Endlich ist es wieder soweit!
25 août 2023, Danemark ⋅ ☁️ 23 °C
Uff, wir haben es geschafft! Nach ereignisreichen und teils recht anstrengenden Wochen zuhause freuen wir uns riesig, endlich wieder auf Tour zu sein!
Wie auf unseren Reisen gen Norden üblich, ist der 1. Stopp nicht weit von der A 1 im ca. 400 km entfernten Wildeshausen. Dort gibt es einen schönen Stellplatz abseits der Autobahn und zudem lecker zu essen im Alten Amtshaus (15 Min. zu Fuß) . Auch eine Freundin aus Jugendtagen lebt dort, die es fast immer möglich macht, dass wir dort mit unseren Männern gemeinsam schön essen gehen können (s. a. Skandinavien 2022).
Das Frühstück in der dem Stellplatz benachbarten Sporthalle "Auszeit" ist inzwischen auch schon lieb gewonnene Tradition. Gut gestärkt fahren wir weiter gen Norden.
Nach weiteren 400 km entscheiden wir uns für einen Übernachtungsstopp auf der dänischen Insel Odense, Campingplatz Baringskov in Asperup. Dort empfängt uns die Ostsee am frühen Nachmittag bei strahlend blauem Himmel mit angenehmen Temperaturen um 23 Grad unter Buchen, deren Wipfel sich leise im Wind wiegen, schreienden Möwen und einem Blick auf die leicht gekräuselte Ostsee mit vereinzelten Segelbooten in der Ferne. So dürfte es gerne bleiben😉.En savoir plus
Die Halbinsel Falsterbo
26 août 2023, Suède ⋅ 🌙 18 °C
Wir setzen unsere Reise durch Dänemark fort, passieren Kopenhagen-Kastrup und fahren erst durch den Drogden-Tunnel und dann über die Öresund-Brücke Richtung Schweden (s.https://findpenguins.com/cpontour/footprint/637…). Am Ende der Brücke entscheiden wir uns aber erneut nicht für die Stadt Malmö, die direkt vor unserer Nase liegt. Uns ist erst einmal nach Ruhe, nicht nach Großstadt zumute. Vielleicht kommen wir auf dem Rückweg noch einmal hier wieder vorbei. Wir halten uns stattdessen rechts Richtung Südküste und peilen die Halbinsel Falsterbo an, eine kleine, aber nicht einmal in der Hochsaison überlaufende Halbinsel mit langen Sandstränden, bunten Strandhäuschen und viel sattem Grün. Dort finden wir einen herrlichen Campingplatz mit viel Platz in einer Art lichtem Birkenwald (Falsterbo Camping Resort). Und in wenigen Schritten ist man am Meer. Wir entscheiden direkt, erst einmal 2 Nächte dort zu bleiben.
Die Freude über die tolle Location wird nur ein wenig getrübt durch den Umstand, dass zuerst Peter nach kaum einer halben Stunde Präsenz dort den Rücken voll hat mit riesigen Mückenstichen, 8 Stück an der Zahl. Eigentlich glaubten wir, dass die Saison allmählich vorüber sein sollte, und sind froh, Fenistil doch gut gekühlt griffbereit zu haben. Bei Abreise gut 40 Std. später können wir unsere Stiche beide schon gar nicht mehr zählen... .
Abends gehen wir noch ein paar Schritte Richtung Meer und erfreuen uns ganz überraschend schönster Heide-Landschaft.
Wir machen am Folgetag einen weiteren Spaziergang in den gepflegten Ort mit Einfamilienhäusern, die sicher vielfach Ferienwohnungen sind. Bei wechselndem Sonne-/Wolkenwetter mit schon etwas herbstlichen Temperaturen laufen wir durch den sonntäglich ruhigen Ort und entdecken einen Delikatess-Supermarkt, der Sonntagnachmittags krachend voll ist, den wir aber für den Augenblick links liegen lassen. Wir laufen weiter Richtung Hafen, der zwar ganz nett, aber nicht spektakulär ist. In den benachbarten Dünen entdecken wir aber unzählige bunte Strandhütten, die wirklich hübsch sind. Über ein großes, allgemein zugängliches Golfgelände hinter den Dünen laufen wir in einem großen Bogen zurück zu unserem Campingplatz. Am Ende waren wir gut 3 Stunden unterwegs und freuen uns auf unser kuscheliges WoMo.En savoir plus
Ystad und Kommissar Wallander😉
28 août 2023, Suède ⋅ ⛅ 19 °C
Am nächsten Morgen kehren wir zu dem tollen Supermarkt zurück und gönnen uns für den Mittagsimbiß ein Smörrebröd (auch wenn das eigentlich dänisch ist), welches uns so sehr anlacht. Für abends holen wir uns geräucherte Makrele, schließlich sind wir am Meer!
Wir fahren weiter Richtung Ystad, die südlichste Stadt Schwedens und die Stadt, aus der der Schriftsteller Henning Mankell stammt und in der fast alle seine Kriminalromane (insbes. auch "Kurt Wallander") spielen. Nach diesen Romanen hat Ystad die höchste Mordrate Schwedens😉. Wir finden das Haus, in dem der Protagonist lebte und besuchen auch die Ystad-Filmstudios, in denen die dazu gehörigen Filme gedreht wurden.
Ystad selbst hat eine Altstadt mit 300 teils sehr alten Fachwerkbauten. Der Gesamteindruck ist der einer netten quirligen Kleinstadt.
Wir fahren aber weiter Richtung Ales Stenar. „Ales stenar oder Ale stenar (deutsch „Die Steine von Ale“) in der schwedischen Gemeinde Ystad in Schonen (Skåne) ist mit 67 Metern Länge und 19 Metern Breite eine der größten erhaltenen Schiffssetzungen in Skandinavien“, also eine Ansammlung von riesigen Steinen in Form eines Schiffsrumpfes vermutlich aus der Zeit der Wikinger und damit ca. aus 600 n. Chr., die auch vom Meer aus weithin sichtbar sind. „Die aus 59 Steinen bestehende Schiffssetzung liegt auf einem etwa 37 Meter hohen Hügel direkt an der Ostseeküste beim Ort Kåseberga im Süden Schonens. Der Küstenabschnitt ist von einer steil zum Meer abfallenden Abbruchkante geprägt. Die 0,5 bis 1,8 Tonnen schweren Steine sind in Form eines Schiffes angeordnet. Die etwa drei Meter hohen Stevensteine von Bug und Heck sind am größten, die Höhe der Steine nimmt von dort zur Mitte hin ab. Während der Großteil der Steine aus örtlich vorkommendem Sandstein ist, bestehen einige Steine aus Hardebergasandstein, der etwa 20 Kilometer entfernt bei Simrishamn gebrochen wurde.“ (Wikipedia) Wir finden einen sehr schönen Stellplatz auf einer Wiese in ca. 1,5 km Entfernung, so dass ich unabhängig von Peter in der Abend- und sogar noch einmal in der Morgendämmerung dort zum Fotografieren hinlaufen kann.En savoir plus

VoyageurSehr schöne Fotos!!! Die Walander Filme 🎥 kenn ich alle, immer wieder gut. Sehr interessant der Ort.

CP on tourWow, ich kannte sie gar nicht, hab es aber auch so gar nicht mit Krimis. Peter kannte aber die Romane und Filme und so wurde meine Bildungslücke nun geschlossen😉.
Skillinge und Simrishamn
29 août 2023, Suède ⋅ ☁️ 16 °C
Auf unserer Weiterfahrt kommen wir durch den kleinen Ort Skillinge, der uns im Vorbeifahren durch seine schmucken Holzhäuschen auffällt und in dem wir sogar auf einen uralten gemeinsamen Waschplatz stoßen. Wir machen einen kleinen Spaziergang und fahren dann weiter zum Camping Platz Tobisviks nördlich von Simrishamn, um auch dorthin am Spätnachmittag über einen schönen Weg an einem Flüsschen entlang zu laufen. Beide Orte an der südöstlichen Küste Schwedens zeichnen sich dadurch aus, dass sie Schweden-Holzhäuschen vom Feinsten zu bieten haben, was sie per se sehr charmant macht.En savoir plus
Die Aalküste
30 août 2023, Suède ⋅ ☁️ 18 °C
Wir setzen unseren Weg entlang der Aalküste fort. So wird die südschwedische Küste bezeichnet, wenn ab August die Aale auf ihrem Weg Richtung Atlantik hier vorbeiziehen. Zudem ist diese Gegend das größte Apfelanbaugebiet in Schweden. 75% der schwedischen Äpfel kommen von hier.
