Wüste
28. november 2023, Forenede Stater ⋅ 🌙 14 °C
Schon vor dem Befahren der Route 66 hat sich die Landschaft sukzessive verändert: Sie wird immer trockener. Landwirtschaft wird nur mit Bewässerung möglich, doch Wasser ist Mangelware. Wenn es tatsächlich einmal regnet, kann der Boden die Feuchtigkeit nicht aufnehmen, so dass das Wasser in sogenannten Washouts weggetragen wird und im Sandbett dieser temporären Flüsse versickert. Die Vegetation, die diesen Bedingungen trotzt ist einzigartig: Kreosotbüsche mit winzigen ledrigen Blättchen stehen in so regelmäßigen Abständen voneinander, dass sie wirken, als wären sie gepflanzt. Dazwischen wachsen die unterschiedlichsten Kakteen und im Joshua Tree National Park zusätzlich diese besondere Art von Yukkapalme, die ihre Äste wie Josua seine Arme in der Wüste ausbreiten. Als Tiere sollen hier Dickhornschafe, Berglöwen und Luchse leben, die sich uns jedoch nicht zeigen. Wir sehen dafür Kolibris, Lizards und zu meiner Freude einen Rennkuckuck.Læs mere
Rückblick
3. december 2023, Mexico ⋅ ☀️ 19 °C
Mexiko! Was für ein Land! Wir überfahren die Grenze in ... Augenblick! Fehlt da nicht etwas? Ohne Rückblick auf die letzten 2 Monate geht es nicht:
Der Start war für uns holprig, doch dann erlebten wir immer mehr Positives. Wir trafen Menschen, die zugewandt, freundlich und hilfsbereit waren und uns Einblicke in ihre Welt schenkten. Wir gewannen einen Überblick über die grandiose Natur in den Nationalparks. Wir erfuhren die immense Ausdehnung des Landes.
Und wie nebenbei wurde unser Blick für die sich anscheinend wiederholende Problematik der Vereinigten Staaten geschärft: Mit Planwagen zogen die ersten Siedler - darunter viele Wirtschaftsflüchtlinge aus Europa - durch die Prärie. Die Okies - Flüchtlinge der Weltwirtschaftskrise 1929 - zogen in Kleinlastern und Autos gen Westen. Heute reisen die durch den Börsencrash 2008 verarmten Ruheständler aus der Mittelschicht auf der Suche nach Arbeit im Wohnmobil durch die USA - damit müssen sie keine Miete zahlen und können der Saisonarbeit hinterher reisen: Im Sommer Camphost im Nationalpark, im Winter rackern Rentner für Amazon. Bis zum Lebensende! Das ist der amerikanische Alptraum! Ausblick? Düster!
Und wir? Dürfen reisen, müssen nicht. Können auf kostenfreien BLM - Plätzen oder dem Walmartparkplatz übernachten, müssen nicht. Wollten uns bewusst an der Schönheit des Landes und der Herzlichkeit ihrer Menschen erfreuen. Das haben wir!Læs mere

Landcruisers HorizonJa, und gar nicht wenige: Insekten, verschiedene Vögel, aber auch Mäusearten und winzige Hörnchen. Und natürlich Koyoten. Außer den Vögeln und Insekten haben wir aber nur Spuren im Sand gesehen.
Baja California
8.–12. dec. 2023, Mexico ⋅ 🌙 21 °C
Mexiko! Was für ein Land ... ! Wir überfahren die Grenze in Tecate und werden zuerst Baja California, eine über 1600 km lange Halbinsel am Pazifik bereisen.
Die Inspektion des Autoinneren durch das bis an die Zähne bewaffnete Militär verläuft freundlich und sehr schnell: Nach 5 Minuten werden wir durch das Rolltor gewunken. Es scheint, als ob wir damit in Mexiko sind, das stimmt aber nur für Baja California. Da wir aber von der Halbinsel auch auf das Festland übersetzen wollen, müssen wir jetzt den Wagen parken (jedoch nicht an gelb oder rot gestrichenem Kantstein, denn das bedeutet Halte-bzw. Parkverbot) und mehrmals zu Fuß die Grenze passieren:
1. Auf mexikanischer Seite die Touristenkarte (FFM) beantragen. Dann der Grenzübertritt, lächelnd am Militär vorbei.
2. Im Niemandsland bei der Militärbank die Touristenkarte bezahlen.
Dann wieder Grenzübertritt, lächelnd am Militär vorbei.
3. Auf mexikanischer Seite die Touristenkarte erhalten. Eine Kopie davon anfertigen lassen. (Der Grenzbeamte steckt dafür 10 US$ in die eigene Tasche. Da Sonntag ist und kein Kopiergeschäft geöffnet, bleibt uns keine Wahl.)
Grenzübertritt, lächelnd am Militär vorbei.
4. Im Niemandsland bei der Militärbank die Einfuhr von Grobi beantragen, Kopie der FFM abgeben und bezahlen.
Endgültiger Grenzübertritt! Jetzt haben wir die Erlaubnis uns 180 Tage in Mexiko zu bewegen. Grobi darf das mit uns als Fahrer sogar 10 Jahre lang.
Was uns noch fehlt, sind mexikanische Pesos. Danach müssen wir noch unseren Kühlschrank auffüllen - die Einfuhr jeglicher Lebensmittel nach Mexiko ist streng verboten - und die Fahrt kann weiter gehen.
Wir finden einen sicheren, großen, mit einer Mauer umgebenen Parkplatz in der Nähe der Santanderbank, übersehen jedoch, dass es sich um einen Kirchenparkplatz handelt. Als wir unverrichteter Dinge von der Bank zum Auto kommen - weder Visa- noch Mastercard funktionieren -, ist Grobi hoffnungslos zugeparkt. In der Kirche läuft die Messe noch bis 15:00 Uhr, erst dann können wir wieder an unseren Wagen. Aber immerhin kann unser Auto so nicht geklaut werden.
Wir tauschen an einer Wechselstube US-Dollar aus der eisernen Reseve gegen Pesos. Jörg ist entsetzt: Wechselstube! und Verbrauch von "letzter Rettung", bevor wir gefährliche Länder erreichen! Wir haben aber keine Zeit bis zur nächsten geöffneten Bank zu laufen, um zu sehen, ob wir dort Pesos bekommen, denn um 16:30 geht die Sonne unter: Bis dahin müssen wir die Grenze aus Sicherheitsgründen mindestens 100km hinter uns gelassen haben.
Die Kirchenglocken verkünden das Ende von Grobis Gefangenschaft und wir düsen los. In einem Supermarkt greifen wir uns ein paar Lebensmittel, dann hetzen wir weiter. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt bei 80km auf Landstraßen - wir vermuten, dass dies nur für Ausländer gilt, denn die Mexikaner, auch die LKW-Fahrer, sind deutlich schneller unterwegs. Damit bei dem hohen Verkehrsaufkommen überholt werden kann, quetschen sich langsame Vehikel und somit auch Grobi an den rechten Fahrbahnrand. So kann der schnellere Wagen mit dem Mittelstreifen zwischen den Rädern überholen. Der Gegenverkehr muss ebenso Platz machen. So ist Autofahren wirklich nicht langweilig!
Kurz vor Toresschluss rollen wir auf den Hof des Weingutes LA Cetto, von dem wir wissen, dass wir dort auch über Nacht stehen dürfen.
In den nächsten Tagen versuchen wir uns zu aklimatisieren: Viel Müll, staubige Straßen, ein niedriger Hygienestandard und sichtbare Armut stehen im Kontrast zu beeindruckender Wüstenlandschaft und traumhaften Sonnenuntergängen.
In der Oase San Ignacio bleiben wir ein paar Tage, sozusagen zur Erholung, denn hier ist es sauber und wir haben sowohl eine Toilette als auch eine Dusche. Welch' Luxus.Læs mere

Kommt ihr mit den Solarplatten gut klar? Welche Marke von Kraftwerk habt ihr dabei? [Rainer Bödefeld]

