Mit dem Wohnmobil in den Frühling
  • Day71

    Tag 71: Wieder daheim

    June 13 in Austria ⋅ ⛅ 18 °C

    Gefahrene Strecke: Feldkirch- Innsbruck 161 km.

    Wir sind wieder in Österreich und es regnet. Schon in der Nacht hat hat es zu regnen begonnen, quasi aus heiterem Himmel.
    In der Früh schüttet es in Strömen, also nichts wie nach Hause. Noch tanken und einkaufen bei Hofer in Feldkirch und dann geht's auf die Autobahn bis heim.

    Das wars, liebe FreundInnen...Jede noch so schöne Reise hat ihr Ende.
    Bleibt mir treu, bleibt mir gewogen bis zur nächsten Reise, von der ich mich mit Sicherheit wieder melde.
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    Reiner Welz

    Vielen Dank für die faszinierende Möglichkeit, mit Euch unterwegs sein zu können. Viel Spaß zu Hause und beim Träumen über neue Reisen…

    6/15/22Reply
    Leonhard Perterer

    Eure Reise mitzuerleben war wunderbar. Vielen Dank.

    6/17/22Reply
     
  • Day70

    Tag 70 Saint Nazaire-Feldkirch

    June 12 in Austria ⋅ ☀️ 23 °C

    Gefahrene Strecke: 640 km

    Jetzt gehts einfach nur mehr zügig nach Hause.

    Um noch einen schönen Reiseabschluss zu haben, haben wir die Strecke über Chamonix - Mont Blanc gewählt.
    Wär ja auch superschön gewesen, weil ich ja so gerne Bergstraßen fahre, wenn sie nicht allzu eng sind.
    Diese Straße, die wir gewählt haben, war zwar eng, aber durchaus gut befahrbar. Allerdings fand auf dieser Straße gleichzeitig in gleicher Richtung ein Radrennen mit über 200 Teilnehmenden statt und das war eine gewaltige Herausforderung.

    So musste ich mich die ganze Zeit auf die Straße, die RadfahrerInnen und den nicht geringen Gegenverkehr konzentrieren, sodass mir die Schönheit dieser Gegend buchstäblich entgangen ist.

    Kurz nach Chamonix kommt man an die Dreiländergrenze FR-I-CH. Eigentlich wollten wir über Aosta, Mailand, Verona heimfahren, haben dann auf der Grenze beschlossen, über die Schweiz zu fahren. Vignette für die Schweiz konnten wir problemlos an der Grenze kaufen.

    Durch die Schweiz sind wir mit einmal tanken durchgerauscht und kamen gegen halb 9 am Abend in Feldkirch an, auf einem Übernachtungsplatz den wir schon kennen.
    Zum Kochen waren wir zu erschöpft, zum Essengehen auch, also haben wir einfach den Kühlschrank leer gegessen.
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    🤪🤣🤣🤣🤣🤪🤪 [Bärbl]

    6/16/22Reply
     
  • Day69

    Tag 69: Colombiers - Saint Nazairé

    June 11 in France ⋅ ☀️ 20 °C

    Gefahrene Strecke: 336 km

    Der Plan war heute, bis nach Grenoble zu fahren. Und eigentlich sind wir recht zügig durchgefahren. Aber es ist sehr heiß und da ist Autofahren für mich recht ermüdend. Wär aber bis nach Grenoble ganz gut gegangen. Wir haben versucht, so wenig wie möglich auf Autobahnen zu fahren, weil wir auf Landstraßen in der Regel doch mehr von der Gegend mitbekommen.

    Allerdings wird man in Frankreich komplett wahnsinnig auf Landstraßen, den auf 10 km Fahrtstrecke gibt es gefühlt mindestens 20 Kreisverkehre, egal, ob in städtischem Gebiet oder über Land. Verschärft wird das Ganze dann noch, wenn das Navi plappert: In 200m nehmen Sie im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt......

    Warum wir dann doch nicht nach Grenoble gefahren sind, lag an einem ganz tollen alten Viadukt, von dem wir natürlich nichts wussten. Wir haben es von der Straße aus gesehen und wollten es eigentlich nur fotografieren. Aber dann sahen wir, dass unterhalb am Fluss ein Wohnmobil steht. Da es sehr heiß ist, klingt ein Stellplatz am Fluss unterhalb des Viadukts wirklich verlockend.

