• Landcruisers Horizon
  • Landcruisers Horizon

Ausfahrt Amerika

~ 150.000km
Halifax (Kanada) bis Ushuaia (Argentinien) und wieder zurück ... war der Plan
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  • Ruta 7 - Süd

    11 novembre 2025, Cile ⋅ ☁️ 10 °C

    Gelände, Gebiet, Gefilde ... Landschaft beherrscht den nächsten Abschnitt der Carretera Austral. Wir sind auf der "Südstraße" (so die Übersetzung ins Deutsche) im südlichen Abschnitt unterwegs. Unser Ziel ist Tortel, ein 500 Seelen Ort, der sich dadurch auszeichnet, dass alle Häuser an den steilen Hängen nur durch Treppen und hölzerne Stege zu erreichen sind. Der Flecken versprüht einen morbiden Charme ... hier möchten wir nicht tot über'm Geländer hängen ... aber vielleicht liegt unser Empfinden auch am Wetterumschwung: Es ist empfindlich kalt und der Himmel kündigt Regen an. Zum Glück gibt es ein exzellentes Restaurant, in dem wir es uns bei einem 3-Gänge-Menü mit Seehecht als Hauptspeise gut gehen lassen.Leggi altro

  • Tranquilo

    12–13 nov 2025, Cile ⋅ 🌧 8 °C

    Conni und Ulli haben eine, Susa und Pit ebenso und auch Andrea und Achim wissen schon, dass sie an Bord dürfen. Wir, die wir spontan entschieden haben, die Fähre durch die schroffe Inselwelt nach Süden zu nehmen, haben beim Versuch eine Reservierung vorzunehmen, eine Absage erhalten: Das Boot sei voll! Trotzdem fahren wir zum Anleger in Puerto Yungay - "Hafen", so die Übersetzung von "Puerto", ist eine bei weitem übertriebene Bezeichnung. Obwohl die Fähre erst um 9:30 Uhr des folgenden Tages anlanden und sogar erst um 17:00 Uhr beladen wird, sind wir schon am Vortag vor Ort, damit wir in einer möglichen Schlange von Fahrzeugen ohne Reservierung der Kopf sind. Das Wetter ist trüb und kalt, das Warten wird zur Geduldsprobe. Immer wieder kommen Wagen an, die jedoch meist -aber nicht immer - mit der fast stündlich verkehrenden Minifähre Richtung Sackgassenende der Carretera Austral verschiffen wollen. Die Parkplätze um den Anleger füllen sich. Warten ...
    Den Abend verbringen wir bei einem Glas Wein mit Ulli und Conni - Chato, ihr Gefährt, ist geräumig und warm, ein schöner Abend!
    Am nächsten Morgen trifft die Fähre ein. Ich wende mich mit meinem Anliegen an eine offiziell aussehende Person ... "Tranquilo" - Ruhe bewahren. Warten ... . Ich besuche die Kirche. Mehr ist nicht zu tun.
    Ein fröhlich, freundlicher Bediensteter gleicht eine Liste mit den Wartenden ab. Könnte er uns auf die Liste setzen? Nein, aber ich sollte doch zum Kapitän gehen und dort fragen. Gesagt, getan! Antwort: "Tranquilo!" Der Tag tröpfelt dahin ... . Tranquilo ... . Men in black vermessen Fahrzeuge, sammeln die Pässe derjenigen mit Reservierung ein, es gibt einige ohne Reservierung! Tranquilo ... . Ich versuche Blickkontakt zu den Wichtigen aufzunehmen. ... Tranquilo! ... Und dann: Das Maßband wird wieder herausgeholt, Grobi vermessen, genickt! Geschafft! Die nächsten 2 Nächte werden wir mit Vollpension auf der Fähre verbringen! Hoffentlich bessert sich das Wetter ...
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  • Wind und Wetter vorbehalten

    13–16 nov 2025, Cile ⋅ 🌧 10 °C

    Und los geht es: Es stürmt und regnet fast unausgesetz. Nur kurz halten wir uns auf Deck auf, um ein paar Fotos zu machen, dann verkriechen wir uns durchnässt und -froren wieder in die Aufenthaltsräume. Die Nacht ist laut - Grobi steht direkt neben dem Dieselantrieb - und unruhig, da der Wind unablässig die Richtung wechselt und deswegen mal mehr, mal weniger an der Zeltwand des Daches rüttelt.
    Ein Wrack zieht vorbei ... wir haben Glück und müssen keine 100 Jahre vor dem Mast dienen, um unsere Seelen zu befreien.
    Wir erreichen Eden ... müssen aber in der Vorhalle bleiben. Ein Wächter versperrt den Zugang. Jörg und ich sind nicht für das Paradies vorgesehen.
    Der Wind wird stärker, Schneeregen matscht vom Grau um uns herum herunter. Plötzlich ist es gespenstisch still, die Motoren laufen nicht mehr ... Jörg und ich denken an unsere Erfahrungen im Pantanal, doch ich erfahre beim Kapitän, dass das Schiff in der Bucht vor Anker geht, um Schutz vor dem Sturm zu suchen. Unsere Ankunftszeit verschiebt sich um einen Tag ... .

    Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht gut, aber bessert sich zunehmend. Manchmal guckt sogar die Sonne hervor. So oft es geht stehen Jörg und ich auf Deck, aber länger als eine halbe Stunde am Stück halten wir es nicht aus, dann müssen wir uns im Schiff aufwärmen.
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  • Sturm

    16–18 nov 2025, Cile ⋅ ☁️ 8 °C

    Nach 3 Nächten auf der Fähre kommen wir mittags etwas übernächtigt und nicht mehr ganz so gut duftend in Puerto Natales an. Es muss dringend die Bettwäsche, Handtücher und auch Kleidung gewaschen werden, ganz abgesehen von uns selbst. Die Wäschereien, es gibt 4 in der Stadt, haben leider wegen der heute anstehenden Wahlen geschlossen, also entscheiden wir uns, einen kleinen Campingplatz aufzusuchen. Er hat nicht nur Duschen, sondern auch einen Aufenthaltsraum mit Küche - das hilft uns sehr bei Kälte, Regen und Sturm. Auch Conni und Ulli checken mit ein, wir freuen uns darüber und gehen zusammen essen. Ich lerne Pisco sour kennen ... es ist ein ausgesprochen lustiger Abend.
    Am nächsten Tag hören wir, dass ein Orkan über Puerto Natales und den Torres del Paine Nationalpark hinweg fegen soll - also verlängern wir für eine Nacht und schlafen im Hühnerkäfigmodus: Das Dach von Grobi bleibt unten, damit das Dachzelt beim Sturm nicht reißt, allerdings haben wir zu zweit dann nur eine Liegefläche von 1m Breite und 50cm Höhe. Wir laufen ziellos durch die Straßen und besuchen - weil es so regnet - ein Möbelgeschäft.
    Doch es war absolut richtig, nicht in den Nationalpark zu fahren: Bei Schneefall, Orkanböen bis fast 200 km/h und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt macht das Wandern nicht nur "keinen Spaß" ... 5 Touristen kostet die Naturgewalt das Leben.
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  • Torres del Paine

    19 novembre 2025, Cile ⋅ ⛅ 9 °C

    Ein Höhepunkt jeder Chilereise ist sicher der Besuch des Nationalparks Torres del Paine. Die Berge sind zwar mit knapp 3000m nicht besonders hoch, da sie jedoch aus der patagonischen Steppe, die nur zwischen 50 und 300m ü.NN liegt, emporwachsen, wirken sie imposant.
    Wir nähern uns dem Massiv von Süden: Immer neue Blicke auf die näher rückenden Berge führen zu wachsender Begeisterung. An der Rangerstation wählen wir einen 3-Tages-Pass und werden registriert. Die Organisation der jährlich 600000 Besucher des Parkes ist sehr gut, die Ranger hilfsbereit und freundlich. Vom Tod der Touristen auf dem 5-tägigen sogenannten O-Treck um das Massiv herum sind sie sichtlich betroffen. Sie fühlen sich verantwortlich.
    Wir hingegen wollen nur Tagestouren unternehmen. Unser Wanderbuch empfiehlt eine kurze aber steile Wanderung auf den Mirador Ferrier, vorher könnte man noch schnell eine Halbinsel besuchen, die einen schönen Blick über den Lago Grey sowie den dazugehörigen Gletscher in der Ferne bietet - nur 6 km lang. Gesagt, getan! Nach dem ersten Spaziergang nehmen wir den zweiten in Angriff: Erst geht der Pfad entspannt einem Kilometer eben dahin, dann folgt ein Anstieg über knapp 600 Höhenmeter. Schon auf dem Weg ist der Blick ins Tal grandios, oben auf der Kuppe des Miradors jedoch zum Niederknien schön!
    Nach insgesamt 8 Stunden laufen, sind wir am Ende des Tages erschöpft, aber glücklich.
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  • Wandern, wandern, wandern

    20–22 nov 2025, Cile ⋅ ⛅ 13 °C

    Aus dem südwestlichen Teil des Nationalparks fahren wir in den nordöstlichen. Dabei nehmen wir jede Wanderung mit, alle Aussichtspunkte - und seien sie noch so unbedeutend - werden besucht. Nur das Laufen auf dem sogenannten O- und W- Treck lassen wir aus ... das "Oweh" der Beine nach den kleinen Wanderungen reicht uns schon.
    An der Laguna Azul bleiben wir 2 Nächte. Von dort aus gibt es eine schöne Wanderung zur Laguna Cebolla (= Zwiebelsee). Wir glauben nicht, dass sie so benannt wurde, weil die Bekleidung nach Zwiebelart (immer mehrere Schichten übereinander, damit man sich fröhlich an- und ausziehen kann) in Patagonien die einzig richtige ist: Vier Jahreszeiten an einem Tag sind hier die Regel ... und immer wieder plötzlich auftretender böiger Wind.
    Im übrigen: Einen Kilometer vor erreichen der Zwiebellagune drehen Jörg und ich um - so laufen wir heute nur 17 km und nicht 19.
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  • Ohne Straße

