America del Sur

February - May 2024
Coddiwomple (Englisch, Verb): “Absichtlich zu einem unbekannten Ziel reisen” Read more
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  • Day 2

    La continuación - Bogotà

    February 17 in Colombia ⋅ ☁️ 19 °C

    Der Zöllner am Flughafen wählt ein neues Lied auf seinem Handy, singt leise mit, mustert nebenbei unsere Pässe und sagt „Bienvenidos a Colombia.“ Die Verkäuferin im Supermercado erledigt in aller Ruhe noch dies und das, bevor sie die Warteschlange bedient. Alle warten geduldig, keiner nörgelt.

    Wir haben die Latino-Leichtigkeit, diese Lockerheit vermisst. Und freuen uns, unsere Lateinamerika-Reise endlich fortzusetzen. Und zwar in einer der höchstgelegenen Metropolen der Welt, in Bogota. 8 Millionen Einwohner… quasi die ganze Schweiz auf einem Haufen.

    Auf 2600 Metern kommt man leicht ausser Atem. Nicht wenige Neuankömmlinge leiden hier an „Soroche“, der Höhenkrankheit. Bisschen Schwindel, bisschen Kopfweh haben auch wir, aber es ist aushaltbar. Und so machen wir uns auf, die City zu entdecken.

    Jeden Sonntag werden einige Hauptverkehrsachsen für Autos und Busse gesperrt. Tausende Fussgängerinnen und Velofahrer tummeln sich dann auf den Strassen. In rund vier Stunden durchqueren wir drei völlig unterschiedliche Viertel, von arm bis sehr mondän. Von baufälligen Hütten bis Wolkenkratzer.

    Die Stadt ist vielseitig, bunt und eindrücklich - vor allem von oben, aus Sicht des Hausbergs „Monserrate“. Doch es fehlt ein bisschen die Gemütlichkeit und der Charme. Aber das haben Hauptstädte in Lateinamerika an sich. Und wir wissen auch, dass sie nicht repräsentativ sind für das restliche Land.

    Und so gewöhnen wir uns bei einem guten Kaffee langsam wieder an den Latino-Pace und freuen uns auf alles, was kommt.

    Die Kamera blieb noch eingepackt. Aber wir haben ein kurzes Video geschnitten, um die Stimmung auf Bogotas Strassen rüberzubringen.
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  • Day 7

    Villa de Leyva

    February 22 in Colombia ⋅ ☁️ 21 °C

    Und plötzlich sind wir mitten in einer lustigen Bier-Runde. Die freundlichen Kolumbianer fragen uns aus und geben uns Tipps für die Weiterreise. Dann kommt noch der Aguardiente hinzu. Ein Anis-Schnaps, mit dem alle anstossen (müssen). Unser Spanisch wird immer besser…

    Es ist erst 12 Uhr und wir sind auf dem Samstagsmarkt in Villa de Leyva. Nebst dem Einkauf von Früchten und Gemüse geht es hier vor allem darum, Freunde zu treffen und Bier zu trinken. Die Kolumbianer - ein geselliges Volk, das keine Möglichkeit auslässt anzustossen.

    Villa de Leyva ist das Wochenendexil der wohlhabenden Städter. Eine wunderschöne Kolonialstadt umgeben von Bergen. Mittendrin der Plaza Mayor - einer der grössten Plätze Südamerikas. Man merkt zwar, dass der Tourismus die Haupteinnahmequelle ist, trotzdem hat das Städtchen Stil und wir fühlen uns sehr wohl hier. Auch unser Hostel gleicht einer gemütlichen WG - mit spannenden internationalen Gästen.

    Nebst der Kamera packen wir auch die Wanderschuhe aus. Nach einigen Höhenmetern erreichen wir unerwartete Felsformationen und schönste Aussichtspunkte.
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  • Day 10

    Barichara

    February 25 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

    Das Busnetz in Kolumbien ist grossartig. Ähnlich wie in Mexiko ist man nicht auf überteuerte Touristen-Shuttles angewiesen, die dich von Hostel-Tür zu Hostel-Tür fahren. Sondern man kann easy die öffentlichen Busse nehmen - zusammen mit den Locals. Mit bisschen Geduld erreicht man jedes Örtchen.

