Canada
Newfoundland and Labrador

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Top 10 Travel Destinations Newfoundland and Labrador
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76 travelers at this place
  • Oct16

    Cape St George

    October 16, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 9 °C

    Die Küstenstraße verläuft weiter im stetigen Auf und ab der Klippen. Keine wirklich großen Berge. Dafür schlaucht der Wind vom Meer mal wieder. Für die 50 km brauch inklusive Fotopausen dann auch nur gerade so 5 Stunden. Da merke ich einmal mehr dass das Seeklima rauer ist als im Land. Und ich bin nun mal auf einer Insel. Was soll ich machen? Vorbei an den Hidden Falls geht es gen Westen an das tosende Cap St George. Zum Glück weht der Wind nicht zu kräftig. Die Klippen sind ziemlich eindrucksvoll aber ausnahmsweise hat mal niemand zuerst an Sicherheit gedacht.
    Im Sommer kommen hier viele Zwergwale vorbei und die Klippen ergeben einen idealen Spot zum Beobachten. Ich sehe heute leider keine Wale. Dafür unzählige Tölpel die sich im Flug kopfüber ins Wasser stürzen um Hering zu fischen. Es sind die größten Vögel im Nordatlantik. Und der wunderbare Unterschied. Sie machen nicht so einen Lärm wie die Möwen und sind nicht auf unsere Essensreste trainiert. Das sichert hoffentlich den Bestand noch sehr lange.
    Im gleißenden Sonnenuntergang trete ich den Heimweg wieder an. Die Sonne geht ja immer schon kurz nach sechs unter. Und der Rückweg ist genauso weit. Zudem mit der Dunkelheit wieder der Wind dreht und ich nicht nur im Gegenwind fahren möchte. Da muss ich schnell sein. Eine Disziplin die ich scheinbar verlernt habe. Nach über 100km bei diesem Ausflug ist mir das jedoch auch egal. Fertig mit mir und dem Tag, aber überglücklich dass ich diesen Zwischenstop eingelegt habe komme ich wieder bei meinen Gasteltern an.

    Beide Lehrer. Was für mich neu ist in Neufundland - hier findet ebenso wie man es aus Australien kennt Tele-Untericht statt. Die Gemeinden sind zum Teil zu weit verstreut als dass jede Oberschule alle Fächer abdecken kann. Die fehlenden Lehrer werden dann via Internet zugeschalten. Vielleicht sollten wir uns dem Beispiel in Deutschland annehmen anstatt Unterricht ausfallen zu lassen...
    Dann wären auch wieder mehr junge Menschen über den Pauschalurlaub hinaus in der Lage kreativ zu reisen. =)
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    HVA on Tour

    Irgendwie romantisch! :-)

    10/20/19Reply

    Keep enjoying yourself

    10/20/19Reply

    Gross Morne is just around the corner

    10/20/19Reply
    2 more comments
     
  • Day154

    St. Johns / Neufundland

    October 12, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 4 °C

    Musste schnell das Schiff wechseln, von der neuen Greg Mortimer zur Ocean Endeavor. Aber das Ziel bleibt das selbe. Anstatt von Kapstadt geht es jetzt von Kanada aus nach Ushuaia / Südamerika. Mann muss halt flexible sein.Read more

    Hase und Ritter on tour

    Ups, aber Du sammelst vermutlich irrsinnig viele Meilen in allen Vielfliegerprogrammen? ;-)

    10/12/19Reply
    Meeresmaler

    Respekt! 💪🏼

    10/12/19Reply
    Kreuzfahrt Abenteuer

    Ja, Meilen hat’s genug mittlerweile. Aber die Spende ich zu Weihnachten immer für so gemeinnützige Projekte.

    10/12/19Reply
    Meeresmaler

    Nochmal Respekt 👍🏻

    10/12/19Reply
     
  • Nov2

    Terra Nova (2)

    November 2, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 3 °C

    Das Zelt hatte ich Sturmfest verzurrt als gegen drei die stärkste Welle herein brach. Soweit alles gut. Und auch der Zeltplatz hat keinen Schaden davon getragen als ich meinen Ofen direkt neben dem Propan für die Waschräume angefeuert habe... es war nun mal der ‚windstillste‘ Ort.