Landcruisers HorizonEs ist eine ältere Billigvariante (ration1.de; 100 Watt; HW-1201), die schon seit 3 Jahren arbeitet und unseren Strombedarf (Kühlschrank, Handys, Wasserpumpe) nicht deckt. Das kleine Packmaß war ausschlaggebend.
Bienen
14. december 2023, Mexico ⋅ ☀️ 22 °C
An der Ostküste der Baja-Halbinsel soll es Küstenabschnitte mit Biolumineszens geben. Deswegen machen wir uns wieder auf den Weg und besuchen einen kleinen Strand nach dem anderen. Leider ist es so windig, dass die Kleinstlebewesen ihre Leuchtenergie in den Wellen verlieren und wir so kein blaues Licht zu sehen bekommen. Dafür baden wir viel, beobachten Basstölpel, Pelikane und sogar Fregattvögel bei ihren unterschiedlichen Jagdstrategien nach Fischen und bummeln auf der Suche nach Besonderheiten den Strand entlang. Es geht uns gut, so haben wir uns das Reisen vorgestellt. Es kommt uns vor wie Urlaub. Dieser Gedanke bringt uns zum Nachdenken über ein schon lange beobachtetes Gefühlsphänomen: Obwohl unser Abenteuer wie ein einziger Ferienaufenthalt wirkt, sind wir oft unterschwellig angespannt: Nachts hören wir seltsame Geräusche und sind sofort hellwach - die Flut ist näher an unser Auto gekommen, aber nicht bedrohlich. Tagsüber riechen wir den üblen Geruch von Getriebeöl und liegen sofort unter dem Auto - ja, am Übergang vom Antriebsstrang zum hinteren Differenzial verlieren wir Öl, aber nur sehr wenig. Die Fingerprobe zeigt vollen Füllstand. Wir müssen Trinkwasser nachtanken: Gibt es an diesem Agua purificado wirklich sauberes, trinkbares Wasser? Bekommen wir bei dieser Bank Geld? Warum sind plötzlich so viele Menschen um unser Auto? Wir schließen von Innen Türen und Fenster und fahren vorsichtig durch das Gewimmel. Es ist die fehlende Sicherheit. Nie wissen wir, was als nächstes geschieht oder hätte geschehen können: Morgens liegt ein zertretener Skorpion auf unserer Fußmatte. Wie gut, dass wir uns immer Schuhe anziehen, wenn wir Nachts raus müssen.
Am Nachmittag gegen 14:00 Uhr, für unsere Verhältnisse also früher als sonst, fangen Jörg und ich an zu kochen: Es soll heute Melone zum Nachtisch geben, die ich als erstes vorbereite. Dabei stellen sich Bienen ein, die augenscheinlich am Fruchtfleisch interessiert sind. Während des weiteren Kochvorgangs (Nudeln mit scharfer Paprika-, Zwiebel-, Tomatensauce) nimmt die Bienenzahl so zu, dass wir beschließen, zum Essen neben das Auto in den Schatten und Wind zu rücken. Das hat Erfolg: Wir genießen unbehelligt unsere Mahlzeit. Doch am Ende, als wir uns wieder unserem Auto zuwenden, sehen wir, worum es den Bienen eigentlich gegangen ist: Eine neue Heimstätte. Hunderte bevölkern den Innenraum, vor allem die Gaze im Schlafzimmer. Wir öffnen alle Fenster, damit der Wind, der dann durch das Auto fegt, sie vertreibt. Das Resultat ist erschreckend: Jetzt fliegen sie durch diese Öffnungen zusätzlich hinein und quetschen sich zwischen die Scheiben der seitlichen Schiebefenster. Es bleibt nur eines: Flucht! Jörg setzt sich hinter das Lenkrad - am Steuer vorn ist noch Luft und Licht, doch hinten bei mir, da lagert sichs dicht (nach Fontane) - ich stehe an der offenen Hecktür und wedele während der Fahrt mit dem Geschirrtuch die Auto-Besetzer aus dem Wagen. Mit einem Messer pule ich die hartnäckigen Viecher zwischen den Fenstern heraus und wedele wieder. Ich bin froh, dass die Offroadstrecke verhältnismäßig eben ist. Als wir unser rollendens Heim wieder für uns allein haben, kehren wir um. Doch Grobi bleibt Bienenanziehungspunkt, obwohl wir den Lagerplatz, an dem noch Bienen herumschwirren, nicht wieder mit ihm aufsuchen. Geschirr, Tisch und Stühle tragen wir deswegen zum Auto zurück, verstauen alles und fahren ab. Der nächste Lagerplatz ist zwar nur 10 km entfernt, trotzdem wird es Nacht, bevor wir ihn erreichen: Offroadstrecken fahren sich nicht so schnell - vor allem nicht im Dunkeln.
Nie wissen wir, was als nächstes geschieht.
Ihr werdet es nicht glauben:
Während ich ansetze, um Jörg diesen Blogeintrag vorzulesen, fragt er mich: "Sag mal, ist das Diesel, das da am 180l Tank herunter tropft?"
Ja, ist es! Der Zusatztank ist an einer Schweißnaht gerissen.Læs mere
2× Werkstatt
18.–21. dec. 2023, Mexico ⋅ ☀️ 27 °C
Die Schweißnaht am Dieseltank wird von uns nur sehr provisorisch abgedichtet, da wir 10 km Geländefahrt vom nächsten Haus entfernt keine Möglichkeit haben, die ca. 120l Diesel aus dem Tank irgendwohin umzufüllen. Rückgabe an Mutter Erde steht nicht zur Debatte. So ist ein vernünftiges Entfetten, damit die Aluminium-Epoxidknete hält, nicht möglich. Trotzdem tropft es erstmal nicht mehr.
Wir entscheiden uns, nach La Paz zu fahren und dort nach einem Handwerker zu suchen, der Aluminium schweißen kann. Das Glück ist mit uns! Der einzige Aluschweißer weit und breit hat seine Werkstatt in einem Vorort von La Paz und schweißt dort die Ummantelung der speziellen Offroadvehikel für das Rennen über Baja California zusammen. 40 Jahre Schweißarbeit stehen vor uns und sind bereit, uns zu helfen, sofort! Nichts mit "mañana"! Wir werden Zeuge dieses Arbeitstages: Innerhalb der nächsten 7 Stunden wird der Diesel abgepumpt, danach der Tank abmontiert, innen und außen gereinigt, geschweißt, geprüft und anschließend wieder montiert. Ohne Pause. Nicht einmal ein Getränk. Während Grobi auf dem sauberen Boden steht, sehe ich, dass er tatsächlich Differentialöl verliert. Unser Aluschweißer reagiert prompt: Es gibt in La Paz eine Werkstatt, die auf Getriebe spezialisiert ist. Er begleitet uns am folgenden Tag dorthin und klärt für uns das Nötige. Auch dort hilft man uns sofort. Nach etwas mehr als 2 Stunden ist die Dichtung ausgetauscht. Kostenpunkt umgerechnet ca. 50 €.
Grobi ist wieder vollkommen dicht.Læs mere

Landcruisers HorizonWir sind ganz begeistert von den Werkstatterfahrungen! :)
Wal - Weihnacht
23.–27. dec. 2023, Mexico ⋅ ☀️ 24 °C
Todos Santos - "Alle Heiligen" - heißt passenderweise der Ort, an dem wir Weihnachten - mit Walbeobachtung vom Balkon aus - verbringen. Grobi hat Pause, wir haben ein Appartement gemietet. Das bedeutet absolute Ruhe und Entspannung am Pool oder am Pazifik. Es ist wunderschön!
Wir wünschen Euch allen, wo auch immer Ihr Weihnachten feiert, ebenso entspannte Festtage und für das Jahr 2024 alles Gute! Werdet oder bleibt gesund und genießt die Zeit!
Nachtrag: 23:00 Uhr
Woher kommt das Wasser im Badezimmer? Ich schaue in den Schrank unter dem Waschbecken in dem Moment, in dem die Zuleitung zum Wasserhahn endgültig bricht. Ich stopfe meinen Daumen in die spritzende Leitung.
Nie wissen wir, was als nächstes geschieht! 😂Læs mere

