Iron Fist
9.–10. tammik., Ranska ⋅ 🌧 3 °C
(English Version Below)
In den ersten Stunden der Nacht beginnt der Sturm, der immer wieder gegen den Bus wummert, sodass Hilde Angst bekommt, und laut hechelnd mich weckt. Der Regen plockert gegen das Dach, was ich wegen Hilde's Reaktion aber eigentlich wenig genießen kann.
Um vier Uhr muss sie raus, eine kurze Aktion, die aber immer einen längeren Anziehprozess mit sich bringt. Gegen Morgen entspannt sich die Situation, weil ich laut Musik höre, sodass die Nebengeräusche wegfallen.
Der Schnee ist weg, die Wiesen sind allerdings quatschnass, das Parkproblem an Feldwegen hat sich keineswegs verbessert. Und natürlich sind die Wege für mich so gefährlich wie auf Eis, aber zum Glück ist der Stock eine echte Hilfe, ein guter Halt.
Wir schlagen eine östliche Richtung ein, während Regen und Wind aus Südwest kommen. Die Gegend ist aus früheren kriegerischen Auseinandersetzungen bekannt, Friedhöfe mit Toten aus dem Ersten Weltkrieg liegen rechts und links der Straße.
Landschaftlich hügelig aufgebaut, wird hier Landwirtschaft betrieben, was dem Wetter wenig Widerstand bietet. In Sturm wackeln die Stromleitungen so hin und her, dass sich die Vögel im Seilspringen üben könnten.
Die Sägeteams waren in den kleinen Wäldern schon unterwegs, um die Straßen wieder befahrbar zu machen, während ich auf WhatsApp Nachrichten bekomme von den Schneeverwehungen in Norddeutschland.
Irgendwann liegt eine Faust am Straßenrand, erhöht auf einer Wiese, ohne jeglichen Hinweis. Es erschreckt mich regelrecht. Ein Kunstwerk, zu dem ich einen interessanten Artikel finde, den ich hier verlinke.
"Vent des Forêts. Doch was genau ist das? Schon seit 23 Jahren erhalten jedes Jahr rund 8 (internationale) Künstler die Möglichkeit, sich einen Ort in der Gegend zu suchen und dafür ein Kunstwerk zu entwerfen. Einzigartig ist die enge Verbundenheit mit genau diesem Ort."
https://frankreich-webazine.de/kunst-im-freien-…
"Liu Bolin hat „Iron Fist“ installiert, ein ikonisches, 3,5 Meter hohes und 10 Tonnen schweres Gusseisenobjekt. Die gigantische, nach unten gerichtete Faust interpretiert die erhobene Faust, ein universelles revolutionäres Symbol, neu und verdeutlicht Bolins Position als Protestkünstler angesichts Chinas Bestrebungen, seine Macht im internationalen System auszuweiten. Sie trägt den Propagandaslogan der Stadt Peking, den Pekinger Geist: „Patriotismus, Innovation, Integration, Tugend“. Das Werk drückt metaphorisch das fortschreitende Ende einer Utopie aus, die einem Kapitalismus gewichen ist, der enormen Druck auf Teile der chinesischen Bevölkerung ausübt – in Bezug auf Lebensbedingungen, politische Repression und Klimakatastrophen.
Die Präsentation dieses Projekts wurde durch eine Partnerschaft mit der Galerie Paris-Beijing ermöglicht."
https://share.google/Nf0tO4diLmqZZxY9D
Später halten wir an der Stele mit einer Art Mariendarstellung, wo wir im Sturm und Regen spazieren gehen. Innerhalb von dreihundert Metern erledigt Hilde alles Notwendige, sucht nach Mäusen, und kümmert sich überhaupt nicht ums Wetter, während ich fast wegfliege. Sie kommt deutlich zu kurz, was mir sehr leid tut, sodass ich immer wieder versuche, ihr mehr Freiraum zu geben.
Als wir an der halben Kirche mit der weißen Tanne und der Krippe vorbeikommen, erinnere ich mich, dass ich vor zwölf Tagen schon mal hier gestanden habe, kurz nachdem ich der toten Katze begegnet bin.
Wieder sind wir auf den Stellplatz am Bauernhof in Lironville, unsere französische Rundreise um Paris herum kommt zu einem Ende. Wir hatten alles, was das Wetter so an Kapriolen uns zur Verfügung gestellt hat. Und eigentlich war es eine gute Mischung, die leider eine deutliche zu kalte Variante gewählt hatte.
Hier haben wir Strom, stehen günstig zum Sturm, können den Regen aber nicht aufhalten. Die Nacht bricht herein, ich mache mir eine heiße Brühe, Hilde schläft erstmal ne Runde, nachdem es eine leckere Kaustange gab.
Im Bus läuft die Standheizung, denn die Temperatur ist wieder auf drei Grad gesunken, und von einer Wärmeisolierung ist der blaue Bus weiter denn entfernt. Durch die Türen zieht es herein, selbst wenn alles verschlossen ist, und die fehlenden Klappen an den Schränken geben auch ihren Senf dazu.
Wird also Zeit, dass es wärmer wird, ist ein lustiger Satz, weil der Winter doch grade erst angefangen hat.
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In the early hours of the night, the storm begins, pounding repeatedly against the bus, frightening Hilde, who wakes me with loud panting. The rain patters against the roof, but because of Hilde's reaction, I can't really enjoy it.
She has to get up at four o'clock, a quick outing, but one that always involves a lengthy getting-dressed process. Towards morning, the situation eases because I'm listening to loud music, which drowns out the background noise.
The snow is gone, but the meadows are soaking wet, and the parking problem on the country lanes hasn't improved at all. And of course, the paths are as dangerous for me as if they were ice, but luckily my walking stick is a real help, providing good support.
We head east, while the rain and wind come from the southwest. The area is known for past conflicts; cemeteries with World War I dead lie to the right and left of the road.
The landscape is hilly, and agriculture is practiced here, offering little resistance to the weather. In the storm, the power lines sway back and forth so much that the birds could practice jumping rope.
The chainsaw crews were already out in the small forests, clearing the roads, while I'm receiving WhatsApp messages about the snowdrifts in northern Germany.
At one point, a fist lies at the side of the road, raised on a meadow, without any sign. It genuinely startles me. An artwork for which I find an interesting article, which I've linked here.
"Vent des Forêts. But what exactly is it? For 23 years now, around eight (international) artists have been given the opportunity each year to choose a location in the area and create an artwork for it. The close connection to this specific place is unique."
https://frankreich-webazine.de/kunst-im-freien-…
"Liu Bolin installed 'Iron Fist,' an iconic, 3.5-meter-high, 10-ton cast-iron object. The gigantic, downward-pointing fist reinterprets the raised fist, a universal revolutionary symbol, and underscores Bolin's position as a protest artist in the face of China's efforts to expand its power in the international system." It bears the propaganda slogan of the city of Beijing, the Beijing spirit: "Patriotism, Innovation, Integration, Virtue." The work metaphorically expresses the progressive end of a utopia that has given way to a capitalism that exerts enormous pressure on parts of the Chinese population – in terms of living conditions, political repression, and climate disasters.
The presentation of this project was made possible through a partnership with the Paris-Beijing Gallery.
https://share.google/Nf0tO4diLmqZZxY9D
Later, we stop at the stele with a kind of depiction of Mary, where we walk in the storm and rain. Within three hundred meters, Hilde takes care of everything necessary, searches for mice, and doesn't care about the weather at all, while I'm almost blown away. She's clearly getting too little attention, which I feel very sorry about, so I keep trying to give her more space.
As we pass the half-built church with the white fir tree and the nativity scene, I remember that I was standing here twelve days ago, shortly after I encountered the dead cat.
Once again, we're at the campsite by the farm in Lironville; our French tour around Paris is coming to an end. We've experienced every kind of weather imaginable. And actually, it was a good mix, which unfortunately opted for a decidedly too-cold version.
We have electricity here, we're parked in a good spot to avoid the storm, but we can't stop the rain. Night falls, I make myself some hot broth, and Hilde takes a nap after enjoying a tasty chew stick.
The auxiliary heater is running in the bus because the temperature has dropped to three degrees again, and the blue bus is far from being well insulated. A draft comes in through the doors, even when everything is closed, and the missing cabinet doors don't help matters.
"It's about time it got warmer" is a funny thing to say, since winter has only just begun.Lue lisää
Winterreise
10. tammikuuta, Saksa ⋅ ☁️ -3 °C
Ein wunderschöner Winterreisetag von Frankreich nach Deutschland endet mit einer heißen, leckeren Kürbissuppe, und einem langen Gespräch im blauen Bus mit einem lieben Menschen.
Dankbar.
Zufrieden.
Glücklich.
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A beautiful winter day of travel from France to Germany ends with a hot, delicious pumpkin soup and a long conversation on the blue bus with a dear friend.