    Also fuhren wir bis zum Fluss (Bourne heißt er) und siehe da, das spanische Paar im anderen Wohnmobil bestätigte uns, dass man hier stehen und übernachten kann. Das war also ca 60 km vor Grenoble und es war einfach wunderschön
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  • Day68

    Tag 68: Andorra - Colombiers (Fr)

    June 10 in France ⋅ ⛅ 14 °C

    Gefahrene Strecke: 277km

    Der Weg führt uns immer näher Richtung heim..

    Wir sind heute relativ früh aufgebrochen. Durch die Orte in Andorra zu fahren, ist ein Wahnsinn: Enge Straßen, sehr viel Verkehr und die AndoranerInnen sind äußerst rowdyhafte AutofahrerInnen.

    Die bewohnten Gebiete liegen in wunderschöner Umgebung. Aber ein Hotel nach dem anderen - unter 4 Sternen geht gar nichts.. Es gibt Häuserreihnen, da stehen mindestens 5 Fünfstern-Hotels nebeneinander.

    Nichtsdestotrotz finden wir ein ganz feines Lokal zum Frühstücken, in dem wir zum vermutlich letzten Mal auf dieser Reise die spanischen Tostadas con Aceite y Tomate bekommen.

    Bald lassen wir die bewohnten Orte hinter uns und fahren durch wunderschöne Landschaft bis auf den Pass (Port d'Envalira) auf 2.408m.

    Bald danach beginnt Frankreich, ein Frankreich, das wir so nicht kennen. Bäuerliche Struktur, kleine Dörfer, aber sehr gepflegt und -im Gegensatz zu den ländlichen Gegenden in Spanien- belebt und bewohnt.

    Heute haben wir noch den wahrscheinlich letzten kulturellen Höhepunkt dieser Reise: Die Stadt Carcassonne in Frankreich. Die haben wir schon bei unserer Frankreichreise besuchen wollen, ist sich aber irgendwie nicht ausgegangen. dann wollten wir am Anfang dieser Reise, als wir auch in Marseille waren nach carcassonne, aber da zog es uns dann mit aller Kraft nach Spanien.

    Aber heute haben wir es geschafft. Stadtbesichtigung bei fast 40 Grad habe ich mir mühsamer vorgestellt, als es dann im Endeffekt war.

    Die Stadt liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich von Perpignan in Südfrankreich an einer alten Handelsstraße zwischen Mittelmeer und Atlantik, an den Flüssen Aude und Fresquel und wird vom Canal du Midi durchquert.

    Carcassonne wurde bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. von den Römern gegründet. Diese im Mittelalter hoch bevölkerte Stadt (zeitweise bis zu 3000 – 4000 Menschen auf den gerade mal 14 Hektar Fläche), dient heute beinah nur als reines Touristenzentrum. Carcassonne liegt strategisch sehr günstig direkt an einer Handelsstraße zwischen Atlantik und Mittelmeer, ca. 70 km nordwestlich der Stadt Perpignan. Aufgrund dieser hervorragenden Lage hatte die Stadt somit die perfekte Kontrolle über diesen Handelsweg. Ein Vorteil, welcher sich auch auf die militärische Geschichte auswirkte. Erste Ausgrabungen wurden auf das 6. Jahrhundert v. Chr. datiert, gegründet aber wurde die Stadt Carcassonne ca. 43 – 30 v. Chr. durch die Römer.

    Diese waren es auch, die im 3. Jahrhundert einen ersten Festungsring um die Stadt herumbauten. 30 Türme und 4 Tore sollten Carcassonne vor Angreifern schützen. Ein Gedanke, der nicht lange anhielt. Später besetzten die Westgoten die Burgstadt, gefolgt von den Arabern und Pippin dem Kleinen durch die Hilfe der Westgoten. Dies Belagerungen und Herrscherwechseln der Burgstadt hielten bis ins Jahr 14.Jhdt. an. Zu dieser Zeit war es Edward, der „Schwarze Prinz“, der aber auf eine Belagerung verzichtete, dafür aber die komplette Unterstadt Carcassonnes in Brand steckte.

    Heute ist die gesamte Festungsanlage Weltkulturerbe. Ein Besuch der Stadt ist wirklich empfehlenswert.