Landcruisers HorizonWas will man auch Strom haben zu Heilig Abend? Im Stall hatten sie auch nur Stroh ohne "m" und einen Engel als Lichtquelle. 😂
Land's und Jahresende
24.–31. dec. 2023, Mexico ⋅ ☁️ 23 °C
Selten waren die Tage um Weihnachten herum so ruhig wie diese.
Zum heiligen Abend gehen Jörg und ich fürstlich Speisen im "El Mirador", einem Restaurant, das auch für deutsche Verhältnisse sowohl vom Ambiente als auch vom Preis gehoben ist. Ich esse das erste Mal in meinem Leben gegrillten Octopus und bezahle mit zwei Tagen Aufenthalt im Appartement. Jörg ist nicht so empfindlich und macht die Spaziergänge allein.
Zwischen den Jahren fahren wir von Bucht zu Bucht: Wale springen und winken mit der Brustflosse, junge Pelikane freuen sich über die Fütterung durch Fischer, weite Strände laden zu Erkundungstouren ein.
Am südlichsten Punkt von Baja California liegt Cabo San Lucas. Hier bietet die lärmende Tourismusindustrie alles, was unser Herz nicht begehrt: Jetski, Bananenbootfahrten, Kitesurfen, Parasailing, Tauchen und Pferde- sowie Kamelreiten am Strand, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Wir lassen uns darauf ein, mit einem kleinen Boot zu El Arco, einem zerklüfteten Felsbogen am Land's End, und zu einem Strand gebracht zu werden. Die Boots- und Menschenmassen erinnern an ein Wimmelbild von Ali Mitgutsch. Es gibt viel Lustiges zu sehen, u.a. wie die Ausflügler, also auch wir, piratengleich vom Boot aus an den Strand springen und dort sofort hüfthoch in der nächsten Welle versinken, Gequieke inclusive.
Sylvester verbringen wir zu zweit zu Füßen eines malerisch maroden Leuchtturms mit Blick auf den weiten Sandstrand und mit der Schwanzflosse auf das Wasser klatschenden Walen. Einige mexikanische Familien bauen ihr Equipment für Sylvester auf und wir freuen uns schon auf eine wilde Party, doch es gibt außer leiser Musik nur genau 5 Raketen gegen 21:00 Uhr. Dann kehrt Ruhe auf Punta Arena ein.Læs mere
Fische von links nach rechts
2.–4. jan. 2024, Mexico ⋅ 🌬 22 °C
Während Jörg und ich zum Jahresende gemütlich am Leuchturm Sonne und Meer genießen, parkt plötzlich ein PKW in unserer Nähe, dem ein Ehepaar unseren Alters entsteigt. Ohne Zögern wendet sich der Mann auf Englisch an uns: Wir müssten unbedingt von Cabo Pulmo aus schnorcheln! Sie hätten das gerade gemacht! Es wäre atemberaubend! Überall Fische! Sie kämen aus Kanada und so etwas hätte er noch nie erlebt. Derweil wir uns noch zögernd anschauen, hat der Herr sein Smartphone aktiviert und ruft bei einem Tourveranstalter in Cabo Pulmo an, er hätte hier ein Pärchen, das morgen, also am 01.01. gerne eine Schnorcheltour buchen möchte. Wir schauen irritiert. "Ach, wie Schade, Neujahr ist geschlossen!" Noch bevor wir höflich unserem Bedauern Ausdruck verleihen können, verabschiedet sich das Ehepaar, nicht ohne uns noch einmal zum Fischegucken aufzufordern, und entschwindet. Dann müssen wir wohl nach Cabo Pulmo zum Schnorcheln zurückfahren. "Nützt ja nix!", fällt uns der Wahlspruch von Thomas F. ein.
Das, was wir dann 2 Tage später erleben, ist wirklich überwältigend. Wir sehen Adlerrochen, Seelöwen, die um die Plätze auf den Felsen rangeln, einen Fischschwarm mit 1m großen Tieren und sogar eine Meeresschildkröte. Es ist wie vor dem Fernseher auf dem roten Sofa im Allensteiner Weg: "Ihr guckt wieder Fische von links nach rechts?", haben sich unsere Abkömmlinge oft amüsiert. Ja! Aber jetzt in freier Wildbahn! Wir wären gerne noch länger auf dem Wasser geblieben, aber nach 2 Stunden ist uns trotz Neoprenanzug empfindlich kalt.Læs mere

RejsendeErst einmal, ein frohes Neues Jahr mit bester Gesundheit und weiterhin mit einem erlebnisreichen reisen. Eure tollen Berichte lassen uns erstaunen, was seht ihr alles inNatura!!! Davon können wir wirklich nur träumen. Ganz liebe Grüße, Uwe und Elsbe

Landcruisers HorizonIch freue mich, dass Ihr immer noch in unserer Reisegruppe seid. Wir wünschen Euch alles Gute für 2024!
Und wieder La Paz
3.–8. jan. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 22 °C
Baja California ist wirklich eine Reise wert und viele Langzeitreisende verbringen Monate oder sogar Jahre auf der Halbinsel. Doch uns zieht es weiter. Dafür müssen wir wieder nach La Paz, denn ab dort nehmen wir die Fähre nach Mazatlan auf dem Festland. Ich finde eine fahrerisch und optisch reizvolle Strecke an der Küste entlang, wir genießen und denken an Gudrun M.-J.: "Immer schön sinnig!" Auch die erfreulich schwierigen Passagen überwinden wir "saugend, schmatzend".
Zurück in der Hauptstadt von Baja Süd begeben wir uns als erstes zu unserem Aluschweißer, denn - wir wissen es schon seit Weihnachten - der Dieseltank ist leider doch noch nicht absolut dicht. Der Handwerker ist untröstlich und vertröstet uns auf Samstag, kann aber noch nicht sagen, ob er dann fertig wird. Für uns bedeutet das, dass wir genug Zeit haben, in Ruhe La Paz zu erkunden.
Nach der nun hoffentlich endgültigen Reparatur geht es mit der TMC - Fähre, die in erster Linie LKWs transportiert, über Nacht nach Mazatlan.Læs mere

RejsendeSönke sagt, ihr sollt euch aus den zur Zeit heftigen Schiessereien der Drogenbanden heraushalten!!
Von Mazatlan nach Durango
9.–14. jan. 2024, Mexico ⋅ ☁️ 23 °C
Die Fähre erreicht am frühen Morgen den Hafen von Mazatlan, so dass wir den ganzen Tag Zeit haben, die Stadt zu erkunden, bevor wir uns dann Richtung Durango in die Sierra Madre aufmachen.
Wir besteigen den Berg, auf dem der Leuchtturm von Mazatlan steht, und amüsieren uns über die Geschäftstüchtigkeit der Mexikaner: Um die Glasbodenplattform oben auf dem Berg betreten zu dürfen, muss am Fuß des Berges ein Ticket gelöst werden. Da der Aufstieg steil ist und mindestens eine halbe Stunde benötigt, kaufen alle vorsorglich eine Zugangsberechtigung; sie ist mit umgerechnet 1,50€ für uns auch nicht teuer. Oben angekommen, entpuppt sich die Aussichtsplattform als ziemlich mickrig, aber immerhin dürfen wir mit 8 weiteren Touristen drei Minuten auf ihr verweilen. Mit der Trillerpfeife werden die Zeiteinheiten vom Wächter getaktet.
Ein richtiges Highlight ist dagegen die Altstadt von Mazatlan: Bunt gestrichene Häuser, viele Bäume, einladende Restaurants! Ich esse das erste Mal in meinem Leben Marlin - ein Hochgenuss.
Anschließend geht es hoch ins Bergland. Wir nehmen die gewundene mautfreie Strecke, weil wir so über eine kurze Rumpelpiste in einen Washout (Arroyo) zum Übernachtungsplatz finden. Ein Blick auf die Wettervorhersage für die Sierra Madre sagt uns, dass das Flussbett trocken bleiben wird.
Am nächsten Morgen wechseln wir auf die Autobahn nach Durango, da dort die höchste Schrägseilbrücke des amerikanischen Doppelkontinents - Puente Baluarte - auf uns wartet. Das Bauwerk ist mit ca. 400m Höhe und einer Länge von rund 1,2km ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Wir sind begeistert.
Unser nächster Schlafplatz überrascht mit einer ausgesprochen anspruchsvollen An- und Abfahrt: mit Rinnen versetzt, schmal, steil und steinig brauche ich 45 Minuten abwärts. Den Stausee, der das Ziel sein sollte, können wir nicht erreichen, da am Ende auch zu Fuß kein Durchkommen mehr ist. Bei der Rückfahrt bergauf springt ein Baum nicht rechtzeitig zur Seite und rammt Grobi mit einem Ast. Das Geräusch ist hässlich. Grobis Beule muss später behandelt werden.
In Durango scheinen Vergangenheit und Moderne in einer verwirrenden Mischung nebeneinander zu existieren: Schuhputzer bieten ihre Dienste an, daneben sehen wir ein Geschäft für Sportschuhe. Ein Blumenmädchen verkauft Tulpen von ihrem Fahrradkarren aus, dahinter tippt ein Mann auf sein Handy. Unser Gefühl: Killer Sushi!Læs mere
Allein!
12.–14. jan. 2024, Mexico ⋅ ⛅ 23 °C
Die Nationalparks in den USA waren alle sehr gut besucht, so dass wir vollkommen überrascht sind, als wir den Parque National Sierra de Organos erreichen: Wir sind die einzigen Besucher! Wir streifen durch das Gelände, das Drehort einiger Western war, und erwarten, dass John Wayne auf einem Pferd um eine Gesteinsformation herumreitet, bleiben jedoch allein, abgesehen von Echsen und Insekten.
Dafür wird unser Übernachtungsplatz überaus bevölkert. Aber das ist auch zu erwarten, wenn man auf Cerro de la Bufa, dem Berg und Wahrzeichen von Zacatecas schläft. Es ist Wochenende, da feiern viele Mexikaner bis tief in die Nacht bei lauter Musik und genießen den Blick über ihre Stadt. Hätte der wachhabende Polizist uns nicht neben seine Stube gewunken, damit er besser auf uns aufpassen kann, wären wir wahrscheinlich trotz Dunkelheit geflohen. So aber sehen wir den Sonnenuntergang über Zacatecas und nutzen die blaue Stunde für viele Fotos.
Am nächsten Tag besuchen wir El Edén, eine alte Silbermine direkt unter der Stadt. Der extra für uns herbeitelefonierte englischsprachige Führer zeigt und erklärt uns, unter welch' unmenschlichen Bedingungen die indigenen Sklaven das Edelmetall für Spanien aus dem Fels herausmeißeln mussten. Es waren Lebensbedingungen, die eher Sterbensbedingungen ähnelten - täglich kamen bis zu 5 Menschen von den 1000 schufftenden Sklaven ums Leben.
Beeindruckt und bedrückt von der Tatsache, dass Menschen unmenschlich sein können, tingeln wir durch Zacatecas, besuchen die Kathedrale und sehen für mexikanische Verhältnisse Alltägliches, das bei uns unmöglich wäre.
Noch am selben Tag verlassen wir die Stadt und erreichen "La Quemada", eine archäologische Stätte, die etwa zur Zeit der Wikinger als Handels- und religiöses Zentrum Bedeutung erlangte. Noch vor der Machtübernahme der Azteken brannte die Stätte ab, daher stammt der heutige Name, dessen Übersetzung "die Verbrennung" lautet.
Wir sind allein, keine weiteren Besucher lassen sich blicken! Wir klettern über die alten Gemäuer und genießen es, im sanften Abendlicht die Pyramide zu erklimmen.
Der Pförtner erlaubt uns, direkt vor dem Eingangstor zu übernachten.Læs mere
Grutas Tolantongo
15.–18. jan. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 27 °C
Seit ein paar Tagen wissen wir, dass wir am 22.01., also Montag in einer Woche, einen Werkstatttermin für Grobi in San Miguel de Allende haben. Bevor wir Zentralamerika erreichen, wollen wir den Wagen einmal durchchecken lassen. Nach ca. 20000 km ist das auch dringend nötig. Allerdings müssen wir, weil der Termin so spät liegt, unsere Reiseroute verändern und erst einmal Richtung Südosten zu den Grutas Tolantongo fahren, danach die Pyramiden in Teotihuacan und zum Schluss die archäologische Stätte in Tula besuchen, bevor wir zur Werkstatt nach San Miguel de Allende zurück nach Nordwesten fahren. Da stellt sich die Frage, ob nicht auch eine andere Werkstatt eine Option gewesen wäre, um unnötiges Fahren zu vermeiden. Allerdings ist der Besitzer Deutscher, so dass - so denken wir - die Sprachbarriere wegfällt und wir das Innenleben unseres blauen Gefährten besser begreifen.
Zuerst also die Grutas Tolantongo, deren heutiger Name wahrscheinlich aus einem Schreibfehler herrührt. Ursprünglich hieß die Grotte samt Fluss Tonaltongo, ein Name aus der indigenen Sprache Nahuatl, der mit "wo man sich warm fühlt" übersetzt werden kann. Das passt sehr gut, denn das Wasser im Fluss und in den Becken ist durch natürliche Gegebenheiten angenehm warm. Ein Journalist, der dieses kleine Paradies in einer Zeitschrift 1975 beschrieb, verwechselte 2 Buchstaben. Seitdem heißt die Schlucht Tolantongo.
Erstaunlich ist aber nicht nur die Namensänderung. Das Gebiet gehört 112 Familien, die es gemeinsam nach kommunistischen Zügen verwalten und bewirtschaften: Diejenigen, die dort arbeiten, verdienen zwar je nach Tätigkeit unterschiedlich viel Geld, die Aufgabenfelder wechseln jedoch reihum, so dass jeder im Laufe der Zeit mal mehr Verantwortung (und auch mehr Geld) hat und mal weniger. Dieses Prinzip ist in Mexiko einzigartig.
Wir fühlen uns jedenfalls rundum wohl und verlassen diesen wunderbaren Ort nur schweren Herzens ... dafür aber auf einer ausgesprochen schönen, einsamen Piste.Læs mere
Pirámide, Pirámide
18.–21. jan. 2024, Mexico ⋅ ⛅ 22 °C
Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Mexiko ist Teotihuacan, ein ausgedehntes, archäologisches Areal, das schon vor der Besiedelung durch die Azteken von den ursprünglichen Erbauern verlassen worden war. Als Ursache für den Zusammenbruch der multikulturellen, voraztekischen Kultur wird eine klimatische Veränderung angenommen, die ich im Geschichtsunterricht als "kleine Eiszeit" im Europa des 6. Jahrhunderts n. Chr. kennengelernt habe. Das Klima hatte schon immer globale Auswirkungen.
Mehrere Stunden verbringen wir auf dem Gelände, gehen an der Sonnenpyramide, die die drittgrößte Pyramide der Welt ist, entlang und wandern auf der Avenida de los Muertos bis zur Mondpyramide, die zwar deutlich kleiner ist als die Sonnenpyramide, aber etwa die gleiche Höhe erreicht, weil sie auf höherem Terrain steht. Leider ist es nicht mehr erlaubt, die Pyramiden zu besteigen. Bei der ungeheuren Anzahl der jährlichen Besucher - bis zu 4,1 Millionen - können wir das Verbot gut verstehen. Wir laufen statt dessen zum Tempel von Quetzalcóatl, einer Gottheit, dessen Name aus der Sprache der Nuahatl mit "gefiederte Schlange" übersetzt wird, und bekommen so einen Eindruck von der Ausdehnung der Stadt, von der erst 5% ausgegraben worden sein soll. Im Museum bestaunen wir die filigranen Figürchen und die unzähligen Artefakte.
2 Tage später erreichen wir Tula, eine weitere archäologisch interessante Stätte. Auch hier finden sich eine Pyramide, Ruinen von Palästen, Ballspielplätze, Säulen und Statuen, so dass man denken könnte, die Plätze beginnen austauschbar zu werden, doch dem ist nicht so. Die Atmosphäre unterscheidet sich deutlich: In La Quemada waren wir im sanften Abendlicht allein, in Teotihuacan verkauften Händler auf der "Straße der Toten" alle möglichen Souvenirs und machten mit Pfeifen und Fauchen auf sich aufmerksam und Besucher waren überall. In Tula weht ein Hauch von Spiritualität: Eine indigene Gruppe tanzt zu immer wilderen Trommelklängen geradezu ekstatisch auf dem Platz vor der Pyramide, die hier bestiegen werden darf. Während Jörg schon die Krieger-Atlanten auf der Spitze der Pyramide fotografiert, gerate ich in den Bann der Tänzer. Erst mache ich noch möglichst unauffällig ein kleines Video, denn es handelt sich eindeutig nicht um eine Veranstaltung für Touristen, doch dann sitze ich und schaue zu, wie die langen Federn des Kopfschmuckes sich rhythmisch wiegen; höre, wie die Schläge des Trommlers immer kräftiger und schneller werden und die Rasseln an den Beinen lauter; rieche den eigentümlichen Geruch des Rauches aus den Schalen am Rand. Eine Zeremonie zwischen den Tänzen sieht wie eine Segnung aus. Ich würde die Bedeutung gerne verstehen.Læs mere

