Canada
Newfoundland and Labrador

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Top 10 Travel Destinations Newfoundland and Labrador

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73 travelers at this place

  • Day107

    Ende Chapter II - Neufundland

    May 23, 2019 in Canada ⋅ 🌬 5 °C

    Das Kapitel Neufundland neigt sich dem Ende zu. Ich sitze hier im Ferry-Terminal in Port aux Basques in der Sonne und warte auf die Abfahrt des Schiffes. Nur noch 4 Stunden bis Abfahrt.

    Wir verbringen die zweite Nacht auf dem Campingplatz im Auto. Betti und ich machen es uns mit zurückgefahrenen Sitzen bequem. Auch wenn meine Matte und der Schlafsack den Härtetest 0°C bestanden haben, ist es doch irgendwie angenehmer zu wissen, dass ich im Notfall einfach die Sitzheitzung einschalten kann.

    Ich schlafe für meine Verhältnisse relativ lang, und auch gut. Gegen 8:30 machen wir uns auf dem Weg zum Frühstücken. Wir suchen uns ein günstiges Café. 5$ für einen belegten Bagel, 1,60C$ für Kaffee - im Gegensatz zum Vortag, als wir 11C$ für ein Frühstück bezahlt haben wahrlich backpackerfreundlich.

    Das Café schließt einen Souvenierladen und einen kleinen Weihnachtsladen an. Alles ist einfach, aber gut. Die nette Dame hat viele selbstgemachte Marmeladen, eingemachtes Moosefleisch und Fisch im Angebot. Ich gebe mich mit einem Bagel mit Käse & Ei und einer Tarte zufrieden.

    Dann steht der Abschied an. Betti fährt gen Norden, Nick und ich wollen in den Süden (bzw. Westen) zur Fähre hitchhiken. Es ist ein regnerischer Tag, also nicht gerade ideale Bedingungen für hitchhiken. Es dauert etwas bis ein junges Mädel uns einsammelt und 2,5 Stunden nach Corner Brook mitnimmt. Von dort bekommen wir nach einer mir ewig erscheinenden Zeit eine Mitfahrgelegenheit nach Stevensville (irgendwie wollen alle in den Osten) und die letzten 1,5 Stunden sammelt uns ein Schulleiter ein und fährt uns direkt zum Terminal der Fähre. Fazit: Hitchhiken ist nichts für mich. Ich findes es komplette Zeitverschwendung, im freien rumzustehen, und den Daumen bzw. ein Schild in der Luft zu schwingen. Im Bus könnte ich entspannt sitzen und lesen, schlafen, Musik hören, Kreutzworträtsel lösen. Nick meint, es gehe um die Leute. Aber mich persönlich interessiert es gar nicht, was die Leute hier so machen. Auch wenn wir interessante Menschen kennenlernen. Mein Leben wäre genauso erfüllt, hätte ich sie nicht kennengelernt.

    Nichtsdestotrotz war es eine tolle Erfahrung und ich bin wie immer froh, es mal ausprobiert zu haben. Alleine würde ich es allerdings nicht machen.

    So hab ich mir allerdings 50C$ für den Bus gespart, die ich dann anderswo wieder ausgeben kann (bzw. bereits ausgegeben habe, da wir in Gros Morne 2x täglich essen waren).

    Jetzt bin ich froh, hier am Terminal zu sein. Ich hab genug von Neufundland. Ich hatte es mir komplett anders vorgestellt. Mehr wie Irland. Es ist allerdings ganz anders. Das ist auch gut so. Den Dialekt von hier ('yes B'y', 'mi comes home' - das ist schon sehr seltsam und nicht zu vergleichen mit dem niedlichen Irisch oder Schottisch) werde ich ebenso wenig vermissen wie die etwas skurilen Menschen, von denen es hier sehr viele gibt. Ich bin aber sehr froh, hier gewesen zu sein. Es war ne tolle Zeit, ich möchte sie aus vielen Gründen, wegen der Natur, der Leute und wegen der Erfahrungen, die ich sammeln konnte nicht missen.

    Ich freue mich jetzt allerdings auf Kapitel III meiner Reise: Vanlife in Kanada.

