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Weltreise

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Helgoland, Den Helder, Brest, Vigo, Faro, Las Palmas, Saint Lucia, Dominika, Bermudas, Kanada, Grönland, NW-Passage, Alaska, Mexiko, Ozeanien, Rapa Nui, Pitcairn, Patagonien, Brasilien, Amazonas, Suriname, Europa.
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    🌊 Pazifischer Ozean

    9. Tag auf See 02.08.2026

    1時間前, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C

    Etmal: 127 sm
    01° 58,7´N
    090° 40,0´W

    Es liegen nun knapp 1000 sm im Kielwasser und wir haben noch ca. 3000 sm vor uns. Also ein Viertel dieser Reise ist geschafft.

    Am diesem neunten Tag auf See führt uns unser Kurs nördlich an dem berühmten Galapagos Archipel vorbei.

    Aber warum laufen wir dieses einzigartige Naturparadies nicht an? Und dass, wo es förmlich auf unserem Weg liegt und uns eine interessante Pause und Abwechslung auf dem langen Weg nach Französisch-Polynesien gewesen wäre?

    Sehr gerne hätten wir hier einen Stopp eingelegt und so hatten wir in Panama, während der Werftzeit, einen Agenten eingeschaltet, der uns bei allen Genehmigungen und Vorbereitungen helfen sollte. Ein Agent ist übrigens Pflicht, wenn man Galapagos auf eigenem Kiel bereisen möchte.

    Dieser Agent hat uns eine Liste zukommen lassen, welche Auflagen es gibt und welche Vorbereitungen wir zu treffen haben, um eine Einreisegenehmigung zu erhalten.

    Folgend einige Punkte von dieser Liste:
    • Anstrich Unterwasserschiff (Antifouling) nur mit zugelassener und zertifizierter Farbe. Abnahme durch eine zertifizierte Stelle und nicht älter als 10 Tage vor Einreise.
    • Ausgasen des gesamten Schiffs durch ein zertifiziertes Unternehmen nicht länger als 10 Tage vor der Einreise.
    • Einfuhr von Zweitaktmotoren verboten. Auch wenn die Nutzung des eigenen Dinghys nicht erlaubt ist.
    • Grauwassertank und Schwarzwassertank mit Beschilderung aller Absperrorgane in mehreren Sprachen. Über die Füllstände und das Abpumpen dieser Tanks muss es ein Logbuch geführt werden, welches auch bis in die Vergangenheit reicht. Zum Abpumpen der Tanks muss die Grenze des Naturschutzgebiets verlassen werden. Diese Verlegung muss im Vorfeld bei den Behörden angemeldet und der Ort des Abpumpens genehmigt werden.
    • Vier farblich und in mehreren Sprachen schriftlich markierte Abfallbehälter zum Trennen des Bordabfalls.
    • Eine Emission von weißem Licht in der Nacht ist nicht zulässig. Decksleuchten müssen gegen gelbe Leuchten getauscht werden, Fenster sind in der Nacht abzudecken.

    Dies nur einige Punkte aus der langen Liste. Wenn man dann die Genehmigung zum Anlaufen erhalten hat und pünktlich ankommt, kommen alle zuständigen Behörden, Migration, Custom, Health, etc. an Bord und überprüfen, ob alles eingehalten und vorschriftsmäßig ist. Im Idealfall bekommt man eine Genehmigung zum Ankern an einem bestimmten Ort. Möchte man zu einem anderen Ort oder Insel verlegen, so muss dieses beantragt und genehmigt werden. Im ungünstigsten Fall wird nach der Prüfung die Ankergenehmigung verweigert und man muss den geschützten Bereich verlassen und es nach der Nachbesserung erneut versuchen.

    Der nächste Punkt, der uns zu unserer Entscheidung verholfen hat, ist, dass man sich auf den Inseln nicht frei bewegen darf.
    In den Marinas und den Städten ist das kein Problem. Aber alles außerhalb dieser Gebiete darf nur noch mit Führern und mit geführten Touren besucht werden. Und das sind dann wieder zusätzliche Kosten und man kommt nur in Gruppen zu touristischen Orten oder Aussichtspunkten. Es gibt auch private Guides, die man mieten kann, aber dann zu horrenden Kosten.

