Llao Llao
7. maaliskuuta 2023, Argentiina
Schon beim Frühstück stand der Entschluß zu bleiben fest. Eine Regenfront kommt von Norden. Und wird gegen Abend Bariloche erreichen. Ich fahr nochmal in die Stadt und in der Nähe eines Hotels spricht mich Alex an. Fragt ob ich Hilfe brauche und erzählt, dass er mit einer Gruppe Motorradfahrer als Guide unterwegs ist. Seine Einladung auf ein Kaffee ins Hotel nehme ich an und parke Blue vorm Eingang fast in der Drehtür. Die Motorradgruppe kommt aus Malaysia, wahrscheinlich alles Zahnärzte. Zumindest fahren alle BMW und Geld spielt auch keine Rolle. Sie haben ihre Motorräder und Begleitwagen ebenfalls mit Ronny verschiffen lassen. Interessiert ist man daran, welche Optionen es nach Ushuaia gibt. 2 von 3 kenne ich aus eigener Erfahrug. Entweder fieser argentinischer Ripio mit Seitenwind, fieser argentinischer Ripio mit Rücken- bzw. Gegenwind oder Chile mit Fähre. Aber ohne Buchung mit dem Troß keine Chance. Nils kommt dazu. Ein Bekannter von Ronny. Man ist in Aufbruchstimmung und hat eine Tour geplant. Schnell noch ein Abschiedsfoto mit den Rest der Reisegruppe die sich für meine Informationen bedanken. Durch Alex erhalte ich Zugang zu einer WhatsAppGruppe. Ca. 100 Leute die durch Südamerika reisen und sich austauschen. In Mendoza kann er mir weiterhelfen. Beim verlassen des Hotels tausche ich mich nochmal mit Nils aus. Man hat ihm gesagt, dass Blue und ich an die Rallye Dakar erinnern. Stimmt. Blue braucht eine Wäsche und meine Kombi hat mehr Staub eingefangen als James Stewart auf seinen Ritt nach Laramie.
Erstmal zur Touristik Information. Stempel und Tourtipp. Fahrt entlang der Küste nach Llao Llao. Und tatsächlich. Hier sind einige Viewpoints mit grandioser Aussicht. Besonders vom Panoramica ist der Anblick überwältigend. Mit der Kamera nicht einzufangen. Zwischenzeitlich hat der Regen eingesetzt. Bevor es dunkel wird schnell noch einkaufen und ab in die Unterkunft. Ein für mich lohnenswerter Ausflug. Doch Morgen geht es endgültig weiter.Lue lisää
Straße der 7 Seen
8. maaliskuuta 2023, Argentiina ⋅ ⛅ 15 °C
Es hatte die ganze Nacht geregnet in Bariloche. Am Morgen war es endlich regenfrei wenn auch verdächtig bewölkt. Nochmal in Ruhe frühstücken und dann packen. Ich verabschiede mich vom freundlichen Manager und die Fahrt beginnt. Der Wind ist gemäßigt und nach all der Steppe wird es grün und die Straße schwungvoller. Ich bleibe auf der RUTA 40 und fahre nach Villa La Angostura. Es fängt an zu nieseln. Hier hatten sich die Wege von Achim und mir damals getrennt. Nochmal tanken und Ölcheck. Die über 100 KM lange Straße "Ruta de los 7 Lagos" bis nach San Martin de los Andes hat hier ihren Anfang. Es ist wieder trocken und kaum windig. Kurve an Kurve geht es entlang der Seen. Sattes grün und immer wieder der Blick auf die Gewässer. Verschiedene Miradore zum verweilen und genießen. Auch diesmal immer noch unglaublich schön. Da freut sich das Bikerherz. Kurz vor San Martin treffe ich auf Vater und Sohn, die zusammen auf Motorradtour sind. Vater hat ein Anhänger mit einer wie selbstgebastelten aussehenden Piratenschatzkiste auf seinem Anhänger. Ein weiterer Biker kommt dazu. Hand-Fuß-Spanglisch ist jetzt Amtssprache. Und Transalp ist hier Historie und Kult. Immer wieder. Die Augenbrauen gehen noch höher als ich das Alter meiner Lady verrate. Ja, das kann sie immer noch mit Bravour, die Blicke auf sich ziehen. Ein paar Abschiedsfotos und Kurztrip durch den Ort. Die Stadt ist schön und voll. Tankstopp und kleine Ruhepause mit Imbiss. Noch eine halbe Stunde fahren und Quartiersuche in Junin de los Andes. Nein, diesmal kein Wildcamping auf dem Dorfplatz wie damals. Auf der Suche nach einer Übernachtung werden ich nach mehreren Anläufen fündig. Ich bin im El Rostal Hostel. Eine super Unterkunft für 4000 Pesos inkl. Frühstück und eigenem Schlafzimmer. Alles sauber und eine Gemeinschaftsküche. Raul und Silvia aus Cordoba übernachten hier ebenfalls. Sie freut sich, daß sie ihr Englisch endlich mal wieder anwenden kann. Und ein Bier trinken ist international auch ohne Worte verständlich. Na dann, Salud. Und die Einladung zum Hamburger Essen kann ich vor lauter Freundlichkeit natürlich nicht ablehnen.