    Mit dem Sonnenaufgang bin ich bereits wieder auf den Beinen. Der Coastal Trail führt mich zu einem versteckten Wasserfall. Im Gelb der Morgensonne leuchtet das Laub. Unterdessen konnte ich erfahren dass dieser Ort bis vor vierzig Jahren trotz Nationalpark noch bewirtschaftet wurde. Im Winter begannen die Männer mit dem Holzfällen um es im Frühjahr mit der Schneeschmelze abzutransportieren. Das meiste wurde jedoch gleich vor Ort verbraucht. Viele Familien bestritten ihr Leben mit Holzfällen und fischen. Es mussten also gleichzeitig alle Boote ausgebessert und für den Sommer fit gemacht werden.
    Heute erinnern noch ein paar Schilder daran dass hier mal ein Sägemühle stand. Der Wald hat sich alles wieder zurück geholt. Aber auch der um den Wald ist es nicht zum besten bestellt. Die Elche haben so ziemlich alles Unterholz gefressen so dass kaum noch etwas nachwächst. So ein Elch verdrückt am Tag durchschnittlich 10.000 Kalorien. Das ist bald dreimal so viel wie ich beim Rad fahren brauche. Wenn Neufundland das nicht in den Griff bekommt stirbt die alte Baumgeneration einfach ab und wird mehr und mehr durch Steppe ersetzt. Das wird dann so eine Prärie 2.0 mit Seeklima. Hoffen wir das mal nicht. Es gibt so schon nur weniges was sich dem schroffen Klima entgegen setzt.

    Am Ochre Hill erkennt man das sehr gut da zum Großteil das blanke Gestein zwischen Toten Baumstämmen herausputzt. Wo es Windgeschützt ist bilden Flechten die Grundlage für das nächste Hochmoor. Wer also kann sollte jetzt die Aussicht genießen, denn die Flugzeugperspektive ist grandios! Es ist sogar noch Blütezeit im November!

    Das Wetter scheint zwar sonnig, aber der Sturm bleibt. Für morgen haben sich dazu noch 20 Liter Regen angekündigt. Prima - immer schön ins Gesicht. Aber der Grund warum ich dann dennoch weiter fahre ist einmal die Temperatur. Auf dem Rad bleibt man definitiv wärmer im Regen. Und wenn der Regen aufhört ist man schon an der richtigen Stelle für den nächsten Regenbogen. =)
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    Keep posting those nice pics

    11/4/19Reply
     
  • Nov6

    Das Happy End muss warten

    November 6, 2019 in Canada ⋅ ☁️ 7 °C

    Am frühen Morgen war ich guter Dinge. Das Zelt hatte ich wegen aufkommendem Wind schnell zusammen gelegt. Es hat ohnehin ungewollt gleich hinter der Polizeiwache gestanden, Ich muss es ja nicht herausfordern. Das Dorf Holyrood ist unter uns weniger bekannt aber unter Arktisforschern. Es bietet eine ideal gelegene Bucht die mit dem Wasser des kalten Labradorstroms versorgt wird. Ein idealer Spielplatz um Expeditionsausrüstung auf Herz und Nieren zu testen. Außer ein paar schlammigen Wanderwegen konnte ich mir einen längeren Aufenthalt heute jedoch sparen.

    Hey es sind ja auch nur noch 65 km bis nach St John‘s. Hauptstadt von Neufundland & Labrador, östlichste Stadt Nordamerikas und Wendepunkt meiner Reise. Zudem mache ich heute die 6 Monate auf Tour voll.
    Wie dachte sich das der Zufall doch gleich? - Es ist schon lange nix mehr schief gegangen. Es wird nochmal Zeit bevor der Winter kommt. -
    Und so radelte ich gerade einmal 20km aus Holyrood heraus. Beim bergab fahren trete ich dann plötzlich ins leere. Das klingt gar nicht gut - denke ich mir. Und so ist es dann auch. Der Antrieb von meinem Fahrrad läuft frei in beide Richtungen, kein klacken vom Freilauf. Kein Rad dreht sich. Nunja - nehme ich das ganze mit Fassung und schiebe bis zur nächsten Werkstatt um zu fragen ob die Werkzeug haben denn für alle Eventualitäten habe ich auf dem Fahrrad gar nicht platz für die Ausrüstung.

    Wir versuchen eine Stunde lang das Hinterrad zu zerlegen. Ohne Erfolg. Der Großvater vom Werkstatt-Meister hat die glorreiche Idee - irgendwo in seinem Schuppen müsse noch ein altes Antriebsrad liegen. Wenn ich basteln will könne ich es haben und damit zumindest bis Übergangsweise weiter fahren bis das richtige Rad repariert ist. Keine schlechte Idee. Ich ziehe einfach meine Reifen drauf und der Laden rollt weiter. Äh - ja. Die Reifen passen, die Speichen sind aber so locker das das Rad mehr Unruhe hat als i h schief gucken kann. Da rollt nix!. Also wieder abziehen. Aufs alte Rad drauf und weiter. Schade dass die Werkstadt mir nicht helfen konnte aber einen Versuch war es wert.
    Mittlerweile ist die Zeit schon so weit fortgeschritten dass in einer Stunde Feierabend ist und der Werkstattmeister bietet mir an. Er müsse Abends eh nach St Johns dann könne er auch den Pick up nehmen und mich irgendwo absetzen von wo ich nur noch in die Stadt rollen brauche. Klingt gut! Das nehme ich dankend an.

    Nächster Tag - Farradladen. Alle sprechen sie immer gleich vom Totalschaden ohne überhaupt gesehen zu haben ob etwas gebrochen ist oder verdreckt... bloß weil ich erzähle wo ich hergekommen bin. Das finde ich unfair. Ich will selbst erstmal wissen was kaputt ist. So kurz vor dem Ziel lohnt ein kompletter Austausch selten noch. Meist sind es ja auch die Kleinigkeiten die große Fehler im System verursachen und mit dem richtigen Werkzeug schnell behoben. Das Werkzeug bekomme ich hier jedoch nicht gestellt. Versnobter Laden! Und dennoch leider der einzige. Eine Mitarbeiterin der es im Augenblick wichtiger war mit dem Hund Gassi zu gehen hilft mir dann dennoch weiter. Es gibt in der Stadt eine Werkzeugbibliothek. Dort kann man gegen Spende selbst schrauben und Ersatzteile haben sie auch. Die Hoffnung stirbt zu letzt!
    Ich muss zwar bis zum Abend warten denn das läuft alles auf freiwilliger Basis. Dann darf ich aber Hand anlegen. Das macht über drei Stunden sogar richtig Spaß. Einziges Problem wir versuchen vier Ersatzteile und keines passt. Da denkt man Shimano ist Shimano und sieht von außen auch immer gleich aus doch über die Jahre haben sie in den Verzahnungen so viel geändert dass ich Ergebnislos wieder gehe. Wenigstens bekomme ich hier ausnahmsweise das Werkzeug gestellt um selbst zu basteln wenn ich denn irgendwoher ein Ersatzteil bekomme das passt.

    Fazit nach zwei Tagen. Ich bin zwar in St Johns aber gibt immer noch kein Happy End.
    Jauchzen und Heulen können so nah beieinander liegen.
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    When cyclo touring....weight of a loaded bike can cause big problems.....we have to learn to travel light.....when cycling thru cold weather, it means carrying extra layers.....us we started with the cold, so after a few weeks, we sent a box home

    11/11/19Reply
    Robert Fichtner

    I didn’t as long the box per Kilo cost me more then 50$ to germany. And I was well organized. It had nothing I wouldn’t need in all season more or less.

    11/11/19Reply

    Vermutlich war das der Fahrradladen, der sogar für einen leeren Transportkarton 10 $ verlangte. Als ich ihndann in mein Quartier getragen hatte, stellte sich heraus, dass er zu klein für mein Rad war.... [Felix A. Ihlefeld]

    2/24/21Reply
     
  • Oct21

    Gros Morne - Green Gardens

    October 21, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 5 °C

    Nur 4km weiter ist immer noch alles Gelb. Aber diesmal wieder vom Herbstlaub. Unsere Wanderung bewegt sich über sanfte Hügel hin zum Meer. Steil fällt hier der Fels aus 200m hinab ins Wasser und der Weg klettert irgendwie da durch. Zum Teil wurden sogar Treppen angelegt. (Fehlt nur noch dass für Stöckelschuh-Wanderer alles betoniert wird ) Was uns erwartet ist auch hier ohne Übertreibung grandios! Auf einem kleinen Küstenstreifen wachsen hier im Sommer alle möglichen Arten von Lilien. Und es scheint wie ein grüner Teppich der über die Klippen ins Meer hängt. Ein Wanderweg führt zu einer Höhle. Nur leider spült gerade die Flut hinein. Wir können uns gar nicht wieder satt sehen. So dass am Ende nichts anderes bleibt als auf einer Nachtwanderung wieder den Heimweg anzutreten. Zu Glück hat sich dabei niemand verletzt. Ein bisschen Abenteuer muss aber schließlich auch sein. :)Read more

    HVA on Tour

    Die roten Stühle kommen wir irgendwie bekannt vor ...

    11/5/19Reply
    HVA on Tour

    Verzauberter Märchenwald!

    11/5/19Reply
     
  • Nov5

    Die Chronik von Avalon

    November 5, 2019 in Canada ⋅ ☀️ 6 °C

    Ich habe die Nacht kuschelig warm in meinem Zelt verbracht, aber mein armes Fahrrad bekommt nun doch langsam von Tag zu Tag größere Frostbeulen. Bis das Zelt aufgetaut ist und ich es zusammen legen kann verbringe ich morgens jetzt immer gerne eine halbe Stunde mit Sonnenbaden und nichts tun bzw. nicht ans frieren denken... Dabei hat mir ein Eichhörnchen die folgende Geschichte gesteckt:

    Ausgrabungen konnten zeigen dass sowohl die Wikinger, die Franzosen als auch die Engländer bei ihrer Überfahrt stets auf Neufundland zuerst Amerikanischen Boden betreten haben. Unabhängig davon dass Kolumbus ein paar Jahre zu spät war (das spielt hier ausnahmsweise keine Rolle.) proklamierte natürlich jeder das Neue Land für sich. Es gab zu der Zeit auch noch Beothuk - die Ureinwohner Neufundlands. Mittlerweile sind die ausgestorben und Neufundland ist in seiner Bevölkerung die homogenste Provinz Kanadas. Am besten heißt dennoch nicht perfekt. Und wie schon immer zwischen England und Frankreich werden große Geschütze aufgefahren.
    In Placentia gingen die Franzosen an Land. Eine kleine Bucht die weit ins Land hinein reicht. Links und rechts von hohen Bergen gesäumt von denen sich alles wunderbar beobachten lässt. Der Burgherr hatte sicher alle Hände voll zu tun. Dennoch bezahlte er seine Soldaten so schlecht dass diese sich hauptamtlich um die Fischerei kümmerten. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt - damals noch Plaisance - sogar französische Hauptstadt der Insel. Heuet erinnern noch einige Mauerreste an diese großartige Zeit bevor die Stadt wieder im Dornröschenschlaf versank und nur im Sommer wegen 2 Monaten Fährbetrieb nach Nova Scotia etwas auflebt.

    Auf der gegenüber liegenden Halbinsel in Cubids gingen die Engländer an Land und erklärten alsbald St. Johns zu ihrer Hauptstadt. Nach gewissen Rivalitäten spricht man zwar heute immer noch von einem englischen und einem französischen Teil der Insel aber eigentlich sprechen alle homogenes Neufundländisch.

    Die Franzosen zogen sich derweil in ihr Europäisches Überseegebiet nach St-Pierre & Miquelon zurück. Dort gibt es auch heute noch alle Vor- und Nachteile des französischen Lebens. Das ist beides einmal eine andere Reise wert.
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    HVA on Tour

    Hattest Du Peanuts dabei?

    12/2/19Reply
    Robert Fichtner

    Ne, das geht im Überaschungsmoment auch ohne.

    12/2/19Reply
     
  • Nov4

    Auf der Sonnenseite

    November 4, 2019 in Canada ⋅ ☀️ 8 °C

    Die nächsten zwei Tage versprechen trockenes, warmes Novemberwetter bevor ein neuer Sturm herein bricht. Ich kann nun mal nicht anders als gleich am Morgen den ein oder anderen Umweg einzuplanen. Wegen eines kleinen unscheinbaren Wanderweges im Ort ‚Come by Chance‘ (übersetzt: schau bei Gelegenheit doch vorbei) verlasse ich das sichere Terrain und finde wider besserem Wissen auf der nächsten Schotterpiste wieder. Bis zum nächsten Fahrradladen sind es ja nur noch 300km...
    Der Wanderweg soll heute meine einzige kleine Abwechslung bleiben. Ansonsten heißt es Meter machen. Den kürzesten Weg zurück zum Trans Canada Highway bahne ich mir daher auch mal eben quer durch eine Ölraffinerie. Die Straße scheint danach endlos bergauf und bergab. Was sich ändert ist der Wald. Ich komme aus dem zentralen Neufundland heraus. Den Abzweig in französisches Überseegebiet erspare ich mir ebenso - Europa hat mich früh genug wieder. Und bald befinde ich mich auf Avalon. Die letzte Halbinsel vorm Atlantik. Der Fels wird karger. Wenn Bäume wachsen, dann bei weitem nicht so hoch denn der Sturm fegt regelmäßig über sie hinweg. Avalon hat vor allem wieder sehr abwechslungsreiche Geschichte. Dazu mehr beim nächsten Mal.
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    HVA on Tour

    Fernfahrerromantik. :-)

    12/2/19Reply
     
  • Oct23

    Ehrentitel & Screecher

    October 23, 2019 in Canada ⋅ ☁️ 7 °C

    Da ich längere Zeit hier in Neufundland verbringe war es nur eine Frage der Zeit. Bei 500.000 Einwohnern in ganz Neufundland & Labrador versucht das ganze Volk so viel wie möglich Zuwachs zu bekommen. Und deshalb darf auch ich mich jetzt „Neufundländer zur Ehre“ nennen.
    Die Aufnahme Zeremonie ist ein historischer Mix aus den Wurzeln der Seefahrer, irischer Tradition, wenn auch heute ebenso touristischer Attraktion. Dazu muss man wissen dass die Neufundländer schon immer ein Volk der Seefahrer waren. Es wird gern und viel getrunken. Rum aus Jamaica kommt da recht gut an. Und als Fischer gibt es nichts leichteres als in Jamaica den Fang in Rum umzutauschen.

    Man nennt das Screeching. Unweigerlich kommt unter einheimischen irgendwann die Frage auf - are you a screecher? Wenn nein - dann passiert folgendes:

    Zunächst einmal gehört es sich wie ein Neufundländer zu kleiden. Fischermütze und Schafswolljacke.
    Dann schwöre ich auf ein langes und erfolgreiches Leben auf neufundländisch (in etwa: möge der Wind immer die Segel füllen...) - zugegeben es hat mich einige Zeit gekostet diesen Zungenbrecher zu üben.
    Dann gilt es einen fangfrischen Fisch zu küssen.
    Und als Viertes mit Screech Rum darauf anzustoßen. (Jamaica Rum, abgefüllt in Newfoundland)

    Der Abend wurde von meinem Gastvater und seinem Nachbar organisiert. Normalerweise müssen die Neuankömmlinge dafür in den Pub. Hier hatten wir die Flasche ganz für uns allein. :)
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    Michael Grimm

    Zu geil😂 Ich hab das gleiche Ritual damals in St. John's in einem Pub zelebriert 😜

    10/30/19Reply
    Robert Fichtner

    Ja siehste, wir hatten die Flasche Rum nachher für uns zu dritt.

