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Weltreise mit unserer Vitila

Ein Abenteuer von Doris & Uwe mit offenem Ende. Read more
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    🇵🇦 Colón, Panama

    Comuna 13, Piedra de Peñol und Guatapé

    December 30, 2025 in Colombia ⋅ ⛅ 22 °C

    Unsere Tour durch die berühmt-berüchtigte Comuna 13 begann am nächsten Tag an einer Metrostation im Viertel Poblada um 14.00 Uhr. Die Zeit bis dahin wollten wir mit einem Spaziergang durch unser Viertel Laureles hin zum Museum de Antiochia am Botero Platz verbringen. Auf den 7 km kamen wir durch 2 winzige aber nette Parks, an hübschen Wohnhäusern aber auch städtischen Gebäuden und unzähligen einladenden Gaststätten vorbei. Alles war sehr sauber. Wir konnten auch die „Recicladores“ bei der Arbeit beobachten: Sie sammeln gegen kleines Geld (5-10 Dollar pro Tag) mit ihren Ziehwägen Metall, Pappe oder Plastik und liefern es an Recyclinghöfen ab. Sie sind teilweise organisiert und gesellschaftlich anerkannt. In einigen steilen Vierteln ersetzen oder ergänzen sie Müllwagen, die dort oft gar nicht hinfahren können.
    Leider reichte die Zeit nicht mehr für das Museum, aber der Figurenpark von Botero entschädigte etwas.
    Fernando Botero (1932–2023) war der bekannteste kolumbianische Künstler, er arbeitete als Maler und Bildhauer. Berühmt wurde er mit seinem unverwechselbaren Stil von voluminösen („aufgeblähten“) Figuren, die oft fälschlich als „dick“ angesehen werden. Ihm selbst ging es wohl mehr um das Spiel mit Formen und Volumen.
    Nach einer kurzen Seilbahnfahrt zu einem Aussichtspunkt rüber ins Viertel Comuna 13 brachte ein Kleinbus unsere Gruppe hoch in die Comuna 13.
    In den 1980er–90er Jahren war das Viertel von Guerillas, Paramilitärs und Drogenbanden kontrolliert, u.a. weil es einen strategisch wichtigen Fluchtkorridor aus der Stadt bildete. In einem Höhepunkt der Gewalt wurden 2002 in einer Militäraktion unzählige Menschen im Viertel getötet oder verschleppt. Niemand wollte danach mehr dort wohnen.
    Ab den 90er Jahren kam es infolge erfolgreicher Politik zu einem langsamen Wandel durch staatliche Sozialprogramme und verbesserte Infrastruktur. Symbolisch dafür sind die MetroCable, Kunst, Graffiti und die Rolltreppen (2011). Das Viertel steht aber heute auch für die Ambivalenz zwischen Tourismus und ungelösten sozialen Problemen.
    Der Tourismus schlug auch voll über uns zusammen… Die zentralen Gässchen und natürlich die lange Rolltreppe über 6 Etagen waren ziemlich überfüllt, und unser Guide hatte alle Hände voll zu tun, seine „Kükenschar“ zusammenzuhalten. Jedes der übereinandergestapelten Häuschen verkauft irgendwas an Souvenirs oder Essen. Wir bekamen ein lokales Eis, eine tolle Breakdance Show und ein kleines Abendessen von Kurzgebratenem. Ganz oben gelangten wir an das Rondell der Graffiti Bilder von den angesagtesten Künstlern, zu jedem konnte unser Guide was erzählen. Da allmählich die Dunkelheit hereingebrochen war, bekamen wir beim Abstieg sogar noch was vom Nachtleben mit, und die Graffitis mit z.T. Neonfarben leuchteten toll.
    Mir war es insgesamt etwas zu viel Trubel, aber man muss es wohl gesehen haben wenn man schon dort ist.
    Unser letzter Tag war ein Ganztagesausflug nach Guatapé, ein berühmtes Dorf etwas außerhalb, gut eineinhalb Stunden Anfahrt mit großem Reisebus. Nach einem Zweitfrühstücksstopp schaukelte unser Gefährt auf den Parkplatz vor dem 200 Meter hohen Monolith La Piedra de Peñol aus Granit. Eineinhalb Stunden hatten wir zum Aufstieg nur Zeit, und wir machten uns gleich dran. Erst noch eine kurvenreiche Straße hochlaufen, Ticket gelöst und ab durch die Schranke. 720 Stufen lagen vor uns, so viele wie zur Turmspitze des Ulmer Münsters. Mir war schon etwas bange gewesen. Aber das Wetter hier oben war ja nicht so heiß, und es kam durch die vielen Menschen immer wieder zum Stau auf der Treppe (= Ausrasten), so dass es gut schaffbar war. Der rundum Ausblick oben über den Guatapé Stausee war wirklich grandios. Dieser Stausee wurde in den 70er Jahren geflutet zur Elektrizitäts-
    gewinnung. Nicht alle Bewohner der überschwemmten Dörfer wurden wohl angemessen entschädigt oder umgesiedelt.
    Im Dorf Guatapé angekommen gab es etwas Freizeit zum Herumschlendern. Typisch und originell sind hier die Sockel der Häuser, die ursprünglich gegen Hochwasser angebracht worden waren. Sie wurden später mehr und mehr mit Mustern verziert, die mit der Person des Bewohners oder dem Gewerke zu tun hatten. Diese Tradition wird bis heute fortgeführt und hat das Dorf zur Touristenattraktion gemacht. Also, wenn man hier umzieht, oder nach einem Metzger ein Schreiner einzieht, muss man nicht nur das Namensschild wechseln, sonder das Relief der unteren Hauswand abklopfen und erneuern 🤣.
    Wir fanden etwas erschöpft ein süßes winziges Café für unseren Nachmittagsstopp. Zuletzt durften wir noch mit einem kleinen Ausflugsboot den Stausee befahren, was auch sehr interessant war. Reiche Medelliner haben hier am Seeufer ihre Villen stehen. Die Fahrt reichte bis hin zum - inzwischen halbverfallenen - Landhaus des Pablo Escobar. Damit schloss sich für uns irgendwie der Kreis.
    Zurück in Medellin, natürlich im Dunkeln, hatte Uwe für unseren letzten Abend etwas ganz Bedonderes herausgesucht: Wir speisten in einem noblen Dachterassen-Restaurant mit Rundum Ausblick auf das nächtlich beleuchtete Medellin. Ein Traum - auch bezogen aufs Essen.
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  • Medellin - Stadt des ewigen Frühlings

    December 27, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 20 °C

    Es ist der 25. Dezember 2025. Das Heiligabend-Essen im Steakhaus nahe der Marina mit Freunden ist ebenso vorbei wie die (sehr kleine) Bescherung auf der Vitila. Seit vorgestern wird bei uns Glühwein ausgeschenkt. Während dessen Zubereitung auf dem Herd kam durch den betörenden Duft doch noch schöne Weihnachtsstimmung auf. Uwe hatte im Supermarkt sogar noch Sternanis aufgetrieben! Zimtstangen und Nelken hab ich eh vorrätig, Orangen und Rotwein gab’s natürlich auch (Rezept ist bei mir erhältlich).
    Als wir am 1. Weihnachtsfeiertag bei Ente und selbstgemachten Kartoffelklössen saßen, entschieden wir, noch vor Silvester nach Medellin zu fliegen. Die Stadt reizte uns schon, v.a. wegen ihres Wandels in den letzten Jahrzehnten.
    Ein Flug für den 27.12. war rasch gefunden, ebenso ein schmuckes Hotel mit Balkon und 2 bequemen Stühlen dort. Da wir Anfang Januar schon nach Panama los wollten, wäre eine Reise dorthin später nicht mehr realisierbar gewesen.
    Wie angenehm war es, in den Flieger zu steigen und nach 1h 20 am Ziel anzukommen, und nicht 8 h mit dem Bus rumkutschieren zu müssen. Wir hatten die Sitzplätze so gewählt, dass wir die 2 höchsten schneebedeckten Berge der Sierra Marta auch kurz links im Blick hatten.
    Medellin liegt in einem grünen Andental auf 1300-1800 Metern Höhe, und wird wegen ihres milden Klimas als „Stadt des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Sie ist umgeben von steilen Hängen. Als die Stadt immer mehr wuchs, waren die Häusermassen nach allen Seiten die Hänge hinaufgewandert. Dies führte über die Jahrzehnte zur Isolation ganzer Stadtteile, da der Weg dorthin zu beschwerlich geworden war.
    Das Hotel hatte ich bewusst im Stadtteil Laureles ausgesucht und nicht im touristischen Hotspot Poblada. Was sich im Verlauf als leichter Nachteil erwies, da so gut wie alle geführten Gruppentouren im Stadtteil Poblada starten 🙈.
    Da wir nun diesmal wirklich den Nachmittag des Ankunftstages zur Verfügung hatten, liefen wir gleich vom Hotel noch los - wie hätte es anders sein können, bergauf auf einen Aussichtshügel, der am Samstagabend offenbar als Naherholungsgebiet der Städter dient. Leider gaben die mächtig gewucherten Bäume den Blick auf die umliegenden Stadtgebiete im Abend-Sonnenschein nur eingeschränkt frei.
    Wir strebten weiter, dem Zentrum der weltbekannten Adventsbeleuchtung in einem Fußgängerbereich parallel zum Medellin-Fluss zu. Einige mehrspurige Straßen mussten dafür überwunden werden, das ganze Gelände war eingezäunt, aber schließlich fanden wir das Eingangstor und stürzten uns ins Getümmel. Neben den großen beleuchteten Figuren im Park und einem Mega-Weihnachtsbaum waren originelle Lichterwelten über den Fluss gespannt, die sich mehrfarbig in ihm spiegelten. Die riesigen Kunstgebäude und -türme aus Pappmaschee, Draht und Lichtern waren teilweise begehbar und zeigten oft Videoprojektionen im Innern.
    Allmählich regte sich trotz der vielen tollen Eindrücke der Hunger. Die angebotenen Esswaren der Dutzende Verkaufsbuden ähnelten sich stark: Fette Würste, riesenhafte dünne Steaks, immer wieder Chicharron (in Fett gebackene Schweineschwarte) und - Vieles für uns Undefinierbares. Uwe erstand mutig ein Pappschälchen mit Essen, aber glücklich wurden wir damit nicht. Auf dem Rückweg zum Hotel kehrten wir deshalb noch in einer Pizzeria ein, deren Essen den sehr guten Bewertungen voll entsprach. Die Besitzer sprachen italienisch. Untergebracht war das Restaurant ganz bescheiden aber nett dekoriert in einem schmalen länglichen Raum, einer nach vorne verlängerten - Garage. Erfinder-
    geist zahlt sich aus.
    Da das Angebot an Unternehmungen in Medellin erdrückend groß und die Wege weit sind, schlossen wir uns alle drei Tage Halb- oder Ganztagstouren von GetYourGuide an. Es sei schon mal vorweggenommen: Wir waren mit allen sehr zufrieden, aber unser Bedarf nach Gruppen im Sightseeing ist trotzdem für die nächsten Monate, wenn nicht Jahre gedeckt 🙈.
    Als erstes interessierte uns Pablo Escobar. Er hatte in den 70er und 80er Jahren das Medellin Drogen-Kartell aufgebaut, welches Unmengen an Kokain in die USA schmuggelte. Hauptgegner war das ähnliche Cali-Kartell. Der Kampf um die Vorherrschaft im Drogenhandel wurde immer brutaler, der heutige Gedenkstein „la Piedra de los Huecos“ enthält über 10.000 Löcher als Symbol der getöteten Opfer Escobars. Escobar inszenierte sich aber auch als Wohltäter für die Armen und baute ganze Wohnblocks für sie. Deswegen ist sein Andenken auch heute noch vielschichtig. Der Staat begann ihn bald bedingungslos zu jagen. Am Ende entwickelte sich aus dem Zweikampf Escobar gegen den Polizeiapparat ein hochkomplexer Mehrfrontenkrieg zwischen Kartellen, Guerillas, Paramilitärs und staatlichen Akteuren – mit der Zivilbevölkerung als größtem Verlierer. Am 2. Dezember 1993 fand er den Tod, ob erschossen von Polizisten oder durch Selbstmord, ist bis heute umstritten.
    Unser Guide war als Zeitzeuge selbst durch den Verlust von Freunden betroffen und konnte sehr anschaulich schildern. Er führte uns neben dem Escobar-Museum und dem Friedhof auch zu dem Haus, das Escobars letzter Zufluchtsort war, bevor er auf dem Dach des Nachbarhauses starb.
    Nach Jahrzehnten extremer Gewalt hat sich Medellin seit den 2000ern stark gewandelt. Es gilt heute als Vorzeigestadt für soziale Stadtentwicklung, u. a. mit Seilbahnen in armen Vierteln, moderner Metro und Kulturprojekten.
    Vor der Escobar-Führung waren wir schon mit der Metro zu einer Seilbahnstation gefahren und hatten uns, alleine in einer Kabine mit tollem Ausblick, über die Stadt hoch hinaustragen lassen. Die Metrostationen sind hell, modern und großzügig angelegt, irgendwie bedroht fühlten wir uns nie.
    Tag 2 und 3 folgen in einem eigenen Footprint. Es gibt so viel zu erzählen…🙈
    Aber nach einem Tag stand schon fest: Medellin ist eine unbedingte Empfehlung!
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  • Cartagena zu Weihnachten - ohne Glühwein

    December 19, 2025 in Colombia ⋅ 🌬 28 °C

    Nach einer erneut nur kurzen Pause wollten wir Cartagena, Weltkulturerbe und touristisch sehr bekannte Stadt an der Karibikküste Kolumbiens, besuchen. Freunde hatten u.a. von der tollen Weihnachtsbeleuchtung dort geschwärmt.
    Die Busfirma kündigte dreieinhalb Stunden Fahrt an - da sollten wir doch am Nachmittag noch eine erste Stadterkundung machen können. Fein.
    Leider fahren die großen Reisebusse aber nicht in den Stadtzentren ab, sondern es waren jeweils 45 min. Taxizubringer nötig. Die realistische Basisfahrzeit ist wohl mit 5 Stunden anzusetzen, wegen Vollsperrung wurde unser Gefährt allerdings noch zu einem größeren Umweg genötigt, teilweise über ungeteerte Straßen 🙈.
    Kurz gesagt, es war stockdunkel als wir in Cartagena ankamen, trotzdem zogen wir freudig in unser Maisonette-Zimmer, das wir uns für 3 Nächte gegönnt hatten, ein, und streunten noch zum Abendessen durch das Altstadtviertel Getsemaní. Laut und betriebsam ging es zu in der Vorweihnachtszeit, aber noch erträglich. Wir landeten im Baroca Rooftop-Restaurant, wo wir sehr gut speisten. Die Spaghetti carbonara müssen ja immer mit Timons (mein Sohn, er ist der Spaghetti Carbonara Meister - traditionell streng ohne Sahne) Vorlage konkurrieren. Und da schnitten sie recht gut ab (9,0 auf der Scala von 10.0 🤣.
    Das Frühstücksbuffet des GHL Collection Armería Hotels war gut. Frühstück im Hotel ist wohl so ein Thema in Kolumbien, so üppig wie wir es in Europa (Italien ausgenommen 😂) gewohnt sind, ist es hier wohl nicht üblich.
    Die weiteren Erkundungen der Stadt führten uns zunächst ins Goldmuseum, wo man viel über Goldschürfen und Schmuckherstellung zur Zeit der indigenen Vorfahren lernt. Natürlich gefiel auch den Kolonialherren dieser Schmuck und die Goldvorkommen, doch sie wollten offenbar nicht entsprechend dafür bezahlen 🫣. Eine z.T. grausame Zeit.
    In Juwelierläden sind die alten Formen und Legierungen der Anhänger und Ohrringe heute wieder modern.
    Schon tagsüber waren die riesigen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte, die im und um das historische Stadtzentrum aufgebaut waren, sehr eindrucksvoll. Abends erstrahlten sie beleuchtet in ihrer vollen Schönheit. Große Bereiche der Stadtmauer und das Haupttor waren komplett mit mehrfarbigen Leuchtvorhängen geschmückt, die wellenförmig die Motive änderten. Trat man durch das Stadttor ein, befand man sich auf einer Art „Weihnachtsmarkt“ mit kleinen durchnumerierten Buden, die Essen und Geschenkartikel feilboten. Die Gerüche unserer deutschen Weihnachtsmärkte aus einer Mischung von gerösteten Mandeln, Glühwein und Fettgebackenem ziehen hier allerdings nicht durch die Gänge, und wir waren etwas enttäuscht. Man ist auch abends mit kurzen Sachen unterwegs, das ist wiederum schön….Auch finden sich nirgendwo echte Tannen, logisch. Alles besteht aus Kunststoff, Draht und Pappmaschée. So richtige Weihnachtsstimmung kam bei uns dementsprechend nicht auf, und in mir reifte der Entschluss, auf der Vitila selbst noch einen Glühwein anzusetzen. Dazu ein andermal mehr…
    In der Kathedrale fand während unserer Besichtigung eine Hochzeit statt, und es war stimmungsvoll, in angemessener Entfernung das glückliche Hochzeitspaar zu beobachten. Auf den Straßen und Plätzen finden immer wieder Musikdarbietungen statt, eine mit sehr guten Tänzern und Akrobaten konnten wir live miterleben. Natürlich spendet man hierfür gern etwas Geld.
    Am 2. Tag ließen wir wegen großer Hitze die Besichtigung des Forts aus und landeten direkt im jährlichen „Festival de Pasteles“: An vielen Fleiluftständen wurden die in große Bananenblätter gewickelten Mahlzeiten mit meist Fleisch und Reis angeboten. Wir wollten nur eine Portion davon kaufen, das gab’s aber nicht. Stattdessen erhielt Uwe das gesamte „Paket“ ausgehändigt… Teuer war es nicht, und es schmeckte lecker, als wir es in einem extra Sitzbereich zum Essen aufwickelten. Es soll auch eine Bewertung und Siegerermittlung geben, das bekamen wir aber nicht mehr mit.
    Nachmittags erholten wir uns die 2 Tage jeweils an und in unserem Hotelpool auf dem Hoteldach.
    An einem der Vormittage buchten wir eine Salsa-Unterrichtsstunde. Es war sehr angenehm, der junge Lehrer brachte uns geduldig die Basics bei. Abends herrscht in den Gassen der Altstadt ziemliches Remmidemmi, es sind hier schon viele Touristen versammelt. Es gab eine spezielle ganz enge Gasse mit lauter Musik aus unzähligen Lautsprechern mit Sitzmöglichkeiten an den Häuserwänden entlang. Das gefiel uns besonders. Die Bars unterboten sich dort abends mit den Preisen: Für 20.000 Pesos erhielt man 2 Cocktails anstelle einem (rund 5 Euro). Wir holten uns Mojitos und ließen entspannt die gut gelaunten Menschen an uns vorbeiflanieren.
    Am 2. Abend besuchten wir das sehr bekannte „Café Havanna“, nicht zuletzt wegen der Live-Musik, und um eventuell etwas Salsa zu praktizieren. Aber die live dargebotene Salsa-Musik war viel zu laut, einfach extrem. Uwe fielen seine neu gelernten Schritte gar nicht mehr ein…., und ich konnte es wirklich nur mit Uwes EarPods aushalten…
    Am letzten Abend gingen wir etwas nobler Essen ins Candé, auch mit Lifemusik, aber in dezenterer Lautstärke. Das Dinner war toll, die Bedienung sehr aufmerksam. Wenn nicht tags darauf die 8-einhalbstündige Busrückfahrt nach Santa Marta gewesen wäre, hätte es volle Punktzahl gegeben.
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  • Minca - Aussteigerdorf in den Bergen ?

    December 15, 2025 in Colombia ⋅ ⛅ 26 °C

    Wenige Tage später zieht es uns nach Minca hoch, 630 m über dem Meeresspiegel. Da es nur 45 min. von Santa Marta mit ordentlicher Bergauftendenz liegt, nehmen wir uns wieder ein Taxi. Dieses setzt uns Mitten im Ort ab, den Rest des Weges zum Eco-Hotel „Ecohabs“ müssen wir bergauf laufen. Ehrlich gesagt besteht das Dorf auf 4-5 sich im Ortskern kreuzenden Straßen und einer kennzeichnenden kleinen Brücke. Unaufgeregt. Unerwarteterweise recht wenig touristisch. Überall stehen „Motos“, Motorräder, herum, die man für Ausflüge mieten, oder mit denen man sich als Transportmittel wohin fahren lassen kann. Unsere Hotel-Hütte im Wald fällt recht hübsch aus, total aus dicken Bambusstämmen gefertigt, mit Terrasse und Stühlen draußen, umgeben von viel Grün mit Vogelgezwitscher. Das Bett ist wieder eingehüllt in ein Moskitonetzt. Sicher sinnvoll, da es keine Fensterscheiben, sondern nur Fliegengitter gibt. Nach oben zum Giebel ist allerdings vieles ganz offen, so dass sich wahrscheinlich nur „dumme“ Mücken abhalten lassen. Ich überprüfe gleich, ob diesmal Wasser aus der Dusche kommt…. Es kommt, mittelmäßig viel. Das Restaurant ist eine Bambushütte woanders im Wald, durch einen schmalen Fußweg bergab/bergauf erreichbar. In Minca geht irgendwie alles bergauf/bergab 😄.
    Am ersten Nachmittag absolvieren wir sogar noch eine Wanderung. Wie zu erwarten bergauf auf der z.T. feuchten und matschigen Schotterstraße. Es gefällt mir gar nicht. Als Ziel hat Uwe einen Waserfall mit idyllischem Café ausgesucht. Als unterwegs ein Bachlauf durchquert werden muss, streike ich. Mein Bein ist ja noch gewickelt, und ich müsste die Binden dafür abnehmen. Dazu habe ich keine Lust.
    Uwe watet also alleine durch zu Wasserfall und Gaststätte, ich ruhe mich ein wenig aus. Auf dem Rückweg kehren wir in einem anderen tollen Café ein „la Veranda“. Hier ist für uns eine „natural Lemonade“, typisch für Kolumbien, echt eine Offenbarung: Sie wird aus Limetten, Wasser, etwas Zucker und crushed ice hergestellt. Zusammen mit 2 Café con leche und 2 Riesen Schokoladenkuchen beläuft sich die Zeche auf 15 Euro. Unglaublich.
    Am nächsten Tag bin ich mehr auf Exkursionen bergauf eingestellt, und wir laufen einige Kilometer bis zum Wasserfall „Oigo el Mundo“. Ganz nett aber nicht überwältigend. Uwe entdeckt hier ein unscheinbares Schild zu einer Kaffee- und Kakaofarm, laut Internet heute geschlossen…. Wir klettern hoch- und der Familienbetrieb hat doch geöffnet. Der Vater, mit einer Indigenen verheiratet, erzählt uns sein Leben und zeigt uns nebenbei die Schritte der Verarbeitung der Kaffeebohnen, die hier noch sehr traditionell ist. Der Sohn führt vor, wie die traditionellen, hier überall angebotenen Taschen, die „Mochillos“ gefertigt werden. Danach stellt er für uns eine frische Kakaopaste aus getrockneten und fermentierten Kakaobohnen her, mit der man selbst unter Zugabe von Zucker ein Stück Schokolade kneten kann. Es gibt außerdem Café und Zimtschnecken. Abgerundet wird der Tag durch einen Walk durch die Pflanzenvielfalt der Plantage, die familiär betrieben wird und noch keine Monokultur ist. Auf dem Rückweg landen wir bei einem netten Mexikaner zum Abendessen.
    Danach schaffen wir es noch, für den nächsten Tag ein Quad zu mieten. Uwe hatte es am Straßenrand schon morgens stehen sehen… Sowas liebt er doch! Wir mieteten es für den gesamten nächsten Tag mit Guide- mit Anzahlung und einem Handschlag.
    Der junge Typ, der es vermietet hatte, machte auch unseren Guide, er fuhr mit dem Motorrad voran. Gott sei Dank hatten wir den Guide dazugebucht… Die Wege waren zum Teil sehr unwegsam, und alleine hätten wir uns dort nie entlangfahren trauen. Nachdem wir auf z.T. noch Teerwegen den höchsten einigermaßen gut erreichbaren Ort, la Tagua, besucht hatten - mit einer kleinen Jause, touristisch war nix los - ging es auf dem Rückweg noch 2 Stunden auf tief vom Regen ausgewaschenen Nebenwegen und Umwegen zurück nach Minca. Uwe kam dabei voll auf seine Kosten, musste steil bergauf und bergab manövrieren. Die Konzentration war extrem gefordert, und am Ende taten ihm die Hände ordentlich weh. Ich klammerte mich nur an ihm fest, und schloss bei Bedarf die Augen, wenn es mir zu waghalsig wurde. Einmal stieg ich kurz ab aus Angst. Das Motorrad kam hier erstaunlicherweise viel besser voran, es braucht ja immer nur e i n e Fahrspur. Im traumhaften Berghostel „Sierra Minca“ genossen wir unterwegs noch einen Kaffee mit Ausblick. Auch den Pool hätten wir nutzen können.
    Bevor wir uns am nächsten Nachmittag mit dem öffentlichen Bus, der natürlich noch billiger war als ein Taxi, nach Santa Marta aufmachten, besuchten wir noch einen lokalen Kochkurs von der Schweizerin Anja, die hier das erfolgreiche Business „ Stay and Spanish“ gegründet hat. Wir lernten dort einige Tricks des Faltend und Füllens von Empanadas kennen und verspeisten am Ende mit der netten Gruppe unsere Kunstwerke.
    Halt, beinahe hätte ich noch was vergessen: Um 7.30 absolvierten wir in der idyllischen Anlage vorher unsere erste Yogastunde. Der Lehrer Jeremias kam wie man sich ihn vorstellt: weite Hose, lange Haare mit buntem Tuch um den Kopf und sehr gelenkig. Tapfer machten wir alles mit. Mit leiser Musik und Räucherstäbchen, inmitten von Vogelgezwitscher geht es doch viel einfacher, es machte sehr viel Spaß. Ein echter Aussteiger, der vor 3 Jahren von den USA mit Kind und Kegel nach Minca übersiedelte. Es gibt sehr viele Yogasngebote hier, Kochkurse, Wandern, Basteln…. Es hat schon ein besonderes Flair dieses Minca. Und hat längst nicht so viele Touristenverkaufsstände, wie wir sie an anderen Locations noch antreffen würden 🫣.
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  • Kolumbien hat viel zu bieten …🤣

    December 11, 2025 in Colombia ⋅ 🌙 28 °C

    Seitdem wir innerhalb der Marina von Santa Marta vom lauten und zugigen T-Steg an einen besseren Liegeplatz hatten wechseln können, gefällt es uns sehr gut hier. Die Marina ist modern und sicher, der Duschbereich sehr schön.
    Außerdem darf man den Dachpool incl. Bar des nahen Marriott-Hotels mitbenutzen, ein sehr nettes Feature.
    Da uns Freunde hier vor dem nahenden Touristenansturm vor Weihnachten warnten, stürzten wir uns ziemlich schnell in unsere Land-Unternehmungen.
    Zunächst brachen wir mit 1-stündiger Taxifahrt auf in den bekannten Tayrona Nationalpark. Taxifahren ist hier sehr günstig. Und beim Erleben des wilden hupenden Verkehrs hier mit rechts und links ungestüm überholenden Mopedfahrern verging sogar Uwe die Lust auf einen Mietwagen.
    Innerhalb der Parkgrenzen gibt es zahlreiche sehr hübsche und idyllisch im Urwald gelegene Hostels. Wir liefen von der Park-Schranke zu unserem zu Fuß hin, und staunten auf dem Hauptweg schon über das seltsame Geschrei der Brüllaffen. Da wussten wir noch nicht, dass es das einzige Mal sein würde, diese so deutlich zu hören. Auf dem Weg zum Hotel gerieten wir immer tiefer ins üppig wuchernde Grün, und die einfachen Hütten der Unterkunft sind traumhaft gelegen. Von dort fuhren wir noch am gleichen Tag mit einem Minibus weiter bis zur Endstation, und wanderten am ersten Tag noch zu einem nahegelegenen Strand, an dem Baden verboten ist. Warum? Es sollen schon einige Ungehorsame in der Brandung ertrunken sein… Dass es durchaus berechtigt sein mag, bei noch höheren Wellen das Baden hier zu unterlassen, merkte ich am Beach nebenan (Baden offiziell erlaubt): Ich war mit meinem in Genesung befindlichen Bein etwas unsicher auf denselbigen, da wurde ich beim Rausgehen von einer Welle umgeworfen und von der nächsten sitzend überspült und wild im Sand herumgewirbelt. Selbiger fand sich danach in den Haaren in Massen wieder und in allen Falten des Badeanzuges. Puh!
    Am Tag darauf sollten wir das ultimative Abenteuer erleben. Es war nicht der 8 km lange Wanderweg bergauf und bergab mit Holzpfaden und vielen Treppen. Es war auch nicht der schöne Badestrand am Ende, wo wir eine ruhige etwas von der Brandung abgeschirmte Ecke ganz für uns allein entdeckten.
    Nein, es war der Rückweg zum Abfahrtspunkt der Minibusse zum Hotel im Wald. Um mein Bein zu schonen, gönnte uns Uwe einen Rückritt auf Pferdes Rücken. Dafür sollte es einen gesonderten Reitpfad geben. Gab es auch. Aber erst, nachdem wir uns ein Stück den unwegsamen und schlammigen Wanderweg mit den Wanderern geteilt hatten.
    Kurz gesagt, der einstündige Ritt war schrecklich und sicher nicht ungefährlich. Wir würden Jedem - es sei denn ein wirklich geübter Reiter - davon abraten. Die Pferde mussten lange Strecken durch tiefen, rutschigen Schlamm steigen. Dann ging es plötzlich auf engem steinigem Pfad hoch auf den Berg. Anfangs war Uwe mit seinem Tier noch vor mir, und das beruhigte mich ein wenig. Obwohl es sehr nah aufrückte und ich fürchtete, Uwes Pferd könnte deswegen scheuen. Aus meiner Zeit als aktive - wenn auch schlechte - Reiterin weiß ich noch, wie schreckhaft Pferde im Prinzip sind. Später setzte mein eifriges Tier zum Überholen an, und ich hoffte, ungewollt an die Spitze aufgerückt, das Pferd würde wohl den Weg kennen. Im Prinzip kannte es ihn auch… Aber es gab kleine „Unsicherheiten“. Von hinten schrie der Guide dann gelegentlich „a derecho !“, und ich musste zusehen, dass mein Pferd auch abbog. Und einmal gingen alle 4 Pferde der kleinen Gruppe unterschiedlich im Schlamm oder links und rechts vom Holzsteg entlang, und der einzige Guide musste kommen, und mein Pferd aus dem Schlamm praktisch mit lauten Ermahnungen auf den Holzsteg hochziehen. Einmal rief ich aus Angst nach Uwe, aber der konnte mir ja nicht zu Hilfe kommen, kämpfte selbst…
    Als der Abstieg kam musste ich öfters die Augen schließen vor lauter Angst, das Pferd würde mit seinen beschlagenen Hufen auf den Felsplatten ausrutschen. Aber - zurück konnten wir auch nicht! Uwes Pferd ging einmal so heftig durchs Gebüsch, dass er drohte, herabgerissen zu werden. Wir hatten wirklich nicht gewusst, dass Pferde so enge Wege und so steil bergauf und bergab gehen können. Wir hätten dies nur Eseln oder Ziegen zugetraut.
    Nach einer langen Stunde, wo ich mich erst dem Ende zu im flacheren Stück etwas entspannen konnte, kam endlich der Pferdesammelplatz in Sicht, und wir waren froh, dass alles gutgegangen war. Schweigend setzten wir uns danach im Hotel eine Weile in den Minipool, und mussten erst wieder runterkommen.
    Am nächsten Vormittag fuhren wir mit dem Linienbus nach Santa Marta zurück.
    Wir hatten schöne Strände, Affen, einige Vögel und ein großes Nagetier gesehen. Leider war das Bett in der Unterkunft so steinhart, dass sich nach Jahren mein Bandscheibenvorfall wieder zu Wort meldete, und ich seitdem an Schmerzen laboriere. Die nächsten Abenteuer in Kolmubien erwarten euch in Teil 2.
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  • Kolumbien ruft

    December 3, 2025, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 27 °C

    Entgegen meinem ursprünglichen Plan erst am Nachmittag den Anker zu lichten starteten wir schon am Vormittag um neun Uhr Richtung Behörden, und das sollte sich noch als sehr wichtig erweisen. Aber nun der Reihe nach.
    Die Offiziellen waren heute ausnehmend freundlich, und nach einer halben Stunde hatten wir alle Formalitäten bei Zoll und Immigration schon erledigt. Bei geringen Wind setzten wir das Groß und wollten wenig später noch die Genua dazuholen. Aus diesem Plan wurde aber leider nichts. Der Wind kam nämlich ziemlich achtern, und so hätte das Groß die Genua nur abgedeckt. Also blieb es beim Groß als einzigem Windantrieb, wir hatten eh genug Fahrt, da uns die Strömung kräftig anschob. Schade war nur, dass das Segel fast die ganzen Solarzellen abdeckte, und wir so recht wenig Strömlinge in unsere Akkus leiten konnten. Glücklicherweise hatte ich aber schon am Morgen für eine Stunde Strom mittels Generator und Wasser mittels Watermaker produziert.
    Nach dem Kaffeetrinken tauschte ich dann das Groß gegen die Genua ein. Das war offenbar etwas zu früh, da wir doch mit der Genua weniger Fahrt machten, und Sonnenertrag kam auch kein wesentlicher mehr rein. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer…
    Plötzlich klingelte bei Doris das Handy. Judith vom Marinaoffice Varadero von Aruba war dran und erkundigte sich, ob wir noch in der Marina seien. Der Zoll habe ein Problem mit unserem großen Paket mit dem reparierten Segel, und er müsse es noch einmal einkassieren. 😳😳. Wir machten ihr dann aber klar, dass wir schon seit Stunden unterwegs nach Kolumbien waren. Nach einer hitzigen Debatte auf Spanisch, die wir am Telefon mitverfolgen konnten, einigten sich die Parteien, dass wir drei Photos an Judith schicken mussten: Vom Paket, das noch ungeöffnet im Cockpit lag, von der Rechnung und dem Barcode auf dem Paket. Wir konnten unsere Reise zum Glück weiter fortsetzen. Auf meine spätere Nachfrage an Judith per Whattsapp, was denn los gewesen sei, kam heraus, dass DHL unser Paket vor der Auslieferung an die Marina und somit an uns dieses noch bei der Zollstelle Barcadero, wo wir ausklariert hatten, hätte vorbeibringen sollen. Das kam gar nicht in die Tüte. um nichts in der Welt wären wir wieder umgekehrt, lieber hätten wir einen „plötzlichen Motorschaden gehabt“. Wir beruhigten uns wieder und waren echt dankbar, dass wir tatsächlich schon weit weg waren…

    Kurz bevor die Sonne unterging, bemerkte ich dann etwas neben mir im Wasser. Bei genauerem Hinsehen konnte ich einen Delphin erkennen, und richtig, vor unserer Vitila schwamm eine ganz Delphinschule. Es mögen über 20 Tiere gewesen sein. Ein tolles Schauspiel, immer wieder schön.
    Die Nacht lief dann relativ entspannt. Ein Squall zog direkt über uns hinweg, einer knapp vorbei. Da wir schwachen Wind hatten, war dies aber kein Problem, da sich die kurzfristige Windzunahme, die ein Squall plötzlich heranführen kann, dann in Grenzen hält.
    Am nächsten Tag setzten wir nach dem Frühstück unser Levante. Zum Glück ist dieses wieder einsetzbar, denn bei diesen schwachen Winden wären wir sonst überhaupt nicht vorangekommen. Einige Squalls zogen wieder links und rechts vorbei und sorgten für ständige Winddreher, und ich musste dadurch immer wieder das Segel neu trimmen und den Kurs korrigieren. Am Nachmittag beruhigte sich dass Wetter, der Wind wehte aber weiterhin schwach. Nach dem Kaffeetrinken bekamen wir wieder netten Besuch von der Delphinschule.
    Diese Vorstellung wurde aber plötzlich durch ein Glockengeläut unterbrochen. Es war die Signalklingel am Gummi unserer Angelschnur. Ein Fisch hatte angebissen und diesen Gummi gespannt. Und wie es schien ein größeres Exemplar, denn der Zug war gewaltig. Ich ließ den Fisch eine Weile kämpfen, bevor ich versuchte, ihn ans Boot anzunähern. Lange Zeit kam er nicht an die Wasseroberfläche hoch, und ich hatte richtig zu arbeiten. Als er dann doch oben war, konnte ich einen Tuna erkennen, ziemlich groß. Leider befreite dieser sich dann durch ein paar kräftige Schläge von unserem Haken. Nichts mit Fischsuppe oder Fischsteak. Aber der Köder befand sich noch an unserer Schnur und steckte damit nicht im Fischmaul, das ist immer beruhigend.
    Die ganze Zeit schwammen und spielten weiterhin Delphine neben uns, ich hatte echt Sorge, dass sie selbst in den Haken beißen könnten. Dafür sin sie aber wohl zu klug.
    Eine Stunde später wieder Glockengeläut. Diesmal war es nicht so ein Brocken, ziemlich schnell bekam ich das Schuppentier ans Boot. Es war ein echter Bonito, eine Art Thunfisch. Petri Heil!
    Da in der Nacht der Wind stärker werden sollte, entschlossen wir uns, das Leichtwindsegel mit dem Sonnenuntergang herunterzuholen, und uns stattdessen in der Nacht mit der Genua zu begnügen. Das kostete uns zwar einiges an Meilen, aber ein zerrissenes Segel wollten wir kein zweites Mal riskieren. Die Nacht verlief ruhig, ein einziger größerer Squall zog an uns vorbei. Der Wind frischte allerdings wie vorher angekündigt auf, und es war gut, das Leichtwindsegel noch im Hellen geborgen zu haben

    Der nächste Morgen begann mit einem Segelmanöver: Dass Großsegel musste hoch. Der Wind fiel jetzt seitlicher ein, und damit ergab dies Sinn. Außerdem hatten wir noch über 100 NM vor uns bis zur Bucht von Santa Marta. Ich wollte so viel wie möglich Strecke im Hellen machen, da einiges an Unrat vor der Küste herumschwimmen soll, insbesondere werden riesige Äste und Baumstämme durch die Flüssen ins Meer hinausgespült, und damit will man ja nun wirklich nicht zusammenstoßen.
    Wir kamen gut voran, aber ob wir es noch im Hellen schaffen würden, ich hatte so meine Zweifel. Dazu kam noch, dass die Windvorhersage, im Gegensatz zu gestern, Wind bis zu 32 Ktn am Kap vorhersagte. Was soll’s, jetzt hieß es möglichst rasch vorankommen. Die Ankerbucht soll ja laut Peter ganz guten Halt bieten und nicht so schwierig sein. Bis gegen drei Uhr kamen wir gut voran, dann drehte der Wind achterlich, und ich musste ein Segel reinnehmen, da ich kein Schmeterlingssegeln (Genua auf der einen Seite und Groß auf der anderen) riskieren wollte, Wind und vorhergesagte Wellen luden nicht dazu ein.

    Etwa 10 Meilen vor dem Kap stieg dann der Wind wie vorhergesagt auf bis zu 32 Ktn an, und wir kamen auf einmal schnell voran. Die Zeit, die wir in der ersten Nacht verloren hatten, konnte ich aber nicht aufholen. Mit dem Sonnenuntergang erreichten wir die Isla de La Aguja. Hier ließen Wind und Welle merklich nach. Um 18:30 Uhr erreichten wir die Bucht von Santa Marta. Es war inzwischen stockdunkel geworden, aber die Lichter der Stadt reichten aus, um den Anker sicher fallen zu lassen.
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  • In Aruba wird alles gut?

    November 21, 2025 in Aruba ⋅ 🌬 29 °C

    Gute 2 Wochen wurden es am Ende in Aruba, viel länger als geplant.
    Wir hatten es uns so vorgestellt: 3 Tage Marina incl. 3 Pakete abholen, den neuen Genuafurler mit Hilfe der Riggerin (Mastsicherung) einbauen, die neue Genau anschlagen, um zu sehen ob‘s passt- fertig. Schön, oder?
    Dann wäre das Kapitel hier aber schon zu Ende…😥 und ihr wärt traurig.
    Wenn ihr jemals was nach Aruba schicken lassen möchtet, plant 2-3 Wochen Zoll ein. Und dann nur mit DHL-Express senden, alles andere ist noch viel länger.
    Die erste Nacht verbrachten wir vor Anker vor dem Surfside Beach und reaktivierten am Abend die Bekanntschaft mit Peter & Irene von der Zapoli, die wir Anfang 2024 in Lanzarote kennengelernt hatten. Peter war lange Jahre Arzt in München als Gefässspezialist. Er hat sogar ein kleines Ultraschallgerät an Bord dabei. Damit bekam ich abends eine Extra-Privatsprechstunde, und er konnte eine Beinvenenthombose bei mir ausschließen. Damit war der Tag für mich schon gerettet.
    Die folgenden 3 Tage in der Marina kam natürlich k e i n e s unserer 3 Pakete an, obwohl 2 davon schon beim Zoll lagen. Wir nahmen uns stattdessen ein Auto und klapperten die wenigen Sehenswürdigkeiten der Insel ab. Die Hauptstadt Oranjestad vermieden wir, zu sehr schreckten uns die meist 2 Riesen-Kreutzfahrtschiffe am Steg ab.
    Es gibt einen großen weißen Leuchturm anzusteuern, der allerdings eingerüstet und nicht begehbar war. Immerhin waren der Capucchino und Kuchen im nahen italienischen Restaurant sehr lecker.
    Als nächstes folgte eine winzige gelbe Kapelle auf einem Hügel mit einem kleinen symbolischen Irrgarten davor. Nett.
    Zuletzt erreichten wir einen hübschen wilden Fesstrand im Osten der Insel sowie 2 Natursteinbrücken. Von diesen war leider eine schon vor 20 Jahren des Nachts zusammengebrochen.
    Hervorzuheben ist die sehr gute Infrastruktur der kleinen Insel mit tollem Supermarkt (Food & Plaza) und ein Laden für Restaurantausstattung, wo wir nach 2 Tagen tatsächlich die langersehnten Tüten für unseren Vakuumierer für Lebensmittel kaufen konnten.
    Wieder raus aus der Marina und mit täglichem Check der Sendungsverfolgungen sowie Bitten an Judith im Marinaoffice, sich telefonisch für unsere Pakete einzusetzen. Ihr Eifer hielt sich in Grenzen, obwohl die Marina jeweils 60,- Euro „Bearbeitungsgebühr“ für jedes Paket einstreicht.
    Schließlich rief ich selbst zweimal bei DHL-Express an, und am Tag vor unserer geplanten Abfahrt nach Kolumbien traf das Riesenpaket mit der Genua endlich in der Marina ein 🙄. Auspacken und Testen konnten wir nichts mehr, denn das gute Wetterfenster nach Kolumbien, vorbei am „Kap Horn der Karibik“, würde nicht für immer offen stehen bleiben.
    Erwähnenswert ist noch ein weiterer kleiner Ausflug mit Peter & Irene zu einer Anlage mit riesigen runden Felsblöcken, Ayo Rocks, und einem (meist) gut angelegten Rundweg. Anfangs hatten wir uns trotzdem kurz „verklettert“ 😁.
    Auch zwei sehr nette Spieleabende mit den Beiden, einerseits mit „codenames“, was zu siebt großes Tüfteln auslöste, und andererseits mit „Wizzard“, was für uns eine Neuentdeckung war, rundeten den Aufenthalt ab. Sie lassen den Zeiger für den Gesamtaufenrhalt rückblickend doch noch ins Grüne pendeln.
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  • Auf nach Aruba

    November 17, 2025, Karibisches Meer ⋅ ⛅ 28 °C

    Der Wecker ist heute auf 6:00 Uhr gestellt, aber ich brauche ihn nicht. Um fünf bin ich schon wach, checke die WhatsApp Nachrichten, und bin schon vor dem Klingeln auf den Beinen. Schnell noch den Wassermacher angemacht, denn wir haben noch ungewöhnliche 80% Energie in den Akkus.
    Heute steht die Passage von Curaçao nach Aruba an. Eine Strecke von ca. 55 sm ist zu bewältigen, eine schöne Tagesetappe. Es ist aber wenig Wind vorhergesagt, und so will ich jeden Lichtstrahl nutzen. Folglich geht es also schon um 6:15 in der Morgendämmerung „Anker auf“.
    Die erste Stunde ist Motoren angesagt. Das ist aber nicht schlimm, so kann ich ganz in Ruhe das Levante, unser Leichtwindsegel, vorbereiten. Das hatten wir ja leider seit den Bahamas nicht mehr nutzen können, da uns ein Horn komplett abgerissen war. Heute also nun wieder die Premiere. Wird alles gut gehen?

    Der Wind legt ganz langsam von 6 auf 8 kn zu. So um die 10 kn wäre gut. Bei 9 kn ziehe ich das Oxley-Segel hoch. Alles klappt auf Anhieb. Die Leinen müssen noch feinjustiert werden, aber ansonsten passt alles. Ich habe mir inzwischen solche Softschäkel aus Dyneema hergestellt, so fällt die Ungenauigkeit der Seillänge bei immer neu zu machenden Palstegs weg, und ich kann nun genaue Markierungen auf den Leinen anbringen. So habe ich dann immer auf Anhieb ein gut abgestimmtes Setting.
    Im Moment gleiten wir mit 5-6 kn dahin und genießen das Seglerleben. Die Fahrt verläuft recht ruhig, der Wind nimmt zu bis auf 14 kn und wir machen bis zu 7 kn Fahrt. Herrliches Segeln! Gegen Mittag nimmt die Bewölkung zu und der Wind fällt auf 10 Ktn ab. Der erste Squall zeigt sich. Er ist aber noch nicht gefährlich, denn er zieht vor uns ab. Ich muss aber auf der Hut sein, wir möchten nicht wieder einen Riss im Segel riskieren.
    Auf der Höhe von Aruba teilt uns dann Peter von der ZAPOLI mit, dass wir als Erstes bei Zoll und Immigration vorstellig werden müssen. Das hatten wir so nicht auf dem Plan. Meist sind wir erst am nächsten Tag, nach einer Nacht Ankern, zu den Behörden gegangen. Das bringt unseren ganzen Plan durcheinander. Zum Glück hat der Wind wieder aufgefrischt und wir steuern mit nunmehr 7 kn unserem Ziel entgegen, welches wir um 16:15 erreichen sollen. Tatsächlich legen wir um viertel nach 4 p.m. am Zollsteg an und können die Formalitäten erledigen. Nervend dabei ist, dass zusätzlich zu Sailclaer, welches strenggenommen nur den Zoll interessiert, noch ein Formular "ED-Card“ ausgefüllt werden muss. Dazu ist im Vorzimmer des Einwanderungsbüros direkt ein Computer aufgestellt. Mit Hilfe der freundlichen Beamtin tippen wir uns durch die 3 Seiten und werden 20 Dollar leichter. Tricky dabei ist, dass „Wohnen auf dem Boot“ gar nicht vorgesehen ist, und man stattdessen als Adresse irgendein Hotel antippen muss. Da muss man erstmal draufkommen.
    Beim Zoll dann die nächste Überraschung: die Beamten verlassen tatsächlich ihr gut gekühltes Büro und folgen uns direkt mit aufs Boot, um unsere alkoholischen Getränkevorräte zu kontrollieren. Zum Glück sind sie von unserer rollenden Bar so beeindruckt, dass sie von weiteren Nachforschungen absehen. Bereits geöffnete Flaschen scheinen nicht wirklich zu zählen. Unserem Freund Peter war es da schlechter ergangen. Er hatte vor kurzem 20 Flaschen Wein vorübergehend beim Zoll abliefern müssen. Nach einer Stunde Aufenthalt können wir weiterfahren und erreichen genau um 18:00 Uhr, pünktlich zum Sonnenuntergang, unseren Ankerplatz, direkt neben Peter und Irene von der ZAPOLI.
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  • 3 Wochen Zwangsaufenthalt auf Bonaire

    November 10, 2025 in Bonaire ⋅ 🌬 30 °C

    Am 22.10. waren wir also über Klein-Curaçao wieder nach Bonaire gesegelt, um uns die Wartezeit auf das reparierte Segel zu verschönern.
    Wir kannten uns hier ja schon etwas aus. Dem Problem mit dem fehlenden Internet durch Starlink-Blockade auf der Insel versuchten wir mit Bojen-Liegen vor der Marina zu begegnen. Die Verbindung war aber sehr schwach und lückenhaft. Eine Digicell Karte wurde trotzdem nötig 🙄.
    Schön waren die gemeinsamen Unternehmungen mit unserem Freund Lutz von der „Mahana“. Der nahm Uwe auch mit zu dem bekannten Surf-Strand Sorobon, einer Bucht, wo es viel Wind aber wenig Wellen gibt. In Tonky Frans fand Uwe einen tollen Lehrer in der dortigen Surfschule der Brüder Frans, der auch weltbekannter Showkünstler im Wingfoilen ist. Aber aller Anfang war schwer… Üblicherweise startet man mit einem Surfbrett mit Kiel, um zunächst den Umgang mit dem Wing zu üben. Zum Schluss konnte Uwe dann aufs Foilboard wechseln, allerdings ein deutlich größeres und damit standstabileres als sein eigenes hier an Bord.
    Einen großen Gefallen konnte Uwe dem Lutz tun. Dieser hatte sich bei der Teilnahme an einer Segelregatta auf Bonaire einen Schaden an einem Ruder zugezogen. Uwe half in seiner vollen Tauchmontur dabei, das Ruder unter Wasser von unten wieder einzusetzen. Peter und Lutz standen oben und befestigten es wieder. Wäre das nicht gelungen, hätte die MAHANA möglicherweise nochmals herausgehoben oder ein bezahlter Taucher engagiert werden müssen.
    Wir dehnten auch unsere Einkaufstouren aus, genossen den Van de Tweel Supermarkt und andere, wo es sogar mal wieder trinkbaren Wein im Tetrapack gab. Sonst hier in der Karibik nicht zu finden. Diese Lagerform entlastet etwas vom Gewicht der Glasflaschen, die wir auch bei anderen Getränken zu vermeiden versuchen. Auch eine kleine Rundfahrt über die Insel zu den überschaubaren „Sehenswürdigkeiten“ unternahmen wir mit Lutz.
    Einiges an Bootsarbeiten wurde erledigt, z.b. bekam unser Aussenborder eine neue Starterbatterie. Über Lutz lernten wir Peter kennen, einen ausgewanderter Allround-Handwerker aus Deutschland. Er fand endlich heraus, warum unser Wassermacher immer Luftblasen zog, obwohl Uwe schon alle erdenklichen Dichtungen gewechselt hatte: Die Vorpumpe arbeitete gar nicht mehr, die Hauptpumpe musste mit aller Kraft saugen, und dadurch kam Luft zwischen Vor- und Hauptpumpe ins System. Peter konnte eine Vorpumpe besorgen. Wir waren sehr glücklich!
    Leider ereignete sich 1 Woche nach Ankunft auf der Insel ein Unfall beim Ablegen von der Boje. Dabei wurde mein linker Unterschenkel bis zum Knochen, der allerdings standhielt, gequetscht. Durch starkes Einbluten und flächige Hautläsionen war ich danach ziemlich in der Mobilität eingeschränkt, dem Bein tat es am besten, wenn es im Stufenbett hochgelagert wurde.
    Uwe ging daraufhin mit Lutz alleine zum Wassersport, und ich ruhte mich aus. Besonders unangenehm war, dass ich gar nicht mehr ins Wasser durfte wegen Infektionsgefahr. Und das ist bis heute, dem 21.11. leider so geblieben. Bald darf ich aber wieder reinspringen!
    Wir lernten Cor & Lilian von der „Lucia“ kennen. Diese hatten vor etwa 2
    Jahren den Katamaran Lucia40 von unseren Freunden Andreas & Annett von einem Binnensee in Deutschland, der Goitzsche bei Bitterfeld, gekauft und über die Elbe in die Nordsee verlegt. Die beiden haben viele Jahre als Flussschiffer mit eigenem Lastkahn gearbeitet. Cor ist dadurch mit technischen Belangen von Schiffen gut vertraut und auch sehr lustig und ideenreich. Mit den beiden konnte Uwe noch ein paar Tauchgänge am schönen Riff von Bonaire absolvieren. Es gab kurzweilige Abende mit den Beiden, z.b. auch beim Salsa Abend im La Cubana. Aber ich war ja gehandicapt 💃.
    Da sich die Rücklieferung des Segels hinzog, leiteten wir es gleich nach Aruba, unserem nächsten Etappenziel, um. Ob wir gut daran taten, erfahrt ihr im nächsten Beitrag 😏.
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  • zurück im Paradies ?

    September 30, 2025 in Curacao ⋅ ⛅ 32 °C

    Nachdem Uwe den Langstreckenflug mit zu wenig Beinfreiheit von Amsterdam nach Curaçao ohne Wirbelsäulenschaden überstanden hatte, freuten wir uns, dass uns unser privater Taxifahrer Nisandro pünktlich am Flughafen abholte und an unserem Stadthotel „the Ritz Village“ absetzte.
    Dort blieben wir bis zum 14.10., dem Tag des Haul-in der Vitila. Mit einem schönen Pool, sehr gutem Frühstück und der Lage mitten in Willemstad bot es viele Vorteile, um sich nach getaner Arbeit in der Hitze auf der Werft abends zu entspannen und kühl schlafen zu können.
    Uwe besserte das Coppercoat der Rümpfe aus und versuchte, den Furler der Genua zu reparieren. Dieser stellte sich jedoch als irreparabel heraus. Ein Ersatzteil wurde nach Aruba bestellt. Der ganz normale Alltag der Langfahrtsegelei hatte uns wieder….
    Einen Tag vor unserer geplanten Abfahrt Richtung Bonaire kam dann tatsächlich die schon vor unserem 7-wöchigen Heimataufenthalt bestellte neue Genua von Doyle in der Marina an. Da war die Freude riesig! Unsere Freunde Peter und Iris, deren Catamaran „IP“ auch dort im Trockenen steht, halfen beim Hissen des neuen Tuchs. Doch o weh, das Vorleak ist 10 cm zu lang, so kann das Segel nicht durchgesetzt (= gestrafft) werden. Es wurde von der Segelmacherin, die auch ganz alleine ausgemessen hatte, wieder nach Barbados zum Hersteller zurückgeschickt. Der Aufenthalt in der Region wird sich um diese Wartezeit wohl verlängern.
    Nachdem wir erneut die schmucke Stadt Willemstad ein paar Tage genossen hatten - sie ist fussläufig oder mit unseren E-Rollern gut von der Marine Zone Marina erreichbar - segelten wir mit der alten Genua Richtung Bonaire. Segeln ist allerdings etwas übertrieben, wir motorten hin, immerhin ohne großen Gegenwind. Dieser bläst nämlich meistens kräftig von Bonaire nach Curaçao.
    Nach einem Bade-Zwischenstopp auf Klein-Curacao erreichten wir am Freitag den 17.10. wohlbehalten Kralendrijk auf Bonaire. Dort trafen wir noch am gleichen Abend unseren Freund Lutz Grundmann aus Leipzig, der auf demselben Bootstyp wie wir auch die Welt umrunden möchte und jetzt neben uns an einer Boje festgemacht ist. Da gab es doch viel zu erzählen!
    P.s.: über die Ausflüge in Curaçao gibt es noch einen extra Bericht ☺️.
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  • 12 Tage Bonaire

    July 5, 2025 in Bonaire ⋅ 🌬 30 °C

    Wie glücklich waren wir, als wir nach 3 Tagen und 3 Nächten Überfahrt von der Ostküste der Dominikanischen Republik, von der Marina Cap Cana, in der weitläufigen Bucht vor Kralendrijk auf Bonaire ankamen!
    Auf Bonaire ist man verpflichtet, an Ankerbojen anzulegen, um die Korallenriffe zu schützen. Nicht so mein Ding, nach den Bojen zu angeln und sie hochzuziehen. Aber in den 12 Tagen hier habe ich mich in diesem Job eingeübt, da wir zum Tauchen öfter nach Klein-Bonaire rübersegelten und an Tauchbojen für 2 Stunden festmachten. Mit Hilfe der Mastkamera kann Uwe auch sehr zielgenau an die Bojen heranfahren, das erspart Stress und minimiert Fehlversuche.
    35 USD kostet 1 Nacht an der Boje vor dem Hauptort Kralendrijk. Erst bezahlten wir 6 und verlängerten dann.
    Wenige Tage nach uns belegte der superschöne und geräumige Katamaran COGOA neben uns eine Boje. Michael und Axel hatten wir im Oktober 24 in Almerimar kennengelernt. Es handelt sich um 2 Freunde, ehemalige Bergleute, die mit 55 in den Ruhestand gehen durften, und sich jetzt mit der Segeltour einen Lebenstraum erfüllen. Das Wiedersehen war sehr herzlich, viel gab es zu berichten. Einen Abend verbrachten wir zusammen feucht-fröhlich im „la Cantina“, einer ehemaligen Holländischen Brauerei, wo frisch gezapftes Bier ausgeschenkt wird. Ja, Holländisch hört man hier oft Reden, wir sind ja in den niederländischen Antillen. Leider nicht EU, sonst wäre es mit den Warensendungen einfacher 😬.
    Die Cogoa bekam am nächsten Tag Besuch von 7 Gästen. trotzdem unternahmen wir mit Axel und Micha am Tag danach einen tollen, entspannten Tauchgang am Riff, praktisch beginnend unter unseren Booten.
    Die nächsten Tage verlegten wir uns vormittags meist an eine Taucherboje auf der kleinen vorgelagerten Insel Klein-Bonaire. Bei ordentlich Wind und Wellen war es oft schwierig, dort anzulegen. Einmal verlor ich 2 Bootshaken ins Wasser, die Uwe aber mit dem Dinghi wieder einsammeln konnte.
    Hätte es einen Buggy zum Ausleihen gegeben, hätten wir wohl einen Landausflug gemacht. Diese spaßigen Gefährte sind aber den gebuchten Touren vorbehalten. Und die normalen Leihwagen nicht für den Nationalpark zugelassen. Und auf die langsamen Golfcarts hatten wir auch keine Lust, dazu ist die Insel zu groß….
    Wir blieben etwas enttäuscht, auch von der unfreundlichen car-rental Dame, einfach beim Tauchen, und kehrten abends, wenn wir nicht kochten, in eine der wundervollen Kneipen des Städtchens ein. Gestern Abend gönnten wir uns zum Abschluss das „it rains fishes“, mit tollem Ausblick und fast schon Haute Cuisine. Heute trabten wir zum Ausklarieren und legten gegen half elf ab Richtung Klein-Curaçao.
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  • Motorfahrt Richtung Samana Bay

    June 23, 2025 in Dominican Republic ⋅ ⛅ 28 °C

    Etwas ganz Ungewöhnliches fand heute statt. Wir starteten morgens um 6 Uhr zu einer ganztägigen Motorfahrt. Kommt bei uns höchst selten vor, ließ sich aber leider nicht vermeiden. Ein Kreuzen Richtung Samana Bay auf der Dom. Rep. ist durch eine gegenläufige Strömung sehr ineffektiv. Da wir als Katamaran ja schon keinen guten Wendewinkel haben, würde dieser bei Strömung noch verschlechtert, und wir kämen kaum voran. Begünstigt wurde diese Entscheidung dadurch, dass Petrus mit uns ein Einsehen hatte und zumindest am Vormittag die Windmaschine auf klein gestellt hatte. So konnten wir mit 5 Ktn. Gegenwind mit nur einer Maschine gemütlich dahinfahren. Gegen Mittag, ich hatte mich gerade zu einem Schläfchen hingelegt, legte der Wind jedoch zu, 15 Ktn auf die Nase, und die Ankunftszeit, geplant war 19:00 Uhr gewesen, rückte weit nach hinten. Also Hebel nach vorn, die Geschwindigkeit erhöhte sich aber nur leicht. Hatten wir doch trotz Aufpassen, etwas aufgegabelt? Auf dem Weg zu unserer Bucht wimmelt es nur so von Fischerbojen und Netzen, wenn da eine in die Schraube kommt, gute Nacht Marie. Eine andere Möglichkeit war, dass sich das Sargassum, eine Algenart, die hier leider sehr häufig vor kommt, vor Ruder und Kiel gelegt hatte. Ich stoppte versuchsweise kurz die Maschine, ließ die Schrauben sogar rückwärts laufen, und siehe da, wir machten danach gleich wieder richtig Fahrt. Inzwischen kam der Wind auch nicht mehr genau von vorn, sondern leicht seitlich. Genug um die Genua zu aktivieren. Auch diese Maßnahme erbrachte gleich wieder 1 Ktn. zusätzlich an Fahrt.
    Es ging schließlich auf Nachmittag zu, aber es drohte neues Ungemach. Dunkle Wolken brauten sich zusammen. Es begann ein Wettlauf mit der Zeit. Laut aktueller Wettervorschau sollten um ca. 20 Uhr Gewitter über unsere Bucht ziehen, wir mussten unsere Ankunftszeit also unbedingt einhalten. Um 19:00 Uhr liefen wir in die Bucht Playa El Valle ein, und halb Acht lagen wir sicher vor Anker. Für die erfolgreiche Überfahrt spendierte uns Doris ein Festessen. Es gab Kalbsleber mit Kartoffelpürree und Röstzwiebeln. Nach dem Essen war ich total „breit“, und mir fielen noch vor dem ins Bett Gehen die Augen zu, obwohl rings um uns bereits die Blitze zuckten und tiefes Donnergrollen zu hören war.
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  • Fehlstart

    June 22, 2025 in Dominican Republic ⋅ 🌬 27 °C

    Heute sollte es nun endlich in die DomRep gehen, ein Ziel war in Sicht gekommen, und das ständige Kreuzen am Wind damit hoffentlich bald vorbei.
    Hatte uns gestern ja der Wind in die Karten gespielt, musste ich heute Morgen leider feststellen, dass der Wind auf Süd gedreht hatte, und ein direkter Kurs auf die Ocean World Marina nicht möglich war. Daher beschlossen wir, noch gemütlich zu frühstücken und danach gleich aufzubrechen. Um zehn hieß es Anker auf, und wir verließen Big Sand Cay, die letzte Insel zu den Turks & Caicos gehörig. Wir setzten die Segel und nahmen Kurs auf unser Ziel. Doch was war das? Als ich meine 41° scheinbaren Wind eingestellt hatte und mir ansah, wo wir an der anderen Seite damit rauskommen würden, lag auf einmal direkt unser Ziel an! Ich hatte versäumt, vor der Abfahrt noch einmal den Wind zu checken. Dieser war nämlich wieder zurückgedreht und wehte nun ziemlich genau aus Ost. Bei dieser Konstellation wären wir so viel zu früh am Ziel gewesen, und im Dunklen wollten wir nicht in den unbekannten Hafen einlaufen. Nach kurzer Beratung machten wir eine Wende und segelten zurück an unseren Ankerplatz. Ein kompletter Fehlstart. Sowas ist uns auch noch nicht passiert.
    Doris packte ihren Computer wieder aus und Schnitt an ihrem Video weiter. Ich nutzte die Zeit und putzte nochmal das Unterwasserschiff, schwamm rüber zur Insel und machte einen kleinen Spaziergang. Am Boot wieder angekommen, reparierte ich noch die Ankerkamera. Nach dem Kaffeetrinken gegen 15:00 Uhr brachen wir dann erneut auf. Der Wind wehte noch aus der richtigen Richtung und wir kamen gut voran. Die anfangs noch recht gemütliche Fahrt am Wind wurde mit einem Mal deutlich ruppiger. Zuerst konnten wir uns das nicht so richtig erklären. Gut, der Wind hatte etwas zugenommen, aber das allein konnte es nicht sein. Strömungstechnisch war auch alles im grünen Bereich. Erst als ich zufällig in der Marine Traffic App nach einem anderen Boot Ausschau hielt, stieß ich auf eine neue Information: Anfangs war der Meeresgrund mit über 2000 m sehr tief gewesen. Später, als die ungemütliche See begonnen hatte, war der Grund auf wenige 100m angestiegen. Dadurch wurden die anrollenden Wellen steiler und verursachten dieses unangenehme Schaukelei. Leider nicht zu ändern.
    Nach dem Abendbrot trat ich dann meine erste Ruhephase an. Diese wurde aber vorzeitig unterbrochen. Erst hörte ich, wie Doris oben sprach, konnte mir erst gar nicht erklären warum. Telefonierte sie? Später bekam ich mit, dass sie funkte, und dann kam sie auch schon runter, ob ich doch schnell mal hoch kommen könnte. Ein Frachter würde wohl genau auf Kollisionskurs fahren und würde ihren Funkspruch nicht beantworten. Und wirklich, der Frachter kam genau auf uns zu. Ich schaltete zuerst unser Deckslicht ein, dadurch wird unser Segel weithin sichtbar. Um das zu erkennen, müßte man natürlich aus dem Fenster raus schauen. Keine Reaktion, Entfernung noch etwas zwei Meilen. Auch wenn ich als Segler Vorfahrt habe, was nutzt es, wenn wir dann gerammt werden? Ich änderte unseren Kurs um 30° nach Lee und schob uns dadurch aus der Gefahrenzone heraus. Die ganze Zeit funkte Doris weiter, keine Reaktion. Erst als sie noch einmal einen Funkspruch für‘s Video nachstellte, meldete sich auf der anderen Seite ein verschlafener Captän. So richtig konnte man sein Englisch leider nicht verstehen. Es klang auch mehr Spanisch. Es kam zu keiner Verständigung. Da wir infolge meines „Manövers des (fast) letzten Augenblicks“ aber wieder safe waren, brach Doris den sinnlosen Funkkontakt ab. Anhand der aufgezeichneten Tracks kann man aber sehr gut sehen, wie knapp, oder eben auch nicht, diese Geschichte ausgegangen wäre. Meine Schicht war dann auch wieder ran, und ich blieb dann auch gleich auf der Brücke.
    Pünktlich kurz nach zwölf zeigte sich dann auch der erste Spuall. Zuerst gar nicht auf dem Radar, aber auf meiner HandyApp. Ich hatte am Tag einige Einstellungen am Kartenplotter vorgenommen, und musste wohl auch an der Radareinstellung unabsichtlich etwas verändert haben. Der Squall war jedenfalls nicht zu sehen. Nicht so schlimm, ich hatte ja ein paar Fotos mit den Einstellungen gespeichert. Dachte ich, aber die Anzeige besserte sich nicht. Oh, jetzt wurde es knapp, ohne Radar wurde es eng. Es war nämlich nicht nur eines von diesen Monstern unterwegs, sondern eine ganze Reihe, wie auf der Perlenschnur aufgereiht. Ruhig Blut, du bekommst das schon hin. Mit der Zeit gelang es mir, die Einstellungen wieder so zurückzusetzen, wie sie gewesen waren. Und dann kamen sie auch schon an, einer nach dem andern, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 35 Ktn. Nicht auszudenken, wenn ich das Anzeige nicht rechtzeitig wieder hinbekommen hätte. Die Regenwolken verfolgten uns bis zu unserem Ziel. Es war die squallreichste Nacht unserer ganzen Überfahrt.
    Pünktlich, morgens um kurz nach 8 kamen wir in der Marina an. Uns wurden freundlich die Leinen entgegen genommen, und da wir am Tankpier angelegt hatten , stellte sich auch gleich die Frage, ob wir nachtanken wollten. Ich wollte aber erst einmal meine Kanister in den Tank leeren, da der Diesel darin doch schon etliche Monate alt war. Damit musste das Tanken noch etwas warten.
    Nach 9 Uhr rückte dann plötzlich eine ganze Abordnung von sieben offiziellen Personen bei unserem Boot an. Alle hatten etwas zu sagen, viele auf Spanisch, sie waren aber alle sehr freundlich. Wir hatten etwas Bedenken wegen unseres „Bootsgartens“, da Pflanzen nicht eingeführt werden dürfen. Es störte sich aber niemand daran. Der Zoll nahm auch nur kurz Notiz von unserm Boot, und bald waren wieder alle verschwunden. Die von uns bereitgestellten Coladosen waren allerdings dankbar getrunken oder mitgenommen worden. Gespannt waren wir auf die Rechnung, da wir ja am Sonntag eingereist waren, was normalerweise einen Aufpreis bedeutet. Um so erstaunter waren wir, dass das ganze Prozedere nur 59,- € kostete.
    Nach dem Tanken, wozu wir uns zwischendurch doch entschlossen hatten, machten wir weiter nach Sosúa. Nach einer dreistündigen Motorfahrt kamen wir kurz nach dem Mittag dort in der Bucht an. Wir fanden auch tatsächlich zwischen den vielen Ausflugsbooten einen Ankerplatz. Am Abend wollten wir uns den kleinen Ort ansehen und etwas zu Abend Essen. Nur wie anlegen? Ein Dinghidock war nicht zu erspähen, und die Brandung war doch ganz beträchtlich. Jugendliche aus dem Ort, die am Strand unterwegs waren, winkten uns dann zu. Sie wollten uns helfen, das Beiboot am Strand hochzuziehen, was sie dann auch eifrig taten. Dumm nur, dass ich vergessen hatte, den Motor hochzuklappen. Dies musste ich nun nachholen, und dabei erwischte mich eine arge Welle, und die Hose war nass. Die Freundlichkeit im Ausland bewundern wir immer wieder. Nicht nur, dass uns geholfen wurde, das Boot an Land zu bringen, nein, unsere Füße wurden auch flugs mit herbeigeholtem Wasser abgespült, unglaublich. Dabei kommt man sich schon etwas komisch vor, und man überlegt, wie man sich bedanken soll. Ich denke dabei immer an Deutschland zurück, da wäre das einem als Ausländer sicherlich nicht passiert…
    Nach dem kleine Rundgang durch den beschaulichen Ort fanden wir noch eine sehr gute Pizzeria, wo wir unseren Appetit stillen konnten. Erst als es schon tiefe Nacht war, kehrten wir zum Dinghi zurück. Wird es wohl noch unversehrt am dunklen und verlassenen Strand liegen? Es lag still und brav da und wartete auf uns. Mit vereinten Kräften schafften wir beide es auch es alleine ins Wasser zu bewegen, und so kamen wir wieder glücklich bei unserer Vitila an.
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  • Auf dem Weg in die DomRep. Tag 1

    June 11, 2025 on the Bahamas ⋅ 🌬 28 °C

    Eigentlich wollten wir schon gestern aufbrechen, aber beim Blick in den Himmel war mir ganz anders geworden. Dunkle Wolken waren da zu sehen und auch der Blick in die Wetterapp verhieß nichts Gutes. Genau zwischen uns und unserem Ziel zog sich ein Gewitterband und vor 10:00 Uhr sollte es sich auch nicht bessern. Wir berieten uns, studierten die Wetterdaten für die nächsten Tage und entschieden noch zu bleiben. Ich nutze den Tag für die Installation einer weiteren 12V-Steckdose. Außerdem verholten wir unsere Vitila aus dem Kanal, da dieser sicher nur bei Hochwasser passierbar war.
    Heute nun lief aber der Countdown. Um 5:45 klingelte der Wecker, schnell raus aus dem Bett. Der erste Blick ging Richtung Himmel, das Wetter sah viel besser aus. Also schnell alles gesichert und das Boot abfahrbereit gemacht. Das Problem der nächsten Tage war, es geht immer hart am Wind, da der Passat genau aus der Richtung weht, wo wir hin wollten. Angesagt waren bis zu 24 Ktn. Wind und bis zu 1,3 m Welle. Erst mussten wir noch das Kap umrunden und dann konnten wir den Kurs anlegen. Der Wind wehte so, dass wir gerade so unser Ziel anlegen konnten. Es drohte aber aber zusätzliches Ungemach: Ein Wolkenband zog sich zusammen, und aus diesem Band entwickelten sich Squalls, vier Stück bekamen wir an diesem Tag ab. Teilweise ging der Wind auf 27 Ktn hoch, ich musste also etwas abfallen, um den relativen Wind zu reduzieren. Leider ging dadurch auch etwas Höhe verloren, und es wurde wieder schwieriger, den Kurs zu halten. Der letzte, größte Squall löst sich dann aber erfreulicherweise direkt über uns auf, und von nun an schien die Sonne. Wenn die Wellen nicht wären, wäre es Traumsegeln gewesen. Aber auch so kamen wir zügig unserem heutigen Ziel entgegen. Leider hatten wir durch die Squalls so viel Höhe verloren, dass wir noch einen Schlag Richtung Osten machen mussten. War aber nicht so schlimm, denn kurz vor dem Sonnenuntergang erreichten wir unser Ziel und der Anker fiel in den weichen Sand. Die erste Etappe war geschafft.
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  • Conchernte und Hog Cay Yachtclub

    June 7, 2025 on the Bahamas ⋅ ⛅ 28 °C

    Wir sind auf der Double Breadsted Cay, unsere Freunde Resi und Werner haben uns von diesem schönen Fleckchen erzählt. Hier soll es nur so von Conch-Schnecken wimmeln.
    Nach dem Frühstück fuhren wir hinüber zum Strand. Und tatsächlich, im flachen Wasser konnten wir unzählige Schnecken erkennen. Es sollen aber nur die mit der „großen Lippe“ genommen werden, ein dicker Wulst des Schalenrandes. Diese mindesten drei Jahre alten Conches haben dann schon einmal Eier gelegt, und der Fortbestand ist somit gesichert. Sechs große Schnecken sammelten wir ein, und dann ging es wieder rüber zur Vitila. Hier nahm ich mir die Teile vor. Einmal hatte ich bereits beobachten können, wie die Schnecken geöffnet wurden, aber zusehen und selber machen ist eben doch ein Unterschied. Nach dem ersten Versuch, der nicht so erfolgreich war, schaute ich schnell noch mal auf YouTube ein Video dazu an, dann ging es. Wie haben wir eigentlich früher ohne YouTube und seine Erklärungsvideos leben können???
    Nachdem ich die Schnecken alle ausgenommen - fast alle, einer schenkte ich das Leben - und in Salzwasser eingelegt hatte, ging es Anker auf Richtung Hog Cay. Hier sollte es einen bekannten Yachtclub geben. Nach einer ganz gemütlichen Überfahrt, nur mit Fock, kamen wir gegen vier Uhr an. Kaffee hatten wir schon unterwegs getrunken. Beim Anker Einfahren hatte ich jedoch ein komisches Gefühl, es gab so einen komischen Ruck. Zur Sicherheit wollte ich noch einmal nach dem Anker tauchen, also Badehose und Taucherbrille an, und mit einem kühnen Sprung war ich im Wasser. Schnell noch einmal rundum geschaut, denn hier soll es allerlei Haie und anderes gefährliches Getier geben. Als ich klare Sicht hatte, schaute mich ein riesiger Barakuda direkt und ruhig an. So ein großes Tier hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. Er machte auch keinerlei Anstalten, das Weite zu suchen. Ich gab dann nach und kletterte rasch wieder aufs Boot 😄 zurück.
    Um die Lage an Land zu erkunden, fuhr ich dann erst einmal allein hinüber zum Strand und machte mir vom Yachtclub ein Bild. Danach unternahm ich eine kleine Wanderung mit einem schönen Rundblick auf die Bucht. Zurück am Boot wollte ich noch einmal die Drohne steigen lassen. Als ich gerade mit dem Einrichten beschäftigt war, gab es einen Stoß an unsere Vitila. Ich konnte mir gar nicht erklären, woher dieser kam. Ich schaute mich auf unserem Boot um, zog noch einmal die Waage für unseren Großbaum fest, konnte aber sonst nichts entdecken. Ein Boot hatte uns jedenfalls auch nicht gerammt. Hatte ich schon Halluzinationen? Und dann sah ich den Verursacher, eine riesige Schildkröte kam unter unserer Vitila hervorgetaucht. So ein riesiges Exemplar hatte ich zuvor auch noch nicht gesehen. Es rumpelte noch einige Male am Boot, bevor sie von Dannen zog. Gegen duhren wir dann gemeinsam zum „Yachtclub“. Der Yachtclub ist eine urige Hütte, eigentlich mehr nur eine Überdachung, mit vielen Sitzgelegenheiten, ein Treff für Segler. Leider waren wir an diesem Tag die Einzigen in dieser Bucht. Wir genossen dennoch einen Rumpunsch, den ich eigens dafür vorbereitet und mit an Land transportiert hatte, inklusive der Eiswürfel.
    Zurück auf unserer Vitila ging es dann daran, die Conches zu verarbeiten. Wir wollten Conch Fries machen, so wie wir sie schon einige Male auf den Bahamas im Restaurant gegessen hatten. Doris hatte schon Gemüse vorbereitet und fein gewürfelt. Ich zerkleinerte die Conches im Thermomix und stellte einen Teig her, der in der Pfanne knusprig ausgebraten wurde. Gerade als wir uns zum Essen hingesetzt hatten, rumpelte es schon wieder am Boot. Eine Schildkröte war nicht zu sehen, dafür jagte aber ein Hai den Barakuda, dabei waren sie sicher irgendwie an unser Boot geraten. Eine Weile sahen wir dem Treiben zu, danach widmeten wir uns wieder unseren Fries, die sehr gut gelungen waren.
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  • Long Island

    May 28, 2025 on the Bahamas ⋅ ☁️ 29 °C

    Als wir vor knapp 3 Wochen die Bahamas hochsegelten, fuhren wir an Long Island nur vorbei, um rechtzeitig in George Town, Exumas, zur Aufnahme unserer Gäste anzukommen.
    Da uns aber Pauli und Andrea so viel Positives von der Insel erzählt hatten, widmeten wir ihr auf unserer Rückfahrt 2 Tage.
    In der Calabash Bay vor dem Cape Santa Maria Beach Resort & Villas ließen wir planmäßig unseren Rocna fallen. Wir setzten am nächsten Tag kurz vor 10 Uhr über, um unseren Mietwagen in Empfang zu nehmen. Als wir am Resortparkplatz eintrafen, übernahmen gerade amerikanische Touristen 2 schicke Mietautos. In freudiger Erwartung stellten wir uns mit unserer Reservierung auf dem Handy ebenfalls an der netten Rezeption an. Doch, oh weh! Die guten Autos waren wohl weg. Unser Wagen klapperte dermaßen rechts vorne, dass Uwe vor Verlassen des Geländes entschied, ihn zu tauschen. Doch wogegen? Die Damen des Hotels waren geduldig, nahmen den Zündschlüssel zurück, und wir füllten das Formular eines anderen Anbieters aus (insgesamt wohlgemerkt netto 85,- Dollar für 1 Tag). Aber die Schrottkiste, die jetzt vorgefahren wurde, spottete jeder Beschreibung. Die wollte Uwe erst Recht nicht! Beim Wegfahren zurück zum Parkplatz durch die Rezeptionistin sprang sie erst gar nicht mehr an… Also sattelten wir auf die erste Klapperkiste zurück, nachdem uns die Dame versichert hatte, der Mechaniker habe nichts Bedenkliches gefunden. Es klappere eben…. Und null Versicherung war auch dabei. Alles was passiert, geht zu unseren Lasten 🙈🙈. Gott sei Dank ist Uwe so ein guter Fahrer und inzwischen auch an Linksverkehr gewöhnt.
    Wir strebten mit 1 Stunde Verspätung zur bekannten Hamilton’s Cave Tropfsteinhöhle. Sie ist eine der größten der Bahamas und befindet sich im Privatbesitz eines Herren, an dessen Tür man läutet, und der uns dann bereitwillig die paar Stufen zum Eingang hinunter und hinein führte.
    Derartige Höhlen hat Jeder bestimmt einige gesehen. Aber diese genossen wir alleine, mit dem Eigentümer sozusagen. Interessant waren die vielen Fledermäuse, die im Licht der Taschenlampen etwas unwirsch lärmten.
    An einigen Stellen dringt von oben Licht hinein und hier grünt es sogar. An einer Stelle finden gelegentlich Abendveranstaltungen unterirdisch statt.
    Der Bruder des Eigners hat ein paar schöne bildhauerische Schöpfungen beigesteuert. Wir sahen seltene Frösche und auf die Stalakmiten tropfende Stalaktiten. Alles sehr hautnah und lebendig. Auch Spuren der früheren Nutzung durch die Lukayan Indianer wurden uns gezeigt. 15 Dollar pro Person für 1 h waren nicht zu viel.
    Danach gönnten wir uns großzügig ein paar Schluck Wasser aus unseren mitgebrachten Flaschen 😃.
    Nicht weit entfernt wartete das „Dean‘s Blue Hole“ auf uns, das tiefste Blue Hole der Welt. Blue Holes entstehen durch Boden- oder Deckeneinbrücke überfluteter Höhlen. In diesem Blue Hole finden regelmäßig internationale Ausscheidungen der Freediver statt. Das Dean’s Blue Hole hat eine flache Überlaufverbindung zum Meer, auf einer Seite steile Felsen und am Rest Sandstrand. Als wir ankamen waren auf dem in der Mitte schwimmenden weißen Geviert aus Holz Freediver zu Gange. Aufregend! Eine kleine schrägstehende überdachte Tribüne war mit Leinen am Ufer fixiert.
    Das Wasser war sowas von glasklar, dass man die Leinen zum Abtauchen der Freediver in der Tiefe verschwinden sah.
    Wir schnorchelten einmal im Kreis herum und wurden dabei von einem mittelgroßen Barrakuda aufmerksam beäugt.
    Uwe konnte sogar eine Frau beim Ab- und Auftauchen filmen. Als die Taucher weg waren, kletterte ich selbst auf die Startbretter in der Mitte des Blue Hole und lugte vorsichtig in die Tiefe. Das reichte mir schon. Es machte mir Gänsehaut. Uwe ließ inzwischen die Drohne steigen und schoss atemberaubende Bilder aus der Luft.
    Eine Gedenktafel am Ufer erinnert an einen 2013 beim Wettbewerb tödlich verunglückten Taucher. 3 weitere Personen sind hier 2008 beim Schwimmen ertrunken, wie Inschriften vermerken. Es handelt sich um reine Badegäste. Das sandige Ufer des Blue Hole ist tückisch: Es fällt plötzlich steil in den Schwimmerbereich ab, der sehr weiche Sand gibt leicht nach und rutscht nach unten in die Tiefe weg. Ein Mädchen, das nicht schwimmen konnte, und die zwei zur Hilfe eilenden Familienangehörigen hatten damals offenbar den rettenden aber steilen und abbröckelnden Strand nicht mehr erklimmen können.
    Beeindruckt von der stillen Schönheit des Ortes fuhren wir stillschweigend noch weiter bis zum Hauptort Clarence Town, was nicht mehr als ein verstreutes Strassendorf ist. Einsam und fast verlassen lag die Flying Fish Marina da mit nur 2 Motorbooten am Anleger. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir an diesen abgelegenen Ort nochmals werden zurückkehren müssen 🙄.
    Schön war die St. Peter and Paul Catholic Church. Sie liegt, aus sehr hellem Stein erbaut, majestätisch im Grün der Insel. Sie wurde von Father Jerome entworfen, welcher für mehrere markante Kirchengebäude auf den Bahamas im mediterranen Stil verantwortlich zeichnet. Wir erklommen auf wahnsinnig engen steilen Treppchen eines der zierlichen Türmchen und genossen die Aussicht über die Bucht und den Atlantik.
    Auf dem Rückweg fuhren wir nochmal ganz nach Norden (das Eiland ist wirklich sehr l o n g 🤣) zum Christopher Kolumbus Denkmal hoch über der Bucht. Photos gemacht. Dann meldete sich der Hunger.
    Das von Google markierte Restaurant auf dem Rückweg hatte leider zu. Wir kehrten im öffentlichen Restaurant des Resorts ein und genossen bei einem leichten Abendmenü und einem guten Cocktail den grandiosen Ausblick von der Freiterasse auf die Bucht und unser Schiff. Müde aber glücklich kehrten wir vor der Dunkelheit (und den Mücken) dorthin zurück.
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  • Georgetown in Exumas