Grateful.
Content.
Happy.Lue lisää
Kirchheim unter Teck
11.–12. tammik., Saksa ⋅ ⛅ -3 °C
Nachdem es gestern leckere Kürbiscremesuppe gab, hat die liebe Freundin für heute noch einen Käsekuchen im Ofen, der mich den ganzen Tag beschäftigen wird.
Dazu kommt abends noch eine Stunde Autobahn hinzu, weil ich mich in der Zeit verkalkuliert habe, und in die Dunkelheit hinein komme. Mittlerweile mag ich viele Lichter im Gegenverkehr nicht mehr. Und im Stuttgarter Ballungsraum gibt es viel Bewegung um diese Zeit.
Vielleicht habe ich getrödelt unterwegs, bin ich doch heute morgen kaum aus dem Bett gekommen, sodass Hilde immer noch nicht draußen ist, als die Nachbarin klopft, und sie gleich mit in die Natur nimmt.
Dieses Mal meckert sie nicht, dass wir den Vormittag über zusammen im Bus sitzen, sondern rollt sich satt und wohlig hinten zusammen.
Abschied ist dann doch anstrengender als vermutet, wir fahren ins Tal, wo die Bäume voller Schnee sind, und vor ihnen die Dämpfe aus den Schornsteinen einer Fabrik aufsteigen.
Burg Trifels bei Annweiler, dann schläft Hilde im Sitzen ein, wir passieren eine Familie auf dem Rad, und parken an einem Feldweg mit Schnee zwischen den ersten grünen Blättern und den braunen Furchen des gefrorenen Lehms.
Über Nacht sind wir auf dem gemischten Parkplatz "Ziegelwasen" in Kirchheim unter Teck, der noch schneebedeckt ist, während die bewohnten Häuser ringsum ihre beleuchteten Fenster zeigen, die Laternen ihr warmes Licht.
Hier schlafe ich gerne, in dieser Stimmung vom Gefühl, es sei jemand Zuhause, hier und da, und im blauen Bus sowieso.
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After yesterday's delicious pumpkin cream soup, my dear friend has a cheesecake in the oven today that will keep me busy all day.
Then there's another hour on the motorway in the evening because I miscalculated the time and drove into the dark. I've grown tired of seeing lots of oncoming traffic lights. And there's a lot of traffic in the Stuttgart metropolitan area at this time of day.
Perhaps I dawdled a bit on the way, because I barely got out of bed this morning, so Hilde still wasn't outside when the neighbor knocked and immediately took her out into nature.
This time she didn't complain about us spending the whole morning together on the bus, but instead curled up comfortably and contentedly in the back.
Saying goodbye was more difficult than expected; we drove down into the valley where the trees were laden with snow, and in front of them, the fumes rose from a factory chimney.
Trifels Castle near Annweiler, then Hilde falls asleep sitting up, we pass a family on bicycles, and park on a dirt road with snow between the first green leaves and the brown furrows of frozen clay.
Overnight we're in the mixed parking area "Ziegelwasen" in Kirchheim unter Teck, which is still covered in snow, while the inhabited houses all around show their lit windows, the streetlights their warm glow.
I like to sleep here, in this atmosphere of feeling that someone is home, here and there, and especially in the blue bus.Lue lisää
Braunschweig
15.–17. tammik., Saksa ⋅ ☁️ 7 °C
(English Version Below)
Jeden Mittag, wenn wir meinen Sohn zur Arbeit gebracht hat, schläft der Enkelzwerg ein, kaum dass wir weiterfahren. Meist ist er noch im Reich der Träume, wenn wir später seine Mutter nach der Schicht abholen.
Also die ganz andere Art der Enkelbespassung. Statt Bauklötze oder Autos spielen, sitzen wir auf einem Autobahnrastplatz und lassen die Zeit verstreichen. Hilde und Enkel schlafen, ich schaue den Raben und der Sonne bei ihrem Wind- und Schattenspiel zu.
Wir sind also wieder in Braunschweig. Nach der Übernachtung in Hammelburg sind wir in einem regennassen Tag nach Norden gefahren. Unterbrechung zum Wäsche waschen am Lohfeldener Rüssel bei Kassel hinter der Shell Tankstelle. Das sollte man sich merken, dass die Revolution Laundry hier gut funktioniert, denn das ist bei den Geräten in Deutschland gar nicht immer so der Fall.
Erledigung des üblichen bürokratischen Unsinns, wenn wir wieder unseren Briefkasten erreichen. Ich warte auf den Tag, an dem kein Brief mehr ankommt. Lecker Frühstück zur Begrüßung, kleine, gut gewürzte Hackfleischbällchen hat mein Sohn mir versprochen gehabt, ein Festessen heiß aus der Pfanne. Das ist was ganz Besonderes für mich.
Die Straßen sind noch voll mit gefrorenen Schneebergen, die sich in den kalten Nächten unter null Grad immer neue Energie holen, sodass das Gehen auf den Feldwegen mühsam bleibt. Hilde schliddert beim Laufen weg, liebt es aber auch, sich im Schnee zu wälzen.
Die Sonne hat uns wieder gefunden, und plötzlich wacht der Enkel auf. Schläfrig schaut er ihrem Strahlen zu, das die Flügel der Windräder teilen, während sie Schatten schlagen. Leichter Wind in den kahlen Bäumen und Sträuchern, leise Geräusche der nahen Autobahn.
Morgens und nachmittags gibt es einen Spaziergang auf den Feldwegen, die immer noch Eis und Schnee tragen. Und abends stehen wir auf dem Rewe-Parkplatz im halben Nachtschatten der Laternen, bis wir meinen Sohn wieder von der Arbeit abholen.
Einfach ein paar Tage wie eine Art Urlaub vom Reisen, vom Schauen, vom Unterwegssein. Trotzdem versuche ich mit dem Schreiben einen Schnitt zu setzen, mich neu oder anders zu öffnen. Die Sonne geht unter, wir schauen übers Feld, Hilde rennt los, voller Freude. Ich schaue ihr zu.
Plötzlich eine Bewegung im Unterholz, Hilde startet hinterher, ich rufe voll Panik, weil dahinter die Autobahn ist, die Leine verschwindet im Gras, kurz bevor ich ankomme. Ein Tritt auf dem nassen Schnee, mein Schuh rutscht weg, ich versuche seitwärts zu fallen, der Aufprall ist weich.
Ich liege dort, rufe, lausche. Plötzlich steht sie hinter mir, lächelt mich an, alles gut Papa. Ich brauche sie, um mich am Halsband festzuhalten, während ich mich mühsam mit dem Stock aufrichte.
Das linke Knie habe ich leicht verdreht, die Sonne geht hinter den Wolken unter, wir kommen zum Bus. Alles ist gut.
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Every lunchtime, after we've dropped my son off at work, my little grandson falls asleep almost as soon as we drive off again. He's usually still fast asleep when we pick up his mother later after her shift.
So, a completely different kind of grandchild entertainment. Instead of playing with building blocks or cars, we're sitting at a motorway service station, letting time slip by. Hilde and my grandchild are asleep, and I'm watching the ravens and the sun play with the wind and shadows.
So, we're back in Braunschweig. After spending the night in Hammelburg, we drove north on a rainy day. We stopped to do laundry at the Lohfeldener Rüssel near Kassel, behind the Shell petrol station. It's worth noting that the Revolution Laundry machine works well here, because that's not always the case with machines in Germany.
We dealt with the usual bureaucratic nonsense once we reached our mailbox again. I'm waiting for the day when no more mail arrives. A delicious breakfast awaited us: my son had promised me small, well-seasoned meatballs, a feast piping hot from the pan. That's something really special for me.
The roads are still littered with frozen snowdrifts, which recharge during the sub-zero nights, making walking on the country lanes arduous. Hilde slips and slides when she tries to walk, but she also loves rolling around in the snow.
The sun has found us again, and suddenly my grandson wakes up. Sleepily, he watches its rays, which are divided by the wind turbine blades as they cast shadows. A light breeze rustles through the bare trees and bushes, and there's a faint sound from the nearby highway.
We take walks on the country lanes, still covered in ice and snow, in the mornings and afternoons. And in the evenings, we stand in the Rewe parking lot, half-shadowed by the streetlights, until we pick up my son from work.
Just a few days, like a kind of vacation from traveling, from sightseeing, from being on the go. Even so, I'm trying to use this writing to create a break, to open myself up in a new or different way. The sun sets, we look out over the field, and Hilde takes off running, full of joy. I watch her.
Suddenly, a movement in the undergrowth. Hilde takes off after her. I shout in panic because the highway is just beyond. The leash disappears into the grass just before I reach her. A step on the wet snow, my shoe slips, I try to fall sideways, the impact is soft.
I lie there, calling out, listening. Suddenly she's behind me, smiling. "It's okay, Dad." I need her to hold onto my collar while I struggle to my feet with my walking stick.