    Und nun zu den Kosten: Eine Hochrechnung hat gezeigt, dass wir für einen einwöchigen Aufenthalt auf den Galapagosinseln mit allen Gebühren und zusätzlichen Ausgaben auf Kosten von ca. 3500$- 4000$ gekommen wären.

    Wir haben tagelang diskutiert und überlegt und uns schlussendlich doch dagegen entschieden. Wir hätten die Inseln so gerne gesehen, aber der Aufwand und die Kosten waren uns einfach zu hoch. Schade, aber es gibt noch so viel schöne und verborgene Plätze auf unserem Kurs. Man kann halt nicht alles haben.

    Auf der einen Seite finden wir es gut, dass so empfindliche Gebiete wie Dieses besonders geschützt werden und dass hier nicht jeder machen darf, was er möchte. Dafür sind die Menschen leider noch zu unvernünftig.
    Auf der anderen Seite glaube ich, dass der Umweltschaden durch ein paar Segelyachten im Jahr nicht der größte ist. Es laufen auch Kreuzfahrschiffe die Inseln an, es gibt hier jede Menge Fischerboot die uns in der Nacht ohne AIS begegnet sind und Pauschalreisende, die mit dem Flieger anreisen und mit Fähren zwischen den Inseln pendeln und in Hotels leben gibt es dort auch zu genüge. Ob die in der Nacht auch die Fenster zukleben und nur mit gelben Taschenlampen herumlaufen?

    Da kommt mal wieder die Frage auf, ob hier nicht mal wieder das kommerzielle Interesse über die Vernunft und dem Naturschutz gesiegt hat. Schreibt doch mal in die Kommentare, wie ihr das seht und wie ihr euch entschieden hättet.

    Und jetzt noch zu unserem aktuellen Kurs:
    Wir müssen noch einmal etwas nach Norden ausweichen um das Naturschutzgebiet um die Isla Darwin, die nördlichste des Archipels, zu umschiffen. Danach können wir wieder auf Kurs zu den Marquesas Inseln gehen.
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  • 8. Tag auf See 01.08.2026

    昨日, Pazifischer Ozean ⋅ 🌬 27 °C

    8.Tag auf See 01.08.2026

    Etmal: 168sm
    02°03,2´N
    088°31,2´W

    Der gestrige Nachmittag und der heutige Vormittag brachten uns viele Seemeilen in Richtung Ziel, hat uns aber auch einiges an Kraft gekostet.
    Wind aus Süd mit 6-7 bft und die entsprechende See von der Seite erforderten unsere ständige Aufmerksamkeit und viele Kurskorrekturen.

    Gegen Morgen erwischte uns dann noch ein Squall, den wir manuell aussegeln mussten.
    Vorteil: Der Squall brachte auch heftigen Regen, warmen Regen, den ich dann beim Steuern auch gleich als morgendliche Dusche genutzt habe.
    Katja konnte es sich nichtn verkneifen, das auch noch fotografisch festzuhalten.

    Morgen werden wir die Galapagosinseln passieren. Im Lee der Inseln wird die See hoffentlich etwas ruhiger werden.
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  • 7. Tag auf See 31.07.2026

    7月31日, Pazifischer Ozean ⋅ 🌧 27 °C

    7. Tag auf See 31.07.2026
    Etmal: 140 sm
    02° 30,8´N
    085° 47,5´W

    Es ist nun der siebte Tag auf See. Die Routine an Bord hat sich so langsam eingestellt. Sechs Stunden Wache, sechs Stunden Ruhezeit, welche man mit Schlafen, Lesen, Brotbacken, Kontrollen, Schreiben verbringt.
    Die Wachen sind 00:00 – 06:00 – 12:00 – 24:00. Im Moment sind die Wachen in der Nacht recht angenehm, da der Mond für ausreichend Beleuchtung sorgt.
    Wir werden die Bordzeit bis zu den Marquesas auf Panamazeit lassen, um nicht mit dem Wachsystem durcheinander zu kommen. Somit wird der Sonnenauf- und Untergang immer später und man hat ein Gefühl dafür, wie man sich auf dem Globus fortbewegt.

