• Spaziergänge mit Hilde
  • Spaziergänge mit Hilde

DESTINATION NORTH

Vier Himmelsrichtungen in den nächsten zwölf Monaten Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    27 Jun 2026

    Wees

    27–28 Jun, Jerman ⋅ ⛅ 22 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 1
    27/06/2026
    Wees

    Von Lennestadt nach Flensburg in zwölf Stunden und 564 km.

    Und zum Abschluss mitten in eine Gewitterwand hinein, deren Wetterleuchten uns noch immer begleitet.

    Wir stehen im Garten von sehr lieben Menschen, die mich mit selbstgeflückten Erdbeeren um kurz vor Mitternacht begrüßen.

    Hilde bekommt ein paar Leckerlis und noch einen schnellen Gang ins Grüne.

    Wir fühlen uns willkommen.

    Vorher haben wir auf einem Autobahnrastplatz einen Vater mit seiner sechszehnjährigen Tochter getroffen, die uns in ihrem Reisetagebuch verewigt. Sie wollen nach Schweden, aber vorher auf eine Insel, um nach der langen Fahrt ein bisschen auszuruhen.

    Das tun wir jetzt auch, und ich hoffe, dass die angekündigten nächtlichen Gewitter sich lieber auf den Weg nach Dänemark machen.
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    DESTINATION NORTH Day 1
    27/06/2026
    Wees

    From Lennestadt to Flensburg: twelve hours and 564 km. And to top it off, we drove straight into a wall of thunderstorms; the heat lightning is still accompanying us now. We are parked in the garden of some very dear friends who welcomed me with hand-picked strawberries just before midnight. Hilde is getting a few treats and one last quick walk on the grass. We feel welcome. Earlier, at a highway rest stop, we met a father and his sixteen-year-old daughter; she is immortalizing us in her travel journal. They are heading to Sweden but plan to stop at an island first to get some rest after the long drive. We’re doing the same now, and I hope the thunderstorms forecast for tonight decide to head toward Denmark instead.
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  • Storesjö, Halland / Schweden

    28–29 Jun, Sweden ⋅ ☀️ 25 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 2
    28/06/2026
    Storesjö, Halland
    Schweden

    Aufstehen in Deutschland. Frühstück in Dänemark. Schlafengehen in Schweden.

    Nochmal eine große Entfernung. Fast ausschließlich Autobahn. 457 Kilometer über Land und Meer.

    Aus den nächtlichen Gewitterschlägen durch einen Dreißiggradtag in einen milden
    Seesonnenuntergang.

    Mit einer Brücke übers blaue Meer und mit einer Fähre von Helsingør nach Helsingborg. Und über Land zu einem weitläufigen See, aus dem Hilde schon mal getrunken hat.

    Wir treffen ein motorradglückliches Franzosenpaar, eine junge Schweizerin in einem hübsch bemalten Minicamper. Und parken neben einem schicken Mercedes Kurzhauber, der nächstes Jahr auf eine große Reise gehen soll mit seinen deutschen Besitzern.

    Erschöpft bin ich aufgewacht, erschöpft durch die Sonne gefahren, erschöpft gehe ich glücklich schlafen. Und Hilde schnarcht.
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    DESTINATION NORTH Day 2
    28/06/2026
    Storesjö, Halland
    Sweden

    Waking up in Germany. Breakfast in Denmark. Going to sleep in Sweden. Another long haul. Almost entirely motorway. 457 kilometers across land and sea. From the thunderstorms of the night, through a day hitting thirty degrees, into a mild sunset by the lake. Crossing the blue sea via a bridge and taking a ferry from Helsingør to Helsingborg. Then driving overland to a sprawling lake—one Hilde has even drunk from before. We meet a French couple delighted with their motorcycle and a young Swiss woman in a prettily painted mini-camper. We park next to a stylish Mercedes "Kurzhauber" truck, set to embark on a grand journey with its German owners next year. I woke up exhausted, drove through the sun exhausted, and am going to sleep happy—though exhausted. And Hilde is snoring.
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  • Kinna

    29–30 Jun, Sweden ⋅ ☁️ 23 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 3
    29/06/2026
    Kinna, Schweden

    Eine heilige Stimmung nimmt mich wahr, als fahren wir durch mein anderes Leben.

    Zwischen den Birken das Leben aus Gestern und Heute. Die Häuser frisch gestrichen oder mit abgeblätterter Farbe. Eine ehemals grüne Haustür, vor der wir warten, ob sich die Tür öffnet, und die Vergangenheit heraustritt.

    Als ich oben an der Straße anhalte, kommt eine Kuhherde den ganzen Weg aus dem Tal herbei gelaufen und muht mich voller Vorwurf an, sei ich doch kein Bauer.

    Bilder aus tausend und einer anderen Welt springen mich an wie wilde Tiere, alte Träume, tiefe Sehnsüchte.

    Ich habe noch nicht gefrühstückt, aber es ist schon Mittag. Das Tal öffnet sich und der Tanz ist zuende. Der Magen knurrt und nahe der Straße nehmen wir Platz an einem Hang mit kleinen Birken, Blaubeeren und Tannen im Rund.

    Wir sitzen lange vor dem Bus. Eine Weihe breitet ihre Flügel über das Tal aus. Die Straße ist gesäumt von grünen Tannen, aus der Ferne zwei Schüsse. Wir fahren weiter.

    Lidhult. Eine Tankstelle. Zwei Säulen. Eine junge Frau. Eine graue, alte Baracke aus verwittertem Holz, zwei Fenster wie leere Höhlen.

    Landeryd gedenkt seiner Eisenbahn und hält seine schöne Kirche geschlossen.

    Am Ende der fünf Kilometer steht die Kirche von Sandvika, umgeben von Gräbern und stillen Häusern wie in einem Museum. Wir sind alleine. Hilde läuft zum Wasser und schreckt eine schwarze Ringelnatter auf, die sich auf den Steinen räkelt

    Im Wald rauscht der Wind, auf den freien Plätzen wirbelt der Staub auf. Sonne und Fliegen. Ich bin müde und auf der Suche. Stehe am Straßenrand. Hilde liegt zwischen den Sitzen.

    Ein Parkplatz zwischen der städtischen Müllentsorgung und dem kleinen Bahnhof. Drei Camper, einige Pkw, oben auf der Straße hinterm Wiesenhang ebbt der Verkehr gegen die späteren Stunden des Tages ab.

    Ein kleiner Güterzug vor Augen. Dahinter Grün mit Wind in den Bäumen und Sonnenschein auf dem Hügel. Ein Vogel auf der Stromleitung. Er teilt den Himmel.
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    DESTINATION NORTH
    Day 3
    29/06/2026
    Kinna, Sweden

    A sense of sanctity washes over me as we drive through my other life.

    Amidst the birches lies a blend of yesterday and today. Houses freshly painted or with peeling paint. A front door—once green—where we wait to see if it will open and the past step out.

    When I stop up by the road, a herd of cows comes running all the way up from the valley, lowing reproachfully at me—as if to say I am no farmer.

    Images from a thousand other worlds leap out at me like wild animals—old dreams, deep yearnings.

    I haven’t had breakfast yet, though it is already midday. The valley opens up, and the dance comes to an end. My stomach is growling, so we settle down near the road on a hillside ringed by small birches, blueberry bushes, and fir trees.

    We sit for a long time in front of the bus. A kite spreads its wings over the valley. The road is lined with green fir trees; two shots ring out in the distance. We drive on.

    Lidhult. A gas station. Two pumps. A young woman. An old, grey shack made of weathered wood; two windows like empty hollows.

    Landeryd commemorates its railway and keeps its beautiful church locked.

    At the end of the five-kilometer stretch stands the church of Sandvika, surrounded by graves and silent houses, like a museum. We are alone. Hilde walks down to the water and startles a black grass snake basking on the stones.

    The wind rustles in the forest; dust swirls in the open spaces. Sun and flies. I am tired and searching. Standing by the roadside. Hilde is lying between the seats.

    A parking area between the municipal waste disposal site and the small train station. Three camper vans, a few cars; up on the road behind the grassy slope, the traffic is subsiding as the day wears on.

    A small freight train comes into view. Beyond it, greenery with wind in the trees and sunshine on the hill. A bird on the power line. It divides the sky.
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  • Såten

    30 Jun–1 Jul, Sweden ⋅ ☁️ 19 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 4
    30/06/2026
    Saten, Schweden

    Heute ist viel mit Wassergucken. Zum Frühstück über einem See. Mittags an seinem Ufer. Und abends stehen wir über dem Fjord.

    Dazwischen Wald, viel Wald. Häuser, Boote, ein paar Menschen. Und als Sahnehäubchen durchqueren wir noch Uddevalla, eine Stadt der Kreisverkehre und Brücken, Geschäfte und Feierabendverkehr.

    Wir tanken für 1,70 Euro, nachdem ich ein Schläfchen auf dem Parkplatz nebenan gemacht habe.

    Und abends finde ich endlich mal einen richtigen Feldweg, zwischen einer gemähten Wiese und einem Kornfeld, für den Abendspaziergang.

    Wir schlafen auf einem ein Rastplatz in einer Reihe mit fünf Campern und drei Lastern neben uns, eine Sonne überm Fjord und ein Segelboot zur Heimkehr in der Orust Marina.
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    DESTINATION NORTH Day 4
    30/06/2026
    Saten, Sweden

    Today is all about looking at water. Breakfast overlooking a lake. Lunch by its shore. And in the evening, we find ourselves positioned above the fjord. In between: forest—lots of forest. Houses, boats, a few people. And as the icing on the cake, we pass through Uddevalla—a city of roundabouts and bridges, shops, and rush-hour traffic. We fill up the tank for €1.70, after I’ve taken a quick nap in the parking lot next door. And in the evening, I finally find a proper dirt track—nestled between a mown meadow and a field of grain—for our evening walk. We spend the night at a rest stop, lined up alongside five campers and three trucks; the sun hangs over the fjord, and a sailboat heads home to the Orust Marina.
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  • Stenungsund

    1–2 Jul, Sweden ⋅ ☀️ 22 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 5
    01/07/2026
    Stenungsund, Schweden

    Kurz vor Mitternacht stehen meine Füße in einer weißen Wanne mit heißem Seifenwasser und säubern sich von selbst.