    10/31/19Reply
    HVA on Tour

    Herzlichen Glückwunsch! Ich glauben jemanden aus Limbach-Oberfrohna hatten die dort noch nie! <3

    11/5/19Reply
     
  • Oct29

    Die Straße der Inseln (1)

    October 29, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 3 °C

    Auf in den Sturm! - war die letzte Ansage die ich von Lesern mitbekommen habe. Dann erwarten mich durchgängig den ganzen Tag Windstärke 5 als Gegenwind auf dem Weg in ein entlegenes Dörfchen. Ich bin es ja nun gewohnt mittlerweile.
    Ich glaube viele runzeln die Stirn bei dem Gedanken. Für die Fahrt nach Twillingate nehme ich 160km Umwege bei miserablem Wetter in Kauf und die! Attraktion in der Hauptstadt der Eisberge ist seit Juli geschmolzen. Ab und zu habe ich mich in den letzten drei Tagen selbst schon gefragt. Habe ich mir nun einmal sowas in den Kopf gesetzt ist es schwer wieder dort weg zu bekommen...
    Die ersten vierzig Kilometer verlaufen recht glimpflich. Danach kennt das Wetter kein Pardon mehr. Statt Regen spritzt Gischt über die Straße und es gilt alles fest zu krallen während ich unentwegt versuche vorwärts anstatt rückwärts zu rollen.

    Ich muss ziemlich bald einsehen dass ich meine Distanz heute überschätzt habe und lasse mich erschöpft neben einer Kirche nieder.
    Der nächste Morgen hat immer noch den gleichen starken Nordwind. Anstatt weiter zu kämpfen entscheide ich weiter zu entdecken und gehe wandern. Am Nordende Neufundlands geht das Festland in viele winzig kleine Inseln über. Heute ist alles durch eine Straße ziemlich leicht zugänglich. Früher waren das alles Outports. Dörfer im Hinterland. Nur über einen kleinen Hafen mit dem Festland verbunden. Wer hier lebte war Teil einer starken Gemeinschaft die in wirklich allen Belangen auf sich selbst angewiesen war. Egal ob in der Saison zum fischen oder wenn der Nachbar mal für eine Woche aufs Festland nach St Johns musste.

    In der Nebensaison gibt es keine Eisberge oder Wale. Ich entscheide mich daher für eine andere außergewöhnliche Tour. Während meiner Wanderung finde ich Ende Oktober noch viele viele Blaubeeren frisch am Busch. *yam yam* Viele Anwohner kommen ebenfalls her und pflücken die Beeren. Sie essen davon aber die wenigsten. Der Großteil geht zur Winzerei. Richtig! Wenn schon keine Trauben hier wachsen aber vergären lässt sich immer etwas. Aus Lokalen Blaubeeren, Himbeeren oder Rhabarber wird mithilfe von extra gesammeltem Eisbergwasser feinster Wein hergestellt. Ich muss zugeben der süße Desertwein war der leckerste beim verkosten. =)

    Ungewohnt und daher schon mit leichtem Kopf radle ich zurück in die Stadt. Es fällt mir echt schwer weiter zu fahren. Irgendwie fehlt auch die Lust. Also auf in den nächsten Pub und fragen ob es irgendwie ein Zimmer für die Nacht gibt. Das ist total ungewohnt ich weiß. Aber aller paar Tage braucht es nun mal etwas zum aufwärmen und erholen. Es gibt aber keine bezahlbaren Zimmer in der Nebensaison. Als das der einzige weitere Gast im Pub mitbekommt lädt er mich spontan zu sich ein. Wo sonst sollte ich einen alten Segler antreffen als in seinem Pub wenn er im Heimathafen ist. Aber es ist ein schöner Zufall. Wir verbringen den ganzen Abend mit allem rund ums Segeln.
    Er will es jedoch auch noch einmal wissen und plant nach verschiedenen Atlantiküberquerungen mit seinen 80Jahren einen Solotrip auf die Azoren und zurück. Ich sags doch immer wieder. Der Mensch braucht Ziele!