In das Örtchen Kivik hab ich mich sofort verliebt. Im Hafen finden wir zuerst eine Räucherei mit Fischgeschäft. Die Auslagen lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Wir kaufen 2 Stück 4stöckige Fischtorte und … natürlich … auch Aal. Und in der Altstadt ist noch einmal ein Häuschen entzückender als das Nächste. Blauer Himmel, Schäfchen-Wolken und Sonne, 23 Grad. Was will man mehr? Das Meer hat man rechter Hand fast immer im Blick.
Von Kivik nach Arhus fahren wir weiter durch eine häufig leichte hügelige Landschaft, die für das ganze Österlen so charakteristisch ist: mit saftigen, von Baumbestand umrandeten Wiesen und immer wieder auch großflächigen Apfelplantagen. Die Landschaft ist sehr gefällig und saftig grün. Immer wieder fährt man durch kleine Orte mit alten roten Backsteinhäusern oder mit alten Fachwerkhäusern. Aber auch die typisch schwedischen Holzhäuschen gibt es häufig und sie sind einfach so charmant, wenn hier auch nicht ganz so häufig wie letztes Jahr in der Provinz Bohuslän. Hügelige Passagen wechseln sich ab mit ganz flachem Land.
In Arhus finden wir auf einem Campingplatz (First Camp Arhus-Kristianstad) einen schönen Stellplatz am Ende einer Reihe von WoMo-Stellplätzen, stellen uns rückwärts rein und haben damit einen Sitzplatz, der in eine Art Waldgebiet übergeht.
Wir machen abends noch einen Spaziergang in den Ort durch ein schönes Viertel auch mit vielen sehr alten Holzhäusern, von denen manches auch das 19. Jahrhundert noch erlebt haben dürfte. Es macht Spaß, durch die Wohnviertel zu laufen und man ist versucht davon zu träumen, selbst in einem dieser Kleinode zu leben. Aber irgendwie bin ich nicht fit an dem Abend und wir kehren vor dem Stadtkern um. Wieder im WoMo gibt es die Spezialitäten aus der Räucherei in Kivik🤗.En savoir plus
Kristianstad + ein untauglicher Versuch
1 septembre 2023, Suède ⋅ ☁️ 13 °C
Unser nächstes Ziel ist Kristianstad. Dieses wurde im 17. Jahrhundert von Christian IV von Dänemark als Festungsstadt errichtet, als Schonen = Skane noch zu Dänemark gehörte. Eine Statue von Christin IV schmückt noch heute den Giebel des Rathauses. Kristianstad wurde ursprünglich als renaissancezeitliche Idealstadt angelegt, auch wenn ein Großteil der heutigen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert datiert. Der alte Kern der Stadt ist durch rechtwinklig aufeinander zulaufende Straßen geprägt und erinnert sehr an die deutsche Quadrate-Stadt Mannheim. Die Stadt hat viel alte Architektur, allerdings durchaus auch durchmischt mit Bausünden insbes. der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dennoch fühlen wir uns wohl und schlendern auf dem Rückweg durch den prachtvollen Tivoli-Park mit einem wunderschönen Jugendstil-Theater aus dem Jahre 1906. Dunkle Wolken lassen es uns aber doch angeraten erscheinen, nicht zu viele Kurven zu schlagen und uns zügig zu unserem WoMo zurückzubegeben.
Wir fahren weiter zum Naturpark Eriksberg in der Kommune Karlshamm, in dem es auch Elche und sogar Bären geben soll und in dem in den Sommermonaten die Möglichkeit besteht, mit einem autarken Wohnmobil sogar in dem Park zu übernachten. Das Problem: Wie definiert man „Sommermonate“? Wir müssen lernen: Der 31.08. gehört auf alle Fälle nicht mehr dazu. Der Park ist seit 3 Tagen geschlossen. - Das ist wirklich sehr, sehr schade 😢.
Wir finden aber einen wunderschönen Rasen-Stellplatz auf einem Golfplatz hinter einem der landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäude dort. 4 Stellplätze mit Strom sind vorhanden, wir sind alleine. Es ist alles mega gepflegt. Aber leider regnet es an diesem schönen Ort den ganzen Abend, die ganze Nacht und auch am nächsten Morgen.En savoir plus
Über Karlskrona nach Kalmar
1 septembre 2023, Suède ⋅ ☁️ 15 °C
Da es regnet, verlassen wir den schönen SP auf dem Golf-Platz und fahren weiter Richtung Kalmar. Unseren Plan, noch einen Zwischenstopp in Karlskrona einzulegen, haben wir wegen des ausgeprägten Regens schon fast fallen gelassen, als es plötzlich doch aufklart. Wir finden einen Stellplatz direkt vor der Festungsanlage der Stadt. „Der Marinehafen von Karlskrona aus dem Jahr 1680 ist ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel einer europäischen Marinestadt. Die Werft hat noch ihre Gebäude und Docks, die speziell für den Bau von Segelkriegsschiffen ausgelegt sind. Das von UNESCO gelistete Gebiet umfasst außerdem Befestigungsanlagen, die Altstadt von Karlskrona und Anlagen im umliegenden Viertel“. (Unesco) Der gelbe Glockenturm, der schnell ins Auge fällt, hatte als ursprüngliche Aufgabe die Zeitanzeige für die Werftarbeiter.
Die Fredrikskyrkan ist die größere der beiden Barockkirchen in Karlskrona. Die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammende Kirche mit zwei Türmen steht an der Ostseite des repräsentativen Marktplatzes Stortorget. Genauso wie die benachbarte Trefaltighetskyrkan an der Südseite des Stortorget, zählt auch die Fredrikskyrkan mit zu den imposantesten Bauwerken des klassischen römischen Barock in Schweden. Beide Kirchen sind ebenso wie der Glockenturm Bestandteile des UNESCO-Weltkulturerbes, zu dem große Teile Karlskronas 1998 erklärt wurden.
Vor der Admiralitätskirche fällt uns noch die Skulptur von Ralf Borseilus „Dem Buch entsprungen“ unter Bezugnahme auf Selma Lagerlöfs Erzählung „Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“ auf. Sie erhielt 1909 den Literatur-Nobelpreis und wurde 1914 als 1. Frau in die Schwedische Akademie aufgenommen.
Wir nutzen die Regenpause, schlendern ca. 1 Std. durch die hübsche Stadt, ehe es wieder dunkler wird. Kaum, dass wir wieder im WoMo sitzen, regnet es weiter. Wir erreichen den erneut wunderschönen Campingplatz in Kalmar am frühen Abend (First Camp Stensö - Kalmar). Aber es schüttet. Wir verzichten auf unseren beabsichtigten Besuch in Kalmar und hoffen, ihn später nachholen zu können. Am nächsten Morgen fahren wir von Kalmar über die Brücke auf die Insel Öland.En savoir plus
Öland - erst einmal kleine Pause
2 septembre 2023, Suède ⋅ ☀️ 19 °C
Wow, die Sonne kehrt zu uns zurück! Am nächsten Morgen fahren wir bei strahlend blauem Himmel über die 6 km lange Ölandbrücke und damit auch über den Kalmarsund auf die Insel. Diese ist 16 km breit und 135 km lang und eine der beliebtesten Urlaubsziele der Schweden.