Der Nachrichtenticker meiner neuen WhatsAppGruppe läuft. Anscheinend sind Straßen der Carretera Austral wegen Überschwemmungen gesperrt. Glück gehabt.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter wieder wundervolle Fotos von der schönen Gegend dazu gute Straßen hier würde ich auch gerne fahren das war doch für dich ein guter Tag
We are back
9. maaliskuuta 2023, Chile
Frühmorgens waren die Heinzelmännchen da und haben den Frühstückstisch gedeckt und Kaffee für uns gekocht. Der Abend ging etwas länger und war sehr unterhaltsam. Die beiden werden Richtung Süden fahren und dann in Puerto Madryn die Tochter besuchen. Sie erzählen von einer schönen Gegend an der Grenze und das die Straße dorthin kein Asphalt ist aber gut befestigt. Kurzentschlossen ändere ich meinen Routenplan und fahre abseits der Ruta 40. Asphaltstraße. Neue Fahrbahndecke. Herrlich geschwungene Kurvenstrecke durch die Hügellandschaft. Mal wieder hoher Spaßfaktor beim fahren. Doch irgendwann endet der Spaß, denn aus Asphalt wird eine 45 KM lange Wellblechbuckelpiste. Aber gut befestigt. Endlich in Alumine und Asphalt. Gelegenheit zum tanken. Hier ist ein Anglerparadies. Selbst die Tankstelle verkauft Ruten und Zubehör. Weiter geht es über Asphalt und Buckelpiste Richtung Villa Pehuenia am Lago Alumine. Und dann weiter Grenze. Freundliche Beamte und kurze Wartezeit in Argentinien. Auch der Grenzübergang nach Chile ist zügig. Bißchen Resthonig abgeben und 2 Äpfel. Den einen darf ich noch aufessen. Taschen durchleuchten und schon kann ich sagen: Chile, we are back. Ich seh schon die schneebedeckten Berge und Vulkane und wieder schöne Landschaften und Wälder. Die Zeiten mit Guanakos und Nandus sind endgültig vorbei. Dafür reichlich Schotterstraße die nicht enden will. Ich schaffe es dennoch vor der Dunkelheit die asphaltierte Hauptstraße zu erreichen. Es geht durch einen KM-langen Tunnel. Malalcalhuello heißt der Ort in dem ich eine Unterkunft suche und die Bürgersteige schon hochgeklappt sind. Es ist dunkel und ich ohne Quartier. Erstmal in einen Imbiss. SIM Karte tauschen. Klappt. Nur der Laden macht auch zu. Ich fahr noch ein Stück Hauptstraße und mach Wildcamping in einem Bushaltehäuschen ohne Zelt. Es regnet. Für Blue ist auch noch Platz. War heute mal nicht wirklich so berauschend der Tag aber dafür hab ich den Schotter hinter mir. Die Polizei fährt vorbei ohne uns zu beachten. Kaffee kochen und was Essen und mal sehen wie die Nacht wird. Zum Glück ist es nicht kalt. Wäre ja auch zu langweilig und einfach immer nur im Bett schlafen. Nein, nein die Straße hat uns wieder.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter wieder mal tolle Bilder von der herrlichen Landschaft da hast du ja eine super Unterkunft gefunden sogar überdacht die nächste Nacht wird vielleicht etwas komfortabler werden viel Glück dabei
Hasta la vista
10. maaliskuuta 2023, Chile ⋅ ☀️ 27 °C
Der Herbst steht vor der Tür. Die Tage werden kürzer. Abends früher dunkel und morgens später hell. Die etwas unruhige Nacht findet früh ihr Ende. Da kein Bus und kein Passagier kommt steht ein ungezwungenes Frühstück nichts im Wege. Einmal quer durch Chile und an die Küste so ist der Plan. Auf meiner Reise hatte ich unter anderem Normis kennengelernt. Jetzt ist der passende Augenblick gekommen um das Angebot, eine zeitlang Pause in einer privaten Airbnb Unterkunft zu machen, anzunehmen. Das Material hat doch gelitten und bedarf einer Überholung, Blue braucht Pflege und auch Globetrotter brauchen Pausen. Der Staub der letzten Wochen muss endlich mal aus dem Anzug. Die Reise soll noch lange Bestand haben. All die Eindrücke der letzten Wochen müssen in Ruhe verarbeitet werden. Bisher war es ein perfektes Timing. Fast immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Nun wird es Zeit neue Ziele zu stecken. Mein WhatsAppTicker hat stets neue Informationen. Zeit sich das Beste auszusuchen. So fahren Blue und ich entspannt über Autobahn und dann durch die Kleinstädte. Eine wunderbare historische Eisenbahnbrücke. In dem Ort treffen wir einen Farmer der 8 Jahre auf einer deutschen Schule war. Er spricht gut deutsch obwohl er keine Praxis hat. Bevor es nach Tomé geht noch ein Abstecher zur Küstenstraße und durch Concepcion. Die Region war Mittelpunkt der Waldbrände in Chile. Braune Bäume die an den Herbst erinnern. Schwarz verkohlte Erde. Im Nachhinein eine etwas unglückliche Entscheidung. Ich seh nichts von der Küste. Es ist eher Kölner Ring zum Feierabendverkehr. Und auch Concepcion ist eine riesige Stadt. Endlose Autoschlangen zwängen sich durch die Stadt. Endlich raus. Die Straße nach Tomé ist angenehmer zu fahren. Auch hier sieht man die Spuren des Waldbrandes.