    Wir besichtigten die gesamte Anlage, hielten uns also ca. 4 Stunden in der Stadt auf und fuhren dann weiter nach Colombiers auf einen Campingplatz. Colombiers, weil dort ein Campingplatz ist, den wir heute brauchen und wollen.
    Der Ort liet ca. 80km vor Montpellier am Canal Midi.
    Am Campingplatz kamen wir an, als die Rezeption schon geschlossen war, aber ein netter Praktikant hat uns eingelassen.
    Sehr angenehmer Campingplatz um 15,60€. Und Pizza gab es auch noch im Restaurant
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  • Day68

    Tag 67: Fuentebureba - Andorra

    June 10 in Andorra ⋅ ☀️ 19 °C

    Gefahrene Strecke: 547 km
    Heute war klar, wir wollen zügig weiterkommen. Und ich will unbedingt über Andorra fahren. Weil ich noch nie dort war, weil ich eine bestimmte Vorstellung davon habe..
    Die Fahrt ist zunächst relativ langweilig. Links Getreidefelder, rechts Getreidefelder, unendlich groß, unendlich weit...

    Je näher wir an Andorra herankommen, desto abwechslungsreicher und kleinteiliger wird die Landschaft.

    Andorra; Da gibt es ganz eine richtige Grenze.., weil Andorra ja nicht in der EU ist.

    Andorra ist der größte der 6 europäischen Zwergstaaten.
    Das Land hat ca. 77.000 Einwohner und hat ald einziges Land der Welt zwei ausländische Staatsoberhäupter: Den französischen Präsidenten und den Bischof der katalanischen Diözese Urgell.
    Die Amtssprache ist katalanisch. Französisch und spanisch sind Zweitsprachen.

    Der Zwergdtaat liegt mitten in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich auf ca. 2000 m. Höhe. An lebt vom Tourismus und vom Geld diverser Steuerflüchtlinge aus allen Ländern.

    Ich habe Andorra al landschaftlich wunderschön erlebt. Aber es ist alles sehr hektisch und halt typische Tourismusorte, teilweise aber sehr gut in die Landschaft integriert.

    Unser heutiges Stellplatz ist gleich hinter der spanischen Grenze beim Einkaufscenter River.

    Im Einkaufszentrum kaufen wir zu Duty free Bedingungen ordentlich ein.
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  • Day66

    Tag 66: Zamora - Fuentebureba

    June 8 in Spain ⋅ ☁️ 26 °C

    Gefahrene Strecke: 235 km

    So, heute morgen in Zamora große Diskussion: Picos de Europa? Ja oder nein. Weil, obwohl überall schönes Wetter ist, die Picos angeblich in Wolken liegen sollen. Ich meine, fahren wir doch mal hin, dann sehen wir ja.. Thomas meint, es ist Blödsinn, 300 km Umweg zu fahren, um dann keine Picos zu sehen. Die Diskussion ist intensiv, aber irgendwann gebe ich mich geschlagen.., Also keine Picos, also beginnt ab jetzt ernsthaft der Heimweg, das Auto ist schon nach Nordosten ausgerichtet.

    Also machen wir noch einen Spaziergang durch Zamora und fahren dann weiter nach Fuentebureba. Nein, das ist nichts Wichtiges. Ist nur ein Ort mit einem netten Übernachtungsplatz auf dem langen Weg nach Hause. Fuentebureba liegt in der Provinz Burgos und hat angeblich 78 Einwohner und einen wirklich netten Platz auf einer Wiese unter Pappeln, auf dem wir übernachtet haben.
    Pimientos del Padron, kleine Kartoffeln, Schalotten, Brot und Käse gab's dann zum Abendessen.
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  • Day65

    Tag 65: Camino de Hierro

    June 7 in Spain ⋅ ⛅ 22 °C

    Gefahrene Strecke: La Fregeneda - Zamora 139 km

    Heute hieß es früh aufstehen, um rechtzeitig los gehen. Da wir am Startpunkt übernachtet haben, war das relativ easy. Am Eingang, einem ausrangierten Eisenbahnwaggon, der als Büro dient, wurden nochmal unsere Anmeldedaten gecheckt und d wir bekamen genaue Verhaltenshinweise.
    Eines vorweg: Die Anmeldung per Internet (caminodehierro.es) mindestens 24 Std. vorher ist unbedingt erforderlich, sonst hast du keine Chance.