    Auch ist der Mond zu unserem Kalender geworden. Bei Neumond (denkt an die Sofi, wir können sie hier leider nicht sehen) ist die Hälfte geschafft, und vor dem nächsten Vollmond sollten wir die Marquesas erreicht haben.

    Seit gestern hat sich nun auch der der Passat mit ca. 5 bft, noch aus Süd eingestellt. Dies bedeutet einen Kurs mit halben bis vorlichem Wind, also Wind und die Wellen gegen an. Das Schiff hat eine ständig wechselnde Krängung und stampft gegen die See. Dieser Kurs ist der anstrengendste und kräfteraubendste Kurs für einen Segler. Ständig muss man sich festhalten und die Schiffsbewegungen ausgleichen. Beim Kochen und Backen ist immer alles zu sichern.

    Aber hier helfen uns die jahrelangen Erfahrungen. Nasse Handtücher auf den Arbeitsplatten verhindern das Rutschen von Tellern und Töpfen, alles andere wird auf dem kardanisch aufgehängten Herd abgestellt, im Moment der sicherste Platz an Bord und alles was nicht gebraucht wird sofort wieder an seine sicheren Platz stellen.

    Auch das Schlafen auf einem schrägen Lager gestaltet sich nicht immer einfach. Doch zum Glück haben wir genug freie Kojen an Bord, sodass man sich immer ein Nachtlager auf der Leeseite suchen kann. Und dann liegt man dort, versucht eine Lage zu finden bei der man am ruhigsten liegt und hört auf die Geräusche der See, des Windes im Rigg und an Bord. Alles normal, schlägt etwas, ne, alles normal, und irgendwann hilft einem der anstrengende Tag zuvor, doch noch ins Reich der Träume abzugleiten.

    Lediglich unsere Mitreisenden von der Vorschiff Reeling haben es da etwas einfacher. Sie sitzen in einer Reihe mit ihren großen Flossenfüßen, in Rot, Gelb, Blau, Lila, festgekrallt auf der Reeling, die Köpfe im Gefieder und schlafen tief und fest. Ab und zu, wenn der Bug in die Welle taucht, bekommen sie einen ordentlichen Schwall Wasser ab. Aber kurz geschüttelt und weiter geht der Schlaf. Die Gischt, die ab und zu über den Bug kommt, hilft auch das Deck von ihren Hinterlassenschaften zu befreien.

    Aber auch wenn sie etwas Schmutz machen, so sorgen sie mit ihren Flugkünsten, Landeanflügen und Streitigkeiten untereinander für Kurzweil an Bord.

    Da de Wind nun sehr konstant ist, konnten wir den Autopiloten deaktivieren und die Windfahnensteuerung in Betrieb nehmen. Diese erfordert etwas mehr Einstellarbeiten und Segeltrimm, aber verbraucht keinen Strom und schont die Ruderanlage, die ja noch einige Seemeilen durchhalten muss.

    Apropos Seemeilen: Wir haben nun fast 700 sm im Heckwasser und nach ca. 3200 sm vor uns. Galapagos werden wir voraussichtlich übermorgen passieren.
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  • 6. Tag auf See 30.07.2026

    7月30日, Pazifischer Ozean ⋅ 🌧 27 °C

    Etmal: 83 sm
    03° 15,5´N
    083° 38,7´W

    Der Nachmittag begann mit der Auswertung der unzähligen Rezeptideen zu unserer großen Bananenumfrage. Zunächst einmal: Vielen Dank für die vielen kreativen Vorschläge und das rege Interesse an unserer kleinen logistischen Herausforderung an Bord.

    Die Ideen reichten von Bananenbrot, Pancakes, Chips, Curry, Chutney, Eis und Milchshakes bis hin zu eher außergewöhnlichen Lösungen: die Bananen an Delfine verfüttern, mit ihnen Fische anlocken oder sie einfach rauchen. Die Kreativität kennt offenbar keine Grenzen.

