Die erste Etappe im Sabbatjahr
  • Day48

    Heimreise

    September 3, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 16 °C

    Wir haben uns entschlossen von Taschkent die Heimreise anzutreten. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum ersten gilt unser Visum für Usbekistan nur noch bis morgen. Wir sind durch die ursprünglich nicht geplanten Zeiten in der Mongolei und China in Zeitverzug geraten.
    Nun sollte es mit dem Zug nach Aktau ans Kaspischen Meer gehen, um dort ein Frachtschiff nach Baku zu nehmen. Bei Kenntnis der Details (beim Zug hat man mehrmals Umzusteigen mit mehrstündigen Aufenthaltszeiten in der Nacht, für die Frachter gibt's keine Informationen zu geplanten Zeiten usw.). In einem Blog las ich, dass auf den Frachter mitten auf dem Meer um 3 Uhr morgens die Fahrgäste zur Passkontrolle geweckt wurden. Kurzum darauf hatten wir keine Lust. Der wichtigste Grund war allerdings Marcus noch vor seinem Schulpraktikum in Kairo zu sehen.
    So haben wir kurzerhand einen Flug nach Frankfurt gebucht.
    Die geplanten Touren durch den Iran, Georgien und Anatolien wollen wir im Frühjahr angehen.
    Wir haben nun fast 7 Wochen hinter uns mit vielen Eindrücken, tollen Begegnungen in teilweise grandioser Natur und beeindruckenden Städten. Wir wollten sehr nah an die Menschen heran. Damit haben wir fast ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Allerdings hatten wir uns vorgenommen, so wenig wie möglich zu fliegen. Das haben wir leider nicht durchgehalten.
    Nun beenden wir unsere erste Etappe im Sabbatjahr und freuen uns auf die nächsten Touren.
    Die Drei von der Seidenstraße.
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  • Day47

    Xayrlashib Seidenstraße

    September 2, 2018 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 24 °C

    Was soviel heißt wie Auf Wiedersehen.
    Gestern Abend kamen wir mit zwei Männern am Nachbartisch im Restaurant ins Gespräch. Sie waren aus Afghanistan. Das liegt nicht viel mehr als 250 km entfernt. Das war uns gar nicht so bewusst. Die Grenze zum mysteriösen Turkmenistan ist noch näher.
    Unseren letzten Tag in Buchara verbringen wir zunächst mit Shopping (Ute) und Chillen (ich). Zu meiner Entschuldigung muss ich anführen, dass mich eine Kombination aus Erkältung und Magen/Darm erwischt hat.
    Unser Vermieter fragte mich verschämt, ob ich nicht für ihn ein Bier kaufen könnte. Die Frau sei gerade aus dem Haus und damit die Gelegenheit günstig. Für Moslems offenbar gar nicht so einfach. Hab ich natürlich übernommen und mir ging's gleich viel besser.
    In der Altstadt ist allerorten laute Musik zu hören. Wir finden weitere Medresen und das älteste Mausoleum Bucharas. Es ist heiß und windig und man hat das Gefühl ständig von einer Staubschicht überzogen zu sein.
    Am Abend kehren wir dann nach Taschkent zurück. Da alle Züge schon seit einer Woche ausgebucht sind, bleibt uns nur der Flieger.
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  • Day46

    bukarak-glücklicher Ort

    September 1, 2018 in Uzbekistan ⋅ 🌬 30 °C

    Der Name Buchara leitet sich vom sogdischen Wort „bukarak" ab , was soviel bedeutet wie glücklicher Ort. Heute ist man glücklich und feiert 27 Jahre Unabhängigkeit.
    Die Familien sitzen in den Parks, Cafés und Restaurants. Sie lassen sich gern fotografieren und bedanken sich oftmals dafür. Wir müssen hin und wieder auch für Fotos zur Verfügung stehen.
    Zudem gibt's an allen Ecken Kultur und Musik bei 33°. Es weht ein ziemlich starker Wind, der die Temperaturen erträglich macht aber gleichzeitig auch viel Staub aufwirbelt.
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  • Day45