    Montags ist geschlossen. An allen anderen Tagen kann man zwischen 7:30 und 8:30 starten; nicht früher und nicht später. Von Barca d'Alva wird man dann ab 12.30 mit einem Shuttledienst zurückgebracht. Den Weg in die andere Richtung zu gehen ist verboten

    Zum Camino de Hierro: Es handelt sich um eine spektakuläre Wanderung entlang einer aufgelassenen Eisenbahnstrecke
    Die Bahnstrecke Barca d'Alva–La Fuente de San Esteban, auf portugiesisch gelegentlich Linha Internacional de Barca d’Alva a La Fregeneda e a Salamanca („Internationale Strecke von Barca d'Alva nach La Fregeneda und Salamanca“), ist eine Eisenbahnstrecke in iberischer Breitspur, welche die Linha do Douro mit dem spanischen Eisenbahnnetz verband. Bis zur Schließung der Strecke im Jahr 1985 verkehrten dort regelmäßig Personen- und Güterzüge.
    Zudem diente die Strecke als häufig genutztes Verkehrsmittel für die Bevölkerung von Tras os Montes, um die zahlreichen Volksfeste auf spanischer Seite zu besuchen, unter anderem in La Fregeneda und Sobradillo

    Mit dem hochkomplexen und technisch äußerst hersusfordernden Bau dieser Eisenbahnstrecke wurde 1882 begonnen. Im Dezember 1887 konnte die Strecke fertiggestellt werden.

    Die Strecke, die bewanderbar ist, liegt zwischen Fregeneda und Barca d'Alva in Spanien, immer ziemlich direkt an der spanisch-portugiesischen Grenze und beträgt 18 km. Der gesamte Weg befindet sich im Naturpark de Arribes de Duero in der Provinz Salamanca.

    Diese Strecke ist die bautechnisch anspruchvollste. Sie hat 20 Tunnels und 10 Brücken. Der längste Tunnel ist der Tunnel Nr.1 mit einer Länge von 1,5 km. Der Tunnel Nr.3 muss in den Monaten April bis August umgangen werden, dann dieser Zeit im Tunnel die Fledermäuse brüten.
    Die Wanderung führt immer leicht bergab, ist also konditionsmäßig nicht anstrengend. Sie erfordert aber volle Konzentration, weil naturgemäß am Weg viele Steine liegen, weil man sehr genau hinschauen muss. Das hat dann zur Folge, dass man am Ende der 18 km doch relativ erschöpft ist.

    Die Wanderung lohnt sich auf jeden Fall, ist dringende Empfehlung für alle, die Spanien außerhalb der üblichen Attraktionen und touristischen Zentren bereisen wollen.

    Heute waren angeblich genau 19 Menschen am Weg. Wir haben uns mit einem spanischen Paar unterhalten,die uns wertvolle Tipps für unsere geplante Picos de Europa Tour geben konnten.

    Am späteren Nachmittag fuhren wir dann weiter nach Zamora. Dort gibt es am Stadtrand einen recht angenehmen kostenlosen Stellplatz.

    Am Abend gab es dann in ei EM äußerst belebten Lokal Tapas und Rotwein.
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  • Day64

    Tag 64: Urlaubstag

    June 6 in Spain ⋅ ⛅ 28 °C

    Gefahrene Strecke von Barca d'Alva nach La Fregeneda 26 km.

    In der Früh waren wir unschlüssig, wie wir den heutigen freien Tag verbringen sollten. Frei ja deswegen, weil wir ja erst morgen den Camino de Hierro gehen können.
    Sollen wir eine Wanderung machen? Die Lust hält sich in Grenzen...
    Schiffl fahren? Wär toll, aber keiner da.
    Also fahren wir nach La Fregeneda, genauer zum Startpunkt des Camino de Hierro. Und das war goldrichtig. Denn hier haben wir die Verantwortliche getroffen, die uns darüber informiert, dass der Weg nur zwischen 7.30 und 8.30 gestartet werden kann. Sehr wichtig!!!!
    Wichtig auch die Info, dass es im Dorf einen Supermarkt gibt, der aber demnächst schließt. Also Auto nochmal starten, auf zum Supermarkt, der sich als kleine Tienda entpuppt, aber ausgezeichnet sortiert ist. Gemüse, Käse, Kartoffeln, Hühnerkeulen, alles fürs Abendessen in der Pampa. Dann zurück zum Parkplatz, Tisch und Sessel raus und Urlaubstag.
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  • Day63

