Ecuador
Aguas Negras

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Travelers at this place
    • Day 362

      Deep in the Jungle - Tag 4

      November 23, 2023 in Ecuador ⋅ ⛅ 23 °C

      Vera, Silvia und Rolf reisen heute ab. Peter hat den fünftägigen Aufenthalt gebucht und ich entscheide mich dafür den Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. So bleiben wir beide übrig. Es geht heute morgen sehr früh los. Treffpunkt um 6 Uhr zum Birdwatching. Mit über 1600 Spezies ist Ecuador ein Vogelbeobachtungsparadies. Doch zunächst machen die "Coloured Monkeys" einen Lärm wie ein aufbrausender Orkan. Die Affenfamilie steckt mit dem Gebrüll, der über mehrere Kilometer zu hören ist, ihr Revier ab. Als Warnung an alle anderen. Und dann ein rosa Delphin. Er ist auf Jagd. Deutlich sieht man seine Färbung. Aber es gelingt mir nicht ein spektakuläres zu "schießen". Ist halt nicht Flipper der rücklings auf der Schwanzflosse durch das Wasser reitet. Schade. Fliegende Tucans, Anhingas, Fledermäuse und andere buntfarbende Vögel gehören zum Amazonasbild. Bevor es zurück zur Lodge zum Frühstück geht, gibt es noch eine Demonstration wie man Piranhas angelt. Ja, als Köder benutzt man rohes Fleisch. Ein Schwarm besteht in der Regel aus 20 bis 50 Tiere . Nein, sie stürzen sich nicht alle gleichzeitig auf den kleinen Bissen. Und sie haben den Köder schneller vom Haken abgeknabbert als man reagieren kann. Fazit, kein Fisch zum Frühstück. Auch nicht schlimm. Das Frühstück ist auch so abwechslungsreich. Nachdem wir uns von den anderen verabschiedet haben, sind es Ana, Peter und ich die anschließend durch kleine Wasserstraßen paddeln um eine andere Lagune zu erreichen, die für Motorboote verboten ist. Wir kommen einigen Affen so nah wie sonst nirgends bevor. Einheimische nennen sie Clowngesichter. Es ist schon fast magisch wie wir drei von den Geräuschen der Natur begleitend durch das Wasser paddeln. Die Tierlaute von Tucan und Co. begleiten uns. Auch diese Lagune hat aus dem Wasser ragende Bäume die sich im fast glattem Wasser spiegeln. Da hier Kaimane, Anaconda und Co. tummeln verzichten wir auf den Sprung ins Wasser obwohl die Temperaturen dazu einladen. Wir versuchen uns nochmal im Piranhaangeln. Es ist eher Zufall und ein Versehen, dass es mir gelingt einen weißen Piranha ins Boot zu holen. Er ist zu klein und so lassen wir ihn wieder in die Freiheit ohne ihm die Gelegenheit zu geben uns in den Finger zu beißen. Zurück auf dem "Hauptkanal" nimmt uns ein Motorboot ins Schlepptau bis zur Lodge. Mittagessen und etwas ausspannen. Dann geht es nochmal zur Grande Laguna. Auf dem Weg dorthin entdecken wir nochmals Faultiere bewegungslos in den Bäumen kauernd. Ein ungeübtes Auge hat keine Chance sie zu entdecken. Noch einmal schwimmen in der Lagune bevor ich mich von diesem Ort endgültig verabschiede. Am Horizont erhellen Blitze den inzwischen dunklen Himmel. Zeit für die Rückfahrt. Und der Horizont holt uns ein. Regen prasselt hernieder. OK, nass sind wir eh schon aber bei der Bootsfahrt fühlt es sich dann doch kalt an in nassen Klamotten. Das letzte Abendessen. Und danach noch eine Überraschung. Noch eine Geburtstagstorte für einen weiteren Gast der diese Woche Geburtstag hat und mich. Perfekter Abschluß. Peter und ich sitzen noch mit unseren Guides am Tisch und praktizieren Spanisch, Englisch und Deutsch. Um 10 Uhr wird der Generator abgestellt und man entzündet eine Kerze auf meinem Tisch während ich diese Zeilen schreibe. Zeit ins Bett zu gehen. Das Abenteuer Amazonas geht dem Ende entgegen. Gute Nacht.Read more

