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Roadtrip zum Kaukasus ´24/25

Über die Balkanroute, durch die Türkei in den großen Kaukasus nach Georgien und zum Kleinen Kaukasus nach Armenien. Danach tingeln wir durch den Süden der Türkei nach Griechenland auf den Peleponnes. So ist zumindest mal der Plan. 😄 Läs mer
  • Zeugma, antike Stadt am Euphrat

    21 oktober 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 15 °C

    Zeugma war in der Antike eine am westlichen Ufer des Euphrat gelegene Stadt. Am anderen Ufer lag Seleukeia Apamea.
    Wegen ihrer Pontonbrücke war die Doppelstadt eine wichtige Etappe an der Seidenstraße. Zeugma liegt in der heutigen Osttürkei. Im Oktober 2000 wurde die antike Stadt durch die türkische Euphrat– Staustufe im Rahmen des Südanatolien- Projektes zum großen Teil überflutet. Ein erheblicher Teil der Kunstschätze Zeugmas, vor allem Mosaiken, konnte zuvor durch Notgrabungen gerettet werden. Sie werden heute im Museum in Gaziantep ausgestellt.
    Wir fahren bei schönstem Sonnenschein von Sanliurfa durch landwirtschaftliches Gebiet, kleine Dörfer und grüne Hügel an den gestauten Euphrat. Unterwegs sehen wir große Flächen mit abgeernteten Pistazienbäume. Ich esse super gerne Pistazien, aber über deren Herkunft hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht. Es ist viel los auf dem Parkplatz vor der antiken Stätte. Klar es ist Sonntag, der Euphrat schillert in allen Blautönen, die Türken machen Picknick am Ufer.
    Ich hatte über die kostbaren Mosaike von Zeugma gelesen und war gespannt ob an der Ausgrabungsstätte auch noch etwas davon zu sehen ist.
    Wir sind nämlich nicht wirklich Museumsbesucher, vor allem nicht bei schönem Wetter. Der Besuch in der überdachten Ausgrabungsstätte hat sich vollumfänglich gelohnt! Da wir auf dem Gelände übernachtet haben, war ich die erste Besucherin und hatte das Ganze für mich! 🤩
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  • Im Osten, am Levantischen Meer

    23 oktober 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 16 °C

    Von Zeugma aus geht’s über die Autobahn weiter und bald sind wir in Yumurtalik. Endlich am Meer, nach ca. 8000 Kilometern.
    Wir stehen direkt am Wasser unterhalb einer Burgruine. Es bläst ein kräftiger Wind. Dennoch ist es superschön, endlich wieder vom Bett aufs strahlend blaue Meer schauen zu können.
    Während in Georgien die Pässe langsam zuschneien und auch im Taurusgebirge der Frost einzieht, ist es hier am Meer wunderbar warm. Die Wettervorhersage zeigt stabile 25 Grad. Was wollen wir mehr.
    Wir werden jetzt den Fuß vom Gas nehmen und gemütlich die Südküste bereisen. Viele hundert Kilometer Mittelmeerküste liegen vor uns.
    Mal sehen wieviele einsame Strandplätze wir finden, um auch mal länger zu bleiben. Die „alten Steine“ haben im Moment Pause, werden aber zwischendurch weiter besucht.
    Heute gab es schonmal einen wunderbaren Sonnenuntergang mit fangfrischem Fisch!
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  • Geschichtsträchtiges Tarsus

    23 oktober 2024, Turkiet ⋅ 🌙 19 °C

    Zwischen den beiden Großstädten Adana und Mersin liegt die Kleinstadt Tarsus. Sofern man in der Türkei überhaupt von klein sprechen kann.
    Tarsus ist der Geburtsort des Apostels Paulus, desjenigen Mannes, der in der Bibel als ehemaliger Christenverfolger Saulus beschrieben wird und der durch ein Erweckungserlebnis zum wichtigsten christlichen Missionar, Paulus wurde. Diese Erzählung von der Wandlung eines Saulus zum Paulus hat sich mir als Kind sehr eingeprägt. Insbesondere als diese Wandlungsgeschichte sich immer mehr zum „geflügelten Wort“ entwickelte und genutzt wurde, wenn ehemals Schwarze Schafe aus einer Gemeinschaft plötzlich auf einem „ guten“ Weg waren. Meine streng katholische Oma hat sich des Öfteren dieses Beispiels bedient. Ob sie das bei mir auch angewendet hätte, wenn sie noch gelebt hätte!? Wer weiß. 😉 Selbstkritisch betrachtet war ich ein lautes Kind, dass mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hielt.
    Auf jeden Fall ist mir Paulus sehr sympathisch und deshalb machen wir eine Pause in seiner Geburtsstadt. Wichtigster Ort für christliche Pilger ist die „Apostel- Paulus- Kirche aus dem 12. Jh. im Zentrum von Taurus und in der Nähe zur Altstadt. Sie liegt in direkter Nachbarschaft zur ältesten Moschee von Tarsus, Ulu Camii.
    Auch in der Altstadt, im ehemaligen Judenviertel, steht ein römischer Brunnen, der nach der Legende zu dem Haus gehört haben soll, in dem Paulus geboren wurde. Der Brunnen ist heute touristisch aufgehübscht und Busladungen von einheimischen Touristen laufen in den kleinen Garten rum. Die alten Mauern des Hauses sind mit Glaswänden zugedeckt. Ich habe dieses Mal den viel zu hohen Eintritt bezahlt, konnte aber wegen der gleißenden Sonne von den Grundmauern nicht viel erkennen. Auf den Erklärtafeln lese ich, dass es ein „historisch verbürgtes Geburtshaus von Paulus“ gar nicht gibt! 😇
    Allerdings ist Paulus eine historisch verbriefte Figur. Er wurde nämlich von Kaiser Nero, dem brutalen Christenverfolger, im Jahr 64 nach Chr. geköpft. Das ist festgehalten.
    Wir spazieren durch die Altstadt und bestaunen das alte römische Kopfsteinpflaster mit den in Teilen renovierten schönen alten Häusern, laufen später durch das Kleopatra-Tor. Es ist quasi der letzte Rest der ehemaligen Stadtmauer aus römischer Zeit.
    Die ägyptische Königin soll sich mit Marcus Antonius hier getroffen haben und durch das Tor geschritten sein.
    Na, das habe ich doch mit meinem Lieblingsmenschen gleich nachgeahmt. 🥳
    Die Nacht verbringen wir ein Stück weiter am Strand, nachdem wir uns uns durch den Feierabendverkehr von Mersin gekämpft haben. Ca. 15 Kilometer ging es im Stopp and Go langsam voran. Dieses Mal sehen wir die Sonne hinter den Palmen aus dem Womofenster untergehen.
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  • Ein Badetag unter Palmen

    24 oktober 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 20 °C

    Es gefällt uns gut am Levantischen Meer. Der Küstenstreifen ist touristisch nicht so erschlossen, wie z.B. die Türkische Reviera an die wir später auch noch kommen werden.
    Wir mögen den etwas rumpeligen Strand, wo nicht die Liegestuhlreihen wie mit dem Lineal gezogen stehen. Mit ein paar türkischen Wohnmobilen stehen wir auf einem Parkplatz. Direkt vor aus das strahlend blaue Meer. Unser Nachbar schenkt uns beim Ankommen Granatäpfel und dicke grüne Zitronen. Wir sind immer wieder erstaunt über die Gastfreundschaft der Türken.
    Heute Morgen tragen wir unsere Möbel an den Strand, frühstücken in aller Ruhe und hören dem Plätschern der Wellen zu.
    Später lassen wir uns von eben diesen tragen im warmen Wasser. Die Strandduschen sind noch geöffnet, obwohl die Saison vorbei ist.
    Der Wetterbericht zeigt steigende Temperaturen.
    Wir fühlen uns wohl! 😎
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  • Kiz Kalesi & Cennet & Cehennem