    22–23 nov 2025, Cile ⋅ ☁️ 14 °C

    Schon seit kurz vor der Fährfahrt reisen wir mit Conni und Ulli zusammen. Nicht, dass wir immer hintereinander fahren oder gemeinsam wandern, nein, wir treffen uns immer Abends am abgesprochenen Übernachtungsplatz zu einem Schwätzchen oder werden zu selbst gebackenem Kuchen (Conni bäckt köstlich!) eingeladen. Ähnlich wie das Reisen mit Marlies und Heinz oder Andrea und Paul entsteht eine Vertrautheit, die wir sehr zu schätzen wissen und uns das Fehlen unserer Familie und Freunde gleichermaßen erleichtert wie verdeutlicht. So fällt es uns schwer, Abschied zu nehmen, und es kommt, um das "Lebewohl" noch herauszuzögern zu einer gemeinsamen Fahrt - Grobi vorneweg und Chato, der Steyr von Conni und Ulli, hinterher. Eigentlich war geplant Richtung Norden bis zur argentinischen Grenze zu fahren, doch an einer auf den Karten nicht vermerkten Y-Kreuzung navigiere ich auf eine Hochbene. "Mal sehen, wo das hier hinführt.", lautet die Devise, mit der auch Conni und Ulli einverstanden sind. Es wird ein Tag mit vielen Furten, weglosen Kilometern, weiten Ebenen, unzähligen Guanakos und noch mehr verschlossenen oder sehr engen Gattern. Als es wirklich nicht mehr weiter geht, ist es Abends und wir beschließen zu übernachten - da es sehr stürmt entscheiden wir uns für den Patagonienmodus: Das Dach bleibt geschlossen!
    Morgen wenden wir und fahren ein letztes Mal gemeinsam ... zur Laguna Verde, dann haben wir alle Lagunenfarben besucht.
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  • Perito Moreno Gletscher

    25–28 nov 2025, Argentina ⋅ 🌧 8 °C

    Etwas nördlich vom chilenischen Nationalpark Torres del Paine liegt der argentinische Nationalpark Glaciares, der einen Blick auf den einzigen Gletscher des patagonischen Eisfeldes gewährt, der seine Eismasse trotz Klimawandel noch stabil hält.
    Also wechseln wir das Land und fahren auf endlos erscheinenden Ebenen in einem weiten Bogen nach Norden. Die Schotterpisten zermürben uns, stundenlang sehen wir außer ein paar Füchsen und Guanakos nichts, nicht einmal andere Verkehrsteilnehmer. Die Leere der Landschaft hat schon wieder etwas Beeindruckendes.
    Am Übernachtungsplatz, den wir windgeschützt wie "Häschen in der Grube" ohne Sicht auf den nahen Lago Argentino verbringen, trage ich erst einmal ein Pferdegebein aus unserem direkten Umfeld. Es gibt ausgesprochen viel totes Getier in allen Verwesungszuständen in Patagonien - meist sind es Guanakos, die den Sprung über die allgegenwärtigen Zäune nicht geschafft haben und jetzt tot über denselben hängen.
    Um einen schöneren Ausblick zu haben, wechseln wir unseren Standort am nächsten Morgen und frühstücken am See - begleitet von einer vorwitzigen Graukopf-Ammertangare und mehreren spatzähnlichen Morgenammern. Vögel können unsere Stimmung sehr schnell heben.

    2 Tage wollen wir uns für den Gletschernationalpark Zeit nehmen. Als wir vom Frühstück aufbrechen scheint noch die Sonne, beim ewigen Eis angekommen regnet es jedoch und ist empfindlich kalt. Der Faszination tut das keinen Abbruch: Wir hören, wie sich die Spannungen innerhalb der Eismasse mit schussähnlichem Knallen entladen. Wir stehen und beobachten die Gletscherzunge, an der etwa alle Viertelstunde mit Getöse Eis abbricht und ins Wasser klatscht. Da der Schall uns langsamer erreicht als das optische Geschehen, schauen wir oft zu spät in dir richtige Richtung. Nur durch Zufall - ich mache viele Filmchen, ohne dass darauf mehr als der Gletscher zu sehen ist - habe ich einmal Glück und kann das Kalben mit dem Smartphone festhalten.
    Am nächsten Tag scheint die Sonne, als wir zum zweiten Mal in den Nationalpark fahren (Übernachtungen vor Ort sind verboten) - wir genießen also diesmal, ohne zu frieren.
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  • Find Penguins

    28 nov–1 dic 2025, Argentina ⋅ ☀️ 16 °C

    Mission completed!

  • Sammelsurium "to do"