    Im Gespräch erinnert er mich daran warum auch ich nach sechs Monaten unentwegt weiter mache. Was treibt Menschen jeden Alters an auf eine lange Reise zu gehen? Ist es der Ehrgeiz? Das Streben nach Glück? Oder alles viel simpler!? Immer wieder ist es dass ich tue was ich im Augenblick am meisten liebe. Davon hält mich auch kein mieses Wetter ab. Und ich bin dankbar dass ich diese Chance nutzen kann.
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    HVA on Tour

    "Was treibt Menschen jeden Alters an auf eine lange Reise zu gehen? Ist es der Ehrgeiz? Das Streben nach Glück? Oder alles viel simpler!? Immer wieder ist es, dass ich tue, was ich im Augenblick am meisten liebe." - Weise Worte, mein Freund!

    11/5/19Reply
    Robert Fichtner

    Es freut mich wenn ich lese dass sich jemand mit den Texten beschäftigt. Und wenn ich mit meinen Geschichten immer wieder ein Lächeln bei den Menschen zaubern kann.

    11/5/19Reply

    Ja, was ist es? Eine Mischung aus Vielem. Es ist eine Art "Rauswollen". Sich spüren. Eine Art Freiheit spüren, die im Großstadtalltag nicht vorkommt. Grenzen austesten. Vielleicht auch ein Ansteuern gegen die unvermeidlichen Kräfteverfall mit dem Altwerden. Als ich Kanada durchquerte, war ich 65. Werde ich es mit 75 (oder etwas Vergleichbares) immer noch schaffen? [Felix A. Ihlefeld]

    2/24/21Reply
     
  • Oct30

    Die Straße der Inseln (2)

    October 30, 2019 in Canada ⋅ ☀️ 7 °C

    Es hat gut getan den Abend in einer warmen Stube zu verbringen anstatt bei -5 Grad im Zelt. Und eine Belohnung gibt es am frühen Morgen obendrein. Schon früh zum Sonnenaufgang raffe ich mich auf den Berg hinter dem Haus und beobachte den Hafen aus einer einzigartigen Perspektive. Alles scheint noch von der Nacht zu dampfen. nebel hüllt den Hafen ein und die Inselberge gucken oben aus der Zuckerwatte heraus.
    Dennoch heißt es Abschied nehmen. In zwei Tagen erwartet mich schon wieder der nächste Sturm und da will ich nicht unvorbereitet auf der Straße sitzen. Also Fhrrad in die Hand nehmen und weiter kurbeln! Auch wenn das Radfahren mehr oder weniger ein Ersatz für Arbeit geworden ist geht es nicht ganz ohne Spaß von statten. Und dazu gehört auch das Wandern. Ich kann es nicht lassen und erklimme nach dem Mittagessen in Summerford erstmal wieder einen Hügel um mir einen Überblick zu verschaffen. Hunderte kleiner Inseln! Da weiß man warum die Straße auch offiziell so heißt. Von unten sieht man nämlich meist nur Wald oder Wasser.
    Dennoch hat es die Straße in sich und so kann ich gerade noch den goldenen Sonnenuntergang genießen bevor ich totmüde noch etwas esse und in den Schlafsack falle.
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    HVA on Tour

    Wie schön! Ein herrlicher Moment!

    11/5/19Reply
    HVA on Tour

    Auch ein ganz tolles Foto!

    11/5/19Reply
     

You might also know this place by the following names:

Newfoundland and Labrador, NL, New Foundland - Labrador, Terre-Neuve-et-Labrador, Terra Nova e Labrador, Newfoundland och Labrador