Ecuador
Ibarra

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128 travelers at this place
  • Day41

    Laguna de Cuicocha

    January 14, 2020 in Ecuador ⋅ ☀️ 17 °C

    In Ecuador angekommen, genauer gesagt in Otavalo, einer Kleinstadt auf 2600 m Höhe und 80 km nördlich von Ouito, besuchten wir gestern die Laguna Cuicocha. Ein See auf 3200 m Höhe der sich in einem gewaltigen, im Durchmesser 3km großen, Krater eines erloschenen Vulkans befindet.
    Wir wanderten den schönen 12 km langen Rundweg um den See und genossen die wunderbare Aussicht. Die Natur in Ecuador kommt mir noch schöner vor als in Kolumbien und Wanderungen ohne Guides scheinen ebenfalls kein Problem zu sein :)
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    Erika Kirschner

    Danke für die schönen Aufnahmen.

    1/16/20Reply
     
  • Day228

    Kratersee und chaotischer Grenzübergang

    October 3, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 17 °C

    Nach so viel Action und Adrenalin in Baños gönnten wir uns etwas Ruhe in Latacunga... Gerade mal 2 Stunden von Baños entfernt liegt diese Stadt. Als wir ankamen wurde überall auf den Straßen gefeiert und getanzt. Und Opfergaben in Form von riesigen Schweinen, Hühnern und Meerschweinchen sowie Alkohol erbracht. Alle Einheimischen feierten dieses Fest bis in die Nacht hinein.
    In Latacunga befindet sich der zweithöchste Vulkan Ecuadors und einer der höchsten aktivsten Vulkane der Welt . Den Cotopaxi mit einer Höhe von 5897m kann man zwar besteigen aber wir entschieden uns für den Quilatoa Vulkan, der das letzte mal vor 800Jahren explodierte und einen Kratersee mit 3 Kilometern Durchmesser hinterließ. Die ganz Verrückten umlaufen diesen Krater in 3-5 Tagen, das nennt man dann den Quilatoa Loop... Aber nicht mit uns 😎 man kann es auch langsam WANDER BURNOUT nennen, also spazierten wir die knapp 800 Höhenmeter nach unten zur Lagune und wieder zurück.

    Da wir keine Zeit verlieren wollten, ging es am nächsten Morgen gleich weiter nach Otavalo. In Otavalo gibt es Samstags immer den größten Viehmarkt Südamerikas... naja bei unserem Timing waren wir natürlich am Dienstag da... und 5 Tage warten nur um zu sehen wie die Ecuadorianer ihr Vieh verkaufen und wir in unseren Backpacks eh kein Platz fürn Huhn, ne Kuh oder Schwein haben, tat es uns nicht weh, dieses Spektakel nicht gesehen zu haben. Wir besuchten jedoch die Cuicocha Lagune. Also ging es bei Zeiten mit dem Local Bus für 0.25$ zur Lagune. An unserem Wander Burnout hat sich auch da noch nichts geändert weshalb wir nur paar Kilometer (2🤣) marschiert sind. Auf dem Rückweg wurden wir von 2 Ecuadorianerinnen bis zur Bushaltestelle mitgenommen - sie waren das 7. Auto, was dann endlich gehalten hat. 😂☝️

    Da wir es kaum noch erwarten konnten und auch Ecuador eines der teureren Länder ist, machten wir uns also am 03.10.2019 von Otavalo auf zur Grenze nach Kolumbien. Tja schon der Taxifahrer, der uns nur zum Bus bringen sollte, meinte nur so..."es fahren keine Busse".... waaaaaaaaaasssss😱😱😱😱 naja wir kommen hier schon weg, dachten wir 😱... an der Bushaltestelle angekommen, sprach uns gleich eine Dame mit 5 MEGA Säcken Wolle an, ob wir auch zur Grenze wollen. Und auch sie meinte "es fahren keine Busse", da die indigen Völker sich quer stellten mit der Politik und damit Blockaden auf den Straßen bauten... tja... wie kommen wir hier weg?? Per Anhalter wurden wir erstmal in die nächste Stadt mitgenommen. Aber auch hier keine Busse. Die Dame sprang wieder vor alle Pick-Ups um einen Transport an die Grenze zu organisieren... und dann endlich ein Bus.... wir wissen nicht mit was die Leute den Busfahrer bestochen haben aber er ist gefahren... und somit machten wir uns endlich auf zur Grenze. Dort trafen wir noch die Brasilianerin Lada und spazierten gemeinsam über die Grenze nach Kolumbien.

