• Landcruisers Horizon
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Ausfahrt Amerika

~ 150.000km
Halifax (Kanada) bis Ushuaia (Argentinien) und wieder zurück ... war der Plan
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  • Bergbesteigung

    23.–25. aug. 2024, Ecuador ⋅ ☁️ 15 °C

    Eine letzte Wanderung soll es in Ecuador noch geben, bevor wir auf einer wildromantischen Schotterstrecke den östlichsten der 4 nördlichen Grenzübergänge nach Peru erreichen.
    Zur Wanderung: Sie ist mit nur 5 km Länge verhältnismäßig kurz, doch müssen wir, um den Cerro El Tablado auf 3400 Meter Höhe im Podocarpus Nationalpark zu besteigen, 600 Höhenmeter rauf und dann auch wieder herunter steigen. Das bedeutet, der Weg ist extrem steil. Anfangs auf gut ausgebauter Strecke durch Nebelwald wird der Pfad nach einem Aussichtspunkt sehr schmal und ist teilweise ausgesetzt. An den steilsten Stellen ist er mit Seilen gesichert. Eine Familie vor uns dreht um, mit dem Kind ist es ihnen zu gefährlich. Das können wir gut nachvollziehen und schauen uns an: Wollen wir weiter oder geben wir auch auf? Ein junges Pärchen kommt uns entgegen. Die Informationen von ihm ermutigen uns: Der Abstieg auf der anderen Seite ist entspannt und geradezu flach im Vergleich zum Aufstieg auf unserer Seite. Also schnaufen wir weiter aufwärts. Das Wetter - eben noch blauer Himmel - schlägt um. Als wir die Bergspitze erreichen, sind wir in Nebel gehüllt, und nur wenige Minuten später beginnt es wolkenbruchartig zu regnen. Als wir endlich Grobi erreichen, sind wir durchweicht, aber der Himmel reißt wieder auf und wir können im warmen Licht des Nachmittags unsere Wäsche trocknen. Die Schuhe brauchen noch 3 Tage, um wieder gebrauchsfähig zu werden.Læs mere

  • Erste Eindrücke: Peru

    25.–28. aug. 2024, Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Ein letztes Mal tanken wir noch in Ecuador - unter den Argusaugen eines schwer bewaffneten Polizisten -, dann geht es über eine landschaftlich abwechslungsreiche Schotterpiste bis zur Grenze nach Peru. Weiter geht es talwärts Richtung Amazonas und das Bild ändert sich: Ausgedehnte Reisfelder beherrschen jetzt die Sicht am Rio Chinchipe, bis es wieder aufwärts in die Berge geht. Dort besuchen wir den Gocta Wasserfall, der mit einer Höhe von 771 Metern zu den höchsten Fällen der Welt gehört. Der sonst als "gewaltig" Beschriebene zeigt sich uns, bedingt durch eine ungewöhnlich lang anhaltende Trockenzeit, eher schmal. Trotzdem ist das Bad extrem kalt. Ich hatte angenommen, dass die Wärme der Luft sich dem Wasser mitteilt.Læs mere

  • Kuélap

    28.–29. aug. 2024, Peru ⋅ ⛅ 13 °C

    Mit der Seilbahn, die uns nicht nur wegen Heinz, der uns begleitet, sehr stark an die Schweiz erinnert - "Nicht an die Tür lehnen" lesen wir auf deutsch, Spanisch suchen wir vergeblich - geht es hinauf nach Kuélap. Die riesige Anlage auf 3000m Höhe wird oft als Festung bezeichnet und wirkt mit den drei sehr schmalen Zugängen und den bis zu 20m hohen Mauern auch so. Allerdings wird uns erklärt, dass das "Machu Picchu des Nordens" eher ein religiöses Zentrum mit entsprechender städtischer Ansiedlung in Rundhäusern gewesen sein soll. Die Mauern sind keine Verteidigungsmauern, sondern sind errichtet worden, um insgesamt 3 Plattformen übereinander zu erhalten. Wir schlendern über das Gelände und versuchen uns vorzustellen, wie das Leben hier organisiert gewesen sein kann. Es gibt oben auf dem Berg kein Wasser. War Landwirtschaft an den steilen Hängen einträglich genug? Wenn es ein religiöser Ort war, warum wirkt es eher wie eine Festung? Geht es auch hier um Macht? Insgesamt ist erst ein Bruchteil der Mauern freigelegt, vielleicht gibt diese über 1500 Jahre alte Stätte ihr Geheimnis ja noch Preis.Læs mere