    Bei uns steht die erste längere Fahrt an. Zuerst mit dem Mini-Bus den Berg hinab - 45 Minuten, umgerechnet je 2.70 Fr. Dann mit einem modernen Bus von Grossstadt zu Grossstadt - 5 Stunden, 8.90 Fr. Weiter mit dem Taxi vom grossen Terminal zum kleinen Terminal - 1.40 Fr. Und schlussendlich wieder den Berg hoch - 45 Minuten, 1.60 Fr.

    Neun Stunden später (und 14 Franken ärmer) sind wir in Barichara angekommen. Laut Reiseführern angeblich das schönste Städtchen Kolumbiens. Und sie haben verdammt recht! Barichara ist unglaublich fotogen - selten haben wir sowas Schönes auf unseren Reisen gesehen. Weisse Kolonialhäusschen, durchgehend Kopfsteinplaster, eingerahmt in eine surreale Berglandschaft. Und das beste: Es ist authentisch. Es sind die Kolumbianer, die sich am späten Nachmittag auf dem Hauptplatz treffen, auf dem Trottoir ein Feierabend-Cerveza trinken und quatschen. Touristen sind in der Unterzahl.

    Und als wäre das nicht schon kitschig genug. Auch das Hostel kommt in unser Top-5-Ranking. Ein altes, historisches Haus mit viel Charme, gepflegter Küche zum selber kochen und einem Opossum im Garten (leider zu scheu um fotografiert zu werden.) Für gäbige 25 Franken pro Nacht.

    Uns gefällt’s hier so gut, dass wir noch bisschen in der Region bleiben. Wir nehmen den historischen „Camino Real“ zu Fuss in Angriff. Das ist ein Wegnetz alter Verbindungsstrassen, das während der Kolonialzeit von den Spaniern auf alten indigenen Wegen angelegt wurde. Durch karge Landschaften und spektakuläre Schluchten hindurch.

    Wir gehen es gemütlich an - und planen in sechs Tagen zurück in Barichara zu sein. Den grossen Rucksack lassen wir im Hostel - und wir übernachten spontan in den kleinen Örtchen entlang des Pfads. Auf ins Abenteuer...!
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  • Day 16

    Camino Real (1/2)

    March 2 in Colombia ⋅ ☁️ 26 °C

    Das Leben ist kein Ponyhof. Das wussten bereits die Spanier, als sie Stein für Stein entlang des Camino Real setzten. La vida no es una granja de ponis, caballeros!

    Wissen wir, machen es trotzdem und verfluchen uns zwischendurch dafür. Aber alles der Reihe nach.

    Etappe I: Barichara nach Villanueva

    Nach einem ausgiebigen Zmorgen im Hostel laufen wir los. Auf den Camino Real, hoch zum Mirador del Valle und wieder hinab Richtung Villanueva. Die einzigen, die wir unterwegs antreffen, sind zwei überraschte Kühe und zwei alte Farmer. Die 9 km sind ein lockeres Warm-up-Programm. Um die Mittagszeit kommen wir in Villanueva an, wo Locals schon ein Dutzend leere Bierflaschen auf dem Tisch stehen haben. Wir suchen uns einen Schlafplatz und finden ihn schnell. Das einzige Hotel in der Stadt hat saubere Zimmer mit Bad für 8 Fr. pro Nacht. Das Zimmer mit Balkon kostet 1 Fr. mehr. Gönnen wir uns.