    Buchara

    August 31, 2018 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 27 °C

    Bucharas Altstadt, die mittlerweile zum Weltkulturerbe zählt, ist intakt und das Leben nimmt in den Gassen zwischen den Lehmhäusern seinen gemächlichen Gang. Trotz einer langen sowjetischen Herrschaft ist sie eine orientalische Stadt geblieben, die vom Islam geprägt ist. Im Gegensatz zu Samarkand ist hier das Stadtbild homogener, es gibt weniger Brüche.
    Wenn man sich die Autos , für die keine Gasse zu eng ist, wegdenken würde, wähnt man sich in einem anderen Jahrhundert. Die überaus freundlichen Menschen ( man wird ständig gegrüßt und nach dem Woher gefragt) kleiden sich zudem auch sehr traditionsbewusst.
    Es gibt hier mehr als 350 Moscheen und 100 islamische Hochschulen und ähnlich prachtvolle Bauten wie in Samarkand, dafür aber deutlich mehr.
    Man sieht aber auch viel Armut hinter den Kulissen. Die meisten Männer arbeiten als Gastarbeiter in Russland und die Frauen müssen die Familien managen.
    Ein generelles Problem der Stan- Länder. In Tadschikistan z. Bsp. liegt der Anteil der Auslandsüberweisungen der Gastarbeiter am Bruttosozialprodukt bei fast 50 Prozent.
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  • Day44

    Samarkand-das Zentrum der Seidenstraße

    August 30, 2018 in Uzbekistan ⋅ 🌬 24 °C

    Im Hostel trafen wir einen Göttingener Studenten, der fließend Russisch sprach und derzeit an der deutschen Botschaft in Tadschikistan arbeitet. Er hatte mit der Aufarbeitung des IS-Anschlags auf die Fahrradtouristen zu tun und berichtete einige Details. Er erzählte aber auch andere Stories:
    Er nahm als Vertreter der deutschen Botschaft an einer Veranstaltung teil, in der es darum ging Geschäftsideen für den Export in Tadschikistan zu entwickeln. Das Resultat waren 3 Ideen:
    1. Aprikosen 2. getrocknete Aprikosen und 3. Aprikosen mit Nüssen gemischt.
    Die Bemerkung, dass auch andere Länder Aprikosen exportieren, löste große Verwunderung aus. Da gab's in der Gegend schon mal Zeiten mit mehr Phantasie.
    Wir haben uns heute noch weitere Mausoleen, Moscheen , die Synagoge und den Basar angesehen. Samarkand war einst ein Knotenpunkt der alten Seidenstraße. Hier kreuzten sich viele Routen. Seide war das wichtigste Handelsgut und gleichzeitig eine übliche Verrechnungseinheit.
    Für 10 kleine Schnitte aus Seide konnte man ein Pferd erstehen.
    Am Abend haben wir uns dann auf die Fahrt in die "Museumsstadt" Buchara begeben. Mit einem Schnellzug der usbekischen Bahn, der unseren ICEs in Nichts nachsteht.
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  • Day43

