Staunend reisen mit Edith
Wir sind Reisende. Nachdem wir bis vor ein paar Jahren die Welt bereist und erwandert haben, wollen wir jetzt unseren Reisefokus auf Europa von Ost nach West und von Nord nach Süd legen. Balù, unser Wohnmobil, begleitet uns dabei. Læs mere🇦🇹Innsbruck
  • Spannende Geschichten

    22. april 2025, Rumænien ⋅ ☁️ 21 °C

    Gefahrene Strecke: 146 km
    Nach einer ruhigen Nacht am Picknickplatz fahren wir am späten Vormittag weiter Richtung Anina. Aber wir wollen nicht über die direkte Straße fahren, sondern auf der kleineren Straße, die genau zwischen die beiden Nationalparks Parcul National Semenic-Cheile Carasului im Norden und dem Parcul National Cheile Nerei-Banusnita im Süden.
    Zuerst aber gelangen wir an den Stau- und Badesee Statiunea Trei Api. Der See soll in ganz Rumänien als DER Sommerurlaubsort bekannt und beliebt sein. Jetzt allerdings wirkt er eher trostlos. Er enthält nur wenig Wasser und die Natur beginnt gerade den Winter abzuschütteln. Hier am See treffen wir Siegfried und Roxanne nebst Sohn und Hund und Schwiegervater, der am See ein Hotel betreibt. Die junge Familie stammt von hier, lebt und arbeitet in Bayern. Gerade sind Osterferien und deswegen sind sie da.
    Von ihnen erfahren wir noch mehr über die Geschichte der Banater -Schwaben. Siegfried stammt aus Wolfsberg und hat, obwohl Rumäne, Rumänisch erst durch seine Frau gelernt.
    Hier im Banat sprechen sehr viele Menschen deutsch, viele sogar als erste Sprache. Die Geschichte dazu ist äußerst spannend und komplex und ist natürlich auf die Monarchie unter Maria Theresia zurückzuführen.
    Durch das Ende der Monarchie, die Turbulenzen zweier Weltkriege, die Ceaucesu-Diktatur, den Fall des Eisernen Vorhangs, entstanden immer wieder neue Lebensbedingungen.
    Deutsche wurden im Laufe der Geschichte hier angesiedelt, weggesiedelt, zurückgesiedelt, vertrieben, zurückgeholt. Sie sind ausgewandert, zurückgekommen, weggezogen. Genaueres dazu wissen Geschichtsbücher und weiß Wikipedia.
    Derzeit sind die deutschen Banatdörfer nahezu ausgestorben. Die Leute leben und arbeiten in Deutschland oder Österreich, haben dort Familie und verdienen das Geld, mit dem sie dann in Rumänien Immobilien erwerben. Zu Weihnachten, zu Ostern und im Sommer kommen sie dann hierher und erfreuen sich an ihrem Besitz.

    Wir sind dann doch sehr viele Kilometer weitergefahren bis kurz vor Anina, wo wir auf einer Anhöhe über dem Ort übernachten wollen. Ruhig, einsam und bewacht von einem süßen, weißen, streunenden Hund.
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  • Von Deta nach Wolfsberg / Garana

    21. april 2025, Rumænien ⋅ ⛅ 20 °C

    Gefahrene Strecke: 111 km
    Gut versorgt und mit allem Notwendigen ausgestattet fuhren wir am späten Vormittag weiter über Resita / Reschitz nach Garana /Wolfsberg. Die Gegend wird langsam interessant. Zunächst noch eintönige Ebene mit blühenden Rapsfeldern soweit das Auge reicht, wird es nach und nach gebirgiger, wir kommen in die ersten Ausläufer der Karpaten und fahren bis Reschitz auf einer sehr guten Straße, die uns durch die Industriestadt Bocsa führt, wo wir kurz Halt machen und uns in einem kleinen sympathischen Kebabladen ein Kebab besorgen. Es gibt im ganzen Ort nichts anderes einigermaßen Essbares. Auch sonst ist die Stadt nicht besonders vertrauenserweckend und wir schauen, dass wir weiterkommen. Bevor wir wieder ins Auto steigen wollten, lief uns ein wirklich schöner Mann nach, der uns im breitesten Wiener Dialekt erzählte, dass er gerade auf Osterurlaub in seiner Heimatstadt hier ist, aber sonst schon seit vielen Jahren in Wien lebt und arbeitet. Nette kurze Begegnung.
    Dann fuhren wir weiter bis Reschitz, dem Zentrum der Region und eine ehemalige Hochburg der Stahlverarbeitung. Wir fahren nicht in den Ort hinein, sondern werfen von einer Anhöhe ein paar ausführliche Blicke auf die vielen brachliegenden Industrieanlagen und das vor allem aus Plattenbauten bestehende Zentrum.
    Die Weiterfahrt führt, landschaftlich sehr schön, immer am Nordrand des Semenic - Nationalparks entlang. Dieser Nationalpark ist der einzige reine Buchenwald in ganz Europa.
    Über den 1002 hohen Prislop-Pass erreichen wir schließlich das Dorf Wolfsberg / Garana , wo wir auf einem Picknick-Platz für diesen Tag Schluss machen mit Autofahren.
    Wir machen dann noch eine kurze, aber anstrengende Wanderung im Nationalpark, an deren Ende wir bei Rudi landen, dem Besitzers eines Gasthauses, in dem im August immer Jazz-Festivals veranstaltet werden, jetzt aber nicht viel los ist. Bei Wein, Lammbraten und Cevapcici erzählt er uns von seinem Leben in Deutschland, wo er seit 45 Jahren lebt, seiner Sehnsucht nach Rumänien, seinen Töchtern, die in Temeswar studierten, aber wieder nach Deutschland zurückwollen und von seiner Frau, die noch in Deutschland arbeitet und seine Sehnsucht nach Rumänien keinesfalls teilt.
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  • Von Temeswar nach Deta

    21. april 2025, Rumænien ⋅ ⛅ 17 °C

    Gefahrene Strecke: 84 km
    Heute ist Ostersonntag und wir haben uns zunächst ein wunderbares Osterfrühstück zubereitet. Das ist deswegen erwähnenswert, weil wir sonst echte Frühstücksmuffel sind und außer Café nichts frühstücken.
    Nach dem Frühstück machten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang an der Bega und kehrten in einem feinen Lokal direkt am Fluss auf einen Abschiedsdrink ein.
    Am frühen Nachmittag verließen wir Temeswar endgültig. Wir fuhren weiter Richtung Süden. Höchste Zeit, wieder Mal einen Campingplatz zu besuchen. Im Dorf Deta, ca. 80 km südlich von Temeswar gibt es den Platz von Margit und Roman Ferch, beide aus Wien und sowohl Rumänien- als auch WohnmobilexpertInnen. Sehr sympathischer, kleiner Platz mit allem, was man braucht. Dusche, WC, Ver- und Entsorgung. Interessante Gespräche mit vielen für uns wichtigen Informationen über Rumänien und Land und Leute machten den Aufenthalt für uns besonders angenehm.
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  • Timisoara / Temeswar