    • Day 223

      Amazonas, Ecuador

      August 11, 2019 in Ecuador ⋅ ☁️ 25 °C

      Heute ist der letzte Tag im Amazonas ... bereits gestern Abend hat es angefangen zu regnen und hat auch die ganze Nacht durchgeregnet!
      Heute geht es mit dem Boot zu den Ureinwohnern des Amazonas! Die Leute hier sprechen tatsächlich noch ihre Ursprache! Die Einwohner haben uns gezeigt wie man Jukawurzel erntet und daraus eine art Mehl herstellt. Daraus haben wir dass Grundnahrungsmittel (Brot bzw. Fladen) gebacken! Bei der Familie die uns dieses Handwerk gezeigt hat habe ich dann auch anschließend ein kleines Suvenier gekauft ... denn hier bin ich mir sicher das es per Hand gemacht wurde!
      Anschließend geht es zum Fussballspielen mit einheimischen des Dorfes!
      30min später sind alle ausgepowert und froh in den Amazones springen zu können!
      Später nimmt uns unser Guid mit zu einem Schamannen des Dorfes! Es wurde uns eher nur erklärt wie so ein Schamannenrutual abläuft! Es war schon ganz okay aber nicht wirklich was außergewöhnliches!
      Auf dem Weg zurück zur Lagune machen wir noch einen kurzen Halt an unserer Lodge für eine kleine Pause... so nutzen wir die Zeit für einen Sprung in ein aufgespanten Netz in der Nähe unserer Lodge!
      Sicherheit absolut Null!🤣
      17:30 geht's mit dem Boot zur Lagune ... und siehe da ... der Wettergott meint es mehr als gut mit uns den wir erleben wirklich einen traumhaften Sonnenuntergang während wir in der Lagune zwischen Kaimanen und Pyranias planschen!

      Die Tage hier im Amazonasgebiet sind sehr spezial und super beeindruckend!

      Morgen geht es noch mal früh (06:00) zum Vögelbeobachten bevor es dann richtung Zivilisation zurück geht!
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    • Day 222

      Amazones, Ecuador

      August 10, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 27 °C

      Gut ausgeschlafen und gut gefrühstückt geht es bereits 9 Uhr wieder aufs Boot und in den Jungel um die Vegetation zu Fuß zu erkunden!
      Wir wandern ca. 4 Stunden ... sehen unterwegs mehrere Arten von Affen (die zweit kleinste Affenart im Amazonas), eine Schlange im Baum, unzählige Arten von Vögeln und schwingen uns an Lianen (Wurzeln) durch den Jungel!
      Unser Guid ist echt pfiffig was das aufspüren von Tieren und Planzen angeht! Er findet unterwegs ein Bulletameise -> die größte Ameise der Welt ... der Schmerz ihres Stiches soll 24h anhalten weshalb diese auch die 24h-Ameise genannt wird!
      Die ganz großen Tiere haben wir heute leider nicht gesehen!
      Nach dem Mittagessen schwinge ich mich in die Hängematte und verpasse sogar dabei den Starkregen von Amazonas! (gerade ist Regensaison)
      Nachmittags 16:30 fahren wir noch mal raus mit dem Boot auf eine Insel .... doch davor passiert was unglaubliches wir sehen Delphine ... Amazonas Delphine ... diese artverwande Gattung die tatsächlich in die engen Kanäle des Amazonas wandern um nach Fressen zu suchen! Sie sehen schon etwas anders aus mit der langen schnautze und der riesen Stirn als ihre artverwanten aus den Ozeanen! Einfach unglaublich!
      Unser Guid beweist uns wieder mal sein können als wir auf der Insel ankommen ist es bereits dunkel ... es ist auch so geplant! In völliger Dunkelheit mit Taschenlampen bewaffnet findet Elvis unteranderem Vogelspiene, Skorpion, Frösche und irgend ein Insekt welches umso gefährlicher Aussicht und jedoch total harmlos ist dass ich es sogar auf die Hand nähmen darf!
      20 Uhr zurück im Basecamp gibt es Abendessen!