    25 oktober 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 24 °C

    Die Küstenstraße D 400 gibt unsere Richtung vor. Wir kommen durch große Städte und landwirtschaftliche Gegenden. Überall reifen an den Bäumen Orangen und Zitronen. Riesige Bananenstauden lugen aus den Gewächshäusern. Wir fahren so in 50 Kilometer- Schritten, es gibt immer was zu sehen. Das strahlend blaue Meer begleitet uns, mal sehen wir es direkt vor uns, mal ist es durch die unglaublich vielen Hochhäuser etwas verdeckt. Wir können uns überall versorgen, die Geschäfte und Straßenhändler sind auf beiden Seiten der Straße.
    Die Strandfotos werden sich jetzt wohl häufen. Ich liebe das, ebenso wie die griechische Mythologie. Mein Lieblingsmensch, der fast alles schon kennt, macht mit einem nonchalanten Lächeln alles mit was ich als Tour-Guide vorschlage.
    Als erstes kommen wir heute Vormittag nach Kiz Kalesi, was übersetzt Mädchenburg heißt.
    Tatsächlich liegt die stolze, gut erhaltene Burg weiter weg im Wasser auf einer kleinen Insel und das aus gutem Grund.
    Der Legende nach brachte man hier einst die Tochter eines Sultans unter, um sie vor einem prophezeiten Schlangenbiss zu schützen. Und es kam wie es kommen musste. Das Mädchen wurde dann doch von einer Schlange gebissen, die in einem Obstkorb in die Burg gelangte.
    Tatsächlich war die Mädchenburg zu byzantinischen Zeiten durch einen Damm mit dem Festland und der Landburg gegenüber verbunden.
    Diese Burg ist eine Ruine. Ich durfte dort nicht rumlaufen, die Türken verlangen mittlerweile überall Eintritt. Der kleinen Stadtstrand war nett, das Fotolicht für die Mädchenburg eher weniger. Wir sind später, nachdem wir in einer tollen Bucht Pause gemacht und einen Runde geschwommen sind, nochmal vorbeigefahren, da ging’s besser.
    Kurz hinter Kiz Kalesi geht es den Hügel hoch zu nächsten Attraktion.
    Wir kommen in einen Canyon und zu zwei Höhlen, die in der griechischen Mythologie eine entscheidende Rolle gespielt haben. Sie waren im damaligen Glauben Eingänge zur Hölle in türkisch Cehennem und zum Himmel Cennet.
    Dieter fragt mich wo ich denn zuerst hinmöchte: „in die Hölle“ sage ich. „Danach kommt dann das Schöne“! 🙏
    Ärgerlich sind die nur für „Ausländer“ höllischen Eintrittspreise! Türkische Pensionäre kommen umsonst rein, wir zahlen 12€ pro Nase. Dieser Unterschied ist übrigens im ganzen Land so!
    Die „Hölle“ ist ein 128 m tiefer, nahezu runder Kessel mit 50 m Durchmesser. Er ist wegen der senkrechten, teilweise überhängenden Wänden nicht begehbar. Die angeblich sauerstoffarme und giftige Luft in der Tiefe soll bei Besteigungsversuchen schon zu Todesopfern geführt haben. Diese Fakten stehen auf den Schautafeln.
    Für mich war es schon die Hölle, als ich die über der Höhle „hängende“ Plattform betreten musste, die auch noch nach unten durchsichtig war! Klar, damit man auch schön in den Eingang zur Hölle sehen kann. 😫
    Nach der griechischen Mythologie waren die Höhlen Wohnsitz des schlangenförmigen Ungeheuers Typhon. Nachdem Göttervater Zeus einen Kampf gegen Typhon verloren hatte und von ihm in der Hölle versteckt worden war, wurde er von Hermes gerettet, der ihm auch seine Kraft wiedergab.
    Zeus bestrafte Typhon in dem er den Ätna auf ihn warf und ihn unter Sizilien quasi begrub. Dort tritt der giftige Feueratem des Typhon heute noch durch den Schlund des Ätna zu Tage.
    100 Meter weiter zurück liegt der Eingang zu Cennet, dem Himmel. Ich freue mich schon. Dann beginnt der Abstieg über 400 Stufen.
    Was hat denn das mit dem Himmel zu tun, fragt mich mein Knie, während wir die unterschiedlich hohen und teilweise rutschigen Stufen ins Paradies hinabsteigen, an dessen Eingang eine Kapelle steht, die der Apostel Paulus hat bauen lassen.
    Die Höhle ist gewaltig, ich bleibe auf einem großen Stein sitzen, mein Knie himmelt, wie passend! 😉
    Dieter steigt noch 100 Stufen tiefer hinab und erkundet alles. Er hat mir ja bei unserer Hochzeit den Himmel auf Erden versprochen, mal sehen was er von seinem Rundgang noch so mitbringt. 😅
    Es ist schön kühl im Himmel und wir können später mit einem Aufzug wieder nach oben fahren. Himmlisch ! 🙏
    Im Anschluss finden wir noch einen göttlichen Platz an einem langen Sandstrand und essen überirdisch leckeren fangfrischem Fisch!
    Was für ein Tag! 🥳👏
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  • Im Ataturk Parki am Arkum Halk Strand

    26 oktober 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 25 °C

    Ja, der liebe Atatürk muss für so vieles herhalten. Hier im idyllischen Delta des Flusses Göksu ist ein Park hinter einem großen Strandabschnitt nach ihm benannt. Uns soll es recht sein. Wir sind ein paar Kilometer hier heraus gefahren und kommen uns ein wenig vor wie im Ebro-Delta in Spanien. Kleine Kanäle durchziehen die Landschaft. Fischer tuckern mit ihren Booten dort entlang und angeln später auf der Landzunge. Wir essen leckeren Fisch und frühstücken heute Morgen ausgiebig auf der anderen Seite des Kanals in dem einzigen Restaurant am Meer. Das Wasser ist warm, die Luft ist samtig, der Sand trägt dich weich ins seichte Wasser.
    Das sind wieder die Momente für die Ewigkeit. Schönes Wochenende!

    Übrigens in der Türkei werden keine Uhren umgestellt. Wir sind dann wieder zwei Stunden später als in Deutschland.
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  • Silifke, am Fuße des Taurusgebirges

    27 oktober 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 26 °C

    Die etwas verschlafene Provinzstadt Silifke ist genau die Richtige um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Die Stadt wird geteilt durch den Fluss Göksu der ein großes, weit verzweigtes Mündungsdelta bildet. Hier finden nicht nur Vögel ihr Paradies, sondern auch Menschen. Der Boden bringt wunderbare Erdbeeren hervor. Wir fahren an riesigen Erdbeerfeldern vorbei. Die Früchte werden am Straßenrand verkauft.

