Uruguay
Parque Rodó

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Travelers at this place
    • Day36

      Montevideo - erster Eindruck

      January 31, 2020 in Uruguay ⋅ 🌙 22 °C

      Die Busfahrt von Concordia nach Montevideo (mit Umsteigen in Salto) war überraschend unspektakulär, nur sehr schaukelig und etwa 1:20 Stunde länger als im Fahrplan angekündigt. Das einzig wirklich nennenswerte ist, dass wir zwar einen Einreisestempel für Uruguay aber keinen Ausreisestempel für Argentinien bekommen haben ... mal sehen, ob das irgendwann mal jemandem auffällt an einer Grenze. Aber für den Moment erstmal egal ... auf das Hier und Jetzt konzentrieren, was bedeutet, wir hatten im Bus mehrere Stunden Zeit die Landschaft Uruguays anzuschauen ... echt toll und beeindruckend! Viele grüne Wälder, trockene Felder, Pferde, die nicht abgemagert aussahen und glänzendes Fell hatten, vereinzelt Ziegen und Schafe, eine Art Farm, wo auf einer Weide eine Herde Alpakas stand, viele Weiden mit Rindern, große Greifvögel, die am Himmel kreisen, irgendwie idyllisch :) und macht Lust auf mehr davon!
      Montevideo dagegen macht seinem Namen als Hauptstadt auch alle Ehre. Es sieht modern aus, fast schon europäisch, nicht so chaotisch, an wichtigen Orten stehen riesige Fahnenmasten mit der Flagge Uruguays, und es sind viele Menschen unterwegs. Unsere Unterkunft ist gut :) die Gastgeberin sympathisch und hilfsbereit, und auch gegen die Gesellschaft von Ron (getigerte Katze) und Lola (lebensfroher Hund) haben wir nix einzuwenden. Ein Tipp des Hauses: Eis von El Cigale - das beste Eis, dass ihr je gegessen habt (Favorit der Mutter: Chocolate a la italiana - Schokoeis mit Schokostücken, Walnüssen und Rosinen, Favorit der Tochter: Dulce de Leche - typisch südamerikanisch, eine Art Karamell vielleicht). Ich entscheide mich für das empfohlene Chocolate a la italiana und Maracuya und bereue es nicht, es schmeckt fantastisch!
      Das Schönste ist aber trotzdem, der mit bunten Lichtern und Wimpelketten geschmückte Platz :) ich glaube, es gibt hier viel zu entdecken!!
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    • Day92

      Montevideo: Falsche Zeit, falscher Ort

      June 27 in Uruguay ⋅ 🌧 10 °C

      Von Colonia ging es mit dem Bus in die Hauptstadt Uruguays, Montevideo. Reiseberichte versprachen eine der lebenswertesten Städte Südamerikas, die Neugier war also geweckt.
      Wir schleppten unser Gepäck 3,5 km durch die Stadt bis zum Hostel, was auch wie ausgestorben war. Auf den ersten Blick bestach die Stadt nicht mit Charme. Die Gebäude waren runtergekommen und die Fassaden grau und angelaufen. Uns fiel beim ersten Spaziergang durch die Stadt schon auf, wie viele Obdachlose und hilfesuchende Menschen in den Hauseingängen und auf den Bürgersteigen lagen. Dieses Bild zeigte sich in den nächsten zwei Tagen immer wieder. Uruguay als Land, von dem uns berichtet wurde, als relativ wohlhabend, politisch stabil und sicher - der Stadtkern spiegelte das nicht wider.

      Wir verbrachten zwei Tage mit Stadterkunden und dem Lebensmitteleinkauf für die nächsten Tage. Auf einem riesigen Markt tummelten sich tausende Menschen, eng and eng durch die Straßen, an deren Rändern alles verkauft wurde, was man sich vorstellen kann. Von Shampoo über Kinderspielzeug bis zu unzähligen Obst- und Gemüsehändlern. Die Preise waren minimal günstiger als in den Supermärkten, das lockte die Menschenmassen hierher.