  • Nekropole

    29.–30. aug. 2024, Peru ⋅ ⛅ 10 °C

    Wir schrauben uns in den Bergen über Pässe und an spektakulären Abgründen entlang und erreichen Revash, eine der vielen kleinen Nekropolen der Chachapoyakultur in der Umgebung. Die Wanderung zu den Totenhäusern führt uns durch eine sehr lebendige dörfliche Gemeinschaft, die mich ans Mittelalter erinnert: Männer bauen gemeinsam an einem Haus, Frauen waschen Wäsche mit der Hand oder sitzen mit der Spindel in der Hand vor dem Haus in der Sonne und spinnen, Kinder spielen Fangen oder raufen miteinander. Es wirkt sehr idyllisch.
    Von den kleinen Mausoleen aus hätten die Toten einen phantastischen Blick über das Tal ... vielleicht ist das ein Grund für die Wahl des Bestattungsortes. Möglicherweise geht es aber auch um Macht über den Tod hinaus, denn die Gräber in den Nieschen in der Felswand sind weithin sichtbar. Die dort Bestatteten sind zu sogenannten Mumienbündeln verschnürt dort senkrecht aufgestellt worden. Sehr viel mehr ist über diese Indigenen, die den nördlichen Andenraum bis ins 15. Jahrhundert nach Chr. besiedelten nicht bekannt, denn sie wurden von den Inka besiegt und fielen dann der systematischen Zwangsumsiedlung - einer Maßnahme der Sieger zur Zerstreuung funktionierender Gemeinschaften - zum Opfer.
    Ein kleines Museum zeigt Mumienbündel und Alltagsgegenstände mit Erklärungen ... auf deutsch!
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  • Überraschung in Polloc

    30.–31. aug. 2024, Peru ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach dem Besuch des Museums mit den Mumienbündeln der Chachapoyaskultur und einer kalten und windigen Nacht auf einer Passhöhe haben wir einen reinen Fahrtag auf landschaftlich beeindruckender Strecke vor uns. Mal ist die Fahrbahn asphaltiert, mal nur Schotter, aber fast immer nur einspurig, so dass dem Fahrer viel Aufmerksamkeit abverlangt wird. Wir kommen deutlich langsamer voran als gedacht und erreichen den Stellplatz in der Nähe von Polloc in der Dämmerung. Der Zugang zum kleinen flachen Rasenstück ist durch ein dreirädriges Mototaxi verstellt. Also müssen wir weiter suchen - bei rasch abnehmendem Licht. Wir sehen eine Offroadspur in ein lichtes Eukalyptuswäldchen und meinen uns dort gut verstecken zu können, in der Annahme, dass die Strecke nicht befahren wird. Doch wir täuschen uns: Noch während wir im Dunkeln das Dach aufstellen, fahren 3 Motorräder an uns vorbei. Wir denken, dass sie uns nicht gesehen haben. Doch wir täuschen uns: Gegen 9:00 Uhr kommt eine größere Gruppe Menschen mit Taschenlampen den Weg entlang. Die wollen doch wohl hoffentlich nicht zu uns? Wir täuschen uns: Oh, doch! Sie kommen und klopfen an die Hintertür. Im düsteren Licht kann ich eine Frau erkennen und wir entscheiden uns für die Öffnung der Tür ... nicht für den oft durchgesprochenen Quickstart. Es stellt sich heraus, dass es Dorfbewohner sind, die zu Recht wissen wollen, wer auf ihrem Gebiet nächtigt. Allerdings sagen sie, unser Übernachtungsort sei gefährlich und wir sollten das Auto stehen lassen und bei einem von ihnen im Dorf schlafen. Radebrechend erkläre ich, dass wir gerne mitkommen, aber nicht ohne das Auto. Als Jörg das Dach herunterzieht, fangen sie an zu kichern, lachen, beratschlagen kurz und erklären sich dann damit einverstanden, dass wir im Wäldchen bleiben dürfen. Dann ziehen Sie von dannen und lassen uns in der Dunkelheit zurück. Gefährlich? Hatten sie nicht gesagt, dass der Platz gefährlich sei? Wir bleiben trotzdem und haben eine absolut ruhige Nacht. Am nächsten Morgen kommt eine der Frauen aus dem Dorf vorbei, schenkt uns gekochte Eier, wir sitzen im Gras und unterhalten uns, Fotos werden mit allen Handys gemacht ... . Was für ein schöner Start in den Tag! Doch es kommt noch besser: Die Kirche in Polloc, die wir in keinem Führer finden, ist eine Überraschung: Die Geschichten der Bibel sind an den Wänden innen und im Kreuzgang als Mosaike dargestellt, die oft einen augenzwinkernden Aspekt haben: Jesus wäscht mir die Füße? Bei dem piept's wohl.Læs mere

  • Von Cajamarca nach Trujillo

    1.–4. sep. 2024, Peru ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir erreichen Cajamarca und übernachten mitten in der Stadt auf einem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb. Die Stadt hat viel zu bieten: 2 reich verzierte Kirchen, einen großen Markt und im Umfeld eine "Ventanillas" (Fensterchen) genannte Nekropole. Wir sehen uns nichts davon an, sondern fühlen uns besichtigungserschöpft. Außerdem beherrschen uns das Wahlthema und Telefonate mit unseren "Kindern".
    Und dann immer die gleiche Frage: Wohin als nächstes? Wir entscheiden uns für die Pazifikküste. Der Weg dahin führt uns durch das von Bergbau und Landwirtschaft geprägte Hochland.
    Als wir die Küste erreichen, wissen wir, warum manche Overlander Peru schrecklich finden: Die Panamericana, für viele die Straße der Wahl auf dem direkten Weg nach Ushuaia, führt in Peru an der Küste weitgehend durch vermülltes Wüstengebiet hindurch.
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  • Wahl

    1. september 2024, Peru ⋅ 🌙 14 °C

    Es sind Wahlen in Thüringen und Sachsen! Über den Ausgang sind wir entsetzt!