Ziel erreicht. An dieser Stelle verabschiede ich mich von euch und werde in nächster Zeit sporadisch Neuigkeiten schicken. Mir geht es sehr gut und ich mach einfach mal Urlaub vom Urlaub. Bis demnächst. Hasta la vista.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter gute Idee mit Urlaub erhol dich von den letzten Monaten und komm zur Ruhe nutze die Zeit bis zum nächsten Abenteuer alles gute bleib gesund bis bald

Matkaajahallo Dieter, zwischendurch muss man eben mal sacken lassen .....richtig so. man muss es verarbeiten damit man den Kopf frei kriegt für das nächste Abenteuer. lass es dir gut gehen.....liebe Grüße

MatkaajaDanke Moni. Ja, ich genieße einfach mal den Vorteil einer festen Unterkunft. Es warten noch so viele neue Dinge.
Iglesia de Piedra
11. maaliskuuta 2023, Chile ⋅ ☀️ 18 °C
Kaum im Urlaub und schon wieder unterwegs. Ich werde eingeladen nach Cobquecura mitzufahren. Eine fast zweistündige Fahrt nordwärts zur Küste. Neues Fahrgefühl als Mitfahrer im Auto dabei zu sein. Die steinerne Kirche, Iglesia de Piedra, ist eine Felsenhöhle direkt am Meer. Bei diesem Wetter herrlich anzuschauen. Hoch schlagen die Wellen. Es kann vorkommen, dass das Meer die Höhle unter Wasser setzt. Dabei ist ein junges Paar ertrunken.
Weiter geht es zur Piedra del la Loberia. Felsen der Seelöwen. Dicht gedrängt liegen die Seelöwen auf diesem Felsen. Auch hier branden die hohen Wellen an die Felsformationen im Wasser. Das Toben des Meeres und die Laute der Seelöwen sind zu hören. Beides sind magische Orte die ich ohne Wissen der Einheimischen nie gesehen hätte.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter Super Ausflug in deinen Urlaub hat sich aber wohl gelohnt das sagen die Bilder und das Video aus bis bald
Pelikane, Erdbeben und Tsunami
13. maaliskuuta 2023, Chile ⋅ ☀️ 19 °C
Wo heute die Strandpromenade von Tomé ist, ereignete sich 2010 ein folgenschweres Erdbeben und Tsunamiunglück. Ein Kreuz und eine Gedenktafel erinnern an die Opfer. Von hier aus sieht man eine kleine unscheinbare Insel. Selbst vielen Einheimischen ist nicht bewußt welche Bewohner dort hausen. Auf zur Nachbarinsel. Für die einfache Handykamera leider etwas zu weit entfernt sieht man aber deutlich chilenische Pelikane. Verkehr wie auf einem Flughafen. An- und Abflug oder gar ganze Flugformationen. Ein unterhaltsames Naturerlebnis.Lue lisää

MatkaajaNun war ich 10 Monate in Südamerika unterwegs, wenn ich jetzt hier deine Bilder und Berichte lese packt mich schon wieder das Fernweh und stelle fest meine Reisezeit war doch zu kurz für das schöne SA… wünsche dir eine wunderschöne Tour mit noch vielen positiven Erlebnissen… Grüße aus Deutschland 🙋♂️🇩🇪
Komfortzone - "Die Falle"
10. huhtikuuta 2023, Chile ⋅ ☁️ 25 °C
Was ist die Definition für Langzeitreisen? Ein paar Monate oder Jahre? Egal wie lange es ist, irgendwann findet man einen Platz, der einen wie einen Zauber oder Magnet hält. Dann verschiebt man den Zeitpunkt der Weiterreise. Eine Komfortzone, an dem sich Körper und Geist vertraut fühlen und sich das Bewusstsein für eine Weile in Ruhe bringt. Es passiert jedem (oft mehr als einmal), aber bei Solo-Motorradreisenden ist es häufiger, und eine Art Falle die einen für eine Weile daran hindert, die Reise fortzusetzen. Diese Erkenntnisse fand ich in einem Bericht und kann dem zustimmen. Aber nun sind
die Batterien aufgeladen. Mein spanisch leicht verbessert und als Übung ging es ins Kino. Zugegeben, nix verstanden aber der Film hatte genug Action. Motorradkombi, Blue, Taschen, Schlafsack etc. gewaschen und gereinigt. Einige Kleinigkeiten repariert und wieder auf Vordermann. Ein Besuch in der Werkstatt zum Check. Nach Rücksprache mit dem Federbeinhersteller noch ein paar Einstellungen vorgenommen und Blue und ich sind wieder bereit, es mit allem aufzunehmen, was die Straße uns in den Weg stellt.
Worauf wir natürlich lieber verzichten. Das Osterfest musste ich nicht alleine verbringen. Es endet hier am Sonntag und an dieser Stelle wünsche ich ein frohes Osterfest. OK, hier ist noch Montag. Die Zeitverschiebung ist mittlerweile 6 Stunden und es wird früh dunkel.
Den langgehegten Reiseplan, die Reise dort in Argentinien fortzusetzen wo wir die Landesgrenze passiert hatten wurde kurzfristig über den Haufen geschmissen. Es geht Richtung Santiago. An einer Tankstelle hilft mir ein Truckfahrer um Blue auf dem Haupständer zu stellen. Und während ich nochmals die Kette neu einstelle spricht mich ein Chilene an und zeigt mir das Bild seiner Transalp. Benzingeplauder mit Übersetzerapp. Fast auf dem Weg liegt das erste Ziel die Colonia Dignidad.
Die Fahrt dorthin führt über asphaltierte Strassen. Am Gländeeingang steht ein Häuschen mit Schranke. 2000 Pesos Eintritt. Über einen gut ausgebauten Schotterweg erreicht man das Anwesen. Ein mulmiges und merkwürdiges Gefühl begleitet mich als wir über das Gelände fahren. Das Anwesen ist immer noch in Betrieb. Die Mitarbeiter sind freundlich und grüssen. Vor vielen Gebäuden stehen grosse Schilder in spanischer und deutscher Sprache. Deutsche Flaggen hänge hier und dort über den Balkonen. Vor einem Museum treffe ich auf ein deutsches Paar aus Berlin. Auch sie nutzen ihren Ausflug für einen Besuch dieser historischen Stätte. Es gibt einige Cabanas zum Mieten und ein Hotel. Sowie das alte Gemeinschaftshaus welches als Restaurant umarrangiert wurde. Dort spricht mich George an. Ein österreichischer Pilot der Vermessungsflüge macht und nebenbei mit Gästen Rundflüge. Ein Flugplatz ist auf dem Gelände. Sein erstes Motorrad war ebenfalls eine Transalp. Wir bekommen Gesellschaft von Rüdiger. Er ist einer von ca. 100 Bewohnern die heute hier noch leben. Er hat die ganze Leidensgeschichte selbst erlebt. Auch seine Mutter, fast 98 Jahre alt, lebt hier noch. Die älteste Bewohnerin wird im Mai 101 Jahr alt. Über viele Berichte schüttelt er den Kopf und hält sie für Effekthascherei der Medien. Nur eine Doku bei Amazon findet seine Zustimmung. Man solle mehr von heute berichten. Man hat dies mit aufgebaut und möchte nicht mehr gehen. Irgenwie erleichtert gönne ich mir nun doch einen Kaffee mit Kuchen. Dabei lerne ich Anna kennen. Sie ist zuständig für Hotel und Restaurant und hat als Kind selbst hier gelebt. Sie erzählt mir, daß dieses Jahr die Entscheidung getroffen wird ob das "Zippelhaus", das heutige Restaurant und damalige Gemeinschaftshaus aufgrund seiner Vergangenheit abgerissen wird. Sie setzt sich dafür ein, daß die Politik die Belange der jetzigen Bewohner mit einbezieht und möchte sich Gehör verschaffen. Nicht alle waren Täter. Es ist mittlerweile später Nachmittag. Es gibt einen Campingplatz in der Nähe. Wir sind die einzigen Gäste. Ja, der erste Staub haftet wieder an uns.Lue lisää
Weinen
11. huhtikuuta 2023, Chile ⋅ ⛅ 25 °C
Die Nacht ist unruhig obwohl alles ruhig und still ist. Und wenn der Zeitpunkt kommt an dem man aufstehen will dann kommt nochmal die Müdigkeit. Auch OK. Der Tag beginnt sonnig und die Sonne bleibt unser Begleiter. Einige Hunde leisten uns beim Frühstück Gesellschaft. Über die Ruta 5, eine zweispurige Straße geht es gemütlich Richtung Norden. Die Straße ist belebt aber wenig spannend. Nur ein Van-Fahrer fährt mit uns gleichauf, hupt und winkt freundlich. Vorbei an Eisenbahnbrücken und, halt Moment, eine Brücke ohne Mittelteil. Die ideale Kulisse für ein Fotoshooting. Etwas versteckt die Zufahrt und ziemlich blöd wenn man sich hier hinlegt oder sich festsetzt. Vorsichtig und ein bißchen Schwung und Blue erklimmt die Brücke. Etwas Spannung muß sein. Findet wahrscheinlich auch der LKW-Fahrer der unser Shooting mit seiner Hupe akustisch unterstützt. Wir fahren zwischenzeitlich ab von der "Autobahn" um etwas Sightseeing in Talca, Curico und San Fernando zu machen. Hier am Fuße der Berge sind die Weinanbaugebiete. Auch der Wein des Jahres 2021 stammt aus dieser Gegend. Ein ungewöhnliches Gefühl sich schon am früheren Nachmittag um eine Unterkunft zu bemühen. Santiago kann ein Tag warten. Rancagua vermeiden wir für eine Übernachtung. Vor einigen Tagen wurde hier ein Polizist getötet. Ich finde ein Campingplatz im Weinanbaugebiet. Wie sich später herausstellt übernachten hier auch Monteure. Ein großer Gemeinschaftsraum, Frühstück inklusive und ein Zimmer für 10000 Pesos. Superfreundlich und Blue steht save unterm Dach. Ringsherum Weinfelder und Berge im Blick. Glück gehabt. Morgen geht's weiter.Lue lisää
Laguna de Aculeo
12. huhtikuuta 2023, Chile ⋅ ☁️ 21 °C
Das Frühstück steht bereit als alle anderen schon gegangen sind. Bis Santiago ist es nicht mehr weit und es besteht kein Anlass zur Eile. Eine Fahrt durch die Weinfelder und Olivenplantagen bietet sich an bevor es wieder auf die Ruta 5 geht, die hier als Weinstraße gekennzeichnet ist. Ein Schild zeigt die Abfahrt zur Laguna de Aculeo. Hört sich gut an also schauen wir mal. Eine teils geschwungene Straße führt zur Lagune. Viele Stände und Imbißmöglichkeiten säumen den Weg. Wirkt touristisch aber dennoch entspannt. Und falls irgendwann die ganz große Langweile kommt habe ich einen Basteltipp gefunden. Schwäne aus alten Autoreifen basteln. Nur der Zugang zum Wasser lässt sich nicht finden. Entweder ein mit Sicherheitspersonal abgesicherten Privatclubzugang oder ein abgeschlossener Campingplatz. Auf der Fahrt zurück zur Ruta dann doch noch eine Straße. Und ich kann es kaum glauben, nur Sand. Kein Wasser völlige Dürre und sonst gar nichts. Schade. Zurück zur Ruta 5 und rein nach Santiago. Als erstes suche ich die Werkstatt für Blue. Victor ist eine Empfehlung von Ronny. Er und seine Freunde bringen ihre Motorräder auch zu ihm und er genießt bei denen den Ruf der Beste zu sein. Es gibt kein Schild oder ähnliches. Und Victor hat mir noch keine Adresse geschickt. Endlich meldet er sich. Keine Hausnummer zu sehen. Die Nachbarschaft hilft auch nicht weiter. Und dann doch gefunden. Ich beschreibe ihm nochmal meine Wünsche und die Probleme mit dem schwammigen Fahrverhalten. Wir vereinbaren einen Termin für den nächsten Morgen. Die Unterkunft in Santiago ist diesmal eine einfache Sache. Für Motorradfahrer ist das Casa Matte Hostal ein zentraler und man kann sagen legendärer Anlaufpunkt in dieser Stadt. Es ist günstig und hat sogar eine kleine Werkstatt. Viele Motorradfahrer waren schon hier. Alles sehr sauber und aufgeräumt. Ich treffe ein Paar aus London, leider hat sie sich die Schulter bei einem Sturz gebrochen und ist zur Zeit ausser Gefecht. Und dann ist da noch Frank mit dem ich mir den Schlafsaal teile. Holländer und deutschsprechend. Seit 4,5 Jahre hier unterwegs. 2 Jahre in Peru da er das Land wegen der Pandemie nicht verlassen konnte. Seit ca 20 Jahren in Südamerika unterwegs. Er ist alles andere als redefaul und es wird spät.Lue lisää
Santiago
13. huhtikuuta 2023, Chile ⋅ ☀️ 22 °C
Gut geschlafen. Noch in Ruhe frühstücken bevor ich Blue zur Werkstatt fahre. Moment, zwischen all den Stickern am Kühlschrank entdecke ich einen Adressaufkleber von jemanden den ich kenne. Foto gemacht und an Achim geschickt. Er hat sich hier verewigt. Ca. 2 KM bis zur Werkstatt. Noch einmal alles durchgesprochen und notiert. Da die Ersatz- bzw. Verschleißteilbesorgung in Santiago am einfachsten ist werde ich meine Ersatzkette behalten und eine neue Kette besorgen lassen. Etwas frühzeitig den Ölwechsel machen, Schwinge checken und nachfetten, Hinterradbremsbeläge wechseln,etc. Damit die Weiterreise entspannt starten kann. Zurück in der Casa Matte treffe ich auf Frank auf einen Plausch. Zeit für ein zweites Frühstück danach etwas chillen auf der Dachterrasse und Sonne genießen bevor die nähere Umgebung zu Fuß erkundet wird. Es ist bereits dunkel als ich zurück bin. Füße hoch und entspannt den Abend bei einem Bier ausklingen lassen.Lue lisää
Cerro San Cristobal -Santiago
15. huhtikuuta 2023, Chile
Der gestrige Tag schlug mir auf den Magen und so reichte es nur dazu meine Blue wieder abzuholen. Sie ist wieder bereit für die nächsten Abenteuer. Aber zunächst verlängern wir den Aufenthalt und ich gönn ihr noch etwas Erholung. Zu Fuß geht es heute wieder Richtung Funicular. Das Stadtteil Bellavista bietet viele Bars und Clubs und auch Stände, Geschäfte und Boutiquen sowie Street-Art. Es ist Wochenende und der Andrang zur Bergbahn groß. Also geht es sportlich zu Fuß den 880 m hohen Berg hoch. Belohnung ist zwischendurch ein fantastischer Blick über die Stadt. Doch Hauptziel ist die Marienstatue, Papst, Madre de Santiago, die kleine Kirche und, und, und. Hinunter geht es diesmal mit der Seilbahn. Vorbei an der Skyline Sanhatten zur Casa Matte. Mittlerweile ist es dunkel geworden und die Lust noch mehr von dieser Stadt zu sehen größer...Und auch das Imperium um Meister Yoda ist noch nicht verloren. Die Jedi-Ritter haben sich in Chile versteckt und bereiten sich auf ihren nächsten Einsatz abends im Park vor,.. Fortsetzung folgtLue lisää
Cerro Santa Lucia - Santiago
16. huhtikuuta 2023, Chile ⋅ ☀️ 20 °C
Die nahe Lage des Hostels macht es möglich, dass ich auch heute alles zu Fuß erreichen kann. Erstes Ziel ist das Palacio de La Moneda, die ehemalige Prägeanstalt und heutiger Präsidentenpalast. An der Hauptstraße befindet sich das Centro Cultural La Moneda. Heute findet eine friedliche "Demonstration" statt, die im Zusammenhang mit der getöteten Polizistin und Polizisten steht. In den unteren Etagen des Gebäudes befinden sich Kunstausstellungen. Fußball und Frauen ist hier das Thema. Auf der "Rückseite" des Gebäudes befindet dann der Präsidentenpalast. Doch der hat heute frei und es gibt nichts zu sehen. Seine Privatresidenz befindet sich nicht in diesem Gebäude. Weiter geht es zum Herz der Stadt die Plaza de Armas. Dort steht höchst eindrucksvoll die Catedral Metropolitano. Aber auch das Museo Nacional de Bellas Artes steht hier. Da am Sonntag der Eintritt frei ist nutze ich die Gelegenheit für einen Besuch. Mitten im Zentrum und unweit entfernt ist der Cerro Santa Lucia. Ein kleiner Park mit einer spanischen Festung von der man zum Greifen nah die Stadt von oben sieht. Ein herrlicher und entspannender Park. Am Eingang erwartet Neptun die Besucher. Am Fuße des Parkes liegt das Lastarria Viertel mit seinen Theatern , Cafés und Restaurants, Designläden und Galerien. Flohmarkt-Stände, wo Antiquitäten, Bücher und Handwerkskunst verkauft wird. Es gibt viele grüne Parks in Santiago die als Treffpunkt genutzt werden oder auch von Künstlern. Ein abwechslungsreicher Tag geht zu Ende an dem es viel zu sehen gab.Lue lisää
Paso Libertadores
18. huhtikuuta 2023, Chile ⋅ ☁️ 22 °C
Am gestrigen Tag füllte sich das Hostel. Laetitia und Lorenz aus Südafrika kamen dazu. Sie leben in Australien und Laetitia spricht sogar Deutsch. Und Lino aus Barcelona. Sowie einige weitere Gäste. Ich hatte nochmals um einen Tag meinen Aufenthalt verlängert. So konnte ich meine Minigarage neu sortieren. Das Ersatzteillager wieder auf neuesten Stand gebracht. Sicherheitshalber eine Ersatzkupplung, Schlauch, Bremsbeläge,... Dabei fiel auf, dass man mir die falschen gegeben hatte. Also nochmal zu Fuß durch die Stadt schlendern und tauschen. Das Viertel erscheint wie eine eigene Welt. Laden an Laden nur mit Ersatzteile und Werkstätten. Noch etwas Vorrat besorgen und von Frank paar Reisetipps notiert. Und heute morgen war es dann soweit, es geht weiter. Frühstücken, Sachen verstauen und sich verabschieden. Bei herrlichem Sonnenschein verlassen wir Santiago. Ein Rollerfahrer hupt und grüsst nochmal. Ab Los Andes geht es direkt Richtung Anden. Und es ist eine Strecke zum Genießen. Aber diese Strecke zum Grenzübergang nach Argentinien hat noch einige Highlights. Asphaltierte Serpentinen. Und das Fahren macht wieder Spaß. Kaum noch Unruhe im Heck. Keine Geräusche aus Richtung Getriebe. Alles fühlt sich leichtgängig an als hätte Blue eine Verjüngungskur gemacht. Die Kette war absolut am Ende und die Kettenritzelaufnahme schon ausgeschlagen. Die Fahrwerkseinstellung fühlt sich besser an. Ein erster Test ist die serpentinenartige Zufahrt zum Cristo Redentor de los Andes über festen mit Steinen durchsetzten Sand. Wir sind in 3850 m Höhe als wir unser Ziel erreichen. Es ist windig und eiskalt. Ein geschichtsträchtiger Ort, an dem der Frieden zwischen Chile und Argentinien besiegelt wurde. Hier verläuft auch die Grenze. Weiter geht es serpentinenartig zum Grenzübergang. Eine andere Art von Grenzübergang. Gleichzeitig aus Chile abmelden und in Argentinien anmelden. Zudem gibt es diesmal eine Einfuhrgenehmigung für Blue. Bisher gab es diesen Schein nur für Chile. Der Grenzübergang geht recht zügig. Aber es wird bald dunkel. Noch ca. 50 KM bis Uspallata. Es dämmert schon beim erreichen des Ortes. Diesmal nehme ich Osmand zur Hilfe. Diese OpenSource NaviApp kann ich offline benutzen und erhalte u. a. das Gran Hostel als Unterkunft angezeigt. Für umgerechnet 11 Euro bekomme ich ein 3-Bettzimmer für mich allein inklusive Frühstück. Es wirkt eher wie ein Hotel. Alles ist sauber. Blue steht auf dem Kameraüberwachten Parkplatz. Auch das Restaurant bietet sehr günstiges Essen. Es ist nicht mehr weit bis Mendoza, ca 100 KM. Jeder schwärmt von dieser Stadt. Ich bin gespannt.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter, da hast du wieder einmal absolut beeindruckende Bilder gemacht. Toll!

MatkaajaDanke Moni. Der Grenzübergang ist wirklich klasse. Eines der Gründe weshalb ich den Weg über Santiago genommen habe.

MatkaajaHallo junger Adler er fliegt wieder nun wird es wieder interessant. Es fängt ja gut an. Was für eine tolle Landschaft. Ich wuensche dir nun eine gute Weiterfahrt wieder neue Eindrücke und passe gut auf dich auf. Liebe Grüsse

MatkaajaHallo Liesel. Danke für deine Wünsche. Die Anden hier sind wirklich grandios.
Incas und das Farbenspiel
19. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☀️ 15 °C
Geduscht, gepackt, gefrühstückt und dann doch noch um einen Tag verlängert. Ich hatte auf Schildern und im Navi etwas von Incas Ruinen und archäologische Fundstätte gelesen. Da kommt Indiana Jones in mir hoch und die Suche nach dem Inca Goldschatz. So geht's mit leichtem Gepäck zunächst zur Tankstelle. Blue steht wieder im Mittelpunkt und wird von einigen brasilianischen Motorradfahrern inspiziert. Meine paar Worte spanisch reichen für einen kleinen SmallTalk. Auf zu den Ruinen. Zunächst auf Schotterstraße dann zu Fuß weiter. An der Straße kein Hinweisschild. Nichts ausgeschildert. In voller Montur bei strahlendem Sonnenschein erreiche und finde ich die Ruinen trotzdem. Meine Vorstellung von Inca, Macchu Picchu, Peru, Panflöte und Incagold wird hier nicht erfüllt. Die hier aufgestellten Tafeln sind verblichen. Es wirkt so als ob nicht nur die Incas verschwunden sind. Wahrscheinlich haben die einstigen Siedler sich beeilt und sind in Flip-Flops über den Andenpass gelatscht. Die aufgestellten Steine erinnern an Gärten mit Sitzecke bei uns und an Baumärkte. Der Geist von diesem Ort will nicht zu mir überspringen. Dafür springt Blue mühelos an und wir manövrieren über Stein und Sand zur Hauptstraße. Zunächst zum Mirador De Uspallata. Ich begnüge mich mit der Aussicht über den Ort. Das nächste Ziel ist Cerro 7 Colores. Volltreffer. Über Schotterstraße geht es zu diesem spektakulären Ort. Mit ausreichend Zeit widme ich mich diesem Felsen. Dabei lerne ich Bernd und seine Frau kennen. Sie leben in München. Bernd kommt aus Dresden und sie besuchen die Familie seiner Frau in Mendoza. Zurück im Ort fahre ich noch zu den Las Bóvedas De Uspallata. Es ist bereits geschlossen. Hier erfährt man geschichtliches zur Entstehung des Ortes. Die Abenddämmerung beginnt. Zeit für eine Dusche und Abendessen.Lue lisää
Lost Places - Minas de Paramillos
20. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ⛅ 18 °C
Heute geht es über die RP52 nach Mendoza. Anfangs noch Asphalt die später in Ripio übergeht. Aber jetzt ist Blue wieder leichter beherrschbar. Auch wenn wir an manchen Stellen nur Schrittempo fahren. Die Minas de Paramillos ist unser erstes Ziel und ein Highlight an diesem Tag. Um 1620 errichteten Jesuiten hier eine Zitadelle zur Gewinnung von Blei, Silber, Kupfer, Gold und Zink. Dann wurde das Gebiet von den spanischen Konquistatoren und ab dem 19. Jahrhundert von den Deutschen und bis 1982 von den Engländern ausgebeutet. Die sogenannte Geisterstadt Paramillos. Ein Gebäude sticht hervor, in dessen Innerem sich ein großes Loch befindet, der Schacht Gobernador Elías Villanueva, das 1888 von dem deutschen Ingenieur und Geologen Lave Lageman gebohrt wurde. Er ist 90 m tief und diente der Entnahme von Wasser und Erz. Viele der Gebäude wurden auch verwendet, um die Sets für Sieben Jahre in Tibet mit Brad Pitt zu bauen, der in diesem und anderen Teilen von Uspallata gedreht wurde. Die Mine wurde auch für die Dreharbeiten zum Film „De amor y de sombra“ mit Antonio Banderas genutzt. Das Innere der unterirdischen Minen ist nur bei geführten Touren zugänglich. Und hier treffe ich einen der alten Bekannten wieder, einen Guanaco. Es bleibt nicht die einzige Begegnung an diesem Tag. Am Cruz de Paramillos, dort wo Fuchs und Auto sich guten Tag sagen mache ich einen Abstecher zum höchsten Punkt und verschaffe mir einen Überblick von dieser Gegend. Nächster Halt ist der Mirador del Balcon. Von diesem erbauten Balkon blickt man in eine tiefe Schlucht. Und hier treffe ich auf zwei Pärchen. Sie kommen aus der Nähe zwischen Cordoba und Buenos Aires. Seine Großeltern und Eltern sprachen noch deutsch. Er spricht paar Worte und versteht etwas deutsch. Zusammen mit mein bißchen spanisch wird es doch noch unterhaltsam. Er zeigt mir Bilder seiner Ducati mit der er am Macchu Picchu war. Fotosession mit seinem Freund und weiter geht es. Ab hier windet sich die Straße ins Tal. Kaum noch Schotter und Wellblech. Fester Sand mit teilweise festen Steinbrocken. Es macht wieder richtig Spaß wenn Bodenwellen weich genommen werden und die Federung eintaucht. Herrliches Wetter und ein fantastischer Blick in die Anden. Nach der Hälfte der Strecke wird die Straße zu einer Betonstraße. Es geht fast nur geradeaus. Aber diesmal ist es nach all der Konzentration und Anstrengung eine willkommene Gelegenheit zum entspannten cruisen. Noch ein Halt am Monumento Canota bevor es in die Stadt geht. Ich treffe auf zwei einheimische Motorradfahrer. Einer schaut mich ungläubig und fast fassungslos an, als ich ihm erzähle, dass ich aus Deutschland komme und solo unterwegs bin. Ich fahr ins Hostel welches mir Laetitia und Lorenz empfohlen haben. Duschen und ein Spaziergang in die Stadt. Bei angenehmer Temperatur genieße ich mein Essen an der Flaniermeile und schreibe meine Erlebnisse auf.Lue lisää
Fotoflashmob am Vista Dique Potrerillos
21. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☀️ 19 °C
Am frühen Morgen weiß ich noch nicht so recht wohin die Reise heute geht. Ich lese etwas von Thermalbad in der Umgebung. Schau ich mir mal an, vielleicht mach ich mal einen SPA-Tag daraus. In der Garage unterhalte ich mich mit einem Motorradfahrer der auch hier übernachtet hat. Spanglish ist im Moment meine bevorzugte Sprache. Klappt auch irgendwie. An der nächsten Tankstelle treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Kettenfetten. Weiter geht es. Vor einem Tunnel erscheint ein Schild mit der Aufschrift "Ruinas de Fader". Ruinen, mehr braucht es nicht und Blue lenkt schon fast von selbst auf den Parkplatz. Ja, wir verstehen uns. Während sie geduldig im Schatten eines Baumes wartet inspizieren ich mal die ollen Brocken die hier rumstehen. Muy bien, äh sehr schön. Eine gesperrte Brückenkonstruktion ist unser nächstes Fotomotiv. Als nächstes kommen wir an einer Hängebrücke vorbei an der ziemlich was los ist. Hätte Blue gerne Fotostrategisch hier positioniert was leider nicht möglich ist. Also mach ich das mal selber. Wie erreichen den Parque de Agua Termal - Termas Cacheuta. Reihenweise Busse und ein Miniort mit Schlemmöglichkeiten. Meine Vorstellung a la Thermalbad wie damals mit meinen Kiwifreunden und diesem Ort klaffen sehr weit auseinander. Nichts für mich. An einem Stausee ist der geeignete Platz für ein Kaffeepäuschen. Hier bekommen ich Nachhilfeunterricht wie man Churro richtig ausspricht. Apprendo espanol (Ich lerne spanisch). Leider hat sie heute keine. Dann nehme ich halt Alfajores. Während ich genüßlich schlemme, versammelt sich fast unbemerkt eine Gruppe Motorradfahrer hinter mir. Sie formieren sich zu einem Gruppenfoto und bitten eine junge, sehr sommerlich bekleidete Dame um die Mithilfe als Fotografin. