Canada
Newfoundland and Labrador

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72 travelers at this place:

  • Day107

    Ende Chapter II - Neufundland

    May 23 in Canada ⋅ 🌬 5 °C

    Das Kapitel Neufundland neigt sich dem Ende zu. Ich sitze hier im Ferry-Terminal in Port aux Basques in der Sonne und warte auf die Abfahrt des Schiffes. Nur noch 4 Stunden bis Abfahrt.

    Wir verbringen die zweite Nacht auf dem Campingplatz im Auto. Betti und ich machen es uns mit zurückgefahrenen Sitzen bequem. Auch wenn meine Matte und der Schlafsack den Härtetest 0°C bestanden haben, ist es doch irgendwie angenehmer zu wissen, dass ich im Notfall einfach die Sitzheitzung einschalten kann.

    Ich schlafe für meine Verhältnisse relativ lang, und auch gut. Gegen 8:30 machen wir uns auf dem Weg zum Frühstücken. Wir suchen uns ein günstiges Café. 5$ für einen belegten Bagel, 1,60C$ für Kaffee - im Gegensatz zum Vortag, als wir 11C$ für ein Frühstück bezahlt haben wahrlich backpackerfreundlich.

    Das Café schließt einen Souvenierladen und einen kleinen Weihnachtsladen an. Alles ist einfach, aber gut. Die nette Dame hat viele selbstgemachte Marmeladen, eingemachtes Moosefleisch und Fisch im Angebot. Ich gebe mich mit einem Bagel mit Käse & Ei und einer Tarte zufrieden.

    Dann steht der Abschied an. Betti fährt gen Norden, Nick und ich wollen in den Süden (bzw. Westen) zur Fähre hitchhiken. Es ist ein regnerischer Tag, also nicht gerade ideale Bedingungen für hitchhiken. Es dauert etwas bis ein junges Mädel uns einsammelt und 2,5 Stunden nach Corner Brook mitnimmt. Von dort bekommen wir nach einer mir ewig erscheinenden Zeit eine Mitfahrgelegenheit nach Stevensville (irgendwie wollen alle in den Osten) und die letzten 1,5 Stunden sammelt uns ein Schulleiter ein und fährt uns direkt zum Terminal der Fähre. Fazit: Hitchhiken ist nichts für mich. Ich findes es komplette Zeitverschwendung, im freien rumzustehen, und den Daumen bzw. ein Schild in der Luft zu schwingen. Im Bus könnte ich entspannt sitzen und lesen, schlafen, Musik hören, Kreutzworträtsel lösen. Nick meint, es gehe um die Leute. Aber mich persönlich interessiert es gar nicht, was die Leute hier so machen. Auch wenn wir interessante Menschen kennenlernen. Mein Leben wäre genauso erfüllt, hätte ich sie nicht kennengelernt.

    Nichtsdestotrotz war es eine tolle Erfahrung und ich bin wie immer froh, es mal ausprobiert zu haben. Alleine würde ich es allerdings nicht machen.

    So hab ich mir allerdings 50C$ für den Bus gespart, die ich dann anderswo wieder ausgeben kann (bzw. bereits ausgegeben habe, da wir in Gros Morne 2x täglich essen waren).

    Jetzt bin ich froh, hier am Terminal zu sein. Ich hab genug von Neufundland. Ich hatte es mir komplett anders vorgestellt. Mehr wie Irland. Es ist allerdings ganz anders. Das ist auch gut so. Den Dialekt von hier ('yes B'y', 'mi comes home' - das ist schon sehr seltsam und nicht zu vergleichen mit dem niedlichen Irisch oder Schottisch) werde ich ebenso wenig vermissen wie die etwas skurilen Menschen, von denen es hier sehr viele gibt. Ich bin aber sehr froh, hier gewesen zu sein. Es war ne tolle Zeit, ich möchte sie aus vielen Gründen, wegen der Natur, der Leute und wegen der Erfahrungen, die ich sammeln konnte nicht missen.

    Ich freue mich jetzt allerdings auf Kapitel III meiner Reise: Vanlife in Kanada.