    Die Stadt geht auf eine Gründung von Alexander dem Großen zurück. Sie hat eine schöne Altstadt. Das Zentrum mit Fischmarkt und Basar liegt rund um die, noch aus römischer Zeit stammende, Tasköprü-Brücke über den Fluß. Hoch oben thront eine majestätische Burg, die auch von der stolzen Vergangenheit zeugt. Leider ist sie zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

    Hier nur kurz noch etwas für die Geschichtsfans unter uns:

    Im Fluss Göksu ertrank der berühmte Staufer Kaiser Friedrich Barbarossa l. Im Jahr 1190. Das führte letztendlich dazu, dass der dritte Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems scheiterte. Zwei Deutsche sollen sich 1874 auf die Suche nach seinen Überresten gemacht haben, was an den mittelalterlichen Gebräuchen scheiterte. Damals war es bei ranghohen Personen üblich, dass man sie kochte, um das Fleisch von den Knochen lösen zu können. Die Gebeine sollten ins Heilige Land gebracht werden, was nicht gelang. Wo der Kaiser stattdessen begraben ist, bleibt ein Mysterium! 🧐

    Nach so viel Geschichte zieht es uns wieder ans Meer.
    Dieses Mal finden wir eine wildromantische Bucht. Dazu später mehr!
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  • Die Bucht von Mavikent

    31 okt.–5 nov. 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 23 °C

    Um dorthin zu gelangen, überqueren wir in engen Kurven einen 550 m hohen Bergrücken. Vorbei an einer, in den Hang gebauten, Ferienanlage mit weißen Bungalows, geht es ziemlich steil hinunter in eine wildromantische Bucht mit einer vorgelagerten Insel.
    Die Farben in der späten nachmittäglichen Sonne sind gestochen scharf. Das Blau des Wassers, die grünen Pinien, die braunen Konturen der Hügel ringsherum. Es ist Sonntag und noch ziemlich viel los an Tagesgästen. Sie planschen im warmen Badewasser der Bucht. Es ist ein Kiesstrand. Das Wasser, samtig und glasklar. Man sieht bis auf den Grund. Gut, dass wir unsere Wasserschuhe dabei haben. Nach Sonnenuntergang und spätestens als es dunkel wird, sind wir mit zwei anderen Wohnmobilen ganz alleine hier.
    Morgens nach dem Wachwerden ins Meer hüpfen und dann den Tag einfach vorbei ziehen lassen, das ist Lebensqualität.
    Später hängen wir noch einen Putz- und Flicktag hintendran, bevor wir zu neuen Abenteuern aufbrechen. 😅
    Als ich das geschrieben habe, wollten wir eigentlich fahren. Wir sind geblieben, von den Türken verwöhnt worden mit Früchten und leckerem Grillfleisch.
    Dafür kaufen wir heute nach unserem Morningwalk durch den Pinienwald in dem Dorfladen des Feriendorfes ein. Der Chef, Osman, persönlich fährt uns mit den Einkäufen runter an den Strand zum Wohnmobil. Wenn das mal keine Gastfreundschaft ist.
    Morgen, an Allerheiligen, geht’s nach der obligatorischen Schwimmrunde im Meer weiter die Küste entlang.
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  • Am Ulu-Beach in Yanisli

    2 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 25 °C

    Na ja, weit gekommen sind wir nicht. 😅 Das ist halt so wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Wir fahren ziemlich leer von der schönen Bucht weg und versorgen uns mit Wasser an der nächsten Wasserstelle. Danach gibts einen Großeinkauf im Supermarkt, beim Bäcker und beim Gemüsehändler. Jetzt sind wir gerüstet für eine weitere schöne Bucht, die bald schon auftaucht. Neben einer Ferienanlage am Strand und einem Hotel, das zur Zeit Bauarbeiter anstelle von Urlaubern beherbergt, stehen wir am gemütlichen örtlichen Sandstrand. Die Menschen um uns herum heißen uns willkommen und die Sonnenuntergänge sind grandios. Am anderen Ende des Strands steht eine junge deutsche Familie mit ihrem Wohnmobil. Man kommt ab und zu zu einem netten Plausch zusammen. 😄
    Allein der Pendelverkehr mit Bussen, der die Arbeiter zu ihren Schichten auf die einige Kilometer entfernte Großbaustelle fährt, stört die Idylle etwas. Mal sehen, ob wir rausfinden was da passiert?? Leider sprechen die Männer meist Russisch…Sieht aus der Ferne jedenfalls gigantisch aus….irgendwas zwischen Erzabbau, militärischer Anlage oder Industriehafen!?

    Doch das Abtauchen in das warme Wasser und die Gespräche mit Händen und Füßen mit den sympathischen einheimischen Strandbesuchern gleicht das wieder aus.
    Es gibt Wasser am Strand und die Duschen sind noch in Betrieb. Könnte also etwas länger dauern bis wir weiterfahren. 😎

    Schönes Wochenende! 👋😎
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  • „Carpe Diem“ Ulu-Beach!

    5 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 23 °C

    Ja, wir haben verlängert! 😅 Die idyllische Bucht und das kleine Strandlokal haben gemeint wir sollen doch noch etwas bleiben. Das tun wir auch bis nach dem Wochenende. Danach geht’s mit der griechisch/türkischen Mythologie weiter. Wir besuchen die schönste Ritterburg der Mittelmeerküste und den Heiligen Nikolaus in Myra, bevor wir uns in den touristischen Teil der türkischen Riviera begeben.
    Im kleinen Dorfladen haben wir uns für die kommenden Tage versorgt.
    Die Steilküste erlaufen wir auf einem Wanderweg mit herrlichen Ausblicken. Ab und zu kommt noch ein weiteres Wohnmobil in die Bucht, meistens aus Deutschland. Man tauscht sich aus und freut sich des Lebens.
    Jeden Mogen in der „großen Badewanne“ die uns zu der Zeit ganz alleine gehört, schwimmen zu gehen, ist unbezahlbar. Da musst du beim Rückenschwimmen nicht ständig schauen, ob dir einer entgegenkommt. 😂
    Zur Zeit sind wir wieder zu zweit hier. In Spanien stünden mindestens 20 Wohnmobile in dieser Bucht.
    Inzwischen hat unsere Fliegengittertüre den Geist aufgegeben. In einem Basar finden wir Gardinenstoff als Übergangslösung. Mein Handwerker hat dazu ein perfektes Provisorium „gezimmert“.
    Außerdem hat die türkische „Triominus- Challenge“ begonnen. Die spanische hatte ich im Frühjahr haushoch verloren.
    Mal sehen wie das hier ausgeht. Zumindest habe ich das erste Spiel schon mal mit hundert Punkten Vorsprung gewonnen. 😲

    Zum Schluss noch etwas für die Lateiner unter uns:

    „Carpe Diem“, wörtlich „Pflücke den Tag“, ist eine Sentenz, also ein einprägsamer Ausspruch, aus der um 23 v. Chr. entstandenen -Ode an Leukonoë- des römischen Dichters Horaz.
    Sie fordert in der Schlusszeile als Fazit des Gedichtes dazu auf, die knappe Lebenszeit heute zu genießen und das nicht auf den nächsten Tag zu verschieben. Im Deutschen wurde die Übersetzung „Nutze den Tag“ oder „Genieße den Tag“ zum geflügelten Wort.
    Egal wie Carpe Diem nun übersetzt gedeutet wird;
    wir jedenfalls pflücken, nutzen und genießen jeden Tag! 🙏
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  • Wenn die Taurusberge ins Meer ragen

    10 november 2024, Turkiet ⋅ ☁️ 18 °C

    …….. dann sind wir immer noch im Südosten der Türkei an den nicht touristischen Strandabschnitten. Denn diese beginnen, wenn wir sozusagen „um die Ecke biegen“ und die türkische Riviera bei Alanya erreichen.
    Heute hat uns ein kräftiger Wind aus „unserer“ kleinen Bucht gefegt. So, als wolle er sagen: Auf auf ihr Leut, ihr seid doch nicht zum Urlaub machen hier, es gibt noch so viel zu sehen und erleben. 10 Tage haben wir im wahrsten Sinne gefaulenzt und uns mit der Sonne bewegt. Zum Sonnenaufgang auf den Liegestuhl zum Sonnenuntergang wieder runter. 😄
    Jetzt sind wir wieder „on Tour“ und bewegen uns Richtung Westen auf der wildromantischen Küstenstrecke vorbei an den zerklüfteten Taurusbergen. Mitunter kommen wir uns, umgeben von Gewächshäusern bis hoch in die Berge,
    vor, wie auf der spanischen Mittelmeerautobahn. Allein die Moscheen zwischen diesen Glashäusern zeigen uns wo wir sind. Es sind vor allem Bananenstauden, die hier hinter Glas und Plastik reifen sollen.
    Unterwegs machen wir Pausen in einzelnen Buchten und schauen uns die Freisteherplätze an. Im „Incekum Milli Parki“ in Aydincik frühstücken wir und staunen über etliche meist türkische Wohnmobile und Wohnwagen in dieser herrlichen Bucht! Den Anblick sind wir garnicht mehr gewohnt! Wir laufen über die Uferpromenade in die Stadt zum Einkaufen von frischem Obst und Gemüse. Der einheimische Metzger hat Spaß mit Dieter. Die Tüten werden immer schwerer.
    Es fängt an zu regnen als wir am Wohnmobil ankommen. Ein dickes Gewitter begleitet uns auf dem weiteren Weg. Wahnsinn, dieses prasselnde Geräusch auf unser Autodach kennen wir ja kaum noch.
    Zum Sonnenuntergang ist alles wieder vorbei. Wir schauen am Strand von Anamur den immer noch aufgebrachten Wellen zu, wie sie ans Ufer branden.
    Soviel für Heute!
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  • Ritterburg, Ruinen & Alaaf