    Wir entschieden uns zunächst für die kulinarisch sicherste Variante und backten ein herrlich duftendes Bananenbrot. Parallel wurden die ersten Bananenchips vorbereitet, und für den Abend stand bereits Bananen-Chutney auf dem Speiseplan. Die Staude wird langsam kleiner – aber der Kampf ist noch lange nicht gewonnen.

    Am späten Nachmittag bekamen wir dann erneut Besuch von einer großen Delfinschule. Die Tiere begleiteten die Hägar eine ganze Weile, spielten in der Bugwelle und ließen sich diesmal sogar mit der GoPro unter Wasser filmen – ein wunderbares Erlebnis.

    Gegen Abend setzte schließlich eine leichte Brise ein. Zwar reichte sie nicht für schnelle Fahrt, doch immerhin konnten wir unter Segeln und nicht unter Maschine oder treibend durch die Nacht gleiten. Manchmal sind schon wenige Knoten Wind ein kleines Geschenk.

    Und dann begann sie – eine Nacht, die wir wohl nie vergessen werden.

    Fast zeitgleich mit dem Sonnenuntergang stieg auf der gegenüberliegenden Seite des Himmels ein tiefroter Vollmond zwischen den Wolken empor und tauchte den Pazifik in ein beinahe unwirkliches Licht. In der langsam hereinbrechenden Dämmerung tauchten immer wieder einzelne Delfine und große Meeresschildkröten neben der Hägar auf. Da wir nur gemächlich über die spiegelglatte See glitten, war es vollkommen still an Bord. Deutlich hörten wir das kraftvolle Ausatmen der Delfine und das sanfte Plätschern, wenn sie zum Luftholen die Wasseroberfläche durchbrachen.

    Doch damit begann erst die eigentliche Magie.

    Als das letzte Tageslicht verschwunden war, zeichneten die Rücken und Finnen der Delfine silberne Spuren in das vom Vollmond beschienene Wasser. Es wirkte, als würden sie mit flüssigem Mondlicht über den Ozean malen.

    Und gegen Mitternacht wurde das Schauspiel noch unglaublicher. Der hoch am Himmel stehende Vollmond beleuchtete eine See, die durch unzählige biolumineszente Kleinstlebewesen zum Leben erwachte. Jeder Delfin zog nun einen leuchtend grün-blauen Schweif aus Meeresleuchten hinter sich her. Besonders beeindruckend war der Moment, wenn die Tiere dicht an der Bordwand vorbeischwammen. Für einen kurzen Augenblick schien es, als trügen sie eine leuchtende Taucherbrille aus flüssigem Licht vor ihrem Kopf.

    Solche Bilder lassen sich mit keiner Kamera festhalten. Sie existieren nur für denjenigen, der sie in diesem Augenblick erlebt. Aber sie brennen sich unauslöschlich ins Gedächtnis ein.

    In solchen Nächten versteht man plötzlich, wie die alten Geschichten von Meerjungfrauen und Meeresnymphen entstanden sein könnten. Vielleicht tanzte dort draußen tatsächlich eine Nymphe zwischen den Delfinen und sie bewegten sich gemeinsam im Takt der sanften Dünung und der leisen Melodie des Pazifiks. Oder spielte uns der Vollmond einfach einen Streich? Ich bin mir da inzwischen nicht mehr ganz sicher. „Halb zog sie ihn, halb sank er hin …“

    Doch irgendwann holte uns die Wirklichkeit wieder ein.

    Mit Sonnenaufgang frischte der Wind endlich spürbar auf. Zum ersten Mal seit Tagen konnten wir wieder konsequent Strecke nach Süden machen und uns dem Passat annähern. Gegen 10:00 Uhr war schließlich der entscheidende Moment gekommen: Wir gingen auf den anderen Bug und laufen nun bei vorlichem Wind mit rund 7 Knoten Fahrt direkten Kurs auf die Marquesas zu.