    18. april 2025, Rumænien ⋅ ⛅ 19 °C

    Als wir gestern früh losfuhren, schüttete es in Strömen. Genau das richtige Wetter um die in ganz Rumänien bekannte Marienwallfahrtsstätte Maria Radna in der Gemeinde Lipova/Radna zu besuchen. Eigentlich wissen wir es ja wirklich: Dieses ganze kirchlich pompös gläubige Getue ist einfach nichts für uns. Dennoch sind alle diese Gebäude mit den dazugehörigen Geschichten historisch äußerst interessant. Maria Radna z.B. ist ein ehemaliges Franziskanerkloster und gilt mittlerweile als der bedeutendste Wallfahrtsort in ganz Rumänien. Seine Bedeutung rührt von einem Gnadenbild her, das einen Osmanen Angriff im 13. Jhdt. unversehrt überlebt haben soll, während das gesamte Kloster in Schutt und Asche gelegt wurde. Auf jeden Fall findet bis heute zu Maria Himmelfahrt eine riesige Wallfahrt statt, zu der PilgerInnen aus der ganzen Welt kommen.
    Gestern war aber kein Mensch da. Wir warfen einen kurzen Blick in die Kirche, ohne beeindruckt zu sein und flüchteten uns wegen des Regens schnell wieder ins Auto um weiter nach Temeswar zu fahren.

    Temeswar, die drittgrößte Stadt Rumäniens nach Bukarest und Cluj Napoca/Klausenburg, war 2021 europäische Kulturhauptstadt. Als wir in der Stadt ankamen, war es plötzlich strahlend sonnig und warm. Wir fanden einen feinen Park- und Übernachtungsplatz am Fluss Bega nur 20 Minuten zu Fuß zur Altstadt.
    Temeswar ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Banater Landes und des gesamten rumänischen Westens. Bis kurz vor dem ersten Weltkrieg gehörte die Stadt zum österreich-ungarischen Reich, 1920 fiel sie dann endgültig an Rumänien. Temeswar zog 1989 die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich, weil hier der Widerstand gegen das Ceaucescu-Regime besonders hart war.
    In der Folgezeit hatte die Stadt mit zunehmender Kriminalität, Straßenkindern und Prostitution zu kämpfen und galt als Drehscheibe für Drogen- und Menschenhandel. Seit dem EU Beitritt Rumäniens im Jahr 2007 hat sich die Situation gewaltig verbessert. Nicht alle Probleme sind gelöst, aber Bemühungen, Temeswar zu einer attraktiven Stadt zu machen, sind überall sichtbar. Auch hier wird gebaut und renoviert, was das Zeug hält. Für uns hat das den Nachteil, dass einige besonders sehenswerte Häuser, wie das Schloss Hunyadi mit dem Banater Museum, wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen sind. Viele schöne Plätze mit wunderschön sanierten Gebäuden machen die Stadt sehr einladend. Besonders auffallend ist das viele Grün in Form von sehr naturbelassenen, wunderbar entspannenden Parkanlagen. Wir sind gestern also viele km durch die Stadt gestreift, haben Plätze und Gebäude, katholische und diverse orthodoxe Kirche besichtigt und sind am Nachmittag mit dem einen oder anderen Karfreitagsritual konfrontiert worden. Aber im Vergleich zu Spanien alles auf Sparmodus und völlig harmlos. Auch sind wir dann noch zur riesigen Shopping City gewandert, weil sie in diversen Reiseführern angepriesen wird. War unnötig und stressig.
    Zurück um Balù gab es zum Abendessen Gutes aus dem Kühlschrank.

    Der Platz am Fluss hat sich als nachts hellerleuchtet und nicht sehr leise entpuppt (Straßenlärm), sodass die Nachtruhe zu wünschen übrig ließ. Heute Vormittag sind wir nochmal auf den Piata Unirii gegangen, wo wir vor einem Café wunderbare Café und die Sonne genossen haben. Dann marschierten wir 5 km an den Stadtrand ins Banater Dorfmuseum. Ich bin ein absoluter Fan von Freilichtmuseen und komme selten an einem vorbei. Dieses hier scheint zunächst geschlossen zu sein, aber nein, eine kleine Eingangstür ist offen. Es ist überhaupt nichts los und das ganze ist wirklich überschaubar und ausbaufähig. Aber sehr beschaulich, ruhig und entspannend. Für den Rückweg haben wir uns einen direkten Weg zum Fluss Bega gesucht. Dort kamen wir direkt an einer Schiffsanlegestelle an und so konnten wir mit dem Vaporetto eine schöne Rundfahrt auf der Bega machen, wo wir dann an der Anlegestelle vor unserem Parkplatz aussteigen konnten. Die Fahrt kostet für eine Stunde übrigens 4 RON pro Person, das sind 80 Cent. Mehr zu Schifffahrten auf der Bega hier:
    https://adz.news/artikel/artikel/oeffentlicher-…
    Auch heute haben wir selbst gekocht: Spargelrisotto und gemischten Salat
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  • Wandertag

    17. april 2025, Rumænien ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute hatte der Balú Ruhetag und wir hatten Wandertag. Der Tag war sommerlich warm und wir wanderten von unserem Stellplatz aus zur Burgruine Soimos. Sehr schöne Wanderung mit teilweise sehr steilen und anstrengenden Passagen. Oben ist es wunderschön, selbst die Ruine ist irgendwie beeindruckend und der Ausblick ist genial.
    Auf der anderen Seite der Burg stiegen wir dann auf einem Weg, der ziemliche Trittsicherheit fordert, hinunter ins Tal in den Ort Soimos. Das Dorf ist ziemlich ausgestorben, aber es gibt ein kleines Geschäft mit Café und Sandwiches. Dort machten wir Rast, bevor wir dann die paar km zum Auto zurückwanderten, was ein fürchterlicher Hatscher auf einer staubigen Schotterpiste war. Insgesamt waren es aber nur knapp 11 km.
    Gemütlicher Tagesausklang am Fluss und selbst gekocht: Specklinsen mit Polenta und viel Salat.
    Wenn der Kuckuck schreit, ist wirklich Frühling. Gerade eben hab ich ihn zum ersten Mal in diesem Jahr gehört.
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  • So, jetzt sind wir in Rumänien