    🇪🇨TSCHAU ECUADOR - HOLA COLUMBIA 🇨🇴

    Und nach 8 weiteren Stunden Busfahren erreichten wir Popayan in Kolumbien, wo wir erfuhren, dass der Ecuadorianische Präsident am 03.10. den Ausnahmezustand erklärte und dadurch ganz Ecuador lahm gelegt wurde. Wir sind so dankbar, sicher und ohne weiteren Probleme nach Kolumbien gekommen zu sein. 🙏🙏
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    Katrin und Stefan

    Ja in Ecuador ist ganz schon was los jetzt...😯. Da habt ihr es richtig angepasst nach Kolumbien zu reisen. Wieder tolle Abenteuer von denen ihr euch ewig noch erzählen werdet😁👍

    10/17/19Reply
    Mu Va

    👍👍toll, super getroffen. Ein wahnsinns Bild.

    10/17/19Reply
    Anja Endler

    Im Hintergrund ist wohl ein kleiner Fan von Euch?👍

    10/17/19Reply
    3 more comments
     
  • Day184

    Otavalo, unser letzter Stopp in Ecuador

    August 12, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach einer kurzen Zwischennacht in Quito, machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, um mit dem Bus in das zwei Stunden entfernten Otavalo zu reisen. Am Bahnhof erwartete uns eine riesen Menschenkolone, welche alle nach Otavalo wollten. So etwas hatten wir bis anhin noch nicht erlebt. Wir konnten dann erstaunlich schnell ein Busticket ergattern und waren somit am frühen Nachmittag im hübschen Städtchen. Der bekannte Samstagmarkt ist gross, eindrücklich und amüsant. Wir quetschten uns also mit allen anderen Besuchern durch den Markt und begutachteten verschiedene Handwerkskünste, Kleider und vieles mehr. Am Tag darauf besuchten wir den Parque Cóndor, welcher eine Rettungs- und Aufzuchtstation für Raubvögel, Uhus und Kondore ist. Eine Flugshow mit einigen Vögel rundete den Besuch ab. Daraufhin spazierten wir zum nahe gelegenen Wasserfall de Peguche. Da es Sonntag war tummelten sich viele Einheimische um den Wasserfall herum. Der nächste Tag reservierten wir uns für die Wanderung zum Vulkan Fuya Fuya und dem See Mojanda. Ursprünglich hatten wir vor, den See zu umrunden, jedoch war auf halber Strecke der Weg kaum mehr passierbar. Nach längerem stampfen durch die Sumpflandschaft beschlossen wir umzukehren und marschierten den selben Weg wieder zurück. Etwas entkräftet und müde, kamen wir wieder am Eingang, welcher gleichzeitig auch unser vereinbarter Treffpunkt mit dem Taxifahrer war, an. Und kaum angekommen kam auch schon Luis, unser Taxifahrer um die Ecke und brachte uns zurück nach Otovalo.Read more

  • Day132

    "Herzlich Willkommen in Ecuador..."

    October 5, 2019 in Ecuador ⋅ ☀️ 21 °C

    Donnerstag, 3. Oktober
    Unsere Reise nach Ecuador fing quasi mit der Rückfahrt vom Ciudad Perdida Trip an. Das war Donnerstag um 14Uhr. In Quito wollten wir am nächsten Tag Jules treffen, die noch bis zum 07.07. in Ecuador war. 2 Stunden später waren wir in Santa Marta, wo wir unsere großen Rucksäcke vom Büro des Tour Operator abgeholt haben, und dann mit nem Minivan 6 Stunden lang nach Cartagena gefahren sind. Die Klimaanlage war sau kalt und tropfte auf Micha drauf, und auf der Hälfte mussten wir umsteigen und 45Min. auf nen neuen Minivan warten. Die Pause haben wir genutzt um was zu Essen zu holen, aber es war stockdunkel und in der Nähe gabs nur McDonald’s. Seit dem ekeligen Marktbesuch bin ich ziemlich ab von Fleisch, n Dinner bei Mäcces war also alles andere als ein gelungenes Abendessen. Um 22:30Uhr kamen wir endlich im Hotel in Cartagena an, das zum Glück direkt neben dem Flughafen lag, zu dem wir um 04:30Uhr am nächsten Morgen schlaftrunken hingehen konnten.