    Etappe II: Villanueva nach Jordán

    Tagwacht um 6 Uhr. Die nette Dame an der Reception rührt uns einen “Tinto” an. Dann machen wir uns auf in Richtung Canyon. Vorbei an unzähligen Bauernhöfen und Kuhweiden, bis die Hochebene endet. Die Sicht in den Canyon ist spektakulär. In weiter Ferne, tief unten im Tal, sehen wir Jordán - unser heutiges Ziel. Es geht mehr als 1000 Höhenmeter hinab. Die erste Hälfte meistern wir ohne zu jammern. Aber dann wird’s mit jedem zurückgelegten Höhenmeter heisser und der Weg anstrengender und rutschiger. Jeder Schritt wird zur Tortur und das Ziel scheint nicht näher zu kommen. Wieso tun wir uns das an? ¡No se! Mit hochrotem Kopf und brennenden Beinen kämpfen wir uns hinab und erreichen endlich das Tal. Wir setzen uns an einen Bach, füllen unsere Dächlikappen mit Bergwasser und kühlen unsere dampfenden Köpfe, herrlich!

    Wir quälen uns noch 30 Minuten weiter durch die Hitze bis zum Dorf. Hier unten ist es gefühlte 40 Grad, es geht kein Wind. Vorbei an ein paar Häusern und improvisierten Kiosken. Die Jordáner ignorieren uns gekonnt, keiner grüsst zurück. Wir denken uns: Wahrscheinlich würde Frau Bünzli in Unteriberg, die gerade die Geranien giesst, auch in die andere Richtung schauen, wenn zwei verschwitzte Kolumbianer durchs Dorf laufen…

    Endlich erreichen wir das einzige Restaurant im Dorf. Tiene una habitacion? Si, solo esto. Der Restaurantbesitzer zeigt uns ein kleines Zimmer mit 6 Betten und schenkt uns ein Glas frische Limonada ein. Ist gekauft!
    Zum späten Zmittag gibt es Pescado frito und ein zähgekochtes Fleisch mit Reis und Pommes. Nach einer kleinen Siesta fühlen wir uns fast wie neu geboren. Znacht gibt es keines, das Restaurant ist schon geschlossen. Aber die Señora ist so freundlich und kocht uns einen halben Liter Wasser und rührt unsere mitgebrachte Notnahrung, eine Nudelsuppe de Pollo, an.

    Etappe III: Jordàn nach Los Santos

    Der Wecker läutet erneut um 6 Uhr. Es ist noch angenehm kühl. Die murrige Mamacita serviert uns einen überzuckerten Kaffee. Um 7 Uhr überqueren wir die Brücke und blicken hoch. Da oben auf 1300 m liegt Los Santos. Eine steile, kopfsteingepflasterte Strasse führt die 850 Höhenmeter auf der anderen Seite des Canyons wieder hinauf. Mit jedem Zwischenstopp wird die Aussicht besser, die Luft wieder kühler. Nach qualvollen letzten Metern sind wir rechtzeitig aufs Zmittag in Los Santos. El menú del dia ist ein Pollo al Barril mit einer Suppe - für 3.50 Fr. Bestellen wir!

    So lässt‘s sich wieder klar denken und die nächsten Etappen planen.
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  • Day 18

    Camino Real (2/2)

    March 4 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Planänderung! Nach einer unbequemen Nacht in einem 4-Bettzimmer auf den härtesten Matratzen Lateinamerikas, entscheiden wir die nächste Etappe auf dem Camino Real zu überspringen. Nochmals durch einen Canyon, nochmals 6 Stunden lochab… der Spass hält sich in Grenzen.

    Unsere Knie springen im Kreis und schreien laut "Hurra!", als wir unseren Plan über Bord werfen und stattdessen in den Bus zur Seilbahnstation von Los Santos steigen.

    Die Seilbahn fährt steil hinab bis zum tiefsten Punkt der Chicamocha-Schlucht und auf der anderen Seite wieder hoch. Die Fahrt durch den Canyon ist - wir finden kein passenderes Wort – spektakulär! Nach der anschliessenden Busfahrt via Barichara, nehmen wir den letzten (und lockersten) Teil unserer Wanderung in Angriff - Richtung Guane.

    Als Belohnung haben wir in Guane zwei Nächte in einem umgebauten "Chiva" (alter Schulbus) gebucht. Doch wir warten über eine Stunde vergebens vor der Unterkunft. Es bleibt dunkel und niemand öffnet uns die Tür.