      An Wochenenden ist es in Millionenstädten meistens am coolsten, also verbrachten wir dieses in den Bars Montevideos. Leider konnte die Hauptstadt unserer Meinung nach auch hier nicht wirklich punkten. In der "Bar Bremen", die seit zwei Generationen von Deutschen geführt wird, lernten wir Detlef kennen, ein 70-jähriger Auswanderer und Verschwörungstheoretiker. Er erzählte uns aufgeregt von der schlimmen deutschen Regierung und dem armen Putin und der Giftspritze Corona-Impfung. Natürlich argumentierten wir dagegen an, aber eine bessere Wendung nahm das Gespräch nicht.
      Auf die Frage, wie es um die Politik in seiner Wahlheimat Uruguay steht, hatte er andererseits gar keine Antworten. Uns verwunderte, wie ein Mann der Deutschland vor 30 Jahren den Rücken gekehrt hat, weil er seiner Aussage nach hier besser Arbeit fand, so viel Energie und Zeitaufwand in das "recherchieren" von Unwahrheiten, in einem aus seiner Sicht weit entfernten Land, steckt, aber derselbe nicht einmal weiß, wer gerade die Regierung in seiner Wahlheimat bildet🤷‍♂️ Seis drum. Etwas ermüdet von so viel Schwurbelei verließen wir die Bar. Am Tag darauf fand Dominik eine coole Veranstaltung in einem Club, doch als wir die 3 km von unserem Hostel aus zurückgelegt hatten, standen wir nur vor einem leeren Gebäude. Google Maps hat auch nicht immer recht. Die Veranstaltung fand wohl ausnahmsweise in einem 14km entfernen Ort statt. Frustriert gingen wir wieder nach Hause.
      Das Wetter spielte auch die ganze Zeit nicht mit und der Wind war kalt und es zeigte sich in dem drei Tagen kein einziger Sonnenstrahl.

      Wir freuten uns also nach den drei Tagen weiterzuzuiehen. Und wir haben mit einem Lächeln festgestellt, dass das der erste Ort war, seit Beginn unserer Reise, der uns nicht gut gefallen hat.

      Eine spannende Sache ist doch passiert: Wir schlenderten durch die Straßen der Altstadt und fanden uns auf einmal in einem Filmset wieder. Eine Frau der Crew sagte uns, dass hier gerade die zweite Staffel der Amazon Prime Serie "Yosi, the regretful spy" über einen argentinischen Geheimagenten gedreht würde und wir konnten quasi im Filmset dabei zusehen. Warum uns keiner wegschickte, wunderte uns selber.
      Wir überlegten, was wohl in der Szene zuvor passiert sein musste. Wahrscheinlich hat ein Überfall samt einer Explosion stattgefunden, denn die Schauspieler setzten desorientierte Gesichtsausdrücke auf, es würde geschrien und einige hatten Wunden geschminkt. Es wurde künstlich Staub aufgewirbelt und die Situation wirkte sehr angespannt und hektisch. Der Trailer sieht zumindest ganz spannend aus. :)

      Unsere nächste Station heißt jetzt: Punta del Este.
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      André Steffans

      Ja, Montevideo... Haltet euch nicht zu lange in Uruguay auf. Auf dem Weg nach Punta del Este vielleicht n Stopp in Piriapolis, aber sonst...

      6/29/22Reply
      Traveler

      In 2 Tagen geht's nach Brasilien, wir freuen uns schon!!

      7/2/22Reply

      Erstaunlich was ihr alles seht. Hoffentlich geht es euch gut und es soll auch so bleiben . Bis jetzt zeigt sich Uruguay nicht von seiner besten Seite. Hoffentlich wird's bald besser. Wir wünschen euch alles alles Gute. Passt auf euch auf. [Theresia Buschheuer]

      6/30/22Reply
      Traveler

      Danke liebe Resi, wir sind gerade in Punta del Diabolo, immer noch in Uruguay :-) hier ist was wunderschön!

      7/2/22Reply
       
    • Day16

      Montevideo

      July 14 in Uruguay ⋅ ☁️ 14 °C

      My flight to Ecuador incldes a 16 hour layover in Montevideo, Uruguay, which is fine by me. I get to explore a new city.