    Die einzelnen Berichte über Neufundland, die ich nachträchlich veröffentlichen werde, werden nach Datum eingeschoben. Wer keine Benachrichtigung bekommt, muss suchen ;-)
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  • Day154

    St. Johns / Neufundland

    October 12, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 4 °C

    Musste schnell das Schiff wechseln, von der neuen Greg Mortimer zur Ocean Endeavor. Aber das Ziel bleibt das selbe. Anstatt von Kapstadt geht es jetzt von Kanada aus nach Ushuaia / Südamerika. Mann muss halt flexible sein.Read more

  • Day73

    Oster-Halbmarathon...

    April 19, 2019 in Canada ⋅ ⛅ -1 °C

    ... zum östlichsten Punkt Nordamerikas: Cape Spear

    Deadmans Bay Path & Blackhead Path
    Distanz: 20+ km
    Höhenmeter: +/- 600 m
    Anreise: zu Fuß hin & per Anhalter zurück
    Schuhwerk: Barfußschuhe
    Laufzeit (inkl. Pausen): 4,5 h

    Deadmans Bay Path
    - Fort Amherst (St. John's) to Blackhead -
    ist ein mittelschwerer bis schwieriger mäßig begangener Wanderweg in der Nähe von St. John's, Neufundland
    Distanz: 10,6 km +2 km Abstecher

    Blackhead Path
    - Blackhead to Cape Spear-
    ist ein leichter bis mittelschwerer mäßig begangener Wanderweg in der Nähe von St. John's, Neufundland
    Distanz: 3,7 km

    Mein Körper behält den Rythmus 6 Uhr aufwachen bei. Ich stehe um halb 7 auf, in der Annahme, dass es regnet, schneit und windet. Die Sonne, die zum Fenster hereinscheint beachte ich erst mal nicht, koche Kaffee, mache es mir im Lehnstuhl bequem und fange an, meine Wandertouren zu planen. Irgendwie reizt es mich aber doch, laufen zu gehen. Signal Hill? Nein, da bin ich in 15 Minuten oben, und dann? Hm. Ich beschließe, in Richtung Cape Spear zu laufen. Der Wetterbericht sagt Regen, Schnee & Wind ab 12:30. Zeit genug für eine Tour zu einem Wasserfall, den ich auf maps.me auf dem ECT Richtung Cape Spear gesehen habe.

    Ich stecke 2 Müsliriegel, nen Apfel, Wasser und meine Kamera ein und um 8:00 starte ich los. Die Straßen sind menschenleer. Es ist 'Good Friday', sicher schlafen alle aus. Um an den ECT zu gelangen, muss ich erst mal 5,7 km durch die Stadt, am Hafen entlang, die unspektakuläre Tour Richtung Fort Amherst.

    Am Einstieg - knapp ne halbe Stunde später - bin ich dann auch eingelaufen und kaum bin ich auf dem Trail, ein paar der zahlreichen Stufen nach oben geflitzt und Blicke auf den gegenüberliegenden 'Signal Hill', fühle ich mich, als könnte ich Berge versetzen. Es liegt noch Schnee und Eis, daher ist etwas Vorsicht geboten (Leguanos haben natürlich keine Probleme ;-) ).

    Der Weg ist toll! Ich kann gar nicht viel rennen, da der Blick über das Meer und hinüber zu den Kaps einfach so umwerfend ist. Die Sonne versteckt sich zwar hinter einer kleinen Nebelglocke, aber das macht die Stimmung umso dramatischer. Der Weg ist gut in Stand gehalten, Steine und Holzstege leiten einen durch die spärrliche Vegetation, vorbei and kleinen Seen. Auf dem Holz sehe ich plötzlich frische Pfotenspuren. Ist das ein Hund? Oder etwa ein Wolf oder Kojote? Hmmmm. Kurz darauf wieder ein paar Pfotenabdrücke. Dann sehe ich einen Mann mit seinem Husky. Ich bin ziemlich erleichtert, überhole die beiden mit einem kurzen Gruß.

    Das Terrain ist ideal zu Trailrunnen und ich flitze wie ein freigelassenes Wildpferd (also so fühle ich mich zumindest) den Pfad auf und ab. Ich komme an eine Weggabelung, von der aus ein kleiner Pfad zu einer Bucht, der 'Gunners Cove' führt. Ich beschließe, den Abstecher zu machen. Vielleicht ist dort der Wasserfall? Oder hab ich diese Abzweigung verpasst? Leider bemerke ich auch, dass keine Speicherkarte in meiner Kamera ist. Warum das keine Warnung seitens des Apparats ausgelöst hat, ist mir Schleierhaft. Also keine Bilder vom Anfang des Trails. Ich setzte die Karte ein (hatte sie in der Jackentasche) und laufe zur 'Gunners Cove'. Der halbstündige Abstecher rentiert sich, wenn man wie ich gerne Wellen gegen Gestein wüten sieht. Ich sitze hier ein paar Minuten, genieße das Rauschen der Wellen und bewundere die Kraft des Wassers. Der Wind ist ziemlich frisch, daher geht es bald wieder zurück auf den Hauptpfad. An der nächsten Weggabelung treffe ich abermals auf den Mann mit seinem Hund. Ich laufe weiter Richtung Cape Split, er entscheidet sich für den kurzen Weg zurück Richtung St. John's.

    Ich befinde mich mittlerweile auf einem Kap mit Blick auf 'Signal Hill' und den Leuchtturm von St. John's. Auch hier peitschen die Wellen gegen die steilen Klippen und ich mache eine kleine Pause. Gefühlt mach ich mehr Pausen als ich Laufe. Kurze Zeit später, zurück auf dem Trail stoße ich zum dritten Mal auf den Mann mit seinem Husky. Wie macht er das?? Ich glaube, er kennt irgendwelche Geheimpfade. Wir unterhalten uns kurz und er bietet mir eine Rückfahrt nach St. John's an, von Blackhead aus, wo er sich von seiner Frau abholen lassen möchte. Wenn meine Füße weiterhin so kalt bleiben, breche ich ab und warte dort auf ihn sage ich und laufe weiter. Eigentlich habe ich aber zwischenzeitlich beschlossen, den Weg nach Cape Spear durchzuziehen. Sind ja nur noch 10 km (haha). Kurze Zeit später, als ich den Wald, durch den ich gerade laufe verlasse, ist es mit einem Mal gefühlt 5 Grad wärmer. Das ist ziemlich angenehm. Meine Finger und Füße sind schon ziemlich eisig mittlerweile.

    Ich treffe auf 4 Wanderer und 2 Hunde. Wenn ich alleine trailrunne bin ich immer froh, wenn ich Leute sehe, falls mir was passiert. Kurz vor Blackhead begegnen mir dann noch 2 Wanderer und ein Trailrunner (mit Camelback und allem drum & dran. Das wäre wirklich nix für mich!).

    Ich trete die letzten 5 km Richtung Cape Spear an. Die Sonne hält sich wacker, aber je weiter ich zum Ziel meines Laufs komme, umso stürmischer wird das Meer. Und dann erblicke ich den Leuchtturm und ne halbe Stunde und spektakuläre Naturschauspiele später, darunter ein Weißkopfseeadler auf der Jagd, erreiche ich den östlichsten Punkt Nordamerikas. Ich blicke hinaus aufs Meer, Richtung Europa. Gegenüber Neufundland liegt Frankreich. Schon faszinierend, wie südlich die östlichen Provinzen Kanadas liegen.

    Es ist mittlerweile 12:30, die Sonne ist komplett verschwunden. Der Wind zwingt mich, meine Jacke anzuziehen (ich laufe wie immer in meiner Merinowolljacke). Ich laufe die Ausblickspunkte ab und endecke tatsächlich einen Eisberg in der Ferne. Die Reisezeit der Eisberge hat also bereits begonnen.

    Jetzt muss ich nur noch eine Fahrgelegenheit finden. Ich laufe zum Parkplatz, der im Moment verlassen scheint, obwohl relativ viele Leute hier sind. Ein älteres Paar steigt auf der Andersen Seite grad in ihr Auto. Ich flitze hinterher und winke ganz wild. Und tatsächlich, sie halten an und kurbeln das Fenster runter (also sie fahren es runter, aber das klingt nicht so gut). Ich frage, ob sie nach St. John's fahren und mich mitnehmen würden. Ja und ja. Juchu! Und sie wohnen auch noch ganz bei mir in der Nähe, d.h. ich werde bis vor die Tür gefahren. Toll. Mein erstes Mal hitchhiken war gar nicht so übel. Die beiden erzählen mir, dass sich bereits Wale eingefunden haben. Meist kommen sie erst im Mai / Juni, aber immer wieder auch schon im April.

    Nach einem kurzen Stopp im Hostel bin ich auch schon wieder auf den Beinen. Jeder sagt mir, an 'Good Friday' muss man Fish n' Chips in einem Pub essen. Da ich noch kein Frühstück hatte und über 20 km gelaufen bin, gönne ich mir das dann auch. 'The Duke' wurde mir schon mehrmals empfohlen. Der Pub ist brechend voll. Da ich alleine bin, quetsche ich mich an die Bar. Das Essen dauert eine Ewigkeit! Ich treffe ein paar Leute vom Salsa und in einer netten Runde vergeht die Wartezeit doch gleich viel schneller. Das Essen ist in der Tat sehr gut!

    Zurück daheim schmeiß ich mich dann endlich aufs Sofa. Am Abend bin ich zum Salsa verabredet. Ein bißchen Ruhe tut den Beinen zwischenrein sicher gut ;-)
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  • Oct16

    Port au Port Peninsula

    October 16, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 8 °C

    Früh ist es sehr frisch auf dem Rad aber die Sonne lacht. Zeit für eine Erkundungstour. Ganz im Westen der Insel gibt es eine Halbinsel die hauptsächlich durch französischstämmige Acadier besiedelt wurde und auch heute ihr kulturelles Erbe wie z.B. Das Brot backen hervorhebt. Auch steht hier die größte Holzkirche in Labrador & Neufundland. Ich muss jedoch zugestehen, ich bin einfach mal der einzige Besucher an diesem Tag und wegen mir werden keine Museen oder Kirchen extra offen gehalten. Zumindest noch nicht wieder. ;)
    Mir bleibt also oftmals nur die spektakuläre Natur. Aber davon gibt es viel und ich teile sie mir ganz allein mit Elchen und Jägern. Damit bin ich beim heutigen Ausflug. Der führt mich in der Morgensonne zuerst in die Gravels. Oftmals hat sich viel loses Gestein hier aufgetürmt. Die Gezeiten legen nun Stück für Stück die wenigen Felsen frei. Und übrig bleiben in der Sonne glänzende Steilküsten und Hoodoos die ein schöner Wanderweg verbindet.
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  • Day57

    Fotos "Morgenstund hat Gold im Mund"

    April 3, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 0 °C

    Signal Hill am Morgen

    In 15 Minuten kann man bereits aufm Gipfel sein. Es gibt dafür super viele Wege; alle relativ kurz, aber wenn man sie zusammenhängt, kann man schon was draus machen.

    Das Johnson GEO CENTRE trägt sicher einiges für die Schönheit des Areals bei. Das Centre ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Erhalt und der Verbesserung der Natur Neufundlands und Labradors verschrieben hat. Ein schönes Gebäude und man kann einiges über die Gegend lernen. Ein bißchen erinnert es mich an die Supernova in Garching. Es ist mit Sicherheit einen Besuch wert.

    https://www.geocentre.ca/
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  • Day63

    Walking the East Coast Trail

    April 9, 2019 in Canada ⋅ ☀️ 0 °C

    Burma Road Trail & Sugarloaf Path, ECT

    Burma Road Trail ist ein wenig begangener, einfacher Rundweg nähe St. John's
    Distanz: 3,5 km
    Höhenmeter: 149 m

    Sugarloaf Path ist ein schwieriger, wenig begangener Wanderweg nähe St. John's
    Distanz: 5,8 km (einfach)
    Höhenmeter: 482 m
    Anreise: zu Fuß
    Schuhwerk: Barfußschuhe

    Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich den letzten Eintrag verfasst habe. Darum gleich zu Anfang: es geht mir gut und ich genieße meine Zeit in St. John's. Das Problem: das Wetter ist zu gut. Ich kam hierher im April mit der Annahme, dass ich erst mal 4 Wochen bei Schnee, -20° und Wind überbrücken muss. Daher war der Plan: Arbeiten, Sport und Bücher lesen. Und nun dieses Dilemma mit der Sonne.