My left knee is slightly twisted. The sun is setting behind the clouds. We reach the bus. Everything is alright.Lue lisää
Foy Vance
16. tammikuuta, Saksa ⋅ ⛅ 4 °C
(English Version Below)
Seit langem habe ich heute Abend wieder Musik von Foy Vance angehört. Diese Dichte der Melodien, seine Geschichten voller Wunder und Intensität, diese besondere Stimme, die manchmal in einem Gedanken abbricht.
Ich verlinke mal eine Playlist von Livesongs auf YouTube oder du hörst bei Spotify rein unter Best of.
https://youtube.com/playlist?list=PL56333DF8CCF…
Wir haben heute vierzehn Grad, der Boden ist aufgetaut, Hilde buddelt nach Mäusen, mein Knie hält die Spaziergänge aus, der Schnee ist geschmolzen.
Mit dem Enkelzwerg eine lustige Autofahrt gehabt, ich bin ja eher der untypische Opa. Nicht nur, dass ich auf Reisen bin, aber ganz besonders, weil ich jegliche Kontaktaufnahme dem Kind überlasse. Meine Enkeltochter hat erst mit vier Jahren gefragt, ob sie auf meinen Arm klettern darf. Vorher habe ich mich eben so klein wie möglich gemacht, um ihr auf Augenhöhe zu begegnen.
Der Zwerg ist heute schon größer als die Enkelin im gleichen Alter war, und heute hat er mit mir gelacht und meine Hand genommen. Er liebt Hilde, deren Namen er schon deutlich aussprechen kann, und meist ist sie geduldig, wenn seine Hände sie streicheln wollen. Aber als er sie ärgern will mit seinem Finger, da waren die Lefzen oben, und sie hat ihn deutlich gewarnt.
Wir hören Rockmusik zusammen, Eric Burdon, Calvin Russell, Warren Haynes, er hört still zu, die Sonne scheint, wir fahren eine Autobahn entlang. Als ich auf den Parkplatz einbiege, ist er eingeschlafen.
Wir haben viel Sonne. Irgendwie scheint sie heute so, als wäre sie im Reisefieber, immer von weit her, und wenn du sie näher ranholst, verschmelzt sie sich mit den Wolken. Die Gänse und Kraniche sind schon durch, geblieben sind die Raben, denen jetzt die Felder und die Lüfte gehören.
Der Sohn, den ich spät von der Arbeit abhole, hat wieder eine Kanne Tee für mich. Das werde ich vermissen. Nicht dass ich mir nicht eine selbst kochen könnte, es ist die Geste der Freundschaft, die dahinter steht.
So gibt es manche Gesten, manche Handreichungen, Gespräche und Verabredungen, Pläne fürs Wiedersehen, im Sommer oder so. Jedes ein Zeichen der Freundschaft, der inneren wertvollen Verbindung zwischen Menschen, ein Elixier des Lebens, das mich jung hält.
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I listened to Foy Vance's music again tonight for the first time in a long time. The density of his melodies, his stories full of wonder and intensity, that special voice that sometimes breaks off mid-thought.
I'll link a playlist of live songs on YouTube, or you can listen to it on Spotify under "Best Of."
https://youtube.com/playlist?list=PL56333DF8CCF…
It's fourteen degrees Celsius today, the ground has thawed, Hilde is digging for mice, my knee is holding up well for walks, and the snow has melted.
I had a fun car ride with my little grandson. I'm rather an atypical grandpa. Not only am I traveling, but especially because I leave all interaction to the child. My granddaughter didn't ask to climb on my arm until she was four. Before that, I made myself as small as possible to be at her eye level.
The little one is already taller than his granddaughter was at the same age, and today he laughed with me and took my hand. He loves Hilde, whose name he can already pronounce clearly, and she is usually patient when his hands want to stroke her. But when he tries to tease her with his finger, her lips curled back, and she gave him a clear warning.
We listen to rock music together—Eric Burdon, Calvin Russell, Warren Haynes—he listens quietly. The sun is shining, and we drive along a highway. By the time I pull into the parking lot, he's fallen asleep. We have a lot of sunshine. Somehow, it seems to be wandering today, always from afar, and when you bring it closer, it merges with the clouds. The geese and cranes have already passed through; only the ravens remain, to whom the fields and the skies now belong. The son I pick up late from work has another pot of tea for me. I'll miss that. Not that I couldn't make one myself, it's the gesture of friendship behind it.
There are so many gestures, so many helping hands, conversations and appointments, plans to see each other again, in the summer or something. Each one a sign of friendship, of the precious inner connection between people, an elixir of life that keeps me young.Lue lisää
Berenbrock
17. tammikuuta, Saksa ⋅ ☁️ 2 °C
(English Version Below)
Das Wetter spielt gerne Streiche mit uns. Gestern haben wir unglaublich angenehme vierzehn Grad am Nachmittag in Braunschweig, die sich über Nacht in frostige Regionen um Null verwandeln. Dazu frischt der Wind auf und bleibt nicht einfach lau, sondern hält die Kälte fest.
Ich bin den ganzen Tag durchgefroren und Hilde bekommt schlechte Laune, weil mir nachmittags die Lust am Spaziergang fehlt. Lediglich zu so einem halbherzigen Rundgang kann ich mich aufraffen, das gefällt der Hundedame aber gar nicht.
Wir sind bei meiner Tochter angekommen, die Enkelin ist mit Einkaufen gefahren, um Hilde zu bespaßen, damit die sich nicht so alleine fühlt. Meine tägliche Ernährung ist durch meine Erkrankung so eingeschränkt, dass ich es seit Jahren aufgegeben habe zu kochen.
Heute ist mir aber nach Backofenkroketten und frittiertem Camembert, die mir die Enkeltochter zubereitet und netterweise zum Bus bringt. Mit viel Ruhe, Mayonnaise und ausreichend Wasser kann ich alles aufessen. Und fühle mich gut.
Das Schweineohr zum Abendessen ist ein leckerer Nachtisch, eine Tasse Schafsmilch. Köstlich. Das fand der Enkelzwerg gestern überhaupt nicht. Schaf bäh ist sein deutlich niederschmetternder Kommentar.
Aber da lass ich mich nicht beirren, zumal von der Kuh schon gar nichts geht. Außer vielleicht die Milchschokolade beim Ohr. Seit einiger Zeit hadere ich mich der konsequenten Umsetzung erforderlicher Notwendigkeiten.
Normalerweise wasche ich einmal pro Woche die Haare, ebenfalls nehme ich ein wöchentliches Fußbad. Das brauche ich, um die Füße gangbar zu halten, zudem sollte ich sie im Winter täglich eincremen. Spätestens wenn sie schmerzen, weiß ich, was ich vergessen habe. Aber das könnte ich ja verhindern.
Kennst du das auch, dann verstehst du mich vielleicht. Also heute Abend sind die Füße dran, und dann setze ich die Folge in meinen Kalender, mal sehen, ob das klappt. Die Haare feiern übrigens Dreiwöchiges und bilden kleine Dreads.
Ich überlege schon, ob der 75ste damit in Verbindung steht, ich habe ja keine Ahnung, wie man sich darin einfindet. Das sei ne faule Ausrede, höre ich dich sagen, aber nur wenige meiner Leser haben diese Hürde schon genommen.
Auf jeden Fall bleibt es spannend, denn in diesem Jahr habe ich unter anderem mit dem Winter eine Art Frieden geschlossen, möchte aber schon gerne noch ein paar Wochen in den Süden. Aber in der letzten Märzhälfte habe ich Schleswig-Holstein geplant, weil ich weiß, da freut sich so mancher, uns wiederzusehen.
So wie der Text heute eher eine Art Zwischenfazit ist, so sind es die Bilder des Tages auch. Was noch bleibt ist, dir ein Gutes zu wünschen, was immer du tust!
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The weather likes to play tricks on us. Yesterday, we had incredibly pleasant temperatures of 14 degrees Celsius in the afternoon in Braunschweig, which turned into frosty regions around zero overnight. To make matters worse, the wind picked up and didn't just stay mild, but held onto the cold.
I've been freezing all day, and Hilde is getting grumpy because I don't feel like going for a walk this afternoon. I can only manage a half-hearted stroll, which the dog doesn't like at all.
We've arrived at my daughter's house. My granddaughter went shopping with me to keep Hilde entertained so she wouldn't feel so alone. My daily diet is so restricted by my illness that I gave up cooking years ago.
But today I'm craving oven-baked croquettes and fried Camembert, which my granddaughter prepares and kindly brings to the bus. With plenty of rest, mayonnaise, and enough water, I manage to eat it all. And I feel good.
The pig's ear for dinner is a delicious dessert, followed by a cup of sheep's milk. Delicious. My little granddaughter didn't like it at all yesterday. "Sheep yuck!" was his decidedly dismissive comment.