    Wir stehen vor dem schönen gelben Haus von sehr lieben Menschen, die ich vor einem Jahr kennengelernt habe. Just nach einem Gottesdienst bin ich mit Hilde dort spazieren gegangen und wir sind uns Gespräch gekommen.

    Eine kleine Begegnung am Wegesrand, ohne zu ahnen, welch intensive Gespräch sich daraus am heutigen Tag ergeben würde.

    Eine Ehepaar, das in meinem Alter ist, über fünfzig Jahre verheiratet, die Kinder und Enkel wohnen alle irgendwie in der näheren Umgebung. Sie haben Freunde in aller Welt und begleiten "Wasserprojekte" in Regionen, in denen jeder Tropfen kostbar ist.

    Brasilien liegt ihnen besonders am Herzen, und sie zeigen mir Videos über ihre Hoffnung, durch Begegnung mit Menschen Verbindungen herzustellen, aus denen sich Unterstützungen entwickeln können.

    Regenwasser in gemauerten Zisternen zu sammeln, um daraus die Lebensversorgung einer Familie sicherzustellen, in Gegenden dieser Welt, wo Wasser kostbar ist.

    Unvorstellbar an diesem Tag, an dem ich an der Küste entlang fahre und fasziniert bin von dieser Weite an Blau. Wasser im Überfluss, bis zum Horizont. Zwischen Felsen, auf denen sich Menschen im Sonnenschein räkeln, einen Cocktail in der Hand.

    Blaues Wasser ist ein Wunder, weil es sich auf Herz und Seele ausbreitet, und dich mitnimmt in jede Ferne, die du dir erträumen kannst.

    Ein wunderschöner Tag geht zu Ende, wir haben einen langen Spaziergang im nahen Wald gemacht, Hilde konnte frei im Garten herumstromern, und jetzt dürfen wir friedlich schlafen. Auch ein Geschenk.
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    DESTINATION NORTH
    Day 5
    July 1, 2026
    Stenungsund, Sweden

    Just before midnight, my feet are resting in a white tub of hot, soapy water, cleaning themselves.

    We are parked in front of the lovely yellow house belonging to some very dear people I met a year ago. I had gone for a walk there with Hilde right after a church service, and we struck up a conversation.

    A chance encounter by the wayside—with no inkling of the profound conversation that would grow from it today.

    A couple around my age, married for over fifty years; their children and grandchildren all live somewhere in the immediate area. They have friends all over the world and support "water projects" in regions where every drop is precious.

    Brazil is especially close to their hearts, and they show me videos about their hope of forging connections through human encounters—connections that can lead to tangible support.

    Collecting rainwater in masonry cisterns to secure a family's water supply in parts of the world where water is scarce.

    It feels unimaginable on a day like this, as I drive along the coast, captivated by that vast expanse of blue. Water in abundance, stretching to the horizon. Nestled between rocks where people lounge in the sunshine, cocktails in hand.

    Blue water is a miracle; it washes over heart and soul, carrying you off to any distant place you can dream of.

    A beautiful day draws to a close; we took a long walk in the nearby woods, Hilde was free to roam the garden, and now we can sleep peacefully. That, too, is a gift.
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  • Säffle

    2–3 Jul, Sweden ⋅ 🌧 17 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 6
    02/07/2026
    Säffle, Schweden

    Wieder nur Wasser. Fast den ganzen Tag. Just in dem Moment, wenn wir uns von unseren lieben Gastgebern verabschieden, beginnt der Himmel zu weinen, obwohl er gar keinen Grund dazu hat, weil wir wir uns gegenseitig gut getan haben.

    Ich bin nicht unglücklich über der Regen, muss ich doch dringend einkaufen. Möhren, Bananen, Joghurt, Kefir, Würstchen für Hilde und Schokolade für mich.

    Ein kleiner Coop in Åsensbruck mit einem Parkplatz vor dem Haus. Die freundliche Verkäuferin bringt meinen Einkauf zum Bus, weil er sich ohne Stock schwer tragen lässt.

    Eigentlich haben Peter und Camilla den Einkauf bezahlt, denn als wir uns letztes Jahr getroffen haben, haben sie mir ihr Restgeld vom Trip durch Schweden geschenkt. Und just seit gestern hat die Regierung ein Gesetz erlassen, dass Supermärkte und Apotheken wieder verpflichtet sind, Bargeld anzunehmen.

    Wir machen einen Halt oberhalb vom Dalslands - Kanal. "...ist eine künstliche Wasserstraße in Schweden, die den See Vänern mit einigen weiter westlich gelegenen Seen der historischen Provinz Dalsland und dem westlichen Värmland verbindet. Das gesamte Kanalsystem ist etwa 254 km lang, wobei nur 12 km künstlich angelegt wurden, und überwindet einen Höhenunterschied von 66 m. Heute erfüllt es fast ausschließlich touristische Zwecke." (Wikipedia)

    Die Landstraße ist krumm und schief und führt nicht fern einer stillgelegten Bahnlinie auf und ab nahe dem Naturpark Sörknatten. "Das Naturreservat befindet sich zwischen den Seen Djup und Ånimmen in der Gemeinde Åmål. Die Gegend ist sehr hügelig und variiert zwischen 50 und 142 m. Die Landformen und die Geologie vom Sörknatten und dessen Gebiet ist einzigartig."

    https://share.google/GUcvOoiRXQ9x8Xd2E

    Sörknatten ist zudem als Drehort für den Film Ronja Räubertochter bekannt.

    Wir bleiben über Nacht in Säffle, wo wir mit anderen Campern in der Nähe des Kanals übernachten. Es ist sehr windig und regnet auch noch bei unserem letzten Spaziergang. Ab und an passieren Jogger und Hundespaziergänger. Eben kam ein Gruppe junger Männer ziemlich dicht am Bus vorbei, die aber jetzt weit verstreut über den Platz zurück in den Ort gehen. Hin und wieder fahren Autos in die Sackgasse unterhalb des Städtchens, chillen wohl am Steg auf eine Zigarette. Dann liegt der Platz wieder still am Wasser.
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    DESTINATION NORTH
    Day 6
    July 2, 2026
    Säffle, Sweden

    Nothing but rain again. Almost all day long. Just as we are saying goodbye to our lovely hosts, the sky begins to weep—though it has no reason to, given how good we were for each other.

    I’m not unhappy about the rain, though; I urgently need to stock up on supplies: carrots, bananas, yogurt, kefir, sausages for Hilde, and chocolate for me.

    A small Coop in Åsensbruck with a parking space right out front. The friendly shop assistant brings my groceries out to the bus, as they are hard to carry without my walking stick.

    Technically, Peter and Camilla paid for the groceries; when we met last year, they gave me the leftover cash from their own trip through Sweden. And, as it happens, the government passed a law just yesterday requiring supermarkets and pharmacies to accept cash again.

    We make a stop above the Dalsland Canal. "...is an artificial waterway in Sweden connecting Lake Vänern with several lakes further west in the historic province of Dalsland and western Värmland. The entire canal system is approximately 254 km long—with only 12 km being man-made—and overcomes an elevation difference of 66 m. Today, it serves almost exclusively tourist purposes." (Wikipedia)

    The country road is winding and uneven, leading us up and down not far from a disused railway line near Sörknatten Nature Park. "The nature reserve is located between Lake Djup and Lake Ånimmen in the municipality of Åmål. The area is very hilly, with elevations ranging from 50 to 142 m. The landforms and geology of Sörknatten and the surrounding area are unique." https://share.google/GUcvOoiRXQ9x8Xd2E

    Sörknatten is also known as a filming location for the movie *Ronia, the Robber's Daughter*.

    We are staying overnight in Säffle, camping near the canal alongside other campers. It is very windy, and it is still raining during our final walk. Joggers and dog walkers pass by every now and then. A group of young men just walked quite close to our van, though they are now making their way back into town, spread out across the site. Occasionally, cars drive into the dead-end street below the town—likely to hang out by the jetty for a cigarette. Then, the site falls quiet by the water once more.
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  • Torsby

    3–4 Jul, Sweden ⋅ 🌧 18 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 7
    03/07/2026
    Torsby, Sweden

    Heute habe ich ein paarmal gedacht, wir könnten auch irgendwo in Deutschland unterwegs sein. Mit einer Ausnahme. Da gibt es keine Elche. Aber hier erwartet man sie beinahe, hinter jeder Kurve, in jedem Tal, jedem Wald, auf jeder versteckten Wiese könnte einer stehen, auf mich warten.

    Heute warten Rehe und Kraniche, Möwen und weiteres Piepszeug. Es regnet immer wieder mal, aber wir haben oft Sonne und dann ist es auch gleich gut warm.

    An einem Wanderweg mache ich Frühstück. Beim Spaziergang mit Hilde denke ich, die Wanderer brauchen gutes Schuhwerk, so hoch wie das nasse Gras hier schon wächst.

    Später halten wir an einem Fluss, der in den See hinausgeht. Viele Seen sind so riesig, dass ich kein Ende sehen kann. Aber es gibt auf Flüsse, die sich seenartig weiten. Das ist auch ein Unterschied zu Deutschland. Und natürlich die Häuser, so vielfältig, individuell, oft ein Stück Land drum herum.

    An dem Platz sind wir alleine, sodass Hilde in Ruhe herumstromern kann, bis schwarze Wolken aufziehen. Wir fahren hinten herum auf die E 45 zu, kommen dabei der norwegischen Grenze recht nahe.

    Linksseitig am Glasfjorden entlang, Richtung Ottobol und nach einer Abzweigung und einem Stück auf der 61 über einen holprigen Lehmweg nach Såterud. Dann über Gunnarskog und Uddheden auf die 45 kurz vor Sunne, auf der Suche nach einem kostenlosen, aber vernünftigen Stellplatz.

    Fündig werden wir in Torsby gegenüber einem großen Sägewerk nahe am Övre Fryken. "Der Fryken ist ein See im Värmland in Schweden. Der schmale, langgezogene See erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung und besteht aus drei miteinander verbundenen Seen: Dem Oberen Fryken, dem Mittleren Fryken und dem Unteren Fryken. Der Obere und der Mittlere Fryken werden durch einen Sund verbunden, der dem Ort Sunne den Namen gab..."

    "...Die Landschaft um den Fryken ist der Schauplatz von Selma Lagerlöfs berühmtem Roman 'Gösta Berling'. Hier findet sich auch die ... wohl eindrucksvollste Beschreibung des Fryken."