    1–2 dic 2025, Argentina ⋅ ⛅ 18 °C

    Es gibt einiges auf einer Langzeitreise wir unserer, mit dem wir uns zu Hause nicht beschäftigen müssen. In Rio Gallegos kommen alle "to dos" ausnahmsweise gleichzeitig zum Tragen.
    Trinkwasser - wir haben ca. 90l im Tank - muss alle 10 bis 14 Tage aufgefüllt werden. Wir verwenden es für Kaffee, Tee, zum Kochen und Spülen, aber auch zum Zähneputzen. Zum Waschen ist es uns zu kostbar. Es gibt zwar öffentlich zugängliche Wasserstellen, aber nicht immer läuft auch Trinkwasser aus dem Hahn. In Río Gallegos fahren wir deshalb ein Agua-Purificado an und kaufen sicher entkeimtes Wasser.
    Propangas ist monatlich leer: Wir haben 2 kleine Gasflaschen mit je 2½l Inhalt. Wenn eine der Flaschen leer ist, suchen wir nach einer Füllmöglichkeit für unser kanadisches System, denn wir haben keinen Adapter. Wir finden einen Gasladen, der eine Flasche zu Flasche Befüllung vornimmt. Dabei entweicht mehr Propan, als wir tanken. Leider hatte der freundliche Gasmann Getriebeöl an seinen Händen. Nach Einbau der Gasflasche stinkt es übelkeiterregend im Innenraum und es dauert eine Weile, bis ich die Ursache finde. ("Nein, Jörg, da ist kein Leck im Getriebebereich! Wirklich nicht!")
    Wäsche waschen ist alle 2 Wochen dran. Dann haben wir ungefähr die Menge an dreckiger Wäsche für 2 Waschmaschinenladungen. In Kanada und den USA konnten wir noch Selfservice-Laundries benutzen, seit Mexiko müssen wir unsere Kleidung abgeben und können sie meistens am nächsten Tag schon wieder abholen. Da wir einen Ersatzbezug für die Matraze und die Kopfkissen haben und beim Fehlen des Bettbezuges Seidenschlafsäcke zum Schutz der Decken verwenden, geht das problemlos. Der Geruch der frischen Wäsche ist mal wie Gummibärchen, mal löst er bei uns die Frage aus, ob überhaupt gewaschen wurde.
    Tanken ist natürlich auch wichtig. Anders als zu Hause gibt es hier jedoch noch einen Tankwart, der sein Geschäft versteht und zu wissen meint, welcher Treibstoff für Grobi geeignet ist: Schon mehrfach hatten wir Diskussionen, weil wir auf "Diesel" bestehen. Auch die Litermenge, die wir wünschen, führt zu Irritationen: Schon so mancher Tankwart hat unter den Wagen geschaut, um ein Leck auszumachen, wenn nach über 100l Füllmenge nicht abgeriegelt wurde.
    Hin- und wieder, wenn wir die Farbe wegen des Staubes nicht mehr erkennen können, gönnen wir unserem blauen Begleiter eine Wäsche. Selfservice ist nicht üblich und eine Waschstraße haben wir seit Mexiko nicht gesehen. Hier wird noch Hand angelegt! ... und manchmal das Wasser auf offener Flamme angewärmt.
    Und dann suchen wir noch nach einem offenen WiFi, denn wir haben keine funktionierende Simkarte für unser Handy ... .
    Einkaufen werden wir heute nicht, da wir morgen die Grenze nach Chile überqueren: Die Einfuhr von Gemüse, Obst, Fleisch und anderen tierischen Produkten (auch Honig!) ist verboten.
    In Río Gallegos gibt es, wie in fast allen Städten Argentiniens ein verwirrendes Netz an Einbahnstraßen und Verboten abzubiegen. Beschaut man sich unsere zurückgelegte Strecke in der Stadt, könnte man meinen, wir wären orientierungslos.
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  • "Trostloser Ort, wo der Teufel haust",

    2–3 dic 2025, Cile ⋅ 🌬 16 °C

    bedeuted "Pali Aike" in der Sprache der Tehuelche - Indigenen. Der Nationalpark ist unser nächstes Ziel, doch vorher müssen wir noch Obst und Gemüse kaufen ... die Grenze zu Chile mit den Einfuhrrestriktionen liegt hinter uns. In Punta Delgada, dem ersten Ort hinter der Grenze, soll es zwei Supermärkte geben, doch "Supermarkt" (Zitat: IOverlander) ist das falsche Wort: Tante-Emma-Laden mit eingeschränktem Angebot wäre der richtige Ausdruck! Der erste Krämer hat auf seinen 9qm zu 90% Hochprozentiges. Es gibt außerdem je eine kleine Kiste Kartoffeln, Zwiebeln und Birnen. Aus letzterer suche ich 2 für das Frühstück heraus, die in Deutschland nicht mehr verkauft würden. Der Rest ist komplett gammlig.
    Der zweite Krämer gleicher Größe verkauft neben Chips und anderen Snacks auch noch eine eingeschränkte Menge Hygieneartikeln. Wir erstehen eine Zahnpastatube ... jetzt sind dort nur noch 2 im Regal.
    Mich gruselt es etwas, wenn ich an unsere Ernährung denke ... es gibt nur noch einen weiteren Ort auf dem chilenischen Festland Richtung Süden - Punto Arenas. Wenn wir dort nicht vernünftig einkaufen können, ... .
    Aber erst einmal "Pali Aike"! Die Rangerin ist überaus freundlich: Wir müssen nur für einen Tag Eintritt bezahlen, dürfen aber 2 Tage hinein und sie erlaubt uns sogar, vor dem Eingang zum Nationalpark zu übernachten. Torres del Paine hat mehr Besucher an einem Tag als dieser NP im ganzen Jahr.
    Dabei sind die erkalteten Lavaströme und die erloschenen Vulkankrater in diesem trockensten Teil der patagonischen Steppe wirklich sehenswert, wenn auch ein trostloser Ort, wo der Teufel haust.
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  • Fin del Camino

    4–7 dic 2025, Cile ⋅ 🌬 10 °C

    Wir nähern uns der Magellanstraße. Auf dem Weg dahin arbeiten wir uns an Zäunen ab, die uns zwar nicht das Leben kosten, aber den Zugang zu windgeschützten Übernachtungsplätzen verwehren: Unser Dachzelt soll uns bitte nicht bei einer der starken Böen reißen und der Patagonienmodus - Dachzelt bleibt geschlossen - garantiert eine Enge, die dem erholsamen Schlaf nicht förderlich ist. Auf unserer Suche sehen wir, wie gut es uns geht: Wir hängen nicht tot im Zaun, wir sind nicht mit dem Schiff havariert und mussten auch keine Estanzia verlassen, weil der Wollpreis einbrach. So sind wir froh, als wir schließlich einen windgeschützten Platz direkt an der Straße entdecken, der uns ein idyllisches Frühstück auf der angrenzenden Schafweide beschert.

    In Punta Arenas können wir dann glücklicherweise unsere Vorräte aufstocken. Der Ort hat diverse Supermärkte, jede Menge Restaurants und auch einige touristische Attraktionen, denen wir uns später noch widmen wollen. Jetzt folgen wir jedoch erst einmal der Küstenlinie auf malerischer Straße bis zum südlichsten Punkt des südamerikanischen Festlands, der mit dem Auto zu erreichen ist. Von dort geht es zu Fuß noch weiter bis zum Leuchtturm San Isidro.
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  • Punta Arenas

    8–12 dic 2025, Cile ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir durchstreifen Punta Arenas an der Magellanstraße und erkunden nahezu jeden Winkel. Im Norden der Stadt gibt es ein Museum detailgetreu nachgebauter, historischer Schiffe in Originalgröße. Die Nao Victoria, mit der Magellan im Jahr 1519 zu seiner dreijährigen Weltumseglung startete und in deren Verlauf er den nach ihm benannten Wasserweg durch die Inselwelt nördlich von Kap Horn entdeckte, wirkt wie eine Nussschale mit ihren nur 28 Metern Länge. Da ist die Beagle, auf der Charles Darwin als Wissenschaftler in den 1830er Jahren mitsegelte, schon deutlich größer und komfortabler. Immerhin gab es an Bord 2 Plumpsklos. (Der letzte Satz sagt wahrscheinlich eher etwas über Jörg und mein Gefühl zu "Komfort" aus.)
    Wie jemand überhaupt länger als einen Tag in einer Art segelbarem Ruderboot in den rauhen und eiskalten südlichen Gewässern überleben kann, ist uns beim Anblick des Rettungsbootes von Shakleton ein Rätsel. Nachdem sein Schiff Esperanca 1915 vom Packeis zerquetscht worden war und sich die Mannschaft unter unsäglichen Bedingungen bis Elefant-Island, einer Felsinsel im Südpolarmeer, durchgeschlagen hatte, segelte Shakleton mit diesem 6,85 Meter kurzen Bötchen und weiteren 5 Männern los, um Hilfe zu holen. Die Rettung gelang!
    Eine beeindruckende Leistung!

    Das schlossähnliche Gebäude der Familie Mendoza- (Besitzer der ehemaligen Schaf-Estanzia, die Ihr aus dem vorherigen Blogeintrag kennt) ist leider noch bis 2026 geschlossen, dafür können wir uns den Prunk dort nach dem Besuch des Friedhofs gut vorstellen: 2 Mausoleen der Familie, eins in barocker Ausführung, das andere in elegantem schlicht-schwarzem Marmor, stehen in Kontrast zu den eher ärmlichen Gräbern der "Deutschen Kranken Kasse" (sic).

    Und dann gibt es da noch das Museum Salesiano ... eine Ansammlung: Ausgestopfte Tiere, katholische Devotionalien, Überreste von Dingen der Indigenen, Fotos, Karten, eine entomologische Sammlung, ein Herbarium, ... . Alles ungeordnet mit nur spärlichen spanischsprachigen, selten englischen Erklärungen. Eins hat dieses Konglomerat an Sachen jedoch geschafft: Ich weiß jetzt, dass es insgesamt 5 indigene Gruppen gab, die je 2 Namen haben, den, den sie sich selber und den, den andere indigene Gruppen oder die Eroberer ihnen gaben. Heutzutage leben nur noch wenige Nachkommen der Ureinwohner ... umgekommen durch eingeschleppte Krankheiten oder umgebracht durch die Gier der Neuankömmlinge, die ihnen ihr Land und damit die Lebensgrundlage nahmen. Und: Es gab ein Kopfgeld auf jeden ermordeten Eingeborenen.

    Als letztes unternehmen wir noch eine kleine, unspektakuläre Wanderung im Reserva Nacional Magallanes.
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  • Feuerland

    20–21 dic 2025, Cile ⋅ 🌬 11 °C

    Ich irre mich in vielerlei Hinsicht! Feuerland ist nicht vulkanischen Ursprungs. Der Name stammt von Magellan, der an der Südseite der Insel die Feuer der Einheimischen sah.
    Die Insel besteht nicht nur aus ebener Steppenlandschaft, sondern hat Berge (die letzten Ausläufer der Andenkordillere) bis fast 2500m Höhe. Vor allem im Westen und Süden ist Feuerland von Südbuchenwald mit winzigen Blättern bewachsen.
    Mein größter Irrtum ist jedoch die Annahme, dass es überall auf der Welt Nadelbäume gibt. Auf Feuerland nicht! Die Baumgrenze liegt bei ungefähr 600m Höhe und wird von besagten Südbuchen gebildet. Höher hinauf wächst nichts! Nicht einmal Gras!
    Es ist Sommer und der südliche Breitengrad von Ushuaia (-54,8°) ist mit dem von Altenholz (+54,4°) im Norden zu vergleichen. Aber es ist kalt (Nachts 4°C, Tags 10°C), windig und regnerisch. Innerhalb weniger Minuten wechselt das Wetter. Auch kurze Schneefälle sind keine Seltenheit. Gelobt sei unser Golfstrom!
    Und was ich auch nicht wusste: Es gibt Königspinguine auf Feuerland.
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  • Karukinka