  • Chan-Chan und Nik An

    5.–7. sep. 2024, Peru ⋅ ⛅ 20 °C

    Chan-Chan? Nik An? Nein, wir haben nicht den Kontinent gewechselt und sind in Asien! Wir besuchen nur die Lehmbauten der vergangenen Kulturen nahe Trujillo.
    Unser Stellplatz liegt in Huanchaco, einem Ort, in dem die Fischer morgens noch mit den traditionellen Schilfbooten zum Fischen rausfahren. Die am Strand aufgereihten Boote sehen vor allem Nachts sehr pittoresk aus ... bei näherer Untersuchung stellen wir jedoch fest, dass der schilfummantelte tragende Teil aus Styropor ist: Sicherheit geht vor Tradition. Der angelandete Fisch, den wir uns gemeinsam mit Heinz teilen (Marlies isst vegetarisch), schmeckt auf jeden Fall exquisit!
    Am nächsten Tag kommt vor dem Vergnügen die Arbeit: Eine Toyotawerkstatt soll bitte schnell einen Ölwechsel machen und die Abschmiernippel mit Fett versorgen. "Möchten Sie warten? Es dauert eine halbe Stunde. Hier ist der Wartebereich." Nach eineinhalb Stunden steht der Wagen immer noch unverändert auf dem Parkplatz. "Wir müssen eine Kartei anlegen. Das dauert nur noch 5 Minuten." Wir bleiben direkt am Auto stehen und zeigen Ungeduld, als nach weiteren 15 Minuten immer noch nichts geschieht. Ungeduld gilt in Peru als Untugend! Wir sind deutlich unbequem, aber endlich bewegt sich etwas: Nach einer weiteren halben Stunde ist das Öl gewechselt, die Nippel nicht mit Fett versorgt, aber darauf warten wir jetzt nicht mehr.

    Den Rest des Tages bringen wir zwischen alten Gemäuern zu:
    Zuerst sehen wir die 2 Pyramiden der gut 2000 Jahre alten Moche-Kultur (Huaca del Sol und de la Luna). Diese Pyramiden sind nicht, wie so ziemlich alle anderen, als Pyramidenbauwerk geplant gewesen. Die erste regierende Familie hat ihren Sitz auf einer 2m hohen Plattform aus Lehmsteinen errichtet und außen bemalt. Jede folgende Herrscherdynastie hat die Plattform der vorherigen komplett überbaut, so dass die alte Bemalung verschwand und das Bauwerk jeweils 2m an Höhe gewann: die reine Freude für Archäologen, die bei der Freilegung auf unzerstörte Bemalungen stoßen.
    Danach schauen wir uns das Zentrum der Millionenstadt Trujillo an. Sehr hübsch sind die Gebäude um die Plaza de Armas, richtige Begeisterung kommt aber nicht auf, denn der Gegensatz zwischen dem kleinen Zentrum und Verkehrschaos, Müll und Armut im Rest der Stadt ist kaum zu ertragen!
    Vor der Weiterreise wandern wir noch durch das Labyrinth der Gänge des Nik An Tempels der Chimú-Hauptstadt Chan-Chan, der größten Lehmziegelstadt der Welt, die im 15. Jhd. von den Inka unterworfen wurde.
    Genug Kultur, jetzt folgt Natur!
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  • Durch den Cañon del Pato

    7.–8. sep. 2024, Peru ⋅ 🌙 24 °C

    Von der Küste aus fahren wir wieder in die Berge, genauer die Cordillera Blanca. Die gewählte Strecke führt nicht über die Brücke. Die Angaben über ihren Zustand waren zu widersprüchlich. Vor Ort stellt sich die Entscheidung als richtig heraus: Es fehlen nicht nur die Bretter zum darüber fahren, wesentliche tragende Stahlteile befinden sich unten im Fluss oder sind zwar noch mit der Brückenkonstruktion verbunden, aber schon weggeknickt. Wir beobachten, wie Einheimische ihr Motorrad Zentimeter für Zentimeter innerhalb einer halben Stunde über die Brückenreste führen.
    Für uns geht es über staubige Straßen durch die Entenschlucht nach Caraz. Dort sehen wir vom Campingplatz aus in der Abendsonne die weißen Berge in der Ferne glühen, die Verheißung für den morgigen Tag.
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  • Laguna Parón

    8.–9. sep. 2024, Peru ⋅ ☁️ 9 °C

    In der Cordillera Blanca versteckt zwischen schneebedeckten Bergen, die z.T. höher als 6500m sind, liegen Lagunen von märchenhaften Schönheit. Das Wasser schimmert türkisblau und die Berge leuchten orange in der untergehenden Sonne.Læs mere

  • Und noch eine ...