    Die einzelnen Berichte über Neufundland, die ich nachträchlich veröffentlichen werde, werden nach Datum eingeschoben. Wer keine Benachrichtigung bekommt, muss suchen ;-)
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  • Day73

    Oster-Halbmarathon...

    April 19 in Canada ⋅ ⛅ -1 °C

    ... zum östlichsten Punkt Nordamerikas: Cape Spear

    Deadmans Bay Path & Blackhead Path
    Distanz: 20+ km
    Höhenmeter: +/- 600 m
    Anreise: zu Fuß hin & per Anhalter zurück
    Schuhwerk: Barfußschuhe
    Laufzeit (inkl. Pausen): 4,5 h

    Deadmans Bay Path
    - Fort Amherst (St. John's) to Blackhead -
    ist ein mittelschwerer bis schwieriger mäßig begangener Wanderweg in der Nähe von St. John's, Neufundland
    Distanz: 10,6 km +2 km Abstecher

    Blackhead Path
    - Blackhead to Cape Spear-
    ist ein leichter bis mittelschwerer mäßig begangener Wanderweg in der Nähe von St. John's, Neufundland
    Distanz: 3,7 km

    Mein Körper behält den Rythmus 6 Uhr aufwachen bei. Ich stehe um halb 7 auf, in der Annahme, dass es regnet, schneit und windet. Die Sonne, die zum Fenster hereinscheint beachte ich erst mal nicht, koche Kaffee, mache es mir im Lehnstuhl bequem und fange an, meine Wandertouren zu planen. Irgendwie reizt es mich aber doch, laufen zu gehen. Signal Hill? Nein, da bin ich in 15 Minuten oben, und dann? Hm. Ich beschließe, in Richtung Cape Spear zu laufen. Der Wetterbericht sagt Regen, Schnee & Wind ab 12:30. Zeit genug für eine Tour zu einem Wasserfall, den ich auf maps.me auf dem ECT Richtung Cape Spear gesehen habe.

    Ich stecke 2 Müsliriegel, nen Apfel, Wasser und meine Kamera ein und um 8:00 starte ich los. Die Straßen sind menschenleer. Es ist 'Good Friday', sicher schlafen alle aus. Um an den ECT zu gelangen, muss ich erst mal 5,7 km durch die Stadt, am Hafen entlang, die unspektakuläre Tour Richtung Fort Amherst.

    Am Einstieg - knapp ne halbe Stunde später - bin ich dann auch eingelaufen und kaum bin ich auf dem Trail, ein paar der zahlreichen Stufen nach oben geflitzt und Blicke auf den gegenüberliegenden 'Signal Hill', fühle ich mich, als könnte ich Berge versetzen. Es liegt noch Schnee und Eis, daher ist etwas Vorsicht geboten (Leguanos haben natürlich keine Probleme ;-) ).

    Der Weg ist toll! Ich kann gar nicht viel rennen, da der Blick über das Meer und hinüber zu den Kaps einfach so umwerfend ist. Die Sonne versteckt sich zwar hinter einer kleinen Nebelglocke, aber das macht die Stimmung umso dramatischer. Der Weg ist gut in Stand gehalten, Steine und Holzstege leiten einen durch die spärrliche Vegetation, vorbei and kleinen Seen. Auf dem Holz sehe ich plötzlich frische Pfotenspuren. Ist das ein Hund? Oder etwa ein Wolf oder Kojote? Hmmmm. Kurz darauf wieder ein paar Pfotenabdrücke. Dann sehe ich einen Mann mit seinem Husky. Ich bin ziemlich erleichtert, überhole die beiden mit einem kurzen Gruß.