RejsendeI was lucky enough to go decades ago when you could still climb the pyramids, but I’d love to see them again. What an amazing trip you are on!! We’re so jealous!!! Thanks for posting photos! 🤗🥰
Sammelsurium: Bilder von Mexiko
20.–24. jan. 2024, Mexico ⋅ ☁️ 10 °C
Vor dem Tor der archäologischen Stätte in Tula befindet sich ein kurzes Stück Straße mit Parkplätzen vor der Mauer eines Instituts. Die Gasse mündet in eine Hauptverkehrsader. Laut IOverlander sind die Stellplätze zum Übernachten geeignet. Allerdings haben sich die Bedingungen geändert: Kurz nach Sonnenuntergang verscheucht uns ein Wachmann von unserem Platz und riegelt hinter uns das Sträßchen ab! Kein Schlafplatz! Keine ländliche Idylle in der Nähe! Kein Tageslicht! Der nächste Overlanderplatz ist über 30 km entfernt. Das klingt nicht viel, doch das Fahren auf Mexikos Straßen birgt - vor allem bei Nacht - seine Tücken: Hunde, Kühe und Esel auf der Fahrbahn ist das eine, das andere sind Schlaglöcher von z.T. 20 cm Tiefe (und mehr) und das Gegenteil vom Schlagloch, der Tope - eine Hindernis aus Asphalt, das quer zur Fahrbahn die Autofahrer zwingt, bis zur Schritt-Geschwindigkeit herunter zu bremsen. Übersieht ein Autofahrer einen Tope und wird nicht langsam, riskiert er das Aufreißen des Unterbodens beim Aufsetzen auf den Asphalt. Nach einer Stunde herumirren, stoppen wir letztendlich irgendwo auf einem Feld vor einer Baumgruppe und legen uns schlafen. Hundegebell über Nacht und Hahnengeschrei am frühen Morgen begleiten uns durch unsere Träume.
Am nächsten Tag brauchen wir einige Zeit, bis wir eine schnell befahrbare Straße erreichen. Die Aufnahmen von dieser Strecke zeigen viel vom ländlichen Mexiko: Esel am Straßenrand, ein Schafhirte mit Machete an einer Kirchenmauer, Menschen hoch zu Ross, Garküchen mit winzigem Laden, ungeordnete Friedhöfe, trockenes Gelände.
Wir erreichen San Miguel de Allende, besuchen den botanischen Garten und lassen Grobi in einer offiziellen "Wagenwäscherei" säubern.
Am Montag fahren wir die Werkstatt von Matthias an, in der der HZJ nach über 20 000km durchgecheckt werden soll. Wir freuen uns, alle unsere Fragen an Matthias auf Deutsch stellen zu können und sind entsprechend erheblich enttäuscht als wir feststellen, dass ihm zwar die Werkstatt gehört, seine Mitarbeiter jedoch nur Spanisch sprechen und er selbst nicht zugegen ist. Google- Übersetzer und DeepL werden mit Fachbegriffen aus dem Kraftfahrzeugbereich malträtiert und es gibt überraschende Verwirrungen auf beiden Seiten: Dichtung - la poesía? el juego de juntas - das gemeinsame Spiel? Es dauert lange, bis wir glauben, dass alle Unklarheiten beseitigt sind und Grobi wieder fahrbereit ist. Die Vereinbarung lautet: Die Werkstatt bestellt den Satz Dichtungen und meldet sich bei uns, wenn der Liefertermin bekannt ist. Daraufhin werden wir dann nach San Miguel de Allende zur endgültigen Reparatur zurückkehren, können jetzt aber aufbrechen. Vamos a ver.Læs mere
Wunder
25.–27. jan. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 14 °C
"Nachts, im Mondschein, lag auf einem Blatt ein kleines Ei." (Eric Carle) Und das, was daraus nach dem Entwicklungszyklus entsteht, ist für sich allein schon ein Wunder. Dem Monarchfalter jedoch ist das nicht genug: Im Frühjahr schlüpft der Schmetterling in Texas und fliegt nordwärts. Er legt seine Eier auf Milkweed, der Futterpflanze der Raupe, und stirbt. Auch die nächste Generation fliegt nordwärts und genauso die dritte. Die vierte Generation fliegt von Kanada und dem Norden der USA kommend südwärts, legt unterwegs noch eine 5. Generation und erreicht mit dieser letzten Generation zusammen im November und Dezember desselben Jahres Mexiko. Dort überwintern sie und paaren sich am Ende des Winters, wobei das Weibchen die Spermien in einer Extratasche bis Texas trägt und dort erst die Befruchtung und dann - wie zu Beginn des Zyklus' - die Eiablage stattfindet. Schon genug des Wunders? Nein! Der Mariposa findet in Mexiko in den Bergen in über 3000m Höhe, ohne ihn zu kennen, den seltenen Oyamelbaum, eine Tannensorte, die ein bemerkenswertes Kleinklima aufbaut: Gibt es Nachtfröste erwärmt sich der Stamm. Dies schützt die Monarchfalter vor dem erfrieren. Wird es tagsüber zu warm, kühlt sich das Mikroklima um den Baum herum ab. Dadurch überhitzen die Falter nicht. Woher wir das wissen? Ein Wunder!
Wir steuern ein abgelegenes Dorf an, dessen Monarchfalterkolonie zwar klein, aber nicht so viel besucht sein soll. Die Häuseransammlung erscheint uns wie ausgestorben. Der Campingplatz ist geschlossen. Die einzigen Menschen, die wir sehen, während wir mit Grobi durch den Flecken kurven, sind eine Frau und ein junger Mann in einem weißen VW- Käfer. Sie scheinen uns zu folgen. Vor einer Mauer, hinter der wir ein B&B vermuten, halten wir an. Der Käfer ebenso. Alle steigen aus und wir lernen Estela Romero kennen. Sie ist Expertin für Monarchfalter und Umweltpädagogin. Ich glaube im gesamten Umland gibt es niemanden, der diese warmherzige Frau nicht kennt. Unser Glück ist grenzenlos: Sie lädt uns zu einer Führung in die diesjährig größte Schmetterlingspopulation mit ihr und Ben, einem Lehrer aus den USA, am nächsten Tag ein. Und nicht nur das: Sie ermöglicht es uns, auf dem Gebiet der indigenen Gemeinschaft in der Nähe einer weiteren Falterkolonie auf etwa 3000m Höhe zu übernachten.
Wir sehen und lernen noch viel mehr an diesem außergewöhnlichen Tag mit Estela - über Silberminen, das Gift der Seidenpflanze (und wie es den Falter schützt), die Gefahren für den Mariposa durch Klimawandel und Sturm, Estelas Heimatstadt, die indigene Gemeinschaft, ... . Wir sind euphorisiert durch diesen Tag.Læs mere
Brüder im Geiste
29.–31. jan. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 23 °C
Wir sind auf dem Weg nach Oaxaca (sprich: Oachaka), denn dort soll es archäologische Stätten, jede Menge Kunsthandwerk und Mezcal geben. Nun sind weder Jörg noch ich als Schnapsliebhaber bekannt, wenn wir aber im Land des Tequilas sind, sollten wir doch wenigstens ein bisschen darüber lernen.
Nach der Kultur - wir besuchen zuerst Monte Albán - fahren wir einen Campingplatz an, dessen Besitzer Mezcal selbst brennt. Tony erklärt uns, dass Tequila nur aus einer einzigen Agavensorte - der Agave azul - hergestellt wird, Mezcal aus 25 verschiedenen Agaven gebrannt werden kann und Pulque nur vergorener Agavensaft ist. Also sind Pulque, Tequila und Mezcal Brüder im Geiste. Dann fragt Tony: Wisst Ihr, was "brennen" heißt? Im Nu kramt mein Hirn aus der hintersten Windung mein Wissen über Whisk(e)y-Herstellung aus einer feucht-föhlichen Fortbildung im Rathaus von Altenholz hervor. Richtig!, lobt Tony das Schulmädchen und schenkt uns jetzt von seinem Erzeugnis ein. Wir sollen nur nippen, denn das hier sei sein großartiger Brand, den dürfe man nicht einfach so herunterkippen. "Jeder nur einen wönzigen Schlock", denke ich und probiere vorsichtig bis ängstlich, denn ich mag das Brennen von Gebranntem im Hals nicht. Doch es gibt eine Überraschung: Tonys Mezcal ist eine Offenbarung! Aromenreich ohne Kratzen im Hals. Ich muss mich gar nicht schütteln! Es folgt eine zweistündige Fortbildung in Sachen Mezcal. Tony ist glühender Mezcalbrenner. Nein, er verkaufe eigentlich nichts, er brenne nur für den Eigenbedarf ... wir dürfen eine Flasche "von dem Guten" - nicht verschnittenen - erstehen. Wir fühlen uns geehrt.
Am nächsten Tag besuchen wir Oaxacas Innenstadt mit dem Taxi - nach Empfehlung Tonys. Dies erweist sich als guter Rat, denn es gibt keine Parkplätze. Wir schlendern durch Galerien, Handwerksläden und die Kirche. Ich kämpfe mich durch eine Mole negro, das kulinarische Markenzeichen der Stadt: Eine schokoladig-braune rauchig-scharfe Soße, die über Fleisch und Reis gegossen wird. Sie macht auf jeden Fall satt.
Zur Abrundung unseres Besuches fahren wir noch ins Valle Tlacolula, bestaunen den dicksten Baum der Welt in Tule, bewundern und kaufen Teppiche im Weberdorf Teotitlán, um schließlich nach überwinden einer Pass-Straße nach Hierve El Agua zu gelangen. In dem Ort haben mineralhaltige Quellen Gesteinsformationen geschaffen, die wie riesige gefrorene Wasserfälle aussehen. Ich bade allerdings nicht in den Pools, da mich einer von Tonys Hunden angeknabbert hat. (Wer ist auch so blöd und rennt, wenn Hunde in der Nähe sind. Das ist doch das eindeutige Zeichen für "Die Jagd ist eröffnet!")Læs mere

Landcruisers HorizonNur einen Hauch von Schokolade, die Farbe kommt eher von den Tomaten (geräuchert, getrocknet, verbrannt?)

Landcruisers HorizonWenn die Typen da sind, kannst du dich entspannen! Das Militär steht hier für Sicherheit.
38,8°
2.–5. feb. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 29 °C
Wir überqueren die Sierra de Juárez mit dem Ziel Tlacotalpan, denn dort gibt es das "riesige Candelaria-Fest, bei dem Stiere durch die Straßen getrieben werden"(Lonely Planet). Wir werden zwar zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, von dem Fest aber so gut wie nichts erleben. Doch der Reihe nach:
Noch in Oaxaca versuchen wir zum ich-weiß-nicht-wie-vielten Male von der Werkstatt zu erfahren, wann die Dichtungsringe denn nun in San Miguel de Allende ankommen. Da die Antworten vage bleiben, wenden wir uns an den Besitzer Matthias, der gerade in Deutschland weilt, und beschweren uns. Das ist insofern bemerkenswert, da wir äußerst ungern ungemütlich werden. Aber es hilft! Matthias wird die Ersatzteile, die tatsächlich noch nicht bestellt sind, von Deutschland mitbringen, so dass der Rückkehr- und Reparaturtermin jetzt endlich steht: 12.02. . Dadurch können wir die Reiseroute zurück planen und da Jörg gerne den Golf von Mexiko sehen möchte, geht es also gen Norden und in die schon erwähnte Welterbestätte Tlacotalpan. Der Weg dorthin führt über eine wunderbar gewundene Passstecke, dem Jaufen ähnlich, doch mit 220km fast 6× so lang. Nach wochenlanger Trockenheit von Himmel und Erde mit viel Staub und graubrauner Farbgebung in der Natur, empfängt uns die Nordseite ausgesprochen feucht und mit sagenhaften Grünschattierungen: Farne groß wie Bäume, Flechten lang wie Bärte und überall Tillandsien. In der Ebene geht die Fahrt durch Zuckerrohrfelder. Die Ernte ist in vollem Gange, die Erntewagen beeindruckend lang und hoch beladen.
In Tlacotalpan angekommen, werfen wir uns in das jahrmarktartige Getümmel, gehen Essen und stehen in Erwartung eines Stieres am Straßenrand, da sagt Jörg: "Irgendwie geht es mir nicht gut ... können wir nach Hause gehen?" Nun neigt Jörg nicht zum wehleidigen Rumquaken, also ist sofort klar: Kein Stier, zurück zu Grobi! Das Fieberthermometer zeigt 38,8°C.Læs mere
Vanille
8.–9. feb. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 22 °C
Wir verbringen ein paar Tage im Hotel. Jörg erholt sich und ich lese und plane, welcher Grenzübergang Richtung Guatemala sicher ist, denn in Chiapas gibt es gerade Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen und da wollen wir nicht zwischen die Fronten geraten. Aber nach 3 Tagen bin ich sehr froh, dass Jörg wieder reisebereit ist und so fahren wir weiter. Die erste Etappe nach der Zwangspause führt uns am Pazifik entlang. Jörg hat eine rumpelige, einsame Straße zu einer möglicherweise malerischen Bucht ausgewählt, die nach einiger Zeit abrupt abbricht ... da hat in einem Sturm das Meer die Straße mitgenommen. Da viel Müll am Strand liegt, wollen wir sowieso nicht bleiben und ich wende vorsichtig, um nicht entweder der Abbruchkante zu nahe zu kommen oder Grobi im Sand einzugraben. Wir stehen gerade wieder abfahrbereit, erscheint ein alter Chevrolet, dessen Fahrer ganz cool in einem Zug versucht zu wenden und sich prompt festfährt. Nachdem er schon feststeckt, gibt er weiterhin kräftig Gas, was ihn nur Richtung Erdmittelpunkt bringt. Ich fahre in eine geeignete Position, um ihn freizuschleppen, doch es zeigt sich, dass er keine Abschleppöse hat. Wie gut, dass wir mit Sandblechen und Schaufel helfen können. "¡El cielo te envía!" "De nada."
In Papantla wollen wir die Voladores sehen, eine Art indigene Mutprobe, bei der sich vier Männer hinterrücks von einer etwa 30m hohen Stange fallen lassen und unter Flötenmusik langsam um die Stange kreisend zu Boden schweben. Leider findet das Spektakel entgegen den Angaben des Lonely Planet nur am Wochenende statt. Also machen wir uns zu unserem nächsten Schlafplatz auf, einem abseits gelegenen Campingplatz und treffen dort - wieder einmal - auf einen Menschen, der für seine Sache brennt: José liebt Vanille! Er spricht zwar nur Spanisch, führt uns aber fast 2 Stunden über sein dschungelartiges Gelände und erklärt Geschichtliches - die Franzosen haben die Orchideenpflanze im Jahr 1822 nach Madagaskar gebracht - genauso wie Biologisches - die Bestäubung übernehmen neben Kolibris eine spezielle Fliegenart, die die Franzosen nicht mit nach Madagaskar brachten, weswegen dort per Hand und Holzstäbchen bestäubt wird - . Es ist später Vormittag und mir schwirrt der Kopf von so viel Spanisch hören, verstehen und reden, als wir uns nach El Tajín aufmachen.Læs mere
Ein perfekter Tag!
8.–9. feb. 2024, Mexico ⋅ ☀️ 28 °C
Nachdem uns morgens schon das Vanilleerlebnis erfreute, soll es den heutigen Tag über so fulminant weitergehen:
Wir fahren nur wenige Kilometer bis El Tajín, eine weitere Ruinenstadt mit bedeutenden Pyramiden. Da wir ein bisschen "pyramidensatt" sind, fahren wir den Ort eigentlich nur an, weil er fast auf unserem Weg liegt. Die erste Überraschung wartet schon auf dem Vorplatz: Voladores sitzen zum Fallenlassen bereit auf der Stange, als wir auftauchen. Wir bekommen das Spektakel also doch noch zu sehen. Die gesamte Karusselvorführung dauert über 3½ Minuten und war früher möglicherweise ein Fruchtbarkeitsritual, jetzt jedoch eine gute Einnahmequelle. Spenden nicht nur erbeten, sondern eingefordert.
Die Ruinen von El Tajín sind uns dann von Bildern her schon bekannt und wir sind zum zweiten Mal überrascht: "Ach, hier sind diese Nischenpyramiden!" Obwohl momentan nur die Hälfte des Geländes für Besucher zugänglich ist, erscheint uns dieser geöffnete Teil schon riesig. Neben den Pyramiden sind bisher 17 Ballspielplätze aus den Fängen des Dschungels befreit worden.
Weiter geht es zu einem klitzekleinen Campingstellplatz neben einem Restaurant. Und obwohl das Lokal gerade geschlossen hat, wird nur für uns doch noch schnell Fleisch gebraten und mit Käse überbacken. "¡Muchas gratias!"
Der Verdauungsspaziergang führt uns an eine heftig schaukelnde Hängebrücke mit Blick auf einen Wasserfall: Wildromantisch! Erst nach Sonnenuntergang sind wir wieder am Wagen und lauschen im Bett liegend den Klängen einer mexikanischen Band (mit Tuba und Zieharmonika), die bei einem Fest in der Nähe aufspielt: Südtiroler Musik mit spanischem Text. Sehr lustig!Læs mere

