• Maya Uramowicz
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Via Francigena-Franziskusweg

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  • 14. Etappe- Pont-Saint-Martin-Ivrea

    15 Julai 2023, Itali ⋅ ⛅ 21 °C

    Heute hab ich als letzte das Hostel verlassen, es waren in diesem Riesengebäude nur 4 Leute, jeder hatte ein eigenes Zimmer, sehr angenehm. Nur, dass der alte Franzose und ich wie Bekloppte bis 19:30 (ohne Mittagessen) warten mussten, bis sich die letzte Pilgerin ankam und wir dann endlich zahlen konnten und unseren Stempel erhalten haben. Wir hatten so Hunger, dass uns die Portion noch nicht ausreichte und wir uns noch als Nachtisch Käse bestellten.
    Also frühstückte ich Schokocroissant und Kaffee und ging gemütlich um 8 Uhr los. Der Weg war wirklich sehr schön, über hübsche Dörfer und durch Weinreben. Bis zum Mittagessen, da traf ich Begonia aus Katalonien, danach war es mit Hitze, Weißwein und Essen ein sehr beschwerlicher Weg. Außerdem wurde ich bereits zwei Mal gewarnt: Im Piemont gibt's viele Moskitos! Die kamen gestern Nacht schon von der Regionsgrenze (500m) bereits nachts heimlich herüber geflogen, ohne Zoll zu bezahlen! Jedenfalls werde ich total gestochen und so rannte ich bergauf, bergrunter die letzten 5 km bis Ivrea, um den Biestern zu entkommen.
    In Ivrea angekommen konnte ich gleich einchecken, duschen und bin mit Begonia und einem jungen Schweiz-Franzosen in die Stadt gegangen, obwohl ich ziemlich kaputt war von den 22km. Abends hab ich versucht, meine Kamera mit dem Smartphone zu verbinden, was nach 1,5h endlich klappte. Dann aß ich einen selbstgemachten Salat, da es hier eine Küche gibt. Vielleicht gefällt mir Ivrea nicht so wie Aosta, weil ich müde bin und wegen der Mücken. Aber man kann es hier auch anscheinend mögen.
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  • 15. Etappe- Ivrea-Cavaglià

    16 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 22 °C

    Morgens habe ich noch den restlichen Salat gegessen und mich mit dem jungen französischen Schweizer mit Kaffee unterhalten. Es ging schon so los, wie ich es nicht mag: Durch Vororte der Stadt, auf Asphalt, dann ging es zum See in den Wald hinein. Komplette Moskitoattacke die ganze Zeit. Ich konnte nicht mal den Vögeln lauschen, ich habe nämlich gedacht, ich höre einen Oropendola. Gibt's hier natürlich nicht. Es ging furchtbare Asphaltstraßen rauf und runter und es war unerträglich heiß plus Moskitos. Meine Füße haben sich bald gemeldet, aua! Und es gab keine offenen Restaurants bzw. einmal habe ich in einem Restaurant um elf ein Bier getrunken, zum Essen war's dann doch noch zu früh. Der einzig schöne Weg ohne Asphalt ging von Piverone nach Viverone oberhalb des großen Sees. Und ein kleines Stück zu einer alten Kapelle aus dem 11. Jh.-mir wurde diese extra aufgemacht, erinnert an ein Museum, da eine Frau aus dem Dorf verstarb und das irgendwie als eine Art Lagerraum fungiert, bis alles verkauft ist oder so.
    Für mich waren diese letztlich 27km furchtbar bzw die schlimmste Etappe bisher. Abends sind wir zu dritt noch essen gegangen. Begonia wusste eine 5€ Unterkunft für Pilger und so sind wir hier mit dem alten Franzosen.
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  • 16. Etappe-Cavaglià-S.Germano Vercellese

    17 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute Nacht konnte ich nicht wirklich gut schlafen, da unser alter Franzose (er ist tatsächlich Jahrgang 1948) heute Nacht dauernd auf der Toilette war und die Tür quietschte. Heute morgen hat er dann auch noch angefangen um 05:30 zu packen, so dass wir früher los sind. Und da wir ihm irgendwie gefolgt sind, haben wir einen falschen Weg durch das Dickicht genommen, um uns dann wieder daraus zu kämpfen. Also war ich nicht so dolle gelaunt heute morgen und nicht gut auf ihn zu sprechen. Der Weg ist sehr einfach erklärt: Durch Maisfelder, Sonnenblumenfelder, durch Santhià, wo Begonia auf den Zug ist, über Sojafelder und Tabakfelder, und dann fingen die Reisfelder an-wirklich ein sehr schönes Grün. Alles flach, ohne Schatten, Schotterwege, sehr anstrengend für die Füße. So wird es wohl die nächsten Tage sein. Skurril: Wenig Moskitos heute, zum Glück! Die Zugstrecke geht hier entlang und ich dachte: Irgendwann fahre ich auch mal in Italien mit dem Zug, die Erfahrung fehlt mir noch. Dann die Enttäuschung: in San Germano Vercellese ist das Hostel geschlossen und sonst gibt es auch keine Übernachtung hier. Im nächsten Ort, 10km weiter (bis hierher waren es schon 18km) soll es auch ein Hotel geben, aber die Nummer existiert nicht mehr. Zu riskant. Wir haben dann entschlossen, mit dem Zug nach Vercelli zu fahren, so habe ich noch am gleichen Tag die Idee, mal mit dem Zug zu fahren, in die Tat umgesetzt. Hier ist es sehr schön, auf Spendenbasis, auch das Abendessen und das Frühstück. Ich darf ausnahmsweise, wenn ich morgen hier her laufe, nochmal hier übernachten. Und meine Sachen hier lassen. Kleine Wunder gibt es immer wieder...Baca lagi