    Es sieht ganz so aus, als hätten wir den Passat endlich erreicht. Wenn Calypso uns weiterhin wohl gesonnen bleibt, liegt unsere voraussichtliche Ankunft derzeit ca. am 20. August.
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  • 5. Tag auf See 29.07.2026

    7月29日, Pazifischer Ozean ⋅ ☀️ 28 °C

    Etmal: 82 sm
    04° 11,5´N
    083° 30,1´W

    Gestern, kurz nach Mittag, entdeckten wir voraus am Horizont eine ungewöhnlich große Ansammlung von Seevögeln. Zahlreiche Tölpel kreisten dicht über dem Wasser und stürzten immer wieder pfeilschnell in die Wellen. Auch unsere gefiederten Gäste vom Vordeck wurden sofort aufmerksam, erhoben sich in die Luft und machten sich zielstrebig auf den Weg zu dem scheinbar reich gedeckten Buffet.

    Als wir näher kamen, zeigte sich der Grund für das Spektakel: Eine riesige Delfinschule jagte dort gemeinsam nach Fisch. Wir schätzten die Gruppe auf mindestens hundert Tiere. Überall durchbrachen glänzende Rücken die Wasseroberfläche, Delfine sprangen aus den Wellen, kreuzten einander und trieben die Fischschwärme offenbar gezielt zusammen. Über ihnen nutzten die Tölpel ihre Chance und stürzten sich mitten in das brodelnde Wasser.

    Nachdem die Jagd beendet war, schlossen sich uns viele der Delfine an. Fast eine Stunde lang begleiteten sie die Hägar, spielten in der Bugwelle, schossen dicht unter dem Schiff hindurch und tauchten auf der anderen Seite wieder auf. Immer wieder drehten sie sich dabei zur Seite, als wollten sie zu uns hinaufschauen. Solche Begegnungen gehören zu den besonderen Momenten einer langen Ozeanpassage – plötzlich ist der scheinbar leere Pazifik voller Leben.

    Doch nicht nur im Wasser gab es tierischen Besuch. An Bord fanden wir außerdem einen großen Schwärmer, eine sogenannte „Schwarze Hexe“. Mit ihren dunklen, eindrucksvoll gezeichneten Flügeln hatte sie sich einen geschützten Platz auf der Hägar gesucht. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Entfernungen selbst eigentlich landlebende Tiere über dem offenen Meer zurücklegen. Weit und breit ist kein Land zu sehen – und trotzdem begegnen uns Vögel, Insekten und andere kleine Passagiere, die offenbar ebenso wie wir auf großer Reise sind.

    Am Abend kehrte dann allerdings wieder das inzwischen nur allzu vertraute Bild zurück: Der Wind schlief vollständig ein. Die Segel hingen schlaff herab, die Fahrt fiel auf null, und uns blieb nichts anderes übrig, als das gesamte Tuch zu bergen und uns treiben zu lassen.

    Leider meinte es auch die Strömung nicht gut mit uns. Statt wenigstens langsam in Richtung Marquesas zu treiben, setzte sie uns zurück und machte einen Teil der mühsam erkämpften Seemeilen wieder zunichte. Nach langem Abwägen entschieden wir uns schweren Herzens, die Maschine zu starten und die Nacht unter Motor weiterzulaufen. Für solche Situationen gibt es mittlerweile nur noch einen passenden Kommentar an Bord: Scheiß Doldrums!

    Immerhin sind die Nächte derzeit vergleichsweise angenehm zu bewältigen. Der Vollmond taucht das Meer in ein silbriges Licht und sorgt fast die ganze Nacht für gute Sicht. Der Horizont ist klar zu erkennen, und selbst die Wellen zeichnen sich deutlich im Mondschein ab. Nach den vielen stockfinsteren Nächten auf See fühlt sich das fast schon luxuriös an.

    In dieser Nacht war außerdem über längere Zeit ein Licht weit entfernt am Horizont zu erkennen. Es blieb jedoch so weit von uns entfernt, dass weder auf dem AIS noch auf dem Radar ein entsprechendes Ziel auftauchte. Vermutlich handelte es sich um ein Schiff in sehr großer Entfernung, dessen Positionslichter durch die klare Nacht dennoch bis zu uns herüberleuchteten.

    Gegen Morgen hatte das Dröhnen der Maschine dann endlich ein Ende. Der Wind frischte wieder auf, zunächst noch vorsichtig, dann zunehmend beständiger. Wir setzten alle Segel und laufen seitdem mit Vollzeug und einer Geschwindigkeit von fünf bis sechs Knoten weiter in Richtung Marquesas.