    Guane ist wie Barichara - einfach in Miniatur. Viele Übernachtungs-Alternativen gibt es nicht: Hotel Don Juan del Dio - der äusserst sympathische Compañero an der Reception schaltet extra für uns die Lichter des ausgestorbenen Hotels ein und zeigt uns das günstigste Zimmer für 55 Stutz - viel zu teuer. Er bietet uns an, am nächsten Tag für 4 Fr. den Pool zu benutzen. ¡Entonces, hasta mañana!

    Zweite und letzte Option: Posada Mi Tierra. Die herzlichste aller Señoras öffnet uns die Tür, bittet uns in ihr Haus und zeigt das Zimmer im 1. Stock - für 15 Franken. Ihre Küche sollen wir ungeniert benutzen, um unsere mitgebrachte Tomate und Avocado zu schneiden, bevor wir müde und zufrieden ins Bett fallen.

    Zum Zmorgen gibt es einen "Tinto" und eine Art süsse Polenta. Señora Hilda hätte uns am liebsten für immer beherbergt, aber das geht nicht. Wir haben einen Termin bei Don Juan.

    El Compañero erkennt uns sofort wieder und freut sich über unsere Rückkehr. Er führt uns zum Pool, den wir ganz für uns alleine haben, drückt uns zwei Badetücher in die Hand, sorgt den ganzen Nachmittag für die passende Musikunterhaltung und serviert uns eiskalte Cervezas und leckere Empanadas.

    Wir lagern unsere müden Beine hoch und stossen an auf den Camino Real. Es sind genau diese Abenteuer und Begegnungen, die wir vermisst haben. Dankbar, dass wir das gemeinsam erleben dürfen, fühlen wir uns angekommen im Backpackerleben.
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  • Day 22

    Santa Marta

    March 8 in Colombia ⋅ ☀️ 31 °C

    Mag nach einem romantischen Ort klingen, ist es jedoch keineswegs. Auf Englisch käme das Wort "shithole" wohl am nächsten, riechen tut’s eher nach Urin. Das leicht bedrückende Gefühl, Handy und Kamera besser im Hostel zu lassen, lässt uns zwei Tage nicht los.

    Fototechnisch daher eine magere Ausbeute. Aber rund um den Parque de los Novios, wo auch unser Hostel ist, gibt’s das eine oder andere nette Kaffee und 2-3 aufgehübschte Strassen.

    Der Kontrast zu unseren vorherigen Stationen könnte grösser nicht sein. Die grosse soziale Ungleichheit im Land ist hier deutlich sichtbar. Jedoch lässt sich die Stadt nur schwer umschiffen, wenn man die Naturwunder in unmittelbarer Nähe besuchen möchte. Eines davon ist der Tayrona-Nationalpark. Vámonos!
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  • Day 26

    Touristen-Horden & Hühnerställe

    March 12 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

    Traum-Strände, die nur über Dschungelpfade oder per Boot erreichbar sind. Der Tayrona-Nationalpark ist ein absolutes must-see in Kolumbien. Unser Fazit: irgendwie durchzogen, ein emotionales Auf und Ab.

    Wir haben gehört, dass man am Haupteingang bis zu zwei Stunden anstehen muss. No gracias! Wir kennen ein kleines Geheimnis, einen Alternativ-Eingang bisschen abseits - mit null Anstehzeit. Warum hier niemand ist? Weil man bei hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze zuerst eine Stunde einen Berg hochwandern und sich dann zwei weitere Stunden durch den Urwald kämpfen muss. Für verkaterte Engländer und zartbesaitete Französinnen vielleicht ein Hindernis - für uns weniger. Unterwegs begegnen wir Affenfamilien, Riesenschmetterlingen und bunten Eidechsen. Allein diese Wanderung ist der Eintrittspreis von 17 Franken wert.

    Ein weiterer, grosser Pluspunkt dieser Wanderung: Man erreicht einen ziemlich verlassenen Strand, den Playa Brava. Ein kleines Stück Paradies an der Karibikküste. Inklusive einfachem Campingplatz. Hier bleiben wir zwei Nächte.