  • 17. Etappe-S.Germano Vercellese-Vercelli

    18 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 23 °C

    Gestern Abend war es sehr schön und nett mit dem anderen Pilgern zu Abend zu essen. Der alte Franzose hat von Vercelli aus seinen Weg fortgesetzt, was mir ganz gut passte. Heute morgen also ging es mir dem Zug zurück nach San Germano Vercellese und wieder, mit leichten Gepäck, durch die Reisfeldlandschaft. Ich genoss die vielen, zum Teil mir unbekannten Vögel. Ich kam gut voran und hatte gute Laune, bis ich mich an einer Kreuzung entschied, den alten Weg der Via Francigena zu laufen, der nicht an der Straße nach Vercelli, sondern an den Reisfeldern entlang gehen sollte. Durch überwucherte Wiesen und kleinen Schleusen, kurz vor Vercelli, war dann Schluss. Ein Bauer hatte wohl keine Lust auf die Pilger und der Weg war gesperrt. Über einen langen Umweg und schließlich über eine lange Schnellstraße musste ich viel mehr Straße laufen, als mir lieb war. Ich akzeptierte meinen Fehlentschluss und trottete den kilometerlangen Umweg bis in die Stadt. Ich kam mir vor, wie ein begnadeter Stier, der nach dem Kampf erschöpft auf seine Weide zurück kommt. Angekommen, aß ich ein Mittagsmenü und lief zum Dom, der aber mittags zu hatte. Um zwei war ich dann wieder im Hostel, duschte kalt und schaute mir den Dom und die Basilika an. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich die Stadt mag oder nicht, die Bauten sind jedenfalls imposant und zeigen, wie wichtig Vercelli einst gewesen sein muss.Baca lagi

  • Vercelli

    18 Julai 2023, Itali ⋅ ⛅ 34 °C

    Vercelli war schon in römischer Zeit eine wichtige Handelsstadt. Im Mittelalter wurde die Stadt unter dem ersten Bischof Eusebius von Vercelli zu einem wichtigen Bischofssitz geworden. Unter den Langobarden wurden sogar nur Goldmünzen geprägt. Die Stadt erlitt viele Zerstörungen und auch Machtkämpfe innerhalb des Klerus und verlor im 14. Jh seine Bedeutung. Im 15. Jh wurde die Stadt unter das Herzogtum Savoyen gestellt. Heute ist die Stadt, wer hätte es gedacht, der wichtigste Umschlagplatz für Reis in Europa.Baca lagi

  • Vercelli-Dom und Basilika

    18 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 34 °C

    Der Dom ist aus dem 16.Jh mit zahlreichen Umbauten und Ergänzungsbauten, das ottonische Kruzifix ist aus dem 10. Jh.

    Die Basilika ist sehr besonders und hat mir außerordentlich gut gefallen. Sie ist aus dem frühen 13. Jh. und ein wichtiges Zeugnis des romanisch-gotischen Übergangsstils Norditaliens, außen romanisch und innen frühgotisch, eine der ersten frühgotischen Bauten in Italien.Baca lagi

  • 18. Etappe-Vercelli-Robbio

    19 Julai 2023, Itali ⋅ ⛅ 23 °C

    Gestern Abend war es wirklich sehr nett wieder mit allen Pilgern zu essen. Ein Ire, mit dem Fahrrad unterwegs, wusste gar nichts von der Via Francigena, er fährt jetzt nach Frankreich und hoch Richtung Irland. Ein junger Franzose wollte nach Mortara, meinem nächsten Ziel, in einem Stück laufen. Ich hab mich heute morgen wieder für die Stiefel entschieden, mit den flachen Wegen und meinen Knickfüßen eine gute Entscheidung, sind diese doch sehr schnell schmerzhaft. Es ging erstmal lange raus aus der Stadt, an der Straße entlang, über einen Fluss und nochmal über einen großen Fluss, dann über einen Damm neben Reisfeldern. Was am Anfang neben moskitoreichen Maisfeldern entlang führte, war im Schatten und Wind fast ohne. Ein Mann, mitten im nirgendwo, lief schnell hinter mir. Er schien sehr groß zu sein und ich dachte, was will der hier, wenn er hier nicht arbeitet, mit einer großen Tasche? Ich lief schneller, aber er schien mich in seinem Tempo irgendwie einzuholen, wie in den Horrorfilmen, das Opfer rennt und der Bösewicht läuft gemütlich, holt aber das Opfer irgendwann ein. Dann, kurz vor dem ersten Dorf, bog er woanders ab, was eigentlich keinen Sinn machte. Ich entspannte mich und ging zu einer Bar, um einen Kaffee und Croissant zu essen und ein kaltes Mineralwasser zu mir zu nehmen. Spätestens jetzt habe ich ihn wohl angehängt. Dann setzte ich den Weg fort und plötzlich sah ich den Franzosen aus dem Hostel, der herumirrte. Er war über eine Stunde vor mir los gelaufen. Er hatte sich bereits in Vercelli verlaufen. Nach circa drei Minuten merkte ich, dass er es war, der die ganze Zeit hinter mir gelaufen war! Wir gingen bis Robbio zusammen, hier endete mein Weg nach 19km, er muss noch 14km mehr laufen, laut meiner App sind es aber 21km.. naja mehr oder weniger... Ich trank ein regionales Bier und wunderte mich darüber, warum das jetzt so in meinen Kopf steigt, was ist da los? Achso, 8,2 Prozent Alkohol, alles klaro! Eine Stunde später bezog ich im Rathaus das Zimmer auf Spendenbasis, ich wusste bereits, ich bin heute die einzige. Heute Abend werde ich noch in eine Pizzeria gehen, der Ort ist glaube ich nicht so spannend. Muss auch nicht, mehr Zeit für Erholung! Heute habe ich ein Kaninchen gesehen und wieder diese Pestvögel (erinnern mich an Pestarztmasken) angetroffen, den heiligen Ibis. Kurz vor dem Kaninchen habe ich die Regionsgrenze in die Lombardei überschritten und musste lachen, als die Reisfelder kurz aussetzten und damit auch die Moskitos. Hier sind jedenfalls merklich weniger vorhanden. Mal schauen ...Baca lagi