      Morgen geht es gleich nach dem Frühstück zu den Ureinwohnern des Amazonas von Ecuador!
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    • Day 44

      Amazonas

      February 10, 2023 in Ecuador ⋅ 🌧 27 °C

      Guten Morgen aus Lago Agrio!
      Wir haben unsere Nacht Busfahrt überlebt, auch wenn es knapp war…die durchschnittliche Schlafenszeit betrug 3,5 Stunden und der Frischluftanteil im Bus lag bei 10%. Und das Schlimmste: wir sind hier nur zum umsteigen und müssen noch mal einen Bus für 2,5 Stunden nehmen, bis wir ENDLICH an unserem Ziel sind - der Amazonas! 🦥
      Viele verbinden mit dem Amazonas ja eher Brasilien, aber auch Ecuador besitzt 2% des gesamten Amazonasgebietes in Südamerika, welches knapp 30 % der Landesfläche ausmacht. Für uns war von Anfang an klar, dass das auf unserem Trip nicht fehlen darf. Und für den berühmtesten Fluss der Welt nimmt man auch mal 24 Stunden Anreise Einkauf.

      TAG 1
      Pünktlich am Mittwochmorgen um 11 Uhr sind wir am Treffpunkt, der ‚Cuyabeno Bridge’ angekommen. Auf eigene Faust kann man natürlich nicht einfach in den Amazonas marschieren, wir hatten daher im Vorfeld eine Tour über das Secret Garden Hostel in Quito gebucht (4 Tage, 3 Nächte für 275 $). Es hätte auch die Möglichkeit für einen privaten Shuttle gegeben, aber wir sind lieber mit den Öffis gefahren.
      An der Brücke hat uns wie verabredet unser Guide abgeholt. Am Anfang war die Stimmung noch nicht so bombe, was aber vor allem daran lag, dass wir völlig übermüdet, schmutzig und schwitzend (die Temperatur beträgt plötzlich wieder 27 Grad und es ist sehr schwül!) waren. Unser Guide heißt Cuco und auf den ersten Blick hatte auch er keine große Lust auf uns. Dazu muss man sagen, dass normalerweise mittwochs keine Touren starten, aber als die Tour Agency erfahren hat, dass wir sechs Leute sind, haben sie kurzerhand für uns eine Ausnahme gemacht. Wahrscheinlich haben wir damit seinen freien Tag gecrasht - sorryyyy. 😬
      Nachdem wir uns notdürftig in einem öffentlichen Badezimmer gewaschen und Zähne geputzt hatten, ging es los mit dem Abenteuer: unsere Lodge liegt in der Region „Cuyabeno“, das ist ein geschützter Bereich des Amazonas und bietet für Touristen eine gute Infrastruktur. Wie die meisten Lodges liegt sie irgendwo am Flussufer, das bedeutet, wir mussten mit einem Boot zu unserer Unterkunft fahren. Die Fahrt dauerte 3 Stunden, war aber bereits Teil der experience: Wir haben in diesen ersten Stunden schon so viele coole Tiere gesehen, dass die Müdigkeit schnell vergessen war.
      Cuco hat ein krasses Auge! Es muss nur irgendwo ein Ast knacken und er dirigiert das Boot präzise zu der Stelle, wo dann eine winziger Frosch sitzt oder er zeigt auf eine Baumkrone, die hunderte Meter entfernt ist, wo angeblich ein Faultier sitzt. Ich hab’s wirklich bis zum Ende nicht verstanden, wie er das macht - ich hab die Tiere zum Teil nicht mal gesehen, als er mir ein Fernglas in die Hand gedrückt hat.

      Nachmittags kamen wir in der „Tucan Lodge“ an. Die Unterkunft ist fantastisch, mit sehr viel Liebe zum Detail. Überall kann man in Hängematten oder Netzen entspannen. Alles ist offen gebaut und umgeben von Natur. Und das Staff ist so freundlich, die lesen einem wirklich jeden Wunsch von dem Augen ab (anders konnte ich mir den frisch gepressten Saft nicht erklären, den ich bei Verlassen des Bootes plötzlich in der Hand hatte).

      Wir haben uns zu sechst eine für fünf Personen ausgelegte Hütte auf Stelzen geteilt. Ein bisschen kuschelig wird das in den zwei Betten schon, aber wir kennen uns ja jetzt mittlerweile ein bisschen besser. 🫠
      Vor dem Abendessen stand noch eine Nachtwanderung in den Dschungel an. Kleiner Tipp für eure nächste Nachtwanderung im Amazonas: Seid nicht wie Hannah. Tragt keine weiße Kleidung. Seid wie der Rest der Gruppe. Tragt schwarz. Es sei denn, ihr liebt es von Riesenkakerlaken und Spinnen besprungen zu werden.
      Aber auch abgesehen vom Outfit, ist der Amazonas nachts schon ne Hausnummer: Wir haben mehrere Vogelspinne gesehen, giftige Frösche und riesige Insekten - beziehungsweise, Cuco hat die gesehen und uns gezeigt. Wir hätten alleine gar nichts entdeckt und wären einfach drüber getrampelt.
      Was ich total krass fand: Wir sollten an einem Punkt alle unsere Taschenlampe ausmachen und einfach den Geräuschen lauschen. Es war so dunkel, ich habe noch nie eine solche Schwärze erlebt. Die Augen haben sich einfach nicht an die Finsternis gewöhnt und man hat keine 2 cm weit gucken können. Und dabei war es so laut! Tiere machen einen ganz schönen Krach, wenn die Menschen mal still sind.

      Zurück gab es unser wohlverdientes Abendessen, was nicht nur vegetarisch, sondern auch unfassbar lecker war, dazu ein Glas Rotwein - und wieder einmal konnte meine kleine Reisewelt nicht perfekter sein 🥲

      TAG 2
      Am nächsten Tag ging’s nach dem Frühstück (selbst gebackenes Brot, selbst geernteter Kaffe 😍) wieder in die Gummistiefel und ab in den Dschungel zum wandern. Am Anfang war ich etwas skeptisch, ob ich nicht doch lieber meine Turnschuh anziehen soll, weil man in denen deutlich besser laufen kann - aber spätestens nach der ersten knietiefen Matschpfütze waren die Sneaker vergessen. Wir sind wirklich komplett eingesunken und muss aufpassen, dass uns der Schlamm und das Wasser nicht oben in die Gummistiefel rein läuft.
      So langsam werden wir auch warm mit Cuco. Wie sich herausgestellt hat, ist er selber erst Anfang 30, studierter Biologe und das wichtigste: er lacht über unsere primitive Witze. Und ich kann mich nur wiederholen: er ist einfach ein krasser Guide - was er sieht, KANN man nicht mit bloßem Auge sehen. Ich habe zwischenzeitig vermutet, dass er die Tiere vorher an bestimmten Stellen positioniert, um sie dann zu „entdecken“. Wusstet ihr zB dass es Bäume gibt die wandern? Und dass es kannibalische Affen gibt? Oder pinke Delfine? Ich auch nicht. Die Natur ist einfach verrückt; ich würde auf jeden Fall keine zwei Tage im Dschungel überleben - traurig.

      Zurück in unserem Habitat, der nicht menschenfeindlichen Lodge, haben wir mittags etwas chillen und nappen können. Am späten Nachmittag hat Cuco uns wieder aufgescheucht, diesmal aufs Wasser zu einer Kanutour.
      Vorteil vom Kanu im Vergleich zum Motorboot von gestern ist, dass man noch mal mehr Tiere sieht, da sie der Lärm nicht verschreckt. Nachteil ist die Anstrengung in den Armen. Gefühlt sind wir echt Reisegruppe „lass mal chillen“ und flussaufwärts wurde ganz schön gestöhnt. Aber auch dieser Ausflug hat sich wieder voll gelohnt: wunderschöne Ausblicke, viele Tiere - und Stille. Der Amazonas, so lebendig er ist, hat auch eine wahnsinnig beruhigende Wirkung.

      TAG 3
      Der letzte Tag hatte es Programm-mäßig nochmal in sich! Wir haben eine Bootstour zum Sonnenaufgang, einen Besuch in einem indigenen Dorf, eine Dschungel-Wanderung, einen Kaffe- und Schokoladen Workshop und ein Ausflug zum See in 14 Stunden gequetscht!

      Aber der Reihe nach:
      Um 6 Uhr morgens, noch vor dem Frühstück, sind wir mit dem Boot zu einer Birdwatching Tour aufgebrochen. Direkt nach Sonnenaufgang sind viele Vögel am aktivsten. Wir waren es leider nicht und konnten Cucos Entdeckungen ausnahmsweise nicht ausreichend würdigen. Evtl bin ich auf meinem Sitz auch ein, zwei mal eingenickt.

      Nach zwei Kaffe zum Frühstück ging’s dann wieder etwas besser und wir haben uns zu einem Dorf der „Sioner“ aufgemacht. Ja, auch im Amazonas leben Menschen. Total absurd, die nächste größere Stadt ist einfach fünf Stunden entfernt - ich hoffe einfach, dass sich so etwas wie medizinische Notfälle in Grenzen halten.
      In dem Dorf leben ca. 150 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Wir haben erfahren, dass auch die Besitzer der Tucan Lodge aus diesem Ort kommen, was ich total schön finde!
      In einer Hütte, die wohl als sowas wie die Dorfküche dient, hat uns eine Frau empfangen und wir konnten und erstmal etwas aufwärmen und trocken. Leider ist es heute zum ersten Mal seit wir hier sind richtig regnerisch - und Regen im Amazonas bedeutet fast immer Sinnflut.
      Dann sind wir auf eines der umliegenden Felder gegangen, wo wir selbst Yuka ernten durften. Das ist eine Kartoffel-ähnliche Wurzel, die hier für alles verwendet wird: Yuka-Brot, Yuka-Suppe, Yuka-Pommes, Yuka-Chips…Yuka ist der Mais Ecuadors!
      Aus dieser Wurzel haben wir Mehl hergestellt und draus große Fladen gebacken, die wir als Beilage zum Mittagessen verspeist haben.
      Im Anschluss haben wir noch den Schamanen des Dorfes besucht. Ich hatte mir vorgestellt, dass uns ein in weiß gekleideter alter Mann empfängt, der uns fragt, mit wem wir aus dem Jenseits Kontakt aufnehmen wollen. Aber der Schamane war ein sehr fröhlicher bunt gekleideter Mann mit grünen Federn auf dem Kopf. Im Stuhlkreis sitzend hat er uns die verschiedenen Arznei- und Heilmittel gegen alle möglichen körperlichen Beschwerden erklärt. Dabei handelte es sich ausschließlich um sehr starken Schnaps, in dem wahlweise Insekten oder Kräuter eingelegt sind. Das hilft übrigens nachweislich auch gegen Corona - keiner der Dorfbewohner:innen ist daran erkrankt (dass das Virus sich einfach nicht bis hierher verbreitet hat, ignorieren wir an diesem Punkt mal). Selbstverständlich durften wir alles probieren und ich sag mal so: kein Wunder, dass die Leute nach 4 Shots keine Schmerzen mehr haben.
      Wenn man Verspannungen im Nacken hat, hilft es auch, sich vom Schamanen mit einem Dornenbusch auspeitschen zu lassen - das wurde uns direkt anhand von Viktor demonstriert, war wohl ganz schön schmerzhaft. Zum Abschluss gab es noch ein kleines spirituelles Ritual, in dem der Schamane durch Gesang und ausladende Bewegungen festgestellt hat, dass Caro bei bester Gesundheit ist. Gott sei dank!
      Insgesamt war es sehr unterhaltsam und so sehr man die Methoden auch belächeln kann, bin ich mir ganz sicher, dass sie wirken - nicht zuletzt weil die Leute seit Hunderten von Jahren an die Wirkung durch Kraft der Natur glauben und das finde ich mehr als nachvollziehbar.

      Wieder zurück in der Lodge hatten wir gerade mal eine Stunde Pause, bevor wir uns an einer Feuerstelle getroffen haben, wo wir selbst Schokolade und Kaffee hergestellt haben. Ich bin ja seit Filandia Profi was den Prozess angeht und hab mich eher aufs Probieren fokussiert. Am nächsten Morgen war ich dann aber schon stolz, als es zum Frühstück unseres selbstgemachtes Nutella gab 🥹

      Und weil das alles noch nicht genug Action war, ging’s kurz vor Sonnenuntergang nochmal aufs Boot und zu einer Lagune, wo man ausnahmsweise auch schwimmen kann (im Fluss selbst schrecken mich die 3 Meter langen elektrischen Aale doch etwas ab). Dieser kleine Ausflug war auf jeden Fall der krönende Abschluss der drei Tage! In atemberaubender Umgebung im Amazonas zu schwimmen, während die Sonne spektakulär untergeht kommt auf jeden Fall auf meine Highlight Liste!
      Abgelöst wurde die Sonne von einem gigantischen Sternenhimmel und einer Bootsfahrt im Dunklen, wo wir Alligatoren und Schlangen gesehen haben. Cuco setzt einfach immer noch einen drauf!

      Wir lagen nach dem Abendessen noch länger in den Netzen in der Lodge und haben Sterne geguckt. Ein perfekter Anschluss für einen perfekten Trip! (Nur jetzt nicht an die morgige Rückfahrt denken 🙈)

      ***
      Zum Abschluss noch einmal unsere Check Liste von coolen Tieren, die wir gesehen haben
      ✔️Ganz viele Affen
      ✔️3 verschiedene Arten Schlangen
      ✔️Giftige und ungiftige Frösche
      ✔️Kalmane (das sind kleine Alligatoren)
      ✔️Ein Flussdelfin mit einem Flussdelfinbaby
      ✔️Ein Tier, dessen Namen ich nicht kenne, das so etwas wie eine große Wasserratte war
      ✔️Ein Wildschwein
      ✔️Vogelspinnen
      ✔️Ein, Dreifinger-Faultier
      ✔️Sehr viele Insekten
      ❌Das einzige, was mir noch gefehlt hätte, wäre ein Jaguar - aber den sieht ein erfahrener Guide im Schnitt alle 10 Jahre.
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    • Day 110

      Amazonas - Cuyabeno 1

      February 13, 2023 in Ecuador

      Mit dem schrecklichsten Nachtbus aller Zeiten ging es über kurvige Strassen nach Lago Agrio an der Grenze zu Kolumbien. Diese Stadt ist wie alle Grenzstädte hässlich, grau und gefährlich. Wir waren froh als uns der Shuttlebus zum Eingang des Nationalparks Cuyabeno brachte. Dort sprangen wir auf ein kleines Motorboot und auf ging es in den Amazonas Regenwald! Während der 2 stündigen Fahrt zur Lodge sahen wir rosa Flussdelphine, eine Anaconda, Affen und viele Arten von Vögeln. Unser Guide Fernando (stammt aus einem indigenen Dorf) kannte alle anhand des Gesangs. In der Lodge angekommen tranken wir erstmal Kaffee und chillten in den Hängemattem mit Blick auf den Fluss. Am Abend fuhren wir zu einer Lagune und beobachteten den wahnsinnig schönen Sonnenuntergang. Wir konnten dort sogar schwimmen und mit dem Stand Up Paddle fahren. Als es dunkel wurde suchten wir nach Caymanen (Alligatoren). Es fing dann in strömen an zu Regnen und wir fuhren mit dem Boot zurück zur Lodge. Dort bekamen wir dann noch ein 3 Gänge Menü und fielen ins Bett💤💤Read more

    • Day 32

      Ultimá noche en la selva

      February 19, 2023 in Ecuador ⋅ 🌙 22 °C

      Zurück in der Lodge gab es gerade wieder
      Abendessen, wie immer bei Kerzenschein (Dieses Licht reicht aber komplett aus und hält Mücken fern!!). Es war mein letzter Abend in der Lodge. Clemens präsentierte seine Guitarrenkünste und Elvis holte die Musikbox und das Mikrofon für Karaoke. Clemens war nicht nur guitarrentechnisch, sondern auch gesangstechnisch ein Überflieger und es war so rührend und schön zu sehen, wie stolz seine Eltern auf ihn waren. Ich beginne nun bereits jetzt Geld auf die Seite zu legen, um meinen zukünftigen Kindern ebenfalls Guitarrenstunden kaufen zu können, das lohnt sich und ist echt eine Top-Investition! Ach die Stimmung war echt so gemütlich. Alle haben zusammen gesungen und geschunkelt, echt richtig schön. Dann kam noch ein Skorpion angekrochen, hehe. Super müde ging ich im Dunkeln ins Bett, da ich kein Akku mehr hatte und der Stromgenerator bereits ausgeschaltet wurde. Omg hatte ich eine Angst, auf einen weiteren Skorpion, eine Spinne oder einen Käfer zu treten! Ging aber alles gut und beim Zähneputzen und nachher im Bett habe ich dafür noch ein paar Glühwürmchen herumschwirren gesehen.Read more

    • Day 32

      New face, new me?