    15. april 2025, Rumænien ⋅ ☁️ 19 °C

    Gefahrene Strecke:
    Tag 1: 43 km
    Tag 2: 205 km
    Gestern sind wir endlich tatsächlich in Rumänien eingereist. Von unserem ungarischen Campingplatz zum Übernachtungsplatz im rumänischen Oradea waren es gerade mal 33km auf holpriger Straße in Ungarn und erstaunlich guter Straße in Rumänien. Manche Regierenden brauchen die EU-Gelder halt für sich und ihre Familie, also reicht's nicht für Straßenbau.
    Die Zufahrt nach Oradea wurde durch einige Baustellen erschwert. An so einer Baustelle hatten wir da ie erste positive Begegnung mit rumänischen Bauarbeitern. Aufgrund der Baustelle war die Straße extrem eng. Wir waren mit unserem Balû schon mitten auf der Baustelle, als ein Taxi entgegenkam und der Fahrer keinerlei Anstalten machte zurückzufahren. Erstens haben die Bauarbeiter den Taxifahrer beschimpft und dann haben sie sich zweiten dran gemacht, freundlich lachend für uns einen Teil der Baustelle wegzuräumen.
    Auf einem Parkplatz in Zentrumnähe inmitten einer sehr stark genutzten Sportzone siedelten wir uns schließlich an. Von hier aus machten wir uns dann auf den Weg die Stadt zu erkunden.
    Oradea, die älteste Stadt Rumäniens, (183.000 EW) liegt an der Kreisch und gehörte, wie alle westrumänischen Städte bis Ende des ersten Weltkrieges zu Ungarn.
    Besonders sehenswert ist die Stadt wegen der vielen gut erhaltenen oder schön restaurierten Jugendstilgebäude.
    Derzeit herrscht in der ganzen Stadt rege Bautätigkeit. Im Zentrum, rund um die Piata Unitii und den den Fußgängerzonen ist nahezu alles schön saniert und jetzt nehmen sich die Verantwortlichen der Stadt Straße für Straße und Gebäude für Gebäude vor. Da gibt es noch viel zu tun und der Stadtrand erinnert stark an die Plattenbauten des Ostblocks, obwohl auch hier schon einige Wohnblöcke wirklich schön saniert sind.
    Wir sind gestern also 15 km zu Fuß durch die Stadt gestreift. Großes Highlight was der Rathausturm, den wir bis ganz oben (250 Stufen, 50m) besteigen könnten, von wo aus wir einen herrlichen Blick über die Stadt hatten. Am Abend haben wir noch die Burg Oradea besucht - muss man nicht. Hierbei handelt es sich um eine Ruine, deren Festungsmauer wie ein fünfzackiger Stern gebaut ist, von der man aber auch nur eine Teil sehen kann.
    Derzeit herrscht im Burghof reges Treiben, weil in dieser Karwoche sowas wie ein Rummelplatz dort aufgebaut ist. Und im Burghof befindet sich ein super Restaurant, in dem wir zu Abend gegessen haben.
    Heute Früh habe ich die Sportzone genutzt und mein morgendliches Workout in der schönen Anlage gemacht.
    Schließlich fuhren wir dann weiter nach Ineu und Botean, das sind zwei winzige Orte östlich von Oradea. Botean wird wegen seiner Holzkirche vermarktet (sie wird gerade restauriert) und Ineu soll seiner Narzissen wegen bekannt sein. Haben wir nicht gesehen, aber wir konnten eine Ersteindruck vom ländlichen Rumänien gewinnen. In Ineu sind wir schließlich unbeabsichtigt durch eine Roma Siedlung gefahren. Hätte man Vorurteile, fänden sich dort alle klischeehaft bestätigt.
    Schließlich fuhren dann weiter nach Lipova bei Arad. Hier sind vor allem das Kloster Maria Radna und die Burgruine Soimos interessant. Heute aber haben wir in der Nähe ein Übernachtungsplatz an der Mieresch gefunden. Da strahlendes, warmes Wetter ist m, haben wir zum ersten Mal die "Gartenmöbel" rausgestellt und draußen gegessen. Übrigens auch zum ersten Mal auf dieser Reise selber gekocht. Gemüse mit Mozzarella im Blätterteig aus dem Omnia. Morgen dann mehr zu Lipova
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  • Noch immer nicht in Rumänien

    14. april 2025, Ungarn ⋅ ☁️ 16 °C

    1.Etappe: 175 km
    2.Etappe: 115 km
    So, jetzt sind wir immer noch in Ungarn. Gestern war so ein schöner Tag, also haben wir am See in Tata am Vormittag noch eine lange Wanderung gemacht. Die Weiterfahrt starteten wir dann so gegen 13 Uhr mit der festen Absicht, die verbleibenden 330 km nach Oradea in Rumänien durchzufahren. Aber zunâchst gelang es uns nicht, die rovinjeta online zu machen. Die rovinjeta ist die rumänische Straßen- und Autobahnvignette und kostet für 60Tage den lächerlichen Preis von 8.90 €.
    Und dann haben uns die ungarischen Straßen den Rest gegeben, sodass wir in Szolnok auf einem ruhigen Platz mitten in der Stadt Halt gemacht haben und übernachteten. Szolnok liegt an der Theiß und direkt an der Theiß fanden wir auch ein feines Lokal zum Abendessen, nur 5 Minuten von unserem Übernachtungsplatz.
    Aber heute Früh wollten wir dann wirklich nach Rumänien, weil auch nur mehr 150 km dahin sind. Der Tag beginnt grau und etwas regnerisch, also haben wir auch gar keine Eile. Aber wir müssen irgendwo auf der Strecke unseren Wassertank füllen. Die einzige annehmbare Wasserstelle befindet sich auf einem Campingplatz bei einer Therme nicht mehr weit von der rumänischen Grenze.
    Da stehen wir nun, haben am Nachmittag den Sauna Bereich genutzt, am Abend mit viel Mühe und Not ein annehmbares Pizza Lokal gefunden und sind froh, wenn wir morgen dieser ungarischen Trostlosigkeit den Rücken kehren. Der Ort hier- er heißt Berettyöûjfalu- wirkt irgendwie ziemlich heruntergekommen und trostlos. Die Therme ist in Ordnung, der Campingplatz auch. Wir sind die einzigen, die hier übernachten.
    Jetzt sind nur mehr 40 km bis Oradea. Morgen Mittag sind wir dort, ganz sicher.😃
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  • Anreise Tag 2

    12. april 2025, Ungarn ⋅ ☀️ 16 °C

    Gefahrene Strecke: Von Bratislava nach Tata (Ungarn) 114 km

    Mir ist ganz danach, mit meiner Enkelin Ida zu singen: "Es ist so ein schöner Tag...."
    Herrlich ruhige Nacht und ich habe zum ersten Mal seit Monaten 8 Std. durchgeschlafen.