    11. september 2024, Peru ⋅ 🌙 4 °C

    Mit Marlies und Heinz, unseren Containerbuddies zur Überwindung des Darien-Gap zwischen Panama und Kolumbien, besteht ein spezielles Band. Obwohl wir inzwischen 3 Länder in Südamerika bereisen und uns nicht absprechen, treffen wir uns immer wieder. So auch am Fuße der Lagune 69. Wir wandern gemeinsam um 7:00 Uhr morgens los. Der Weg ist weit und bis zur Lagune wird es immer steiler. Wir genießen den See - baden verboten - und machen uns danach auf den Heimweg. Doch Jörg und ich nehmen einen anderen Rückweg, den Marlies wegen Höhenangst lieber nicht wählt.
    Die Strecke geht jetzt sehr steil bergan bis wir vom Parkplatz aus schließlich 1000 Höhenmeter erklettert haben. Aus 4850m Höhe ist der Rundumblick traumhaft ... .
    Noch ist der Weg gut sichtbar und mit Steinmanderln gekennzeichnet. Wir sind also guten Mutes. Aber dann auf Stein und Moos, geht das Abenteuer los! (Zitat nach H.G. Lenzen) Links? Kein Weg! Rechts? Auch nichts! Keine Wegmarkierung, das Navi versagt! Da wir wissen, dass der Parkplatz links etwa 800 Höhenmeter tiefer liegen muss, schlagen wir uns linker Hand querfeldein durch langes spitzes Gras, dornige Büsche, immer abwärts über Stock und Stein. Nach 2 Stunden Schinderei erreichen wir einen Weg, der uns noch vor Einbruch der Dunkelheit völlig erschöpft zum Auto zurück bringt. Marlies und Heinz erwarten uns schon und päppeln uns mit Kamillentee wieder auf.
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  • Wieder Richtung Küste

    12.–13. sep. 2024, Peru ⋅ ⛅ 12 °C

    Über mehrere Pässe mit atemberaubenden Ausblicken und in atemraubender Höhe wollen wir an die Küste zurückkehren. Auf dem Weg nehmen wir ein Mütterchen mit. Da sie nur Quetchua spricht, wissen wir nicht genau, wo sie hin will: Zu ihren Eltern ins Krankenhaus nach ...? Eine weitere Anhalterin (das Zeichen ist nicht der herausgestreckte Daumen, sondern das Wedeln mit einer Hand Richtung Fußboden) hilft und wir setzen das Mütterchen im richtigen Ort am Krankenhaus ab. Weiter geht es nach Chavín de Huántar. Dort will die Anhalterin den Bus erreichen und wir eine archäologische Stätte der Chavín-Kultur von etwa 600 v. Chr. besuchen. In der Hektik des Abschieds - Küsschen, Bus fährt gleich, noch schnell ein Foto - begehe ich den Fehler und lasse unseren Hocker, der mir das Einsteigen ins Auto erleichtert, auf der Straße stehen. Als wir nach 200m Fahrt umdrehen, um das gute Stück noch einzusammeln, ist er weg. Das war zu erwarten und es ist nur ein kleines Alutreppchen, das jetzt einen neuen Besitzer hat, doch ich fühle mich irgendwie beklaut. Daran kann auch der grinsende Steinkopf an der Außenmauer des Hauptgebäudes der Ausgrabungsstätte nichts ändern.Læs mere

  • Caral und korrupt

    16.–17. sep. 2024, Peru ⋅ ⛅ 23 °C

    An der Küste angekommen sehen wir die Ruinen der ältesten Siedlung des amerikanischen Kontinents - Caral. Zwischen 5000 und 3800 vor Chr. entstand in einem fruchtbaren Seitental ein komplexes Siedlungssystem mit Pyramiden, die genauso konstruiert sind wie diejenigen in der Nähe von Trujillo, Wohnhäusern und in den Boden eingelassenen kreisrunden Bauwerken, die kleinen Amphitheater ähneln. Ohne Führer darf man das Gelände nicht betreten ... leider spricht unser Aufpasser nur Spanisch, das dafür aber schnell und fließend. Immerhin verstehe ich, warum die Stätte verlassen wurde: Ein Klimawandel führte zur Desertifikation.
    Über einen Schleichweg verlassen wir die unwirtliche Stätte und erleben die Verwüstung hautnah.
    Weiter geht es auf der Panamericana die Küste entlang Richtung Lima. Jörg fährt gemütliche 70 km/h. Ich gucke im IOverlander nach einem Übernachtungsplatz und sehe an verschiedenen Stellen der Strecke Warnungen vor korrupter Polizei. Und schon nähern wir uns einer Kontrolle. Langsam rollen wir darauf zu, links überholt uns der restliche Verkehr. Wir werden herausgewunken: "Strafzahlung wegen zu schnellem Fahren innerhalb einer Ortschaft!" Jörg ist völlig überrascht, denn ihm war keine Ortschaft aufgefallen. Ich erkläre, dass wir nicht zu schnell gefahren sind. Der Beamte ist verärgert. Wir diskutieren fast 20 Minuten, wobei ich immer denselben Satz wiederhole - meine Spanischkenntnisse lassen nicht mehr zu. Uns wird ein Handy mit einer 78 auf dem Display vor die Nase gehalten. Ich weise die Anschuldigung weiterhin zurück. Der Ton wird schärfer: Ich werde der Lüge bezichtigt. Daraufhin verlange ich den Kontakt zur deutschen Botschaft. Jetzt geht es schnell: Der Verwarnzettel wird mir aus der Hand gerissen und wir werden durchgewunken: Weiter fahren! Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, allerdings schleichen wir eher von dannen, denn es soll uns keinesfalls Flucht vorgeworfen werden. An jeder weiteren Kontrolle stelle ich mein Handy für alle sichtbar auf Videoaufnahme. Wir haben keine weiteren Probleme mehr.
    Allerdings hat die Unterbrechung uns so viel Zeit gekostet, dass wir im Dunkeln durch Lima müssen, um den einzigen freien sicheren Übernachtungsplatz beim Club Germania zu erreichen.
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  • Lima