    Der gesamte Text zum See findet sich unter diesem Link.

    https://share.google/PFiVGw8hjLA4nkMij
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    DESTINATION NORTH
    Day 7
    July 3, 2026
    Torsby, Sweden

    A few times today, I thought we could just as well be traveling somewhere in Germany. With one exception: there are no moose there. But here, you almost expect them; one could be standing—waiting for me—around every bend, in every valley, in every forest, or in every hidden meadow.

    Today, however, it’s roe deer, cranes, seagulls, and other assorted small birds that await us. It rains on and off, but we get plenty of sun, too, and when it shines, it gets pleasantly warm right away.

    I make breakfast by a hiking trail. While out for a walk with Hilde, I think about how hikers here need good footwear, given how tall the wet grass grows.

    Later, we stop by a river that flows into a lake. Many of the lakes are so vast I can’t see the far end. But there are also rivers that widen out to look like lakes—another difference from Germany. And then there are the houses, of course: diverse and unique, often with a bit of land around them.

    We have the spot to ourselves, so Hilde can wander around undisturbed until black clouds roll in. We take a back route toward the E45, coming quite close to the Norwegian border in the process.

    We drive along the left side of Glasfjorden toward Ottobol; after a turnoff and a stretch on Route 61, we follow a bumpy dirt track to Såterud. Then, passing through Gunnarskog and Uddheden, we reach Route 45 just before Sunne, looking for a decent, free place to park for the night.

    We find a spot in Torsby, opposite a large sawmill near Lake Övre Fryken. "Fryken is a lake in Värmland, Sweden. This narrow, elongated lake stretches from north to south and consists of three interconnected sections: Upper Fryken, Middle Fryken, and Lower Fryken. Upper and Middle Fryken are linked by a strait—or *sund*—which gave the town of Sunne its name..."

    "...The landscape surrounding Fryken is the setting for Selma Lagerlöf's famous novel *Gösta Berling*. It is also here that one finds... arguably the most impressive description of the lake."

    The full text about the lake can be found at this link.

    https://share.google/PFiVGw8hjLA4nkMij
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  • Johannisholm

    4–5 Jul, Sweden ⋅ ⛅ 20 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 8
    04/07/2026
    Johannisholm

    Hilde weckt mich schon früh, ihr Bauch grummelt so laut, dass ich nicht mehr einschlafen kann. Das Gras ist nass, die Füße auch. Hilde kaut sich durch die Halme und kann sich bald erleichtern.

    Allerdings mag sie ihr Frühstück nur mit Widerwillen essen. Auch das Trinken fällt ihr schwer.

    In Röjdåfors nehmen wir den falschen Abzweig, der dicht am See entlang führt, sodass wir plötzlich an der norwegischen Grenze stehen.

    Da die schwedische Straße über einen Schotterweg durch den Wald führt, bleiben wir aber auf der Sonnenseite, bevor es uns zurück nach Schweden treibt.

    Am Klarälven sind nahe der 62 verschiedene Parkbuchten am Wasser, die zum Teil schon von Campern besetzt sind. Für eine Pause ist der Platz gut, aber Windstille und Mücken verleiden es uns bald.

    Kurz vor der Kreuzung in Stöllet gibt es einen Stellplatz am Wasser, der auf Spendenbasis funktioniert. Reichlich besetzt von deutschen Campern in Paarformation finden wir am Ende eine ruhige Stelle und können einen Rollatorweg machen.

    Es wäre vielleicht der geeignete Platz für die Nacht gewesen, wenn es keine Pferdebremsen gäbe. Kaum die Seitentür geöffnet, schwirrt eine rein und lässt sich auch nicht vertreiben, sodass ihr letztes Sekündlein gekommen ist.

    Da ich mich eh schon nicht so super wohl auf dem Platz fühle, nutzt mein Unterbewusstsein die Bremsensituation zum unüberlegten Abflug, was ich auf den nächsten achtzig Kilometern noch mehrfach bereue.

    Am Ende finden wir einen Rastplatz neben dem Campingplatz eines deutschen Ehepaares, und parken vor einem Lastwagen aus Estland. Weiter hinten stehen noch zwei Camper, der Verkehr lässt gegen 21 Uhr auf der 45 nach.

    Beim Abendspaziergang, der fast ein gefundenes Fressen für die Mücken wird, sehen wir noch ein Stück Regenbogen überm Wasser des Flusses Västerdalälven.

    Die Sonne geht hinter den Tannen, die vorm Seitenfenster auf der anderen Straßenseite stehen, unter. Hilde ist zufrieden und geht schlafen, während ich noch ne Tafel Schokolade vernichte.
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    DESTINATION NORTH
    Day 8
    July 4, 2026
    Johannisholm

    Hilde wakes me up early; her stomach is rumbling so loudly that I can’t get back to sleep. The grass is wet, and so are my feet. Hilde munches her way through the stalks and is soon able to relieve herself.

    However, she is reluctant to eat her breakfast. She struggles to drink, too.

    In Röjdåfors, we take the wrong turn—one that runs close along the lake—and suddenly find ourselves standing at the Norwegian border.

    Since the Swedish route involves a gravel track through the forest, we stay on the sunny side of the road before heading back into Sweden.

    Along the Klarälven River, near Route 62, there are various parking bays by the water, some of which are already occupied by campers. It’s a good spot for a break, but the lack of wind and the presence of mosquitoes soon spoil the experience.

    Just before the intersection in Stöllet, there is a waterside parking area that operates on a donation basis. It is packed with German couples in their campers, but we eventually find a quiet spot and manage to take a walk with the rollator.

    It might have been the perfect place to spend the night, were it not for the horseflies. No sooner have I opened the side door than one buzzes inside; it refuses to be shooed away, so its final second has arrived.

    Since I’m not feeling entirely comfortable at the site anyway, my subconscious seizes on the horsefly incident as a reason for a hasty departure—a decision I come to regret several times over the next eighty kilometers.

    We eventually find a rest area next to a campsite run by a German couple and park in front of a truck from Estonia. Two other campers are parked further back, and traffic on Route 45 begins to die down around 9 p.m.

    During our evening walk—which nearly turns into a feast for the mosquitoes—we catch a glimpse of a rainbow arching over the waters of the Västerdalälven River. The sun is setting behind the fir trees standing across the street in front of the side window. Hilde is content and goes to bed, while I polish off a bar of chocolate.
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  • Sandsjön

    5–6 Jul, Sweden ⋅ 🌧 8 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 9
    05/07/2026
    Sandsjön

    Auf dem Weg nach Mora, wo ich meine beiden Wasserkanister an der Tankstelle auffülle, haben wir schon eine Pause gemacht, während der Regen sich verdoppelt hat.

    Ich bin nicht ganz gesund, fühle mich müde und erschöpft, mache ein Schläfchen, das auch meinen Bauch beruhigt. Der hat so seine Probleme. Vielleicht die Schokolade, vielleicht das Wasser, das ich nicht immer abgekocht trinke.

    Wenn ich was esse, ist es besser, nur um kurze Zeit später wieder zu rumoren. Bisschen erhöhte Temperatur, trockener Mund. Und eben die Müdigkeit.

    Hier und da ein Spaziergang mit Hilde, die genügsam heute ist, irgendwann aber mal eine lustige Mäusejagd zwischen den Blaubeeren unternimmt.

    Eine Fahrt über die 45, die in den nächsten Tagen unser Begleiter sein dürfte. Viel Wald, eine durchaus hügelige Landschaft, Seen und Wiesen, so herrlich grün ums Wasser herum.

    Die Inlandsbahn fährt wohl nicht mehr, so sieht das Gleisbett zumindest aus, dass so langsam vom Gras überwuchert wird.

    Häuser im Zustand von alt und neu, was aber nichts über die Bewohnbarkeit auszusagen scheint.

    Gegen Abend mehr Sonne und Wind. Der nächste Rastplatz gut hundert Kilometer entfernt, dieses Mal reichlich von Wasser umgeben.

    Ein halbes Dutzend Camper, wir stehen vor einem Stückchen Wald, hinter dem sich ein See ausbreitet. Ich hoffe, es kommt keine gesangslustige Gemeinschaft im Laufe des Abends auf die Idee, sich um den Holztisch zu gruppieren, der zwischen uns und dem Wasser wartet.
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    DESTINATION NORTH
    Day 9
    July 5, 2026
    Sandsjön

    On the way to Mora—where I’m refilling my two water canisters at a gas station—we took a break just as the rain intensified.

    I’m not feeling entirely well; I feel tired and exhausted, so I take a nap, which also helps settle my stomach. It’s been giving me some trouble. Maybe it was the chocolate, or perhaps the water—I don’t always boil it before drinking.

    Eating helps for a bit, but then the rumbling starts up again shortly after. I have a slightly elevated temperature and a dry mouth. And, of course, the fatigue.

    We go for the occasional walk with Hilde; she’s undemanding today, though at one point she does embark on a playful mouse hunt amidst the blueberry bushes.

    We drive along Route 45, which will likely be our companion for the next few days. Lots of forest, a decidedly hilly landscape, lakes, and meadows—everything so wonderfully green around the water.

    The Inlandsbanan railway doesn't seem to be running anymore; at least, that’s how the trackbed looks—slowly being overgrown by grass.

    A mix of old and new houses, though their appearance doesn't necessarily indicate whether they are inhabited.

    Towards evening, the sun comes out and the wind picks up. The next rest area is a good hundred kilometers away—this one surrounded by plenty of water.

    There are half a dozen campers here; we’re parked in front of a patch of woods, with a lake stretching out behind it. I just hope no group of enthusiastic singers gets the idea later this evening to gather around the wooden table waiting between us and the water.
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  • Svenstavik

    6–7 Jul, Sweden ⋅ ☁️ 12 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 10
    06/07/2026
    Svenstavik, Schweden

    Als ich um vier Uhr morgens aufwache, fühlt sich die Luft im Bus ziemlich kühl an. Vier Grad zeigt die Wetter-App an, das ist ziemlich sportlich. Um halb neun ist es noch still in den anderen Campern, sodass wir beide die verschlängelten Wege im kleinen 'Wäldchen' zum See hinunter ungestört sind.

    Es riecht so gut, dass Hilde komplett vergisst, warum wir morgens früh unterwegs sind. Das fällt ihr erst wieder ein, als ich einige Kilometer weiter anhalte, um zu frühstücken.

    Wir begegnen einer kleinen Inlandsbahn und kommen in ein Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Früher gab's hier ne Bar und auch ne Säule Bensin, die Zeit hat die Farbe vom Holz abgeblättert.

    An der Kreuzung nach Los sehe ich in der Ferne einen interessanten Höhenzug, sodass wir eine Umgehung um Sveg nehmen. Also Loos, wie es richtig heißt, dann auf die 296 nach Kårböle. An der Kreuzung mit dem großen Haus nehmen wir eine kleine Straße über den Fluss Ljusnan, die rechts vom schnell fließenden Wasser zurück auf die 296 und kurz danach auf die 45 hinter Sveg führt.

    Das war das Highlight des Tages, diese stille Fahrt am blauen Fluss entlang, während die Sonne dem Wind die Kälte nimmt.

    Wir nehmen immer wieder mal eine Pause ein, ich schaffe es auch, ein bisschen zu rollatoren, sodass Hilde die Freiheit der langen Leine besser nutzen kann. Es sind noch nicht die langen Strecken, weil ich die Wege nicht gut einschätzen kann. Und weil ich auch nicht weiß, wie die Anwesenheit von Häusern sich auswirken. Ob da Hunde sind?

    Am Ufer des Sees Rätanssjön drückt der heftige Wind das Wasser in rauschenden Wellen ans Ufer, sodass ich kaum die Fahrertür öffnen kann, und ein bisschen Meeresgefühle bekomme.

    Die vergehen schnell wieder, als wir den Rastplatz anfahren, der unterhalb der 45 liegt, und bei unserem Eintreffen fast leer ist. Die nächtigenden Camper halten erst gegen 21 Uhr an. Dann wird es plötzlich voll.
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    DESTINATION NORTH
    Day 10
    July 6, 2026
    Svenstavik, Sweden

    When I wake up at four in the morning, the air inside the bus feels quite chilly. The weather app shows four degrees—that’s pretty brisk. At half-past eight, it’s still quiet in the other campers, so the two of us have the winding paths through the small "grove" down to the lake all to ourselves.

    It smells so good that Hilde completely forgets why we’re out so early in the morning. She only remembers once I stop a few kilometers down the road for breakfast.

    We encounter a small local train and arrive in a village where time seems to have stood still. There used to be a bar here, and a gas pump too; time has caused the paint to peel from the wood.

    At the junction for Los, I spot an interesting ridge in the distance, so we decide to take a detour around Sveg—or rather Loos, as it’s properly spelled—and then head onto the 296 toward Kårböle. At the intersection with the large house, we take a small road across the Ljusnan River; it runs alongside the fast-flowing water, leading back to the 296 and, shortly after, onto the 45 just past Sveg.

    That was the highlight of the day: this quiet drive along the blue river while the sun takes the chill out of the wind.

    We take breaks every now and then; I even manage to get out with my walker for a bit, allowing Hilde to make better use of the freedom provided by her long leash. We aren't covering long distances yet because I can't quite gauge the terrain. Plus, I don't know how the presence of houses might affect things—are there dogs around?

    On the shores of Lake Rätanssjön, a fierce wind drives the water against the bank in crashing waves; it’s so strong I can barely open the driver's door, and for a moment, it feels almost like being by the sea. They pass quickly as we pull into the rest area located below the 45, which is nearly empty when we arrive. Campers looking to spend the night don't start pulling in until around 9 p.m. Then, it suddenly gets busy.
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  • Hoting

    7–8 Jul, Sweden ⋅ ☁️ 11 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 11
    07/07/2026
    Hoting, Schweden

    Gestern Abend haben wir auf dem Rastplatz eine junge Frau getroffen, die mit ihrem Auto durch den Norden reist, um die YouTube Bilder mal selbst sehen zu können.

    Am Morgen bin ich sehr überrascht, dass sie um acht Uhr immer noch da ist, weil sie meinte, sie wird immer recht früh wach. So begleitet sie unseren Spaziergang noch ein Stück, und als ich herausfinde, dass sie nichts zum Kochen dabei hat, schenke ich ihr unseren Hobo.

    Ich habe ihn nur einmal probeweise im Garten von netten Menschen ausprobiert, aber er passt nicht zu meinem Leben. Jetzt hat er ein neues Zuhause gefunden, worüber ich mich sehr freue.

    In der Nähe vom Rastplatz liegt eine interessante Kirche am See Storsjön. 'Die Hackås kyrka in der Gemeinde Berg (Provinz Jämtland) ist eine der ältesten Kirchen in Norrland. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist besonders für ihre gut erhaltenen Fresken aus dem 13. Jahrhundert und einen freistehenden Holzzimmerturm von 1752 bekannt.' (KI)

    Versehentlich leitet mich das Navi über eine Brücke, die den See überquert, sodass wir eine weitere schöne Kirche in Oviken sehen, die in einem anderen Farbton gehalten ist und im 16.Jhrd. erbaut wurde.

    Plötzlich kommt uns ein interessantes Pferdegespann entgegen, das von einer dynamischen jungen Frau gelenkt wird. Hinter sitzen zwei jugendliche Mädchen auf weichen Schafffellen, die sich gut festhalten müssen, weil das Pferd seinen eigenen Kopf hat.

    Heute sind viele Motorräder unterwegs. Dick bepackt ist ihr Weg nach Norden, die Straße ist trocken, die Temperatur angenehme zwölf Grad.

    Eben parken zwei deutsche Busse mit Kanus auf ihren Dächern, und fünf jungen Männer, die gleich mal ihre Angeln ausprobieren.

    In den Momenten, in denen ich mich anziehe und den Rollator rausnehme, haben sie mich gerochen. Es juckt an den Beinen, wo drei Mücken mich anzapfen. Blut im Stützstrumpf, dann habe ich sie vernichtet.

    Viel zu spät merke ich, dass es auf den nächsten Rastplätzen verboten ist, zu übernachten. So müssen wir nochmals hundert Kilometer im Regen fahren, bis wir zwischen zwei Campern den letzten Platz an einem kleinen Picknick finden.

    Der Nähe des Sees ist verantwortlich, dass uns schnell eine Sorte winziger Stechmücken umschwirrt, deren Stiche elend jucken. Hilde guckt mich groß an, sie erwartet noch ein Nachtleckerli.
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    DESTINATION NORTH
    Day 11
    July 7, 2026
    Hoting, Sweden

    Last evening at the rest stop, we met a young woman traveling through the north by car to see the sights she’d only known from YouTube videos in person.

    In the morning, I’m surprised to find her still there at eight o’clock, given that she had mentioned usually waking up quite early. She joins us for part of our walk, and when I discover she doesn’t have any cooking gear with her, I gift her our hobo stove.

    I had only tested it once in the garden of some kind people, but it just didn’t suit my lifestyle. Now it has found a new home—something I’m very happy about.

    Near the rest stop, there is an interesting church by Lake Storsjön. "Hackås Church in the municipality of Berg (Jämtland province) is one of the oldest churches in Norrland. Built in the 12th century, it is particularly renowned for its well-preserved 13th-century frescoes and a freestanding wooden bell tower dating from 1752." (AI)

    My GPS accidentally routes me across a bridge spanning the lake, leading us to another beautiful church in Oviken; built in the 16th century, it features a different color scheme.

    Suddenly, an interesting horse-drawn rig comes toward us, driven by a spirited young woman. Two teenage girls sit behind her on soft sheepskins, having to hold on tight because the horse has a mind of its own.

    There are many motorcycles on the road today. Heavily loaded, the riders are heading north; the road is dry, and the temperature is a pleasant twelve degrees.

    Just now, two German buses have pulled in with canoes on their roofs, accompanied by five young men who are immediately trying out their fishing rods. By the time I get dressed and take out the walker, they’ve already caught my scent. My legs itch where three mosquitoes are feeding on me; there’s blood in my compression stocking—then I manage to swat them.

    Far too late, I realize that overnight stays are prohibited at the upcoming rest areas. So, we have to drive another hundred kilometers through the rain until we find the last available spot—sandwiched between two campers—at a small picnic area.

    Being close to the lake means we are quickly swarmed by a type of tiny biting midge whose bites itch terribly. Hilde looks up at me with wide eyes; she’s still expecting a bedtime treat.
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  • Vildmarksvägen

    8–9 Jul, Sweden ⋅ ☁️ 10 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    DAY 12
    08/07/2026
    Stickenjokk, Schweden

    Eine karge Landschaft. Vorwiegend grün. Im Moment 'protected area', weil gerade viele Vögel brüten. Steine im Boden, im Blick ein seichter Bach. Dahinter schneegesprenkelte Berge, darüber die Sonne.

    Keine zuckersüße Landschaft, aber wohl der schönste Seitenfensterblick, den ich auf dieser Reise zum Schlafen habe. Auf dem Parkplatz stehen noch zwei Camper, das schwedische Ehepaar kam von einer Wanderung zurück, als wir eintreffen.

    Vogelgezwitscher zeitweise, manchmal flattert einer vorbei. Selten ein Auto auf der Straße hinter uns, dort ragt noch ein Hügel auf, der ohne Schnee ist.

    Wir liegen bei 860 Meter Höhe, haben vielleicht noch sechs Grad Celsius. Ein kalter Wind bewegt das Gestrüpp vor dem Fenster, irgendwas Winterhartes vielleicht.

    Ich war schon mal hier in der Gegend, vor neun Jahren. Es gäbe eine Menge zu sagen, aber ich möchte dankbar bleiben, dass wir heute hier übernachten können.

    Nur die Abwesenheit von Tieren bedauere ich schon. Als wir der Schotterstraße zwischen Brännäker und Granliden fast 25 km über eine Anhöhe folgen, treffen wir auf große Gatteranlagen, in denen die Rentiere vorm Winter gesammelt werden. Doch lebende Tiere fehlen.

    Auf der Karte kann man sehen, dass wir falsch gefahren sind und im Borgafjell umdrehen mussten. Das Wintersportgebiet Borgafjäll liegt im Süden Lapplands. Das landschaftlich reizvolle Skigebiet bietet während des Skifahrens einen Blick auf den Borgasjön. Das Gebiet liegt vierzig Kilometer Luftlinie von uns entfernt, wir mussten aber 130 km bis hierher fahren.

    Da wir nicht weit von der norwegischen Grenze sind, vielleicht zwanzig Kilometer Luftlinie, könnten die Berge in unserem Blick auch im Nationalpark Børgefjell liegen.

    Immer wieder schaue ich übers Land, um ja nicht das Auftauchen der Rentiere zu verpassen.
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    DESTINATION NORTH
    DAY 12
    July 8, 2026
    Stickenjokk, Sweden

    A barren landscape. Predominantly green. Currently a "protected area" because many birds are nesting. Stones in the ground; a shallow stream in view. Beyond that, snow-dusted mountains; above them, the sun.

    It isn’t a picture-postcard landscape, but it is arguably the most beautiful view from a side window I’ve had while sleeping on this trip. There are two other campers in the parking lot; a Swedish couple was returning from a hike just as we arrived.

    Occasional birdsong; sometimes a bird flutters past. Rarely a car on the road behind us, where a snow-free hill rises up.

    We are at an altitude of 860 meters; the temperature is perhaps six degrees Celsius. A cold wind stirs the scrubby growth outside the window—something hardy, perhaps.

    I’ve been in this area before, nine years ago. There is a lot I could say, but I want to remain grateful that we can spend the night here today.

    The only thing I regret is the absence of animals. As we follow the gravel road between Brännäker and Granliden for nearly 25 km over a rise, we come across large enclosures where reindeer are gathered before winter. Yet, there are no live animals to be seen.

    Looking at the map, you can see that we took a wrong turn and had to double back in the Borgafjell area. The Borgafjäll winter sports area is located in southern Lapland. This scenic ski resort offers views of Lake Borgasjön while skiing. The area is forty kilometers away as the crow flies, though we had to drive 130 km to get here.

    Since we are not far from the Norwegian border—perhaps twenty kilometers as the crow flies—the mountains in our view might well be part of Børgefjell National Park. Again and again, I scan the landscape so as not to miss the appearance of the reindeer.
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  • Sorsele

    9–10 Jul, Sweden ⋅ ☁️ 19 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 13
    09/07/2026
    Sorsele, Schweden

    Nach einer Rundfahrt durch die karge Landschaft der Vildmarksvägen passieren wir nochmal unseren Schlafplatz und fahren dann die einhundertzwanzig Kilometer zurück zum Abzweig nach Sorsele.

    Ob es sich gelohnt hat, ich denke schon. Denn ich wollte es nochmal anschauen, habe mir also einen Wunsch erfüllt. Dennoch ist die meiste Strecke eintönig. Wasser und Wald, heute erheitert durch einen sonnigen Tag und die blauen Seen und Flüsse.

    Der Weg nach Sorsele ist lang. Knapp hundertfünfzig Kilometer über weitgehend kleine Straßen, Lehmwege, irgendwann ein Stück die E12. Wieder keine Tiere, nur Mücken und Bremsen, allerdings im niedrigen Hunderterbereich, die Moskitos. Viel schöne Landschaft, wie die Bilder zeigen.

    Es wird wärmer, man spricht von achtzehn Grad Celsius, wobei die Sonne deutlich mehr an Wärme auf blaue Dach produziert.

    Irgendwann setze ich unser Ziel (schwarzer Punkt) in mein Visier, der Navi verändert die Richtung und so liegen noch gut tausend Kilometer vor uns.

    Ich habe lange gezögert, mich öffentlich festzulegen, und auch jetzt noch steht Unsicherheit im Raum. Aber eins der fehlenden Puzzleteile für Norwegen ist die Küstenstraße von der russischen Grenze bis nach Skibotn.

    Die direkte Entfernung zwischen den beiden Standpunkten beträgt knapp 700 km, die tatsächliche Strecke dürfte mindestens doppelt so lang sein.

    Heute erreicht der Bus ein neues Level. Und im Moment darf ich sagen, dass es uns Dreien den bekannten Umständen entsprechend gut geht.

    Kurz außerhalb von Sorsele stehen wir mit vier Campern auf einem kleinen Podest überm See 'Norr-svergoträsket', der lustigerweise nach einer Hand oder einen Maul aussieht. Die Sonne scheint ins Fenster, aber nun ziehen Wolken auf, ein leichter Wind bewegt die Äste der Bäume am Wasser.
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    DESTINATION NORTH
    Day 13
    July 9, 2026
    Sorsele, Sweden

    After a loop through the barren landscape of the *Vildmarksvägen* (Wilderness Road), we pass our previous overnight spot again and then drive the 120 kilometers back to the turn-off for Sorsele.

    Was it worth it? I think so. I wanted to see it again, so I fulfilled a wish of mine. Still, most of the route is monotonous—water and forest—though today it is brightened by a sunny day and the blue lakes and rivers.

    The road to Sorsele is long. Just under 150 kilometers, mostly along small roads and dirt tracks, with a stretch on the E12 at one point. Again, no animals—only midges and horseflies (though the mosquitoes numbered only in the low hundreds). Lots of beautiful scenery, as the photos show.

    It’s getting warmer; the forecast mentions 18 degrees Celsius, though the sun generates significantly more heat on the blue roof.

    Eventually, I lock our destination (a black dot) into my sights; the GPS adjusts the route, leaving us with a good thousand kilometers still ahead.

    I hesitated for a long time to commit publicly, and uncertainty still lingers. But one of the missing puzzle pieces for the Norway trip is the coastal road stretching from the Russian border to Skibotn.

    The direct distance between the two points is just under 700 km, but the actual route is likely at least twice that length.

    Today, the bus reaches a new level. And right now, I can say that the three of us are doing well, all things considered.

    Just outside Sorsele, we are parked alongside four other campers on a small raised area overlooking Lake Norr-svergoträsket—which, amusingly, looks like a hand or a mouth. The sun was shining through the window, but clouds are rolling in now, and a light breeze is stirring the branches of the trees by the water.
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  • Juhonpieti

    10–11 Jul, Sweden ⋅ ☁️ 24 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 14
    10/07/2026
    Juhonpieti, Schweden

    Natürlich gibt es hier auch Moskitos und als wir vom Spaziergang zurückkommen sitzt eine Pferdebremse auf dem Motorraumdeckel.

    Aber im Vergleich zum Polarkreis - Parkplatz kurz vor Jokkmokk ist das ein Kindergeburtstag. Am Ende erwischen sie uns doch. Linker Arm und rechtes Fußgelenk. Bei Hilde weiß ich natürlich nicht. Vielleicht hechelt sie auch nur so doll, weil die Sonne runterglüht, als wir zum Wasser gehen.

    Nach dem Fahrersitz zu urteilen war sie auf jeden Fall richtig im Wasser. Aber bei den Temperaturen wird er sicher bis morgen früh wieder trocken sein.

    Wenn ich die Seitentür öffne, kommt tatsächlich kühle Luft in den Bus, ich muss halt genau aufpassen, wann der richtige Zeitpunkt ist, sie wieder zu schließen.

    Unser erster bezahlter Stellplatz, aber nach vierhundertfünfzig Kilometer war ich einfach fertig, und wollte nicht das unsichere Weitersuchen, auch wenn es immer gepasst hat.

    Wir sind in Sorsele früh am Morgen aufgebrochen, weil ich dort nicht spazieren gehen wollte. Dafür haben wir einen schönen freien Platz im leichten Wind gefunden.

    Kurz vor Arvidsjaur um halb zehn stoppt uns eine Herde Rentiere, die die Straße überqueren will. Ich kann rechtzeitig stoppen und ein kleines Video drehen.

    Mittags sind wir am Arctic Circle, wo mich eine Pferdebremse so schmerzhaft in den Unterschenkel beißt, dass ich einen daumennagelgroßen Bluterguss davon trage.

    Im kleinen Ort Anttis gibt es Abendessen für Hilde, auch hier spazieren wir ziemlich unbehelligt umher, bis sie uns am Ende doch kriegen. Über den Fluss Torne Älv führt eine 145 Meter lange Brücke, der Fluss ist hier nur unwesentlich schmaler, teilt sich aber auch wegen einer mittig liegenden Insel.

    "Der Torne älv ist ein 410 km langer Fluss in Lappland. Im Sinne der längsten Flussstrecke entspringt der Torne älv 1189 m über dem Meer aus einem kleinen Gletscher in Norwegen, 0,3 km westlich der schwedischen Grenze und mündet bei Haparanda und Tornio in den Bottnischen Meerbusen, den nördlichsten Teil der Ostsee." (Wikipedia)

    An unserem Schlafzimmer ist der Fluss nicht so breit, Hilde hat in ihm gebadet, und ich schaue seinem stillen Fließen zu.

    Neben uns parkt ein orangener T3 mit David und Kikko aus Schweden, die einen YouTube Kanal haben.

    https://youtube.com/@hjullemandarin?si=G88y3kMe…
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    DESTINATION NORTH
    Day 14
    July 10, 2026
    Juhonpieti, Sweden

    Naturally, there are mosquitoes here too, and when we return from our walk, a horsefly is sitting on the engine compartment cover.

    But compared to the Arctic Circle parking area just before Jokkmokk, this is nothing. In the end, though, they do get us—my left arm and right ankle. I don’t know about Hilde, of course; maybe she’s just panting so hard because the sun is blazing down as we walk toward the water.

    Judging by the driver's seat, she definitely got right into the water. But given the temperatures, it will surely be dry again by tomorrow morning.

    When I open the side door, cool air actually flows into the van; I just have to be careful to pick the right moment to close it again.

    This is our first paid campsite, but after 450 kilometers, I was simply exhausted and didn't want the uncertainty of searching for another spot—even though things had always worked out before.

    We set off from Sorsele early in the morning because I didn't want to go for a walk there. Instead, we found a lovely, open spot with a light breeze.

    Shortly before Arvidsjaur, at 9:30 a.m., a herd of reindeer wanting to cross the road brings us to a halt. I manage to stop in time and shoot a short video.

    By midday, we are at the Arctic Circle, where a horsefly bites my lower leg so painfully that I end up with a bruise the size of a thumbnail.

    In the small village of Anttis, Hilde gets her dinner; we walk around here relatively undisturbed, too—until they finally catch up with us. A 145-meter-long bridge spans the Torne Älv river; the river is only slightly narrower here but splits in two due to an island in the middle. "The Torne River is a 410 km long river in Lapland. In terms of its longest course, the Torne River originates at an elevation of 1,189 m above sea level from a small glacier in Norway, 0.3 km west of the Swedish border, and flows into the Gulf of Bothnia—the northernmost part of the Baltic Sea—near Haparanda and Tornio." (Wikipedia)

    The river isn't very wide where we are parked; Hilde has gone for a swim in it, and I am watching its quiet flow.