      Landed around 3pm and got through customs and baggage claim and into a taxi in about 15 minutes total. Crazy. Got to my hotel in centro and walked to old town. There's a number of nice old buildings but mostly a mix. Found a mercado by the port that has several restaurants under one roof. It was closing soon so i kept going.

      Went to another mercado close to my hotel and ubered to a 3rd mercado that Simon recommended. It was pretty quiet everywhere. Maybe i was too early but it was cold and rainy too. Shame about the weather because there are beautiful beaches everywhere here but its their winter.

      Then walked to the Simon-recommended Montevideo beer company, which was a mansion turned into a brewery/club. Super nice and fun. Walked more to another beer place but it was closed and so i sat down at a busy place across the street for some food finally.

      I chatted with the guy sitting next to me until his friends showed up. And just as i was about to ask for my bill to go somewhere else, another beer got placed in front of me. And the guys invited me over to try some of their food.

      Decided to order the same dish for myself, and the chef came out to explain something. I didn't really understand but agreed to whatever he was saying. Later the chef came back out to make sure I enjoyed the meal haha. When does that ever happen? Talked to the owner quite a bit too. Super friendly place.

      Slowly making my way towards my hotel, found one more brewery. Made it my last stop after chatting with the bartender and off to bed.
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      Very nice. [sharron]

      7/18/22Reply

      Just loving to read about your fabulous trip enjoy it all with envy. xxx [Sharron]

      7/25/22Reply
       
    • Day25

      Montevideo, Uruguay/ウルグアイのモンテビデオ

      January 25, 2020 in Uruguay ⋅ ☁️ 26 °C

      Returning to Uruguay, I visited the capital Montevideo. I found it to be rather drab, compared to Rio and Buenos Aires. ウルグアイへ戻って、首都のモンテビデオを観光しました。モテビデオはリオとブエノスアイレスと比べて、地味な感じでした。

      Beautiful place. Have a great this place from Cat

      1/26/20Reply
      Traveler

      Yes, it was really very nice. Good weather too. Summer

      1/26/20Reply

      Great

      2/4/20Reply
       
    • Day4

      Das Montevideo

      March 28 in Uruguay ⋅ ☀️ 24 °C

      Bei schönstem Sommerwetter die Strände erkundet. Und nein - das ist kein Meer im Hintergrund sondern der Rio de la Plata. Der ist hier über 100 Kilometer breit. 😊 Zum Schwimmen ist das Wasser allerdings zu kalt. ☺ Haben auch schon einige Parks und Sehenswürdigkeiten gesehen und die Altstadt besucht. Mittlerweile gute 50 Kilometer zu Fuss zurückgelegt. 💪Read more

      Traveler

      Hallo. Super Bilder. Melde euch zum New York Marathon an, weil ihr so gut im Training seid. papü

      3/28/22Reply
      Traveler

      juhu, mir können' s!!!

      3/28/22Reply
      Traveler

      So wie das Schlösschen fühl ich mich, wenn ich in die entgeisterten Gesichter meiner Arbeitskolleginnen und -kollegen blicke, wenn ich ihnen erkläre, warum ich kein WhatsApp habe.😅 Vielleicht ein bisschen aus der Zeit, aber trotzdem mittendrin. Nur anders.😄

      3/31/22Reply
       
    • Day3

      Start in Montevideo

      February 7, 2020 in Uruguay ⋅ ☀️ 27 °C

      Gestern bin ich in Uruguay angekommen. Es ist verrückt, jetzt geht es wirklich los beziehungsweise ist es schon losgegangen. Es fühlt sich noch ein bisschen unwirklich an, aber ich glaube in nächsten Tagen werde ich es schon realisieren.
      Nachdem ich gestern noch ein wenig durchhing (über 24h unterwegs sein ist echt kein Zuckerschlecken), habe ich heute gleich beim Frühstück mir Begleitung für die Freewalking-Tour durch den historischen Stadtkern von Montevideo organisiert. Die Tour war wirklich sehr interessant und hat mir gezeigt: Uruguay ist echt ein herrlich entspanntes Land. Den ganzen Tag habe ich niemanden rennen sehen (und wir waren im Zentrum an einem normalen Arbeitstag), weil alle so unglaublich gelassen sind.
      Außerdem ist Uruguay ziemlich fortschrittlich: seit Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es eine klare Trennung zwischen Staat und Kirche. Auch dadurch konnten Gesetze zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und der gleichgeschlechtlichen Ehe eingeführt werden. Marihuana ist übrigens für Uruguayer auch legal. Komische Blüten trieb die Säkularisierung nur beim Kalender: auch hier sollte auf kirchliche Bezeichnung verzichtet werden. Aus Weihnachten wurde übersetzt „Der Tag der Familie“ und die Woche um Ostern, eigentlich „la semana santa“ („heilige Woche“, also die Karwoche) nennt sich jetzt „Semana del turismo“. Nunja.
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      Hallo Christine. Freut mich, dass du gut in Uruguay angekommen bist. Dass die Urus so entspannt sind überrascht mich schon ein wenig. Jedenfalls sind sie auf dem Fußballplatz meistens im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich verbissen :-)