    16.–18. sep. 2024, Peru ⋅ ⛅ 20 °C

    Wir feiern Jörgs Geburtstag in Lima! Zwar fällt seine Geburtstagsparade (die zeremonielle Wachablösung vor dem Präsidenten-Palast) aus, weil heute wegen eines Staatsbesuches keine Menschenansammlungen vor dem Regierungsgebäude erwünscht sind, dafür stolpern wir bei der Besichtigung des historischen Zentrums in das älteste erhaltene Kolonialgebäude der Stadt, die Casa de Aliaga (erbaut 1535). Wir bekommen eine exklusive Führung durch das immer noch von den Nachfahren des Erbauers bewohnte Haus.Læs mere

  • Nazca!

    19.–20. sep. 2024, Peru ⋅ 🌙 17 °C

    Nazca! 2000 Jahre alte in den Boden der Pampa Colorada gescharrte, riesige Bilder, die nur von der Luft aus zu sehen sind, sollen unser nächstes Highlight werden. Auf dem Weg von Lima dorthin liegt die Oase de la Huacachina, die einzige natürliche Oase Südamerikas. Natürlich? Seit die nahe Stadt Ica viel Wasser verbraucht, hat sich der Grundwasserspiel so abgesenkt, dass der See verschwand. Das hätte das Aus für den Tourismus bedeutet. Die Lösung ist einfach: Es wird künstlich Wasser in die Oase gepumpt, um den See zu erhalten. Na dann ... .
    Die Nazcalinien müssen wir uns hart erarbeiten, denn wir müssen fliegen. Über der Wüste und den Bergen erwärmt sich die Luft unterschiedlich. Das führt zu erheblichen Turbulenzen. Zusätzlich steuert der Pilot die kleine Maschine einmal so geneigt, dass die links Sitzenden direkten Blick auf die Figuren am Boden haben, fliegt dann eine enge Schleife und kippt den Flieger anschließend so, dass auch diejenigen auf der rechten Seite freien Blick auf Kröte, Kolibri, Kondor und Konsorten haben. Ich kämpfe erfolgreich mit meinem Mageninhalt und versuche gleichzeitig Bilder zu machen ... nach 30 Minuten Flugzeit hat uns die Erde wieder. Ich möchte die Erfahrung nicht missen, aber noch einmal steige ich nicht in so eine kleine Blechbüchse.
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  • Über das Hochland

    20.–22. sep. 2024, Peru ⋅ ⛅ 7 °C

    Von Nazca wollen wir nach Cusco, den Ausgangsort zum Besuch von Machu Picchu. Wir fahren über das Hochland (ca. 4000 Höhenmeter) an Lagunen vorbei, an deren Ufern wir unsere ersten Flamingos erahnen können. Vicuñas, die wilden Verwandten der Alpakas, sehen wir in kleinen Herden bis zu 15 Tieren jetzt immer öfter und auch Alpakas sind keine Seltenheit mehr.Læs mere