    Erster Wermutstropfen: Leider pfeift uns der Wind um die Ohren - und man darf nur bis zu den Hüften ins Wasser. Zu gefährlich sind die Strömungen vor der Küste. Prompt ignoriert eine andere Touristin die Warnsignale und schwimmt zu weit raus, die Wellen treiben sie immer wieder zurück ins Meer. Rescue Diver Simi hört die Hilferufe, reagiert blitzschnell, rennt zum Rettungsring und wirft diesen ins Meer und kann sie mit Hilfe anderer an Land ziehen. Puuh.. das ist eingefahren. Hier sind laut Medienberichten auch schon Touristen ertrunken.

    Nach einem Beruhigungs-Bier und einem Pescado frito verbringen wir die Nacht in einer gemütlichen Hängematte - direkt am Strand (für 11 Fr. pro Nacht). Mit dem Meeresrauschen in den Ohren dösen wir schon früh ein.

    Am zweiten Tag ist die Idylle futsch. Eine geführte, 20-köpfige Reisegruppe aus Osteuropa hat den Weg an unseren verlassenen Strand gefunden und das Lager und den Essensbereich lautstark in Beschlag genommen. Kurwa! Und so vergraben wir uns halt in unsere Tolinos und Podcasts.

    Am dritten Tag entscheiden wir, uns mal wieder bisschen zu bewegen und die anderen Strände im Nationalpark zu erkunden. Heisst: Wieder drei Stunden durch den Urwald, hoch, runter, hoch, runter. Bis wir am weltberühmten Cabo San Juan ankommen.

    Oke oke… das kristallblaue Wasser und der Urwald direkt dahinter ist schon schön. Aber wir verstehen den Hype nicht. Warum tausende Menschen sich täglich an diesen einen Strand quetschen. Zudem gibt es genau ein überfülltes Restaurant. Inklusive Lebensmittelvergiftungs-Garantie (jedenfalls laut Google Maps).

    Wir fühlen uns nicht wohl hier und sind kurz davor, den Nationalpark frühzeitig zu verlassen. Doch bisschen abseits des Cabo-Rummels finden wir andere schöne Strände und “Don Pedro” - eine gepflegte Camping-Location mitten im Dschungel. Von da an steigt unsere Laune wieder, in guter Gesellschaft gibt’s 2-3 Bierchen und wir verbringen die Nacht in einer Art Hühnerstall. Natürlich in einer Hängematte (hier 7 Fr. pro Nacht).

    Und so lassen wir am vierten Tag unser Abenteuer an einem kleinen Strand ausklingen. Auch wenn wir uns auf Touristenmassen eingestellt haben, war es selbst jetzt in der Nebensaison nicht einfach, den Horden aus dem Weg zu gehen. Das Positive: Der Massentourismus hat die Schönheit des Nationalparks (noch) nicht zerstört. Offensichtlich auch ein Anliegen der Regierung. Jedes Jahr wird der Tayrona Nationalpark nämlich für mehrere Wochen für Besuchende geschlossen, damit sich die Natur vom Besucher-Ansturm erholen kann.
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  • Day 32

    Käferfest

    March 18 in Colombia ⋅ ☀️ 35 °C

    Palomino, einst ein kleines Fischerdörfchen, heute das Mekka hängengebliebener Party-Backpacker und Flöten-spielender Hippies.

    An einer staubigen Strasse reihen sich Restaurants, Schnickschnack-Läden, Bars und Armbändeliverkäufer aneinander. Je weiter man Richtung Strand geht, desto lauter wird die Musik und desto grösser werden die Partys, wo sich fast ausschliesslich Europäer treffen.

    Alles in allem gerade nicht so unseres. Wir machen es uns in unserem hübschen Hostel gemütlich und kurieren den Käfer aus, den wir uns nach dem Tayrona wohl in einer schicken Pizzeria eingefangen haben 🤢.