But I won't let that deter me, especially since I'm not getting anything from the cow at all. Except maybe the milk chocolate by the ear. For some time now, I've been struggling with consistently implementing necessary routines.
I usually wash my hair once a week, and I also take a weekly foot bath. I need that to keep my feet moving, and I should also moisturize them daily in winter. I only realize what I've forgotten when they start to hurt. But I could prevent that.
If you know what I mean, then maybe you'll understand. So, tonight it's my feet's turn, and then I'll put this episode in my calendar—we'll see if it works out. By the way, my hair is celebrating its three-week anniversary and is forming little dreadlocks.
I'm already wondering if it's related to turning 75; I have no idea how one feels about that milestone. I hear you say that's a lame excuse, but only a few of my readers have actually reached that age.
It's definitely going to be exciting, because this year I've made peace with winter, among other things, but I'd still like to spend a few more weeks in the south. However, I've planned a trip to Schleswig-Holstein for the last half of March, because I know many people there will be happy to see us again.
Just as today's text is more of an interim summary, so too are today's photos. All that remains is to wish you all the best, whatever you're doing!Lue lisää
Walk in the sunshine
18.–19. tammik., Saksa ⋅ 🌙 1 °C
(English Version Below)
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist nicht nur ein schönes Loblied, sondern beschreibt auch unseren heutigen Sonntag auf dem Land der eiskalten Winde.
Ich wache mit Rückenschmerzen auf. Hatte am Abend noch erstaunt gedacht, dass ich schmerzfrei bin, aber es tunlichst versucht zu vermeiden, mich darüber sehr zu freuen. Zu spät, sagte das Kreuz, und morgens hat die Kälte mich wieder eingefangen.
Also mag ich gar nicht aufstehen und bin froh, dass der Thomas mir nicht nur die frisch gewaschene Bettwäsche bringt, sondern gleich die Hilde mit auf ihren Spaziergang nimmt. Frühstück im Sonnenschein, der von hinten den Bus streichelt.
Dann mein Tagesprogramm abgewickelt. Am Ende sind die Haare frisch gewaschen, ich bin rasiert, und die Post ist erledigt. Es gibt noch ein paar Winterbaustellen, die die dunkle Jahreszeit so mit sich bringt, und die dazu führt, dass ich nicht mehr zum Lesen komme.
Denn abends fehlt mir die Energie und morgens die Zeit. Bei den Kindern ist der Rhythmus eh total hin, weil mein Leben von den Umständen um uns herum bestimmt wird. Aber morgen Nachmittag fahren wir weiter, in unseren alten Lebensstil hinein.
Ich habe gestern zwei superdicke Markknochen gekauft, von denen es heute den Ersten gab. Da wir nicht fahren, tanke ich Strom für die Batterien des Busses. Man solle das ja alle paar Wochen machen, ist aber oft genauso schwierig wie die Reinigung des Schlafapnoegerätes.
Grade in Mitteleuropa ist im Winter Strom und Wasser abgestellt, das macht es nicht leichter. Heute also ist wieder Tag eins, der Thomas kocht mir noch eine Packung Eier für unterwegs, denn grade legen die Hühner fleißig, sodass ich welche mitnehmen kann. Grüne, braune und weiße, sehr lecker. Fast mein Glückstag.
Beim zweiten Spaziergang laufe ich hinterher, sodass Hilde zurückrennen kann, beim dritten bin ich von Anfang an dabei. Da erzählt mir dann meine Tochter, dass Hilde am Morgen mal kurz hinter einer Spur her im Wald verschwunden ist.
Gut, dass ich das erst jetzt erfahre, denn mir hat schon gereicht, dass sie nachmittags nicht zurückkommt, als ich sie rufe, sondern bei den Pferdeäpfeln verbleibt, wie meine Tochter erzählt.
Desto mehr Freiheiten Hilde bekommt, desto ungehorsamer wird sie. Also eiern wir so im Mittelmaß durch unsere Welt, immer in der Hoffnung, die richtige Entscheidung zu treffen.
Nun ist es dunkel. Abendessen, vielleicht eine schöne Musik, aber meist ist es still im Bus. Hilde schläft, ich schreibe, esse noch ne Kleinigkeit, mit Strom auch gerne mal eine heiße Brühe, eine Tasse Tee.
Und es wird Zeit, Gott für diesen schönen Tag zu loben und zu danken.
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From the rising of the sun to its setting is not only a beautiful hymn of praise, but also describes our Sunday today in the land of icy winds.
I wake up with back pain. Last night I was surprised to find myself pain-free, but I tried my best to avoid getting too excited about it. Too late, my back said, and the cold caught up with me again this morning.
So I don't even want to get up and I'm glad that Thomas not only brings me freshly laundered sheets but also takes Hilde along for her walk. Breakfast in the sunshine, which caresses the bus from behind.
Then I get through my day's tasks. In the end, my hair is freshly washed, I'm shaved, and the mail is done. There are still a few winter projects that the dark season brings with it, and which mean I don't have time to read anymore.
Because in the evenings I lack the energy and in the mornings the time. The children's routine is completely disrupted anyway, because my life is dictated by the circumstances around us. But tomorrow afternoon we continue our journey, back to our old way of life.
Yesterday I bought two super-thick marrow bones, and we had the first one today. Since we're not driving, I'm charging the bus's batteries. You're supposed to do that every few weeks, but it's often just as difficult as cleaning the sleep apnea machine.
Especially in Central Europe, the electricity and water are shut off in winter, which doesn't make things any easier. So today is day one again. Thomas is cooking me another pack of eggs for the trip, because the hens are laying diligently right now, so I can take some with me. Green, brown, and white ones—very tasty. Almost my lucky day.
On the second walk, I walk behind so Hilde can run back, but on the third, I'm with her from the start. That's when my daughter tells me that Hilde briefly disappeared into the woods this morning, following a scent trail.
It's a good thing I only find out about that now, because it was already enough that she didn't come back in the afternoon when I called her, but stayed by the horse droppings, as my daughter tells me.
The more freedom Hilde is given, the more disobedient she becomes. So we meander through our world in a state of mediocrity, always hoping to make the right decision.
Now it's dark. Dinner, maybe some nice music, but mostly it's quiet on the bus. Hilde is asleep, I'm writing, having a bite to eat, and with electricity, I might even have some hot broth or a cup of tea.
And it's time to praise and thank God for this beautiful day.Lue lisää
Ehlen
19.–20. tammik., Saksa ⋅ 🌙 0 °C
(English Version Below)
Da ich mich gestern Abend entschieden hatte, noch eine Nacht bei der Tochter zu bleiben, sind wir heute morgen zu einem grandiosen Sonnenaufgang gekommen, und haben mit der Familie noch einen schönen Abschiedsspaziergang gemacht.
Leider hat das aber zur Folge, dass wir heute über dreihundert Kilometer fahren, weil wir nochmal mit meinem Sohn und dem Enkel verabredet sind. Die Beiden machen mit Hilde einen größeren Spaziergang, dann geht mein Sohn arbeiten, und wir relaxen über Mittag auf einem Parkplatz, bis die Mutter von Kleinen Feierabend hat.
Hilde ist heute überraschend still. Kein Bellen bei den Abschieden, zurückgezogen liegt sie hinten im Bus während der Fahrt zum Gebiet um den Dörnberg, wo wir heute übernachten. Nach so einer Woche mit vielen Aktionen brauchen wir den Rückzug im blauen Bus. Andererseits fällt es aber auch zunehmend schwer aufzubrechen, und vielleicht ist Hilde auch ein bisschen wehmütig.
Bei einem Spaziergang unterwegs geht die Sonne unter. Wunderschön. Der Himmel über Kassel leuchtet bonbonfarben rötlich, als wir ankommen, ist es dunkel.
Ein letzter, kleiner Spaziergang mit drei unterschiedlichen Hundebegegnungen, wobei die letzte so lautstark ist, dass mein Nachbar aus Leipzig fragt, ob alles in Ordnung sei. Fünf Camper stehen hier, einer ist ganz exotisch.
Als wir heute ankommen, ziehe ich als erstes die Stützstrümpfe aus, weil sich an der Ferse die Haut entzündet hat, und behandele die trockene Haut mit Allpresan, einer Schaumcreme. Gesunde Füße sind eine Gnade, ich bin schon froh, wenn sich keine Haut öffnet, wie vor einigen Jahren, als es zwei Monate gebraucht hat in Portugal, bis die Wunde verheilt war.
Ich bedanke mich morgens bei jedem Schlafplatz für die ungestörte Nacht, und jeden Abend für den guten Tag, den wir behütet erlebt haben.
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Since I decided last night to stay another night with my daughter, we arrived this morning to a magnificent sunrise and took a lovely farewell walk with the family.