    Und als hätte sich die große Delfinschule von gestern mit uns verabredet, tauchte sie auch heute Vormittag erneut bei der Hägar auf. Wieder sprangen die Tiere durch die Wellen, begleiteten uns ein Stück und sorgten für reichlich Leben rund um das Schiff.

    Jetzt hoffen wir, dass der Wind noch eine Weile durchhält. Laut Wetterbericht nähert sich allerdings bereits das nächste Flautenfeld. Ab Donnerstagnachmittag sollten wir den schwierigsten Abschnitt endlich hinter uns gelassen und den beständigeren Passat erreicht haben.

    Bis dahin heißt es weiter Geduld bewahren, jede Brise nutzen und um jede Seemeile kämpfen. Die Marquesas liegen noch immer vor uns – aber mit jedem Windhauch kommen sie ein kleines Stück näher.

    Und dann haben wir da noch ein echtes Luxusproblem an Bord:

    Die Bananenstaude, die wir in Panama für unglaubliche **2,50 $** gekauft haben, hat sich offenbar abgesprochen und beschlossen, **alle gleichzeitig reif zu werden**.

    Seitdem gibt es bei uns:
    🍌 Bananen zum Frühstück,
    🍌 Bananen als Snack,
    🍌 Bananen zum Nachtisch,
    🍌 und zwischendurch… Überraschung… Bananen.

    Inzwischen begrüßen wir uns morgens schon mit: *„Na, schon eine Banane gehabt?“*

    Wir befürchten ernsthaft, dass wir uns bald gelb färben und beim Anblick einer Banane automatisch anfangen zu schälen.

    Jetzt die Frage an die Schwarmintelligenz:
    Hat jemand noch kreative Ideen, was man mit einer halben Plantage voller reifer Bananen anstellen kann – außer sie einfach zu essen oder Bananenbrot zu backen?

    Vielleicht kennt jemand ein geniales Bordrezept, einen exotischen Cocktail, eine Möglichkeit zum Haltbarmachen oder einen anderen Geistesblitz.

    Ansonsten bleibt uns wohl nur noch, die Delfine zum Bananenessen einzuladen… 🍌😂
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  • 4. Tag auf See 28.07.2026

    7月28日, Pazifischer Ozean ⋅ ☀️ 28 °C

    Etmal: 77 sm
    04°52,6 N
    082°38,9 W

    Der gestrige Nachmittag entwickelte sich zu einem regelrechten Slalomkurs zwischen den Squalls. Immer wieder zogen dunkle Regen- und Gewitterwolken über uns hinweg, brachten für kurze Zeit kräftigen Wind und verschwanden genauso schnell wieder. Das bedeutete für uns ständige Segelmanöver: Segel trimmen, Kurse anpassen und den besten Weg zwischen den Schauerzellen finden. Auch wenn wir dabei einige Extrameilen zurücklegen mussten, konnten wir auf diese Weise zumindest stetig Strecke in Richtung unseres Ziels gutmachen.

    Für zusätzliche Abwechslung sorgte eine interessante Schiffsbegegnung mitten auf dem weiten Pazifik. Von achtern näherte sich ein Fischereifahrzeug, während gleichzeitig aus südlicher Richtung ein Frachter auf Kollisionskurs zu laufen schien. Laut AIS sank das CPA (Closest Point of Approach) zeitweise auf unter zwei Seemeilen. Doch wie so oft zeigte sich, dass eine gute Seemannschaft und die internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR) bestens funktionieren: Alle Beteiligten hielten ihren Kurs und der Frachter wich uns beiden als ausweichpflichtiges Fahrzeug rechtzeitig und großzügig aus. Faszinierend bleibt es dennoch, dass sich auf der unendlichen Weite des Pazifiks ausgerechnet drei Schiffe zur gleichen Zeit so nahe kommen.