    Das Terrain ist ideal zu Trailrunnen und ich flitze wie ein freigelassenes Wildpferd (also so fühle ich mich zumindest) den Pfad auf und ab. Ich komme an eine Weggabelung, von der aus ein kleiner Pfad zu einer Bucht, der 'Gunners Cove' führt. Ich beschließe, den Abstecher zu machen. Vielleicht ist dort der Wasserfall? Oder hab ich diese Abzweigung verpasst? Leider bemerke ich auch, dass keine Speicherkarte in meiner Kamera ist. Warum das keine Warnung seitens des Apparats ausgelöst hat, ist mir Schleierhaft. Also keine Bilder vom Anfang des Trails. Ich setzte die Karte ein (hatte sie in der Jackentasche) und laufe zur 'Gunners Cove'. Der halbstündige Abstecher rentiert sich, wenn man wie ich gerne Wellen gegen Gestein wüten sieht. Ich sitze hier ein paar Minuten, genieße das Rauschen der Wellen und bewundere die Kraft des Wassers. Der Wind ist ziemlich frisch, daher geht es bald wieder zurück auf den Hauptpfad. An der nächsten Weggabelung treffe ich abermals auf den Mann mit seinem Hund. Ich laufe weiter Richtung Cape Split, er entscheidet sich für den kurzen Weg zurück Richtung St. John's.

    Ich befinde mich mittlerweile auf einem Kap mit Blick auf 'Signal Hill' und den Leuchtturm von St. John's. Auch hier peitschen die Wellen gegen die steilen Klippen und ich mache eine kleine Pause. Gefühlt mach ich mehr Pausen als ich Laufe. Kurze Zeit später, zurück auf dem Trail stoße ich zum dritten Mal auf den Mann mit seinem Husky. Wie macht er das?? Ich glaube, er kennt irgendwelche Geheimpfade. Wir unterhalten uns kurz und er bietet mir eine Rückfahrt nach St. John's an, von Blackhead aus, wo er sich von seiner Frau abholen lassen möchte. Wenn meine Füße weiterhin so kalt bleiben, breche ich ab und warte dort auf ihn sage ich und laufe weiter. Eigentlich habe ich aber zwischenzeitlich beschlossen, den Weg nach Cape Spear durchzuziehen. Sind ja nur noch 10 km (haha). Kurze Zeit später, als ich den Wald, durch den ich gerade laufe verlasse, ist es mit einem Mal gefühlt 5 Grad wärmer. Das ist ziemlich angenehm. Meine Finger und Füße sind schon ziemlich eisig mittlerweile.

    Ich treffe auf 4 Wanderer und 2 Hunde. Wenn ich alleine trailrunne bin ich immer froh, wenn ich Leute sehe, falls mir was passiert. Kurz vor Blackhead begegnen mir dann noch 2 Wanderer und ein Trailrunner (mit Camelback und allem drum & dran. Das wäre wirklich nix für mich!).

    Ich trete die letzten 5 km Richtung Cape Spear an. Die Sonne hält sich wacker, aber je weiter ich zum Ziel meines Laufs komme, umso stürmischer wird das Meer. Und dann erblicke ich den Leuchtturm und ne halbe Stunde und spektakuläre Naturschauspiele später, darunter ein Weißkopfseeadler auf der Jagd, erreiche ich den östlichsten Punkt Nordamerikas. Ich blicke hinaus aufs Meer, Richtung Europa. Gegenüber Neufundland liegt Frankreich. Schon faszinierend, wie südlich die östlichen Provinzen Kanadas liegen.

    Es ist mittlerweile 12:30, die Sonne ist komplett verschwunden. Der Wind zwingt mich, meine Jacke anzuziehen (ich laufe wie immer in meiner Merinowolljacke). Ich laufe die Ausblickspunkte ab und endecke tatsächlich einen Eisberg in der Ferne. Die Reisezeit der Eisberge hat also bereits begonnen.

    Jetzt muss ich nur noch eine Fahrgelegenheit finden. Ich laufe zum Parkplatz, der im Moment verlassen scheint, obwohl relativ viele Leute hier sind. Ein älteres Paar steigt auf der Andersen Seite grad in ihr Auto. Ich flitze hinterher und winke ganz wild. Und tatsächlich, sie halten an und kurbeln das Fenster runter (also sie fahren es runter, aber das klingt nicht so gut). Ich frage, ob sie nach St. John's fahren und mich mitnehmen würden. Ja und ja. Juchu! Und sie wohnen auch noch ganz bei mir in der Nähe, d.h. ich werde bis vor die Tür gefahren. Toll. Mein erstes Mal hitchhiken war gar nicht so übel. Die beiden erzählen mir, dass sich bereits Wale eingefunden haben. Meist kommen sie erst im Mai / Juni, aber immer wieder auch schon im April.

