hat aber ein eigenes Bad mit Dusche und richtigen Handtüchern! Luxus!!!
    Ich verwende das kleine Tübchen Shampoo für mich und das Duschgel für meine Klamotten: Mal ein anderer Duft als sonst! Um die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen, muss ich allerdings etwas improvisieren. Anders als in Pilgerherbergen gibt es hier keine Wäscheleine.

    Den Rest des Nachmittags lege ich die Füße hoch und hoffe, dass das Tankstellen-Restaurant ein Pilgermenü anbietet.
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  • Echt jetzt, Petrus??

    14 giugno, Spagna ⋅ ☁️ 26 °C

    Kurz nachdem ich die Bar verlassen habe, fängt es plötzlich an zu regnen. Was soll das denn? So war das aber nicht abgemacht! 🌧
    Ich setze mich auf die niedrige Steinmauer am Wegrand unter einen Baum und gebe Petrus eine Banane lang Zeit zu entscheiden, ob er tatsächlich weiterregnen möchte oder ob er es lieber sein lässt.
    Er lässt es sein. Vorerst. ☁️

    Doch als ich eine halbe Stunde später gerade von "hinterm Busch" zurück zum Wegrand stackse, wo ich meinen Rucksack abgestellt habe, fängt der Regen wieder an und ein Blick in die Wetterapp verrät, dass das auch erstmal so bleibt. 🌧
    Also Regenzeug an und alles gut einpacken! Immerhin habe ich die Sachen nicht umsonst mitgebracht und so viel Geld für die neue Regenhose ausgegeben.
    (Und alle Bösewichte, die jetzt denken, ich hätte sie nur kaufen müssen, weil ich aus der alten rausgewachsen sei, möge hiermit der Teufel holen! 😤😈)

    Etwas missmutig stapfe ich vor mich hin und nicke den Kühen zu, die ungerührt auf der Weide im Regen stehen.
    Oder sind sie vielleicht sehr gerührt vom Schietwetter und haben nur genauso wenig eine Wahl wie ich?? 🐂

    Vor einer kleinen Hütte hat jemand einen Camino-Schrein eingerichtet mit einer Bank im Trockenen. Ich erreiche sie gerade, als meine Laune in den Keller sinkt und mein rechtes Bein wieder weh tut: Knöchel, Knie und Hüfte. Zeit für eine weitere Pause.
    Ich checke die Pilgerapp und beschließe, mir ein Einzelzimmer zu buchen. Zwar ist das Hostal erst 1km hinter dem Ende der Etappe, dafür muss ich heute aber auch nicht in einem Schlafsaal mit 70 anderen feuchten Pilgern schlafen. Man gönnt sich ja sonst nichts...
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  • Gut gestärkt

    14 giugno, Spagna ⋅ ⛅ 22 °C

    Es gibt Fehler, die macht man nur einmal. Ohne gescheites Frühstück zu starten, gehört dazu. So ist es bereits 20 nach 7, als ich loslaufe.
    Gleich am Ortsende geht es auf einen schmalen Pfad und dann über staubige Feldwege. Es lohnt sich, sich ab und zu umzudrehen und den Sonnenaufgang zu bewundern.

    Die erste Bar kommt nach 8km, wo Annika zu mir stößt und wir ein pan con tomate genießen. "Hattest du nicht gestern so ein Armband gekauft?" Verdammt, tatsächlich habe ich es verloren! Dankbar nehme ich meinen Schatz entgegen und verstaue ihn sicher in meiner Tasche.
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