    May 22, 2025 on the Bahamas ⋅ ☁️ 28 °C

    Auch heute ging es wieder früh aus den Federn, die Strecke war mit 20NM noch weiter als gestern. Doris wäre gern noch einen Tag bei Boysie Cay geblieben, aber wir hatten heute eine Verabredung mit unseren Freunden Resi & Werner, die sehnsüchtig auf uns bzw. auf unsere alten Akkus warteten. Diese hatte ich in den letzten Wochen mit einer speziellen App. über Bluetooth wieder ziemlich auf Vordermann gebracht, und sie werden somit wahrscheinlich noch gute Dienste leisten.
    Die Ausfahrt aus dem Inlett war wieder so wie am Tag vorher, was nicht passte war der Wind. Wir hatten nur um die 4 Ktn und schossen somit mit der rasenden Geschwindigkeit von knapp 2 Ktn voran. Damit hätten wir ewig bis zum Ziel gebraucht, aber der Motor ist bei uns immer die letzte Option. Ich ärgerte mich schon ein bisschen, losgefahren zu sein. Doris hätte sich sicher sehr gefreut noch einen Tag in der schönen Bucht genießen zu können. Auf der anderen Seite wollte ich Resi und Werner nicht enttäuschen, die auch schon Richtung Georgetown unterwegs waren.
    Nach einer Stunde nahm der Wind aber langsam zu und verstärkte sich in der Spitze auf 12 Ktn, was perfekten Segelwind an der Kreuz entsprach. Wir glitten nun mit bis zu 5 Ktn hoch am Wind, 35° am scheinbaren Wind, für einen Kat eine gute Leistung. Gegen 15:00 Uhr kamen wir vor Georgetown an, wo unsere lieben Freunde auch schon den Anker ausgeworfen hatten. Groß war die Widersehensfreude, und wir verbrachten einen schönen Abend bei ihnen auf dem Boot. Der nächste Tag stand im Zeichen von Bootsbauarbeiten. Werner und Resi hatten schon seit Monaten Probleme mit ihren Batterien. Jedes einzelne Amper mussten sie hüten wie ihren Augapfel, Kochen mit Elektro (anderes haben sie nicht) ging nur am Tag, wenn fleißig die Sonne schien und die Solaranlage genug Strom daraus zauberte. Neue Batterien wären in Puerto Rico, wo sie lange vor Anker lagen und Werner alle Möglichkeiten eruiert hatte, nur schwer, und wenn, dann zu abnorm hohen Preisen zu beschaffen gewesen. Da passte es gut, dass wir uns neue Akkus in den USA gekauft und 3 unserer alten Lifepo von Liontron übrig hatten. Diese hatte ich durch die App „Overkill“ 🤣 wieder auf einen ganz passablen Zustand refreshen können. Vier Tage verbrachten wir mit Resi und Werner in Georgtown. Wir gingen zusammen einkaufen, ließen uns in der angesagten Bar „Chat `N`Chill“ zum Bier Spanferkel schmecken und spielten im knietiefen türkisblauen Wasser mit neugierigen aber auch hungrigen Stingrays. Sie nahmen die angereichten Teile von frischen Conch-Schnecken, die Einheimische zerlegt hatten, so sanft mit ihrer auf der Unterseite des Körpers liegenden Mundöffnung aus der Hand, es war unglaublich. Gab es nichts zu Fressen, strichen sie trotzdem ganz nah um die Beine und Füße der im Wasser stehenden Erwachsenen und Kinder, es war ein schönes und friedvolles Miteinander von Mensch und Tier.
    Dann hieß es leider wieder Abschied nehmen. Wir zogen Richtung Süden nach Long Island, und unsere. Freunde gen Norden weiter.
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  • Rudder Cut Cay II und Boysie Cay

    May 22, 2025 on the Bahamas ⋅ ☀️ 28 °C

    Am zweiten Tag vor der Rudder Cut Cay standen erst einmal Bootsarbeiten auf dem Programm. Doris hat weiter an ihrem Film geschnitten, und ich bin erst einmal abgetaucht und habe den zweiten Rumpf saubergemacht unter den kritischen Blicken unseres Bootshalterfisches, der sich seit einiger Zeit bei uns heimisch fühlt. Am Nachmittag ging es dann zu unserem Tauchgang. Zuerst tauchten wir im seichten Wasser und konnten einige Korallen bewundern, die hier in den verschiedensten Farben leuchteten. Kleine Fische gab es auch eine Menge, Haie bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Zusätzlich probierte ich noch unseren kleinen Scooter aus, dieser hatte beim letzten Tauchgang nicht funktioniert. Diesmal verrichtete er seinen Dienst ohne Beanstandungen. Der zweite Tauchgang führte uns dann noch einmal zum Klavier von David Copperfield. Diesmal waren wir anfangs allein, zwischendurch gesellte sich kurz ein Schnorchler dazu. Das Piano mit der steinernen Meerjungfrau ist in nur 3-4 Metern Tiefe und damit bei Sonnenschein in warmes Licht getaucht. Da die nächste Furt nach draußen zum freien Atlantik nicht weit entfernt ist, empfiehlt es sich, das schöne Monument kurz vor Wasserhöchststand zu besuchen, da sonst die Strömung zu stark ist, um in Ruhe zu fotografieren.
    Nach dem Tauchgang stattete ich noch dem Pärchen auf dem österreichischem Katamaran, der hinter uns lag, einen Besuch ab und lud sie zum Sundowner auf unser Boot ein. In netter Runde unterhielten wir uns bis es schon dunkel war.
    Am nächsten Morgen ging es schon zeitig aus den Betten, denn wir hatten einen längeren Törn vor. Der direkte Weg betrug zwar nur 15 NM, aber der Wind kam direkt von vorn, und so mussten wir wieder mal kreuzen. Diesmal ging es hinaus auf den Ozean. Da die letzten Tage aber wenig Wind unterwegs gewesen war, erwarteten wir keine größeren Wellen. Die Ausfahrt aus dem Inlett war trotzdem wieder Interessant. Wir hatten ablaufendes Wasser mit Wind direkt von vorn, und damit stand „Wind gegen Strom“, und sofort baute sich eine quirlige Wellenfront auf, die weit in das Meer hinaus zu sehen war. Wir wurden auch gut durchgeschüttelt.
    Ansonsten war es danach wieder ein herrliches Segeln, leichter Wind, kaum Welle, einfach schön. Kurz nach zwei kamen wir an unserem Ziel, dem Boysie Cay, an. Genau richtig, denn wir hatten ja noch etwas vor. Auf der kleinen Insel die vor uns lag gibt es ein bekanntes Blow Hole. Aus diesem spritzt es wie ein Geysir, wenn von unten Wellen an die Decke der Hohlräume im porösen Felsgestein donnern. Voraussetzung sind Flut und gute Wellen. Die Flut stand kurz bevor, mit Wellen sah es nicht so gut aus, das Meer war ziemlich ruhig dieser Tage. Als ich aber das Beiboot klarierte hörte ich ein Geräusch und drehte mich um, genau in diesem Moment schoss eine Fontäne nach oben. Wir uns also schnell fertig gemacht und auf die kleine Insel gefahren. Man musste schon eine Weile warten bis das Wasser wieder aus dem Loch im felsigen Boden mit Glucksen und Zischen emporstieg. Es war aber schon beeindruckend. Wir schauten uns das Spektakel eine Weile an, Doris nahm noch ein Bad im wieder mal herrlich türkisen Wasser der Bucht vom Strand aus, und dann ging es wieder zurück zum Boot.
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  • Rudder Cut Cay

    May 19, 2025 on the Bahamas ⋅ 🌙 27 °C

    Zwei wunderschöne Segeltage liegen hinter uns. Mit leichten Winden zwischen 5 - 8 Ktn segelten wir hoch am Wind. Da ich in den letzten Tagen die Rümpfe geputzt hatte kamen wir gut voran. Der Anspruch war diesmal erneut durch sehr flache Bereiche zu segeln, die Karten von Navionics haben für die gewählte Strecke teilweise Wassertiefen von unter einem Meter angesagt.
    Die erste Strecke führte uns von der Great Guana Cay nach Farmers Cay. Hier wollten wir ein angesagtes Restaurant, das „Ocean Cabin“ besuchen. Leider sollte dies lt. Google ausgerechnet am Sonntag geschlossen haben. Wir machten uns trotzdem auf den Weg. Konnte ja nicht schaden, wieder mal ein Stückchen zu laufen. Als wir am Restaurant ankamen, hörten wir, dass drinnen ein Fernseher lief. Kurz an die Tür gedrückt - sie gab nach. Die Frage, ob wir etwas zu trinken bekämen, wurde mit einem "yes" beantwortet. Auf die Frage, was wir zu trinken bekommen könnten, war seine Antwort "We have a lot, and what we donˋt have you don't need!". Der Wirt ist für seinen Humor weithin bekannt. Naja, wir bestellten uns dann ein Bier. Wir hatten einen sehr gesprächigen Wirt erwartet, da uns Johannes Erdmann in seinem Film von einem sehr kenntnisreichen Mann erzählt hatte. Stattdessen lief im Fernseher ein Krimi, und wir wurden nicht weiter beachtet. Die Erlösung war eine ankommende amerikanische Familie mit drei erwachsenen Töchtern, die sofort seine Aufmerksamkeit erregten. Auch der Kriminalfall in der Glotze war dann irgendwann gelöst gewesen….😉. Aus dem ruhigen Mann wurde ein gesprächiger Witzeerzähler. Wir verlängerten unseren Aufenthalt mit einem weiteren Bier und einem Rumpunsch. So hatte sich der Ausflug doch noch gelohnt. Zum Abendessen zauberte Doris Lendchen mit Sahnesoße und Tortellini.
    Am nächsten Tag ging es weiter zur Rudder Cut Cay, einer Privatinsel, die David Copperfield gehört. Auch hier ging es wieder durch sehr seichte Stellen, und nach meinem Aufsetzer vor ein paar Tagen war ich sehr vorsichtig. Es ging aber alles gut. Pünktlich zum Kaffeetrinken waren wir wieder vor Ort und ließen den Anker fallen. Nachdem wir uns gestärkt hatten fuhren wir mit dem Dinghi zu einem Tauchspot. David hatte hier ein Klavier versenken lassen mit einer Nixe, die darauf spielt. Leider waren wir nicht allein. Eine Motoryacht hatte ihren Anker direkt neben dem Klavier eingegraben. Wir schauten uns alles von oben an und entschieden, tags darauf nochmal mit Tauchsachen hinzufahren. Ich machte dann noch ein paar Stehversuche auf unserem SUP, Doris bereitet derweil unser Essen vor. Es gab Kartoffelpuffer mit Lachs und Kräuter-Sahnequark. Ich kann euch sagen, es war superlecker😋😋😋.
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  • Black Point

    May 16, 2025 on the Bahamas ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute ging es Richtung Black Point, nichts Aufregendes, ca 6 sm. Es sollte aber anders kommen. Geplant hatte ich direkt aufs "offene" Wasser hinaus zu fahren und dann Richtung Black Point zu kreuzen. Nach dem Frühstück ging es Anker auf und los. Segel setzen war auch schnell gemacht, nur der Wind spielte nicht so richtig mit. Er blies direkt von hinten und drehte ständig, so dass das Groß immer hin und her schlug. Kurzerhand änderte ich den Kurs, nachdem ich mich über die Gezeiten informiert hatte. Es war 90 min vor Hochwasser, also beste Zeit für seichtes Wasser. Ich konnte locker 60 cm auf die eingezeichneten Tiefen hinzurechnen, und unter 1,50 m wurde nichts angezeigt. Also blieben wir im Inneren der Inselkette, im westlichen Flachwasserbereich.
    In Natura stellte es sich dann jedoch etwas anders dar. Das Wasser wurde nahe einer Insel dann doch etwas knapp, und mit einmal fehlte die berühmte „Hand breit Wasser unter dem Kiel“. Schnell alle Segel runter und erstmal schauen. Das Boot saß auf einer Seite noch nicht fest, man spürte dies durch kleines Rucken, auf Steuerbord hatten wir aber aufgesetzt. Ich hatte die Motoren schon gestartet und gab jetzt mit beiden Maschinen Gas. Wir drehten uns weiter um die BB-Achse. Also jetzt mit dem BB-Motor richtig Schub geben, und langsam bewegten wir uns nach vorn. als die Richtung passte, gab ich mit der zweiten Maschine auch mehr Gas, und langsam schoben wir uns von der kleinen Sandbank runter, nochmal Glück gehabt.
    Hätte es nicht geklappt, hätten wir bis 23:00 Uhr ausharren müssen, dann wäre das nächste Hochwasser da gewesen, welches um 20 cm höher als das vorherige gestiegen wäre. Hoffentlich haben die Kiele keinen Schaden genommen. Dies würde ich aber erst in der nächsten Ankerbucht überprüfen können. Unser Weg führte uns dann auf eine sicherere, tiefere Route. Der Wind blies zwar nur schwach mit ca. 8 Ktn, wir kamen aber trotzdem ausreichend voran. Pünktlich zum Kaffeetrinken liefen wir in der Bucht vor der Great Guane Cay ein. Nach dem Kaffee legte ich mir mein Tauchzeug an und inspizierte erst einmal die Kiele. Vom Steuerbordkiel hat es ganz schön die Farbe runter geholt, ansonsten alles okay. Der BB-Kiel hat fast gar nichts abbekommen. also noch mal gut gegangen. In Zukunft aber besser aufpassen. Wo ich nun schon mal das Tauchgerödel anhatte, säuberte ich auch gleich noch einen Rumpf. Zum Abendessen fuhren wir rüber in den Black Point Yacht Club und genossen bei einem guten Essen den schönen Sonnenuntergang.
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  • Staniel Cay III

    May 15, 2025 on the Bahamas ⋅ 🌙 26 °C

    Für heute stand nur ein Tagesordnungspunkt an, der Besuch der der Thunderball Grotte, der ja gestern wegen schlechten Wetters ausgefallen war. Bis dahin war aber noch etwas Zeit, denn Niedrigwasser war erst für Nachmittag gegen drei angesagt. Nur bei Niedrigwasser ist der flache Eingang zur Höhle schwimmend/schnorchelnd passierbar.
    Bis dahin gab es aber noch Einiges zu tun, Brötchen und Kuchen mussten gebacken werden. Die Schoten und Niederhalter versah ich mit einem Auge. Mit dem Spleissen dieser Teile hatte es ja leider nicht geklappt, deshalb knotete ich einen Palsteg und versah diesen mit einem Takling.
    Nach dem Kaffee starteten wir zur Grotte. Die Sonne hatte ein Einsehen und schien…Leider hatten wir die bekannte Höhle nicht für uns allein, mit uns kamen gerade zwei weitere Boote an. Wir genossen den Ausflug trotzdem. Die Sonne schien von oben durch einige Löcher, und so entstanden tolle Lichtspiele im und unter Wasser. Als wir uns satt gesehen hatten, schwammen wir wieder ans Tageslicht. In der Zwischenzeit hatten sich sage und schreibe 15 Boote vor der Sehenswürdigkeit eingefunden! Die Besucher müssen ja nachher drinnen wie „Grotten-Sprotten“ Seite an Seite gelegen haben.
    Zum Abend hin baute ich dann noch ein lange geplantes Provisorium auf unserer Luke über unserem Schlafgemach: Da die Nächte inzwischen wieder recht warm geworden sind, installierte ich zwei flache 12 V Ventilatoren direkt auf der Gaze über unserem Deckenfenster. Sie sollen die abgekühlte Nachtluft direkt in unser „Schlafzimmer“ pusten, Mal sehen ob es etwas bringt. Wird die Temperatur unten messbar abgesenkt, werde ich 4 dieser Lüfter in einen Rahmen montieren, der dann oben unter der offenen Luke in den Fensterrahmen eingelegt werden kann.
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  • Staniel Cay II