    Ich bin jetzt seit 1 Woche hier und habe gefühlt schon die 200+ Stunden zusammen, die man benötigt, um die Ausbildung zur/m Yogalehrer/in/d zu machen. Einen Monat all-you-can-Yoga für 30 C$ - das ist unschlagbar! Regulär kostet es 150 C$ (20€ vs. 100€).
    Außerdem hab ich unserem Hausberg "Signal Hill" schon einige Besuche abgestattet. Und heute, mit strahlend blauem Himmel und +6° geht es auf den East Coast Trail (ECT).

    Wir starten zu Fuß von unserem Hostel (wie praktisch, dass der ECT durch St. John's führt). 10 Minuten später sind wir am Einstieg des "Burma Road Trail" einem Teilstück des ECT. Der Weg führt am Hafen entlang hinauf zum Signal Hill, auf der Rückseite hinunter nach Quidi Vidi Village und als "Sugarloaf Path" weiter Richtung Norden. Es ist super windig und dadurch gefühlt kälter als gehofft. Geschützt in einer Bucht wirds es allerdings richtig warm. Ich laufe den Weg mit einem Mädel aus dem Hostel, daher trailrunne ich heute nicht und nehme mir auch nicht vor, den ganzen Trail bis nach Bugy Bay zu laufen.

    Kurz nach Quidi Vidi Village treffen wir auf einen netten Neufundländer, der uns tolle Tipps über die Insel gibt - das war der letzte Mensch, den wir auf dem Weg treffen.

    Nach etwa 3 Stunden laufe ich alleine weiter (Skiverletzung meiner Wanderpartnerin). Der Trail ist unglaublich schön und in Gedanken sehe ich mich schon, an meinen nächste freien Tagen ein weites Stück des Weges zu laufen. Ich bin - wie immer wenn ich in der Natur wandere / trailrunne - superglücklich. Bis ich an die Robin Hood Bay gelange. Kurz bevor ich die Bucht erreiche, sehe ich bereits einige Plastiktüten in den Bäumen und Abfall herumliegen. Ich sammle das Zeug ein und stapel es auf einem Haufen. Leider hab ich keine Tüte einstecken. Ich hatte nicht gedacht, dass ich so viel Müll sehen würde. An einem Stück des Trails sind es dann so viele Tüten, dass ich sie nicht mehr einsammle. Und als ich meinen Blick nach oben richte, sehe ich 1000e Tüten in den Bäumen hängen. Und der gesamte Hang ist voll damit. Ich bin entsetzt. Ich weiß gar nicht, wie mir zumute ist.

    Ich trete den Rückweg an. Ich hatte beschlossen, bis 16 Uhr in eine Richtung zu laufen und dann umzudrehen. Aber der Anblick hätte mich ohnehin vertrieben.

    Auf dem Rückweg wird mir dann das Ausmaß bewusst und mich überkommt eine unglaubliche Traurigkeit. Ich entschuldige mich bei den umherfliegenden Möven und Raben, beim Meer, den Bäumen, den Walen und Fischen. Dafür, dass es uns Menschen gibt und wir diese Welt so zerstören (den Teil, dass ich in Tränen ausbreche und schluchzend in schönster Natur sitze, lass ich lieber aus ;-) )

    Ich laufe weiter Richtung "daheim" und bis ich im Hostel ankomme, sind die schlimmsten Gedanken vorbei und die Ruhe und Schönheit der Natur gibt mir wie immer eine innere Ruhe. Ich glaube, ich laufe den ECT trotzdem, auch wenn er an einer Müllhalde vorbeiführt.
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  • Oct16

    Cape St George

    October 16, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 9 °C

    Die Küstenstraße verläuft weiter im stetigen Auf und ab der Klippen. Keine wirklich großen Berge. Dafür schlaucht der Wind vom Meer mal wieder. Für die 50 km brauch inklusive Fotopausen dann auch nur gerade so 5 Stunden. Da merke ich einmal mehr dass das Seeklima rauer ist als im Land. Und ich bin nun mal auf einer Insel. Was soll ich machen? Vorbei an den Hidden Falls geht es gen Westen an das tosende Cap St George. Zum Glück weht der Wind nicht zu kräftig. Die Klippen sind ziemlich eindrucksvoll aber ausnahmsweise hat mal niemand zuerst an Sicherheit gedacht.
    Im Sommer kommen hier viele Zwergwale vorbei und die Klippen ergeben einen idealen Spot zum Beobachten. Ich sehe heute leider keine Wale. Dafür unzählige Tölpel die sich im Flug kopfüber ins Wasser stürzen um Hering zu fischen. Es sind die größten Vögel im Nordatlantik. Und der wunderbare Unterschied. Sie machen nicht so einen Lärm wie die Möwen und sind nicht auf unsere Essensreste trainiert. Das sichert hoffentlich den Bestand noch sehr lange.
    Im gleißenden Sonnenuntergang trete ich den Heimweg wieder an. Die Sonne geht ja immer schon kurz nach sechs unter. Und der Rückweg ist genauso weit. Zudem mit der Dunkelheit wieder der Wind dreht und ich nicht nur im Gegenwind fahren möchte. Da muss ich schnell sein. Eine Disziplin die ich scheinbar verlernt habe. Nach über 100km bei diesem Ausflug ist mir das jedoch auch egal. Fertig mit mir und dem Tag, aber überglücklich dass ich diesen Zwischenstop eingelegt habe komme ich wieder bei meinen Gasteltern an.

    Beide Lehrer. Was für mich neu ist in Neufundland - hier findet ebenso wie man es aus Australien kennt Tele-Untericht statt. Die Gemeinden sind zum Teil zu weit verstreut als dass jede Oberschule alle Fächer abdecken kann. Die fehlenden Lehrer werden dann via Internet zugeschalten. Vielleicht sollten wir uns dem Beispiel in Deutschland annehmen anstatt Unterricht ausfallen zu lassen...
    Dann wären auch wieder mehr junge Menschen über den Pauschalurlaub hinaus in der Lage kreativ zu reisen. =)
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  • Day88

    May the 4th be with you

    May 4, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 6 °C

    ... a couple of hours ago in a country far far away...

    Titel für alle nicht englisch sprechenden, nicht Star Wars Fans: Eisbergsichtung am 4. Mai

    Wow, heute hat der Sommer Einzug gehalten. Sonne und 6° im Plusbereich, persönlich habe ich mindestens 15° gefühlt. Am Nachmittag lassen Ashley & ich uns daher von Todd zum Eisbergschauen chauffieren. Der starke Wind gestern hat wohl einige neue Berge in die Bucht getrieben. Wir fahren zum Leuchtturm zu dem ich vor 2 Tagen gewandert bin. Mit dem blauen Himmel und den roten Büschen ist es ein tolles Farbenspiel. Neufundländer sind - ganz im Gegensatz zu Nova Scotianern - nicht gerade ein sportliches Volk. Und als Todd mich angrinst und meint: "Ist jetzt schon besser als laufen, oder?" schaue ich ihn nur fassungslos an. Nein, ist es nicht. Was hat man davon, im Auto an Eisbergen vorbeizufahren? Und so hüpfe ich kurz darauf aus dem Auto und flitze los, Richtung "Klondike Trail". Den wollte ich ohnehin laufen, warum also nicht heute? Es ist zwar schon 4, aber reinschnuppern geht schon.

    Ich laufe durch eine kleine Siedlung vor Bonavista, vorbei an kleinen Holzhäuschen. Es ist alles ausgestorben. Ein auf einer Terrasse liegender Hund sieht mich. Er springt auf, bellt und ist mit einem Satz auf dem Rasen. Im Galopp heizt er direkt auf mich zu. Und es ist ein Rottweiler. Mir bleibt fast das Herz stehen. Ich bleib wie angewurzelt stehen. Der Hund ist nur noch ein paar Schritte weg. "Stop" sage ich bestimmt. Und, was für ein Glück, der Hund haut die Hacken rein und stoppt gerade noch rechtzeitig, bevor er micht rammt. "Sit" befehle ich. Der Hund sitzt bevor ich mich über mich wundern kann. Ich streichel ihn, sage "Good Boy" und marschiere weiter. Scheint ein harmloser Hund zu sein. Ich möchte trotzdem nicht wissen, wie es jemandem ergangen wäre, der Angst hat vor Hunden. Wahrscheinlich stehen die Leute hier nicht vor dem Problem, weil niemandem einfällt, sich zu Fuß fortzubewegen.