    22–23 dic 2025, Cile ⋅ 🌬 8 °C

    Der Naturpark Karukinka beherbergt auf 2700 km² die letzten zusammenhängenden Urwälder Feuerlands. Die Rettung dieses einzigartigen Habitats verdeutlicht, dass der Protest von Umweltschützern Wirkung zeigt. Was ist geschehen? In den 1990er Jahren wollte ein Holzmulti aus den USA die Urwälder abholzen und erwarb sie zu diesem Zweck. Heftiger Widerstand und juristische Auseinandersetzungen ließen die Firma schließlich aufgeben. Goldman Sachs - nicht gerade für sein Engagement in Sachen Umwelt bekannt - erwarb das Areal 2003 und (oh Wunder) übergab es an die Wildlife Conservation Society, die daraufhin diesen einzigartigen Park schuf.
    Vorbei an einem denkmalgeschützten Goldschürfbagger aus dem Jahr 1904 und nach einem morgendlichen Bad im kalten Lago Blanko erreichen wir diesen privaten Park. Über einsame Pässe und an malerischen Seen entlang, bieten sich Landschaften wie gemalt. Moore wechseln mit Südbuchenwald, im Hintergrund ragen die Andenkordilleren in den Himmel. In Maria Caleta, einem Ort der nur aus einigen baufälligen Wellblechhütten besteht, haben wir den Eindruck, am Ende der Welt zu sein: Windumtost stehen wir an einer Ausbuchtung der Magellanstraße.
    Der Abstecher an das nächste Straßenende führt bei uns erst zu Gelächter, denn ein altes Schild warnt vor Sprengungen aufgrund von Straßenbauarbeiten. Erst an einer Kaserne, die wir fröhlich winkend passieren wollen, werden wir gestoppt: "Hier wird heute gesprengt. Ihr könnt nicht vorbei!"
    Auf dem Rückweg aus dem Park sehe (und überfahre ich fast) meinen ersten Biber. 40 dieser Tiere aus Kanada sollten eine Pelztierfarm reich machen. Doch sie entkamen und die Population wuchs mangels Feinden auf 200000 Biber an, die seither die Landschaft mit Dämmen und Bauten verändern.
    Die beiden Biberfotos haben eine eigene Geschichte: Rechts der Straße entdeckt Jörg den Biber im Wasser. Ich springe aus dem Wagen und schaffe es gerade eben, ihn zu fotografieren, bevor er flieht und abtaucht. Wo ist er hin? Ich sehe ein Abflussrohr unter Wasser, das auf die ander Straßenseite führt und warte an diesem Ende, denke aber nicht, dass ich ihn wiedersehe. Als der Biber dort auftaucht, erschrecken wir beide ... aber ich habe ein zweites Foto.
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  • Überraschung zu Weihnachten

    24–25 dic 2025, Argentina ⋅ 🌬 6 °C

    Wir nehmen eine winzige Straße, um zur Grenze Richtung Argentinien zu kommen - Feuerland wurde nach Grenzkonflikten mit dem Lineal zwischen Chile und Argentinien aufgeteilt. Um Feuerland zu erreichen, muss man immer über chilenisches Terrain. Wenn wir jetzt also nach Argentinien fahren, werden wir zwangsläufig wieder nach Chile einreisen müssen, um die Insel wieder zu verlassen. Das wäre nicht problematisch, wenn es nicht - neben dem TIP für Grobi - das chilenische Gesetz gäbe, dass kein frisches Obst, Gemüse und tierische Produkte eingeführt werden dürfen. Wir zählen beim Einkaufen die Tage, damit nichts vor der Grenze weggeworfen werden muss. Verrückte Welt!
    Die Nacht am See verheißt ein frisches Bad am Morgen. Zum Glück ist es windstill, da spürt man die 4° Wassertemperatur nicht so sehr. Danach beginnt ein kleines Weihnachtsabenteuer: Wir wählen - eher aus Versehen - die alte Passstraße zum Paso Garibaldi Richtung Ushuaia. Ich darf heute fahren. An einer Wegzusammenführung muss ich warten, weil Pferde auf dem Weg sind, danach kommt uns noch ein hochgeländegängiger PKW mit Werbeaufdruck "4×4 Experience" von oben entgegen, doch wir machen uns keine Gedanken. Der Weg wird immer schlechter. Ich bin froh über meine Rinnenfahrerfahrung aus Rumänien! Es regnet. Der Lehm ist glibschig. Kleine Bachläufe kommen uns entgegen. Ich fordere Jörg auf zu filmen, doch anschließend können wir nur auf einem Film mehr als das Armaturenbrett sehen. Die Aufregung! Obwohl er nicht eingreifen kann, falls ich mich falsch entscheide.
    Als wir oben ankommen, werden wir mit Beifall begrüßt. Von der Aussichtsplattform haben einige Argentinier unsere Fahrt beobachtet.
    Adrenalingeschwängert geht es weiter bis an den Beaglekanal, erst folgen wir der Piste nach Osten und befahren damit die südlichste PKW-Straße der Welt, dann nach Westen bis zu einem Militärstützpunkt. Es ist wenig überraschend, dass hier alle Straßen als Sackgassen enden!
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  • Martialgletscher

    26 dicembre 2025, Argentina ⋅ 🌬 2 °C

    Am 2. Weihnachtstag wandern wir bei bestem Wetter von Ushuaia aus zum Martialgletscher. Es regnet, als wir die Bergstation des Lifts erreichen. Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass es am Gletscher weiter oben schneit. "Es ist Sommer, egal ob du schwitzt oder frierst; Sommer ist, was in deinem Kopf passiert!", singen die Wise Guys in mir.Leggi altro