      2/12/20Reply

      Liebe Grüße aus dem stürmischen Elbflorenz, Matthias

      2/12/20Reply
       
    • Day744

      Uruguay: Some Thoughts and Facts

      January 26, 2020 in Uruguay ⋅ ☀️ 25 °C

      Thoughts and facts about Uruguay:

      There are more cows than people, with 12 million cows an only 3 million people, half of whom live in Montevideo. Now I get why when I asked what to do in the interior of the country, people looked at me like I was crazy - it’s just a lot of farmland!

      It is so small they have a plaque commemorating when The Rolling Stones first played a concert here, as popular musicians never stopped in Uruguay prior. They also teach about the day that Uruguay unexpectedly won the a World Cup in school 😂

      People are even more obsessed with mate here than Argentina. I didn’t think it was possible but everywhere I turn someone is carrying around their mate cup and thermos. I still don’t get it.

      “1st world prices, 3rd world lifestyle.” Ok it might be a little cheaper than the US and not totally 3rd world here, but it is much more expensive than I expected, especially after BA.

      Montevideo is much more of a beach city than I expected. It has a nice boardwalk that line the coast for at least 20 miles filled with runners, walkers and bikers. On the sandy beaches, kids run about and people play competitive volleyball. Architecture near La Ciudad Vieja (the old city) however feels very Soviet with bland block housing, grey streets and lots of graffiti. It was led by Communist dictators until the 1980s, so I guess that kinda makes sense.

      The country’s actual name is Oriental Republic of Uruguay. And Montevideo means “6th hill from east to east,” named as such by the Spanish to find their new port city.



      It has been a nice few days here and I am glad we came, but not sure we would return for any particular reason.
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      Traveler

      Fascinating and fun commentary.

      1/27/20Reply
       
    • Day25

      Montevideo

      January 30, 2017 in Uruguay ⋅ ⛅ 34 °C

      Heute haben wir unseren ersten Nachmittags Ausflug.

      Wir fahren wieder mit dem Bus zu den Wahrzeichen der Stadt Montevideo, eine Stadt in Uruguay welche um die 1.5 Millionen Menschen beherbergt. Zum Vergleich, ich Uruguay selbst leben 3.3 Millionen Menschen.

      Das berühmte Wahrzeichen sind die Stiere und Ochsen mit dem Gaucho. 😊
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      Anita Wolf

      Urschön

      2/1/17Reply
      Klaus Gruber

      Sheer Steak Power

      2/1/17Reply
       
    • Day29

      Uruguay, wo liegt das eigentlich??

      March 18, 2019 in Uruguay ⋅ ⛅ 24 °C

      Zuerst ein paar Interessante Fakten zu Uruguay:

      1. Uruguays Präsident von 2010-2015, wurde als „ärmster“ Präsident der Welt bekannt, da er 85 % seines Gehalts an wohltätige Zwecke spendete. Sollte man mal deutschen Politikern vorschlagen.😋

      2. Uruguay hat den höchsten Matetee-pro-Kopf-Verbrauch der Welt, was auch gut vorstellbar ist da wirklich jeder mit Thermoskanne und Matebecher rum läuft.

      3. Uruguay hat drei mal so viele Rinder wie Einwohner. Das bedeutet hier leben ca 12000000 Rinder. Hoffentlich zetteln die nicht mal eine Rinderrevolution an.🐄🐄😨🐄🐄

      4. Und noch ganz interessant, Uruguay war das erste Land das 2013 Marihuana legalisiert hat.🌱

      Als erstes haben wir mal die Hauptstadt Montevideo besucht und festgestellt das hier alles ziemlich entspannt läuft ob es am Marihuana liegt wissen wir nicht.😉
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      Traveler

      Guck mal hier. Das Land heißt "du bist schwul" (Homer Simpson)

      3/21/19Reply
      Traveler

      Tolle Fotos und spannender Reisebericht

      3/21/19Reply
      Traveler

      Das Bild ist perfekt gelungen.🙂👍

      3/21/19Reply
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    • Day6

      Die Schöne und der Gerät

      January 22, 2018 in Uruguay ⋅ ☀️ 25 °C

      Bevor ich über unsere zweite Destination, Montevideo in Uruguay, berichten kann, muss ich noch kurz über den letzten und zugleich glorreichsten Abend in Buenos Aires sprechen. Sue hat es seit unserem Reisebeginn geschafft, auch ohne leuchtend rotes Gesicht, ein strahlendes Äusseres mit der Welt zu teilen. Wenn ihr mich fragt, Sue wird Tag für Tag schöner und ihr Dauer-Lächeln steht ihr ausgezeichnet. Aber wie Mama schon immer gesagt hat, "us jedem Lächli gits es Bächli", oder so ähnlich. Was war passiert?

      Nach unseren Sonntagsaktivitäten (ich glaube es war Sport, Frühstück, Walking-Tour, und was sonst noch immer, eigentlich völlig irrelevant), kommen wir erschöpft zurück in unser schnuckeliges Hostel, als Sue wie gewohnt als erstes zu ihrem iPad greift, um "extreeem wichtige" Dinge zu erledigen. Doch der Griff geht ins Leere. Kurzum, das iPad ist weg. Jede Ecke und Schublade, jeder Rucksack und Teppichvorleger wird zig mal und stundenlang durchwühlt, nur um schlussendlich betrübt festzustellen, das scheiss iPad ist tatsächlich weg. Konsterniert sinkt die schöne Sue aufs Bett und setzt einen "die Welt hasst mich"-Blick auf, bevor ihr wortlos eine kleine Träne über die Wange kullert. Echt jetzt? Noch keine Woche vergangen und schon minus 1 iPad?! Das kann ich so nicht akzeptieren. Klauen ist das Letzte. Zuviel für etwas verlangen, ok. Aber klauen? Geht gar nicht, da werde ich zum Biest.

      Ich lasse also die kollabierte Sue im Zimmer zurück und stampfe im für alle hörbaren deutschen Stechschritt gen Reception, die ist ein Stock tiefer, aktuell von einem etwa 13-jährigen Mädchen besetzt. Wie fange ich an? Zuerst der Gesichtsausdruck, ein Blick der signalisiert „sag die Wahrheit oder ich fackel die verdammte Hütte ab“. Dann die richtige Wortwahl, kurze Sätze, investigativ, jeder ist verdächtig, ich kann nichts ausschliessen. Womöglich hat das hier im Haus System. ich überlege kurz Maria Inés A., meine südamerikanische Anwältin und Verehrerin von Iberia Flug IB6841, einzuschalten. Ich denke sie hätte uns (bzw mich) gerne und ohne Entgelt in diesem heiklen Fall einer möglicherweise grossen Konspiration vertreten. Doch das kecke Mädchen hinter dem Tresen lässt sich offensichtlich nicht so schnell einschüchtern und startet ihre Ermittlungen mit einem leeren Blatt Papier, einem Stift und der Frage, wann wir der Gerät zuletzt gesehen haben. Ich bin für einen kurzen Moment beeindruckt. Das lasse ich mir aber nicht anmerken.