    Was für eine Überraschung heute Früh. Eigentlich war der Plan, nach dem Frühstückscafé aufzubrechen und zügig weiter nach Rumänien zu fahren.
    Gestern habe ich aber im Vorbeifahren ganz in der Nähe von unserem Übernachtungsplatz ein Hinweisschild entdeckt "Danubiana Museum". Dem wollten wir heute Früh nachgehen und machten uns auf Entdeckungstour. Was wir entdeckten, war mehr als erstaunlich.
    In der Medizin spricht man von einem Zufallsbefund, wenn man eine Krankheit zufällig entdeckt, während man nach ganz was anderem sucht sucht. Beim Reisen kann es ähnlich sein. Wir entdeckten nämlich Folgendes
    1. Wir stehen quasi auf der Donauinsel von Bratislava zwischen Donau und Donaukanal.
    2. Hier befindet sich ein riesiges Wassersporttrainingszentrum für Rafting und Kanu in wunderschöner Lage und richtig gut gemacht. Wir sind ein bisschen herumspaziert und haben den Wassersportlerinnen fasziniert zugeschaut.
    3. Last but not least: Hier steht eines der tollsten Museen für moderne Kunst, das wir je kennengelernt haben.
    Die Danubiana, das Meulensteen Art Museum, vergleichbar mit der Albertina in Wien, nur etwas kleiner, peppiger, luftiger. Faszinierend die Dauerausstellung verschiedenster slowakischer Künstler und Künstlerinnen und der Skulpturenpark Outdoor.
    Derzeit laufen Sonderausstellungen von Gerhard Kaiser, Valentin Oman und noch 2,3 anderen Künstlern.
    Wer nach Bratislava kommt oder auch nur in die Nähe, dieses Museum ist eine absolute Empfehlung, selbst für Leute, die mit Kunst nicht viel am Hut haben. Hierher kommen lohnt sich auf jeden Fall und sei es nur der einzigartigen Lage des Museums wegen.

    Da wir die Zeit bis 13.30 im und ums Museum verbracht haben, war schnell klar: Nach Rumänien fahren wir heute nicht mehr.

    Für unseren heutigen Zwischenstopp suchten wir uns das Städtchen Tata in Ungarn aus. Hier besuchten wir die Burg des Königs Sigismund und den schönen englischen Garten Das ist ein schöner Park, sehr naturbelassen an einem See.
    Hier an diesem See übernachten wir heute, nicht ohne vorher in einem netten Restaurant im Freien direkt am See zu essen.
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  • Anreise Tag 1

    11. april 2025, Slovakiet ⋅ 🌬 18 °C

    Gefahrene Strecke: Innsbruck - Bratislava 579 km

    Juhuuu, endlich konnten wir heute früh zu unserer Rumänienreise aufbrechen. Der Balú hat den Winter nicht ganz heil überstanden, obwohl gut versorgt und gewissenhaft abgedeckt. Nachdem wir ihn von seinem Winterkleid befreit hatten, entdeckten wir einen Riss, der sich vertikal über die ganze Rückwand zog. Der Schreck war groß, der Karrosseriespengler unseres Vertrauens aber war der Meinung: Jetzt mit speziellem Klebestreifen gut abkleben und wenn wir von unserer Reise zurück sind, also im Sommer, gründlich reparieren. Wird sauteuer, aber muss sein.
    Also haben wir den Balù und uns in der letzten Woche piccobello reisefertig gemacht.
    Und seit heute morgen sind wir unterwegs. Guter Tag, schönes Wetter, flüssiger Verkehr. Über Salzburg, Wien, Bruck an der Leitha - also absolute Pampa im niederösterreichisch, burgenländisch, slowakischen Grenzgebiet- fuhren wir bis zu unserem heutigen Übernachtungsplatz in wunderschöner Natur an der Donau bei Bratislava. Und die Donau wird auf unserer Reise unsere regelmäßige Begleiterin sein.
    So, jetzt gewöhnen wir uns nach 5 Monaten Abstinenz wieder an das Leben im Wohnmobil
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  • Shopping, shopping, shopping

    10. februar 2025, Marokko ⋅ 🌙 18 °C

    So, heute war also Shopping Tag. Shoppen in Marrakesch ist eine ganz besondere Herausforderung. Wer kennt das nicht...Bleibt man irgendwo an einem Einkaufsstand stehen, wird man sofort in Beschlag genommen und man denkt nur mehr an Flucht. Aber als wir wirklich was kaufen wollten, war keiner da.
    Schließlich gelang es uns doch Keramikschüsseln, Tischdecken, diverse Gürtel und andere lebensnotwendige Sachen zu erstehen. Und natürlich geht ohne handeln gar nichts.
    Alles in allem war es ein lustiger, aber auch anstrengender Tag, den wir dann in Marrakeschs berühmtesten Restaurant ausklingen ließen
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  • Ein Abstecher ins Atlasgebirge

    9. februar 2025, Marokko ⋅ ☀️ 11 °C

    Heute also raus aus Marrakesch und mit einer geführten Tour ins Atlas Gebirge mit seinen Berberdörfern. Ich habe die Tour auf Get your Guide von Zuhause aus gebucht. Hat alles super geklappt. Um 10 vor neun waren wir beim vereinbarten Treffpunkt am College Mohammed V.
    Nach ca. 45 Minuten Fahrt erreichten wir unsere erste Station: Eine kleine Berbersiedlung, hergerichtet fûr Tourist*innen. 😃
    Hier lebten wir das unsägliche Thema "kulturelle Aneignung" in vollen Zügen aus. Verkleidet als Nomadinnen😂 begaben wir uns auf einen Kamelritt. War sehr lustig.
    Dann ging es weiter zu einer Frauenkooperative, in der Arganöl produziert und daraus diverse Produkte für Gesundheit und Schönheit hergestellt werden. Wir haben uns finanziell verblutet, also wirklich für unser Einkäufe viel zu viel bezahlt. Deppensteuer halt🫣
    Dazu gab es ein kleines Frühstück mit Tee, Fladenbrot und verschiedene Öle.
    Unsere Tour führte uns dann ins Atlasgebirge, durch diverse Berberdörfer, enge, teilweise unbefestigte Straßen und buntes Markttreiben.
    Die anschließende Wanderung zu einem Wasserfall war kurz, schmerzlos und schön. Der Wasserfall? Wie Wasserfälle in solchen Gegenden halt sind.😏
    Zum Abschluss gab es dann noch ein marokkanisches Essen.
    Gegen 17:30 Uhr waren wir wieder in Marrakesch. Duschen, chillen und dann Abendessen wieder auf einer schönen Dachterrasse.
    War wieder ein schöner, ereignisreicher Tsg
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  • Buntes Marrakesch