  • 19. Etappe- Robbio-Mortara

    20 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 22 °C

    Gestern war ich also allein in der tristen Herberge und habe auf die Frau gewartet, die mit neuem Formular um fünf kommen und die Spende für die Übernachtung eben nehmen wollte. Als sie bis 19:30 nicht kam und ich es aus Hunger und aus Hitze nicht mehr aushalten konnte (außerdem musste ich alle Läden zu machen, da es zu heiß war und so war es auch dunkel), ging ich Pizza essen. Ich wollte eine neue Pizza auswählen-ein Fehler. Lieber hätte ich eine Pizza mit Rucola gewählt. Sie war ok, aber nicht jede Pizza in Italien schmeckt, so wie auch nicht jedes Schnitzel bei uns schmeckt. Danach bin ich noch etwas in der Stadt herum gelaufen. Als ich zurück kam, merkte ich, dass die Frau gar nicht da war, ich hinterließ eine Nachricht, die ich mit meinem Übersetzer übersetzen konnte und die Spende und lief um kurz vor acht los. Der Weg führte viel über Straßen, aber auch wieder über Mais- und Reisfelder, zunächst ohne Mücken, später, da kein Wind wehte, mit vielen Mücken, die immer die immer an die Ohren und Augen fliegen, da diese nicht eingesprüht sind. Dementsprechend habe ich auch keine Pausen machen können, auch nicht zum trinken. Eine sehr schöne Kirche aus dem 12. Jh. war kurz vor Mortara, mit einem unglaublich schönen Klang, wo ich das Laudate Domini sang. Heute waren es nur 14km, gut für eine Erholung meiner Füße, die nach 10km anfangen zu schmerzen. Ich freue mich auf den Austausch meiner Schuhe und Ausrüstung, wenn ich in drei Tagen meinen Bruder treffe. Und bestimmt ist es auch eine Wohltat für Körper und Geist, von der Hitze hier auszuruhen. Wenn ich irgendwo ankomme, trinke ich erstmal ein isotonisches Getränk, ein Bier, das wirklich gut tut.
    Leider habe ich meine Intuition ignoriert und bin zu der Abtei gelaufen, wo auch für Herberge ist, außerhalb der Stadt. Drei Stunden hätte ich mit den Moskitos überbrücken müssen, nein! Also habe ich mein Gepäck vor die Abteikirche gestellt und bin zum Mittagessen wieder in die Stadt. Endlich Salat!
    Der Übernachtungsplatz ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht zur letzten Herberge. Es war unendlich heiß (vor allem auf den Einweglaken aus Polyestervlies) und dunkel und unsympathisch und ich war allein. Hier sind die Decken hoch und es ist angenehm und ein Italiener und Franzose sind auch noch da, und die Besitzerin kocht für uns heute Abend. Die Kirche kann ich jederzeit über den Raum betreten, ein Bau aus dem 15. Jh.
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  • 20. Etappe-Mortara-Garlasco

    21 Julai 2023, Itali ⋅ ☁️ 23 °C

    Gestern kamen noch ein Fuß-Pilger und zwei Fahrrad-Pilger, alles Italiener. Es war eine nette Runde beim Essen mit Pasta, Fleisch und Salat. Rotwein gab es auch. Da ich mich mit dem Italiener gut verstehe, sind wir heute gemeinsam gelaufen. Unterwegs haben wir unsere Füße im Fluss gekühlt und Kaffee getrunken. Danach hat es geregnet. Solange es stärker regnete, blieben die Mücken kurz weg, ansonsten war heute eine reine Plage, sie flogen mir in die Augen und in die Ohren und stachen, wo sie eine Stelle ohne Spray fanden. Hoffentlich wird das nach Pavia besser...
    Einige Kaninchen haben wir gesehen, die haben irgendwie keine Angst.
    Die Wohnung, so muss man es nennen, ist wirklich sehr gemütlich, mit Waschmaschine und Balkon. Zu zweit sind wir dann ein Mittagsmenü essen gegangen, Risotto und geräucherter Scamorza mit Tomatensauce. Später kam Michel, der französische Professor an, und wir sind ein Bier trinken gegangen, mein 500. Bier in meiner Bier-App!
    Ich konnte heute auf dem Weg und in der Unterkunft mit Jacopo italienisch lernen. Mit einem Bambi Buch für Kinder.
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  • 21. Etappe-Garlasco-Pavia

    22 Julai 2023, Itali ⋅ ⛅ 20 °C

    Gestern Abend haben wir Cocktails getrunken und die vielen kleinen Häppchen, die man zum Getränk bekommen gegessen, so dass uns das eigentlich als Abendessen ausgereicht hat. Praktisch! Morgens haben wir am gleichen Ort Pistazien-Croissant (lecker! Ich liebe Pistazien!) und sind zusammen los gelaufen. Die ersten acht Kilometer waren schlimm, die Moskitos waren eine reine Plage nach dem gestrigen Regen. Zumindest war es von der Temperatur her angenehm. Maisfelder, Reisfelder, Soja. Acht Kilometer war dann, warum auch immer, Ruhe mit den Mücken, landschaftlich hat sich nichts verändert. Später gelangten wir an den Fluss Ticino und aßen dort zu Mittag, wirklich gute Fleischsspieße vom Grill und Pasta mit Enten-Ragout. Dann waren noch weitere fünf Kilometer mit lästigen Moskitos zu laufen, und die Herberge befand sich noch vor der alten, schönen Brücke nach Pavia l. Mit Jacopo war ich noch im Fluss baden und abends waren wir wieder in der Stadt zu dritt unterwegs. Schade, ich habe von den beiden heute Abend verschieden müssen, morgen geht's ja für mich in "Pilgerurlaub" für paar Tage.Baca lagi