Rejsende
Hab ich gestern bei Galileo gesehen,die lassen sich fallen und drehen dann langsam bis zum boden

Landcruisers HorizonSiehste! Kannste auch bei mir sehen! Hab ja 'nen Film gemacht. 😊
Grobis OP
12.–18. feb. 2024, Mexico ⋅ ☁️ 23 °C
Es ist Montag ... Werkstatttag! Wir rechnen mit maximal einer Übernachtung und der Weiterreise am Dienstag, aber während der OP stellt sich heraus: Grobi hat ein ernsthaftes Schultergelenksproblem! Er braucht beidseits zwei neue Gelenke. Eine einfache Knorpelglättung reicht nicht. Die beiden Operateure machen noch eine Gelenktoilette, säubern jedes noch so kleine Teil und verlassen dann das Operationsfeld. Grobi bleibt mit offenen Schultern zurück, zum Glück blutet er nicht. Selbstverständlich bleiben wir in seiner Nähe! Er soll spüren, dass wir ihn in dieser Situation nicht allein lassen. Denn Endoprothesen für unseren Gefährten zu bekommen, gestaltet sich schwierig. David, der Werkstattleiter, verbringt Stunden am Computer und Telefon. Wir betätigen uns indes als Krankenschwestern: Waschen den Patienten gründlich von Innen, kontrollieren den Energiezustand, hängen ihn an den Solartropf und entdecken eine Undichtigkeit im Kühlkreislauf - nicht, dass Grobi auch noch Fieber bekommt. Endlich, am Mittwoch, erhalten wir die erlösende Nachricht: Die OP kann am Freitag zu Ende geführt werden, morgens früh sollen die Prothesen geliefert werden.
Und tatsächlich: Am Freitag Abend gegen 21:00 Uhr rollen wir mit einem vollständig Genesenen wieder vom Hof.Læs mere

Rejsende
Doppelzimmer mit Herbert. Die beiden haben sich bestimmt super unterhalten und viele Geschichten zu erzählen gehabt. Hoffentlich hat Herbie nicht geschnarcht....

Landcruisers HorizonHerbi war aufgebockt, um einen Dekubitus zu vermeiden. Er schien schon länger dort zu sein. Grobi war überrascht, wie alt die Patienten um ihn herum waren. Der älteste hatte 83 Jahre auf dem Buckel. Geriatrie ... da findet man keine jungen Elektrohüpfer 😂
Fahren ...
17.–23. feb. 2024, Mexico ⋅ ☁️ 27 °C
Nach Grobis Entlassung aus dem Krankenhaus am Freitag Abend um 21:00 Uhr, gönnen wir uns ein Hotel, dass wir jedoch kaum genießen können - abgesehen von einer warmen Dusche und einem mexikanischen Frühstück über den Dächern von San Miguel de Allende - weil uns Termine vorwärts scheuchen. Am 25. Februar wollen wir uns am Atitlansee in Guatemala mit unserem Containerbuddy treffen. Was, oder vielmehr, wer ist das? So wird der Partner, mit dem man sich einen Container zur Verschiffung von z. B. Autos teilt, genannt. Unsere Buddys sind Heinz und Marlies aus der Schweiz. Grobi wird also nicht von Colon in Panama nach Cartagena in Columbien fahren, da es keine Straße gibt, die beide Länder verbindet. Die offizielle Bezeichnung für diese Lücke im Straßennetz ist "Darien Gap", ein durch Drogen- und Menschenhandel gefürchtetes Gebiet.
Bevor es jedoch so weit ist, gönnen wir uns einen Tag Pause am Pazifik bei Raffi, einem Schweizer, der vor Ort Schildkrötennester vor Räubern schützt. (In Mexiko gelten Schildkröteneier als Potenzmittel ... .) Die kleinen, frisch geschlüpften Kröten lässt er dann unter Bewachung von Touristen - wir sind zu sechst - zum Meer laufen. Von den 7 Babys erreichen trotzdem nur 6 das Meer ... eine Möwe ist schneller als 2 Männer.
Die weiteren Tage fahren wir ausschließlich. Wir suchen uns nicht einmal mehr schöne Plätze. Das Elend, das wir jetzt auf der Straße zu sehen bekommen, ist kaum zu ertragen: Je näher wir der Grenze nach Guatemala kommen, desto mehr Flüchtlinge laufen auf der Straße uns entgegen Richtung USA - bei über 30°C, zum großen Teil ohne Gepäck, manche auch ohne Wasser. Meist sind es junge Männer, aber auch ganze Familien sind unterwegs.Læs mere
Spanisch
24. feb.–1. mar. 2024, Guatemala ⋅ ☀️ 26 °C
llegar - ankommen
descansar - ausruhen
aprender - lernen
contenta/o - glücklich