Unfortunately, this means we're driving over 300 kilometers today because we're meeting up with my son and grandson again. They're taking Hilde for a long walk, then my son goes to work, and we relax in a parking lot over lunchtime until the little one's mother finishes work.
Hilde is surprisingly quiet today. No barking at goodbyes, and she lies quietly in the back of the van during the drive to the area around Dörnberg, where we're spending the night. After such an eventful week, we need the peace and quiet of our blue van. On the other hand, it's also becoming increasingly difficult to leave, and perhaps Hilde is feeling a little wistful.
During a walk along the way, the sun sets. Beautiful. The sky over Kassel glows a candy-colored reddish hue; by the time we arrive, it's dark.
One last short walk with three different dog encounters, the last of which is so loud that my neighbor from Leipzig asks if everything is alright. Five campers are parked here, one of them quite exotic.
When we arrived today, the first thing I did was take off my compression stockings because the skin on my heel was inflamed, and I treated the dry skin with Allpresan, a foaming cream. Healthy feet are a blessing; I'm just glad when the skin doesn't split open, like it did a few years ago when it took two months in Portugal for the wound to heal.
In the mornings, I thanked each place I slept for the undisturbed night, and every evening for the wonderful day we spent in safety.Lue lisää
Cows Cows
21. tammikuuta, Saksa ⋅ 🌙 -2 °C
(English Version Below)
Heute Abend ist mir die Zeit weggelaufen. Plötzlich ist es viertel nach acht, und ich bin drei Stunden mit den Medikamenten überfällig. Ich habe das gar nicht gemerkt, wir sind zwar nach sechs Uhr zum Bauernhof in Vielbach gekommen, noch ein längeres Schwätzchen, dann den Bus für die Nacht fertiggemacht. Und plötzlich ist es spät.
Der Körper reagiert, ich messe den Blutdruck und meine "Herzkurve" zeigt ein merkwürdiges Bild. Nicht eindeutig, aber ich glaube, es ist gut, dass mir die liebe Carmen heute Bananen mitgebracht hat. Vielleicht ist mein Kaliumhaushalt ein bisschen niedrig.
Mache mir einige belegte Zwiebackstücke und ne heiße Brühe, langsam geht es mir besser. Während ich esse, bin ich auf den YouTube Kanal von Finnian Garvey gestoßen, dem ich schon lange auf Instagram folge. Sein neuestes Projekt ist eine Winterwanderung durch Skandinavien, die er am vorletzten Tag des letzten Jahres gestartet hat. Unterhaltsame, kleine Videos, es gibt erst sechs Folgen, also früh genug, um einzusteigen.
https://youtu.be/WXym9sl_JwA?si=UQbsbv5ORhmwQAgQ
Am Morgen fahren wir hoch zu den Helfgensteinen am Dörnberg. Am oberen Stellplatz hat einer übernachtet, vor dem Kurhaus steht ein Tankwagen. Wir parken am unteren Platz, und machen den kleinen Frühstücksspaziergang, damit Hilde Medizin bekommt, und bis zum Besuch von der lieben Silke ein Schläfchen machen kann.
Zusammen spazieren wir langsam auf das sonntägliche Flugplatzgelände, in dem sonst Kühe weiden, denen es aktuell zu kalt ist. Hilde kann frei laufen, der einzige Wanderer, der uns begegnet, mag Hunde.
Wie immer, bringt mir Silke was Leckeres vom Bäcker mit, wir sitzen im Bus und genießen unser Gespräch. Eine Autostunde später ist die Carmen unser Gast in Treysa. Das liegt auf unserem Weg und ist eine schöne Gelegenheit, uns wiederzusehen.
Weiter fahren wir über die Landstraße. Streifen Marburg, Gießen, Herborn, und fahren durch kleine Dörfer, in denen ich noch nie gewesen bin. Viel Fachwerk, Schnee in den schattigen Niederungen, grünes Gras im Sonnenschein.
Ein grandioser Sonnenuntergang im Westen, und kurz vorm letzten Licht ein Spaziergang hinter einem kleinen Dorf, das über einen Hügel entfernt ist.
Es ist schon dunkel, als wir ankommen, und jetzt ist es Nacht. Für Polarlichter hat die Energie des Sonnensturms heute nicht mehr ausgereicht, zudem ziehen Wolken auf, im Verhältnis zu gestern ist die Luft mild. Vielleicht die Ruhe vor dem Sturm. Oder gar der Frühling auf leisen Pfoten. Na, das wäre doch ein bisschen früh.
---Time just slipped away from me tonight. Suddenly it's a quarter past eight, and I'm three hours late with my medication. I hadn't even noticed; we arrived at the farm in Vielbach after six, had a long chat, then got the bus ready for the night. And suddenly it's late.
My body is reacting; I check my blood pressure, and my heart rate variability is showing a strange pattern. Not clear-cut, but I think it's a good thing dear Carmen brought me bananas today. Perhaps my potassium levels are a bit low.
I make myself some open-faced sandwiches and a hot broth; I'm slowly feeling better. While I'm eating, I stumbled across Finnian Garvey's YouTube channel, whom I've been following on Instagram for a long time. His latest project is a winter hike through Scandinavia, which he started on the penultimate day of last year. Entertaining, short videos; there are only six episodes so far, so it's early enough to jump in.
https://youtu.be/WXym9sl_JwA?si=UQbsbv5ORhmwQAgQ
In the morning, we drive up to the Helfgenstein rocks near Dörnberg. Someone has spent the night at the upper campsite, and there's a tanker truck parked in front of the spa building. We park in the lower parking area and take a short breakfast walk so Hilde can get her medicine and have a nap before our dear friend Silke arrives.
Together we stroll slowly onto the Sunday airfield, where cows usually graze, but it's currently too cold for them. Hilde can run free; the only other hiker we encounter likes dogs.
Together we stroll slowly onto the Sunday airfield, where cows usually graze, but it's currently too cold for them. Hilde can run free; the only hiker we encounter likes dogs.
As always, Silke brings me something delicious from the bakery. We sit on the bus and enjoy our conversation. An hour's drive later, Carmen is our guest in Treysa. It's on our route and a nice opportunity to see each other again.
We continue along the country road, passing Marburg, Gießen, and Herborn, and driving through small villages I've never been to before. Lots of half-timbered houses, snow in the shady lowlands, green grass in the sunshine.
A magnificent sunset in the west, and just before the last light fades, a walk behind a small village, tucked away over a hill.
It's already dark when we arrive, and now it's night. The solar storm didn't produce enough energy for the Northern Lights today, and clouds are gathering. Compared to yesterday, the air is mild. Perhaps the calm before the storm. Or even spring on silent paws. Well, that would be a bit early.Lue lisää
Vielbach
22. tammikuuta, Saksa ⋅ 🌙 -2 °C
(English Version Below)
Heute gibt es einen Bustag mit diversen Putzaktivitäten, etlichen Spaziergängen, einem lieben Besuch aus der Umgebung, viel Sonne, aber auch genügend Kälte in der Luft.
Da darf sie auch gerne sein, solange wir Menschen darauf achten, sie aus unserem Miteinander fern zu halten.
Es gibt ein paar Bilder von Heute, die einen kleinen Eindruck von den letzten zwölf Stunden geben. Wir sind beide müde. Ist schon überraschend, mit wie wenig Energieaufwand ich ausgepowert bin.
Hilde hat den ganzen Tag mit einem Markknochen gekämpft, während ich den Bus umgeräumt habe. Na gut, ein bisschen habe ich auch nachgedacht, aber zum Lesen bin ich tatsächlich nicht gekommen.
Heute möchte ich mal mit einem kleinen Gedanken von Anselm Grün den Text beenden. "Gerade weil unser irdische Leben nur ein kurzer Augenblick ist, sollen wir es achtsam und bewusst leben. Es geht nicht darum, möglichst viel in dieser kurzen Zeit zu leisten, sondern möglichst intensiv zu leben."
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Today is a bus day with various cleaning activities, several walks, a lovely visit from the surrounding area, plenty of sunshine, but also enough cold air.
She's welcome to be there, as long as we humans take care to keep her away from our interactions.
Here are a few pictures from today that give a small glimpse into the last twelve hours. We're both tired. It's surprising how little energy it takes for me to get exhausted.
Hilde spent the whole day wrestling with a marrow bone while I rearranged the bus. Well, okay, I did a little thinking, but I didn't actually get around to reading.
Today I'd like to end this post with a short thought from Anselm Grün: "Precisely because our earthly life is only a brief moment, we should live it mindfully and consciously. It's not about accomplishing as much as possible in this short time, but about living as intensely as possible."Lue lisää
Kraftsolms
23. tammikuuta, Saksa ⋅ ☀️ 2 °C
(English Version Below)
Mein Besuch in Kraftsolms. Das Grab der Eltern wurde vor ein paar Jahren aufgelöst, das letzte Klassentreffen der Realschule war vor zehn Jahren. Es gab eigentlich keinen Grund, hierher zu fahren.