Und Öland ist die Insel des Windes. Sie zeichnet sich u.a. durch die für sie typischen Bockwindmühlen aus. Früher sollen es mal 2000 gewesen sein, heute nur noch 300, die aber nicht mehr funktionsfähig sind. Bauern betrieben sie bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts für den Eigenbedarf. Wer etwas auf sich hielt, hatte seine eigene Mühle. Nur 10-20 Einwohner kamen statistisch auf eine Mühle.
Wir möchten mal wieder 2 Nächte an einem Ort bleiben, es ganz ruhig angehen (schließlich ist doch Wochenende😉) und suchen ein Plätzchen direkt am Meer. In Mörbylanga im Süden werden wir fündig. Es ist ein wunderschöner Wiesenplatz, der uns jedoch schon kurz nach unserer Ankunft eine etwas unliebsame Überraschung zu bieten hat: Eine Kreuzotter schlängelt sich unter unserem Tisch entlang, immerhin eine Giftschlange, auch wenn ihr Biß für Erwachsene „selten tödlich“ ist. Puh, wir hätten es nicht testen wollen und sind froh, dass Peter sie rechtzeitig gesehen hat. Er hatte auch eine richtige Vermutung bzgl. der Schlangenart, die ihm sein insoweit kundiger Freund Armin inzwischen bestätigt hat.
An unserem „Ruhetag“ machen wir nur einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Direkt an der Küste gibt es ein paar sehr schmucke, sogar doppelstöckige Holz-Villen. Aber in hinteren Bereichen des Ortes ist Armut unverkennbar. Die Touristen-Hochsaison beginnt mit Mittsommer Ende Juni und ist Anfang August schon wieder vorbei. Den Rest des Jahres ist die Arbeitslosigkeit hier auf der Insel hoch, die Bevölkerungsabwanderung dramatisch. Viele Häuser wirken verlassen.
Da wir ein bisschen mehr Muße haben als sonst, entdecke ich zufällig ein Rezept für ein Pfifferling-Risotto und stelle obendrein fest, dass wir sogar alle Zutaten haben. Sehr lecker! Wir lassen den Abend gemütlich im WoMo ausklingen.En savoir plus
Ölands Süden
4 septembre 2023, Suède ⋅ ☀️ 20 °C
Nach unserem Pausentag sind wir voller Energie😉.
Zuerst fahren wir ganz in den Süden nach Ottenby an Ölands Södra Udde (= Südkap) zu einer Vogelstation mit riesigem Naturreservat. Dort gibt es einerseits einen Zwischenstopp für Zugvögel, andererseits auch eine Vogelstation, die sich um Beringung, Vogelkartierung und Führungen kümmert, sowie auch eine ornithologische Forschungsstation, die sich mit dem Flugverhalten der Zugvögel befasst. (Wie finden Zugvögel überhaupt ihren Weg, wie und warum fliegen sie immer denselben Weg? Warum machen so viele Vögel genau hier Zwischenstopp?) Zudem gibt es dort auch noch den Langen Jan, mit einer Höhe von 41,6 m Skandinaviens höchster Leuchtturm, der eine Reichweite von 33 km hat. Wir genießen die Schönheit der Landschaft und das tolle Wetter bei diesem Ausflug in vollsten Zügen!
Später fahren wir ein paar Kilometer weiter zu der wieder aufgebauten Ringburg Eketorp im Stora Alvaret. Die Ringburg enthält aktuell eine Rekonstruktion der Bauweisen der Hütten einerseits in der Eisenzeit und andererseits im Mittelalter. Wir fanden das schon optisch eindrucksvoll, auch wenn das kleine Museum in den Hüttchen montags geschlossen hat. Da die flache Landschaft Ölands keinen natürlichen Schutz bot, baute man solche Burgen, um in unruhigen Zeiten besser geschützt zu sein.
De facto ist die ganze Südspitze Ölands Unesco Welterbe. Das liegt insbes. an dem Stora Alvaret, in dem auch die Ringburg liegt. Sie ist eine der bizarrsten Landschaften in Nordeuropa, eine baumlose große Felsebene im Süden der Insel, die sich über 56.000 Hektar erstreckt. Sie ist ein schwer zu besiedelnder Lebensraum, die meiste Zeit im Jahr weht hier ein leichter Wind über die Ebene, ein nahezu baumloses, für Landwirtschaft ungeeignetes Land mit einer dünnen Vegetationsschicht auf felsigem Kalkuntergrund. Stora Alvaret ist das größte Alvargebiet der Erde und stellt ein Viertel der weltweit vorhandenen Alvarfläche dar. Es handelt sich um eine der letzten naturbelassenen Karstlandschaften in Europa.
Ein weiteres Ziel ganz anderer Art an diesem Tag ist die Paradisverkstaden, eine sehr edle Töpferei, die ich bei einem meiner beiden letzten Besuche auf der Insel vor ca. 25-30 Jahren kennen gelernt habe als eine Produktionsstätte für sehr edle, aber auch sehr farbenfrohe Keramiken. Der Stil hat sich aber sehr verändert. Heute sind die Produkte immer noch von höchster Qualität, aber in Naturfarben Weiß, Beige und Braun. Ich hatte auf Farben gehofft. Die Werkstatt ist aber dennoch unbedingt einen Besuch wert für jene, die sehr hochwertige Qualität suchen, die aber schon auch ihren Preis hat.
In Köpingsvik finden wir wieder einen tollen Campingplatz am Meer (Grondals Camping), aber da wir erst abends kommen, müssen wir uns mit der 2. Reihe begnügen. Dennoch haben wir einen tollen Blick auf das Abendrot am Horizont.En savoir plus
Ölands Norden
5 septembre 2023, Suède ⋅ ☀️ 22 °C
Am nächsten Morgen schlafen wir erst einmal lange und widmen uns der wenigstens teilweisen Buchung der Fähren für die nächsten Tage. Und ehe man es sich versieht, ist es Nachmittag. Wir entscheiden uns, dennoch die 6 km zum Borgholmer Schloß (und natürlich auch wieder zurück) noch zu laufen, obwohl uns klar ist, dass es nun schon geschlossen hat. Es ist wieder ein herrlicher Sonnentag und T-Shirt-Wetter.
Das Borgholmer Schloss ist aus einem Wehrturm des 12. Jahrhunderts entstanden und wurde mit seiner strategischen Bedeutung in den Kriegen der Schweden gegen die Dänen ständig erweitert. In der Renaissance wurde es ein wehrhaftes Schloss mit mehreren Flügeln und wurde später zu einer bedeutenden Barockanlage umgestaltet. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts verschob sich die Grenze zu Dänemark, die ehemals durchs südliche Schweden verlief, an die Südküste der skandinavischen Halbinsel und die Festung hatte keinen strategischen Nutzen mehr. Nach einem Brand im 19. Jahrhundert ist es heute nur noch als Ruine erhalten. (Wikipedia)
Auf dem Rückweg kommen wir auch durch die Stadt Borgholm, die Hauptstadt der nördlichen Inselhälfte. Es ist ein hübsches Städtchen mit schönen alten Wohngebieten.
Am nächsten Morgen geht es ganz in den Norden der Insel, wo es einen Zauberwald gibt. Die Fahrt an die Nord-Ost-Spitze zeigt uns auch die Landschaft in der nördlichen Inselhälfte. Es gibt erst wieder die von Baumreihen umsäumten Felder, die wir vom Festland kennen, die es aber im Süden der Insel kaum gab und die schließlich in Wald übergehen. Wir fahren auch durch Maisfelder und Kornblumen-Wiesen und passieren nun auch wieder große landwirtschaftliche Gehöfte in dem für Schweden so typischen Schwedenrot, einem Ocker-Ton.
Im Zauberwald entscheiden wir uns für die größte der 3 angebotenen Wanderrouten mit 4,5 km, die sich bei dem herrlichen Wetter im Wald auf meist befestigten Wegen schön laufen lässt. Dieser Zauberwald zeichnet sich durch sehr viele verknorkste Kiefern aus, die sich ihren Weg zum Licht suchen. Und wahrlich beeindruckend fanden wir eine 900 Jahre alte Eiche! Wieviel Geschichte die schon mitbekommen hat! Besten Dank an C D für diesen Tipp, den ich von damals nicht in Erinnerung hatte!
Zurück am Auto entscheiden wir uns für die fast 2stündige Rückfahrt nach Kalmar auf dem Festland, dessen Besuch letzte Woche im 1. Anlauf dem strömenden Regen zum Opfer fiel (und fahren auch wieder zum First Camp Stensö-Kalmar). Am frühen Abend laufen wir noch einmal zum Wasserschloss von Kalmar und schauen uns die nähere Umgebung an. Und ich gönne mir eine kleine Fotosession in der Dämmerung, während Peter schon eine Stunde früher zurückläuft.En savoir plus
Gotland: Visby❤️
8 septembre 2023, Suède ⋅ ☁️ 20 °C
Wir fahren am nächsten Morgen nach Oskarshamn, von dort geht mittags die Fähre in das Städtchen Visby auf Gotland. In 3 km Entfernung vom Stadtzentrum finden wir einen CP (Camping Visby Strandby). Das kann man gut laufen.
Visby ist eine ehemalige Hansestadt. Sie gilt auch als Stadt der Rosen und Ruinen. Von ursprünglich 17 Kirchen gibt es nur noch eine, die Domkyrka. Die anderen sind nach einem Brand in der Stadt im Jahr 1525 Ruinen, soweit sie noch vorhanden sind. Nur 150 Häuser haben damals den Brand überstanden und machen die Stadt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zudem gibt es eine fast vollständig erhaltene 3,6 km lange und zwischen 6 und 9 m hohe mittelalterliche Ringmauer mit Wehrtürmen um den Ortskern. Der Ort steht bereits seit 1805 unter Denkmalschutz, so dass es innerhalb der Stadtmauer auch keine Bausünden gibt. Dafür gibt es viele kleine Läden mit Handwerkskunst, Teeprodukten, Gewürzen u.v.m. Dieses Städtchen ist wirklich ein Juwel. Wir gönnen uns dort unseren ersten Restaurant-Besuch in Schweden und entscheiden uns für lokale Spezialitäten: Gotland-Lamm und Safran-Kuchen zum Nachtisch, beides ein Gedicht in dem kleinen Restaurant Vår Fru.En savoir plus
Fårö, Rauken und Herr Bergman
9 septembre 2023, Suède ⋅ ☁️ 18 °C
Am nächsten Morgen entscheiden wir uns für 2 Raukar-Felder auf der winzigen Nachbarinsel Fårö (ca. 18 x 7,5 km, 548 Einw.). Wir fahren die ca. 54 km quer über die nördliche Inselhälfte von Gotland weitgehend durch Kiefernwald und Wiesen bis zur Fähre. Dort angekommen, können wir direkt auffahren und sind 5 Min. später auf der Insel Fårö.
Auf Fårö haben viele Häuser ziemlich viel Patina, um es charmant auszudrücken;-). Durch den Ort Fårö sind wir durchgefahren, ohne es überhaupt zu merken. Er besteht nur aus einer Kirche, 2 kleinen Museen und einzelnen Häusern, der nächste Supermarkt ist fast 10 km entfernt. Vereinzelt sieht man auf der Insel aber auch neue Häuschen, die wohl Ferienhäuser von Stockholmern sind.
Aber hier soll es die interessantesten Rauken geben. „Rauken sind bis über 10 Meter hohe Kalksteinsäulen, die auf Gotland, aber auch auf Fårö, Lilla Karlsö und auf der benachbarten Insel Öland zu finden sind. (…) Die bizarren Formen entstanden nach der letzten Eiszeit durch Erosion und Auswaschungen des unterschiedlich harten Kalk- und Mergelgesteins im Küstenbereich. (…) Die schönsten Exemplare findet man auf der im Norden von Gotland liegenden Insel Fårö in den Naturschutzgebieten Langhammars und Gamle Hamn. (…)“ (Wikipedia) - Und genau zu diesen beiden Orten fahren wir. Die Raukar-Säulen assoziieren manches Mal tierische oder menschliche Zeitgenossen. Es weht ein kalter Wind. Durchgefroren kehren wir nach unseren Besuchen an den beiden Küstenabschnitten ins WoMo zurück. Einen Übernachtungsplatz und einen Supermarkt brauchen wir auch noch. Und so fahren wir kreuz und quer über das Inselchen. Wir finden einen Übernachtungsplatz auf dem CP Sundersand gerade noch vor Schließung der Rezeption.
Am Sonntagmorgen fahren wir zu dem Bergman-Zentrum im Ort Fårö, ein kleines Museum über den weltbekannten schwedischen Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur Ingmar Bergman (Oskar-Preisträger, Goldener Bär u.v.m.), der sich auf der Suche nach einer Filmlocation Anfang der 60er Jahre in Fårö verliebte, kurz darauf hier ein Haus gebaut, immer wieder hier gelebt und gedreht und insbesondere seine letzten Lebensjahre hier komplett verbracht hat. Er ist hier auch begraben.
Wir besuchen dann noch das im selben Gebäudekomplex gelegene kleine Fårö-Museum, welches die Geschichte dieses Inselchens anschaulich beschreibt. Die deutschen Erläuterungen gibt es in einer kleinen Broschüre zum Mitnehmen.
Am Nachmittag kehren wir zurück nach Visby zu dem uns schon bekannten Campingplatz, da am nächsten Morgen um 6.15 Uhr (!) das Boarding für unsere Fähre nach Nynäshamn und damit zurück aufs Festland ist.En savoir plus
Stockholm - 1. Tag
11 septembre 2023, Suède ⋅ ☁️ 18 °C
Um 5.15 Uhr klingelt unser Wecker! Die Fährfahrt von Gotland zurück auf das Festland (Nynäshamn) ist extrem neblig. Man sieht aus dem Fenster nicht einmal die Wasseroberfläche. Auf dem Festland wird es jedoch nach und nach besser. Nach 45 Min. Fahrt erreichen wir gegen Mittag unseren CP (Camping de Bredäng) im Außenbereich von Stockholm mit guter Anbindung ans Zentrum. Wir fahren am frühen Nachmittag 30 Min. mit der Bahn in die Stadt und steigen dann doch bei Sonne und blauem Himmel an der Station Gamla Stan aus.
Stockholm ist Schwedens Hauptstadt am Meer und erstreckt sich über 14 Inseln. Sie gilt als die sauberste Stadt Europas und das Wasser ist sogar so sauber, dass man mitten in der Stadt Lachse fangen kann.
Gamla Stan ist die Altstadt auf der Insel Stadsholmen mit vielen Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert und natürlich vielen kleinen Gassen. Wir setzen uns erst einmal in Ruhe in ein Café in der Sonne und lassen uns dann durch diese wunderschöne Stadt treiben. Sehenswürdigkeiten von Gamla Stan sind z. B. das königliche Stadt-Schloss, die deutsche Kirche und das Nobelpreis-Museum der Schwedischen Akademie. Eines der Highlights ist auch der Stortorget, ein zentraler Platz mit seinen alten bunten Giebelhäusern. Zufällig werden wir später im Vorbeigehen in einer Gasse am Stortorget auch Zeuge einer recht eindrucksvollen Chorprobe. Später wechseln wir auf die beiden kleinen Inseln Skeppsholmen und Kastellholmen, um nicht nur den Blick von der Altstadt, sondern auch den auf die schöne Altstadt zu haben. Man sieht prachtvolle alte Architektur, wohin man schaut. Ich hatte Stockholm als tolle Stadt von einem Besuch im tiefsten Winter vor 25 Jahren in Erinnerung, aber wir sind wirklich überwältigt!En savoir plus
Stockholm - 2. Tag
12 septembre 2023, Suède ⋅ ☁️ 21 °C
Das Stadtschloss, der Arbeits- und Repräsentationssitz der königlichen Familie in Gamla Stan, ist häufig komplett geschlossen wegen aktueller Anlässe (so auch diese Woche). Demgegenüber ist der private Wohnsitz des Königspaares, das barocke frühere Lustschloss Drottningholm aus dem Jahr 1699, der Öffentlichkeit mit Ausnahme des vom Königspaar bewohnten Südflügels ganzjährig zugänglich. Hinzu kommt, dass direkt hinter unserem CP eine Anlegestelle für das Boot nach Drottningholm ist. Und wir freuen uns auf die kleine Fahrt durch die Schären. Ich traute meinen Ohren kaum, als Peter bei Ankunft mit Blick auf eine Info-Tafel plötzlich sagt, das Schloss sei geschlossen. Es ist immer geöffnet, nur just vom 06.-20.09.23 nicht! Also müssen wir auf die Pracht im Innern leider verzichten. (Nachtrag: Es lag wohl am 50jährigen Thronjubiläum von König Carl Gustaf 3 Tage später.)