    Tag 63: Routenänderung

    June 5 in Spain ⋅ ☀️ 27 °C

    Gefahrene Strecke: Rio de Onor Barca d'Alva 154 km

    Eigentlich war der Plan, heute Portugal zu verlassen und über Zamora in Spanien so langsam Richtung Nordspanien zu fahren.
    Aber: Da war auf unserem Übernachtungsplatz in Rio de Onor ein portugiesisches Paar mit Wohnmobil. Und die haben und vom Camino de Hierro erzählt, einem Wanderweg von 18 km immer auf einer aufgelassenen Bahnstrecke, mit entsprechend vielen Tunnels und Brücken.
    Der Weg verläuft auf der spanischen Seite der Grenze aber unterhalb vom Douro.
    Die Erzählung der beiden hat uns fasziniert und so beschlossen wir kurzerhand, die 150 km zurückzufa
    hren ins Dourotal und diese Wanderung zu machen. Mehr dazu beim nächsten Footprint. Nur soviel: Auf der Fahrt stellten wir fest, dass der Weg leider morgen, am Montag geschlossen ist und erst am Dienstag wieder geöffnet wir. Und man muss sich übers Internet anmelden und 5€ pro Person zahlen. Hat alles bestens funktioniert.

    Also fuhren wir heute bis Barca d'Alva. Barca d'Alva liegt in Portugal an der Mündung des Flusses Agueda in den Douro. Auf der anderen Seite des Flusses ist Spanien. Dort gibt es ein gutes Restaurant mit Parkplatz, wo wir über Nacht stehen können.

    Etwas abenteuerlich war die Fahrt bis dahin. Da in Portugal Treibstoff wesentlich teurer ist, als in Spanien, haben wir in Portugal 20 Liter getankt, wissend, dass wir eh bald nach Spanien kommen - nicht wissend, dass kaum nach der Landesgrenze keine Tankstelle auf uns warten wird. Langer Rede kurzer Sinn: Treibstoff wurde bedenklich knapp und von einer Tankstelle weit und breit keine Spur.
    In Barca d'Alva hab ich also in der örtlichen Bar nachgefragt, wo denn die nächste Tankstelle sei. 5 Männer erklärten mir vieles, aber mit dem Sukkus, dass sich das mit unserer Treibstoffsituation nicht mehr ausgehen kann. Der Wirt der Bar erbarmte sich schließlich unser und holte irgendwo 10 Liter Diesel, die wir mit Trichter in den Tank füllten. War wieder Mal eine Lehre, dass Geiz teuer werden kann: 20€ für 10 Liter Treibstoff und für jeden der beratenden Männer ein Bier.
    Diese Aktion fand in Portugal statt und es war nicht ganz so einfach, mit den Leuten zu reden, weil sie nur radebrechend spanisch sprechen.
    5 Minuten später ist man dann in Spanien und alle tun so, als ob Portugal irgendwo wäre..
    Auf jeden Fall haben wir im Restaurant auf unserem spanischen Stellplatz fein gegessen und getrunken.

    Es ist ja lustig hier, weil man nie genau weiß, ist man jetzt in Spanien oder Portugal. Was ja egal wäre, wäre da nicht die Sprach- und Zeitbarriere. Portugal hat MEZ, während Spanien unsere Zeit, also MEZ +1 hat.
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    Reiner Welz

    Solche Erlebnisse gefallen mir, zugegebenermaßen nur dann, wenn sie schon zu einem guten Ende gekommen sind oder wenn sie, wie Vero zu sagen pflegt: „Nur Geld kosten!" In Wirklichkeit aber helfen sie mir, das Leben besser zu verstehen und zu lieben!

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    Staunend reisen

    Ja, genau lieber Reiner. Hat mir wieder mal gezeigt, wie herzlich und hilfsbereit die meisten Menschen sind, wenn man ihnen freundlich, respektvoll und herzlich begegnet

    6/7/22Reply
     
  • Day62

    Tag 62: Tras os Montes

    June 4 in Spain ⋅ ⛅ 20 °C

    Gefahrene Strecke von Gondesende nach Rio de Onor: 64 km

    Also heute sind wir wirklich ganz tief drinnen im Tras os Montes und gleichzeitig im Parque Natural de Montesinho.
    Der Naturpark ist wirklich wunderschön, alles grün und saftig. Mit Wein ist hier wirklich Schluss und auch die Olivenbäume, die nach und nach die Weinreben ersetzt haben, werden spärlicher. Dafür wachsen hier Unmengen von Edelkastanien.