  • Machu Picchu

    23.–26. sep. 2024, Peru ⋅ ☁️ 18 °C

    Kommt der normale Perutourist um Machu Picchu herum? Nein! Ich bezeichne uns zwar als nicht ganz normal, aber ohne diese Inkastätte besucht zu haben, können auch wir nicht nach Deutschland zurückkehren. Allerdings haben wir ein Problem: Im Gegensatz zum Normtouri, der genau weiß, wann er innerhalb seiner 2-3 Wochen Peruurlaub Matschu Pichtschu (so die korrekte Aussprache) besucht und deswegen weit im Vorhinein sein Ticket für Zug, Bus, Guide und Eintritt kaufen kann, freuen wir uns auf unser spontanes "Wirwerdensehen".
    Als erstes buchen wir die Bahnfahrkarte für 61 Dollar pro Person für ca. 20 km Fahrt in den Ort Agua Calientes - manchmal verwirrender Weise auch Machu Picchu Dorf genannt. Dieser nur aus Restaurants, Hotels und Souvenirläden bestehende Flecken ist Ausgangspunkt für die Besichtigung der archäologischen Anlage und nur per Bahn - oder zu Fuß erreichbar. Wir beziehen dort für 2 Nächte unser ebenfalls vorab gebuchtes Hotelzimmer. 2 Nächte? Ja, denn um spontan noch Eintrittstickets zu ergattern, braucht es mindestens einen Tag: Anstehen ab 5:30 Uhr morgens, um eine Nummer zu erhalten. Ist die Nummer kleiner als 50, hat man die Berechtigung erworben, um 15:00 Uhr (Achtung! Pünktlich sein! Sonst verfällt die Berechtigung!) ein Eintrittsticket für den folgenden Tag zu erwerben. Danach können wir den Rückfahrschein der Bahn buchen. Doch - huuch! - es gibt nur noch Fahrscheine für 600 Dollar pro Person! Und jetzt? Noch einen Tag länger bleiben und dann erst zurück fahren (unser Hotelzimmer verdoppelt den Preis für eine weitere Nacht, die Bahnfahrt kostet aber "nur noch" 120 Dollar pro Person)? Wir fühlen uns in der Touristenfalle, recherchieren herum und finden die Lösung: 10km Wanderung an der Bahnschiene entlang bis zum Hidroelectrica genannten Wasserkraftwerk. Dort um 14:00 Uhr ein Collectivo (Sammeltaxi) zum Ausgangspunkt der Bahnreise nehmen und - voila! - zurück am Auto!
    Am Besichtigungstag stehen wir - wie am Vortag schon um 4:30 auf und wandern ab 5:30 zu Fuß die 400 Höhenmeter zum Eingang Machu Picchu. Dort erwartet uns schon unser englischsprachiger Führer - extra gebucht! Nach 3 Stunden informativer, bester Besichtigungstour nehmen wir den Bus (12 Dollar pP) an den Fuß des Berges und wandern dann die Bahntrasse entlang. Alles klappt wie am Schnürchen, auch das Collectivo steht bereit ... wir sind nicht die einzigen, die auf diese Weise aus Agua Calientes heraus kommen.
    Lustige Begebenheit während der Collectivo-Fahrt: Nach 2h macht der Fahrer eine Pause - alle aussteigen bitte - .... und wäscht in aller Seelenruhe den Wagen. Nach weiteren 3 Stunden Fahrt sind wir in der Nähe von Grobi und laufen noch einmal 2 km. In Dunkelheit suchen wir uns den Übernachtungsplatz.
    Hat es sich gelohnt? Ja, klar!
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  • Zu Besuch in Cusco

    26.–27. sep. 2024, Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    In Cusco frönen wir dem Sozialen: Auf dem Campingplatz treffen wir ... Heinz und Marlies! Und viele andere Reisende, die wir zum Teil schon aus Ecuador kennen. Abenteuer und Tipps werden ausgetauscht, Verabredungen für die Durchfahrung des größten Salzsees der Erde in Bolivien getroffen. "Besucht ihr vor Bolivien noch die bunten Berge?" "Soll sehr touristisch sein!" "Und der Colca-Cañon?" "Die Geier fliegen im Oktober sicher!"
    Und wir besuchen Freunde von Freunden: Alexis, Katja und Karla. Mit ihnen verbringen wir einen vergnüglichen Nachmittag bei Kaffee und Schokokuchen und besuchen die eintrittfreie Inkastätte um die Ecke - Karlas Spielplatz. Sie zeigt uns stolz ihr Haus mit Küche und Dusche.
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  • 🏳️‍🌈🗻

    27.–28. sep. 2024, Peru ⋅ ☁️ 2 °C

    Die Warnungen, dass die Regenbogenberge touristisch überlaufen seien, schrecken uns nicht ab! Wir wollen sie sehen, möglichst ohne viele Menschen und entscheiden uns deshalb auf dem letzten mit Auto erreichbaren Parkplatz auf ~4600m Höhe zu übernachten und sehr früh zur Wanderung aufzubrechen. Die Straße ist schlechter als erwartet, so dass wir viel länger für die Strecke ab Cusco brauchen. Also schleichen wir die letzten 20 km in völliger Dunkelheit den Berg hinauf. Doch der Aufwand lohnt sich: Morgens um 6:00 Uhr sind wir die ersten Wanderer und gegen 7:00 sind nur noch 2 Schweizer und ein weiteres deutsches Pärchen mit uns auf dem 5036m hohen Gipfel des Vinicunca (Quetchua, übersetzt: 7 Farben; die hier wehende Regenbogenfahne steht für die indigene Vielfalt). Die Streifen der Berge sind beeindruckend: Es leuchtet das Rot, das durch Eisen im Ton entsteht, im Licht der immer kräftiger werdenden Sonne wunderschön im Kontrast zum Grün des Phyllit. Dieses Phänomen ist erst seit 2014 sichtbar, denn vorher waren die Berge das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt - Klimawandel.
    Bevor der Touristenrummel mit dutzenden kleinen Tourbussen einsetzt, sind wir gegen 9:00 Uhr schon wieder bei Grobi. Der Arme hat es schwer: Sowohl die Kälte als auch die dünne Luft der Höhe machen ihm zu schaffen. Bevor wir zu einer einsamen Genusstour rund um und in den bunten Bergen aufbrechen, müssen wir unseren dicken Blauen lange warmlaufen lassen, so dass er einigermaßen rund läuft. Klimawandel - wir sind schizophren.
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  • Unter Geiern