    Halb so wild, wir sind wieder fit für’s nächste Abenteuer. Wir reisen weiter östlich, nach Riohacha. Und von da aus in den äussersten Zipfel Kolumbiens, nach La Guajira. Eine karge, dünnbesiedelte Wüstenlandschaft, die nur mit dem 4x4 erreichbar ist.
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  • Day 34

    How to: Hängematte

    March 20 in Colombia ⋅ 🌬 29 °C

    Wir sind in der Wüste Kolumbiens. Die Kombination aus Abgeschiedenheit, karibischem Meer und karger Wüstenlandschaft ist einzigartig. Die Anreise war nicht mal so abenteuerlich wie befürchtet. Der ausführliche Bericht inklusive Fotos folgen, sobald wir zurück in der Zivilsation sind.

    Wir sind zurück im Hängematten-Game, das wir mittlerweile ausgezeichnet beherrschen. Und deshalb dachten wir, wir teilen unser unnützes Wissen und zeigen euch, wie man in diesen Dingern schläft.

    Wenn ihr schon immer wissen wolltet “how to…” (die Frage kann noch so banal sein), dann hinterlasse sie in den Kommentaren. Wir freuen uns, noch mehr unnützes Wissen mit euch zu teilen 🐬
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  • Day 35

    Cabo de la Vela

    March 21 in Colombia ⋅ 🌬 29 °C

    Klar versuchten uns die Hostels und Tour-Anbieter in Riohacha einzuschüchtern. Es sei viel zu kompliziert und gefährlich, selbstständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Wüste zu fahren. Aber dank diesem „Internet“ und anderen schreibenden Reisenden haben wir erfahren, dass es machbar ist. Es braucht einfach bisschen Geduld.

    Der Weg ist das Ziel. Also ab an den Colectivo-Stand in Riohacha und warten bis das Sammeltaxi voll ist. Nach einer Stunde geht’s los nach Uribia, die indigene Hauptstadt Kolumbiens. Vorbei an Salzseen, Ziegenherden, Kakteen-Wälder und Frauen, die am Strassenrand Benzin in Cola-Flaschen verkaufen. Geschmuggeltes, billiges Benzin aus Venezuela, welches dort staatlich subventioniert wird.

    Nach 1,5 Stunden kommen wir im staubigen Uribia an. Wieder eine Stunde warten, bis das Offroader-Colectivo gefüllt ist. Die Fahrt wird holpriger. Die Landschaft wilder, trockner, einsamer. Diese Region - la Guajira - gehört zu den ärmsten Kolumbiens. Einheimische erzählen uns, die Regierung vernachlässige dieses Gebiet. Zu weit weg und zu unbedeutend sei dieses ausgetrocknete Stück Land an der Grenze zu Venezuela.

    Hier lebt die grösste indigene Gruppe Kolumbiens - die Wayuu. Sie haben eine eigene Sprache und leben unter einfachsten Bedingungen in Hütten. Sie halten vor allem Ziegen, gehen fischen - und profitieren auf spezielle Weise von den Touristen… dazu mehr im nächsten Bericht.

    Nach weiteren 1,5 Stunden kommen wir endlich in Cabo de la Vela an, unser erstes Etappenziel. Ein verschlafenes, langgezogenes Dorf an der Karibikküste mit ein paar einfachen Hostels und einem Dutzend Kite-Surfern, die hier ideale Bedingungen vorfinden. Die Stimmung in dieser abgeschiedenen Wüstenlandschaft ist eindrücklich. Ruhig, entspannt, friedlich. Wir entdecken zu Fuss die nahegelegenen Buchten und laufen mit den Ziegen dem Sonnenuntergang entgegen.

    Die Touren machen hier nur kurz für eine Nacht Halt. Uns gefällt es in diesem Niemandsland so gut, dass wir spontan drei Nächte in unseren Hängematten verbringen. Auch wenn die Essensauswahl beschränkt ist (Fisch oder Gitzi) und fliessendes Wasser knapp ist.

    Cabo de la Vela ist das letzte Dorf, welches mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Wer weiter in die Wüste vorstossen will, muss sich wohl oder übel einer Tour anschliessen. Diese bittere Pille schlucken wir. Und wir werden belohnt, sehen aber auch bedenkliche Bilder…
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