      February 19, 2023 in Ecuador

      Nach dem Brotbacken stand der Besuch beim Schamanen Hector an. Er imponierte mir doch sehr, wie er da in seinem grünen Gewand, der Blätter- und Federkrone, den üppigen Ketten und der Gesichtsbemalung vor uns sass. Aber Hector der Schamane der Siona war ganz nett. Als erstes erhielt ich ebenfalls eine freche, kriegerisch angeghauchte Gesichtsbemalung (Wäre einmal eine Idee für die Fasnacht!). Dann erzählte der ruhige, besonnene Hector von seinem Schamanenleben, dass ihn die Medizin schon immer fasziniert hatte und sein Grossvater bereits das medizinische Oberhaupt des Stammes war. Er erzählte, wie er mit seinen pflanzlichen Mitteln beinahe alles heilen kann und wie er mit 3 anderen Schamanen aus anderen Ländern 4 Nächte ein Covid Rezept ausgetüftelt hat. Dieses durften wir auch probierem, es war wirklich sehr stark, würde es am ehesten mit Jägermeister vergleichen… Dann konnten wir auch noch das legendäre, dickflüssige, braune Ayahuasca probieren. Boah war das eklig! Aber für eine guten Trip, das Inverbindungtreten mit der Natur und die Antwort auf ungelöste Fragen wird es sehr gerne konsumiert und auch die Schamanen selbst benutzen es sehr oft. Danach demonstrierte Hector bei einer kleinen Kostprobe, wie er bei Rückenschmerzen vorgeht. Der Rücken wird freigemacht, eingeölt und dann mit Nesseln hardcore ausgepeitscht. OMG hat das wehgetan! Bei diesen Schmerzen vergisst man wohl wirklich jeglichste andere Schmerzen! Nach der Prozedur wurde der Rücken feuerheiss und wurde am Schluss noch einmal eingeölt. Ich hatte aber die folgenden Tage trotz anstrengenden Busfahrten keine Rückenschmerzen, scheint also gewirkt zu haben… Zum Schluss zeigte Hector noch ein Reinigungsritual, bei dem man mit Tabakrauch und Gesang von Negativem gereinigt wurde, denn das wurde mit dem Rauch wegtransportiert, smart!Read more

    • Day 31

      Amazonas Bingo

      February 18, 2023 in Ecuador ⋅ ⛅ 32 °C

      Ich habe wieder geschlafen wie ein Stein in meinem kleinen Hüttchen im Moskitonetz. Hier herrschen einfach die perfekten Schlafbedingungen: in der Nacht wird es etwas kühler, die Geräusche des Waldes bieten einen perfekten White-Noise-Sound, die Luft ist super klar und frisch, das Handy ist ausser Betrieb und ich bin müde vom anstrengenden, vollen Tagesprogramm. Auch heute stand wieder einiges an: Um weitere Aktivitäten oder Tiere des Amazonasbingos abzuhaken besuchten wir heute die Ureinwohner des Amazonas, um mit Paola aus dem Siona Stamm (einer der fünf Stämme in Cuyabeno neben der Secoya, Cofan, Shura und Quechua mit etwa 80 Mitgliedern, die immer noch ihren alten Ritualen nachgehen aber bereits leicht modernisiert - also mit Strom - leben) Yukkabrot zu backen und dann den Schamanen zu besuchen. Auf dem Hinweg mit dem Boot und zu Fuss erledigten wir eine weitere Sache: eine Tarantel festhalten. Elvis lockte sie aus ihrem Loch, welches mit Spinnenweben versiegelt war. Es brauchte ziemliche Überwindung, die für mich doch sehr grosse Tarantel zu halten. Als sie dann meinen Oberarm hoch krabbelte wurde es mir dann doch genug. Weiter liefen wir an Kakaopflanzen vorbei und ernteten eine reife, violette Frucht (die gelben Früchte wachsen direkt am Stamm) und assen das weisse, glitschige Fruchtfleisch und spuckten die Bohnen aus. Wir sahen Bananenbäume, machten Tukannasen, Blätterpropeller und Pflanzenfächer. Wir haben eine riesige Ameisenstrasse gesehen, auf der Blätter weit oben von einem Baum nach unten transportiert wurden. Zudem hat mich Elvis belehrt, wovon man in Ecuador lebt und was exportiert wird: 1. Shrimps, 2. Blumen (Rosen), 3. Bananen, 4. Öl, 5. Tourismus. Zudem habe ich erfahren, dass der naturfreundliche Tourismus im Amazonasgebiet wirklich sehr wichtig ist, da sich genau unter diesen Gebieten Öl befindet und man Angst hat, dass bald die ganze schöne Natur wegen Öl zerstört wird.