    8. februar 2025, Marokko ⋅ 🌙 18 °C

    Also, allem vorweg genommen: Es ist hier definitiv um einiges wärmer als daheim.
    Der Tag beginnt zwar recht frisch, aber um die Mittagszeit ist die Temperatur auf ihrem Hôhepunkt bei ca. 25 Grad angelangt.
    Heute also geführte Stadtbesichtigung mit Charif. Miriam und ich waren seine einzigen Gäste.
    Charif holte uns um 9:00 im Riad ab.
    Zunächst ging es auf den Djemaa El Fna, den berühmten Gaukler Platz. Jetzt, in der Früh ist der Platz leer. Ein paar unermüdliche Schlangenbeschwörer, der eine oder andere Affendompteur, sonst nichts.
    Dann wanderten wir zur Koutoubia Moschee, die als die schönste Moschee Marokkos gilt. Das berühmte Minarett ist nahezu von überall in Marrakesch zu sehen und ist das höchste Gebäude der Stadt. Es darf von keinem anderen Bauwerk überragt werden. Von dieser Moschee ruft noch heute ein echter Muezzin.
    Unser nächstes Ziel war die Medersa Ben Youssef, eine einzigartige und wirklich beeindruckende Koran Schule.
    Sie war einst die größte Koran Schule Nordafrikas, in der bis 1960 gelehrt würde. Die dekorativen Elemente und auch der Baustil sind andalusischer Prägung und erinnern an die Alhambra in Granada.
    Den Abschluss der geführten Tour bildeten schließlich die Souks, die überdachten Straßen des Basars. Es ist ein enges, dunkles, farbenfrohes Gasse Gewirr. Hier kann man die Atmosphäre eines Basars so hautnah und authentisch erleben, wie nirgendwo sonst. Die Souks sind die Hauptschlagader Marrakeschs, einer Stadt, die aus einem Handelsposten in der Wüste entstand. Durch Menschenmengen und Eselskarren und Mopeds ist es extrem schwierig, sich einen Weg zu bahnen. Es gibt gefühlt tausende von Geschäften, keines größer als der Innenraum eines mittelgroßen Wohnmobils.
    Nach 3 Stunden haben wir uns von Charif verabschiedet, um noch auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Mittlerweile ist die Stadt erwacht. In den Souks hat jedes Geschäft geöffnet, die Händler sitzen davor, KundInnen gibt es offensichtlich nicht, obwohl sich gefühlt Abertausende durch die engen Gassen wälzen.
    Und wir begeben uns auf die Suche nach einer Flasche Wein, um sie auf der Hotelterrasse zu trinken. Schwieriges Unterfangen, aber schließlich gelingts. (Carrefour)
    Vor dem Abendessen gehen wir dann doch nochmal ins Hotel. Ausruhen, ein Gläschen Wein trinken, bevor wir wieder ein schönes Dachterrassen-Restaurant zum Abendessen aufsuchen.
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  • Anreise nach Marrakesch

    7. februar 2025, Marokko ⋅ 🌙 14 °C

    Ein paar Tage wärmere Gefilde? Vielleicht ist's in Marokko wirklich wärmer. Wir sind heute jedenfalls bei Eiseskälte um 6:30 in Innsbruck mit Miriams Auto Richtung München gestartet. Ohne Probleme ging's zum vorgebuchten Parkplatz in der Nähe des Münchner Flughafen, von wo aus wir mit Shuttlebus zum Flughafen gebracht wurden. Der Parkplatz ist beängstigend voll, aber irgendeine Lücke findet sich dann doch.
    In klirrender Kälte warten wir 20Minuten auf den Shuttlebus. Aber dann geht alles reibungslos. München-Amsterdam-Marrakesch. Start in MUC um 12.00, Ankunft in Marrakesch 18.30.
    Ungewohnte Pass- und Zollkontrollen, Wein im Duty Free kaufen, sicherheitshalber..Und dann sind wir da. 22 Grad, wunderschönes Licht. Wir werden vom Taxi Service abgeholt. Unser Hotel - Riad Arabkech- liegt mitten in der Altstadt. Offensichtlich ist der Taxler nicht wirklich ortskundige. Erlässt uns an einer Kreuzung aussteigen, weil er glaubt, dass er mit dem Auto nicht durchkommt. Sofort findet sich ein "hilfsbereiter" junger Mann, der uns den Weg zeigt und dafür 100 DIH (10 €) haben will. Ich gebe ihm 40.
    Im Riad werden wir gleich mit Tee empfangen und dann begleitet uns der Mann von der Rezeption noch zu einem wunderschönen Restaurant mit köstlichem Essen.
    Den Abend lassen wir auf der Hotel Terrasse mit einem Gläschen Weißwein vom Duty Free ausklingen.
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  • Heimreise in 4 Etappen

    19. oktober 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 14 °C

    17.10. 2024
    Gefahrene Strecke: 360 km
    Nachdem es die ganze Nacht geschüttet hatte und am Morgen immer noch regnete ohne Aussicht auf Besserung, beschlossen wir, unsere Reise abzubrechen und nach Hause zu fahren.
    Wir fuhren bis zu einem Dorf namens Songeons, wo wir auf einem kommunalen Stellplatz übernachteten.

    18.10. 2024
    Gefahrene Strecke: 412 km
    Was hat die ganze Nacht geregnet, aber am späteren Vormittag zeigte sich schüchtern die Sonne.
    Die heutige Strecke war eine ziemliche Ochsentour und wir fuhren viel durch kleine und größere Dörfer, weil uns das Navi aus unerfindlichen Gründen von der Autobahn herunterschickte. Irgendwann befanden wir uns im Dreiländereck Belgien, Luxemburg, Frankreich. In der Nähe von Longwy ( Frankreich) fanden wir einen netten, gemütlichen Übernachtungsplatz.

    19.10.2024
    Gefahrene Strecke: 521 km
    Zunächst wollten wir heute bis nach Hause durchfahren. Aber die Fahrt zog sich dann und war relativ mühsam, sodass wir in einem bayrischen Dorf namens Ottobeuren ganz legitim auf dem Dorfparkplatz übernachteten. Hier verbrachten wir noch einen netten Abend in einem netten Restaurant bei gutem Essen.
    Schlafen ging nicht so gut, weil neben dem Parkplatz eine riesige Kirche steht, deren Uhrwerk die ganze Nacht lautstark arbeitet. 😀

    20.10.2024
    Gefahrene Strecke 198 km.
    Letzte Etappe über Garmisch, um den Fernpass zu vermeiden. Kamen gegen Mittag bei strahlendem Wetter zu Hause an.
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  • Le Mont Saint Michel

    16. oktober 2024, Frankrig ⋅ 🌧 18 °C

    Gefahrene Strecke: 27 km
    Bis ca. 15.00 Uhr strahlend schönes Wetter. Ab 17.00 Uhr regnet es in Strömen.
    Aber der Reihe nach: In der Früh fuhren wir nach Mont Saint Michel.

    Der Mont-Saint-Michel und seine Bucht liegen schon in der Normandie, aber direkt an der Grenze zur Bretagne und gehören seit 1979 zum „UNESCO Kulturerbe der Menschheit“. Die Bucht von Mont Saint Michel ist Schauplatz der stärksten Gezeiten Europas.
    Im Laufe der Jahrhunderte versandete die Bucht und Le Mont Saint Michel wurde Teil des Festlandes. Erst durch ein aufwändiges Renaturierungsprojekt im Jahre 2015 wird der berühmte Klosterberg wieder regelmäßig (gezeitenabhängig) zur Insel.

    In der Nähe des Klosterberges gibt es einen riesigen Parkplatz, der angeblich 5000 Plätze für Pkws und 150 Plätze für Busse hat. Unvorstellbar, was hier in der Hochsaison los ist.
    Heute waren es max. 50 PKWs, etwa 15 Wohnmobile und schlappe 2 Busse. Vom Parkplatz zum Klosterberg geht man zu Fuß etwa 20 Minuten. Wer lieber fährt, kann den kostenlosen Shuttledienst in Anspruch nehmen.
    Zu dieser Jahreszeit lohnt sich ein Besuch von Mont Saint Michel auf jeden Fall. Wenig Besucher und man kann den Anblick und auch den Bummel innerhalb der Mauern des Klosterberges richtig genießen.
    Innerhalb der Mauern ist allerdings alles auf Tourismus ausgerichtet: Souvenirläden mit teilweise viel Ramsch, Restaurants mit teilweise für Frankreich ungewohnt schlechter Qualität..... Trotzdem: Wirklich einen Besuch wert.
    Und wir sind heute ja besonders vom Glück geküsst, weil wir an einem jener Tage hier sind, an dem der Gezeitenunterschied am höchsten ist. (Koeffizient 112, wem das was sagt 😂🤔)
    Heute Abend um 20 Uhr gab es die höchste Flut und wenn man ab 18.00 auf der Brücke vor Mont Saint Michel steht, kann man zuschauen, wie schnell der Klosterberg zur Insel wird. Darauf habe ich mich seit Tagen gefreut.
    Aber: Um 17.30 beginnt es zu regnen, um 18.00 Uhr schüttet es in Strömen, sodass wir die Flucht ergreifen müssen und das schöne Spektakel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt. 😭
    Heute übernachten wir ganz legitim auf dem großen Parkplatz. Vielleicht gelingt es uns ja morgen, dieses Schauspiel mitzuerleben.
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  • Dinan und Rennes

    15. oktober 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 21 °C

    Gefahrene Strecke: 132 km
    Heute war Städtetag. Zunächst Dinan: Hoch über dem tief eingeschnitten Tal der Rance liegt Dinan, in meinen Augen eine der schönsten Städte der Bretagne. Die einst mächtige und reiche mittelalterliche Handelsstadt mit ihrer gut erhaltenen Stadtmauer und den wunderbaren Fachwerkhäusern muss man unbedingt besuchen. Da lohnt sich der Abstecher weiter ins Landesinnere auf jeden Fall. Für uns lag Dinan optimal auf der Strecke, weil wir nach Rennes weiterfuhren, der Hauptstadt der Bretagne. Bevor wir aber, nach einem ausgiebigen Rundgang, Dinan wieder verließen, aßen wir in den Halles noch wunderbare Galettes, deren Zubereitung genau verfolgen konnten.
    Galettes sind Crepes aus Buchweizenmehl, die meistens mit Ei, Schinken und Käse belegt werden und irgendwie ganz besonders köstlich schmecken. In dieser Form gibt es sie nur in der Bretagne.
    Nach diesem Genuss ging es also weiter nach Rennes. Eigentlich hatte ich so gar keine Lust auf noch mehr Stadt, aber Rennes ist wirklich super. Obwohl im Landesinneren gelegen, wirkte die Stadt auf mich so "luftig", offen, bunt und fröhlich, mit einem unübersehbar altehrwürdigen Anteil.
    Ich konnte gar nicht genug kriegen von dieser quirlig, qicklebendigen Universitätsstadt und so wurde es Abend, bis wir weiterfuhren Richtung Le Mont Saint Michel.
    Auf einem Gemeindestellplatz kurz vor Mont Saint Michel übernachten wir heute. Es regnet.
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  • Saint Malo

    14. oktober 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 17 °C

    Gefahrene Strecke: 63 km
    Saint Malo also. Am meisten interessiert hat uns das dortige Gezeitenkraftwerk.
    Das Gezeitenkraftwerk Rance an der Mündung des gleichnamigen Flusses war bis zum Jahr 2011 das weltweit größte Kraftwerk dieser Art.
    Das technische Großprojekt war zur Zeit seiner Eröffnung im Jahr 1967 eine Meisterleistung französischer Ingenieurskunst. Mehr als 40 Jahre lang war das Gezeitenkraftwerk das größte seiner Art auf der Erde und wurde erst im Jahr 2011 vom südkoreanischen Kraftwerk Sihwa-ho vom ersten Platz verdrängt. Es wurde an der Mündung des Flusses Rance errichtet, der bei der Festungsstadt Saint Malo in den Atlantischen Ozean mündet. Seit 1967 liefert das Kraftwerk in Spitzenzeiten 240 Megawatt Strom. Damit könnte eine Stadt mit rund 300.000 Einwohnern vollständig mit Strom versorgt werden.
    Wir wollten das Kraftwerk natürlich besichtigen, haben allerdings die französische Ruhetage nicht bedacht. Heute ist Montag und damit alles, was interessant ist, fermè/ geschlossen. Hier sagte uns ein Aufseher sogar, wir sollten nächste Woche/semaine prochaine wieder kommen, da hat das Kraftwek sicher geöffnet. Aha! Etwas frustriert fuhren wir dann weiter nach Saint Malo und wurden ganz, ganz positiv überrascht.
    Von drei Seiten von den Wellen des Atlantiks umspült, macht der innerhalb der Stadtmauern gelegene Stadtkern von Saint-Malo zwar nur rund 20 Prozent der Gesamtfläche aus. Aber unbestritten ist er es, zusammen mit den Festungsanlagen, der die Stadt zu einem der meistbesuchten touristischen Attraktionen Frankreichs werden ließ.
    Heute waren zwar BesucherInnen da, aber die Stadt wirkte entspannt und ruhig.
    In den schmalen Gassen der Altstadt von Saint-Malo reihen sich bunte Boutiquen und zahlreiche Restaurants aneinander. Hoch oben entlang der Stadtmauer können Besucher den Blick über das smaragdgrüne Meer, die weißen Sandstrände und den Hafen schweifen lassen. Ihre Silhouette ist das Wahrzeichen der alten Seefahrerstadt.
    Als „granitene Zitadelle“ beschreibt der französische Dichter Châteaubriand die Festungsstadt im Meer, die nicht größer ist als der Jardin des Tuileries in Paris. Als berühmtester Sohn der Stadt ist Châteaubriand auf der gegenüberliegenden Ile de Grand Bé begraben. Bei Ebbe können Besucher die Insel zu Fuß besuchen. Saint-Malo war zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert eine berühmte Seefahrer- und eine blühende Handelsstadt. Vor allem ihre Korsaren waren berüchtigt und trugen viel zum Wohlstand bei: Im Grunde waren sie Piraten, die aber nicht auf eigene Rechnung, sondern mit königlicher Erlaubnis feindliche Schiffe kaperten. Außerdem gaben sie der eigenen Handelsflotte Geleitschutz.
    Übrigens: Dass Saint-Malo nach der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg zu über 80 Prozent zerstört wurde, merkt man ihr schon lange nicht mehr an. Denn schnell baute man die Stadt mit Hilfe alter Pläne und Abbildungen so originalgetreu wie möglich wieder auf.
    Wir haben die Stadt auf jeden Fall ausführlich genossen, bevor wir am frühen Abend Richtung Dinan und Rennes weiterfuhren, wo wir irgendwo auf der Strecke auf einem heimeligen, lauschigen Plätzchen Wald übernachteten.
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  • Cap Frehel und Fort La Latte

    13. oktober 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute war also wandern angesagt. Üppigst: 20 km Klippenwanderung. Aber wirklich wunderschön.
    Zunächst marschierten wir also los Richtung Fort La Latte. Das Wetter ist in Ordnung und die Wandertemperaturen angenehm .
    Das Fort La Latte thront in einer fantastischen Lage über dem Meer und wurde im 14 Jahrhundert erbaut. Es gehört zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten der Bretagne. Hoch oben auf einer Klippe, das Meer und die Heidelandschaft überragend, liegt die Festung. Sie steht praktisch auf zwi Felsblöcken. Erreicht wird sie über zwei Zugbrücken, somit war sie fast unbezwingbar.
    Heute zählt die Anlage zu den monument historique in Frankreich.
    Aufgrund der exponierten Lage und der Landschaft, diente das Fort La Latte oft als Kulisse für etliche Filme. So wurden hier "Die Wikinger" mit Tony Curtis und Kirk Douglas gedreht.
    Von dem Donjon/Bergfried aus hat man einen erstaunlichen Panoramablick über die gesamte Côte d'Émeraude (Samaragdküste).
    Nachdem wir das Fort ausgiebig besichtigt hatten, wanderten wir weiter zu den Leuchttürmen von Cap Frehel.
    Am Kap stehen zwei Leuchttürme. Einer stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom Festungs-Baumeister Vauban erbaut. Im Erdgeschoss des Wirtschaftsgebäudes ist eine ständige Ausstellung zur Geschichte des Leuchtturmes untergebracht. Der andere stammt aus dem Jahre 1950, ist knapp 33 m hoch und kann zu bestimmten Zeiten bestiegen werden, was bei klarem Wetter für eine gute Sicht bis zur normannisvhen Halbinsel sorgt.
    Die Klippen des Cap Frehel bestehen aus rötlichem Sandstein, schwarzem Schiefer und dem von der Cotè de Granit Rose berühmten rosa-farbenen Granit. Sie fallen steil zum Wasser hin ab und haben eine Höhe von bis zu 70 m. Die Wiesen, die das Kliffdach bedecken, haben auch jetzt im Herbst noch einen besonderen Reiz. Hier wachsen Stechgingster und Heidekraut.
    Ein typischer Anblick sind die Möwen, wie sie vom immer wehenden Wind im Schwebeflug getragen werden, bevor sie sich aus großer Höhe krächzend ins Wasser fallen lassen.
    Vom Leuchtturm aus führt ein schmaler Fußweg an den Klippen entlang und gibt Ausblicke auf die bizarren Felsformationen an der Küste und auf die Vogelfelsen frei. Im 21. Jahrhundert wurde hier oben auch ein Aussichtsbalkon aus Granitsteinen errichtet.
    Nach dieser beeindruckenden Wanderung waren wir dann schon ziemlich erschöpft, sodass wir uns nur mehr einen gemütlichen Abend am Campingplatz machen und die Chance nutzen, Hosen und Schuhe vom SchlMm der gestrigen und heutigen Wanderung zu befreien.
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  • Vom Pointe de Minard zum Cap Frehel

    12. oktober 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 14 °C

    Gefahrene Strecke: 90 km
    Am Pointe de Minard machten wir zunächst eine Klippenwanderung, vor allem, um zu dem Punkt zu gelangen, an dem die bretonische Küste am felsigsten, steilsten, beeindruckendsten ist. Die nicht allzu lange Wanderung hat sich wirklich gelohnt. Die Küste hier ist atemberaubend und der Wanderweg, natürlich eine Teilstrecke des GR 34, nicht von ungefähr an den meisten Stellen gut abgesichert.
    Danach fuhren wir über Plouezec und Plouha auf ei en Campingplatz am Cap Frehel. Ein Campingplatz auf einem riesengroßen Gelände direkt am Meer. Das Gelände ist beeindruckend, hat aber kaum gerade Flächen, was das Campen oder auch nur Parken ziemlich schwierig macht. Mitten durch den Campingplatz führt der GR 34.
    Da zu dieser Jahreszeit kaum etwas los ist, ist es uns gelungen, einen ebenen Platz zu finden, so eben, dass wie nicht mal die Keile benötigten.
    Nachdem wir uns eingerichtet hatten, beschlossen wir, essen zu gehen.
    Nur 350 m entfernt vom Campingplatz gibt es ein sehr feines Restaurant "La petite Bouchot". Es war köstlich: Austern und Muscheln.
    Wobei: Austern so a là nature muss ich nicht haben.
    Morgen bleiben wir stationär und machen eine richtig lange Küstenwanderung.
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  • Ein Loblied auf den ÖAMTC