    Parked next to us is an orange T3 van belonging to David and Kikko from Sweden, who run a YouTube channel.

    https://youtube.com/@hjullemandarin?si=G88y3kMe…
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  • Tana Bru

    11–12 Jul, Norway ⋅ 🌧 15 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    DAY 15
    11/07/2026
    Tana Bru, Norwegen

    Die erste Nacht in Norwegen und der Regen malt Bilder an die Fenster. Die Temperatur ist um zehn Grad gefallen, nachdem am Nachmittag in Finnland plötzlich der Himmel schwarz wird, ein heftiger Wind übers Land fegt, und die Wolken sich öffnen.

    Ein kleines bisschen Schweden, ein großer Brocken Finnland, und zuletzt sind wir wieder ein bisschen Nachhause gekommen. Eine Liebe, die 1971 begonnen hat, und vermutlich nie enden wird.

    Jeg elsker deg!

    Auch wenn sich die Mücken immer Mühe geben, uns das Leben schwer zu machen.

    Schweden hat seine Seen und Flüsse, Finnland seine Rentiere. Eins der ersten, denen wir begegnen, ist weiß und läuft uns auf dem Mittelstreifen entgegen. Ich habe es erst gar nicht erkannt. Aber dann ist es mein Geschenk dieses Tages.

    Hilde ist eine Süße. Wir knuddeln abends zusammen, wenn wir ankommen, und den ganzen Stress der Spaziergänge überstanden haben, die immer damit enden, dass sie uns erwischen, wir uns im Eingang vom Bus drängeln, während eine Handvoll mit hinein fliegt.

    Hilde sitzt immer völlig verstört bei den Pedalen, während meine Hände sich an den Fenstern blutig reiben. Ich beruhige sie und halte den juckenden Schmerz an den Beinen aus.

    Wird Zeit, dass wir ans Meer kommen. Ich bin überrascht über den Camperverkehr in diesem stummen Eck Norwegens und lese, dass der Parkplatz an der russischen Grenze völlig überlaufen ist. Nun ja, wir werden auf der Durchreise sein und nicht in der Dauerschleife.

    Grade versucht sie mich davon zu überzeugen, dass sie noch "ein einziges, ganz kleines Leckerli" braucht, um einzuschlafen. Solange ich ihr nicht zustimme, legt sie den Kopf auf die Sachen über ihrer Kiste.
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    DESTINATION NORTH
    DAY 15
    July 11, 2026
    Tana Bru, Norway

    Our first night in Norway, and the rain is painting pictures on the windows. The temperature has dropped ten degrees after the sky suddenly turned black in Finland this afternoon; a fierce wind swept across the land, and the clouds opened up.

    A little bit of Sweden, a huge chunk of Finland, and finally, we’ve come a little closer to home again. A love affair that began in 1971 and will likely never end.

    *Jeg elsker deg!*

    Even though the mosquitoes do their best to make life miserable for us.

    Sweden has its lakes and rivers; Finland has its reindeer. One of the first we encounter is white and trots toward us along the center line. At first, I didn't even recognize it. But then, it becomes the day's special gift to me.

    Hilde is a sweetheart. We cuddle in the evening when we arrive—once we’ve survived the stress of the walks, which always end with the bugs swarming us; we scramble into the bus entrance while a handful of them fly in right along with us.

    Hilde always sits by the pedals, looking completely distraught, while I rub my hands raw against the windows. I soothe her and endure the stinging itch on my legs.

    It’s time we reached the sea. I’m surprised by the volume of camper traffic in this quiet corner of Norway, and I read that the parking area at the Russian border is completely overcrowded. Oh well—we’ll just be passing through, not staying in the endless loop.

    Right now, she’s trying to convince me that she needs "just one tiny little treat" to fall asleep. As long as I don't agree, she rests her head on the things piled up above her crate.
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  • Kirkenes

    12–13 Jul, Norway ⋅ ☁️ 16 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 16
    12/07/2026
    Kirkenes

    Wir treffen kurz vor der Grense Jakobselv einen Motorradfahrer, der meinte, er habe eine Anreise von 3.500 km gehabt, und jetzt beginnt seine Reise durch Norwegen. So ähnlich geht's uns auch.

    Von Tana Bru starten wir früh, um über zweihundert Kilometer zum Beginn unserer nächsten Küstentour zu fahren. Zuerst halten wir an einem Strand, wo Hilde frei laufen kann, und gleich beginnt, nach Fressen zu suchen.

    Später finden wir einen schönen Frühstücksplatz mit weitem Blick ins grüne Land. Dann passieren wir Kirkenes und kommen der russischen Grenze ganz nah.

    Vierzig Kilometer bis zum Ausgangspunkt ziehen sich auf der schlechten Straße lange hin. Dann kommt das Schild und die Kirche, der komplett überfüllte Parkplatz am Ufer der Barentsee, und der Elch, der so unbeweglich im Wasser zwischen Ost und West steht, dass er auch ein Denkmal sein könnte.

    Hier startet neben unserer Tour auch eine berühmte Radstrecke, über die Wikipedia sagt, "Die EuroVelo Route EV13 („Iron Curtain Trail“, ICT) ist eine europäische Radfernroute. Die Strecke verläuft über rund 10.600 km von der Barentssee bis an das Schwarze Meer. Sie führt dabei durch 20 Länder, an drei Meeren vorbei und passiert 14 UNESCO -Welterbestätten."

    Auf der Karte siehst du, dass das Festland durch mehrere Fjorde unterbrochen ist. Der erste zwischen Lanabukt, Tårnet und Jarfjordbotn sieht aus wie ein Fuß. Wir fahren die drei Orte an und werfen Blicke übers Wasser.

    Der Fjord um Kirkenes ist weit verzweigt. Auf der rechten Seite liegt ziemlich weit oben die 'Rødberget Torpedobatterie'.

    "Die Torpedobatterie Rødberget ist eine unvollendete deutsche Küstenbefestigung aus dem Zweiten Weltkrieg, die am Bøkfjord in Sør-Varanger liegt. Die Anlage, deren Bau im Oktober 1941 unter Einsatz polnischer Zwangsarbeiter begonnen wurde, wurde während des deutschen Rückzugs im Jahr 1944 aufgegeben und gesprengt, noch bevor sie jemals in Betrieb genommen werden konnte." (KI)

    Man kann auf dem Landweg nicht dorthin kommen, der Schotterweg endet am offenen Gartentor eines Privatbesitzes.

    Wenn du die Karte vergrößerst, dann wird aus der rechten Seite eine Frau mit eindeutig sichtbaren Zügen ihres Gesichts. Es könnte auch eine Pokemonfigur sein.

    Neben dem Polizeigebäude mit Blick auf den Fjord können wir heute übernachten. Die Sonne wirft einen goldenen Glanz aufs Wasser, ich hoffe, es ist ein gutes Zeichen für eine ruhige Nacht. Der blaue Bus steht auf jeden Fall in ihrem Licht.
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    DESTINATION NORTH
    Day 16
    July 12, 2026
    Kirkenes

    Just before Grense Jakobselv, we meet a motorcyclist who says he has already traveled 3,500 km to get here, and now his journey through Norway is just beginning. We feel much the same way.

    We set off early from Tana Bru to drive the more than two hundred kilometers to the start of our next coastal tour. First, we stop at a beach where Hilde can run free; she immediately starts looking for something to eat.

    Later, we find a lovely spot for breakfast with a sweeping view of the green countryside. Then we pass Kirkenes and get very close to the Russian border.

    The forty-kilometer stretch to our starting point feels like a long haul on the poor-quality road. Then we see the sign and the church, the completely packed parking lot on the shores of the Barents Sea, and the moose standing so motionless in the water—right between East and West—that it could easily be a monument.

    A famous cycling route also begins here alongside our own tour; Wikipedia describes it as follows: "The EuroVelo Route EV13 ('Iron Curtain Trail', ICT) is a long-distance European cycling route. The trail spans approximately 10,600 km from the Barents Sea to the Black Sea. It passes through 20 countries, runs alongside three seas, and takes in 14 UNESCO World Heritage Sites."

    On the map, you can see that the mainland is broken up by several fjords. The first one—situated between Lanabukt, Tårnet, and Jarfjordbotn—looks like a foot. We drive to these three locations and gaze out across the water.

    The fjord system around Kirkenes is extensive and branching. High up on the right-hand side lies the 'Rødberget Torpedo Battery'.

    "The Rødberget Torpedo Battery is an unfinished German coastal fortification from World War II, located on the Bøkfjord in Sør-Varanger." Construction of the facility began in October 1941 using Polish forced laborers; it was abandoned and blown up during the German retreat in 1944, before it could ever be put into operation.

    You cannot reach the site by land; the gravel track ends at the open garden gate of a private property.

    If you zoom in on the map, the shape on the right turns into a woman with clearly visible facial features. It could also be a Pokémon character.

    We can spend the night next to the police building overlooking the fjord. The sun casts a golden glow on the water; I hope it is a good sign for a peaceful night. The blue bus is certainly bathed in its light.
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  • Gandvik

    13–14 Jul, Norway ⋅ ☁️ 18 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 17
    13/07/2026
    Gandvik, Norwegen

    Zum Abendessen stehen wir auf einem Parkplatz, wo Hilde mir signalisiert, sie müsse ziemlich dringend raus. Der Wind ist weg, aber die Moskitos sind da. Nur leider hat Hilde keine Lust zum Bus zurück zu eilen.

    Im Gegenteil, sie verweigert es, mitzukommen und möchte mich überzeugen, draußen zu bleiben. Ich muss sie regelrecht hinter mir herziehen und in den Bus hineinschieben, was die Gelegenheit für die Viecher erhöht.

    Sie sitzt ganz frustriert in der Ecke, sodass ich sie mit einem Leckerli aufheitern muss. Gleichzeitig kümmere ich mich um die Vernichtung der Biester und die Entspannung meiner Stiche.

    Auf der Karte kannst du die Fjorde sehen, an denen wir entlang gefahren sind. Dabei gab es schöne Eindrücke und angenehme Begegnungen.

    Besonders beeindruckend bin ich vom Friedhof außerhalb von Kirkenes, wo die Gräber auf einem welligen Boden zwischen Birken, grünem Bodendecker und wild wachsendem Gras ein wenig versetzt stehen.

    Wir begegnen Rentieren. Plötzlich läuft ein kleines Ren auf der Straße auf uns zu. Es sucht verzweifelt seine Mama. Nachdem ich einen Lastwagen gestoppt habe, fahre ich nochmal zurück, um nach ihm zu schauen. Da läuft es einträchtig mit ihrer Mama die Straße entlang.

    Die Kirche in Neiden ist ein wunderschönes Gebäude, der Ort liegt am Ufer des Neidenfjord, der vom Fluss Njåvdånjohka, der wild über die Felsen im Wasser springt, bereichert wird.

    Hier biegt die Straße nach Inari ab, wo wir uns von einem deutschen Radfahrer verabschieden.

    Wir biegen zum kleinen Ort Vagge am Bugøyfjord ab. Eine schmale Straße führt am Fjord entlang, und wir überholen einen Paddler, der sein Kajak hinter sich herzieht und uns freundlich grüßt. Als wir uns die Ecke kommen, laufen vor uns fünf ältere Rentiere mit wunderschönen Geweihen.

    Auf der Suche nach einem Schlafplatz begegnen wir einem Denkmal des samischen Künstlers John Savio.

    "John Andreas Savio
    (* 28.01 1902,
    † 13.04.1938,) war ein norwegischer Künstler. Er war der erste Angehörige der Samen, der eine formale künstlerische Ausbildung erhielt.

    Seine Motive entstammen in der Hauptsache dem Alltag der Rentierwirtschaft seines Volkes.

    1994 wurde in Kirkenes das Savio-Museum eröffnet." (Wikipedia)

    Schlafplatz am Varangerfjorden, schräg gegenüber von Vadsø, das unterhalb des Nationalparks Varangerhålvøya liegt. Einige Camper auf dem Parkplatz, es hat angefangen zu regnen, und Hilde ist endlich eingeschlafen.
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    DESTINATION NORTH
    Day 17
    13/07/2026
    Gandvik, Norway

    We are parked in a lot for the evening when Hilde signals that she needs to go out—quite urgently. The wind has died down, but the mosquitoes are out in force. Unfortunately, Hilde has no desire to hurry back to the bus.

    On the contrary, she refuses to come along and tries to convince me to stay outside. I practically have to drag her behind me and push her into the bus, giving the critters plenty of opportunities to attack.

    She sits in the corner, looking thoroughly frustrated, so I have to cheer her up with a treat. At the same time, I busy myself with exterminating the pests and soothing my bites.

    You can see the fjords we drove along on the map. The journey offered beautiful sights and pleasant encounters.

    I was particularly struck by the cemetery outside Kirkenes, where the graves are scattered across undulating ground amidst birch trees, green ground cover, and wild grass.

    We encounter reindeer. Suddenly, a small reindeer runs toward us on the road; it is desperately looking for its mother. After stopping a truck, I drive back to check on it—and there it is, walking peacefully along the road with its mom.

    The church in Neiden is a beautiful building; the village sits on the shores of Neidenfjord, which is fed by the Njåvdånjohka River as it leaps wildly over the rocks into the water.

    Here, the road turns off toward Inari, where we say goodbye to a German cyclist.

    We turn off toward the small village of Vagge on Bugøyfjord. A narrow road runs along the fjord, and we overtake a paddler who is towing his kayak and gives us a friendly wave. As we round a bend, five older reindeer with magnificent antlers walk along in front of us. While looking for a place to sleep, we come across a monument to the Sami artist John Savio.

    "John Andreas Savio
    (born Jan. 28, 1902;
    died Apr. 13, 1938) was a Norwegian artist. He was the first member of the Sami people to receive formal artistic training.

    His subjects are drawn primarily from the everyday life of his people's reindeer herding culture.

    The Savio Museum opened in Kirkenes in 1994." (Wikipedia)

    A place to sleep by the Varanger Fjord, diagonally opposite Vadsø, which lies below Varangerhalvøya National Park. There are a few campers in the parking lot; it has started to rain, and Hilde has finally fallen asleep.
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  • Vestre Jakobselv

    14–15 Jul, Norway ⋅ 🌬 14 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 18
    14/07/2026
    Vestre Jakobselv
    Norwegen

    Hinter uns sitzt eine junge Schwedin in ihrem Pkw und liest. Gegenüber ein norwegisches Ehepaar, er hat draußen gegrillt und mich freundlich begrüßt. Hinter ihr parkt ein niederländisches Ehepaar, das uns mit ihrem furchtbar kläffenden, kleinen Terrier auf dem Spaziergang begegnet ist.

    Nahe den Toiletten steht ein finnischer Camper und auf dem Platz der beiden dänischen Jungs, die ein Dachzelt haben, steht jetzt ein dunkler Camper.

    Vor uns der weitläufige Varangerfjorden, dessen Wasser in die Barentsee fließt. Am anderen Ufer sind wir nach der Nacht in Gandvik am Morgen früh am Wasser entlang nach Bugøynes gefahren, das am Ende der Straße liegt, an dem kleinen Zipfel Land, das von drei Seiten vom Wasser umflossen ist.

    So früh sind nur die Rentiere schon wach und die alten Männer, die zum Hafen bummeln. Wir finden einen schönen, mückenfreien Platz zum Spaziergang, und später stehen wir hoch neben der Straße und blicken hinab zu den Wellen, während ich frühstücke.

    Einkauf, Tanken, Wasser auffüllen. Da klingt so leicht, aber wer weiß, wie schwer mir das Gehen fällt, der kann erahnen, wie ich mich fühle.

    Es gibt in allem Umstände, die möglichst passen sollten. Trinkwasser gibt es an der Tankstelle, meist braucht man einen Schlüssel dazu, und ich hoffe, es hängt kein Gummischlauch dran, gegen den ich allergisch bin. Und wenn er dran ist, kann ich ihn vielleicht abziehen.

    Bei Coop ist es warm, das macht das Einkaufen angenehmer. Die Liste ist klein, der Laden auch, die Auswahl geringer, das macht den Einkauf leichter.

    An der schönen Kirche in Nesseby riecht das Meer sehr unangenehm. Aber es ist ein Hotspot für Hobby-Ornithologen. Ein finnisches Ehepaar hat seine Kameras aufgebaut, er arbeitet ehrenamtlich beim WWF und das hier ist sein Urlaubsvergnügen.

    Die Finnen haben gerade Sommerurlaub, wir sind hier wegen der arktischen Küste und dem mückenarmen Leben, hier können wir uns erholen, erläutert er mir.

    Der Parkplatz liegt überm Fjord, den ich im Blick habe. Es ist ein schöner Ort und wir fühlen uns wohl.
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    DESTINATION NORTH
    Day 18
    14/07/2026
    Vestre Jakobselv
    Norway

    Behind us, a young Swedish woman is sitting in her car, reading. Opposite us is a Norwegian couple; the man had been grilling outside and greeted me in a friendly manner. Parked behind her is a Dutch couple—the ones we encountered earlier on our walk with their terribly yappy little terrier.

    A Finnish camper is parked near the restrooms, and a dark camper now occupies the spot previously held by two Danish guys with a rooftop tent.

    In front of us lies the vast Varanger Fjord, its waters flowing into the Barents Sea. After spending the night in Gandvik, we drove along the water early this morning to the opposite shore—specifically to Bugøynes, located at the end of the road on a small spit of land surrounded by water on three sides.

    At this hour, only the reindeer are awake, along with the old men strolling toward the harbor. We find a lovely, mosquito-free spot for a walk, and later, while I eat breakfast, we stand high up beside the road, looking down at the waves.

    Shopping, refueling, topping up the water. It sounds so simple, but anyone who knows how difficult walking is for me can imagine how I feel.

    Everything involves circumstances that ideally need to align. Drinking water is available at the gas station—usually requiring a key—and I hope there isn't a rubber hose attached that I might be allergic to. And if there is one, perhaps I can detach it.

    It’s warm inside the Coop, which makes shopping more pleasant. The list is short, the store is small, and the selection is limited—all of which makes the shopping trip easier.

    Near the beautiful church in Nesseby, the sea smells very unpleasant. Yet, it is a hotspot for amateur birdwatchers. A Finnish couple has set up their cameras; he volunteers for the WWF, and this is how he enjoys his vacation.

    "The Finns are currently on summer holiday; we’re here because of the Arctic coast and the lack of mosquitoes—it’s a place where we can relax," he explains to me.

    The parking area overlooks the fjord, which is right in my line of sight. It’s a lovely spot, and we feel at ease.
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  • Hamningberg

    15–16 Jul, Norway ⋅ ☀️ 11 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 19
    15/07/2026
    Hamnigberg, Norwegen

    Einen Moment nicht aufgepasst und wir sitzen fest. Mitten auf dem Parkplatz ist tiefer lockerer Sand, das habe ich übersehen, als wir seitlich reingefahren sind. Ein älteres deutsches Ehepaar, das ebenfalls hier parkt, schiebt uns netterweise raus. Welch ein Glück.

    Rentiere am Weg, Schafe überqueren die Straße, riesige Raubvögel kreisen am Himmel. Eine Entenfamilie quert kurz vor dem Bus und in Kirberg haben sich Möwen überall eingenistet.

    Der Hafen des Ortes Vestre Jakobselv gefällt mir gut. Riesige Holzgestelle für den Trockenfisch warten auf den riesigen Fang.

    Tatsächlich habe ich allerdings nur bei Vardø ein Schiff auf den Wasser gesehen, aber vielleicht fahren die Fischerboote ja nachts raus, oder es ist noch nicht die richtige Saison.

    Die spektakulärste Strecke ist von Vardø nach Hamningberg. Eine unglaubliche Landschaft, die über eine schmale Straße befahren werden muss, sodass wir ständig entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen müssen.

    Wir finden mückenfreie Spaziergänge, sodass Hilde sehr entspannt ist. Oft haben wir das dem kühlen Wind zu verdanken, die Temperaturen liegen aber unabhängig davon bei etwa zwölf Grad, was im heutigen Sonnenschein sehr angenehm ist.

    In Hamningberg ist die Straße zuende. Hier gibt es einen großen Parkplatz mit zahlreichen Campern. Wir haben einen schönen Platz an einem grünen Erdhang, über die Landschaft hinweg sehen wir ein bisschen Meer.
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    DESTINATION NORTH Day 19
    15/07/2026
    Hamnigberg, Norway

    One moment of inattention and we’re stuck. There is deep, loose sand right in the middle of the parking lot—something I missed when we pulled in sideways. An older German couple, also parked here, kindly pushes us out. What luck. Reindeer line the path, sheep cross the road, and huge birds of prey circle overhead. A family of ducks crosses right in front of the bus, and seagulls have made themselves at home everywhere in Kirberg. I really like the harbor in the village of Vestre Jakobselv. Huge wooden racks for drying fish stand ready for the massive catch. In fact, the only ship I’ve seen on the water was near Vardø; perhaps the fishing boats head out at night, or it simply isn't the right season yet. The stretch from Vardø to Hamningberg is the most spectacular. The landscape is incredible, and the road is so narrow that we constantly have to dodge oncoming vehicles. We find mosquito-free walking spots, so Hilde is very relaxed. We often have the cool wind to thank for this, though temperatures are hovering around twelve degrees regardless—which feels very pleasant in today’s sunshine. The road ends at Hamnigberg. There is a large parking area here filled with camper vans. We’ve found a lovely spot by a grassy slope, with a view of the sea stretching out beyond the landscape.
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  • Handwäsche

    16 Julai, Norway ⋅ ☁️ 19 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 20
    16/07/2026
    Vestre Jakobselv

    Früh haben wir den Ort und die Straße für uns alleine, und finden einen schönen Spot für Hilde. In Persfjord ist der Strand direkt hinter unserem Frühstücksplatz.

    Hunde dürfen in Norwegen auch im Sommer an der Strand, allerdings nur an der Leine. Mit unseren entfernten Nachbarn komme ich ins Gespräch. Sie sind aus dem Frankenland nach Norwegen ausgewandert, weil die Mutter des Mannes dort ein Haus hat.

    Mutig, aber zufrieden, die Kinder sind nach drei Jahren gut integriert, die Eltern haben Arbeit. Mit ihrem norwegischen Kennzeichen hatte ich auch angenommen, dass sie Einheimische sind. Der Mann geht auf meine Bitte mit Hilde zum Strand, was sie toll findet.

    Wir tauschen die Kontakte aus, vielleicht passt ein Wiedersehen, wenn wir nächstes Jahr die Westküste hochfahren. Wäre doch schön.

    Auch heute begegnen uns Rentiere und Schafe, die bizarre Landschaft zieht mich wieder in ihren Bann, und ich beschäftige mich mit Einsamkeit. Schafe und Rentiere sind hier oben in ihrer Art ein Synonym dafür.

    Aber ganz besonders die Häuser zwischen den Felsen, unter hohen Bergen, in der Weite der Landschaft, lassen mich nachdenklich zurück.

    Ob ich hier leben könnte. Ich habe die Gemeinschaft von Menschen gern, aber ich bin genauso gerne alleine.

    Das ist ausgeprägter, je länger wir unterwegs sind. Höchstens ein Achtel vom Tag, außerhalb der acht Stunden Schlaf, unterhalte ich mich, den Rest der Zeit bin ich gerne alleine.

    Heute mit Wäsche beschäftigt. Da kommt mir der kostenlose Wasserzugang in Vasdø zugute. Neben uns parkt eine finnische Familie mit ihrem Wohnwagen und aus dem Kombi steigen sechs Kinder und zwei Erwachsene.

    Erst tippe ich aufgrund des jungen Alters auf ein soziales Projekt, aber der sechszehnjährige Junge, der älteste von drei Jungs und drei Mädchen bis runter zu sieben Jahren, klärt mich auch. Sie kommen aus Rovaniemi und machen hier ein paar Tage Aufenthalt.

    Die Eltern sind beide 36 Jahre alt, die Mutter übersetzt per Google, dass sie gerne noch mehr Kinder hätte, aber wegen ihrem Herzen leider nicht mehr darf.
    Sie sind sehr nett, die Begegnung mit ihnen lässt mein Herz aufgehen.

    Wir winken uns zu, als wir zum Parkplatz fahren, wo wir vor zwei Tagen schon mal waren. Auch heute stehen ein paar Camper hier, die Sonne ist hinterm Wolken verborgen, ich verteile meine ausgewrungenen Wäschestücke im Bus, das macht die Luft frischer.
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    DESTINATION NORTH
    Day 20
    16/07/2026
    Vestre Jakobselv

    Early in the morning, we have the town and the road to ourselves and find a lovely spot for Hilde. In Persfjord, the beach lies right behind our breakfast spot.

    In Norway, dogs are allowed on the beach even in summer, though they must be kept on a leash. I strike up a conversation with our nearby neighbors. They emigrated to Norway from the Franconia region because the husband’s mother owns a house there.

    They seem brave yet content; the children have settled in well after three years, and the parents have jobs. Seeing their Norwegian license plates, I had assumed they were locals. At my request, the husband takes Hilde down to the beach—something she absolutely loves.

    We exchange contact details; perhaps we can meet up again when we drive up the west coast next year. That would be nice.

    We encounter reindeer and sheep again today; the bizarre landscape once more casts its spell on me, and I find myself reflecting on solitude. Up here, sheep and reindeer seem to embody that very concept.

    But it is the houses nestled between the rocks—beneath towering mountains and amidst the vast landscape—that leave me deep in thought.

    I wonder if I could live here. I enjoy the company of others, yet I am just as happy being alone.

    This preference has become more pronounced the longer we’ve been on the road. I spend, at most, one-eighth of my waking hours—outside of the eight hours spent sleeping—conversing with others; the rest of the time, I prefer to be alone.

    Today is taken up with laundry. The free water access in Vardø comes in handy. A Finnish family parks their caravan next to us, and six children and two adults step out of their station wagon.

    At first, given the children's young ages, I wonder if it’s some sort of social project, but the sixteen-year-old boy—the eldest of three boys and three girls, ranging down to age seven—sets me straight. They are from Rovaniemi and are stopping here for a few days. Both parents are 36 years old; the mother uses Google Translate to explain that she would love to have more children but, unfortunately, cannot do so because of her heart condition.
    They are very kind; meeting them warms my heart.

    We wave to each other as we drive to the parking area—the same one we visited two days ago. There are a few other camper vans here today, too, and the sun is hidden behind the clouds; I spread out my wrung-out laundry inside the van, which makes the air feel fresher.
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  • Lebesby

    17–18 Jul, Norway ⋅ ☁️ 12 °C

    (English Version Below)

    DESTINATION NORTH
    Day 21
    17/07/2026
    Lebesby, Norwegen

    Nachdem ich auf den ersten fünfzig Kilometer von Tana Bru nach Berlevåg von gähnender Leere erfüllt bin, ob der Landschaft im Stil mitten in Deutschland, entscheide ich mich, die Reise abzubrechen.

    Auf der anderen Seite des Tanaflusses sieht die Welt schon ganz anders aus. Der Wald tritt zurück und der Blick auf die Berge mit dem blauen Fluss mittig in seinem hellen Sandbett begeistert mich.

    Der Leuchtturm nördlich von Mehamn ist das Ziel. Soweit ich weiß, ist der Zipfel links vom Ort der nördlichste Punkt des europäischen Festland.

    "... gilt die Felsspitze Kinnarodden auf der Festlands-Halbinsel Nordkinn, die jedoch weniger bekannt und touristisch kaum erschlossen ist." (Wikipedia)

    In Torhop biegen wir links ab Richtung Ifjord. Die schlechte Straße führt durch die Berge, an den Parkplätzen stehen viele Pkw. Es ist Wanderwochenende für Norweger. Während mich die Mücken abschrecken, gehen sie gut verpackt übers Fjell.

    Am Laksefjord, ein bisschen oberhalb von von Lebesby, finden wir einen wunderschönen Schlafplatz mit einigen anderen Campern, die über die freie Fläche verteilt parken.

    "Der Laksefjord ist ein Fjord in der Kommune Lebesby in der norwegischen Provinz Finnmark. Es handelt sich bei ihm mit einer Länge von 75 km um den drittlängsten Fjord in der Finnmark...Er liegt in einer wenig besiedelten Region mit nur sehr wenigen und kleinen Siedlungen entlang seiner Fjordküste. Auf der Westseite befindet sich nur eine bewohnte Ortschaft, nämlich Veidnes mit 30 Einwohnern. Der äußere Teil des Fjords wird begrenzt von der Sværholt-Halbinsel im Westen und der Nordkinnhalbinsel im Osten.

    Der Fluss Storelva fließt in den Fjord."
    (Wikipedia)

    Von unserem Standort aus wird die Sonne über die ganze Bucht wandern, sodass ich sie begleiten kann, wenn ich nachts aufwache.
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    DESTINATION NORTH
    Day 21
    17/07/2026
    Lebesby, Norway

    After the first fifty kilometers from Tana Bru to Berlevåg, I am struck by a sense of yawning emptiness—the landscape looks just like central Germany—and I decide to cut the trip short.

    On the other side of the Tana River, however, the world looks completely different. The forest recedes, and I am captivated by the view of the mountains and the blue river winding through the center of its pale, sandy bed.

    The lighthouse north of Mehamn is the destination. As far as I know, the headland to the left of the town is the northernmost point of the European mainland.

    "The rocky promontory of Kinnarodden on the Nordkinn Peninsula is considered the northernmost point of the European mainland; however, it is less well-known and has seen little tourism development." (Wikipedia)

    At Torhop, we turn left towards Ifjord. The poor-quality road winds through the mountains; there are many cars parked at the trailheads. It is a hiking weekend for Norwegians. While the mosquitoes put me off, the locals—well-bundled up—head out across the fells.

    At Laksefjord, just above Lebesby, we find a beautiful spot to spend the night alongside a few other campers, all parked across the open area.

    "Laksefjord is a fjord in the municipality of Lebesby in the Norwegian province of Finnmark. At 75 km in length, it is the third-longest fjord in Finnmark... It lies in a sparsely populated region with very few, small settlements along its shores. There is only one inhabited village on the western side: Veidnes, with a population of 30. The outer section of the fjord is bordered by the Sværholt Peninsula to the west and the Nordkinn Peninsula to the east.

    The Storelva River flows into the fjord." (Wikipedia)

    From our location, the sun will travel across the entire bay, so I can follow it when I wake up at night.
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