    Der Naturpark ist mit einer Fläche von 74.230 Hektar einer der größten Naturparks des Landes. Er befindet sich im Nordosten von Portugal und grenzt an Spanien. Der Park umfasst zwei Gebirgsketten, die Serra da Coroa auf der Westseite und die Serra de Montesinho auf der Ostseite
     In dieser seit Jahrtausenden bevölkerte Region findet man in vielen ihrer Dörfer noch archäologische Überreste, die man verzweifelt zu vermarkten versucht.

    Im ganzen Park gibt es 92 Dörfer, die mehr oder weniger belebt sind und die man teilweise versucht mit EU Geldern zu revitalisieren, was zwar sehr viel zur optischen Verschönerung der Dörfer beiträgt und viele wirklich liebevoll restaurierte Häuser zur Folge hat. Aber die Abwanderung aus den Dörfern, aus dem ganzen Gebiet, kann damit nicht gestoppt werden. So versucht man zumindest über Tourismus die Dörfer zu beleben, was aber nach unserem Eindruck am Willen der wenigen Einheimischen scheitert.

    Es gibt wirklich viele ausgezeichnet markierte Wanderwege. Was fehlt ist dann aber eine entsprechende Struktur in den Dörfern: Ein kleines Restaurant oder Café, das Mahlzeiten anbietet, Unterkünfte, die gebucht werden können, Informationsstelle, die geöffnet sind....
    Das alles fehlt.

    Wir waren in Montesinho, dem angeblich meist besuchten Ort in der Gegend und Ausgangsort für schöne Wanderungen. Wir haben eine 12 km lange Wanderung gemacht. Zuvor haben wir unser Wohnmobil brettlbreit mitten auf den kleinen Dorfplatz gestellt. Dann begann die Suche nach irgendeinem Menschen, den wir fragen können, ob wir hier stehen dürfen. Doch, doch...es fand sich jemand und natürlich durften wir.

    Und als wir von der Wanderung zurückkamen, hatte ein Vereinslokal geöffnet und wir bekamen Fanta und Wasser. Sonst war niemand da.

    Wir fuhren weiter nach Rio de Onor, dem nordöstlichen Ort Portugals. Laut diverser Reiseführer ist der Ort zweigeteilt. Die Landesgrenze zwischen Portugal und Spanien geht angeblich mitten durch den Ort, die Leute leben angeblich glücklich und zufrieden miteinander. Aber hier ist das Märchen auch schon aus.

    Wir haben uns die Realität angesehen: Rio de Onor auf portugiesischer Seite hat sehr viel Geld in die Renovierung der alten Häuser gesteckt, die zum Großteil dem Tourismus dienen sollen. Der Ort schaut ziemlich adrett und gefällig aus und es kommen auch immer wieder Touristenbusse.. Die Leute steigen aus, machen ein paar Fotos und verschwinden wieder.

    Wir haben von einem guten Restaurant gehört. Dort wollten wir nochmal gut portugiesisch essen. Der Wirt war quasi entsetzt, als er hörte, dass wir bei ihm essen wollten und hätte uns wahrscheinlich rausgeschmissen, wenn wir nicht von selbst gegangen wären.

    500 m weiter gibt es den Ort Rihonor de Castilla. Dazwischen eine Grenze. Rihonor liegt also in Spanien und man merkt einen gravierenden Unterschied. 29 Einwohner, lauter Alte.. Keine sanierten Häuser, alles ist dem Verfall preisgegeben
    Eine pompöse neue Holzbrücke für Fußgänger, EU finanziert, führt über den Fluss Fontano. Unnötig, weil 50 m daneben die Straßenbrücke über den Fluss führt und die Straße kaum bis gar nicht befahren ist.

    Zusammengefasst: Die Landschaft ist wunderschön. Auf portugiesischer Seite versucht man relativ erfolglos den Ort zu revitalisieren, auf spanischer Seite ist es einfach ein vergessenes Dorf. Und die vielbeschworene soziale Idylle ist ein Mythos.

    Übrigens: Übernachtet haben wir auf einem Platz am Ortseingang zu Rio de Onor. Das war einmal ein Stellplatz. Gegenüber gibt es einen ausgedient Campingplatz. Alles da, aber leider außer Betrieb und völlig verwahrlost.
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