    Nach einem kurzen Stopp im Hostel bin ich auch schon wieder auf den Beinen. Jeder sagt mir, an 'Good Friday' muss man Fish n' Chips in einem Pub essen. Da ich noch kein Frühstück hatte und über 20 km gelaufen bin, gönne ich mir das dann auch. 'The Duke' wurde mir schon mehrmals empfohlen. Der Pub ist brechend voll. Da ich alleine bin, quetsche ich mich an die Bar. Das Essen dauert eine Ewigkeit! Ich treffe ein paar Leute vom Salsa und in einer netten Runde vergeht die Wartezeit doch gleich viel schneller. Das Essen ist in der Tat sehr gut!

    Zurück daheim schmeiß ich mich dann endlich aufs Sofa. Am Abend bin ich zum Salsa verabredet. Ein bißchen Ruhe tut den Beinen zwischenrein sicher gut ;-)
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  • Day154

    St. Johns / Neufundland

    October 12 in Canada ⋅ ⛅ 4 °C

    Musste schnell das Schiff wechseln, von der neuen Greg Mortimer zur Ocean Endeavor. Aber das Ziel bleibt das selbe. Anstatt von Kapstadt geht es jetzt von Kanada aus nach Ushuaia / Südamerika. Mann muss halt flexible sein.

  • Day57

    Fotos "Morgenstund hat Gold im Mund"

    April 3 in Canada ⋅ ⛅ 0 °C

    Signal Hill am Morgen

    In 15 Minuten kann man bereits aufm Gipfel sein. Es gibt dafür super viele Wege; alle relativ kurz, aber wenn man sie zusammenhängt, kann man schon was draus machen.

    Das Johnson GEO CENTRE trägt sicher einiges für die Schönheit des Areals bei. Das Centre ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Erhalt und der Verbesserung der Natur Neufundlands und Labradors verschrieben hat. Ein schönes Gebäude und man kann einiges über die Gegend lernen. Ein bißchen erinnert es mich an die Supernova in Garching. Es ist mit Sicherheit einen Besuch wert.

    https://www.geocentre.ca/
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  • Day63

    Walking the East Coast Trail

    April 9 in Canada ⋅ ☀️ 0 °C

    Burma Road Trail & Sugarloaf Path, ECT

    Burma Road Trail ist ein wenig begangener, einfacher Rundweg nähe St. John's
    Distanz: 3,5 km
    Höhenmeter: 149 m

    Sugarloaf Path ist ein schwieriger, wenig begangener Wanderweg nähe St. John's
    Distanz: 5,8 km (einfach)
    Höhenmeter: 482 m
    Anreise: zu Fuß
    Schuhwerk: Barfußschuhe

    Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich den letzten Eintrag verfasst habe. Darum gleich zu Anfang: es geht mir gut und ich genieße meine Zeit in St. John's. Das Problem: das Wetter ist zu gut. Ich kam hierher im April mit der Annahme, dass ich erst mal 4 Wochen bei Schnee, -20° und Wind überbrücken muss. Daher war der Plan: Arbeiten, Sport und Bücher lesen. Und nun dieses Dilemma mit der Sonne.

    Ich bin jetzt seit 1 Woche hier und habe gefühlt schon die 200+ Stunden zusammen, die man benötigt, um die Ausbildung zur/m Yogalehrer/in/d zu machen. Einen Monat all-you-can-Yoga für 30 C$ - das ist unschlagbar! Regulär kostet es 150 C$ (20€ vs. 100€).
    Außerdem hab ich unserem Hausberg "Signal Hill" schon einige Besuche abgestattet. Und heute, mit strahlend blauem Himmel und +6° geht es auf den East Coast Trail (ECT).

    Wir starten zu Fuß von unserem Hostel (wie praktisch, dass der ECT durch St. John's führt). 10 Minuten später sind wir am Einstieg des "Burma Road Trail" einem Teilstück des ECT. Der Weg führt am Hafen entlang hinauf zum Signal Hill, auf der Rückseite hinunter nach Quidi Vidi Village und als "Sugarloaf Path" weiter Richtung Norden. Es ist super windig und dadurch gefühlt kälter als gehofft. Geschützt in einer Bucht wirds es allerdings richtig warm. Ich laufe den Weg mit einem Mädel aus dem Hostel, daher trailrunne ich heute nicht und nehme mir auch nicht vor, den ganzen Trail bis nach Bugy Bay zu laufen.