    Samarkand-Märchen aus 1001 Nacht

    August 29, 2018 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 27 °C

    In der alten Oasenstadt Samarkand wurden die Geschichten aus 1001 Nacht geboren, und schon Alexander der Große soll vor über 2300 Jahren von der Schönheit und Exotik der Stadt ergriffen gewesen sein. Kein Wunder also, dass wir es auch sind.
    Samarkand, das ehemalige Afrasiab, gilt als eine der ältesten Städte der Welt. Das Imperium des Timur und seiner Nachfolger reichte von Kasachstan und den Grenzen Chinas im Norden und Osten bis nach Konstantinopel im Westen, Mesopotamien und der arabische Halbinsel im Süden.
    Es gibt prachtvolle Bauten, wie die Bibi-Chanim-Moschee, Mausoleen (das Gur Emir Mausoleum mit der Grabstätte von Timur Lenk ist ein Pilgerort) und Koranschulen die allesamt toll saniert wurden. Auf den riesigen Basaren findet man das pralle Leben. Das schönste allerdings ist der Registan, ein Platz auf den 3 Medresen zu bestaunen sind. Wir waren nachmittags und am Abend nochmals bei Beleuchtung dort. Ute sagte, dass dies das schönste Bauwerk ist, was sie je gesehen hat. Das soll was heißen.
    Auch die Menschen sind nett und freundlich und freuen sich über deutsche Touristen.
    Mit Deutschland werden übrigens immer 3 Dinge assoziiert: Autos, Bier und Fußball.
    Wobei es diesen Sommer einen nicht in Geld zu beziffernden Imageschaden gab.
    Apropos Geld. Da man für einen Euro über 9000 Som erhält, kommt man sich hier ziemlich reich vor und kann so manchen zweifelhaften Anlagetipp verdrängen.
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  • Day42

    Über Bishkek nach Taschkent

    August 28, 2018 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 31 °C

    Nach einer Woche Entspannung am See sind wir mit einer überfüllten Marschrutka zurück nach Bishkek gefahren. Ich hatte das Vergnügen 4 h im Gang auf einem Kissen zu sitzen. Es erinnerte stark an Reiten. Die Marschrutkafahrer sind Telefonjunkies. Selbst bei den kühnsten Überholmanövern haben
    sie das Handy am Ohr. Manchmal rauchen sie auch noch.
    In Bishkek trafen wir zufällig wieder die Schweizer Fahrradweltenbummler. Wir saßen abends noch bei einigen Bieren zusammen. Cecil hat schon als Kleinkind 4,5 Jahre auf einem Segelboot gelebt. Da wurden die Grundlagen gelegt.
    Sie erzählte von jungen Mädchen in Kirgisistan, die sich nicht mehr in ihre ländliche Heimat wagen, aus Angst geraubt zu werden.
    Mindestens jede 3. Ehe in Kirgisistan beruht noch immer auf Brautraub.
    In den frühen Morgenstunden haben wir uns auf den Weg nach Taschkent begeben. Da es mit dem Ticket über die russische Bahn nicht klappte, mussten wir doch den Flieger nehmen. Dafür hatten wir herrliche Sicht auf die schneebedeckten Gipfel des Thienschangebirges. Die russische Bahn hat aber trotzdem frech von meinem Konto abgebucht.
    In Taschkent angekommen, ließ sich ein aufdringlicher Taxifahrer nicht abschütteln. Er erwieß sich im Nachhinein aber als sehr hilfsbereit. Er fuhr uns zum Bahnhof, an welchen die Züge nach Samarkand starten und verhalf uns durch Vordrängeln zu einer Fahrkarte.
    Dummerweise ist gerade ein Feiertag in Usbekistan. Man feiert die Unabhängigkeit von Russland. Und wie unsere nette Zugbegleiterin sagte, hat der gute Präsident aus dem einen freien Tag gleich eine freie Woche gemacht.
    Das kommt an beim Volk.
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  • Day40

    Impressionen vom See

    August 26, 2018 in Kyrgyzstan ⋅ ☁️ 18 °C

    Am Wochenende trifft man sich in Familie am See. Wir durften die kirgisische Gastfreundschaft erleben. Beim Laufen am Strand wurden wir zu Fleisch, kirgisischen Gebäck und Bier eingeladen. Natürlich durfte der Wodka nicht fehlen. Der Mann, ein 76 jähriger Professor, wollte mit uns u.a. über Kant und Hegel sprechen. Da bewegten wir uns auf ganz dünnem Eis. Kaum hatten wir es geschafft uns zu verabschieden, wurden wir schon von einer anderen Gruppe herangewunken. Wir sahen auch dort schon die Wodkaflaschen.
    Aber da blieben wir standhaft. Im Ergebnis sind wir nach dem Baden eingeschlafen und haben uns ganz schön den Pelz versengt.
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  • Day38

    Es gibt nichts zu tun...