  • 22. Etappe-Pavia-Belgioioso

    29 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 28 °C

    Meine Auszeit von der Via Francigena ging länger als geplant-zum einen war es einfach schön mit meiner Familie und meinen Nichten, zum anderen wollte ich eigentlich am Comer See eher die Nacht verbringen als in Pavia, da ich nicht dachte, ich könne nochmal bei den Schwestern in der Herberge in Pavia übernachten. Aber mein Handy ging nicht mehr an vor drei Tagen, so dass ich gezwungen war, in Pavia diese Zeit zu investieren, um ein Reset im Shop durchführen zu lassen. Das hat dann auch geklappt, auch wenn ich alles neu installieren musste (das macht mir wirklich keinen Spaß, zumal ich das das dritte Mal in einem halben Jahr tun musste). Immerhin habe ich seit dem letzten Handy-Tod eine Cloud eingerichtet, damit die Fotos gesichert werden. Ich bin nur kurz durch die Stadt gelaufen und wollte mir ein Top kaufen, da ich nur ein kurzes Shirt habe, aber erfolglos. Statt durch die mir bekannte Gasse in der Altstadt zu laufen, nahm ich einen Parallelweg und stieß kurz darauf auf eine von Polizisten bewachte Absperrung, guckte in die Gasse und sah eine mit einem Tuch bedeckte Leiche. Na toll, ich muss immer so komische Wege gehen, wie in Lateinamerika auch in die Ghettos und Slums zu geraten. Später las ich, dass eine Frau aus dem zweiten Stock beim Fenster putzen herunter gefallen war.
    Ich habe nochmal eine Nacht in Pavia bei den Schwestern übernachtet. Ich habe einfach verschwiegen, dass ich schon mal da war... Abends war ich in einer Osteria essen, ein Menü für Pilger, die Kellner waren immer auf Achse und wuselten um mich herum. Ich dachte nach der Pasta mit Tomatensauce und dem Risotto wäre Schluss, aber da kam noch ein großer Teller mit Fleisch, Kartoffeln und Roastbeef. Das habe ich mir einpacken lassen. Ich beobachtete eine große Gruppe nebenan, die nach den Antipasti aus einem Riesenleib Parmesankäse Risotto aufgetischt bekamen. Danach ein Monster-T-Bone-Steak bzw Tomahawk. Ein Pärchen aß auch erst Pasta, danach ein Hauptgericht und einen großen Nachtisch. Haben die Italiener denn zwei Mägen oder wie geht das?!
    Jedenfalls unterhielt ich mich mit einigen Kellnern kurz und ging anschließend zurück. Morgens aß ich ein sehr leckeres Croissant mit Pistaziencreme, was hier in der Region Brioche heißt. Kurz vor acht war ich auf dem Weg. Kurze Zeit später stieß ich auf eine Pilgerfamilie, die aber einen anderen Weg liefen und unterhielt mich mit ihnen. Der Weg war wirklich sehr unspektakulär, sehr viel Asphalt, Moskitos in der ersten Hälfte, Sojafelder, Maisfelder und vereinzelt noch Reisfelder. Ich war etwas nervös, da ich nicht wusste, ob es in dem 17 km entfernten Ort tatsächlich noch eine offene Herberge oder ein Hotel gibt. Ich lief zum Hotel-Restaurant, auf dem stand, es hätte in einer halben Stunde geöffnet und rief nach einer halben Stunde an, als niemand auftauchte. Gegenüber machte eine Pizzeria auf und ich fragte, ob es die Herberge überhaupt noch gäbe -ja. Ein anderer Mann tauchte kurze Zeit später auf und wollte auch dort übernachten. Er lud mich zu einem Bier ein und gab mir 3/4 seiner Pizza. Überhaupt traf ich heute auf sehr nette Menschen. Das erste Mal auf meinem Weg fragte mich ein Mann aus einem Dorf unterwegs, ob ich bei ihm einen Kaffee oder ein kaltes Getränk möchte, ich lehnte aber ab, da ich weiter laufen wollte.
    Jedenfalls rief der Mann hier den Besitzer an, konnte ihn später erst telefonisch erreichen, er käme erst in zwei Stunden zum Hotel für den Check-in. Ich unterhielt mich mit dem Mann und fragte ihn, woher er kommt und was er denn hier in diesem kleinen Ort tun würde. Er antwortete, er käme aus Rumänien, wohne 20km entfernt und zeigte auf seine Nase. Hab ich das richtig verstanden, Drogen? Ich fragte natürlich nicht nach. Später kam noch ein anderer Rumäne dazu und ich ging in die Stadt, wo ich in einer anderen Bar Internet hatte. Dort sah ich auch zwei Rumänen mit einem Koffer und einer Rose in der Hand. Ganz offensichtlich gehören die dazu, dachte ich. Beim Einchecken bezahlte der Mann entweder für 10 Nächte (350€) oder für alle Zimmer, denn es sind 11 Zimmer. Ich dachte, na toll, du bist mitten in einem Drogendeal oder sonst was und die Einzige, die da noch in dem Hotel ist. Immerhin kam ich vor ihm, so dass ich noch einen Platz ergattert habe. Wer weiß, ob er sonst das ganze Hotel gemietet hätte -sehr wahrscheinlich. Mal gucken, was heute Nacht hier passiert. Hoffentlich keine Party oder so a la Pablo Escobar...
    Das Hotel ist sehr spooky, ich hab kein Fenster, das ich aufmachen kann, da sie mit einem Brett zugenagelt sind. Hier ist kein Personal und es wurde Cash bezahlt ohne Registrierung. Ominös alles. Maya und die rumänische Mafia. Tolles Filmmaterial. Aber wie ein Pilger mir auf dem Weg sagte: Es passieren unglaubliche Dinge.
    Jedenfalls haben sie sehr viel Mozzarella und Zigaretten eingekauft und werden wahrscheinlich heute Abend im Zimmer ein Festmahl machen. Und bestimmt sind die nicht nur zu zweit.. Ich berichte morgen.
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  • 23. Etappe-Belgioioso-Orio Litta

    30 Julai 2023, Itali ⋅ ☀️ 20 °C

    Alle Krimifans muss ich jetzt enttäuschen: Kein Drogendeal, keine Pablo Escobar Party und keine Schießerei im Geisterhotel. Nein, auch kein Spuk. Es war fast schon langweilig ruhig gestern Nacht. Aber eins steht fest: Wer zahlt 350€ für ein Hotel, obwohl er 20km weit weg wohnt? Wer braucht soviele Zigaretten und Mozzarella? Da wird jedenfalls noch was laufen oder ist woanders gelaufen.
    Ich konnte trotzdem nicht gut schlafen. Es war mir zu dunkel und zu heiß in dem Zimmer. Obwohl ich den Wecker auf fünf gestellt hatte, schlief ich dann gerade gut und stand um halb sieben erst auf. Ein Drittel des Weges waren wirklich vergleichsweise mal schön, an Baggerseen vorbei. Das erste Mal habe ich Bienenfresser gesehen, die gibt es zwar auch im Kaiserstuhl, gesehen habe ich aber noch nie welche. Und viele schöne, riesige Königskerzen. In Santa Catarina war ich froh, auf die Toilette gehen zu können, denn ich konnte wirklich einen Kack-Euro einsetzen! Wer nicht weiß, was das ist, möge kurz auf meiner Homepage nachlesen. https://mayauramowicz.wixsite.com/mayas-reiseblog
    Da das Leben in Europa zwar als Pilger etwas billiger, aber dennoch regelmäßig über mein Budget hinaus geht, freue ich mich sehr über Spenden, mit oder ohne Aufgabe (ja, das gibt es auch!) oder Verwendungszweck (Kack-Euro, Bier, Aperol...) auf mein PayPal-Konto paypal.me/mayaontour
    Danke!
    So, nach dieser kurzen Werbeeinheit geht's weiter mit der Erzählung.
    Der Weg danach war wieder mit viel Asphalt bestückt und es wurde sehr heiß. Viele gehen deswegen schon um sechs los oder noch früher. Aber eigentlich macht es nicht so viel Unterschied. Ob es heiß ist oder noch heißer. Es ist heiß. Und mittags irgendwo schon anzukommen ist, ne nach Ortschaft, ziemlich unnötig. Duschen, waschen, Bier trinken. Und dann? Schlafen? In der Hitze das Kuhdorf angucken? Nachdenken? Ja, das funktioniert besser im Laufen.
    In einem Dorf stand da ein einzelnes, sehr reich mit Kitsch überladenes Haus (zweites Bild). Heute gab es wieder mehr Reisfelder, aber kaum Moskitos.
    Auf dem Weg habe ich dann einen weiteren, jungen Italiener getroffen, der heute von Pavia gestartet ist (also 45km!) und bin mit ihm ein Stück gelaufen. Nach 30 min ging er weiter, da ich nach 20km für die letzten 8km ein isotonisch-alkoholisches Motivationsgetränk brauchte. Kurz vor der Ortschaft stand auf dem Feldweg ein Traktor ohne Person, der aus dem Bach das Maisfeld bewässerte. Ich überlegte, ob ich die Schuhe ausziehen und darüber klettern sollte, entschied mich aber dagegen. Nachher rutsche ich aus und alles ist nass, auch meine Technik und mein Handy.... haha, drei versenkte Handys in einem halben Jahr, nein danke.
    Also wurden aus den 28km 30km.
    Das Hostel liegt sehr schön in einem alten Ziegelgebäude (letztes Foto).
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  • 24. Etappe- Orio Litta-Piacenza

    31 Julai 2023, Itali ⋅ ☁️ 21 °C

    Gestern habe ich mir, da es nichts anderes Frisches gab, eine Calzone geholt. Vorher saß ich in der einzigen Bar des Dorfes und dachte mir: hier trifft sich das ganze Dorf täglich. Vor allem die älteren Männer haben nichts zu tun, so scheint es, außer sich einen hinter die Rübe zu kippen. Wenn ich hier wohnen würde, dachte ich, wäre ich nach einer Woche Alkoholiker. Niemals könnte ich in so einem Dorf wohnen, es ist ein Fluch und ein Gefängnis. Hier ist auch eine Villa aus dem 16. Jh,, sehr eigenartig. Heute wird es als Veranstaltungsort benutzt. Die Italiener und ich haben noch ein Eis am späten Abend gegessen und sind relativ früh ins Bett. Mit einem Eis schläft es sich halt besser, gell.
    Wir sind dann zu fünft zusammen los, um un halb neun das Boot zu kriegen. Wie jetzt, du läufst doch alles und was soll das mit dem Boot? Es ist ein Boot, das über den Fluss Po fährt. Man könnte auch eine schattenlose Fahrradstraße mit 7km Umweg nehmen. Ohne Boot. Aber war ganz schön, der Kapitän ist ein vernarrter Pilgerfan und hat ein altes Haus. Wir mussten uns in sein Holzbuch registrieren als Erinnerung und jeder hat seinen Stempel bekommen. Ich hab ihn fotografiert, als Erinnerung.
    Der Weg führte an der Straße an Maisfeldern entlang und ich hab folgendes zum wiederholten Male beobachtet: keiner der anderen hatte irgendein Moskito um den Kopf herum fliegen, nur ich, und zwar mehrere, die in die nicht eingesprühten Körperöffnungen wollten, also Nase, Ohren und Augen. Wenn es ein Experiment gäbe mit 20 Menschen in einem Raum und 200 Mücken, 199 würden zu mir kommen und 1 Mücke würde verhungern, da die anderen mich schon leer gesaugt hätten!
    Am Schluss, wir wussten es schon, sind wir acht Kilometer gerade aus an der Straße in die 100.000 Einwohner Stadt Piacenza marschiert. Ich bin nochmal nachmittags 30 min in die Stadt gelaufen und habe mir diverse Kirchen angeguckt, meistens romanische. Schöne Plätze hat die Stadt auch und viele Paläste. Das erste, was mir auffiel, waren die vielen Einwanderer mit ihren vielen Gemüse- und Obstgeschäften. Endlich Mal frisches Zeug zu kaufen!
    Zu Abend habe ich die zwei Spezialitäten gegessen, ein Bohneneintopf mit kleinen Gnocchi und Pferde-Tartar. Dieser hätte irgendwie mehr gewürzt sein müssen, ich hab erfahren, zumindest Zitrone gehört da hinein. Aber nur Salz ist mir doch zu arg "roh" gewesen.
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  • Piacenza