    Freitag, 4. Oktober
    Unsere nassen Klamotten von dem Ciudad Perdida Trip konnten wir in der kurzen Zeit im kalten Hotel ohne Heizung leider weder waschen noch trocknen. Ein kurzer Riecher in die Plastiktüte mit den nassen Klamotten hatte Ohnmächtigkeitspotential. Zusätzlich kam noch der stinkende kleine Rucksack, den wir vorne vorm Bauch tragen mussten, also direkt unter der Nase, denn auf dem Rücken schulterte ja der große Rucksack. Von Cartagena aus mussten wir nach Bogotá, um dort weiter nach Pasto zu fliegen, eine kleine Stadt in der Nähe der kolumbianisch-ecuadorianischen Grenze. Ab hier sollte es mit x Mal umsteigen in 9 Stunden mit Bussen und Taxen nach Quito gehen. Man merkt deutlich: Der Plan beinhaltete null Luxus, aber Überlandflüge innerhalb Südamerikas sind so teuer wie Interkontinentalflüge. Für den Flug nach Pasto haben wir 130€ bezahlt + 10€ für die ganze Bus und Taxifahrerei pro Person, anstatt 460€ p.P. für den Direktflieger nach Quito. Das Geld soll für 1 Jahr reisen reichen, also sind wir quasi in unsere Studentenzeit zurückversetzt, in der man viel Zeit aber kein Geld hat. In Bogotá angekommen tickere ich mit Jules, die mich fragt, ob wir nicht doch nen Flieger nehmen wollen. Die Uni ihres Cousins, der gerade im Auslandssemester in Quito ist, verbietet allen Studenten den Landweg über die Grenze nach Ecuador zu nehmen. Wegen der vielen Flüchtlinge aus Venezuela ist die Lage dort sehr angespannt und gefährlich. Ich kriege kurz Panik, google nach Flügen, viel zu teuer, checke die Seite des Auswärtigen Amts, auf der dringend von Grenzübergängen auf dem Langweg abgeraten wird - mit Ausnahme des Übergangs über Tulcán. “Micha? Wir kommen über Tulcán nach Ecuador, ne?!” “Ja.” 🥵 Ich bin beruhigt, wir fliegen weiter nach Pasto. Der Flug hat 1 Stunde Verspätung, das ist schlecht, denn unser Tag ist lang. Wir trinken lecker Bier bei der Bogotá Beer Factory direkt vor unserem Gate (es ist 9Uhr morgens, man weiß sich die Zeit zu vertreiben 😜), und essen zum letzten Mal typisch kolumbianisches Essen: Fritiertes Maismehl Ding mit komplettem Ei und faserigem Fleisch drin, sowie Gebäck mit semileckerem Käsegeschmack. Bzw. ich esse das, Micha lehnt nach jeweils einem Biss dankend ab und findet zu seinem Glück einen Laden mit Schokocroissants, die so schmecken wie Zuhause. 😂

    Von Pasto Fluhafen fahren wir mit dem Taxi zum Busterminal in Pasto, um von dort aus mit dem Bus nach Ipiales zu fahren. Auf dem Weg nach Ipiales ist leider ein Erdrutsch und blockiert die Weiterfahrt. Aus geplanten 90 Minuten werden über 5 Stunden im Minivan. Als wir in Ipiales ankommen ist es schon dunkel und wir noch längst nicht am Ziel. Im Dunkeln über die Grenze? Wir hören auf unser Bauchgefühl und suchen uns ein Hotel in Ipiales. Auf dem 1 Kilometer Weg zum Hotel drehen wir uns zig Mal um, es ist dunkel, andauernd fahren Mopeds mit zwei Leuten an uns vorbei, und kurz vor unserem Ziel, dem Hotel Suiza, befindet sich ein von Flüchtlingen eröffneter Markt, tausend ärmlich aussehende Leute lungern in den Straßen rum, überall liegt Müll. Ich habe gar kein gutes Gefühl. Leider müssen wir nachm Einchecken nochmal raus, ich hab Hunger, und so nehmen wir das einzige Restaurant, dass in dieser dunklen Gegend mit vielen verschlossenen Läden noch auf hat. (Ich hatte mir auf Google was in 200m Entfernung rausgesucht, uns aber leider Internetlos in die falsche Richtung geführt.) Und so gab es Suppe auf Fleischbasis mit Pommes drin, und einen Teller mit Reis, Pommes, alter kleiner Salatbeilage, und, klasse, ganz viel Fleisch. War n Fleischladen. Der Mann konnte gar nicht begreifen, dass ich kein Fleisch wollte. Es gibt warme Sprite, und während ich esse werden die Jalousinen runtergerollt, klares Zeichen für wir sollen uns beeilen. Ein weiteres, unzufriedenstellendes Abendessen, von dem ich selbstverständlich auch wieder Durchfall kriege. Wie ungefähr 1-2x wöchentlich hier. Vor dem schlafen waschen wir noch notdürftig Unterwäsche, denn alles was wir hatten war mit auf dem Ciudad Perdida Trip und ist folglich nass. Es gibt keinen Fön, also packt Micha seine Baumwolldinger one by one in die Microwelle. Klappt super, nach 1,5 Min. kommen die Dinger da heiß dampfend raus, piep piep piep, und das ganze muss man dann ungefähr eine Stunde lang wiederholen. 😂

    Samstag, 5. Oktober
    Wir stehen früh auf und fahren mit dem Taxi 15Min. zur Grenze. Wir sind heilfroh hier nicht nachts gestanden zu haben, es sind Camps und ein Zelt vom Roten Kreuz aufgebaut, viele Leute lungern rum und vertreiben sich hier offensichtlich schon seit Langem die Zeit. Wir kriegen unsere Ausreisestempel und GEHEN über die Grenze. 50m weiter stehen wir in Ecuador und kriegen unsere Einreisestempel. Total unwirklich. Ich bin noch nie zu Fuß über eine offizielle Grenze mit Passkontrolle gegangen.

    Von hier aus nehmen wir ein Taxi zum Busterminal in Tulcán. Ich mache voll den Aufstand und möchte unbedingt ein Taxi mit “Taxi seguro” Sticker. Ich habe vorab gelesen, dass fake Taxis voll das Problem in Ecuador seien, und man darauf achten solle, dass die Taxen ein orangenes Nummerschild haben, einen Taxi seguro Sticker, zwei Überwachungskameras im Auto sowie einen roten Panic Button. Klingt schonmal so, als wolle man GAR KEIN Taxi in Ecuador fahren. Leider haben in dem Taxipark mit bestimmt 100 Taxen nicht besonders viele einen “Taxi seguro” Sticker. Wir werden auf mehrere Taxen verwiesen, alle ohne Sticker, mittlerweile kümmern sich 7 Taxifahrer um uns bzw. machen sich über uns lustig. Ist mir wirklich latte, und so kriegen wir letztendlich ein Taxi mit “Taxi seguro” Sticker, obwohl der Fahrer eigentlich noch längst nicht an der Reihe war. 😬

    In Tulcán angekommen sollte es eigentlich im Bus in 6 Stunden nach Quito gehen. Stattdessen fährt der Bus heute leider nur bis nach San irgendwas, 55Min., von da aus müssen wir dann einen neuen Bus nehmen bis nach Quito. Das liegt an den Demonstrationen, die seit Donnerstag das Land beherrschen. Der Präsident hat unter Auflagen vom IWF Geld erhalten und Reformen eingesetzt, die die Subventionen der Bezinpreise streichen, wodurch sich der Dieselpreis verdoppelt hat. Das Volk randaliert und demonstriert, davon kriegen wir aber (noch) nichts mit. Jules war am Donnerstag voll in die Demonstrationen in Quito gekommen, mittlerweile war die Lage nach Jules Aussage aber wieder ruhig. In Quito. Also steigen wir in San irgendwas wieder aus, und nach 40Min Wartezeit in einen anderen Bus. Dieser fahre leider auch nicht bis Quito, aber bis nach Irgendwas anderes, 2,5 Stunden. Von da aus können wir dann den Bus nach Quito nehmen. Super, wir kommen unserem Ziel näher, wenn auch mit öfters umsteigen als erwartet.

    Der Bus entwickelt sich zum Flüchtlingsbus, zig Familien mit kleinen Kindern, dreckigen Decken, und Kleidung in Plastiktüten steigen ein. Wir sind die einzigen “Gringos” im Bus. Das Radio schallert, neben uns spielt ein Mann ein Video auf seinem Handy in Volllautstärke während er gleichzeitig ins Telefon brüllt, und hinter uns schreien Kinder. Wir hatten uns vorab informiert und gelesen, dass man alle Wertsachen am Körper oder im Rucksack lassen sollte. Die (miefigen) Rucksäcke sollte man die ganze Zeit aufm Schoss tragen, denn es kommt vor, dass Rucksäcke aufgeschlitzt und die Inhalte rausgeklaut werden, wenn sie aufm Boden stehen oder oben in der Ablage liegen. Ich mache mein Hörbuch an, stecke das Handy in die Hosentasche und verstecke die Schnur der Kopfhörer unter meinem Shirt. Natürlich hört man das Toben im Bus trotzdem, aber ich bin mehr so der Geruchstyp, Geräusche machen mir wenig. Micha ist da genau anders. Nach 5 Minuten Geräuschkulisse habe ich nur darauf gewartet, dass Micha seinen Rucksack aufreißt, und entnervt die noise-cancelling Bose Kopfhörer rausholt. Wir kennen uns mittlerweile so gut. Ein paar Minuten später reißt Micha seinen Rucksack auf und holt seine noise-cancelling Bose Kopfhörer raus. Innerlich musste ich grinsen, äußerlich hab ich Micha noch nen Muss-das-sein?-Blick rübergeworfen. Jaaaaa-das-muss-sein kam von Micha zurück. Gut. Ich nehme mir vor, die Dinger heimlich von Michas Kopf zu entfernen während er 30Min. später schläft und dann nachm Aufwachen so zu tun, als ob ich von nichts wüsste. Ich werde aber abgelenkt durch das kleine Kind vor mir aufm Sitz, dass gerade seinen Vordermann und den Vordersitz anbricht (🤮). Ekel hoch 10, der merkt das erst nicht, die Familie weiß nicht so recht ob sies ihm sagen soll. Eine Sitznachbarin hilft lieb mit Taschentüchern, der Typ merkt, dass er was inne Haare hat, und streift sich das Zeug ruhig mit seinen Händen und Ärmeln raus. Und macht keine einzige böse Miene. Ich beneide den Mann um seine Barmherzigkeit (die Familie kann ja auch nichts dafür), bin aber froh dass Micha geschockt und angeekelt als erstes checkt, ob hinter uns eventuell auch ein Kind sitzt. Tuts nicht. Was für eine Fahrt. Irgendwann halten wir an, ein breiter Polizist kommt rein, alle Reisepässe werden eingesammelt und die Hälfte der Leute muss aussteigen und den Inhalt ihrer Taschen und Koffer zeigen. “¿Qué país?/ Welches Land?” werden wir gefragt, als wir unsere Pässe zum Einsammeln hinhalten. “Alemania.” Daraufhin will er den Pass gar nicht sehen, wir können die kleinen roten Goldschätze wieder einstecken und sitzenbleiben. Deutsch zu sein ist ein Geschenk.