    Kurz nach Quidi Vidi Village treffen wir auf einen netten Neufundländer, der uns tolle Tipps über die Insel gibt - das war der letzte Mensch, den wir auf dem Weg treffen.

    Nach etwa 3 Stunden laufe ich alleine weiter (Skiverletzung meiner Wanderpartnerin). Der Trail ist unglaublich schön und in Gedanken sehe ich mich schon, an meinen nächste freien Tagen ein weites Stück des Weges zu laufen. Ich bin - wie immer wenn ich in der Natur wandere / trailrunne - superglücklich. Bis ich an die Robin Hood Bay gelange. Kurz bevor ich die Bucht erreiche, sehe ich bereits einige Plastiktüten in den Bäumen und Abfall herumliegen. Ich sammle das Zeug ein und stapel es auf einem Haufen. Leider hab ich keine Tüte einstecken. Ich hatte nicht gedacht, dass ich so viel Müll sehen würde. An einem Stück des Trails sind es dann so viele Tüten, dass ich sie nicht mehr einsammle. Und als ich meinen Blick nach oben richte, sehe ich 1000e Tüten in den Bäumen hängen. Und der gesamte Hang ist voll damit. Ich bin entsetzt. Ich weiß gar nicht, wie mir zumute ist.

    Ich trete den Rückweg an. Ich hatte beschlossen, bis 16 Uhr in eine Richtung zu laufen und dann umzudrehen. Aber der Anblick hätte mich ohnehin vertrieben.

    Auf dem Rückweg wird mir dann das Ausmaß bewusst und mich überkommt eine unglaubliche Traurigkeit. Ich entschuldige mich bei den umherfliegenden Möven und Raben, beim Meer, den Bäumen, den Walen und Fischen. Dafür, dass es uns Menschen gibt und wir diese Welt so zerstören (den Teil, dass ich in Tränen ausbreche und schluchzend in schönster Natur sitze, lass ich lieber aus ;-) )

    Ich laufe weiter Richtung "daheim" und bis ich im Hostel ankomme, sind die schlimmsten Gedanken vorbei und die Ruhe und Schönheit der Natur gibt mir wie immer eine innere Ruhe. Ich glaube, ich laufe den ECT trotzdem, auch wenn er an einer Müllhalde vorbeiführt.
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  • Day88

    May the 4th be with you

    May 4 in Canada ⋅ ⛅ 6 °C

    ... a couple of hours ago in a country far far away...

    Titel für alle nicht englisch sprechenden, nicht Star Wars Fans: Eisbergsichtung am 4. Mai

    Wow, heute hat der Sommer Einzug gehalten. Sonne und 6° im Plusbereich, persönlich habe ich mindestens 15° gefühlt. Am Nachmittag lassen Ashley & ich uns daher von Todd zum Eisbergschauen chauffieren. Der starke Wind gestern hat wohl einige neue Berge in die Bucht getrieben. Wir fahren zum Leuchtturm zu dem ich vor 2 Tagen gewandert bin. Mit dem blauen Himmel und den roten Büschen ist es ein tolles Farbenspiel. Neufundländer sind - ganz im Gegensatz zu Nova Scotianern - nicht gerade ein sportliches Volk. Und als Todd mich angrinst und meint: "Ist jetzt schon besser als laufen, oder?" schaue ich ihn nur fassungslos an. Nein, ist es nicht. Was hat man davon, im Auto an Eisbergen vorbeizufahren? Und so hüpfe ich kurz darauf aus dem Auto und flitze los, Richtung "Klondike Trail". Den wollte ich ohnehin laufen, warum also nicht heute? Es ist zwar schon 4, aber reinschnuppern geht schon.

    Ich laufe durch eine kleine Siedlung vor Bonavista, vorbei an kleinen Holzhäuschen. Es ist alles ausgestorben. Ein auf einer Terrasse liegender Hund sieht mich. Er springt auf, bellt und ist mit einem Satz auf dem Rasen. Im Galopp heizt er direkt auf mich zu. Und es ist ein Rottweiler. Mir bleibt fast das Herz stehen. Ich bleib wie angewurzelt stehen. Der Hund ist nur noch ein paar Schritte weg. "Stop" sage ich bestimmt. Und, was für ein Glück, der Hund haut die Hacken rein und stoppt gerade noch rechtzeitig, bevor er micht rammt. "Sit" befehle ich. Der Hund sitzt bevor ich mich über mich wundern kann. Ich streichel ihn, sage "Good Boy" und marschiere weiter. Scheint ein harmloser Hund zu sein. Ich möchte trotzdem nicht wissen, wie es jemandem ergangen wäre, der Angst hat vor Hunden. Wahrscheinlich stehen die Leute hier nicht vor dem Problem, weil niemandem einfällt, sich zu Fuß fortzubewegen.

    Ich folge dem Weg weiter, bis er in den Klondike Trail mündet. Dann schlage ich statt dem eigentlichen Weg einen kleinen Pfad ein, da ich vom Kap aus nach Bonavista blicken möchte. Ein kleiner Weg führt dorthin. Ich folge soweit es geht. Es ist ein ziemliches Feuchtgebiet hier und ich sinke oft in das weiche, komplett durchtränkte Moos.

    Der Ausblick hier ist traumhaft. Die steilen Klippen und Felsformationen, die Wellen, die meterhoch an den Klippen brechen, das Wetter, das auf einer Seite strahlend blauen Himmel auf der anderen Regen und dicke Wolken aufbietet. Eigentlich wollte ich joggen, aber es ist so schön, dass ich ständig inne halte, um die Schönheit der Natur zu genießen. Und die ist hier in Neufundland schon etwas ganz besonderes!
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  • Day96

    Random Island, 9.-19.5. (Workaway)

    May 12 in Canada ⋅ ⛅ 1 °C

    Der vierte Tag auf Random Island neigt sich dem Ende. Hier mache ich ein weiteres Workaway-Projekt. Diesmal auf einer kleinen Hobbyfarm. Die Familie baut sich gerade ein Unternehmen auf und Workawayer können mitgestalten.

    Meine Aufgaben die ersten 3 Tage umfassen alles von Kinderbücher lesen, über ausgebüchste Ziegen einfangen (2x heute; Morgens waren sie auf dem Friedhof, am Abend in Nachbars Vorgarten), Hühnerstall ausmisten, 3 Australian Cattle Dogs bespaßen bis hin zu Müll sammeln.

    Das Müll sammeln hat mich einen ganzen Tag beschäftigt. Ein Teil des Gebiets, auf dem die Familie lebt, wurde von den früheren Bewohnern zum Müll abladen benutzt. So viele Glasscherben, Blechbüchsen, Schuhe, Stifte - sehr traurig.

    Freizeit ist im Moment etwas dürftig, da ich zwischenrein versuche, den beiden mit den Kindern und Haushalt so gut es geht unter die Arme zu greifen.

    Bisher war ein Spaziergang am Strand drin (eigentlich wollten wir Kajak fahren, Katy hat aber nicht an die Paddel gedacht, daher sind wir mit den Schwimmwesten am Strand spaziert) und ein Trailrun mit Dingo, einem der Hunde. Die beiden wollen ihn abgeben, weil er etwas viel wird für die Familie. ACDs sind nicht so einfach zu halten und er ist sehr besitzergreifend. Vielleicht nehme ich ihn mit und suche ein neues Zuhause für ihn. Am besten wäre eine Farm. Ich hatte auch kurz darüber nachgedacht, ihn mit auf Reisen zu nehmen. Also im Grunde denke ich immer noch darüber nach. Aber die Kosten und die Verantwortung - das ist mir glaub ich zu viel. Wobei ich mich so unglaublich sicher mit ihm Gefühlt hab in der Wildnis. Ohne ihn wäre ich nie so weit gelaufen, hätte nie diese Aussichten genießen können. Der Weg war teilweise komplett überschwemmt und auf die Hügel gab es nicht mal Pfade. Er würde es mit Sicherheit mit jedem Tier aufnehmen. Gleichzeitig ist er der liebste Hund, folgt ziemlich gut (meistens ;-) ) und ist ein toller Begleiter. (Nichts im Vergleich gegen "meine" Bonnie, aber dennoch toll)