Vor einigen Wochen hat eine junge Frau, die in einem Wohnwagen lebt, das Video über unser Leben aus dem Jahr 2018 gesehen, und meinen Newsletter im Homeblog abonniert. Daraus hat sich ein Schriftwechsel ergeben, in dem ich eine Begegnung angeboten hatte, weil ich wußte, dass ich zwischen Vielbach und Frankfurt unterwegs sein würde.
Sie nannte mir einen Ort, der nicht weit von Butzbach entfernt ist, sodass ich dann zu meiner Überraschung gesehen habe, wir würden durch Kraftsolms fahren. Hier habe ich knapp zwei Jahre gelebt, in der Wohnung meiner Eltern, die zugereist waren, und diesen Status trotz ihres zwanzigjährigen Aufenthalt nie ändern konnten.
Im Gegensatz zu meinen Klassenkameraden, die wir dann besucht haben, und knapp hundert Meter Luftlinie entfernt leben. Entscheidende hundert Meter zwischen Alt und Neu. So ist das oft im Leben, ein paar Meter zeigen an, ob du in oder out bist.
Tatsächlich war ich von klein auf oft out. Bei Ballspielen in der Schule würde ich am Ende gewählt, an vielen Orten war und bin ich der Fremde, der immer ein Stück abseits steht. In Hessen kannten sich die Mitschüler alle schon, als ich mit zwölf Jahren neu in der Klasse stand, später in Kraftsolms beim Fußball sprachen alle in einem Slang, den ich nicht verstanden habe.
In Köln beim Studium war ich einer von vielen, wenngleich einer der auffälligsten in eine Menge bunter Menschen. Und als ich sch Braunschweig kam, war ich der Freund, später der Ehemann, danach der Geschiedene jetzt der Reisende.
Das ist hier keine Aufzählung darüber, wie schlecht es mir geht oder gegangen ist. Im Gegenteil habe ich mich überall im Rahmen der Möglichkeiten eingebracht, durchaus wohlgefühlt. Nein, eben beim Frühstück kommt mir der Gedanke, was Heimat ausmacht.
Am Anfang unserer Reise habe ich mich schon in fast einem Dutzend Texten mit dieser Frage auseinandergesetzt, aber erst heute ist mir der entscheidende Gedanke gekommen. Die Schulkameraden, die wir gestern besucht haben, kennen sich fast ihr ganzes Leben lang, sind über Jahrzehnte verheiratet. Ihre Liebe war mit 16 Jahren schon so groß, dass der Mann im ersten Jahr Gymnasium mit mir hängen geblieben ist, um mit seiner Freundin wieder in einer Klasse zu sein, die einen kleinen schulischen Ausflug gemacht hatte.
Ich bin in Solingen geboren und bis zu meinem sechsten Geburtstag waren wir dort schon dreimal umgezogen, haben in verschiedenen Stadtteilen gelebt, bis wir in die Spichernstrasse in Merscheid gekommen sind, wo ich eingeschult wurde und tatsächlich eigene Freunde gefunden habe, die auch dort lebten.
Besonders mit Reinhard, der mit seiner Familie in der Nachbarwohnung lebte, war ich ganz eng verbunden. Sechs Jahre lang, dann sind meine Eltern aus beruflichen Gründen nach Braunfels gezogen. Hundertfünfzig Kilometer entfernt, für uns damals weiter als der Mond weg.
Ich habe Reinhard nie mehr gesehen, aber wenn ich über Heimat nachdenke, dann hat er den Unterschied gemacht. Heute sitzen wir mitten in Kraftsolms zum Frühstück auf einem Parkplatz. Das könnte auch ein Ort irgendwo in Europa sein, an dem ich mich genauso wohlfühle mit der Hilde auf dem Fahrersitz und dem blauen Bus in Sonnenschein.
Ich habe keinen Grund zu klagen. Tatsächlich bin ich meinen Eltern dankbar, dass sie mich so heimatlos gemacht haben, wie sie immer heimatlos waren. Sie haben nie ihr Schicksal beklagt, haben die Wendungen und Verirrungen ihres Lebens hingenommen, waren immer offen und freundlich anderen Menschen gegenüber, obwohl ihr Weg von Enttäuschungen gezeichnet war.
Im Gegensatz zu ihnen habe ich mein Leben bewusst in die Hand genommen, bin aufgebrochen in die Welt, um in ihr mein Leben zu genießen. Habe mich bewusst abseits gestellt, um einen anderen Blick auf die Situation zu bekommen, und habe auf eine besonders schöne Art eine Heimat in mir gefunden.
Und tatsächlich bin ich, sind wir, eigentlich überall willkommen, vielleicht auch, weil wir nicht bleiben. Aber das ist eine andere Geschichte. Nimm dein Leben in Hand und mach was draus. Das ist mein Fazit an einem Ort, in dem ich mal gelebt habe.
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My visit to Kraftsolms. My parents' grave was cleared a few years ago, and the last class reunion of my secondary school was ten years ago. There was really no reason to come here.
A few weeks ago, a young woman living in a caravan saw the video about our life from 2018 and subscribed to my newsletter on my home blog. This led to an exchange of messages, in which I offered to meet up, knowing I'd be traveling between Vielbach and Frankfurt.
She suggested a place not far from Butzbach, so to my surprise, I saw we were driving through Kraftsolms. I lived there for almost two years, in my parents' apartment. They had moved to the area and, despite living there for twenty years, had never been able to change their residency status.
Unlike my classmates, whom we later visited, who live just a hundred meters away as the crow flies. A crucial hundred meters between old and new. That's often how it is in life; a few meters can determine whether you're in or out.
In fact, I was often an outsider from a young age. In school ball games, I was always picked last. In many places, I was, and still am, the outsider, always standing a little apart. In Hesse, all my classmates already knew each other when I was twelve years old and new to the class; later in Kraftsolms, playing football, everyone spoke in a slang that I didn't understand.
In Cologne, while studying, I was one of many, albeit one of the most noticeable among a diverse group of people. And when I came to Braunschweig, I was the boyfriend, later the husband, then the divorcee, and now the traveler.
This isn't a list of how badly I'm doing or have been doing. On the contrary, I've contributed wherever I could and felt quite at home. No, it was just at breakfast that the thought occurred to me: what constitutes home?
At the beginning of our journey, I already grappled with this question in almost a dozen writings, but only today did the crucial insight come to me. The schoolmates we visited yesterday have known each other almost their entire lives and have been married for decades. Their love was so strong when they were 16 that the husband stayed on with me in the first year of high school so he and his girlfriend could be in the same class again, which had gone on a short school trip.
I was born in Solingen and by my sixth birthday we had already moved three times, living in different parts of the city, until we came to Spichernstrasse in Merscheid, where I started school and actually found my own friends who also lived there.
I was especially close to Reinhard, who lived with his family in the apartment next door. For six years, then my parents moved to Braunfels for work. One hundred and fifty kilometers away, which back then seemed farther than the moon.
I never saw Reinhard again, but when I think about home, he made all the difference. Today, we're sitting in a parking lot in the middle of Kraftsolms, having breakfast. This could be anywhere in Europe, and I feel just as comfortable there with Hilde in the driver's seat and the blue bus bathed in sunshine.
I have no reason to complain. In fact, I'm grateful to my parents for making me feel as rootless as they always were. They never lamented their fate, accepted the twists and turns of their lives, and were always open and friendly to others, even though their path was marked by disappointments.
Unlike them, I consciously took charge of my life, set out into the world to enjoy it. I deliberately distanced myself to gain a different perspective on the situation, and in a particularly beautiful way found a home within myself.
And in fact, I, we, are welcome almost everywhere, perhaps also because we don't stay. But that's another story. Take your life into your own hands and make something of it. That's my conclusion from a place where I once lived.Lue lisää

MatkaajaSo warst du schon immer irgendwie ein Reisender… Ich wurde im Sportunterricht auch immer erst am Schluss gewählt. In meiner Schulzeit war ich total still und schüchtern und dadurch quasi nicht vorhanden. Deswegen hat mich natürlich auch niemand wahrgenommen oder nur Wenige oder nur am Rande. Erst in der Oberstufe taute ich allmählich mehr auf.
Lorsch
24. tammikuuta, Saksa ⋅ ⛅ 0 °C
(English Version Below)
Kaum, dass du aus Kraftsolms raus fährst, findet sich gleich links der Abzweig zu einem koptischen Kloster bei Kröffelbach. Ich bin da noch nie abgebogen, und auch heute muss ich erst durch den Ort fahren, um beim Tennisplatz erstaunt anzuhalten.
Von einem Moment zum anderen meine ich, mich über Grenzen hinweg versetzt zu haben. Nicht das Märchenschloss aus Tausendundeiner Nacht, aber doch ein Gebäude mit einer besonderen Stimmung, zumal die Sonne gerade übers Dach lugt.