      Bei Paola angekommen ging es gleich auf das Feld vor dem Haus und wir, bzw. ich musste die Yukka Pflanze gleich selbst aus der Erde ziehen. Es war ein richtiger Krampf und die Wurzeln waren tief verankert. Paola musste etwas mit der Machete nachhelfen. Dann nahmen wir die schönen Yukkawurzeln mit, wuschen sie und rieben sie an einer Raspel. Das ganze Mus wurde auf verflochtenen Blättern verteilt und diese wurden eingedreht, um das Wasser zu entziehen. Darauf entstand wirklich wunderbares Yukkamehl, welches auf einer heissen Pfanne über dem Feuer verteilt, angedrückt und dann angebraten wurde. Eigentlich wirklich eine sehr simple Prozedur, ähnlich wie beim Rösti machen, nur mit Yukka statt Kartoffeln. Das Yukkabrot war dann echt lecker und wir genossen es mit etwas Salat, yummy!! Will ich zu Hause unbedingt auch einmal ausprobieren. Und jetzt beim Schreiben kriege ich gerade wieder Lust darauf!
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    • Day 30

      El ambiente magico de la noche

      February 17, 2023 in Ecuador

      Am zweiten Amazonasabend herrschte eine absolut wundervolle Abendstimmung und der Sonnenuntergang war TOP! Auf der Hinfahrt zur Lagune sahen wir noch ein paar rosane Delfine (welche eigentlich grau sind und nur bei physischer Aktivitär rosa werden). Heute haben wir als Upgrade die Musikboxen auf s Boot mitgenommen und die Lieder von Guitaricadelafuente unterstützten die Stimmung wunderbar. Langsam dunkelte es ein und als erstes waren Neptun und Jupiter ersichtlich und dann sah man plötzlich immer mehr Sterne, bis der ganze Himmel voll war. Auf dem Rückweg war wieder Tiersuche im Dunkeln angesagt. Wir sahen zwar keine Anakonda, dafür eine Boa und eine grosse Tarantel auf dem Baum.Read more

    • Day 29

      Nachts im Dschungel

      February 16, 2023 in Ecuador ⋅ 🌧 28 °C

      Mit Stirnlampen und Handytaschenlampen ausgerüstet lief ich mit den Jungs und Elvis in den nahegelegenen Wald für die abenteuerliche Suche nach Insekten und nachtaktiven Tieren. Als erstes stiessen wir sogleich auf einen riesigen Frosch und kurz darauf auf eine kleine Tarantel. Elvis nahm sie in die Hand, liess sie dann irgendwie fallen. Plötzlich war sie auf dem Po von Alex, der darauf die absolute Krise schob. Zudem sahen wir eine Stabheuschrecke, schlafende Vögel, ein Tausendfüssler, Riesenameisen und viele Glühwürmchen. Wir liefen einen schmalen Pfad entlang und bei jedem Schritt oder jedem Handgriff überprüfte ich zweifach, worauf ich stand oder was ich anfasste. Mitten im Wald machten wir eine Pause, stellten das Licht ab, schlossen unsere Augen und lauschten den Geräuschen des Dschungels. Es war unglaublich, dass man ohne Licht wirklich rein gar nichts sehen konnte, nichts! Im Wald war es einfach stockdunkel! Dafür war die Geräuschskulisse umso intensiver, denn die Grillen zirpten ziemlich laut.Read more

    You might also know this place by the following names:

    Aguas Negras

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