    Mal sehen, was sich in den nächsten Tagen noch alles ergibt. "Ein Tag wie alle Tage - nein, jeder ist neu."
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  • Day162

    Port au Port Peninsula

    October 16 in Canada ⋅ ⛅ 8 °C

    Früh ist es sehr frisch auf dem Rad aber die Sonne lacht. Zeit für eine Erkundungstour. Ganz im Westen der Insel gibt es eine Halbinsel die hauptsächlich durch französischstämmige Acadier besiedelt wurde und auch heute ihr kulturelles Erbe wie z.B. Das Brot backen hervorhebt. Auch steht hier die größte Holzkirche in Labrador & Neufundland. Ich muss jedoch zugestehen, ich bin einfach mal der einzige Besucher an diesem Tag und wegen mir werden keine Museen oder Kirchen extra offen gehalten. Zumindest noch nicht wieder. ;)
    Mir bleibt also oftmals nur die spektakuläre Natur. Aber davon gibt es viel und ich teile sie mir ganz allein mit Elchen und Jägern. Damit bin ich beim heutigen Ausflug. Der führt mich in der Morgensonne zuerst in die Gravels. Oftmals hat sich viel loses Gestein hier aufgetürmt. Die Gezeiten legen nun Stück für Stück die wenigen Felsen frei. Und übrig bleiben in der Sonne glänzende Steilküsten und Hoodoos die ein schöner Wanderweg verbindet.
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  • Day160

    Mit der Laterne nach NFLD

    October 14 in Canada ⋅ ⛅ 9 °C

    „Ich ziehe mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir...“ - Ääh — Nein, es ist noch nicht Martinstag. Jedoch zieht die Fähre gerade einsam ihren Weg unter Vollmondflutlicht gen Neufundland. Da war doch tatsächlich einfach die Straße zu Ende. Und die Insel, und überhaupt.

    Es war gut das ich gestern den Ruhetag eingelegt hatte. Die Fähre blieb nämlich auch im Dock. Dabei hatte es gerade mal Windstärke 5. Die Segler unter euch mögen jetzt die Stirn runzeln - ich auch. Aber ich fahre ja. Heute ist es windstill und spiegelglatt. - Der Sicherheit halber...

    Als Radfahrer gebührte mir die Ehre dass ich als erster Passagier an Bord darf. Gestern war es ein Motorradfahrer. Vor drei Tagen ein anderer Radfahrer und ein Fußgänger. Vielleicht treffe ich den ja noch auf der Straße. :)
    Aber es tut gut zu wissen das man nicht der einzige und letzte ist.

    Die Nacht vergeht im Flug, noch einmal schön kuschelig in die Fließdecke eingekuschelt bevor wahrscheinlich wieder mal gezeltet wird.
    Neufundland erwartet mich mit einen grandiosen Sonnenaufgang. Das war bislang immer ein treffsicheres Zeichen für ein tolles neues Abenteuer.
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  • Day57

    Sportlich unterwegs in St. John's

    April 3 in Canada ⋅ ☁️ 0 °C

    Ich schreibe Tag 2 meines Aufenthalts in St. John's (kann das wirklich sein??!! Kommt mir viel länger vor!) Das Hostel scheint mit den Arbeitszeiten sehr entspannt zu sein, ich soll erst mal einen Tag ankommen, dann werde ich Mittwoch um 10 Uhr eingewiesen, bin aber erst ab Freitag und am Wochenende zum Arbeiten eingeteilt (und da wird das Wetter schlecht, hihi). Will ich Ausflüge machen, soll ich rechtzeitig Bescheid geben, dann kann ich auch mal ein paar Tage am Stück freinehmen und Dave, der Inhaber, bietet auch einen Austausch mit einem anderen Hostel an. Läuft also ;-)