    May 14, 2025 on the Bahamas ⋅ 🌩️ 27 °C

    Der Plan heute: Einkaufen, Höhle betauchen und Essen gehen. Zwei Tagesordnungspunkte haben wir geschafft. Heute Morgen wachten wir bei bewölktem Himmel auf, das haben wir in den letzten Wochen zum Glück sehr selten erlebt. Es war sogar Donnergrollen zu hören, und wir freuten uns schon auf einen voll prasselnden Regenguss. Die Freude darauf kam daher, weil unser Boot in den letzten Segeletappen gegen den Wind sehr viel Salzwasser abbekommen hatte, und so eine schöne Regendusche daher das ganze Salz abwaschen würde. Außer ein paar Tropfen kam aber nichts. Also schwangen wir uns gegen Mitttag zu unserem Einkauf auf. Wir waren seit 3 Wochen nicht mehr einkaufen gewesen, dass letzte mal in Miami, und so sahen auch unsere Reserven aus. Vor allem frisches Obst und Gemüse fehlten kläglich. Zuerst sondierten wir die Lage in den Geschäften, denn das Angebot ist da sehr unterschiedlich.
    Als Nächstes statteten wir dem kleinen Flughafen einen Besuch ab. Eine Handvoll Leute, die wir kurz zuvor mit Rollköfferchen aus einem Charter-Katamaran hatten aussteigen sehen, saßen im Freien überdacht an ihrem „Gate“ (es gibt nur eins) und warteten auf ihren kleinen Linienflieger mit Propellerantrieb. Nichts zu Trinken oder Essen, kein Duty-Free 🤣. Da Uwe ja Flugzeuge so liebt, blieben wir, bis der Flieger gestartet war. Zuvor waren die 5 Gepäckstücke eingeladen worden und Pilot und Copilot über die trockene Wiese zum Fliegerchen gegangen. Der Pilot ging noch ein paarmal drumherum, drehte prüfend am Propeller, und schließlich kletterten die Wartenden ins Innere. Mit großem Lärm hob der Motorflieger dann bald ab, wahrscheinlich Richtung Nassau.
    Auf dem Rückweg statteten wir drei Geschäften einen Besuch ab und gaben für Obst, Gemüse, Butter und Käse stolze 150,-$ aus. Am Boot angekommen war genau Kaffeezeit.
    Die Sonne hatte sich zwischendurch wieder hervorgearbeitet, als wir zur Grotte aufbrechen wollten, war sie aber wieder verschwunden und erneut zogen dunkle Wolken heran. Den Plan mit der Grotte ließen wir also fallen, denn diese hat nach oben eine Öffnung, und so richtig schön ist es darin nur, wenn die Sonnenstrahlen schräg hereinfallen und das Innere in mystisches Licht tauchen. Stattdessen machte mir Doris den Vorschlag, doch endlich mal den Schlauch am Druckausgleichsbehälter zu reparieren. Der lag ihr nämlich schon einige Zeit vor den „Füßen“, sprich auf meinem Schreibtisch herum. Ich brauchte einige Versuche, hatte meine provisorischen Adapter alle zurückgebaut und die neue, eigentlich theoretisch passende Verbindung befestigt. Aber mein Unmut wurde immer größer, da es immer wieder aus den Anschlussteilen tropfte. Im letzten Versuch klappte es dann, und meine Laune und der Restaurantbesuch waren gerettet. Wir wollten erneut in den stimmungsvollen Staniel Cay Yachtclub, wo wir schon vor ein paar Wochen mit Doris‘ Tochter Vivian und Thomas eingekehrt waren. Damals war zum Dinner angeblich nichts mehr frei gewesen.
    Deswegen wollte Doris diesmal vorher reservieren. Das ist aber etwas tricky organisiert: Reservieren kann man für abends nur am selben Tag, aber nur für ein komplettes 4-Gänge Menü, und muss dafür auch am Eingang vorher schon die Bestellung aufgeben. Aber wir wollten gar kein superteures 4-Gänge Menü, und bitteschön, was geht über das gemütliche Aussuchen von Speis und Trank aus den Karten, wenn man bereits am Tisch platziert wurde? Auf der Website steht dann ganz kleinlaut am Ende des Eintrages, dass es die „Lunch-Karte“ auch bis 21.00 Uhr zur Bestellung im Restaurant gibt, aber nach dem Prinzip „First come First service“. Auf dieses Risiko ließen wir uns gerne ein und schipperten gegen halb 6 nochmal rüber an Land. Es waren noch einige Plätze an den Tischen frei. Wer sagt’s denn! (Aber probieren kann man’s ja mal… Anmerkung der Restaurantleitung). Wir ließen uns einen traditionellen Burger mit Bier und anschließendem Cocktail „Bahama Mama“schmecken. Dieser vergleichsweise bescheidene Spaß erwies sich schon als „bahamesisch“ teuer genug.
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  • Staniel Cay in den Exumas

    May 13, 2025 on the Bahamas ⋅ ☁️ 27 °C

    Heute ging es wieder Richtung Staniel Cay. Geplant war eigentlich noch ein Ausflug zur Schaukel, einem beliebten Photospot auf der großen Sandbank, bei Hochwasser. Da Doris aber große Beschwerden mit ihrem Fuß hatte, und erneutes Einbringen von Sand in die Wunden kontraproduktiv gewesen wäre, blieb es aus. Gestern hatte sie ja in einem unachtsamen Augenblick mit einer kleinen Conch Muschel Bekanntschaft gemacht, genauer gesagt sie war reingetreten, als sie den Flug unserer Drohne verfolgte.
    Die große Einstichstelle war ordnungsgemäß behandelt worden und gab auch keinen Grund zur Sorge. Gleich daneben war aber noch ein dreieckförmiger Defekt in der Fußsohle, dem wir keine Beachtung geschenkt hatten, und dieser tat bereits die ganze Nacht weh und hatte sich schon entzündet. Mit „kurz mal ausspülen“ war es leider nicht getan. In einer aufwändigen „OP" musste ich die ganzen kleinen Sandkörnchen mit Hilfe einer Lupe und Pinzette entfernen. Dies gestaltete sich sehr schwierig, da immer eine Hand fehlte. Letztendlich habe ich aber doch fast alles raus bekommen, denn der Zustand des Fußes bessert sich zusehends. Das Risiko einer weiteren Bekanntschaft mit Sand in der frischen Wunde wollten wir dennoch nicht eingehen.
    So lichteten wir kurz nach 11 den Anker und segelten Richtung Staniel Cay. Den Motor setzten wir heute nur beim Ankermanöver ein, ansonsten kreuzten wir gegen den Wind, was erstaunlich gut funktionierte. Heute nutzten wir auch endlich mal die Möglichkeit, ein besonderes Manöver zu üben, da wir ja richtig viel Zeit hatten. Bei schwerer See oder wenn mal unterwegs auf dem Schiff was repariert oder Jemand verarztet werden muss, ist es sinnvoll mal "beizudrehen", um Ruhe ins Schiff zu bringen. Dabei wird eine Wende gefahren und die Fock bzw. Genua aber nicht auf die neue Seite geholt, sie bleibt also back stehen. Das Ruder wird in der Gegenrichtung fixiert. Auf der Bona Dea hatten wir das Manöver schon geübt, jedoch noch nicht auf der Vitila. Das Unterfangen gelang sofort, natürlich in diesem Fall unter gemäßigten Bedingungen. Es ist jedoch immer gut, es überhaupt schon mal ausprobiert zu haben.

    Gegen 14 Uhr kamen wir dann in Staniel Cay an, genau zur Kaffeezeit. Jedoch musste der Kuchen noch etwas warten. Beim Einfahren des Ankers gab es einen Ruck. Ich hatte gleich eine Vermutung, was passiert sein könnte, und richtig: Eine Leine unseres Trapezes war gerissen. Wie konnte das nur passieren? So richtig weiß ich es immer noch nicht. Die eine kaputte Leine war so mitgenommen , dass nur noch ein kleiner Teil der Fasern die ganze Last gehalten hatte, diese Fasern hatten jetzt aufgegeben. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn dies in einer stürmischen Nacht passiert wäre. Glücklicherweise habe ich genügend Ersatz an allen möglichen Leinen dabei, und so zog ich gleich eine neue ein. Das Problem ist, wenn das Boot nicht am Trapez liegt, sondern nur direkt an der Ankerkette, dann dreht es ich so hin und her, dass die Kette laufend unter die Rümpfe gerät und diese zerkratzt.
    Die ganze Aktion zog sich doch so, dass aus dem geplanten Ausflug zu der Unterwasserhöhle Thunderball heute nichts mehr wurde. Stattdessen widmete ich mich weiteren Arbeiteten mit Leinen, wenn ich schon mal dabei war. An unserem Dingi waren die Leinen, an denen es an den Davits hängt, auch schon sehr mitgenommen, Bevor diese ihren Dienst versagen, sprich das Dinghi unterwegs halb ins Wasser fällt, mußten auch sie ausgewechselt werden. So ein „Wachruf“ ist manchmal Gold Wert.
    Für die Schoten unseres Leichtwindsegels wollte ich auch schon seit längerer Zeit ein paar Softschäkel herstellen, hatte dies aber vor mir her geschoben, da ich beim online-Spleißkurs einige Probleme mit dem Diamantknoten gehabt hatte. Aber von nichts kommt nichts, und so setzte ich mich erneut daran. Diesmal gestaltet es sich gar nicht so schwierig, und nach dem vierten Schäkel hatte ich den Dreh, äh, den Knoten raus 😉. Im Anschluss wollte ich dann gleich noch ein Auge in unsere Schot spleißen. Hier verließ mich allerdings das Glück. Der Mantel der Leine war so eng, dass ich frustriert aufgeben musste. Den ganzen Abend hatte ich so bis in die Dunkelheit mit Leinen- und Spleissarbeiten zugebracht. Doris saß neben mir und lag in den letzten Zügen mit ihrem neuen YouTube Video, das am Freitag online gehen sollte. Gegen 11 sanken wir geschafft ins Bett.
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  • Rachel's Bath und Conch Swing

    May 12, 2025 on the Bahamas ⋅ 🌬 26 °C

    Heute nach dem Frühstück ging es gleich zu den Rachel´s Bath. Das Hochwasser war bereits um 8:45 Uhr, und dieses wollten wir nutzen, da die Effekte dann sicher am schönsten sind. Nach einem kleinen Marsch durch ein seichtes Flussbett kamen wir an den Bath‘s an. Von weitem sahen wir schon, wie immer ein Schwall Wasser über einen Steinwall schoss. Da draußen auf dem Meer ein guter Wind blies, waren auch hohe Wellen unterwegs, die dieses imposante Schauspiel möglich machten. Schnell entledigten wir uns unseren Sachen und stiegen in das sprudelnde Wasser. Es war schon ein besonderes Erlebnis, sich in diesem natürlichen Whirlpool hin und her treiben und teilweise auch überspülen zu lassen.
    Wieder angekommen am Boot ging es Richtung Littel Pipe Cay. Die ganze Strecke leider mit Motor, da der Wind direkt von vorn kam. Unser geplanter Ankerplatz erwies sich leider als zu rollig. Schnell verständigten wir uns auf einen neuen Platz, noch näher an der Sandbank, die wir besichtigen wollten. Nach dem Kaffeetrinken ging es wieder auf ins Dinghi. Wir wollten zu der bekannten Schaukel auf einer langen Sandbank im Wasser, wussten aber nicht genau, wo diese ist. Nach einigen Irrfahrten fanden wir sie endlich. Eigentlich lag sie gleich um die Ecke von unserem Ankerplatz, wir waren aber zunächst in die falsche Richtung gefahren. Wir mussten die Schaukel natürlich gleich mal ausprobieren. Einige Fotos wurden auch geschossen. Ein erster Versuch mit der Drohne durch die Schaukelaufhängung hindurchzufliegen, wie wir es in einem Post bestaunt hatten, misslang leider, und die Drohne landete im Sand, brach sich aber nichts. Beim zweiten Mal stellte ich mich direkt hinter die Schaukel, und konnte so das Fluggerät besser dirigieren. Es gelang und ich war stolz! Ein Spaziergang auf der Riesensandbank beschloss dann den schönen Ausflug. Es liegen hier überall die bekannten Conch Muscheln im Sand, an Land und im Wasser, praktisch in allen Größen. Manche sprechen sogar vom „Conch-Kindergarten“ hier.
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  • Warderick Wells Cay

    May 10, 2025 on the Bahamas ⋅ 🌬 26 °C

    Heute stand wieder mal eine Wanderung auf dem Programm. Start war am Parkoffice, wo wir eine Übernachtungsgebühr von 22,- $ für unsere Vitila bezahlen mussten. Außerdem ist aber für mich noch ein schönes Hemd von den Bahmas abgefallen. Danach ging es zum Strand, wo wir erst einmal das große Walskelett besichtigten. Eine Tafel verriet uns, dass dieses riesige Säugetier an Plastikmüll verendet war. Es soll als Mahnmal verstanden werden. Sehr traurig, zu was unser Wohlstandsmüll führt.
    Weiter ging es dann auf einem sehr steinigen Trail auf und ab, mit immer wieder schönen Aussichten auf dieses wahnsinnig schöne türkise Wasser. Teils wurde es dann auch etwas beschwerlich, wenn es durch den ganz feinen weißen Sand ging. Nach etwa 45 Minuten erreichten wir ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Boo Boo Hill“, unserem eigentlichen Ziel. Hier gibt es nämlich einen Schilderwald. Segler aus nah und fern haben sich auf Treibholz verewigt. Auch Doris hatte auf einem Stück Holz, welches ich gestern am Strand gefunden hatte, unseren Schiffsnamen mit Jahreszahl aufgemalt, das hatte ich im Rucksack dabei. Nach einiger Suche hatte ich einen schönen Ort für unser Stück Holz gefunden. Eine Bank lud zum Verweilen ein, und dieser Aufforderung kamen wir gern nach. Wir genossen den schönen Blick und nahmen einen kräftigen Schluck aus unserer Wasserflasche. Als wir uns sattgesehen hatten, ging es zurück zum Schlauchi, und nach einer Runde auf dem „Kanal“, einer für Segelboote recht engen Fahrrinne an der Innenseite der Insel, ging es wieder zur Vitila.
    Nach dem Kaffeetrinken wartete noch etwas Arbeit auf mich. Da die Sonne nicht mehr so kräftig schien, machte ich mich daran, ein zusätzlichen Regalbrett in meiner Werkstattkoje anzubringen. Ein Versuch, das Caos in den Griff zu bekommen 😉. Für Doris befestigte ich noch ein Netz in der „Kompressorgarage“, da dort seit längerer Zeit die Kartoffeln auf dem Kompressor lagerten. Es ist ganztags schattig und kühl an diesem Ort, was den Erdäpfeln gut bekommt ☺️. Im Netz liegen diese nun noch komfortabler.
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