„Das Schloss Drottningholm liegt ruhig auf der Insel Lovön westlich vom Stadtzentrum. Es wurde fast gleichzeitig mit dem Stockholmer Schloss geplant und spiegelt mit seiner symmetrischen Fassade und dem kunstvollen Schlossgarten die wichtigsten Elemente des französischen Barocks wider. Es wird auch als „schwedisches Versailles“ bezeichnet. Drottningholm ist das am besten erhaltene Schloss in Schweden und steht auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Seit 1981 wohnt hier das Königspaar, aber Teile des Schlosses und der Park sind Besuchern trotzdem zugänglich.“ (visistsweden.de). So begnügen wir uns mit einem Spaziergang durch den riesigen Barockgarten, der aber leider auch weitgehend abgesperrt ist. Immerhin entscheidet die Sonne, sich an dem eigentlich eher diesigen Tag im letzten Moment doch noch zu zeigen. Es ist, als würde das Licht angeschaltet, um das Schloss doch noch zu beleuchten😉.
Gegen 15.30 sind wir zurück auf unserem CP, viel zu früh, um den Besichtigungstag schon zu beenden. So beschließen wir, noch einmal in die Gegenrichtung und damit ins Zentrum zu fahren und das Abba-Museum zu besuchen. Eine gute Entscheidung. Die Abba-Ohrwürmer machen einfach Laune und wir haben noch eine Stunde Zeit bis zur Schließung. Das passt genau. Auf der Rückfahrt mit tollem Blick entlang der Prachtstraße Strandsvägen entscheiden wir an einer Brücke, unseren Bus zu verlassen und in die Stadt zurückzulaufen, um die schöne Abendstimmung zu genießen. In Gamla Stan genehmigen wir uns einen Burger und Pommes, ehe Peter mir am Stortorget noch einmal eine kleine Camera-Session in der Dämmerung gönnt, da ich am Vorabend nur das Handy dabei hatte. Todmüde kommen wir ins WoMo zurück.En savoir plus
Finnland
14 septembre 2023, Finlande ⋅ ⛅ 12 °C
Wir hätten ohnehin nur noch einen halben Tag in Stockholm gehabt, aber am nächsten Morgen regnet es und wir entscheiden uns für einen Haushaltstag. Am Nachmittag fahren wir noch ca. 75 Min. nach Kapellskär, von wo aus am Donnerstagvormittag unsere Fähre nach Naantali in Finnland geht. Die 8 Std. Fahrt vergehen dank 2-maligem Büffet erstaunlich schnell. Gegen 22.00 Uhr erreichen wir nach weiteren 2 Std. Fahrzeit auf dem Festland den CP Rastila in Helsinki und können nach einigen Komplikationen auch zu später Stunde noch auf das Gelände fahren. Jetzt sind wir richtig in Finnland angekommen!
Ein paar Specials zu Finnland: Es ist fast so groß wie Deutschland, aber hat mit nur 5,6 Mio. Einwohnern mal gerade 6,5% unserer Bevölkerung und gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. - Es gilt als Land der 1000 Seen. - Seit Mitte der 90er Jahre ist es EU-Mitglied und nun ganz aktuell auch Nato-Mitglied. - Finnland hat seit 2010 ein verfassungsmäßig garantiertes Recht auf schnelles Internet. Das ist hier ein Grundrecht! - Und nach dem World-Happiness-Report leben in Finnland zum 6. Mal in Folge die glücklichsten Menschen dieser Welt. -
Auch die Finnen zieht es in die Stadt, bevorzugt in ihre Hauptstadt Helsinki, da diese nicht nur spannendes Kulturprogramm und Wohlstand, sondern auch Arbeitsplätze verspricht, die in ländlichen Gebieten immer rarer werden. Der Zuzug in den Großraum Helsinki liegt bei derzeit ca. 10.000 Menschen pro Jahr. Schiffe wurden an den Stadtrand verbannt, so dass alte Hafengebiete, Industriehäfen und Fabriken, die geschlossen wurden, umgewidmet und zu Wohngebieten erklärt wurden. Dabei soll Ghettobildung vermieden werden, die Qualität der Wohnungen soll von außen nicht erkennbar sein, Arm soll neben Reich, Jung neben Alt und Ausländer sollen neben Finnen wohnen. Zudem ist ein neuartiges Müllsammelsystem geplant, welches den Müll über unterirdische Pipelines ansaugt. Und Helsinki soll eine Stadt werden, in der es sich bequem ohne Auto leben läßt. Aus mehrspurigen Autobahnen sollen schmale Straßen und fußgängerfreundliche Boulevards entstehen. Ambitionierte Pläne für den Städtebau!En savoir plus
Helsinki - Teil 1
15 septembre 2023, Finlande ⋅ ☀️ 15 °C
Am nächsten Mittag ist natürlich Sightseeing in Helsinki angesagt, zumal die Wettervorhersage super ist!
Wir fahren 20 Min. mit der Bahn ins Uni-Viertel und kommen recht bald an dem tollen Jugendstil-Bau der Central-Station sowie dem auch sehr prachtvollen Finnischen Nationaltheater vorbei.
Von dort laufen wir zu dem vor ca. 200 Jahren großzügig angelegten Senatsplatz mit dem Dom auf einem Hügel. Der weithin sichtbare klassizistische Bau wurde 1852 fertiggestellt. Er ist heute evangelisch-lutherische Kathedrale und innen sehr schlicht gehalten. Er hat eine prachtvolle Orgel, auch wenn diese erst aus dem Jahre 1967 ist, 2 riesige Leuchter, 3 Statuen der Reformatoren Luther, Melanchthon und Agricola und das war’s. Außen auf dem Dach fallen noch Statuen der 12 Apostel auf. Der Dom ist eines der Wahrzeichen der Stadt.
Unser nächstes Ziel ist die Markthalle mit göttlichen lokalen Köstlichkeiten in Hülle und Fülle, vor allem Fisch in allen Variationen. (Forts. folgt im Teil 2)En savoir plus
Helsinki - Teil 2
15 septembre 2023, Finlande ⋅ ☀️ 16 °C
Wir sind von dem reichhaltigen Angebot der Markthalle ein bisschen überfordert, so dass wir uns für etwas relativ einfaches entscheiden: Eine mit Lachs und roten Zwiebeln und eine mit Krabben in Sahnesoße belegte Scheibe rundes Brot. Lecker! Zum Nachtisch spricht uns Tippaleipä (= frittiertes Spritzgebäck), eine finnische Spezialität, an, die aber recht hart ist. So ganz überzeugt davon sind wir beide nicht.
Hinter dem Marktplatz liegt auffällig die Uspenski-Kathedrale der finnisch-orthodoxen Kirche, die das komplette Gegenteil des Doms ist, was die Innenausstattung anbelangt: dort gibt es kaum einen freien Fleck im Innenraum. Die Kathedrale stammt noch aus der Zeit der russischen Herrschaft über Finnland bis 1917.
Von dort laufen wir durch die sehr schöne Grünanlage der Esplanadi-Luxusmeile weiter zu der sehr speziellen Kamppi-Kapelle. Als Helsinki 2012 Welt-Design-Hauptstadt wurde, wurde sie explizit als Ort der Ruhe mitten in der lauten Innenstadt gestaltet. Sie ist völlig minimalistisch und durch die dicke Holzummantelung total schallgedämmt. An einer besonders quirligen Stelle der Stadt hört man innen nicht das geringste Geräusch. Fotografieren innen ist verboten, das hab ich aber erst gelesen, als ich meine Handy-Aufnahme schon gemacht hatte🤷♀️ .
Weiter führt uns unser Weg noch zu der Temppeliaukion-Felsenkirche, die in einen Felsen gehauen ist, damit teilweise unter der Erde liegt und deren Innenwände weitgehend naturbelassene Felsen sind. Sie hat eine gigantische Kupfer-Kuppel und allseits Fenster. Auch diese Kirche wurde aus Anlass des Jahres 2012 als Helsinkis Jahr der Welt-Design-Hauptstadt geschaffen.
So haben wir 4 höchst unterschiedliche kirchliche Einrichtungen dieser Stadt gesehen.
Zu guter Letzt kommen wir noch zu dem kleinen Sibelius-Park im Viertel Töölö im Nordwesten der Stadt, der nach dem finnischen Komponisten Jean Sibelius (1865-1957) benannt ist und in dem neben einer Büste zu seinen Ehren auch eine Installation aus dem Jahr 1967 zu finden ist, die auch dem unbefangenen Betrachter Orgelpfeifen assoziiert. Es sollen über 600 sein.
Nach 6 Stunden Sightseeing sind wir erschöpft und entscheiden uns für den geordneten Rückzug😉.En savoir plus
Abschied von der Südküste
16 septembre 2023, Finlande ⋅ ☁️ 18 °C
Am späten Vormittag beschließen wir, nicht noch einmal nach Helsinki, sondern weiterzufahren. Nach 2 Wochen auf den Inseln und dem Besuch von 2 Hauptstädten in Folge ist uns nach Natur und Ruhe. Dennoch stellen wir fest, dass mit Porvoo nicht nur die zweitälteste Stadt , sondern angeblich auch die charmanteste und schönste Stadt Finnlands, die zudem auch UNESCO-Weltkulturerbe ist, in nur 50 km Entfernung direkt auf unserem Weg liegt. „Dann müssen wir da natürlich unbedingt hin“, findet selbst Peter mit einem Augenzwinkern. Aber dort ist es mühsam, eine Camera-Einstellung ohne Baugerüst oder -plane zu finden und wir hatten vor einer guten Woche erst dieses zauberhafte Visby auf Gotland. Zudem hab ich mir auf dem Weg dorthin ein kleines Handicap eingefangen: einen handfesten Hexenschuss. Das Laufen auf dem sehr unebenen mittelalterlichen Kopfsteinpflaster bekomme ich kaum hin. Wir essen in einem Café noch ein Stückchen Kuchen und drehen dann um. Alles in allem sind wir nicht so ganz begeistert von dem Örtchen.
Zudem gibt es nicht einmal einen CP in der Nähe. Wir fahren 20 km weiter auf die Halbinsel Vessölandet am Finnischen Meerbusen und finden einen einfachen Platz direkt am Wasser (SF-Caravan Itä-Uusimaa) in sehr schöner Landschaft.
Dieser CP hat übrigens ganz selbstverständlich auch eine kostenlose Sauna, in der Männer und Frauen im Stundentakt wechseln, was jeweils dadurch erkennbar wird, dass reihenweise wundersame Bademantel-Gestalten von den ausschließlich finnischen WoMos vor uns mal in die eine Richtung, mal in die andere Richtung an uns vorbeiziehen. Sauna ist halt elementares finnisches Kulturgut. Ich beschränke mich zur Abwechslung aber darauf, den stündlichen Richtungswechsel dieser Gestalten nur aus dem WoMo zu beobachten. Mein Rücken hat Sehnsucht nach Wärme.
Am Sonntag ist es zunächst bedeckt, dann beginnt es in Strömen zu regnen. Unser neues Ziel ist die finnische Seenplatte. Letztlich fahren wir ca. 330 km weiter gen Norden. Die E 6 führt uns über ca. 300 km nur durch Wälder. Meist ist es Mischwald aus Kiefern und Birken. Die Sonne gibt inzwischen auch wieder ihr Bestes, auch wenn sie gegen dicke dunkle Regenwolken ankämpfen muss. Und kurz vor dem Joukionsalmis-See sind wir plötzlich nur ca. einen Kilometer von der russischen Grenze entfernt🙈. Da ist es irgendwie schon beruhigend, dass Finnland nun Nato-Mitglied ist. Und so bleibt die bedrückende Vorstellung, daß schon 1 - 2 km weiter das Leben der Menschen so sehr anders ist, als wir es leben dürfen.
Unser neuer Stellplatz ist auf einer größeren Campinganlage an einem künstlichen See (Punkaharju Resort auf der Insel Tuunaansaari am Puruvesi). Wir sind dort alleine. The season is over. Wir würden gerne mal wieder länger bleiben. Für 2 Übernachtungen hätten wir aber gerne ein Plätzchen an einem natürlichen See im Schären-Gebiet.En savoir plus
Die Seenplatte
18 septembre 2023, Finlande ⋅ ☁️ 13 °C
Wir sind inzwischen in Südkarelien. Süd- und Nordkarelien gehören zu Finnland. Das eigentliche Karelien, insbes. Ostkarelien und Teile West-Kareliens, sind seit dem Ende des 2. Weltkriegs russisch. Der damalige russische Präsident Jelzin soll Ende der 90er Jahre einmal eingeräumt haben, dass Karelien von Russland völkerrechtswidrig annektiert worden sei. Dass Putin sich derlei Einsichten anschließen könnte, ist wohl eher nicht zu erwarten.
Wir fahren weiter auf unserer schon erwähnten E 6, die anfangs einer Autobahn ähnlich war, inzwischen aber Landstraße ist, und die uns weiterhin durch Mischwälder führt. Hier und da sehen wir ein Häuschen, das bei uns unzulässiges Wohnen im Außenbereich wäre. Aber hier gelten wohl andere Regeln, es gibt kaum Ortschaften. Die Sonne funkelt durch die Bäume, die Blätter des Mischwaldes, insbes. der Birken, sind noch grün. Unser neuer CP (Papinniemi) ist aber endlich so, wie wir uns das wünschen: Stellplatz direkt am See im Schärengebiet mit Blick auf eine kleine Insel und Stellplätze gleich an 2 Seen auf einem CP.
Zudem haben wir noch übrig gebliebene Steaks unserer letzten Gäste zuhause im Gefrierfach und Peter entdeckt eine kuschelige Grillhütte in unmittelbarer Nähe unseres WoMos. Mega gemütlich! Während seines Anfeuerns des Holzes für´s Grillen in der Hütte fotografiere ich draußen ein bisschen, als die Aurora-App überraschend aufploppt. Direkt nach dem Essen erwischen wir tatsächlich ganz unerwartet schon ein erstes Polarlicht und das sogar so weit im Süden! Welch eine Freude! Und nach einigen Ibus bin ich nach 2 Tagen auch pünktlich zum Polarlichter fotografieren wieder halbwegs einsatzfähig!
Hier gönnen wir uns einen Ruhetag und bleiben eine 2. Nacht.
Die Bilder zu diesem Post sind alle innerhalb von gut 2 Stunden in einem Radius von ca. 50 m rund ums WoMo entstanden.En savoir plus
Der Pielinen-See
20 septembre 2023, Finlande ⋅ 🌬 14 °C
Nach einer stürmischem Nacht fahren wir 200 km weiter gen Norden. Wieder sind wir auf der E 6, die sich in großen Bögen durch die Wälder schlängelt. Die Landschaft ist leicht hügelig. Der Wald wird herbstlicher.
Unser Ziel ist der Pielinen-See in Nordkarelien (CP Korpisoturi oder Holiday Koli Camping), er gilt als einer der schönsten Seen der Seenplatte. Schon die Anfahrt zu unserem Ziel ist wunderschön. Leicht hügelig und leicht kurvige Straße, volle Sonne von hinten und vor uns dicke dunkle Wolken hinter Wald, Wald, Wald und damit vor uns so ein tolles Licht! Aber die dicken dunkelgrauen Wolken lassen auch ahnen, dass es bald wieder ungemütlich wird.
Finnland wird gemeinhin als Land der 1000 Seen bezeichnet. Das klingt schon gigantisch, aber ist wohl immer noch eine maßlose Untertreibung. Tatsächlich sollen findige Rechner auf 188.000 größere und kleinere Seen gekommen sein! Allein in Nordkarelien soll es ca. 2000 davon geben. „Pielinen, der viertgrößte See Finnlands, erstreckt sich mit seinen vielen Inseln am Fuße des 347m hohen Koli-Gipfels. Diese bildschöne Aussicht ist die archetypische finnische Landschaft, die zahllose Künstler in ihren Kunstwerken verewigt haben und die die Menschen noch heute inspiriert und begeistert. Die Finnen bezeichnen diese besonderen Orte deshalb auch als Nationallandschaft“ (visitfinland.com). Der Berg Koli mit seiner Umgebung im Koli Nationalpark gilt damit als DER Sehnsuchtsort der Finnen. Aber auch der schönste See ist bei schlechtem Wetter einfach gar nicht schön und so warten wir 1 1/2 Tage auf besseres Wetter. Nach 2 Nächten werden für unsere Geduld belohnt. Am Freitagmorgen fahren wir bei zwar erheblichem Wind, aber praller Sonne und Temperaturen um 16 Grad in Richtung des Berges Koli und laufen auf den 347m hohen Gipfel. Die Aussicht ist wahrlich gigantisch!
Da es nach diesem Ausflug schon früher Nachmittag ist, fahren wir danach nur noch eine Stunde weiter Richtung Norden nach Nurmes. Unser CP, nun im Norden des Pielinensees, schließt an einen Golfplatz an und wir sind mal wieder ganz alleine🤷♀️😂.En savoir plus
Nurmes mit Bomba
22 septembre 2023, Finlande ⋅ ⛅ 18 °C
Nur 2 km Fußweg entfernt vom CP befindet sich Bomba, ein Zwischending zwischen karelischer Ferienanlage und karelischem Kulturzentrum. Es handelt sich um ein Dorf aus Nachbildungen alter karelischer Häuser, d.h. traditioneller Architektur der Region. Im Ort Nurmes 2 km weiter gibt es dazu passend auch noch ein Viertel mit alten Häusern aus den 1880er bis 1930ern (Puu Nurmes) und einen Marktplatz (Vanya kauppala). In den Ferien werden in Bomba auch Kochkurse für traditionelle karelische Gerichte angeboten, um insbes. Kindern die alte karelische Kochkultur nahezubringen. Ein Freilichtmuseum in der Nähe stellt Landwirtschaft und Molkerei historisch dar. Und es gibt hier ein karelisches Restaurant. Die Entfernung zu dem Dorf passt für einen Abendspaziergang. Dort angekommen stelle ich fest, dass das Restaurant auch außerhalb der Ferien geöffnet ist. Eine halbe Stunde später ist Peter nachgekommen und wir sitzen in dem Restaurant.
Wir entscheiden uns ganz mutig für ein Menü mit Weinbegleitung. Bei den Weinen handelt es sich um Beeren-Weine. Sie kommen alle aus dem gut 100 km entfernten Kloster Valamo, welches seinen Ursprung im heute russischen Teil Kareliens hat, aber nach der teilweisen Machtübernahme durch die heutigen Russen in den finnischen Teil Kareliens umgesiedelt wurde. Die gesamte Weinproduktion geht auf einen einzigen Mönch zurück, der diese mit Leidenschaft betreibt. Die Weine sind ungewöhnlich süß und von eher geringem Alkoholgehalt. Das Essen ist sehr liebevoll zubereitet und lecker.En savoir plus
Bärensafari an der russischen Grenze
25 septembre 2023, Finlande ⋅ ⛅ 12 °C
Regentage eignen sich, um Strecke zu machen. Wir fahren an den beiden Folgetagen insgesamt ca. 400km weiter nach Norden bis Kuusamo (Matkajoki Camping Oy, sicher der schlechteste Platz unserer bisherigen Tour, aber mit schönem Blick auf einen kleinen See im Wald). Wir hätten es in einem Tag schaffen können, aber die Wettervorhersage sagt uns, dass es besser sein könnte, wieder mal einen Tag zu warten. Es ist naßkalt. Die Temperaturen rutschen in den einstelligen Bereich, dazu viel Regen. Wir sind sehr häuslich.
Am nächsten Mittag klart es tatsächlich auf. Sonne und Wolken zeigen sich im Wechsel. Das freut uns, denn wir haben am Vortag für 15.00 Uhr 2 km vor der russischen Grenze eine 4-stündige Bären-Safari gebucht.
Die letzten 12 km unseres Weges führen uns auf einer unbefestigten Holperstraße, die teilweise nur aus Schotter besteht und für unser Wohnmobil mal wieder eher ungeeignet ist, tief in den Wald weit jenseits aller Ortschaften. Am Ziel angekommen, gibt es dort eine geschlossene Schutzhütte mit großflächigen Fenstern, die fürs Fotografieren sogar mit Schwenkstativ-Köpfen und Bohnensäckchen ausgestattet ist, auch wenn die meisten Teilnehmer nur Handys haben. Teleobjektive kann man, soweit vorhanden, auf den Bohnensäcken und den Schwenkköpfen durch dafür vorgesehene Löcher der Wand stecken. Zu Beginn der Veranstaltung verteilt unser Begleiter in unserem Sichtfeld „Snacks“ für die Bären, um ihnen Anreize zu bieten, sich vor der Schutzhütte zu zeigen. Er legt aber großen Wert darauf, dass es keine Fütterung sei, da die Bären das eigene Jagen nicht verlernen sollen, sondern dass es eben nur „Snacks“ seien. Und die Sonne zeigt sich zumindest für die ersten 1,5 Stunden. In dieser Zeit ist richtig was los in unserem Blickfeld. Dann ziehen die Wolken zu und die Snacks sind genascht. Es wird ruhig und auch allmählich dunkel. Aber wir sind happy. Es waren mind. 2 große Bären sowie eine Bärin mit 2 Jungen, die man zumindest im Wald springen sah, auch wenn sie sich nicht auf der Lichtung gezeigt haben. Hinzu kommen Seeadler (Danke, Armin!) und viel Kleingetier. Auf dem Rückweg beginnt es direkt wieder zu regnen. Was hatten wir für ein Glück!
Die Fotos kommen heute aus der Cam.En savoir plus
Santa Claus Village & der Polarkreis
26 septembre 2023, Finlande ⋅ ☀️ 15 °C
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Rovaniemi. Völlig überraschend kommt die Sonne raus. Die Fahrt durch das herbstliche Lappland so ist einfach nur wunderschön. Rovaniemi ist die Hauptstadt von Lappland, dem Land der Samen. Lappland erstreckt sich von Russland über Finnland und Schweden bis Norwegen. Es gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Europas.
Wir kommen an einem Stausee mit einem Wasserkraftwerk über den Fluss Kemijoki vorbei. Sehr beeindruckend, welche Naturgewalten da am Werk sind. Zudem liegt es landschaftlich wunderschön.
Rovaniemi gilt auch als Wohnsitz des Weihnachtsmannes, wobei dieser Mitte der 1980er Jahre dafür extra umziehen musste. Im Osten Lapplands, wo er bis dahin gewohnt haben soll, wäre er wohl nicht adäquat zu vermarkten gewesen, da dort keiner vorbei kommt. Wir vernachlässigen jetzt mal, dass es in Uumannaq in Grönland auch schon hieß, dass der Wohnsitz des Weihnachtsmannes dort sei. Aber er hat sicher derer mehrere, schließlich muss er auf der ganzen Welt Päckchen verteilen😉. Und sowieso passt es für das Zuhause des Weihnachtsmanns gut, dass rein zufällig in dem sog. Santa Claus Village auch noch ein paar Design-Shops mit unterschiedlichsten finnischen Design-Produkten untergebracht sind (Marimekko, IItala). Und sicher auch nur ganz zufällig liegt das ganze Santa Claus Village auch noch genau auf dem Polarkreis, was für das Geschäft auch nicht gerade von Nachteil sein dürfte. Auch ein Feriendorf ist angeschlossen. Das Zuhause des Weihnachtsmanns ist im übrigen übervoll mit Päckchen und sicher besonders im Winter für Kinder schon toll.