    Gestern und auch heute sind sehr sonnige Tage, die ich hauptsächlich draußen verbringe. "Signal Hill", der Hausberg ist ein Muss hier und trotz des bis zu 60 km/h Windes, der hier durch die Stadt pfeift, laufe ich gleich mal hoch. Es sind sehr wenige Menschen unterwegs, downtown, wie auch auf dem Hausberg. Das Areal ist super schön, mit mehreren Seen, gut gepflegten Wegen und vielen Schildern, die einen durch die Geschichte St. John's und des Berges führen. Dieser diente schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts als Aussichtspunkt mit einer Befestigungsanlage und war Schauplatz der letzten Schlacht des siebenjährigen Krieges in Nordamerika. Ich bin sofort begeistert, nicht wg. des Kriegsschauplatzes, sondern, weil ich mit Signal Hill schon mein Jogging-Areal gefunden habe.

    Ich erfahre auch, dass hier ein Weißkopfseeadlerpärchen nistet. Mal sehen, ob ich die Familie mal zu Gesicht bekomme.

    Am Abend besuche ich gleich eine Aerial-Stunde. Allerdings Silks & Hammock und Beginner. Ich möchte eigentlich nur Aerial Hoop machen, daher geh ich später noch ins freie Training. Wir sind zu 4. und es ist ganz angenehm, einfach ein paar Sachen zu wiederholen. Außerdem ist es günstiger und ich kann auch meine Straps mitbringen und aufhängen - juchu!

    Als ich am Mittwoch Morgen um 7 Uhr aufwache und die Sonne scheint, mache ich mich gleich auf den Weg, die 167 hm (haha) zu erklimmen. Es ist windstill und trotz der -1° ist mir sofort warm. Als ich an einer der Absperrungen vorbeilaufe (eigentlich ist hier noch Winter, da sind die Wege noch nicht freigegeben) sitzt ein riesiger Adler auf einem Baum nicht weit von mir. Ich gehe langsam weiter, um ihn nicht zu stören. Trotzdem erhebt er sich in die Lüfte. Toll!! Nach dem Nest suche ich nicht, auch wenn mir ein netter Herr erzählt hat, wo es ist. Die Adler haben auch ihre Ruhe verdient.

    Zurück im Hostel werde ich in das Buchungssystem des Hostels eingewiesen und mache mich dann nochmal auf nach Downtown, um die Straßen der Gegend kennenzulernen. Schließlich will ich Neuankömmlingen ein bißchen was erklären können.

    Die Stadt ist sehr schnuckelig, es gibt lauter kleine Läden aber als ich die Pub-Straße - George Street - entlanglaufe, komme ich mir vor wie auf Ballermann im Winter - ein Pub reiht sich an den anderen, zwischenrein die ein oder andere Karaokebar. Und wie auch auf Mallorca im Winter ist es eine Geisterstraße. Es ist natürlich auch 2 Uhr Nachmittags.

    Ich mache noch einen Abstecher in die Touriinfo. Dort werde ich mit Broschüren ausgestattet: Walking Tour 1-4 - alle in Downtown. Es gibt hier echt wahnsinnig viel zu entdecken. Als ich der netten Dame erzähle, dass ich gerne laufe, erzählt sie mir von der Laufgruppe, die sich immer Mittwoch Abends und Sonntag Morgens trifft und mit Guides unterschiedliche Touren macht.

    Wieder "daheim" im Hostel und WLAN erwartet mich eine Nachricht aus der Salsa-Community. Die ist wohl nicht sehr groß, dafür aber umso herzlicher. Freitags gibt es private Salsa-Parties bei einem Mädel daheim, zu der ich gleich eingeladen werde (allerdings wg. Urlaub erst ne Woche später). Dieses Wochenende ist dafür allerdings ein Bachata-Spezial mit Workshops und Parties. Meine Hoop-Lehrerin tritt zudem Samstag auf einer Burlesque-Party auf. Fast schon stressig hier! ;-)

    St. John's ist in der Tat eine Stadt für eine sportfanatische Person wie mich :-)
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You might also know this place by the following names:

Newfoundland and Labrador, NL, New Foundland - Labrador, Terre-Neuve-et-Labrador, Terra Nova e Labrador, Newfoundland och Labrador

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