      Sie kenne alle Angestellten, Einsatzpläne und es gäbe Videoüberwachung im ganzen Haus. Mit diesen Informationen schien mir eine Aufklärung des Verbrechens durchaus möglich. Das strukturierte Vorgehen gefällt mir, für ein Lächeln reicht es trotzdem nicht. Ich behalte also meine „erzähl keinen Scheiss“-Fratze auf und beantworte ihre Fragen kurz und präzise. Obwohl ich ehrlich gesagt nicht die leiseste Ahnung habe, ob, wann, wie oder wo das iPad zuletzt gesehen wurde. Hauptsache wir können diesen Fall gemeinsam zügig lösen. Ein wenig wie Starsky and Hutch oder Sherlock Holmes und sein zweitrangiger Helfer, dessen Name mir aus lauter Unwichtigkeit für die Geschichte gerade nicht einfällt.

      Ich muss an Sue denken, wie sie gebrochen auf dem Bett liegt, eine weitere Träne vergiesst und trotzdem wunderschön aussieht. Das kann ich nicht zulassen, sie ist schliesslich auch immer für mich da, wenn ich mal wieder der Einzige bin, der sich über einen komplett belanglosen und von Unwichtigkeit nicht zu übertreffenden Quatsch enerviere. Was zwar selten(er), aber doch ab und zu (noch) vorkommt. Da höre ich auf einmal ihre Stimme meinen Namen sagen, ganz leise und weich, wie der zärtliche Hilfeschrei einer Elfe, die bereits geschwächt an der prallen Sonne zu verglühen droht. Ich halte das zuerst für eine Einbildung aufgrund der eben gehegten Gedanken. Doch ich höre meinen Namen erneut, diesmal etwas klarer. Da ich die Stimme eindeutig Sue zuordnen kann, verwerfe ich meine Theorie mit der angekokelten Elfe und strecke meinen Kopf aus der Tür in Richtung „Innenhof“.

      Ja und da steht sie, am Geländer einen Stock höher, die wunderschöne Sue mit einem etwas weinerlichen Gesichtsausdruck. „Ich has gfunde“ sagt sie kurz und knapp. Meine finstere Miene bleibt finster und mein Blick bleibt einen Moment bei Sue, um kurz darauf ins Leere zu schweifen. Echt jetzt?! Das ist alles? „Pasci, ich has gfunde ...“?? Das investigative Mädchen an der Reception fährt derweil mit ihren Ermittlungen fort und wirft mir die nächste Frage mit erwartungsvollem Blick entgegen. Ich verstehe kein verdammtes Wort mehr und fühle mich zurückversetzt nach Gaschurn, als mich meine halb- bis unwissenden Tennis-Gschpändli in eine ähnlich verkackte Situation brachten.

      So liess man mich dereinst im Glauben, wir hätten die gebuchten Hallenplätze ab halb zwei für 2 Stunden für uns, auf eine andere (weit weniger talentierte) Tennis-Gang los, die gerade ein kleines Turnier austrug. Natürlich räumten die Loser aufgrund meiner eindrücklichen physischen und verbalen Dominanz den Platz innerhalb von zwei Minuten. Allerdings nur um eine Minute später mit einem furchtbar schmerzlichen Sieger-Grinsen zurückzukehren, nachdem meine eben erwähnten heiss geliebten aber zu diesem Zeitpunkt komplett verhassten Companions durch die Halle riefen, dass wir die Plätze wohl erst ab halb drei für uns hätten. Echt jetzt?! Ach lasst mich doch in Ruhe mit diesem Scheiss!

      Anstelle einer Antwort bringe ich also nur ein leises und von einer priese Peinlichkeit berührtes „she found it“ über die Lippen. Little Inspector Barnaby hinter der Theke scheint nicht zu verstehen und wiederholt ihre letzte Frage, die ich immer noch nicht verstehe(n will). „She found it, I‘m sorry“ sage ich etwas bestimmter, worauf Mini-Sherlock einen Jauchzer von sich gibt. „Awesome, oh, that‘s great!“ ... keine Ahnung was daran "great" sein soll, hatte ich doch eben das gesamte Personal des kollektiven und konspirativen Diebstahls beschuldigt und innerlich gedroht, den ganzen Scheiss hier niederzubrennen. Ausserdem standen wir doch so kurz davor, den Fall dank Einsatzplänen der Putzequipe und Überwachungsvideos gemeinsam zu lösen.