Und so haben auch wir dieses Mal genau mitbekommen, dass wir den Polarkreis jetzt überquert haben, nachdem wir uns das das letztes Jahr auf dem Weg nach Kiruna in Schweden ein bisschen erraten mussten.
Abends am WoMo (CP Ounaskoski, direkt am Fluss) gibt es dann sogar noch einmal etwas Polarlicht. Während aber die letzten Tage der KP-Wert, der die Polarlicht-Wahrscheinlichkeit bestimmt, mit bis zu 6 besonders hoch war, aber die Wolkenabdeckung für mehrere Nächte bei satten 100% lag, ist es heute umgedreht: Es ist klar, aber der KP-Wert mit 0,33 super niedrig. Bis auf einen kleinen Moment hat man das Polarlicht mit bloßem Auge gar nicht gesehen. Mit Handy und Cam sieht man es eher. Die Sache mit dem Polarlicht ist halt schon nicht so einfach.En savoir plus
Auf dem Weg zu dem Inarijärvi
28 septembre 2023, Finlande ⋅ ☁️ 10 °C
Es ist bedeckt, naßkalt und ungemütlich in Rovaniemi. Wir machen erst einmal einen Wäsche- und Haushaltstag.
Und es ist wirklich nicht zu überhören: Unzählige Male (20, 25?) donnern im Laufe des Tages Kampfjets mit immenser Geräuschkulisse über uns und die Stadt. Wir finden heraus: Das Lappland-Kommando der finnischen Luftwaffe ist hier stationiert. Die Flugabwehr scheint sehr wachsam zu sein und intensiv zu trainieren in diesen Zeiten. Sogar bis Mitternacht sind sie im Einsatz. Der Lärm ist gewaltig bis in die Nacht. Direkt an der Grenze hat man die Nähe des russischen Nachbarn ein bisschen verdrängt. Hier ist sie sehr präsent.
Unsere Idee für diesen Abend war das Restaurant des Arctic Snowhotel in der Nähe, aber es stellt sich nach einem Anruf heraus, dass sich die Öffnung des Hotels seit 1. September nur auf die Glas-Iglus bezieht, nicht auch auf das Snow-Restaurant. Wir switchen das Program und verbringen den Nachmittag im Arktikum, einem Wissenschaftszentrum und Museum über die Arktis und darüber, wie Mensch, Tier und Fauna mit der Kälte zurecht kommen und welche Mutationen die Natur im Laufe der Zeit vorgenommen hat, damit ein Fortbestand von Vegetation und Lebewesen in der eisigen Kälte möglich ist. Sehr interessant! Die 2 Stunden, die wir bis zur Schließung noch haben, vergehen wie im Fluge.
Wir wollen noch ein bisschen mehr von dem finnischen Teil Lapplands mitbekommen und entscheiden uns, am nächsten Tag noch einmal 330 km weiter gen Norden an den Inarijärvi-See zu fahren, der drittgrößte See Finnlands, der auch sehr schön sein soll. Die Wettervorhersage mit Sonne/Wolken im Wechsel hält aber leider nicht, was sie versprochen hatte. Wir fahren in den Regen. Die Wolken hängen sehr tief. Ein Lichtblick sind Rentiere am Straßenrand in einer kurzen Regenpause. Während sie sonst sehr scheu sind, lassen sich diese durch uns überhaupt nicht stören.
In einem Supermarkt unterwegs entdecken wir an einer Fischtheke Lachs, überbacken mit div. Beeren, u.a. Cranberries und Preiselbeeren, und direkt fertig zum Verzehr. Den nehmen wir zum Abendessen mit.
Gegen 17.00 Uhr sind wir in Inari, einem kleinen Städtchen an dem See. Es bleibt uns nur, es uns im WoMo gemütlich zu machen.
Die Rentier-Fotos kommen aus der Cam.En savoir plus
Samen-Museum Siida in Inari
29 septembre 2023, Finlande ⋅ ☁️ 10 °C
Am nächsten Morgen prasselt der Regen weiterhin auf unser WoMo-Dach. Unser CP (Inari-Camping) ist erneut nicht wirklich schön. Aber nur 400 m weiter ist das Siida-Museum, ein Museum über die Kultur der Samen und damit ein ideales Schlechtwetter-Programm.
Die Samen waren früher Nomaden. Sie haben traditionell Rentier-Haltung betrieben. Dabei wurden Rentiere nicht nur als Nahrung, sondern auch zum Ziehen von Schlitten und als Rohstoff für Kleidung und Kunsthandwerk verwendet. Rentiere wurden komplett verarbeitet, alles wurde genutzt. Die Samen wechselten die Gebiete nach den Jahreszeiten und damit nach den Nahrungsquellen der jeweiligen Saison, aber jede Familie hatte das Recht bestimmte Bereiche zu nutzen, von denen andere fernbleiben mussten. Im Laufe der Zeit wechselte das frühere System in das Siida-System, bei dem Land und Gewässer in einem weitläufigen Gebiet auf der Grundlage einer gemeinsamen Entscheidung zwischen Familien aufgeteilt wurden. Dadurch wurde sichergestellt, dass mit den knappen natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll und schonend umgegangen wurde. Die Kolonialisierung zwang die Samen schließlich, seßhaft zu werden. Seit dem 18. Jahrhundert begannen Staaten, die Ländereien der Sámi zu übernehmen. Die Umsiedlung spielte dabei eine große Rolle. Der Druck der ausländischen Ansiedlung und die Maßnahmen der Behörden zwangen die Sámi auch dazu, Siedler zu werden. Als sich das Christentum in Sápmi ausbreitete, begann die Kirche, alle Zeichen der alten Religion, wie heilige Stätten und Schamanentrommeln, zu zerstören. Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden die ersten Blockkapellen und Kirchen in Kerbtechnik sowie die Priester- und Bürgerhütten. Die Sámi begannen im 18. Jahrhundert mit dem Bau von Blockhütten. Das Siida-System wird jedoch immer noch von samischen Rentierhirten verwendet.
Die Samen sind als einzige indigene Gruppe in der EU anerkannt.
In diesem Museum kann man stundenlang verweilen. Es zeigt das Leben im Norden unter extremen Bedingungen, die klimatischen Veränderungen sowie die die Natur so sehr wertschätzenden Sichtweisen der Samen sehr eindrucksvoll.
Am Nachmittag hat sich das Wetter nicht signifikant gebessert. Schweren Herzens fahren wir weiter, ohne von dem See viel gesehen zu haben und überqueren am Spätnachmittag die Grenze nach Norwegen. Kurz hinter der Grenze finden wir einen tollen Campingplatz (Karasjok Camping AS) mit toller Sicht, sehr neuen Sanitäranlagen und sogar einem schönen Abendlicht. Aber mit Anbruch der Dunkelheit zieht es wieder zu.
Wir sind auf dem Weg an die Fjordküste Norwegens, wohl wissend, dass die Wettervorhersage für dort derzeit nicht wirklich besser ist.En savoir plus

























































































































































































































VoyageurWir wünschen euch eine tolle Tour!
CP on tourDanke 🤩!
VoyageurHihi ,