  • Tierra del fuego Nationalpark

    27–28 dic 2025, Argentina ⋅ ☁️ 6 °C

    Obligatorisch am südlichen Ende der Welt ist ein Besuch im Nationalpark Tierra del fuego westlich von Ushuaia. Wir wandern. Uns begeistern die Kleinigkeiten: Flechten und Moose, verschiedene Orchideen, ein Fuchs, Bruchwald und winzige Inseln in der Bucht des Lapataiasees. Obwohl der Park von Touristen überlaufen ist, sind wir nur wenige 100 Meter vom Parkplatz entfernt allein unterwegs.Leggi altro

  • Immerhin ehrlich

    29 dicembre 2025, Argentina ⋅ ☁️ 15 °C

    Etwas Besonderes wartet auf uns! Wir haben eine Königskrabbenfangfahrt mit Fischern und anschließendem Menü gebucht. Königskrabben sind eine kulinarische Spezialität am Beaglekanal. Es heißt, dass es Menschen gibt, die nur wegen der Krabben nach Ushuaia fahren. Wir werden sie so frisch essen wie kaum jemand sonst ... doch erst einmal machen wir uns selbst frisch für dieses Event. Der See ist kalt, doch es nützt nichts: Im Restaurant wollen den Ansprüchen genügen.
    Kaum haben wir das Lokal direkt am Wasser erreicht, geht es auch schon los. Schwimmwesten an und ab ins Boot, das bemerkenswert klein ist. Nach nur 15 Minuten Fahrt an Muschelbänken vorbei, kommen wir im Fanggebiet an. Eine Boie markiert den Punkt. Das Boot hält. Eine Reuse mit genau einer Krabbe wird von Jörg aus dem Wasser gezogen. Kleines Boot? Eine Reuse? Eine Krabbe? Ich frage nach und bekomme folgende Antwort: Nein, dies ist keine normale Krabbenfangfahrt. Das ist nur für Touristen. Die Krabbe haben sie eben erst in die Reuse gesetzt. Das ist Gesetz. Touristen dürfen nicht mit an Bord bei komerziellem Krabbenfang, auch diese Aktion für uns ist gesetzlich geregelt. Ach so! Immerhin ehrlich!
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  • Sylvester in Las Vegas

    30 dic 2025–1 gen 2026, Argentina ⋅ 🌬 20 °C

    Sylvester wollen wir in El Chaltén sein. In Gedanken bin ich schon dabei ein Foto zu schießen, auf dem der Fitz Roy den Hintergrund für das Anstoßen zweier Gläser bildet. Es liegen zwar 1000km Asphalt, die Magellanstraße und die Grenze Richtung Chile sowie eine weitere zurück nach Argentinien auf der Strecke, aber in 2 Fahrtagen sollte es zu schaffen sein. Doch unterschätze nie den Wind auf Feuerland! Wir kommen zwar erst gut voran, aber vor dem Anleger der Schiffe Richtung Festland ist Schluss. Wir stehen im Stau. Die Fähre kann wegen des Sturms nicht fahren. Wie lange nicht? Vielleicht eine Stunde ... oder zwei. Vamos a ver ... . Am Ende warten wir sieben Stunden, haben es aber gemütlich windstill und dank Standheizung auch warm im Wagen.
    Die Grenze hinter der Fähre ist, als wir sie gegen halb vier nachts erreichen, erwartungsgemäß geschlossen. Inzwischen ist uns klar, dass wir Sylvester irgendwo auf der Strecke verbringen werden. Auf der Suche in Mapy - unserem digitalen Kartensystem - nach einem einigermaßen windgeschützten Plätzchen zum Feiern, stoße ich auf "Las Vegas". Da wollte ich schon immer mal hin!
    Hinter einem Brückchen finden wir Schutz, der Wind verfängt sich in den Weiden. Unsere Feier verläuft ruhig ... weder die Schafe noch Fuchs und Hase, die vorbei laufen, wollen mitfeiern.
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  • Fitz

    2–7 gen, Argentina ⋅ ⛅ 13 °C

    Die Gedanken sind ein Fitz wie meine Haare,
    Ich komme tatsächlich in die Jahre,
    In denen ich nicht mehr so hoch, so weit
    Laufen sollte. Das ist nicht gescheit.

    Eine Gra-fitz-eichnung der Silhouette
    Wäre doch sicher auch eine nette
    Alternative. Dann würde mein Kniegelenk
    Wegen Chaltén - so genannt von Aonikenk -

    Nicht schmerzen!

    Teufelslagune mit beißenden Fliegen
    Und Laguna Azul zu besiegen,
    Von Norden nach Süden am Roy vorbei
    Mit dazwischen liegender Kraxelei,
    Im Abendlicht den Granit zu bestaunen ...,
    Hebt gewaltig die Launen.
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  • Perito Moreno