    11 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 20 °C

    Die sympathische Provinzstadt Anamur hat mit den umliegenden Dörfern ungefähr 50.000 Einwohner und ist vom Tourismus noch weitgehend unberührt. Das stellen wir wohltuend fest. Obwohl die Stadt einiges zu bieten hat: eine kilometerlange Strandpromenade mit tollem Sandstrand. Palmen wo du hinschaust, eine Kreuzritterburg, wie sie schöner nicht sein kann und an einem weiteren Traumstrand die Überreste einer antiken Stadt aus dem 5. Jahrhundert.
    Über allem thront die einst von armenischen Fürsten errichtete Burg aus dem 12. Jh. Sie ist heute nur noch eine Ruine. Sie markiert den südlichsten Zipfel des türkischen Festlandes und hieß unter den Griechen Anemourion, „Ort der Stürme“. Wir haben sie nicht bestiegen, hatten genug mit den anderen, für uns gut zu erreichenden Sehenswürdigkeiten zu tun.
    Die Ritterburg, „Mamure Kalesi“, ist auf einer felsigen Landzunge erbaut und die am besten erhaltene und schönste Kreuzritterburg der gesamten türkischen Südküste. Von fränkischen Baumeistern ebenfalls im 12. Jh. errichtet, wurde sie bis in die Neuzeit militärisch genutzt und vorher nochmal von den Osmanen restauriert. Ihre Mauern sind entsprechend gut erhalten, die Wehrgänge begehbar. Allerdings bricht die eine Seite langsam weg. Ein Turm liegt schon danieder. Da sollten jetzt im 21. Jh. die Türken doch nochmal ran. 😅

    Die Ruinen von Anemourion auf einer Halbinsel vor der Stadt scheinen restauriert zu werden. Offiziell ist die Anlage mit ihrer weithin sichtbaren Schutzmauer bis hoch zum Bergrücken, aber geschlossen. Wir „schleichen“ uns über den Traumstrand näher ran, können auch die Akropolis sehen und das gut erhaltene Parkett im Hamam. Dann werden wir von einem Offiziellen sehr höflich gebeten von der Anlage zu verschwinden. „Keine Fotos“, ruft er mir noch in englisch hinterher. „Natürlich nicht“, antworte ich! 😉

    Das Beste zum Schluss! Heute hat im Rheinland die 5. Jahreszeit begonnen. Das heißt übersetzt, das am 11.11. ab 11.11 Uhr die Jecken los sind! Wir wünschen von hier allen Jecken und denen die es werden wollen, mit dem Lied der Höhner „ 🎼🎤 „Kumm loss mer fiere, nit lamentiere, jet Spass un Freud, dat hät noch keinem Minsch jeschad“ eine tolle Session! 🤡

    Übrigens: wenn man ein bisschen jeck ist, lebt es sich leichter! 💥🦹🥳
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  • Der Strand von Gazipasa

    12 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 20 °C

    In der Türkei sind Novemberferien und zum ersten Mal seit wir losgefahren sind, stehen wir „auf der Reihe“ mit den Einheimischen und ihren Wohnwagen und Wohnmobilen an einem wilden Strandabschnitt umgeben von Bananenplantagen. Normalerweise ist ja nur am Wochenende viel los, aber unser Nachbar hat uns über die Ferien informiert. Die Türken freuen sich über eine Woche Freizeit und freuen sich auch, dass wir mittendrin sind. Herzlich willkommen, Hos geldiniz, hören wir von rundherum.
    Schon die Strecke hierher über die D400 führte hoch hinauf, durch enge Kurven, vorbei an schwindelerregenden Ausblicken über die Steilküste, durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Wo man hinsieht Bananenplantagen bis fast zum Berggipfel. Atemberaubend!

    Der Strandabschnitt, „Gazipasa dogāl havuz“, an dem wir stehen, ist ein Landschaftsschutzgebiet und beliebt bei den Einheimischen. Die Sandschichten sind versteinert, teilweise übereinander geschichtet und bilden in ihrer Mitte natürliche Pools. Darin wird geschwommen. Eine spannende Küstenformation. Haben wir so noch nicht gesehen. Abends spiegelt sich die untergehende Sonne in den Wasserlachen. Wunderbar!
    Man könnte länger verweilen. 😍
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  • Genuss am Strand von Gazipasa

    14 november 2024, Turkiet ⋅ ☁️ 22 °C

    Wir können doch nicht weiterfahren ohne eine Schwimmrunde in den natürlichen Pools am Strand. Das ist ein ganz neues Gefühl, über den Rand aus versteinertem Sand auf einer „schiefen Ebene“ ins Wasser zu gleiten. Unglaublich klar ist das Wasser und immer noch toll warm. Die anschließende Dusche im Freien rundet das Wohlbefinden ab. Wir machen einen langen Strandwalk und lassen uns zum Sonnenuntergang im nahegelegenen und sehr empfehlenswerten Restaurant „Feneralti Café Restaurant“ verwöhnen. Der Chef spricht Deutsch und erzählt uns einiges über Land und Leute.
    https://maps.app.goo.gl/wn44xXZQnzbGqGuv6?g_st=…

    Der Morningwalk heute führt uns an den Halk-plaji auf der anderen Seite des Berges.
    Hier bestaunen wir auf der langen Strandpromenade die steile Felswand die den Strand beendet. Gazipasa ist schon einen längeren Aufenthalt wert. Die Stadt selber ist sauber und aufgeräumt und bietet alle Läden und Geschäfte die es so gibt. Die großzügigen Strandanlagen bieten viel Platz zum Stehen.

    Jetzt geht’s weiter nach Alanya.
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  • No Chance in Alanya

    14 november 2024, Turkiet ⋅ ⛅ 20 °C

    Alanya, die erste Stadt die wir, von Osten kommend, an der türkischen Riviera erreichen, wird auch „die deutsche Stadt“ genannt. Mehr als 25.000 Deutsche haben sich hier schon niedergelassen. Hunderte Hotels und eine endlos lange Strandpromenade später, hören wir, von zwar freundlichen Parkwächtern, immer den gleichen Satz: „No Caravan Parking“.
    In den einschlägigen Medien hatten wir zwar schon darüber gelesen, wollten uns aber selber ein Bild machen. Es ist unglaublich viel los. Auch die Seitenstraßen sind vollgestellt.
    Der Traum der Flugtouristen wird für die Wohnmobilisten eher zum Alptraum. Dirty Harry ist immer persönlich beleidigt wenn er abgewiesen wird. Mein Fahrer bleibt einfach irgendwo stehen, damit ich zumindestens das Wahrzeichen der Stadt, den „Roten Turm“ fotografieren kann. Und einige Blicke auf eine eigentliche sympathische Altstadt erhaschen kann. Wir schauen uns auch noch die Stadt von oben an und sprechen über die weitere Vorgehensweise.
    Klar ist, wer uns nicht will, den wollen wir auch nicht. Großstädte kennen wir ja zu Genüge. Egal in welchem Land sie stehen, sie sind immer gleich. Ich will ja nur mal mit eigenen Augen sehen, wo so viele Menschen in meinem Bekanntenkreis jedes Jahr hinfliegen und schwärmen. 😅 Also fahren wir weiter die Küste entlang.
    Einen versöhnlichen Abschluss findet unser Tag in einem netten Strandübernachtungsplatz den wir auch etwas länger gesucht haben. Am Misal-Beach werden wir fündig.
    Wir trinken leckeren Raki zum Sonnenuntergang, schauen einem Fischer beim Angeln zu und wärmen uns am Lagerfeuer eines symphatischen Türken, der für sich alleine den Tag am Strand beendet. Auf der anderen Seite geht ein toller Vollmond auf. Was für eine Szenerie. 🤩
    Morgen geht’s weiter im Großstadtdschungel der türkischen Riviera.