    Mit dem Sonnenuntergang änderte sich das Wetter schlagartig. Die einzelnen Squalls verschmolzen zu einer großen Wolkenfront, der Wind schlief vollständig ein und binnen weniger Minuten herrschte spiegelglatte See. Also hieß es einmal mehr: Segel bergen und die SY Hägar der Strömung und den leichten Restwinden überlassen. Den Motor für eine derart lange Ozeanpassage einzusetzen, wäre angesichts der enormen Distanzen keine sinnvolle Option. So trieben wir in der tropischen Nacht langsam weiter – immerhin mit etwa einem halben Knoten in die richtige Richtung.

    Erst gegen drei Uhr morgens kündigte sich wieder eine leichte Brise aus Süden an. Sofort setzten wir den Yankee, der die Hägar langsam wieder in Bewegung brachte. Mit den ersten Sonnenstrahlen kam ausreichend Wind auf, um auch Großsegel und Fock zu setzen. Seitdem segeln wir auf einem Kurs von etwa 240 Grad mit vier bis sechs Knoten Fahrt unserem nächsten großen Etappenziel entgegen – den Galápagos-Inseln.

    Auch die Tierwelt sorgt weiterhin für unvergessliche Momente. Mehrere Arten von Tölpeln begleiten uns regelmäßig, kleine Seeschwalben gleiten dicht über die Wellen, und immer wieder ziehen elegante Tropikvögel ihre Kreise über dem Schiff. Als besonderes Highlight tauchte heute zudem eine Meeresschildkröte direkt neben der Hägar auf, bevor sie gemächlich wieder in den Tiefen des Pazifiks verschwand. Solche Begegnungen machen selbst Tage mit wenig Wind zu etwas ganz Besonderem.
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  • 3. Tag auf See 27.07.2026

    7月27日, Pazifischer Ozean ⋅ ☁️ 28 °C

    Etmal 70 sm
    05°38,2´N
    081°55,5´W

    Am Nachmittag des Vortages frischte der Wind für rund drei Stunden deutlich auf. Endlich konnten wir wieder alle Segel setzen und mit Vollzeug hoch am Wind einen Kurs nach SSW laufen. Mit 7 bis 8 Knoten Fahrt keimte bereits die Hoffnung auf, nun endlich wieder kontinuierlich voranzukommen. Doch die Freude währte nur kurz: Gegen Abend schlief der Wind erneut vollständig ein. Uns blieb nichts anderes übrig, als sämtliche Segel zu bergen und die Hägar über Nacht den Launen des Ozeans zu überlassen. Wenigstens trieben wir mit etwa einem halben Knoten in die richtige Richtung – besser als Stillstand.

    Unsere Hägar entwickelt sich derweil immer mehr zu einem schwimmenden Vogelparadies. Neben *Woodstock*, unserem treuen Uferläufer, der sich inzwischen dauerhaft unter dem Dinghy häuslich eingerichtet hat, bekommen wir regelmäßig Besuch von Weißbauchtölpeln. Sie landen zielsicher auf dem Bugkorb, machen es sich auf dem Anker bequem oder wählen das Solarpanel als Schlafplatz für die Nacht. Bis zu fünf Vögel gleichzeitig bevölkern dann unser Vorschiff und liefern sich im Dunkeln lautstarke Diskussionen um die begehrtesten Plätze. Erst im Laufe des Vormittags verlassen sie uns wieder und verschwinden hinaus auf den Pazifik.

    Der heutige Vormittag brachte schließlich mehrere Squalls mit sich. Die kräftigen Regenschauer sorgten nicht nur für eine kurze Abkühlung, sondern schenkten uns auch den dringend benötigten Wind, sodass wir unsere Reise endlich wieder fortsetzen konnten.

    Dabei zeigt sich der Pazifik in dieser Region von einer ganz anderen Seite als der Atlantik. Während dort die beständigen Passatwinde den Kurs vorgeben, sind die Kalmen hier nur schwer einzuschätzen. Eine vorherrschende Windrichtung gibt es praktisch nicht. Der Wind entsteht fast ausschließlich durch die kalten Fallwinde der Squalls. Deutlich spürt man, wie die kühle Luft aus den dunklen Regenwolken herabströmt und den Wind genau aus deren Richtung aufkommen lässt. Kaum ist ein Squall vorübergezogen, verschwindet der Wind oft ebenso schnell wieder.