    7–9 gen, Argentina ⋅ ⛅ 8 °C

    Der Name "Perito Moreno" taucht im argentinischen Teil Patagoniens verwirrend häufig auf: Es gibt einen See bei Bariloche, eine Ortschaft in der Steppe und den bekannten Gletscher mit dieser Bezeichnung. Francisco Moreno, der damit geehrt wird, beschrieb als erster die großen Seen der südlichen Anden und erfasste den Wert dieser Gebiete für die Zukunft. Er war der Initiator für die Errichtung von Nationalparks. "Perito" ist ein Ehrentitel, kein Vorname.
    Die Bilder in diesem Beitrag entstanden im Nationalpark Perito Moreno, einem nur über Schotterpisten zu erreichenden, entlegenen Kleinod mit wenig Touristen. Wir werden von den eifrigen Rangern genauestens instruiert, was wir im Umgang mit der Natur zu beachten haben und welche Wege zu empfehlen sind. Anschließend werden unsere Wasserflaschen, Wanderschuhe und Wanderstöcke desinfiziert. Jetzt dürfen wir in den Park!
    Wir übernachten auf der Estancia Oriental, die uns wie ein lebendiges Museum vorkommt. Ich koche das erste Mal in meinem Leben auf einem Herd, wie ich ihn aus dem Freilichtmuseum in Molfsee kenne: Holzfeuer an, mittleren Ring entfernen, dann geht es schneller ... es dauert aber viel länger als mit unserem Gaskocher in Grobi.
    Die nächsten Tage verbringen wir im Park eher gemächlich, ohne allzu weite Wanderungen. Im Rückblick sind die Tage dort wie ein Luftholen vor dem nächsten kleinen Abenteuer.
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  • Ruta 41

    9–11 gen, Argentina ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Ruta 41, eine Abkürzung zu unserem nächsten Highlight, ist gesperrt. Das wissen wir, also ziehen wir nicht in Erwägung, sie zu fahren. Doch dann stehen wir - um Internet zu haben - vor der Rangerstation, als ein Motorradfahrer aus den USA zu uns kommt. Er bewundert Grobi und fragt, ob wir auch - so wie er gerade - die Ruta 41 gefahren wären. Wir verneinen mit dem Hinweis auf die Sperrung, doch er lacht. Er würde mit so einem Auto immer diese Strecke nehmen, es wäre unproblematisch, wenn der Wagen 4×4-Antrieb, Untersetzung, Differentialsperren und eine gute Bodenfreiheit hätte. Unser Wagen hätte das, wir müssten diesen Offroadtreck fahren. Ich frage ihn nach Wasserdurchfahrten, steilen Anstiegen bzw. Abfahrten und nach Rinnen längs und quer zur Fahrbahn: Alles kein Problem! Ein holländisches Pärchen kommt aus der Rangerstation und berichtet, dass die Straße gesperrt ist und ihnen verboten wurde, die Strecke zu nehmen. Und jetzt? Ich gehe in die Rangerstation, die inzwischen bis auf die beiden Ranger leer ist und frage nach: Wir haben einen Toyota Landcruiser HZJ78. Können wir mit ihm die Ruta 41 befahren? Die Antwort: Natürlich könnt ihr. Die Strecke ist zwar gesperrt, aber viel Spaß!
    Damit ist die Entscheidung gefallen! Einen Tag später starten wir in den Treck für den wir uns 2 Tage Zeit lassen. Es ist eine landschaftlich atemberaubend schöne Strecke durch die Einsamkeit, die für uns auch so manche Tücke hatte.
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  • Paso Roballo

    11 gennaio, Argentina ⋅ ☁️ 15 °C

    Vorab: Wir befinden uns im 21. Jahrhundert!
    Diese Grenzstation von Argentinien Richtung Chile ist klein. Eine Schotterstraße führt den Pass zu ihr hinauf. Wir sitzen in einer holzgetäfelten, 7m² kleinen Amtsstube auf wackeligen Metallstühlen vor dem Schreibtisch des Beamten. Hinter ihm hängt ein Bild des Präsidenten, neben ihm steht ein Holzschrank mit vielen kleinen Schubläden, vor ihm liegen 4 schwarze DIN A4 Bücher mit in weiß gedruckter Aufschrift "Acta", darunter in Handschrift "Entrada de personas", "Salida de Personas", "Entrada de Vehiculos" und "Salida de Vehiculos". Der Beamte nimmt sich die beiden "Salida" -Bücher. In sauberer Handschrift werden von Jörg und mir in für jeden von uns einer Zeile Name, Herkunft, Passnummer, Geschlecht, Geburtsland und -datum notiert. Grobi wird genauso behandelt, seine Daten landen im Buch für "Salida de Vehiculos". Das TIP wird gestempelt, signiert und einbehalten. Wir machen ein Foto vom gestempelten Papier, damit wir bei der nächsten Einreise nach Argentinien beweisen können, dass wir den Wagen vorher ausgeführt haben, denn wir können bei diesem Grenzübergang nicht davon ausgehen, dass die Daten irgendwann einmal in das Onlinesystem eingepflegt werden. Eine Zollinspektion findet nicht statt. Der Schlagbaum wird von Hand für uns geöffnet.
    15 Kilometer später erreichen wir die chilenische Seite des Grenzübergangs. Hier gibt es Computer, trotzdem füllen wir von Hand den Einreisezettel für uns aus.
    Ich trage unter "Direccion en el pais de destino" den nächsten Campingplatz ein, Jörg unsere Heimatadresse, es soll jedoch unsere E-Mail-Adresse an dieser Stelle stehen. Als ich meine Eintragung durchstreiche, erklärt der Beamte mit wichtiger Mine: "Dafür können Sie ins Gefängnis kommen! Hier wird nichts durchgestrichen! Sie erhalten neue Papiere zum Ausfüllen." Danach werden unsere Daten in einen Computer eingegeben. Dann warten wir. Es dauert 1½ Stunden, bis das Internet übermittelt hat, dass wir keine Verbrecher sind.
    Wir dürfen einreisen.
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