Wir sind mitten in Hessen und begegnen koptischen Christen, da muss ich erstmal überlegen, um eine Verbindung herzustellen, zumindest zum Hintergrund.
"Koptische Christen sind die Ureinwohner Ägyptens, die der koptisch-orthodoxen Kirche angehören, einer der ältesten Kirchen der Welt, gegründet vom Apostel Markus. Sie sehen sich als direkte Nachfahren der alten Ägypter, haben eine einzigartige Kultur mit koptischer Sprache und Traditionen und feiern Weihnachten am 7. Januar. Weltweit gibt es etwa 15 Millionen Kopten." (KI)
Auf ihrer Homepage sagt die hiesige Niederlassung, "Es ist ein Haus des Gebetes und der Meditation und bietet eine Herberge für die Mönche...Sep. 2002 Gründung des Instituts für Koptisch- Orthodoxe Theologie. Die Studienzeit beträgt 4 Jahre. Mittlerweile studieren in Kröffelbach 50 Frauen und Männer."
https://share.google/LOesuuTh2dYXVYmhJ
Wir haben uns noch von unserer Leserin verabschiedet, die auf ihre Art ebenfalls dauerhaft unterwegs ist, wenngleich sie in einem Wohnwagen lebt und arbeitet. Zum Abschied schenkt sie mir ein leckeres Stück Kuchen und eine kleine, persönliche Erinnerung, die uns auf den Reisen beschützen soll.
Diese Begegnungen tragen eine besondere Tiefe in sich. Manchmal bleiben sie einmalig in meinem Leben, ein anderes Mal führen sie zu einem Wiedersehen, manchmal zu einer freundschaftlichen Verbindung, oder gar zu einer gemeinsamen Reise.
Immer sind sie überraschend, denn in Mitteleuropa sind wir es nicht so gewohnt, einander einladend zu begegnen. Und ich weiß nicht, bei wie vielen Reisenden in anderen Kontinenten die Erfahrung der einladenden Begegnungen auch dazu führt, dass sie nach der Rückkehr in Europa diese Kultur in ihr Leben übernehmen.
Wann hast du deinen türkischen Nachbarn, den arabischen Arbeitskollegen oder die afrikanische Besucherin in deine Wohnung zum Tee eingeladen!
Wir fahren durch den kalten Taunus. Zum Freitag ist viel Verkehr, jeder hat's eilig. Irgendwann auf der Höhe von Pfungstadt finden wir einen Feldweg, an dem wir parken können. Die Sonne hat den Boden aufgeweicht, der sich gleich an Hilde's Fersen hängt, sodass wir den ganzen Abend miteinander beschäftigt sind, zwischen den Ballen den Lehm und die kleinen Steine zu entfernen.
Keine ungefährliche Arbeit für meine Hände, denn die Hilde hat die Lefzen oben und knurrt permanent. Aber der Ton ist anders, als wenn ich ihr einen Knochen wegnehmen will, sodass ich ruhig weitermache.
Wir übernachten in Lorsch, auf dem bezahlten Stellplatz stehen ein dutzend Fahrzeuge, die Nacht ist feucht und kalt, der Morgen erwacht mit Sonnenschein und einem kleinen Spaziergang.
Wir frühstücken, Hilde legt sich wieder schlafen, ich schreibe eine Geschichte. Die Augen jucken, der erste zarte Hauch von Haselnusspollen und Erle ist in der Luft, fast könnte man ahnen, der Frühling habe den Winter satt.
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As soon as you leave Kraftsolms, you'll find the turnoff to a Coptic monastery near Kröffelbach on the left. I've never turned there before, and even today I have to drive through the village first to stop in surprise at the tennis court.
From one moment to the next, I feel as if I've been transported across borders. Not the fairytale castle from One Thousand and One Nights, but a building with a special atmosphere, especially as the sun peeks over the roof.
We're in the heart of Hesse and encountering Coptic Christians, so I have to think for a moment to make a connection, at least to their background.
"Coptic Christians are the indigenous people of Egypt who belong to the Coptic Orthodox Church, one of the oldest churches in the world, founded by the Apostle Mark. They see themselves as direct descendants of the ancient Egyptians, have a unique culture with a Coptic language and traditions, and celebrate Christmas on January 7th. There are approximately 15 million Copts worldwide." (KI)
On its website, the local branch states, "It is a house of prayer and meditation and provides accommodation for monks... The Institute for Coptic Orthodox Theology was founded in September 2002. The course of study lasts four years. Currently, 50 women and men are studying in Kröffelbach."
https://share.google/LOesuuTh2dYXVYmhJ
We said goodbye to our reader, who, in her own way, is also constantly on the move, even though she lives and works in a caravan. As a parting gift, she gave me a delicious piece of cake and a small, personal memento meant to protect us on our travels.
These encounters have a special depth to them. Sometimes they remain a one-off in my life, other times they lead to a reunion, sometimes to a friendship, or even to a trip together.
They are always surprising, because in Central Europe we aren't so accustomed to welcoming one another. And I don't know how many travelers on other continents, after experiencing these welcoming encounters, adopt this culture into their lives upon returning to Europe.
When was the last time you invited your Turkish neighbor, your Arab colleague, or your African visitor into your home for tea?
We drive through the cold Taunus region. It's Friday, and there's a lot of traffic; everyone's in a hurry. Somewhere near Pfungstadt, we find a dirt track where we can park. The sun has softened the ground, which immediately clings to Hilde's heels, so we spend the whole evening together removing the clay and small stones from between her hooves.
It's not exactly safe work for my hands, because Hilde has her lips curled back and is constantly growling. But the sound is different from when I'm trying to take a bone away from her, so I calmly continue.
We spend the night in Lorsch. There are a dozen vehicles in the paid parking area. The night is damp and cold, and the morning dawns with sunshine and a short walk.
We have breakfast, Hilde goes back to sleep, and I write a story. My eyes itch, the first delicate scent of hazel pollen and alder is in the air—you could almost sense that spring has had enough of winter.Lue lisää

MatkaajaDas mit der einladenden Gastfreundschaft und Freundlichkeit fällt uns auch immer wieder so auf… An Silvester haben wir zum Beispiel mit italienischen Nachbarn auf dem Platz gefeiert, weil sie sehr einladend und kontaktfreudig waren und uns mit einbezogen haben. Unsere deutschen Nachbarn haben wir gar nicht gesehen.
Neulingen
25. tammikuuta, Saksa ⋅ ☁️ -1 °C
(English Version Below)
Sonntag morgen in Neulingen. Es hat gefroren in der Nacht auf dem kleinen Stellplatz mitten im Ort, wo wir uns mit Brigitte und ihren Hunden getroffen haben, um eine Woche zusammen zu reisen.
Beinahe wäre daraus nichts geworden, weil ich - fast - aus heiterem Himmel eine Blasenentzündung bekommen habe. Fast ist nicht richtig, denn ich habe es kommen sehen. In den letzten drei Tagen vorher mochte ich nicht viel trinken. Es war mir zuwider. Egal welches Getränk, nichts hat mich angesprochen. Lediglich das Fitline für die Medikamente, und hier und da ne Tasse Tee, aber eben tagsüber kaum.
Als wir mittags unterwegs sind, fühle ich mich schon krank. Die Augen tränen, die Nase läuft, ich möchte am liebsten schlafen. Also halten wir an, gehen spazieren, und ich ruhe aus. Dann passiert es. Schmerzen.
Plötzlich kann ich trinken. Zwei Liter in einer halben Stunde, davon eine halbe Flasche Apfelsaft, die die ganze Situation noch verschlimmert. Blasentee, ich habe kein Fieber, keine Schmerzen, außer den üblichen Rückenschmerzen. Aber ich bekomme beim Spaziergang Wadenkrämpfe im rechten Bein.
Kontakt mit dem Reisedoktor, wir sprechen die Situation durch, falls es schlimmer werden würde, Brigitte könnte auf Hilde aufpassen, sofern ich zum Arzt oder ins Krankenhaus muss.
Ich bin wiederholt so dankbar, wie Gott das regelt, dass gerade jetzt jemand da ist. So wie in Schottland oder in NRW. Vorhofflimmern und Lungenembolie.
Aber ich überlege auch, was mir die Situation sagen will. In allem steckt ein Sinn, sei es in Vertrauen, sei es in einer Perspektive, die ich heute noch nicht erkennen kann.
In der Nacht entspannt sich meine Situation, es hat gefroren, wir haben gut geschlafen.
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Sunday morning in Neulingen. It had frozen overnight at the small parking area in the middle of town where we met Brigitte and her dogs to travel together for a week.