    Wir lassen uns ja nicht unterkriegen! 😉
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  • Die Waserfälle von Manavgat

    16 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 16 °C

    Der Fluß Manavgat sorgt in der gleichnamigen Stadt für einige Wasserfälle, die natürlich gut vermarktet werden. Stromschnellen hätte es vielleicht eher getroffen, aber ein Wasserfall zieht mehr. Wir haben uns den größten angeschaut. War interessant dort zu sein und das klare Wasser rauschen zu hören.
    Ein paar Kilometer weiter fließt der Manavagt ins Meer. Der Fluss wird auch genutzt um mit den großen „Piratenschiffen“ die Touristen von ihren Hotels aus aufs Meer zu schippern. Eine unglaublicher Zirkus wird hier für uns Touris veranstaltet.
    Wir sind in ein kleines Camp am Meer eingekehrt. Unser Kühlschrank macht Zicken. Er bedurfte ausgiebiger Pflege und Reinigung des Brenners mit Pressluft. Da er jetzt fast drei Monate durchgelaufen ist, sind wir ausnahmsweise für eine Nacht am Strom. 😉
    Für 10 Euro mit Ver-Entsorgung und Strom am Platz stehen wir auf einer Parzelle in der ersten Reihe mit Blick auf den endlosen Sandstrand. Für die Einheimischen sind überall Picknicktische aufgestellt. Teilweise mit Grills und Licht ausgestattet, zieht sich diese großflächige Picknickarea entlang des Strandes bis zur Mündung des Flusses.
    Allein die schmale Strandstrasse trübt die Idylle erheblich. Es ist Wochenende und nach dem Motto „Sehen und gesehen“ werden, düsen die jungen Türken mit ihren Autos und lautester Musik über den schmalen Boulevard. Fahren den gleichen Weg zurück weil es am Ende nur einen Wendehammer gibt. Unglaublich, aber das haben wir schon öfter erlebt…! 🙏
    Auf jeden Fall haben wir einen schöneren Blick auf Meer und Strand als alle Hotelkästen im Hintergrund. Deren Gäste werden mit Shuttles zum Strand gefahren.
    Was man wohlmeinend sagen muss ist, dass die Hotel-Architekten sich gestalterisch hier austoben durften. Auf der Strecke von Antalya nach Manavgat staunen wir über spannende Komplexe und kommen uns teilweise vor wie auf dem Strip in Las Vegas. Dort, wie hier trennt eine sechsspurige Schnellstraße die Hotels vom Strand! Hier müssen die Leute über aufwendige Überführungen mit ihren Quietsche-Entchen und dicken Schwimmreifen irgendwie an den Strand gelangen. Wenn sie Glück haben, gibt es auf beiden Seiten einen Aufzug.
    Die Kreisstadt Manavgat liegt etwas im Hintergrund in landwirtschaftlicher Umgebung, hat 230.000 Einwohner und ist großzügig gebaut.

    Wir kaufen wieder lecker ein und fahren weiter in das nur 8 Kilometer entfernte Städtchen Side.
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  • Der Apollo-Tempel in Side

    16 november 2024, Turkiet ⋅ ☁️ 22 °C

    Das symphatische Städtchen Side hat ca. 10.000 Einwohner und liegt praktisch mitten in einer antiken Stadt. Wie vor 3000 Jahren passiert man die Stadtmauer, die die Halbinsel auf der Landseite schützte, durch ein großes Tor und läuft an der spektakulären und gut erhaltenen Säulenstraße, der Agora, zum antiken Theater und vielen anderen Sehenswürdigkeiten. In der Altstadt sind nur kleine Boutique-Hotels oder Pensionen zugelassen, was sehr wohltuend ist. Die großen Hotels liegen abseits, sind mit der Halbinsel durch eine schöne Uferpromenade verbunden. Autos sind in den touristisch geprägten Altstadtgassen nicht erlaubt, man kann entspannt bummeln. Das Highlight an dem neu gestalteten Hafen ist natürlich der Apollo-Tempel( 2. Jh. n. Chr.)
    bzw. was von ihm noch übrig ist. Ein spektakuläres Kulissenbild wäre er für den Sonnenuntergang, den wir aber nicht erleben. Es gewittert ohne Ende, der Himmel verdunkelt sich, wir laufen ein wenig schneller durch die Jahrhunderte. Bemerkenswert ist, dass bei Neubauten die alten antiken Mauern oder was sonst noch so in der Erde liegt, durch Glas geschützt und sichtbar gemacht werden muss.
    Wir kehren ein in das bekannte Apollonik Café am Hafen. Seit den 1960er Jahren eine Institution, wie uns unser Campingchef erklärt, als er uns Tipps für den Besuch der Altstadt gibt.

    https://maps.app.goo.gl/KhVBSEBrRbjA4cT47?g_st=…

    Wir hatten dieses kleine Camp ausgesucht, weil es direkt am Eingang der Altstadt liegt. Auf dem verwinkelten etwas rumpeligen Gelände gibt es kleine Bungalows und 3 Stellplätze. Wir hatten Glück, es war niemand da, so konnten wir auf dem größeren der Plätze gut stehen. Alle sind nett und freundlich und zeigen uns auch den direkten Weg zum Strand. Allein das Wetter hält uns von einem Sprung ins Wasser ab.

    https://maps.app.goo.gl/hsoXHLzFdVrQneVX7?g_st=…
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  • Das berühmte Theater von Aspendos

    17 november 2024, Turkiet ⋅ 🌧 17 °C

    Die Gewitternacht in Side verläuft turbulent. Es donnert und blitzt ohne Ende. Dabei gießt es in Strömen. Es prasselt so laut aufs Womo-Dach, an Schlaf ist nicht zu denken. Also erzählen wir uns was „aus dem Dösjen“ wie man im Rheinland sagt. Mein nächtlicher Toilettengang sorgt zu allem Überfluß für großes Ungemach. Der Füllstandsanzeiger des Tanks der Trenntoilette meldet lautstark mit durchdringendem Piepen dass er voll ist. Oh je, mein Lieblingsmensch springt fluchend aus dem Bett und in das Unwetter hinaus, um das Teil zu leeren.
    Frisch „geduscht“ kommt er zurück. Wir müssen trotz allem irgendwie lachen. Wir sind eigentlich so gut organisiert und die täglichen Abläufe funktionieren. Nur den Toilettentank haben wir noch nicht wirklich im Griff. Ein Zettel mit Datum vorne am Armaturenbrett soll es jetzt richten. 🙏
    Ansonsten tauchen wir wieder ein in die griechisch/ römische Zeit. Wir fahren nach Aspendos.

    Dort wartet das besterhaltene antike Theater der Welt auf mich. Dieter hat das faszinierende Bauwerk schon gesehen. Ich weiß zwar jetzt schon, dass ich mich über den Eintrittspreis ärgern werde, habe aber soviel über Aspendos gehört, da muss ich einfach hin.

    Ausländer zahlen fast das zehnfache von dem was die Einheimischen zahlen. Dabei geht es mir nicht darum, dass ich mehr bezahle, als die Leute in der Türkei, die ggf. ein niedrigeres Einkommen haben. Es geht um die Verhältnismäßigkeit. In Deutschland werden alle gleichbehandelt. Da würde auch sofort von Diskriminierung gesprochen.
    Ich solle mich an die Regierung wenden, wurde mir vom Personal geraten. Was ich auch machen werde, aber erst wenn wir zurück sind. 😅

    Und jetzt zurück zum eigentlichen Thema:

    Das architektonisch wertvolle Theater wurde zur Zeit des römischen Kaisers Marcus Aurelius zwischen 160 und 180 n. Chr. erbaut.
    41 Bankreihen bieten 12000 Besuchern Platz. Die Bühnenwand ist vollständig intakt. Im Sommer finden hier Opern-und Balletaufführungen statt.
    Ich habe totales Wetterglück. Die Sonne scheint, ich klettere über die Marmorblöcke nach oben und versetze mich in die Zeit der frühen Gladiatorenkämpfe in dieser Arena.
    Wir schauen auch noch die in der Nähe befindliche riesigen Aquädukte an. Sie brachten einst das Wasser aus den 15 km nördlich gelegenen Bergen in die Stadt. Sie stammen auch aus dem 2. Jh. n. Chr. und sind eine der höchsten römischen Bauwerke. Sie ähneln zwei Bauwerken, die bereits auf der UNESCO-Welterbeliste stehen: den Aquädukten des Pont du Gard und denen von Segovia in Spanien. Beide haben wir schon bewundert. Dieses in Aspendos kommt einem deshalb so gewaltig vor, weil es plötzlich nach einer engen Kurve in einen kleinen Dorf einfach dort steht. 😲
    Da fällt die alte römische Brücke, gleich um die Ecke fast nicht mehr ins Gewicht.
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  • Antalya, Perle der türkischen Riviera!

    20 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 18 °C

    Wider Erwarten gefällt es uns ziemlich gut in Antalya. Die 2 Millionen Einwohnerstadt kommt ganz unaufgeregt daher. Über den palmengesäumten Atatürk Boulevard, der immer am Meer und an der schmucken Uferpromenade entlang führt, kommen wir gut über breite, mit Blumen gesäumte Straßen, durch die Stadt zu dem großzügig angelegten Gemeinde-Campingplatz. Antalya hat ein Herz für Camper, das merkt man schnell. Das Camp bietet für umgerechnet 13 Euro jeden Komfort. Wasser und Entsorgung am Platz, heiße große Duschen, eine komfortable Küche wo sich abends die deutsch/türkische Freundschaft beim Spülen vertieft. Mehrere Waschmaschinen stehen bereit. Es ist an alles gedacht.

    https://maps.app.goo.gl/iEU9ggdVxtDSZDWr6?g_st=…

    Ein Stück weiter am breiten, kilometerlangen Sandstrand gibt es einen weiteren großen Stellplatz im Gelände. Er hat keine Parzellen und ist auch sonst etwas rumpelig, dafür aber sehr günstig. Dieser Platz ist mit einheimischen Campern gut gefüllt.

    Wir haben kurze Wege zum Einkaufen und an den Strand. Die Hotels liegen aufgereiht wie Perlen an der Schnur, aber nicht so klotzig wie anderswo. Alles ist sauber und mit Blumen und Sträuchern kreativ bepflanzt. Man könnte sie auch als Wohnhäuser sehen. Die Nachsaison beschert uns überall Platz und entspanntes Miteinander.

    Wir laufen uns Plattfüße in der großzügigen Altstadt. Super sauber und aufgeräumt und dennoch voller Atmosphäre! Herrlisch! 😍

    Dieter nutzt nochmal die Gelegenheit zum Barbier zu gehen. Man muss echt sagen, die Männer verstehen ihr Handwerk. Es macht Spaß zuzusehen, wie sie die Bartmesser wetzen und später liebevoll Gesicht, Kopf und den Schnurrbart eincremen.
    Die Altstadt ist komplett mit der Original Stadtmauer umgeben. Das Hadrianstor ist eines der vielen Highlights denen man in dem alten Viertel begegnet. Es ist 2000 Jahre alt und wurde zu Ehren des damaligen Kaisers Hadrian errichtet. Wenn man durchs mittlere Tor geht, sieht man noch deutlich die Spuren der damaligen Ochsenkarren. Der Uhrturm und das geriffelte Minarett sind weitere Wahrzeichen der Stadt.
    Am Hafen, am mächtigen Hidirlik-Turm endet die Altstadt und wir bummeln weiter durch die Parks am Meer entlang.
    Antalya gilt als eine der schönsten Städte in der Türkei. Das können wir bestätigen. Die Stadt könnte aber auch in Europa liegen. Ich verstehe jetzt warum sich die deutschen Urlauber hier wohlfühlen.

    Sehenswert sind auch noch die Wasserfälle, die der Fluß Düden hervorbringt. Der untere ist der spektakuläre. Er ergießt sich vor der Stadt tosend über die Steilküste ins Meer.
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  • Wanderung am Güver Canyon

    21 november 2024, Turkiet ⋅ ☁️ 15 °C

    Unser Aufenthalt in der Gegend um Antalya verlängert sich etwas. Es gibt ein paar kleinere Sachen am Wohnmobil zu reparieren. Auf dem Weg zum Güver Canyon fahren wir in die Werkstatt von SAM KARAVAN. Sie liegt ungefähr 15 Kilometer nordwestlich von Antalya in ländlicher Umgebung. Sam ist ein sehr sympathischer junger Mann, hilfsbereit und kompetent. Er repariert den undichten Wasserhahn direkt vor Ort, schaut mit Dieter nach dem Kühlschrank, der immer mal wieder nicht richtig zündet und bietet auch an, unsere Fliegengittertür zu reparieren. Das dauert allerdings etwas länger. Ruck zuck ist sie fachgerecht ausgebaut und wir fahren weiter zum Canyon.
    Er liegt in einem Nautrschutzgebiet und ist über eine gut zu fahrende Schotterstraße zu erreichen. Wir wandern oben am Rand entlang und sind begeistert von der mystischen Gegend. Die dunklen Taurusberge im Hintergrund ergeben einen schönen Kontrast zu den hellgrünen Pinien. Nach dem Gewitterregen sprießen die ersten Pflanzen schon wieder aus dem weichen Waldboden. Der Blick in die tiefe Schlucht verschlägt mir den Atem. Auf dem Fotos ist die Tiefe nicht wirklich erkennbar.
    Wir lesen auf der Infotafel:
    Die Länge der Schlucht beträgt 2 Kilometer, ihre Tiefe 115 Meter und die Breite 20-30 Meter. Die Travertinsteine wurden durch das Wasser aus dem Taurusgebirge stark erodiert, und die Schlucht entstand in etwa einer Million Jahre.
    Wir fahren zurück auf den Gemeindestellplatz in Antalya und warten von Sam zu hören, wann er fertig ist.

    Heute verbringen wir die Wartezeit nochmal in der Stadt und shoppen ein wenig im Basar.
    Der Taxifahrer freut sich über seine deutschen Gäste und sucht deutsche Musik für uns im Handy. Ich wollte ihn davon abhalten, weil die moderne türkische Musik, die gerade lief, echt gut war. Da ertönt auch schon die martialische Musik von der Gruppe Rammstein wummernd aus dem Lautsprecher und die brachiale Stimme vom Leadsänger Till Lindemann ertönt.
    Ich fasse es nicht! Ausgerechnet Rammstein! Der junge Taxifahrer ist begeistert und wir machen gute Miene zum bösen Spiel.