    Wir hoffen daher sehnsüchtig auf den beständigen Südostpassat. Nach den Wetterdaten beginnt er erst etwa 100 Seemeilen südlich unserer aktuellen Position. Bis dahin heißt es für uns weiter: Geduld haben, jede Brise nutzen und darauf vertrauen, dass der Pazifik uns bald wieder konstanten Wind schenkt.
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  • 2. Tag auf See 26.07.2026

    7月26日, Pazifischer Ozean ⋅ ☁️ 28 °C

    26.07.2026 12:00
    Etmal: 80 sm
    06°28,5N
    081°15,5W

    Am Abend des 25.07. haben uns die Doldrums nun voll erwischt. Absolute Flaute. Dafür haben wir jetzt einen neuen Passagier an Bord. Ein Drossel Uferläufer, eine Schnepfenart ähnlich unserem heimischen Fluss Uferläufer.

    Zum Sonnenuntergang starteten wir die Maschine, um über Nacht ein paar Seemeilen in Richtung Passat gut zu machen. Aber: Das Kühlwasser lief nicht, ein Problem, welches wir auch schon nach der Werft hatten, sich aber durch Entlüften des Knies zum Abgaskühler beheben ließ. Diesmal aber leider nicht.

    Also ließen wir uns treiben, zum Glück mit ca. 1 kn in die fast richtige Richtung und begannen mit der Reparatur um 04:00 morgens um die kühlen Stunden zu Nutzen. Impeller gewechselt, Leitungen gespült und dann, gegen ca. 08:00, kurz nach Sonnenaufgang lief alles wieder und so motoren wir dann mit 6 kn Fahrt Richtung Galapagos.

    Am Vormittag vertrieben wir uns dann noch die Zeit mit Frisörspielen. Ich habe jetzt wieder einen frechen Kurzhaarschnitt, Katja hat die Haare etwas kürzer. Lange Haare bei diesem Wetter und dem Wind sind echt eine Qual.
    Ansonsten fahren wir nun unter Maschine durch den spiegelglatten Pazifik. Ab und zu sieht man einen fliegenden Fisch oder eine Rückenflosse aus der flachen See auftauchen. Hai, Tunfisch, Wal, Delfin, schwer zu sagen. Und dann sieht man neben Kokosnüssen und Baustämmen auch noch jede Menge Müll, welcher hier rumtreibt.
    Wir warten auf Wind!!!!!!! Calypso blas!!!
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  • 1.Tag auf See 25.07.2026 12.00 EST

    7月25日, Pazifischer Ozean ⋅ ☁️ 28 °C

    Etmal 142
    06°53,7N
    080°08,4W

    Am 24.07.2026 haben wir um 10:15 die Leinen in der Marina Playita gelöst und sind mit Ziel Nuku Hiva in Französisch-Polynesien aufgebrochen.
    Der Kurs führte zunächst um die Halbinsel Amador in Richtung Westen, da wir die Reeden vor dem Panamakanal umschiffen mussten.
    Nach ca. 5 sm konnten wir den Kurs südwärts ändern und parallel zum Verkehrstrennungsgebiet segeln, welches sich ca. 40 sm in Richtung Süden erstreckt.
    Gegen 15:00 gelang uns der Fang einer Gelfeckten Königsmakrele, die wir zum Dinner zubereiteten.
    Abweichend vom Wetterbericht lag ein NW-Wind mit 10 kn. So konnten wir mit dem Yanky bei raumem Wind mit 8 kn laufen.
    Am frühen Morgen konnten wir dann südlich des VTGs den Kurs auf 245° in Richtug Galapagos ändern. Derzeit nimmt der Wind rechtdrehend ab.
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  • Wir sind im Pazifik

    7月19日, パナマ ⋅ 🌧 26 °C

    Das letzte Schleusentor hat sich geöffnet und wir fahren auf dem Pazifik….
    Im strömenden Regen und Gewitter haben wir die Marina Playita in Panama City erreicht um um 18:30 sicher die Leinen fest gemacht.もっと詳しく