    Der Bus hält an, wir sind noch 6 Kilometer vorm Zwischenziel. DieStadt heißt Ibarra, wie ich später feststelle. Ab hier kann der Bus nicht mehr weiterfahren, wir könnten zu Fuß gehen oder mitm Taxi bis zum nächsten Bus Terminal fahren. What? Wieso fährt der Bus nicht zum Zwischenziel? Naja, wir steigen mit allen anderen aus und gehen erstmal in die Tankstelle. Mein cleverer Reisepartner hat noch $20 USD ausm Libanon (ebenfalls offizielle Währung in Ecuador), und leider gibt es hier keinen Geldautomaten. Wir brauchen was zu trinken, ne Sim Karte, um online unsere Weiterfahrmöglichkeiten auszuloten oder ein Uber Taxi zu rufen, und ich habe Hunger. Ich muss 3x am Tag, zu normalen Essenszeiten, was essen, sonst ist nicht so witzig. Micha nervt das, denn nach Wasser und Sim Karte haben wir nur noch 12 Dollar und brauchen diese vll für ein Taxi oder Bus. “Wir” kaufen uns trotzdem ein Mittagessen (3 Dollar) und das ist letztendlich sehr gut investiertes Geld. Es stellt sich nämlich heraus, dass es gar keine Taxen und Busse gibt! ALLE streiken! Wie wir nachher erfahren werden die Taxifahrer, die nicht streiken, mit brennenden Gegenständen von den Demonstranten beschmissen. Folglich sind hier so gut wie keine Autos unterwegs, alles bewegt sich zu Fuß. Es wird uns vorgeschlagen, die letzten 120km nach Quito zu GEHEN. Haha, hahaha. Naja, aber, was bleibt uns anderes übrig, da so stehend an der Tankstelle? Wir schleudern die 20kg Rucksäcke auf den Rücken, die 5kg Stinkerucksäcke vor den Bauch, meinen nervigen Sombrero in die Hand, und stiefeln los. Kann ich so 6km bis in die Stadt Ibarra laufen? Schon schwer das Teil. Dass wir nach Quito laufen mit 25kg auf den Schultern ist utopisch, aber bis nach Ibarra müssten wir schon kommen. Letztendlich habe ich überhaupt gar keine Zeit, mich weiter zu fragen, ob ich die 6km mit dem Gepäck schaffe oder nicht, denn wir kommen an der ersten Straßenblockade vorbei. Steine liegen auf der Straße, aber alles ist ruhig. In der Menge von sich mit und ohne Gepäck zu Fuß bewegenden Leuten kommen wir mit 2 Einheimischen ins Gespräch. Die beiden müssen ebenfalls nach Quito, die Frau kann ihrem Koffer aber nicht mehr den Hügel hochziehen. “Herzlich Willkommen in Ecuador!” lacht uns der Mann entgegen, sein Land präsentiere sich leider nicht gerade von seiner besten Seite 😅 Wir verlassen das Paar und marschieren weiter (Rucksack vs. Koffer 1:0), als wir auf eine große Menschenmenge stoßen. Die Stimmung ist entspannt, im Hintergrund tönt fröhliche Latina Musik, im Vordergrund brennen allerdings die Straße blockierende Autoreifen. Wo sind wir hier? Nach 3Km zu Fuß erreichen wir den Geldautomaten und es sagt doch tatsächlich die einzige Uber Taxifahrerin in ganz Ibarra zu. Wir haben eine Fahrt nach Quito!!!

    Die Freude währt nicht lang, die nette Frau sagt uns, dass man weder mit dem Auto aus Ibarra raus- noch reinkommt, und so wäre das in jeder Stadt. Zwischen den Städten könne man per Anhalter fahren, aber das sei gefährlich. Sie hatte eine Einheimische im Auto, die zu Fuß aus Quito kam und von ihren eigenen Landsleuten ausgraubt wurde. So langsam wird uns das ganze zu heiß, während wir das Mädchen zu ihrem Hostel fahren suchen wir auf dem Rücksitz nach einem eigenen Hotel. Wir brauchen jetzt was geiles, und so checken wir im 4 Sterne Hotel mit Pool, Sauna, Jacuzzi und Fitnessstudio ein.

    Montag, 7. Oktober
    Das 4 Sterne Hotel stellt sich als die beste Entscheidung ever raus, denn heute ist Montag, wir sind seit 3 Tagen in diesem Hotel eingesperrt und bis Mittwoch wird sich auch nichts an dieser Situation ändern. Die Straßen sind in alle Himmelsrichtungen geblockt, wir kommen nicht mal mehr dahin zurück, wo wir her gekommen sind. Wir haben Jules in Quito verpasst sowie unsere Flüge auf die Galapagosinseln heute morgen. Und obwohl das eine richtig scheiß Situation sein könnte sind wir total gut zufrieden. Als Jules mir vor 1 Woche sagte, wie toll sie Ecuador finde und wie gut uns das hier gefallen werde, hat sich so ein Gefühl in mir breit gemacht, dass mir Ecuador nicht so gut gefallen wird. Ich hab mit Micha darüber gesprochen und ihm gings genauso. Wir sind reisemüde, haben so viele tolle Eindrücke in den letzten 4 Monaten gesammelt, dass einen gar nichts mehr so richtig flasht, sind das Leben im Hotel und Hostel müde. Micha kann sich mittlerweile schon super wieder vorstellen zu arbeiten und schwärmt davon, schon einen Monat früher nach Hause zu kommen, um Zuhause noch zu genießen, bevor die Arbeit wieder losgeht. An dem Punkt bin ich zwar noch lange nicht, aber ich sehne mich ebenfalls nach den schönen Dingen Zuhause. Familie und Freunde sehen, unsere schöne Wohnung, und endlich wieder vernünftiges, geiles Frühstück!