    30. sep.–2. okt. 2024, Peru ⋅ ☁️ 8 °C

    Der Colca Cañon ist einer der 3 tiefsten Schluchten der Welt und Heimat des Andenkondors. Früh um 7:00 stehen wir am Cruz del Condor bereit - noch erschöpft von der mehr als einen Tag dauernden Anfahrt über übelste Waschbrettpisten. Ich bin skeptisch, ob sich überhaupt ein Vogel sehen lässt, doch eine halbe Stunde später sind sie da: Über 20 dieser riesigen Piepmätze - Flügelspannweite ca. 3m - segeln im Aufwind der sich erwärmenden Luft das Tal hinauf, wenden, kreisen, jagen einander, landen und starten wieder. Wir können uns nicht satt sehen! Großartig! Und dann nach fast 3 Stunden ist die Show beendet - die Thermik über dem Tal scheint sich zwischen 10:00 und 11:00 zu ändern, so dass sie nicht mehr genug Aufwind bietet.
    Wir fahren noch ein paar Kilometer das Tal hinauf und entdecken einen Wegweiser, der auf einen Geysir den Hang hinauf hinweist. Wir folgen ihm und finden uns überraschend in einer Island ähnlichen Talsohle wieder: Es stinkt nach Schwefel, ein Geysir sprüht unablässig zischend Wasser und Dampf, in der Nähe blubbern kleine Schlammtöpfchen neben gelben Schwefelablagerungen. Während am Cruz del Condor noch viele Menschen das Spektakel verfolgen, dürfen wir diese besonderen Sehenswürdigkeit in völliger Einsamkeit bestaunen.
    Und noch ist dieser Tag nicht zu Ende: Wir genießen in Chivey am Eingang des Tals noch das Thermalbad unter einer alten Brücke, gehen Essen (Alpakagulasch) und finden einen schönen Übernachtungsplatz neben kleinen terassenartig angelegten Feldern, die noch wie zu Urzeiten bewässert und mit der Hacke bearbeitet werden.
    Als wir am nächsten Morgen früh starten, verabschiedet sich der nahe Vulkan mit einer spektakulären Rauchwolke von uns.
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  • Titicacasee

    2.–3. okt. 2024, Peru ⋅ ⛅ 17 °C

    Durch die schier unendlich erscheinenden Weiten des Altiplano nähern wir uns dem Titicacasee, dem höchsten komerziell schiffbaren See der Welt auf ~ 3800m Höhe. Der See wird von den Uro bewohnt, die zu Inkazeiten begannen, schwimmende Inseln aus Totoraschilf zu bauen - jede Familie ihre eigene Insel - und darauf zu leben. Falls die Inka einen Überfall starteten, zogen die Uros die Inselverankerung aus dem Seeboden und schipperten auf den Titicacasee hinaus. Sie sind durch diese Strategie nie besiegt worden.
    Jetzt allerdings scheint der Tourismus sie zu besiegen. Die traditionelle Lebensweise - Fischfang und Handel - wurde weitgehend aufgegeben zugunsten von Führungen für Besucher. Boote mit bis zu 20 Personen fallen dann über die kleine Inselgemeinschaft her. Auch wir gehören zu den Neugierigen, haben aber das Glück einer exklusiven Führung, weil wir keiner Reisegruppe angehören. Ich fühle mich nicht richtig wohl, stelle mir vor, wie ich es empfinden würde, wenn täglich Fremde kämen, um mich und meine Einraum-Strohütte (auch von Innen) zu fotografieren und ich dann meine traditionelle Lebensweise erkläre. Ich frage unseren Führer. Er lacht und erläutert: Jeden Monat wechseln die Familien, die Touristen "willkommen heißen". In dieser Zeit verdienen sie Geld mit den Dingen die sie in Handarbeit herstellen, die Einnahmen durch den Eintritt und die Führung kommen der Gemeinschaft zugute - damit wird z.B. die Inselschule finanziert. In der besucherfreien Zeit ziehen sie sich weiter auf den See zurück und haben Ruhe, verdienen aber kein Geld. Wir erwerben ein besticktes Tuch. Als wir wieder zurück an unserem Auto sind, bittet uns Ronaldo (unser Führer) noch einen Moment zu warten. Er läuft in sein Haus (viele Uru haben inzwischen auch ein Haus auf dem Festland) und kommt mit einem kleinen Schilfbötchen zurück: Als Geschenk, denn wir wären so anders gewesen, als die meisten anderen Touristen. Muchas gracias - das ungute Gefühl wird dadurch noch verstärkt.
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  • Bolivien

    4.–5. okt. 2024, Bolivia ⋅ ☀️ 15 °C

    Der Grenzübertritt von Peru nach Bolivien soll am Titicacasee sehr rasch gehen. Jedoch nicht bei uns. Zwar sind wir auf der peruanischen Seite verhältnismäßig schnell abgefertigt, der Bremsbeamte auf bolivianischen Seite - Edwin Torrez - hat jedoch Zeit. Über eine Stunde interessiert er sich für uns und unsere Reise, erzählt von sich und macht keine Anstalten, den Prozess zu beschleunigen. Es endet mit dem Austausch der WhatsApp-Kontakte und der eindringlichen Bitte, sich zu melden, wenn wir irgendwelche Probleme haben sollten.
    Wir übernachten in Copacabana und fahren am nächsten Tag weiter Richtung La Paz. Da Samstag ist, sehen wir viele Prozessionen, brauchen lange für eine Fährfahrt und wühlen uns in der Dunkelheit durch das Verkehrschaos der höchstgelegensten Verwaltungshauptstadt weltweit.
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  • Mit Gert durch La Paz