Landcruisers HorizonJeder Schüler hat einen nur ihm zugeordneten Lehrer und einen "Klassenraum", ein Dach auf 4 Pfosten, ein kleiner Tisch, 2 Stühle und ein Whiteboard. Das ist eine exklusive Unterrichtssituation. 😊
Ich schwamm im Atitlan
4. marts 2024, Guatemala ⋅ ⛅ 17 °C
... und schon ist unser Aufenthalt am Atitlansee Vergangenheit und wir sind in Antigua, der ehemaligen Hauptstadt von Guatemala, angekommen. Doch bevor wir uns morgen Antigua widmen, möchte ich noch einen Nachtrag zur letzten Woche loswerden.
Die Zeit am See fing eigentlich gut an, denn der Campingplatz war ausgesprochen schön, das Treffen mit Heinz und Marlies, unseren Containerbuddys, war eine reine Freude und der Sprachunterricht hat richtig viel Spaß gebracht. Da Jörg und ich mit unserem Kurs 2 Kindern 2 Monate Unterricht in der angegliederten Schule finanziert haben, fühlen wir uns mit der Wahl der Schule - es gibt unzählige vor Ort - richtig gut.
Und dennoch .... zu viel war zumindest schwierig:
Montezumas Rache hatte uns beide erwischt und das Radlager wurde bei der Fahrt zum See immer heißer und brauchte wieder einmal Zuwendung (das Thema ist auch noch nicht endgültig beendet). Das sind Probleme in eigener Sache.
Anders ist es mit dem Umfeld: Der Atitlan ist ausgesprochen touristisch. Dabei handelt es sich bei einem Großteil der Traveller um feierfreudiges Volk - jeden Abend gibt es in San Pedro ein kleines Feuerwerk - oder gestrandete Hippies, die mit selbstgebastelten Armbändern, Lederwaren oder Messingschmuck versuchen, sich über Wasser zu halten. Alles wirkt etwas schmuddelig, da ist der überall presente Hundekot noch das geringste. Ich bin leider ziemlich geruchsempfindlich. Zusätzlich ist das Leben dort verhältnismäßig teuer. Wenn man sich nicht auskennt und nicht nur die fast europäischen Preise für Ausländer zahlt, berappt der Tourist dazu auch noch Sonderzuschläge. Beispiele: Wir wollten zu dritt mit einem TukTuk eine Strecke von 1,5km fahren, der Fahrpreis für Ausländer für die Strecke beträgt normalerweise 20 Quetzales (ca. 2,40€). Er muss jedoch ausgehandelt werden. Viele Fahrer lungerten um ihre Gefährte herum. Ich sprach einen an und fragte nach dem Preis. "50 Quetzales pro Person" war die Antwort - das sind umgerechnet 18 Euro! Wir verabschiedeten uns und beschlossen zu Fuß zu gehen. Nach hundert Metern Marsch kam ein anderer Tuktukfahrer angedüst und erklärte, für 10 Quetzales pro Person würde er uns mitnehmen. Wir stiegen ein. Am Ziel verlangte er dann einen "Gepäckzuschlag" von weiteren 10 Quetzales, den ich nicht zahlte, weil ich weiß, dass die Strecke auch für weit weniger Geld gefahren wird und es nicht vorher vereinbart worden war. Nun geht es mir nicht so sehr um das Geld, sondern um das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Natürlich zahlen Touristen schon per se mehr als die ortsansässigen Maya. Das ist auch völlig in Ordnung. Aber hier ein "Speedzuschlag" für die Bootsfahrt, dort einfach mal den dreifachen Preis verlangen und für Ortsdurchfahrten Gebühren für den Müll am Straßenrand bezahlen zu müssen, den Ortsansässige verursachen, verärgert mich. Ich fragte eine Gruppe Kaffeebauern um eine Federwaage herum, ob ich sie fotographieren dürfte: 40 Quetzales (4,80 €). Da vergeht die Lust am Fotographieren.
Zusätzlich kann ich es schwer ertragen, wie die Einstellung Frauen gegenüber ist: Der Mayamann geht fröhlich voran, die Mayafrau schleppt sich und das gesamte Gepäck hinterher. Selbst mein sonst so aufgeschlossener Spanischlehrer - auch ein Maya - erklärte mir, dass Frauen ja gerne zu Hause seien und Kinder und Haushalt versorgen würden. Ich fragte ihn, ob ich dann eine Ausnahme sei. Antwort: Ja, sei ich, und Mayafrauen seien noch häuslicher als europäische Frauen. Aha!Læs mere

Rejsende
Den Haarschnitt hätte Jörg auch von mir kostenlos bekommen können :-)
Antigua, die Ehemalige
4.–7. mar. 2024, Guatemala ⋅ ☀️ 25 °C
Antigua versöhnt uns mit den Misslichkeiten Guatemalas. Die ehemalige Hauptstadt des Landes wurde in der Vergangenheit mehrfach von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht, so dass der Regierungssitz schließlich 1776 nach Guatemala-Stadt verlegt wurde. Teile der Stadt wurden ganz aufgegeben. Das scheint dem Stadtbild im Nachhinein gut bekommen zu sein, denn es führte, da das Geld jetzt fehlte, zu einem langsamen, fast könnte man sagen "behutsamen" Wiederaufbau. Die Fassaden der meist einstöckigen Gebäude sind farbig gestrichen, dazwischen liegen malerisch die Ruinen der Kirchen und Klöster. Alle Straßen sind mit kleinteiligem Kopfsteinpflaster belegt, alles ist sauber, keine streunenden Hunde, dafür viel Grün. Hier und da gibt es Ausblicke in blumenreiche Innenhöfe, kleine Cafés finden sich an jeder Ecke, genauso wie Galerien und Museen. Wir lassen uns treiben und genießen es, durch die Stadt zu bummeln, einen Cappuccino zu trinken und die Ruinen der ehemaligen Kathedrale zu besichtigen. Die umliegenden mächtigen Vulkane, die teilweise noch aktiv sind, bekommen wir wegen des Dunstes nur selten und dann auch nur schemenhaft zu Gesicht, bedauern dies aber nicht. Wir entscheiden uns sogar gegen eine Besteigung - obwohl das sonst nicht unsere Art ist -, weil wir uns momentan körperlich selbst für die Lightvariante mit Transport bis in die Nähe des Basislagers nicht in der Lage fühlen.
Dafür nehmen wir uns noch einmal die Stellmuttern an den Radlagern vor: Diesmal werden wir sie etwas lösen, denn sie werden immer noch zu heiß.
Am Ende der Reise machen wir dann die Prüfung zum Kraftfahrzeugmechaniker für HZJ78, Spezialgebiet Radlager.
Randnotiz: Seit Beginn unserer Reise verschicken wir Gebutstagspost, die aus Kanada und den USA auch zuverlässig, wenn auch spät, die Empfänger erreichten. Aus Mexiko - seit Ende November - schicken wir die Post ins Nirvana: Nichts kommt an. Dies ist jedoch noch steigerungsfähig. In Guatemala kann man mit der staatlichen Post nichts ins Ausland verschicken. Wir haben die Karten einem uns unbekannten deutschen Pärchen mitgegeben ... vamos a ver.Læs mere

Rejsende
Dieses Foto macht neidisch. Entspannt bei Sonne im Café sitzen. Wir haben auch Sonne,5grad. Schönes Wochenende
El Salvador
8.–10. mar. 2024, El salvador ⋅ ☀️ 31 °C
Weiter, immer weiter ...
Wir erreichen El Salvador und werden warm willkommen geheißen, und das in doppeltem Sinn: Es ist tropisch heiß - auch Nachts kühlt es kaum ab - und die Menschen sind zugewandt, freundlich, aufmerksam. Das bemerken wir nicht nur an der Grenze, an der wir auf lächelnde Beamte treffen, die uns, ohne dass wir etwas bezahlen müssen, schon nach einer Stunde Richtung El Salvador entlassen. Auch das kleine Restaurant direkt an der Straße mit Blick auf den Pazifik besticht durch freundlichen Service. Am Übernachtungsplatz, einem öffentlichen Park, melden wir uns beim wachhabenden Polizisten am Eingangstor: Ja, der Ort sei sicher, natürlich könnten wir hier übernachten, nein, es koste nichts. Wir erzählen, dass wir in den Morgenstunden unser Auto - ja, die Radlager - reparieren wollen und er bietet sofort Hilfe an: Sowohl Polizei als auch Militär stünden bereit.
Für das weitere Lösen der Radlagermuttern benötigen wir nur knappe 2½ Stunden und sitzen deswegen am nächsten Morgen schon am Frühstückstisch, als eine kirchliche Gesangsgruppe auftaucht und auf dem Platz beginnt Kirchenlieder zu singen: Die Melodien sind uns bekannt, der Text kommt uns Spanisch vor.
Unser nächster Stopp liegt direkt am Pazifik. "Tortuga verde" lädt dazu ein, einfach nur abzuhängen. Dafür sind überall Hängematten befestigt. Wir baden im warmen Pazifik, sitzen im dunklen Sand, essen Fisch. Sonnenuntergang!
Morgen werden wir Honduras erreichen, San Salvador ist klein - etwa mit der Größe Hessens zu vergleichen.Læs mere
















































































































































































































































































































































































































































































Rejsende
Pieschen gehen bei Dunkelheit scheint nicht ganz ungefährlich. Für sie mehr als für ihn ;-).
Landcruisers HorizonImmer schön vorsichtig und nie ohne Taschenlampe 😄
Rejsende
Wie hübsch!