    Ich folge dem Weg weiter, bis er in den Klondike Trail mündet. Dann schlage ich statt dem eigentlichen Weg einen kleinen Pfad ein, da ich vom Kap aus nach Bonavista blicken möchte. Ein kleiner Weg führt dorthin. Ich folge soweit es geht. Es ist ein ziemliches Feuchtgebiet hier und ich sinke oft in das weiche, komplett durchtränkte Moos.

    Der Ausblick hier ist traumhaft. Die steilen Klippen und Felsformationen, die Wellen, die meterhoch an den Klippen brechen, das Wetter, das auf einer Seite strahlend blauen Himmel auf der anderen Regen und dicke Wolken aufbietet. Eigentlich wollte ich joggen, aber es ist so schön, dass ich ständig inne halte, um die Schönheit der Natur zu genießen. Und die ist hier in Neufundland schon etwas ganz besonderes!
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  • Day96

    Random Island, 9.-19.5. (Workaway)

    May 12, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 1 °C

    Der vierte Tag auf Random Island neigt sich dem Ende. Hier mache ich ein weiteres Workaway-Projekt. Diesmal auf einer kleinen Hobbyfarm. Die Familie baut sich gerade ein Unternehmen auf und Workawayer können mitgestalten.

    Meine Aufgaben die ersten 3 Tage umfassen alles von Kinderbücher lesen, über ausgebüchste Ziegen einfangen (2x heute; Morgens waren sie auf dem Friedhof, am Abend in Nachbars Vorgarten), Hühnerstall ausmisten, 3 Australian Cattle Dogs bespaßen bis hin zu Müll sammeln.

    Das Müll sammeln hat mich einen ganzen Tag beschäftigt. Ein Teil des Gebiets, auf dem die Familie lebt, wurde von den früheren Bewohnern zum Müll abladen benutzt. So viele Glasscherben, Blechbüchsen, Schuhe, Stifte - sehr traurig.

    Freizeit ist im Moment etwas dürftig, da ich zwischenrein versuche, den beiden mit den Kindern und Haushalt so gut es geht unter die Arme zu greifen.

    Bisher war ein Spaziergang am Strand drin (eigentlich wollten wir Kajak fahren, Katy hat aber nicht an die Paddel gedacht, daher sind wir mit den Schwimmwesten am Strand spaziert) und ein Trailrun mit Dingo, einem der Hunde. Die beiden wollen ihn abgeben, weil er etwas viel wird für die Familie. ACDs sind nicht so einfach zu halten und er ist sehr besitzergreifend. Vielleicht nehme ich ihn mit und suche ein neues Zuhause für ihn. Am besten wäre eine Farm. Ich hatte auch kurz darüber nachgedacht, ihn mit auf Reisen zu nehmen. Also im Grunde denke ich immer noch darüber nach. Aber die Kosten und die Verantwortung - das ist mir glaub ich zu viel. Wobei ich mich so unglaublich sicher mit ihm Gefühlt hab in der Wildnis. Ohne ihn wäre ich nie so weit gelaufen, hätte nie diese Aussichten genießen können. Der Weg war teilweise komplett überschwemmt und auf die Hügel gab es nicht mal Pfade. Er würde es mit Sicherheit mit jedem Tier aufnehmen. Gleichzeitig ist er der liebste Hund, folgt ziemlich gut (meistens ;-) ) und ist ein toller Begleiter. (Nichts im Vergleich gegen "meine" Bonnie, aber dennoch toll)

    Mal sehen, was sich in den nächsten Tagen noch alles ergibt. "Ein Tag wie alle Tage - nein, jeder ist neu."
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  • Oct29

    Die Straße der Inseln (1)