    31 Julai 2023, Itali ⋅ ☁️ 31 °C

    Piacenza war schon zur Zeit der Römer eine wichtige Kolonie. Unter anderem wurde die Stadt durch die Gallier angegriffen und zahlreiche andere Schlachten und Meutereien prägten die Stadt in der römischen Zeit. Tatsächlich haben die Alamannen die Stadt erfolgreich eingenommen und versklavten die Bevölkerung.
    Später eroberte Sforza die Stadt Mitte des 15.Jh. und im 16. Jh von dem Herzögen Farnese beherrscht, wie man an den Reiterstatuen auf dem gotischen Platz sehen kann. Auf diesem Platz ist das gotische Stadthaus/Rathaus von 1280 mit seinem Zinnenkranz.
    Mich haben vor allem dieser Platz und die romanischen Kirchen begeistert.
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  • 25. Etappe-Piacenza-Fiorenzuola d'Arda

    1 Ogos 2023, Itali ⋅ ☁️ 20 °C

    Heute morgen bin ich gleich um sechs Uhr los, um dem morgendlichen Verkehr etwas zu entgehen. Tatsächlich ging es lange durch ein Industriegebiet, um dann in einem Autobahnkreuz/Auffahrten zu enden, wo ich sprachlos davor stand und sagte: Nee, der Weg führt nicht im Ernst da jetzt durch, oder?! Doch! In Deutschland völlig undenkbar und vielleicht sogar strafbar, behaupte ich jetzt mal. Kurz danach gab es eine Bar und Kaffee, Klo und Pistazien-Croissant. Ich hatte den alten Weg auf meiner App abgespeichert, der neue wollte noch die Schnellstraße entlang. Ich entschied mich für den alten Weg, wird schon irgendwie klappen. Seit gestern bin ich, seit ich den Fluss Po überquert hatte, in der nächsten Region Emilia-Romagna angekommen, keine Reisfelder mehr, sondern stattdessen Tomatenfelder (wachsen niedrig, Flaschentomaten) und Maisfelder.
    Mein Weg führte also an einer Landstraße an den Tomaten entlang, da muss man auch aufpassen, weil manche Autos nah an einem vorbei sausen. Kurze Zeit später ging ich gemütlich an einem ausgetrockneten Fluss, um, als es scheinbar nicht mehr weiter ging wieder ein gutes Stück zurück und durch das Flussbett zu laufen. Da hätte ich schon auf die andere Seite gehen sollen! Später war das Flussbett zu steil vom Weg hinunter und zu breit und bewachsen. Ich konnte nur zur Straße vor und über die stark befahrene Brücke rüber laufen. Ich hab also einige Kilometer extra gemacht, ehe ich auf den aktuellen Weg stieß. Aber für mich hat sich dieses Abenteuer gelohnt, und ich habe auch einen Damspießer (junger Damhirsch) gesehen und viele Hasen.
    Plötzlich sah ich die drei Italiener, also zwei Freundinnen und ein 16-jähriger, dessen Eltern mit den Eltern der einen befreundet sind. Wir verabredeten uns in dem einzigen Restaurant unterwegs. Ich war sehr durstig und dehydriert, hatte ich seit den 25km oder mehr, die ich bisher gelaufen war, nur ein Liter zu trinken, ohne einmal die Möglichkeit gehabt zu haben, es aufzufüllen, das hatte ich noch nie. Das Mittagessen tat gut, waren es ja noch 9km in der prallen Sonne zu laufen. Ich merkte, dass dieses viele Asphaltlaufen mir Blasen verschafft hatte, sonst war ich erstaunt, dass die Füße zwar weh taten, aber nicht so sehr wie bisher.
    Abends haben wir fünf von dem Hausherren ein Menü bekommen und waren Eis essen. Den jungen Italiener werde ich wohl ab morgen nicht mehr sehen, weil er längere Etappen läuft. Die anderen sind in der gleichen Herberge. Danach werde ich wiederum längere Etappen laufen.
    Und ich hab heute schon die Berge gesehen, juhu, Flachland ist bald zu Ende!
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  • 26. Etappe-Fiorenzuola-Fidenza

    2 Ogos 2023, Itali

    Heute morgen bin ich nach Kaffee und Pistazien-Croissant los gestiefelt, 98% Straße, ziemlich öde, aber wenn man früh los läuft geht's mit der Temperatur auch und der Wind hat auch geholfen. Unterwegs habe ich eine schöne romanische Abtei besichtigt.
    In Fidenza war der schöne Dom zu und nach einer Getränkepause bin ich zu der 4km außerhalb der Stadt gelegenen B&B Unterkunft gelaufen. Schön, mal wieder ein eigenes Zimmer zu haben. Ich konnte mir hier ein Fahrrad abholen, um dann den Dom und die Stadt anzuschauen und mir meinen Stempel in der Touristeninfo zu holen. Heute Abend gehe ich mit oder ohne die drei Italiener zu Abend essen.
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  • 27. Etappe -Fidenza-Fornovo di Taro

    3 Ogos 2023, Itali ⋅ ☀️ 24 °C

    Gestern Abend war ich teuer essen, es gab nichts anderes in der Umgebung, ich war ja außerhalb von Fidenza untergebracht und nach dem primi piatti hatte ich noch Hunger. Ich musste über ein Rondo drüber und hab mich leider in den inneren Kreis gestellt, als ein Auto mich fast geschnitten hatte. Glück gehabt!
    Heute morgen ging es gleich ins Grüne und ich sah die schönen Hügel, endlich raus aus dieser Flachlandschaft! In dieser Jahreszeit durch die Po-Ebene zu laufen zeugt entweder von absolutem Durchhaltevermögen oder von Dummheit. Ich konnte es mir nicht anders aussuchen und wollte konsequent diesen Weg durchlaufen. Wie habe ich mich gefreut! Nur ein bisschen Landstraße und bergauf über die Wiesen. Ich kam in Medesano an und aß billige Pasta und trank mein Bier. Noch 12km. Die sollten es in sich haben, denn es war sehr, sehr windig. Ein Fluch und ein Segen. Einerseits nicht so heiß, andererseits dauernder Gegenwind. Ich brauchte über drei Stunden, bis ich ankam. Die drei Italiener haben morgen also 32km mit dieser meiner letzten Etappe und dem Aufstieg von 1100hm. Hier gefällt es mir nicht, ich habe gerade ein Spieß und vier Spinat-Knödel aus der Theke gegessen, mit Bier 18€...
    In der romanischen Kirche, die mich interessiert hätte, waren zwei Messen hintereinander und jetzt ist sie zu. Naja.
    Zu der Lavazza Werbung von 2006 mit der asiatischen Frau: Hier sind wie schon gesagt viele Einwanderer. Wie gut das klappen kann mit der Integration zeigen hier zum Beispiel die Asiaten, die sehr oft, das ist mir schon in der Lombardei aufgefallen, Bars besitzen. Und ich habe auch die Einheimischen beobachtet, die diese in den Dörfern, und das ist ziemlich schwierig in so kleinen Dörfern, diese neuen Besitzer vollends akzeptieren und sie in die Dorfgemeinschaft aufgenommen haben. Das finde ich sehr schön und gesund. Auch die Inder, Albaner und Rumänen haben in Piacenza oft die Gemüse- und Obstläden und es gibt sehr viele Kebab-Imbisse, leider habe ich es verpasst dort einen zu probieren, hätte mich sehr interessiert.
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  • 28. Etappe-Fornovo di Taro-Cassio

    4 Ogos 2023, Itali ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute morgen musste ich erstmal eine offene Bar finden, um mein Pistazien-Croissant und Kaffee zu bekommen. Dann ging es schon ordentlich den Berg hoch, zu einer kleinen Aussicht über die Stadt und die umliegenden Hügel. Danach führte der Weg wieder runter und weiter über eine lange Landstraße mit mäßigem Verkehr stetig den Berg hinauf, über verschiedene Dörfer und endlich gibt es über einen steinigen Weg bergauf, später in einem sehr schönen Kiefernwald bis nach Cassio. 1100hm und über 20km. Dann sah ich die zwei italienischen Mädels, der 16-jährige Jugendliche hatte es sich anders überlegt und ist mit seiner Mutter ans Meer. Ich war überrascht, dass sie vor mir da waren, sie sind aber nur 10km gelaufen, da sie mit dem Auto den windigen Weg, den ich gestern von Medesano nach Fornovo gelaufen war, übersprungen haben. Hier sind wir nun zu acht, man merkt langsam die Italiener, die in die Toskana laufen wollen. Hier ist es auf 800hm deutlich kühler und die Häuser sind hier aus Stein. Morgen geht's zur letzten Etappe in der Region Emilia-Romagna auf den Cisa-Pass, wo viele Motorräder entlang fahren. Deswegen habe ich entschieden bis nach Cisa zu laufen und mir unterwegs Berceto anzuschauen. Ich kann dann die sehr verkehrsreiche und wegen der Motorräder gefährliche Straße am Sonntag frühmorgens entlang laufen, so dass ich danach entspannt auf den Pfaden weiter gehen kann.Baca lagi

  • 29. Etappe-Cassio-Cisa

    5 Ogos 2023, Itali ⋅ 🌧 13 °C

    Gestern Abend war ich mit den Mädels und Georgio noch sehr gut Pasta essen. Ich hab dann die restliche Pizza von ihm aufgegessen. Aber er triggert mich, ähnlich wie der Franzose Bernard. Er macht das Fenster zu, obwohl es heiß ist und ich es erst aufgemacht hatte, dann hat er in Fornovo zuerst nicht kapiert, dass der Ventilator nicht funktioniert, weil der Steckdosenschalter nicht eingeschaltet war, und das als pensionierter Hausmeister eines Krankenhauses, dann steht der früh auf und packt und raschelt ewig, und so auch heute Nacht um vier, als er das Fenster laut aufmachte und zu sich in den Raum sagte es regnet. Ich konnte seitdem nicht mehr richtig schlafen, dann war er um halb sechs wach, leuchtete hell mit seiner Stirnlampe durch die Gegend etc. Und heute schläft er unter mir in einem unglaublich wackeligen Etagenbett. Ich bin so froh, dass ich entschieden habe morgen nicht nach Pontremoli zu laufen, wo alle hin gehen. Es gab einen Moment ganz am Ende dieses Weges heute, da gab es eine stille Wiese in der Sonne und ich hab mich da hingesetzt und dachte: Mensch, ich erinnere mich nicht mehr daran, wann ich das letzte Mal allein auf einer Wiese saß. Darum geht's hier eigentlich, man soll dich jeden Tag so einen Weg gehen können, auf welchem man nicht auf Autos achten muss oder auf den Weg. Genau auf dieser Wiese habe ich schnell entschieden, morgen in das von Begonia empfohlenen Paradies zu übernachten und erst übermorgen nach Pontremoli zu laufen, auch nur 10km. So kann ich die Berge genießen, ausruhen, Georgio vor mir lassen oder hinter mir, meine Füße können sich erholen und ich kann in Ruhe Wäsche waschen, in einer Waschmaschine. Und Socken und Innensohlen kaufen. Ich hab auch entschieden, Cinque Terre doch noch einzubauen. Da gibt es einen zweitägigen Wanderweg über der Küste, sehr schön. Und ich komme trotzdem früher als gedacht in Florenz an-da fängt der Franziskusweg an. An dieser Stelle gebe ich ganz offen zu, dass ich seit vielen Jahren dachte, es wäre der gleiche Weg, nur mit verschiedenen Etappen, die nach Rom führen. Aber es sind zwei verschiedene Pilgerwege. Die Via Francigena ist der Frankenweg mit verschiedenen Wegen, die nach Rom führen, der Franziskusweg hat was mit Orten zu tun, die für den heiligen Franziskus von Bedeutung waren. Nichtsdestotrotz ist es mein Weg, den ich seit vielen Jahren begehen will und so mache ich das auch. Die Via Francigena laufe ich ein anderes Mal nach Rom zu Ende.
    Nun, heute habe ich den Regen abgewartet und bin erst um neun Uhr los gelaufen, als letzte. Ich bin nicht von oben, sondern von den Gebüschen im Wald nass geworden, es war aber ein schöner Weg nicht auf der Straße bzw sehr wenig. Man musste nur mit dem Matsch etwas aufpassen. Ich kam um halb vier an, und da traf ich alle Pilger des Hostels in Cassio. Das Hostel machte offiziell erst um fünf auf, Georgio wartete hier also schon seit drei Stunden, die Frau vom Hostel kam aber schon früher, so dass es für mich perfekt war. Hier wird es auch Abendessen und Frühstück geben. Morgen geht's früh los, damit ich vor den Motorrädern von der Straße runter bin.
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  • 30. Etappe-Cisa-Groppodalosio