It almost didn't happen because I got a bladder infection almost out of the blue. Almost isn't quite right, because I saw it coming. For the three days prior, I didn't feel like drinking much. It was repulsive. No matter what kind of drink appealed to me. Just the Fitline for my medication, and the occasional cup of tea, but hardly anything during the day.
When we were out for lunch, I already felt sick. My eyes were watering, my nose was running, and I just wanted to sleep. So we stopped, went for a walk, and I rested. Then it happened. Pain.
Suddenly, I could drink. Two liters in half an hour, including half a bottle of apple juice, which made the whole situation even worse. I drank bladder tea; I had no fever, no pain, except for the usual backache. But I got calf cramps in my right leg during the walk.
I contacted the travel doctor, and we discussed the situation. In case it got worse, Brigitte could look after Hilde if I needed to see a doctor or go to the hospital.
I am repeatedly so grateful for how God arranges things, that someone is there right now. Just like in Scotland or in North Rhine-Westphalia. Atrial fibrillation and pulmonary embolism.
But I also consider what the situation is trying to tell me. There's meaning in everything, be it in trust, or in a perspective I can't yet see.
My situation eased during the night; it was freezing, and we slept well.Lue lisää
Rheinzabern
26. tammikuuta, Saksa ⋅ ☁️ 3 °C
(English Version Below)
Wir haben Strom. Stehen auf grünem Rasen. Die Standheizung läuft. Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages. Und das komplette Gegenteil der gestrigen Erlebnisse.
Eine schöne Fahrt durch Dörfer voller Fachwerk, und Orte mit einem Schloß in der Mitte. In einem Waldstück parken wir zum Nachmittag, die Hunde erfreuen sich eines schönen Spaziergangs, als es leicht anfängt zu schneien.
Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch keiner, wie sich der weitere Abend entwickelt wird, und in welcher rasanten Weise der Schnee das Land lahm legt. Keine halbe Stunde später bleibt der Schnee auf den Straßen und Dächern liegen, die Temperatur sinkt um den Gefrierpunkt.
Hinter Nürtingen geht die Straße nur siebzig Meter höher, aber die ersten Rutschpartien beginnen. Oben angekommen, ist der Gegenverkehr erstmal ausgeblieben. Der Ort Reudern verschwindet unter dem Schneegestöber, am Ortsende signalisiert der Navi rot einen langen Stau.
Kurz entschlossen nutzen wir die letzte Gelegenheit, um zu drehen, zumal von Kirchheim her der Verkehr wohl jetzt entgültig zum Erliegen gekommen ist. Kaum sind wir auf dem Parkplatz vom Landgasthof angekommen, passieren Polizei und Feuerwehr eilig den Ort.
Der Schnee fällt und fällt, schnell sind es zehn Zentimeter, wir machen die Fahrzeuge nachtfertig. Ich will grade Wasser kochen, da schaltet das Display auf schwarz, der Umwandler gibt einige piepsige Töne von sich. Dann ist Stille und Nacht.
Das elektrische Innensystem hat den Geist aufgegeben. Kein Strom, kein Licht, keine Power, keine Standheizung. Null Grad und es schneit wie verrückt. Lediglich eine Kerze scheint in die Nacht, die glücklicherweise durch viele Lämpchen erleuchtet ist und mit dem Schnee einen Hauch von Weihnachten verbreitet.
Es wird eine kalte Nacht, ich decke Hilde zu, schlafe in meiner Bekleidung und friere trotzdem. Von der Blasenentzündung her muss ich viel trinken, ohne das Apnoegerät ist mein Schlaf noch oberflächlicher, ich wache etwa jede Stunde auf.
Morgens kommt Hilde unter die Bettdecke, ich ziehe mich an, Brigitte geht mit Hilde kurz raus, dann fährt der blaue Bus in die Werkstatt, damit die Vakuumpumpe gewechselt wird.
Um elf Uhr sind wir fertig, treffen uns mit unseren Freunden auf der Autobahn, es beginnt in großem Maße zu tauen. Mittlerweile weiß ich nach Rücksprache mit unserem lieben Elektriker, dass vermutlich die 80er Sicherung zwischen Laderelais und Batterie den Geist aufgegeben hat. In einer Werkstatt bekomme ich die Bestätigung, auch der Sicherungshalter hat einen Schlag mitbekommen, für den Umbau haben sie kurzfristig keine Zeit.
Also bleibt mir gar nichts anderes übrig, als nochmal in den Norden Deutschlands zu fahren, un den Schaden beheben zu lassen. Da oben ist diese Woche Schneefall angesagt, und zum nächsten Wochenende ein Temperatursturz.
Im Süden Deutschlands sind die Temperaturen über null, der Schnee taut bzw ist am Rhein schon Geschichte. Auf dem Stellplatz haben wir 9000 kW/h, da könnten wir glatt ein Freudenfeuer mit entzünden.
Mit Brigitte und ihren Hunden bleiben wir bis Mittwoch zusammen, dann geht jeder seiner Wege.
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We have electricity. We're parked on a green lawn. The auxiliary heater is working. That's the good news of the day. And the complete opposite of yesterday's experiences.
A beautiful drive through villages full of half-timbered houses and towns with a castle at their center. We park in a wooded area for the afternoon, the dogs enjoying a pleasant walk, when it begins to snow lightly.
At this point, no one suspects how the rest of the evening will unfold, and how rapidly the snow will paralyze the country. Less than half an hour later, the snow is stuck to the roads and roofs, and the temperature drops to around freezing.
Beyond Nürtingen, the road only climbs seventy meters, but the first slippery sections begin. Once at the top, there's no oncoming traffic for a while. The village of Reudern disappears under the snow flurry, and at the edge of town, the GPS indicates a long traffic jam.
On a whim, we seize the last opportunity to turn around, especially since traffic from Kirchheim has apparently come to a complete standstill. We've barely arrived at the parking lot of the country inn when the police and fire department hurriedly pass through the village.
The snow keeps falling, quickly reaching ten centimeters. We're getting the vehicles ready for the night. I'm just about to boil some water when the display goes black, and the inverter emits a few beeps. Then there's silence and night.
The interior electrical system has given up the ghost. No electricity, no lights, no power, no auxiliary heater. Zero degrees Celsius, and it's snowing like crazy. Only a single candle shines into the night, thankfully illuminated by many small lights, spreading a touch of Christmas with the snow.
It's going to be a cold night. I cover Hilde up, sleep in my clothes, and still shiver. Because of the bladder infection, I have to drink a lot. Without the apnea machine, my sleep is even more superficial; I wake up about every hour.
In the morning, Hilde goes under the covers, I get dressed, Brigitte takes Hilde out for a short walk, and then the blue van goes to the garage to have the vacuum pump replaced.
We finished at 11:00 AM and met up with our friends on the motorway. The ground was starting to thaw significantly. After consulting with our friendly electrician, I now know that the 80A fuse between the charging relay and the battery has probably blown. A garage confirmed this; the fuse holder was also damaged, but they didn't have time to replace it on short notice.
So, I have no choice but to drive back up to northern Germany to get the damage repaired. Snow is forecast up there this week, with a sharp drop in temperature expected next weekend.
In southern Germany, temperatures are above freezing, and the snow is melting, or rather, it's already gone along the Rhine. We have 9000 kWh of electricity at the campsite; we could practically light a bonfire with it.
We'll stay with Brigitte and her dogs until Wednesday, then we'll each go our separate ways.Lue lisää

Matkaaja
Komm gut durch den Schnee! Bei uns zu Hause findet in den Schulen kein Unterricht statt und auf den Straßen ist der Verkehr teilweise zum Erliegen gekommen. Gute Besserung auch bezüglich deiner Blasenentzündung und alles Gute für den Werkstatttermin! 🙏 Da kommt ja gerade Einiges zusammen… Die Schneebilder sehen aber toll aus!

































































































































































































Matkaaja
Ein interessantes Kunstwerk und Projekt!
MatkaajaGuten morgen
MatkaajaIch folge dir schon eine ganze Zeit. Hast du mal darüber nachgedacht, einen Reiseführer zu schreiben?
MatkaajaEs gibt zwei Bücher mit Geschichten von uns aus den Anfängen unserer Reise. Den ersten Band kann ich dir als PDF per Mail schenken. Den zweiten Band kannst du bei mir kaufen. Einen Reiseführer über die schönsten Orte könnte ich nicht schreiben, weil es so viele sind, ich mich aber vielleicht gar nicht mehr so richtig an jeden einzelnen Ort erinnern kann.