    7. oktober 2024, Bolivia ⋅ ⛅ 9 °C

    Wir erleben Boliviens Verwaltungshauptstadt zu acht mit Gert, unserem deutschen Führer, der - nach eigenen Angaben - in La Paz hängengeblieben ist. Er ist an Boliviens Geschichte und Politik sehr interessiert und teilt uns sein Wissen und seine Meinung über 11 Stunden bereitwillig mit. Danach schwirrt uns allen der Kopf, aber eines ist vor allem bei Jörg und mir hängengeblieben: La Paz ist eine Stadt der Gegensätze! In hochmodernen Gondeln - die östereichische Firma Doppelmayr hat bisher 10 Linien mit insgesamt 33km Länge gebaut - schweben wir über riesige Villen und heruntergekommene Armenviertel nach El Alto und schauen uns dort den Hexenmarkt und die Hütten der Schamanen an. Die Menschen gehen hier nicht zum Arzt oder Anwalt, sie wenden sich mit ihren Problemen an ihren Geisterheiler.
    Im Schatten der Regierungsgebäude duckt sich die Kathedrale. Hier sehen wir in erster Linie Menschen in Jeans oder Anzügen, ein paar Gondelstationen weiter beherrschen Cholitas in traditioneller Kleidung das Straßenbild. Bettler sind nur wenige zu sehen, die meisten Menschen "wurschteln sich mit vielen kleinen Jobs so durch". Gert gehört auch dazu: Hier eine Führung, dort Hilfe bei Umzügen, dann wieder Schauspieler in einer Low-Budget-Produktion. Wir geben ein fürstlichen Trinkgeld und haben ab jetzt ein Herz für Schuhputzer.
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  • Straßensperren und kein Diesel

    9.–10. okt. 2024, Bolivia ⋅ ☁️ 10 °C

    Nach einigem Hin- und Her an Überlegungen, ob es zeitlich eine gute Idee ist, nach Sucre zu fahren, weil wir uns später mit zwei anderen Fahrzeugen südlich-westlich an der größten Salzpfanne der Welt, dem Salar de Uyuni, treffen wollen, um die folgenden Strecken nicht alleine anzugehen, fällt die Entscheidung dafür, auch weil Heinz und Marlies auf dem Weg nach Sucre sind und wir sie dort wieder treffen können.
    Wir berechnen den Dieselbedarf und beginnen, bei jeder Tankstelle nach Diesel zu fragen. Manchmal geben die Tankwarte 10l an Auswärtige ab. Doch auf unsere Frage: "¿Hay diésel?" ist die stereotype Antwort: "¡Sí, pero no para extranjeros!" Noch haben wir kein Problem damit, aber ganz ohne zu tanken, werden wir den Salar de Uyuni und auch die Lagunenroute von unserem Reiseplan streichen müssen. Diesel ist knapp in Bolivien, die LKW-Schlangen an den Zapfsäulen entsprechend lang. Oft streiken die Fahrer durch Straßenblockaden, um auf ihre Misere aufmerksam zu machen. Kurz vor einer Kleinstadt ist es dann so weit: Wir stehen im Stau! Ich gehe an den Fahrzeugen entlang, entdecke Heinz und Marlies in der Schlange und arbeite mich dann nach vorne durch: Hier blockieren keine LKW-Fahrer, sondern die Studenten der nahen Kleinstadt. Warum? Das wollen sie mir nicht mitteilen. Sie sind eher unfreundlich abweisend. Es sieht nicht spektakulär aus - die Straße ist mit Steinen belegt - ich möchte jedoch nicht herausfinden, wie die Blockierer reagieren, wenn ich beginne, die Steine weg zu räumen.
    Jedoch fahren wir nicht umsonst ein Geländefahrzeug ... vielleicht gibt es ja eine Umfahrung. Und tatsächlich: Ein bisschen über Stock und Stein und wir können drum herum. Mit 3 Fahrzeugen aus Deutschland machen wir uns auf den Umweg. Wir fahren hinten, weil Grobi der zuverlässigste für solche Strecken ist, aber eine Bergeaktion ist nicht notwendig. Voll Zuversicht erreichen wir die Hauptroute wieder ... nur um kurz darauf erneut vor einer Blockade zu stehen. Auch diese wird noch fröhlich umkurvt, doch dann ist Schluss: Kein Durchkommen mehr! Wir beratschlagen und entscheiden uns dafür zu warten: In der Nacht ziehen die Blockierer häufig ab (erst ab Morgengrauen wird weiter blockiert), also fahren wir nachts durch und lassen sie mindestens 30km hinter uns, so dass wir am nächsten Morgen ohne weitere Mühe nach Sucre kommen. "Tut Euch nicht mit Christine und Jörg zusammen. Die fahren gerne nachts!", wird in der Gruppe gewitzelt. Doch der Plan geht auf: Am nächsten Tag erreichen wir Sucre.
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