      Naja, ich lasse das offensichtlich verwirrte Mädchen zurück und belohne Sue beim betreten des Zimmers mit einem ungewollt (oder vielleicht teilweise gewollten) bösen Blick. Sie reagiert mit entschuldigender Miene und einer zärtlichen Umarmung, bevor sie auf ihrem iPad ein weiteres Mal versucht, Candy Crush Level 983 zu schaffen. Verdammt wichtiges Zeugs eben. Dank einer weiteren Umarmung verziehen sich die Wolken schnell und ich verstehe langsam, worüber sich das kriminalistisch versierte Mädchen gefreut hat.

      Schnitt, Montevideo. Die Fähre ist nicht gesunken und wir sind heil in der Hauptstadt Uruguays angekommen. Ab Minute 1 gab es eigentlich nur ein Ziel. Meer. Also für "Beautiful Sue", ich war eher auf der „faul im Park liegen“-Schiene. Aber wie schon im Film "Vincent will Meer" (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Vincent_will_Meer), ist Widerstand zwecklos. Sue will Meer. Da hilft auch der Hinweis nicht, dass es sich eigentlich um einen Fluss handelt, was denn auch die furchtbar braune Kloake erklärt, die uns schon in Buenos Aires ziemlich gestunken hat. Sue ist das egal, Hauptsache nasse Füsse. Ich bleibe trocken. Vorerst. Ist schliesslich mein Geburtstag heute (danke nochmals für all die lieben Nachrichten aus der Ferne!). Zusammenfassend kann gesagt werden, die beiden südamerikanischen Metropolen sind wirklich schön, aber Sue findet dann doch, Lugano habe die schönere Promenade und Wasserfarbe. Ich stimme ihr zu.

      Aber hey, aus Uruguay kommt der Wein der Weine: Don Pascual! Und so war es denn gegen Abend vorbei mit der Trockenheit. Zum Rotwein gabs ein Filet de Lomo, eine Schüssel Grünzeugs und später noch eine dicke Montecristo. Hätte der Abend anders ausgesehen, wenn dies kein Geburtstag gewesen wäre? Wohl eher nicht. Und habe ich eigentlich schon erwähnt, wie verdammt lecker Wein und Fleisch hier sind? Und wenn das medium-rare bestellte Filet de Lomo vor dem Servieren doch mal geschätzte 42h auf dem Grill vergessen gehen sollte - so sah es wirklich aus -, wird es auch anstandslos, komplett und umgehend ersetzt. Die Kruste die ich vor der äusserst bestimmten aber nicht minder freundlichen Reklamation abgeknabbert habe, war allerdings sehr geil und das abschliessend offerierte Glas Champagner liess das ausgetrocknete und stellenweise verkohlte Stück Fleisch zu einem gefühlten Gewinn werden.

      Und jetzt noch das Sahnehäubchen vom Sonntag. Wer in Uruguay mit einer ausländischen Kreditkarte bezahlt, bekommt tatsächlich einen 18% Discount auf seine Rechnung! Kein Witz! Ich hatte davon gelesen, war aber nicht sicher, ob das wirklich stimmt. Laut Free-Walking-Tour-Guide Gonza steckt dahinter ein nationales Programm zur Förderung des Tourismus. Siehe da, das Geburi-Dinner entwickelte sich also definitiv zum Highlight des Tages. Geiles Land. Uruguay first und Uruguay for president! Macht doch Sinn, dass die reichen Touris weniger bezahlen als die vergleichsweise armen Locals, die sich ab und zu ein Essen auswärts gönnen.

      Nun geht es für einen Tag zurück nach Buenos Aires, bevor es dann am Mittwoch mit dem Flieger (LA7744, hab dich auch lieb, Mam) nach Ushuaia geht und vielleicht endlich etwas ruhiger wird ...

      Unser erstes kleines Drohnen-Video gibt's hier: https://youtu.be/omLrhyBvy6M
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      Traveler

      Han alles gläse. Bis.Zum.Schluss. Schad, händer sIPad nüm...

      1/24/18Reply
      Sue and Pasci

      😂 ja isch amigs schad ...

      1/24/18Reply
      Traveler

      Wie immer schön gschribä 👌🏻🙋🏼‍♂️

      1/24/18Reply
      2 more comments
       

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    Parque Rodó, Parque Rodo

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