    Die Adresse von Sam hatten wir bei Google gefunden. Seine Hilfsbereitschaft und Kompetenz hinterlassen ein gutes Gefühl. Wir können ihn uneingeschränkt weiterempfehlen. Er hat viele deutsche Kunden erzählt er uns und freut sich sichtlich darüber.

    https://maps.app.goo.gl/R5yVuGzh93TadRv47?g_st=…

    Kaum sind wir zurück, kommt Sam zu uns auf den Platz mit der Fliegenschutztür, die wie neu aussieht. Was für ein Service!
    Die Endabrechnung für alles ist angemessen! Danke Sam. Wir lassen den Tag mit unseren Nachbarn ausklingen. Wir haben uns schon ein paar Mal unterwegs „getroffen“, jetzt passt es!

    Morgen geht’s dann weiter nach Kemer und Chimaera zu den brennenden Felsen beim Berg Olympos.
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  • Am Naturstrand von Kemer

    23 november 2024, Turkiet ⋅ ⛅ 20 °C

    Vom Bett aus aufs Meer schauen! Wie oft habe ich den Satz schon geschrieben. Für mich immer noch das Beste was es gibt. Wir sind an einem langen „wilden“ Strand mit sympathischen türkischen Wohnwagenbesitzern. Auch einige Tinyhäuser stehen mit dabei.
    Der Wind peitscht die Wellen an Land, die Wolken jagen am Himmel. Die Taurusberge im Hintergrund sind mal zu sehen mal nicht. Die Möwen kreischen um uns herum. Das Meer schillert in allen Blautönen. Herrlisch.
    Durch die Pinienwälder des Olympos-Beydaglan-Nationalparks sind wir hierher gefahren. Von Kemer aus gibt’s eine Seilbahn hinauf in die Berge. Was tut man nicht alles für die Touristen. 😅
    Die Urlaubsstadt Kemer haben wir uns natürlich auch angesehen. Sie hat 43.000 Einwohner und ist keine Betonwüste. Auch hier sind die Hotels chick und eher klein. Die Urlauber liegen am Pool warm eingepackt. Es ist zur Zeit etwas unbeständiges Wetter. Der Strand ist steinig und wäre überhaupt nicht mein Ding.
    Ganz Kemer ist wie ein großes Einkaufszentrum und mit autofreien Straßen großzügig angelegt. Meistens mehrsprachig werden die Waren und der Schmuck angepriesen. Es ist nichts los in den Einkaufsstraßen. Die Händler sitzen vor ihren Läden und verbringen die Wartezeit mit daddeln auf dem Handy.
    Die Moschee ist sehr modern eingerichtet, und in vier Sprachen ist der wichtigste Korantext ausgehängt. Hatten wir so noch nicht gesehen.

    Wir laufen heute kilometerweit am Strand entlang und lassen uns den Wind um die Nase brausen. Das macht den Kopf wieder frei für neue Gedanken! 😉
    Schönes Wochenende!
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  • Eternal Flame am Mount Chimära

    24 november 2024, Turkiet ⋅ 🌬 13 °C

    In der letzten Nacht hat es ordentlich geblasen. Wir fahren vom Strand weg an eine geschützte Stelle zwischen den leeren Ferienwohnungen. Das Ergebnis heute Morgen war phantastisch. Der Wind hat alle Wolken weggeblasen und die Taurusberge zeigen sich in aller Pracht. Insbesondere der Tahtali Dagi, was übersetzt „Der Hölzerne“ bedeutet, zeigt sich von seiner besten Seite. Er ist mit seinen 2366 m der höchste Gipfel der Ausläufer des Taurusgebirges, der der Küste am nächsten kommt. Die Seilbahnstation ist deutlich zu erkennen. Dieser klare, blaue Himmel, die wolkenfreien Berge und der nächste schöne Sandstrand lassen uns die zeitweise heftige Schaukelei in der Nacht schnell vergessen.
    Später am Nachmittag fahren wir dorthin wo das Fabelwesen Chimära wohnt. Homer beschreibt die Chimaira in der Ilias als feuerspeiendes Mischwesen, das vorne wie ein Löwe, in der Mitte wie eine Ziege und hinten wie eine Schlange oder ein Drache gebildet sei.
    Hier auf dem Berg, in der Olympos Region, bedrohte das Mischwesen Mensch und Tier; dort treten seit Urzeiten als seltenes Naturphänomen Gase aus, die sich entzündet haben bzw. die man anzünden kann. Die „ ewigen Feuer der feuerspeienden Chimaira“.
    Auf dem großen Parkplatz ist nichts los als wir ankommen. Der Eintrittspreis ist dieses Mal für alle Besucher gleich. 1,20 Euro ungefähr bezahlen wir um zu dem sagenumworbenen Ort zu gelangen. Der Weg nach oben hat es in sich. 1000 Höhenmeter geht es über Natursteintreppen nach oben.
    Es brennen nur wenige Feuer in den Felsspalten, der Wind bläst manche aus. Mein „Feuermännchen“ hat einige wieder zum Brennen gebracht. Dieter freut sich, dass er mit einem Stück Holz den „Berg anzünden kann“.
    Familien grillen mit ihren Kindern Marshmellows über den Feuerstellen. Dennoch ein wirklich magischer Ort.

    Wir übernachten in der Nähe des Bergs am Strand von Cirali in einem Naturpark. Sehr idyllisch diese Ecke. Wir kommen durch einige Dörfer mit kleinen Pensionen und Baumhäusern für die Feriengäste. Hier wird der „sanfte Tourismus“ propagiert, so steht es im Prospekt der Gegend. Einige wenige Wanderer sind unterwegs. Jetzt in der Nachsaison ist es total entspannt auch auf den schmalen Straßen durch die kleinen Ortschaften.

    Die Holzboote, mit denen in der Saison die Touristen übers Meer geschippert werden, liegen auf dem Strand „geparkt“.
    Hier verläuft auch der „Lykische Fernwanderweg“. Dazu später mehr.

    Übrigens: Das Fabelwesen Chimära wurde mittlerweile „eingedeutscht“ und bedeutet in der Neuzeit, dass jemand, der einem Trugbild, einem Hirngespinst oder einer fixen Idee nachjagt, einer Schimäre hinterherläuft. 😲
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  • Am Aktas Plaji bei Mavikent

    27 november 2024, Turkiet ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir verlassen unseren Schlafplatz in Cirali nicht ohne einen ausgedehnten Spaziergang durch das surreale Landschaftsschutzgebiet mit den abgestellten Schiffen am Strand und Bäumen, die entweder vertrocknet sind oder wo der Blitz eingeschlagen hat. Fahren langsam durch die engen Straßen und schauen uns die kleinen Villen, Tiny Häuser oder Holzbauten mit mehreren Zimmern zum Vermieten im Vorbeifahren an. Über allem liegt ein Ruhe, trotz leiser Töne einiger Windspiele. Ein wenig wie aus der Zeit gefallen, kommt uns die Gegend vor. „Sanfter Tourismus“. Der Ausdruck stimmt irgendwie. Auch morgens sind schon Wanderer unterwegs. Wir frühstücken bei Emine, einer super sympathischen Türkin, die ihren Laden noch auf hat. Überall hängen bemalte Kürbisse. Wir kaufen bei ihr auch Avocados und Orangen. Alles aus eigenem Anbau, erzählt sie uns und will am Schluss noch Fotos machen. Eine Herzensbegegnung! 💚
    Wir juckeln gemütlich über die Landstraße vorbei am Bergmassiv des Olympos an den nächsten Strand. In der Nacht hat es geschneit, einige Taurusgipfel tragen weiße Hauben.
    Unser nächster Ort ist der lange Naturstrand von Mavikent, wieder ein Landschaftsschutzgebiet. Dieses Mal, weil die Schildkröten im Sommer hier ihre Eier ablegen! Dann ist alles gesperrt. Aber jetzt Ende November stehen hier die türkischen Miniwohnwagen/Wohnmobile Tür an Tür bzw.. auf der Reihe und wir mit ihnen! Wir werden wieder herzlich aufgenommen. Sie haben meistens umgebaute Kastenwagen, auch Kleinbusse, die vorher als Dolmus gefahren sind. Wenn wir ankommen und sie sich zur Begrüßung mit der rechten Hand auf die Herzgegend schlagen, dann geht mir das Herz auf.
    Es gibt hier alles am Strand. Wasser, Toiletten, Duschen unter freiem Himmel. Aber auch jede Menge Gewächshäuser im Ort und Hinterland. Der Anblick bei der Herfahrt erinnert uns sofort an die südspanische Küste bei Balerma.
    Beim heutigen Spaziergang „ spingsen“ wir durch die Ritzen in einige Gewächshäuser. Hier werden Auberginen, Paprika und Peperoni gezüchtet.
    Und diese magischen Sonnenuntergänge! Von denen kann ich auch nie genug kriegen. Genauso wenig wie vom Bett aufs Meer schauen. Das kann ich hier auch wieder. 🥳
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  • Der hl. Nikolaus wohnte am Mittelmeer