    Und so verbringen wir hier gut gelaunt und völlig entschleunigt unsere Tage. Seit gestern hat auch das Shopping Center unweit von uns wieder offen (alle anderen Läden, Restaurants, Supermärkte sind geschlossen). Da waren wir gestern schön essen, n bisschen shoppen, in nem Kirmes-Simulator, der so echt war, dass mir schlecht geworden ist und ich nach halber Fahrt die 3D Brille runterreißen musste, und anschließend den Abend haben ausklingen lassen bei uns im Hotel in der Sauna und im Jacuzzi. 😁
    Als wir im Hotel nebeneinander auf einen großen Spiegel zulaufen stellt Micha schockiert fest: “Bor, ich bin voll dünn geworden!” Und dann, Original O-Ton Micha: ‚Normalerweise sehe er sich ja immer nur alleine im Spiegel, aber so...‘ und da dämmerte es ihm. Gaaaanz dünnes Eis! Wir beide mussten mega lachen. Mit mir als Wuchtbrumme daneben stellt er also fest, dass er dünn geworden ist. Was fürn frecher Kommentar! 😂

    Heute Abend gehts ins Kino, das ist ebenfalls im Shopping Center, und zeigt doch tatsächlich einen einzigen englischsprachigen Film mit spanischen Untertiteln, der auf IMDB sogar unter den 10 besten Filmen aller Zeiten gelistet ist.
    Kurzum: Wir erleben hier gerade pures Glück im Unglück 🤗

    P.S.: Leider hat das Hotel ebenfalls keinen Wäscheservice, dafür aber ein Bügeleisen, mit dem wir unsere von Hand gewaschenen Sachen trocken bügeln. Auf MacGyver Art Wäsche waschen und trocknen können wir jetzt also auch 🤟
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    Stephanie Steinkamp

    OMG!!!!!😲 Was ein Horrortrip! UNVORSTELLBAR! Und trotzdem muss man Tränen lachen bei deiner Beschreibung, wie ihr von Santa Dingsbums nach irgendwo fahrt mit kotzenden Kindern und stinkenden Rucksäcken! 😂 Passt bloß auf euch auf!!!!!!!!

    10/9/19Reply
    Janka Roeseler

    Craaaazzzyyy 😳😁

    10/9/19Reply
    Martin Lehmann

    Krasse Tour! Mega-anschaulich wie du schreibst, fühl mich mittendrin. Zum Glück gibts in meinem Hirn keine Synapsen zwischen dem Leseverständnis und dem Riechzentrum. Sonst wär es schwer auszuhalten 🤢. „Die kleinen roten Goldschätzchen...“ - unfassbar passende Formulierung. Bin gespannt, wie ihr mit eurem zu erwartenden Zwischentief umgeht. Zeit nehmen und runterkommen schadet bestimmt nicht.

    10/9/19Reply
    3 more comments
     
  • Day5

    Otavalo und Cuicocha

    October 1, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute war ein gedrängtes Programm: Zuerst Markt im Otavalo mit viel Kunsthandwerk von den Indios und wirklich ganz wenig Kitsch.
    Dann eine Wanderung um den Kratersee Cuococha mit viel schönen Ausblicken.
    Jetzt sind wir in einer schönen Hazienda. Mal schauen, was es zum Znacht gibt. Gestern gabs Meerschweinchen.
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    Philipp Schaltegger

    Würde gerne so einen bestellen, ihr habt sicher noch Platz im Koffer! ;)

    10/2/19Reply
    Arnold Schaltegger

    Wunderbare Aussicht.

    10/3/19Reply
    Arnold Schaltegger

    Hat es geschmeckt

    10/3/19Reply
     
  • Day47

    Otavalo

    November 23, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 18 °C

    Today I went through the town Otavalo. It's a very nice and peaceful town. Otavalo is famous for the huge market where I bought a poncho for myself. Afterwards I went to the waterfall "Cascadas de Pegucha".Read more

    Alexander Feischl

    Jesus loves u! 😉

    11/23/19Reply
    Michael Reikersdorfer

    Hahaha

    11/23/19Reply
    Alexander Feischl

    🤣 die würd i mitnehmen 🤪

    12/22/19Reply
    Michael Reikersdorfer

    Fürn Mostheurigen ;)