    August 24, 2018 in Kyrgyzstan ⋅ 🌧 18 °C

    ...und nichts zu erreichen.
    Diesem Mantra aus der Zeit unseres Max-Planck-Meditationskursres folgen wir nun schon einige Tage. Wir spazieren am Ufer des Sees entlang oder schwimmen im glasklaren, angenehm warmen Wasser.
    Die touristische Infrastruktur hier hält sich arg in Grenzen. Es gibt im Hotel und auch an anderen Stellen ein russisches Plakat (wahrscheinlich vom Tourismusministerium erstellt) zu den touristischen Highlights. Keine Karten, Wegbeschreibungen, Fahrpläne oder dergleichen. Die einzigen Quellen sind Erfahrungsberichte aus dem Netz oder Lonely Planet. Dies scheint aber eher eine tourismusfördernde Wirkung zu haben. Jedenfalls sind hier jede Menge junge Leute aus Westeuropa unterwegs.
    Im Dorf gibt es 4 Magasine mit identisch kümmerlichem Angebot. Das war's. Kein Restaurant, Bäcker, Café oder ähnliches.
    Auch das Hotel bietet einige Besonderheiten: Es gibt im Garten zwar einen Warmwasserbereiter, aber keine Tassen (von Tee oder Kaffee ganz zu schweigen). Im Bad findet man keinen Spiegel und kein funktionierendes Licht usw.
    Aber der Ort ist einer von zwei Lonely Planet Empfehlungen für den Issykkul.
    Das Tolle sind aber die Begegnungen. Gestern Abend saßen wir mit einem holländischen Weltenbummler-Paar, die mit 2 kleinen Kindern unterwegs sind, und haben bei Reiseberichten eine kleine Flasche Wodka geleert.
    Heute trafen wir am Strand 2 junge schweizer Pädagogen, die schon seit 13 Monaten mit dem Rad unterwegs sind. Sie sind u.a. über die Pässe des Pamir-Highway bei 4600m geradelt. Am meisten haben sie von der Tour durch den Iran geschwärmt. Na, mal sehen....
    Allerdings haben sie auch in Tadschikistan die späteren IS- Anschlagsopfer getroffen. Schlimm!
    Die Einheimischen haben auch spezielle Vorlieben. Am besten mit einem dicken Auto bis an den See heranfahren und dann ins Wasser springen. Wichtig ist auch eine ständig musikalische Beschallung. Und selbstverständlich wird der Müll liegengelassen.
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  • Day36

     Issyk-Kul See

    August 22, 2018 in Kyrgyzstan ⋅ ⛅ 16 °C

    Der größte See Kirgestans ist nach demTiticacasee der zweitgrößte Bergsee der Welt. Er liegt auf einer Höhe von über 1600m und hat eine Küstenlänge von 688 km. Aitmatows Roman "Der weiße Dampfer" spielt hier.
    Am Morgen gab's erstmal ein Gewitter. Nach einem Spaziergang am Ufer sind wir am Nachmittag in dem Fairytale Skazka Canyon gewandert. Es bietet sich eine aus Zinnen, Wänden und Türmchen bizarr geformte Landschaft mit tollen Farben.
    Auf dem Rückweg trafen wir ein junges deutsch-französisches Paar das auf dem Heimweg nach Deutschland waren. Mit Fahrrädern! Sie haben sich bis Ende des Jahres Zeit gegeben.
    Die Strecke zwischen unserem Dorf und dem Einstieg zum Canyon sind wir getrampt, wie in unserer Jugend. Hat sogar geklappt.
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