    29 november 2024, Turkiet ⋅ ⛅ 17 °C

    Das antike Myra, einst eine wichtige lykische Stadt, ist heute vor allem als Wirkungsstätte des Nikolaus bekannt. Von der Stadt selber sind nur noch die Gräber zu besichtigen. Es gibt aber kaum noch einen anderen Platz an dem so viele prächtige lykische Felsengräber erhalten blieben als in Myra. Dicht an dicht stehen sie in dem steilen Hang.
    Etwas unterhalb von Myra steht die Basilika des hl. Nikolaus, die in byzantinischer Zeit gebaut, aber danach mehrfach zerstört wurde. Die heutige Kirche wurde von Zar Alexander ll. im 19 Jh. aus Verbundenheit mit dem hl. Nikolaus wieder aufgebaut.
    Auch wir sind aus Verbundenheit mit dem hl. Nikolaus hierher gekommen. Ich hatte als Kind zwar einen gehörigen Respekt vor dem Mann mit der großen Mitra und dem Rauschebart, der aus dem goldenen Buch gelesen hat, dass ich immer brav war 🙏 und dem ich zum Dank ein Gedicht aufsagte. Aber er brachte immer leckere Süßigkeiten und kleine Geschenke mit. Die kamen nicht durch den Kamin sondern aus seinem prall gefüllten Sack. Knecht Ruprecht durfte nicht mit in die gute Stube. Also war meine Kinderwelt viele Jahre am 6. Dezember völlig in Ordnung, bis ich eines Jahres durch Nikolaus langen Bart, die sonore Stimme meines Onkels erkannte. 😲🥲

    Tatsächlich basiert die Legende von den heiligen Mann, der den Kindern Süßigkeiten in die Strümpfe stopft, auf einer historischen Figur. Nikolaus lebte um 300-350 und war lange Zeit Bischof in Myra. Obwohl er in der byzantinischen Kirche auch als Schutzpatron der Seeleute galt, stammt sein Ruhm von der Legende der drei Töchter:
    Weil ein armer Mann kein Brautgeld für seine drei Töchter hatte, soll der Bischof drei Jahre hintereinander jeweils um die Weihnachtszeit einen Beutel Gold ins Haus geworfen haben. Manche erzählen sich, das Gold kam durch den Kamin, weshalb später in Häusern mit Kamin die Geschenke auch durch den Schornstein erwartet wurde. Heute kommt der Nikolaus am 6. Dezember, weil der Bischof von Myra an einem 6. Dezember starb.
    Aus emotionalen Gründen haben wir den wiederum zu hohen Eintrittspreis für Ausländer von 17 Euro pro Person bezahlt. Einmal am Grab vom hl. Nikolaus stehen, hatte ich auf meinem Wunschzettel stehen.

    Vorher machen wir einen Zwischenstopp in Finike, einer symphatischer Stadt ohne Tourismus, wie uns Muammer, der Inhaber eines kleinen Ladens, erzählt. Seine Schwiegereltern leben in Flensburg, er spricht gut Deutsch. Hier ist die Landwirtschaft der beste Arbeitgeber. Die Orangen sollen die besten auf der ganzen Welt sein. Finike ist die Partnerstadt von Mosbach in Deutschland, das findet er gut. Muammer begleitet uns zum Einkaufen in die kleinen örtlichen Läden und dolmetscht. Wir kaufen in seiner kleinen Schmuckfabrik einige Mitbrinsel für zuhause. Nach einer hervorragenden Fischsuppe und dem Einkauf von leckeren Orangen verabschieden wir uns und fahren nach Demre und Myra.
    An unserem Übernachtungsplatz am Strand lernen wir ein türkisches Ehepaar kennen. Sie kamen zum Sonnenuntergang und hatten sich im Sand festgefahren. Dieter hilft mit Spaten und Manneskraft. Sie bedanken sich tausendmal und es gibt ein Erinnerungsfoto! Der magische Sonnenuntergang entschädigt für alle Mühen.
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  • Lykische Sarkophage in Üçagiz!

    1 december 2024, Turkiet ⋅ 🌩️ 16 °C

    Wir „klettern“ mit Dirty Harry durch das zerklüftete Taurusgebirge, abseits der D400 auf schmalen Straßen zurück an die Küste. Das kleine Dorf Üçagiz ist unser Ziel. Es besteht aus alten Häusern, Restaurants und einem Hafen, in dem die Ausflugsboote dicht an dicht liegen und auf Kunden warten. Bevor man in den Ortskern gelangt, gibt es großzügige Parkplätze. Wir werden angewiesen dort zu parken. Im Dorf unten sei es zu eng.
    Wir fügen uns zunächst dem freundlichen aber bestimmten Auftreten des Dorfbewohners und laufen zu Fuß in den Hafen und schauen uns alles an. Am meisten faszinieren die schweren lykischen Sarkophage aus uralter Zeit. Vermeintlich vergessen stehen sie hier herum. Sie haben alle ein Loch, durch das vermutlich die Grabbeigaben geraubt wurden.
    Wir wollen auf der anderen Seite des Dorfes zwischen den Felsen übernachten. Die Dorfstraßen sind zwar schmal, werden aber von meinem Fahrer als gut befahrbar befunden. Also geht’s nach dem Rundgang durch den gemütlichen Ort zurück zum Wohnmobil. Unterwegs werden wir mehrfach auf eine Bootstour zur Insel Kekova angesprochen. Die langgezogene Insel liegt wie ein Riegel vor der großen Bucht, die dadurch so geschützt wird, dass sie fast wie ein Binnengewässer wirkt. Innerhalb gibt es eine Vielzahl kleiner Inseln und Felsen, die zusammen ein eindrucksvolles Panorama bilden.
    Was muss hier in der Saison los sein? Wir hören förmlich die Bootsmotoren knattern und riechen den Diesel. Jetzt ist alles wunderbar entspannt, bis auf die nach Kunden suchenden Schiffseigner, die irgendwie über den Winter kommen müssen.
    Es ist in der Tat hier eine einzigartige Küstenlandschaft. Auch bei bedecktem Wetter.
    Wir „trauen“ uns gegen die Meinung einiger Einheimischer mit dem Wohnmobil durch das Dorf und auf die andere Seite zu fahren. Hier gibt es wiederum eine Art Schiffswerft mit jeder Menge Schiffe auf dem Trockendock. Wir können es kaum fassen. Mittendrin ein alter Friedhof noch mit Gräbern aus der osmanischen Zeit. Er wirkt wie aus der Zeit gefallen.
    Wir finden einen ruhigen Übernachtungsplatz zwischen den Felsen und haben einen tollen Blick auf die gegenüberliegende alte Burg, die wir am nächsten Tag erklimmen wollen.
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