    6 Ogos 2023, Itali ⋅ ☀️ 14 °C

    Diese Frau vom Hostel gestern hat alles gemacht, den Check-in, Essen gekocht und Getränke ausgegeben. Und das Essen war echt gut, Specklasagne und Fleisch mit Sauce und gebratene Kartoffeln. Nur das Frühstück war so wie gestern, das abgepackte Croissant hab ich gleich schon Georgio gegeben und dann so Zwieback mit Honig. Und der Kaffee dort war ein Graus, total bitter. Um sieben war noch nichts los auf den Straßen, so dass ich entspannt den Pass entlang lief, dann ging es durch den Wald, an wilden Pferden vorbei auf einen aussichtsreichen Hügel, ehe es stetig bergrunter zu meiner netten Herberge ging. Hallo Toskana!
    Die Gastgeber haben hier eine Airbnb Unterkunft und wohnen im gleichen Haus. Sie verdienen so ihr Geld und Pilger dürfen hier auf Spendenbasis übernachten. Ich habe mich sehr nett mit ihnen unterhalten und habe großartige Tipps für meine Verbindung zwischen dem einen und dem anderen Weg bekommen, es gibt hier einen Jakobsweg und einen sehr tollen Weg von Florenz nach La Verna. Am Nachmittag war ich im Fluss bis zum Bauchnabel baden und sonnen, es geht über eine alte mittelalterliche Brücke von 1574.
    Es gab ein typisches Gericht von hier, Testarolo. Geschnittene, dicke "Crepes" aus einem großen flachen Topf mit Deckel, der auf dem Feuer steht. Grundlage für alles, Pizza, Kuchen, Pasta Ersatz. Lecker!
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  • 31. Etappe-Groppodalosio-Pontremoli

    7 Ogos 2023, Itali ⋅ ☀️ 18 °C

    Es ist mir heute wirklich schwer gefallen, sich von diesem ruhigen Ort und dem netten Paar zu verabschieden, zu manchen Menschen hat man sofort eine gute energetische Verbindung. Der Weg ging in ein kleines Dorf und durch den Wald an schönen, steinigen Wegen mit Mauern und alten Steinbrücken über die Bäche.
    Es war nicht lang, nur 10km, aber ich habe mir die Zeit genommen und bin auch erst um neun Uhr los gegangen.
    Mittags bin ich erstmal wieder typische regionale Kost essen und gestärkt ins Museum und in die Burg. Das hat sich sehr gelohnt! Die kleine Stadt mit ihren vielen Brücken ist wirklich sehr sehenswert und hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen. Um drei konnte ich im Konvent einchecken, der alte Herr wollte mir so viel Geschichte erzählen, aber ich verstand ihn kaum, denn er sprach sehr leise und nuschelte und mit dem Wind draußen war es sehr schwer, die Zusammenhänge zu verstehen. Er zeigte mir meine Zelle und ich entschuldigte mich, dass ich leider nur wenig verstanden hätte, er nahm meine Hand und hielt sie in seiner, dann kamen ihm die Tränen und er ging. Ich glaube kaum, weil ich nicht alles verstanden habe, vielleicht habe ich ihn an jemanden erinnert oder er ist einfach sentimental.
    Nach der Dusche ging ich in die Stadt, ich brauchte ein paar Dinge und wollte natürlich weiter der Ort erkundigen. Ich fand zufällig ein Drogeriemarkt mit guten stoßdämpfenden Innensohlen und Socken. Ich habe nur noch ein Paar, und die Innensohlen haben auch schon Löcher-schließlich will ich auch die Schuhe an sich schonen. Später der obligatorische Aperol und dann entdeckte ich eine Brauerei mit Hamburgern. Ok, kann auch mal sein. Ich mag die Atmosphäre von Brauereien, dort ist es nie leise und man kommt am ehesten mit anderen Leuten ins Gespräch. Nicht wie in einem Restaurant, wo Pärchen und Familien sitzen, da ist es still, höflich und da ist jeder für sich. Eine Brauerei ist gefüllt von sich überlagernden Gesprächen, Gelächter und klirrenden Biergläsern. Es ist muffig und gemütlich. So stelle ich mir immer dass Mittelalter vor. Ein bisschen.
    Abends ist es wirklich frisch. Gestern habe ich tatsächlich nachts eine Decke gebraucht.
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  • Pontremoli

    7 Ogos 2023, Itali ⋅ ☀️ 25 °C

    Pontremoli, von dem Römern Apua genannt, hat ihren heutigen Namen von Ponte (Brücke) und tremare (zittern). Der Ort wurde um die Burg herum gebaut. Im Museum sind die Steinmenhire oder anthropomorphe Statuenstelen zu bewundern, die in dieser historischen Region, Lunigiana, zuhauf ausgegraben wurden. Selten hat man sie in situ, also so, wie sie vor 5000 Jahren platziert wurden, gefunden. Sie standen in einer Reihe, sortiert vom kleinsten zum größten, nach Osten ausgerichtet und in der Erde fest eingegraben. Sie kommen bis zur römischen Eroberung vor, es gibt weibliche und männliche Formen und sie sind in ländlichen Gebieten oder auf Bergpässen zu finden. Bis heute weiß man diese überall in Europa vorkommenden, vor allem aber in der Ukraine und im westlichen Mittelmeergebiet vorkommenden Stelen in ihrer Bedeutung oder Funktion nicht einzuordnen.
    Ansonsten ist Pontremoli mit vielen mittelalterlichen Brücken ausgestattet und den Campanone, früher ein Turm einer Festung, wurde im 16. Jh. zu einem Glockenturm umgebaut.
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