    11. oktober 2024, Frankrig ⋅ ⛅ 14 °C

    Gefahrene Strecke: 58 km
    Heute fuhren wir wieder immer so küstennahe wie möglich. Das beinhaltet aber auch immer enge Straßen, tausende von Kreisverkehren und noch mehr andere Verkehrsbehinderungen.
    Wir starteten also in Kerbors, fuhren dann weiter nach Lezardrieux, wo wir kurz Pause zwecks Erkundungstour machten. Lezardrieux ist nur eine kleine Gemeinde, aber total nett gelegen an der Cote d'Armor. Die Cote d'Armor ist ein Gebiet im Norden der Bretagne. Der Name hat absolut nichts mit "Liebe" zu tun, sondern stammt aus dem Keltischen und heißt einfach "Land am Meer". Und um dieses Land am Meer zu genießen sind wir dann nach L'Arcouest gefahren. Ganz hinaus auf den letzten Zipfel, auf den Parkplatz, von wo aus die Schiffe auf die gegenüberliegende Insel, Ilè de Brehat, gehen.
    Parken, wandern, weiterfahren. Oje, wir stecken im Schlamm fest und rièn ne va plus.... Nichts geht mehr. Und jetzt? ÖAMTC anrufen, Schutzbriefnummer sagen.. Sagenhaft, die lösen das Problem freundlich, engagiert und kompetent. 90 Minuten später kommt ein Abschleppwagen, zieht uns raus. Unterschrift, mercì und au revoir. Am Abend noch ein Anruf vom ÖAMTC, ob alles geklappt hat. Das nenne ich Dienstleistung. Wir sind begeistert.
    Wir fahren dann noch weiter nach Paimpol. Diese schöne kleine bretonische Stadt, die früher eine Halbinsel war, ist, beginnend mit der Kabeljau-Fischerei in Neufundland und Island, durch ihre Schifffahrtsgeschichte geprägt. Heute verdankt das Städtchen seinen Ruhm einer Auster: der berühmten "Paimpolaise".

    In der Altstadt befinden sich zahlreiche Restaurants, die Fischspezialitäten anbieten, und Feinkostläden, die die Lokalprodukte hervorheben, wie die köstlichen Paimpol-Bohnen, die mit der AOC-Herkunftsbezeichnung ausgezeichnet sind. Diese Geschäfte befinden sich neben schönen Reeder- und Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert an malerischen Gassen, durch die man zu Fuß flanieren kann. Das Stadtviertel "Quartier Latin" ist ein Labyrinth aus alten Gassen, die zum Fischerei- und Jachthafen führen.
    Ein kurzer Stadtbummel und dann geht's zu unserem heutigen Übernachtungsplatz auf dem Pointe de Minard, wo wir einen wunderschönen Platz oberhalb der ersten ernstzunehmenden Steilküste in der Bretagne haben.
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  • Am Gouffre de Plougescant

    10. oktober 2024, Frankrig ⋅ 🌙 12 °C

    Gefahrene Streck: 55 km
    Gestern Abend habe ich mich mit allem, was die Reiseapotheke hergibt, therapiert. Die Konsequenz daraus war, dass ich 10 Stunden tief und fest geschlafen habe und heute Früh frisch und munter aufgewacht bin. Ich scheine also gesund zu sein, Thomas laboriert noch.
    Auf jeden Fall sind wir dann nach Plougescant gefahren und von dort weiter zu einer der bekanntesten Schluchten auf der Cotè d'Armor. Wunderschön. Das erste Mal auf unserer Reise, dass wir eine leise Ahnung vom tosenden Atlantik bekommen. Eine kurze Wanderung in den Klippen, dann fahren wie weiter nach Kerbors, auf einen wunderschönen Platz am Strand. Zunächst ganz einsam, dann gesellt sich noch ein Paar mit Hund aus Oldenburg zu uns. Am Abend machen wir noch eine Strandwanderung, nicht ganz nach Plan, weil wir wegen der einsetzenden Dunkelheit abkürzen müssen.
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  • Tregastèl und Perros Giurec

    9. oktober 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 15 °C

    Gefahrene Strecke: 15 km
    Regen und sonnig
    Gut, die gestrigen Kurzstrecke ist dem Umstand geschuldet, dass wir echt krank sind.
    Trotzdem haben wir in der Früh eine Wanderung unternommen, weil die Küste hier so schön ist und ganz in der Nähe gibt es eine Gezeitenmühle. Unser tägliches Problem ist, dass wir untertags immer Ebbe haben und das die Gestade wenig attraktiv macht. Bei Flur ist es immer stockdunkel.
    Also - kurze Wanderung zur Gezeitenmühle und dann noch Besuch des Aquariums in Tregastèl, das erst um 14.00 Uhr aufmacht. Kann man, muss man nicht.
    Wir sind bald weitergefahren Richtung Perros Guirec, wo wir jetzt auf einem kleinen Parkplatz an einer kaum befahrenen Straße übernachten
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  • Ilè Grande und Rosa Granitküste

    8. oktober 2024, Frankrig ⋅ 🌬 16 °C

    Gefahrene Strecke: 80 km
    Regen bis zum Nachmittag, dann heiter

    Heute Früh ging es als erstes auf den Markt in Plougasnou. Wahnsinn, all diese Lebensmittelstände. Eigentlich hätten wir uns von Stand zu Stand durchessen können, schließlich aber haben wir uns am Käsestand ausgetobt. Ja, Käse können sie wirklich, die Franzosen..

    Danach fuhren wir weiter nach Pleumeur-Bodou, von wo aus wir auf die Ile Grande fuhren.
    Die Ilè Grande ist eine Gezeiteninsel, d.h. nur bei Flut ist sie wirklich eine Insel, und über eine Brücke erreichbar, sodass man eigentlich gar nicht merkt, dass man auf einer Insel ist.
    Da es ziemlich stark regnete, war das Erlebnis auf der Insel kurz und wir fuhren dann weiter nach Tregastèl, wo wir gegenüber vom Aquarium einen feinen Parkplatz fanden, auf dem wir heute auch übernachten. Zuerst aber müssen wir unbedingt noch eine Wanderung zwischen den berühmtes rosa Granitblöcken machen. Der Regen hat inzwischen aufgehört. Diese Gesteinsformationen sind ein Wahnsinn. Ich konnte mich gar nicht sattsehen. Ich kann das nicht beschreiben, man muss diesen Küstenabschnitt selber gesehen haben.
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