    October 29, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 3 °C

    Auf in den Sturm! - war die letzte Ansage die ich von Lesern mitbekommen habe. Dann erwarten mich durchgängig den ganzen Tag Windstärke 5 als Gegenwind auf dem Weg in ein entlegenes Dörfchen. Ich bin es ja nun gewohnt mittlerweile.
    Ich glaube viele runzeln die Stirn bei dem Gedanken. Für die Fahrt nach Twillingate nehme ich 160km Umwege bei miserablem Wetter in Kauf und die! Attraktion in der Hauptstadt der Eisberge ist seit Juli geschmolzen. Ab und zu habe ich mich in den letzten drei Tagen selbst schon gefragt. Habe ich mir nun einmal sowas in den Kopf gesetzt ist es schwer wieder dort weg zu bekommen...
    Die ersten vierzig Kilometer verlaufen recht glimpflich. Danach kennt das Wetter kein Pardon mehr. Statt Regen spritzt Gischt über die Straße und es gilt alles fest zu krallen während ich unentwegt versuche vorwärts anstatt rückwärts zu rollen.

    Ich muss ziemlich bald einsehen dass ich meine Distanz heute überschätzt habe und lasse mich erschöpft neben einer Kirche nieder.
    Der nächste Morgen hat immer noch den gleichen starken Nordwind. Anstatt weiter zu kämpfen entscheide ich weiter zu entdecken und gehe wandern. Am Nordende Neufundlands geht das Festland in viele winzig kleine Inseln über. Heute ist alles durch eine Straße ziemlich leicht zugänglich. Früher waren das alles Outports. Dörfer im Hinterland. Nur über einen kleinen Hafen mit dem Festland verbunden. Wer hier lebte war Teil einer starken Gemeinschaft die in wirklich allen Belangen auf sich selbst angewiesen war. Egal ob in der Saison zum fischen oder wenn der Nachbar mal für eine Woche aufs Festland nach St Johns musste.

    In der Nebensaison gibt es keine Eisberge oder Wale. Ich entscheide mich daher für eine andere außergewöhnliche Tour. Während meiner Wanderung finde ich Ende Oktober noch viele viele Blaubeeren frisch am Busch. *yam yam* Viele Anwohner kommen ebenfalls her und pflücken die Beeren. Sie essen davon aber die wenigsten. Der Großteil geht zur Winzerei. Richtig! Wenn schon keine Trauben hier wachsen aber vergären lässt sich immer etwas. Aus Lokalen Blaubeeren, Himbeeren oder Rhabarber wird mithilfe von extra gesammeltem Eisbergwasser feinster Wein hergestellt. Ich muss zugeben der süße Desertwein war der leckerste beim verkosten. =)

    Ungewohnt und daher schon mit leichtem Kopf radle ich zurück in die Stadt. Es fällt mir echt schwer weiter zu fahren. Irgendwie fehlt auch die Lust. Also auf in den nächsten Pub und fragen ob es irgendwie ein Zimmer für die Nacht gibt. Das ist total ungewohnt ich weiß. Aber aller paar Tage braucht es nun mal etwas zum aufwärmen und erholen. Es gibt aber keine bezahlbaren Zimmer in der Nebensaison. Als das der einzige weitere Gast im Pub mitbekommt lädt er mich spontan zu sich ein. Wo sonst sollte ich einen alten Segler antreffen als in seinem Pub wenn er im Heimathafen ist. Aber es ist ein schöner Zufall. Wir verbringen den ganzen Abend mit allem rund ums Segeln.
    Er will es jedoch auch noch einmal wissen und plant nach verschiedenen Atlantiküberquerungen mit seinen 80Jahren einen Solotrip auf die Azoren und zurück. Ich sags doch immer wieder. Der Mensch braucht Ziele!

    Im Gespräch erinnert er mich daran warum auch ich nach sechs Monaten unentwegt weiter mache. Was treibt Menschen jeden Alters an auf eine lange Reise zu gehen? Ist es der Ehrgeiz? Das Streben nach Glück? Oder alles viel simpler!? Immer wieder ist es dass ich tue was ich im Augenblick am meisten liebe. Davon hält mich auch kein mieses Wetter ab. Und ich bin dankbar dass ich diese Chance nutzen kann.
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You might also know this place by the following names:

Newfoundland and Labrador, NL, New Foundland - Labrador, Terre-Neuve-et-Labrador, Terra Nova e Labrador, Newfoundland och Labrador

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