    12/22/19Reply
     
  • Day5

    1-5: Naar Ottovalo

    May 1, 2018 in Ecuador ⋅ ☁️ 12 °C

    Op advies van de mensen waar we in de tuin gekampeerd hebben, doen we toch weer de linea ferrera. Maar die wordt weer zo slecht (of blub, of over bielzen rijden) dat we afbuigen naar de E35. Eens kijken hoe dat bevalt. Niet. Jeemig wat druk, en die auto's stinken ook zo, om het over bussen en vrachtwagens maar niet te hebben.
    We stoppen wel bij een equator monument. Karin wilde eerst niet want het is niet echt. Daarom nemen we een foto vanaf het niet echte middelpunt. Voor het "echte" moeten we betalen. In Cayambe lunch op een soort speelplaats waar nog wat kermisattracties tussen zijn gezet. Het is er gezellig druk.
    Ik heb niet echt klimbenen vandaag en loop alles van 5% en hoger. En dat is helaas nogal wat. Net als we het willen opgeven, begint de grote afdaling naar Ottovalo. Daar kunnen we de camping moeilijk vinden omdat de navigatie van Karin raar doet, en mijn telefoon is leeg en wil onderweg niet echt opladen helaas.
    Uiteindelijk komen we in een bos terecht vlakbij een waterval. Daar is een kampeerplek. Helaas is de baños dicht, is het bijna donker als we aankomen en hoost het vanaf dat de tent staat stort. We dineren met chips en bier. Te moe voor iets anders. Ik ben wel heel erg benieuwd wat voor dieren dat klik geluid maken. Telefoon nu opgeladen met de waku waku.
    Read more

    Mieke Alberts-perotti

    Wat gaaf allemaal. K begon me al zorgen te maken. Had al paar dagen niets gehoord😉. Maar t gaat goed, gelukkig. Als ik t zo bekijk hebben jullie echt wel een jaar nodig😉😂.

    5/2/18Reply
    Gerbert Hanterink

    Beter met stokjes eten, whoehaha!

    5/4/18Reply
    Barbara de Groot

    LOL 🤣.... het beeld is echt grooter...

    5/6/18Reply
     
  • Day8

    Laguna cuicocha

    February 12, 2020 in Ecuador ⋅ ⛅ 17 °C

    Randonnée de 14 km autour de la laguna cuicocha (signifie cochon d'inde en quechua en lien avec les deux îles dont la forme évoque le dos de l'animal). Cratère volcanique large de 3km et profond de 200mRead more

  • Day497

    Otavalo

    May 10, 2021 in Ecuador ⋅ ☁️ 16 °C

    Once again a memorable moment on my trip through Latinoamerica. More and more I start to question this application. I took so many beautiful photos in Otavalo but I’m limited to 6 photos and one video. Nevertheless let’s share a little story.

    When I arrived in Otavalo I went straight to the hostel Flying Donkey. The owner of the hostel told me there are two French people in the first floor. If I am interested in some Lagunas, I shall ask the guys if I can join their trip tomorrow.
    In the kitchen area I encountered Clément from Paris. I right away asked him about his plans for tomorrow. He told me that he met another Frenchman just here in this Hostel. To make life easier for me the other guy had the same name, Clément from the Normandy, close to Mont Saint-Michel. Both Clément’s wanted to visit the Lagunas del Mojanda and hike to the peak Fuya Fuya.

    We got up early on the next day, after some bananas and a coffee we took the taxi to the Lagunas. In 3 hours we hiked up Fuya Fuya and then back to the Laguna. After we returned to Otavalo we ate some lunch and decided to visit another famous Laguna called Cuicocha. We took a bus to a small village and from there a taxi to the Laguna, spent half an hour there and returned to a village where we entered a bus to another village and after a short walk there a final bus to Otavalo.

    On the next day the Clément’s were already gone, I decided to go to Tulcan but there was still a nice waterfall to visit in Otavalo. So I walked to the waterfall took a bazillion photos and returned to the city center where I grabbed my stuff and headed towards the main street to catch a bus to Tulcan.
    Read more

  • Day45

    Laguna und Volcan Cotacachi

    January 14, 2020 in Ecuador ⋅ ⛅ 15 °C

    Von Ibarra ging es auf in Richtung Cotacachi, für 2 Nächte an den Meerschweinchensee. Dort angekommen konnten wir erstmal den Ausblick über den See, sowie die Stadt genießen und das 1. Mal wild campen. Am nächsten Tag waren wir auf Wandertour, um den See. Dies waren dann 14 km in ca. 5 Stunden. Dabei konnten wir wieder viele tolle Ausblicke genießen, unter anderem über die 2 Vulkane.Read more

You might also know this place by the following names:

Ibarra, ایبارا, איבארה, იბარა, 이바라, Ibara, ایبارا، ایکواڈور, 伊瓦拉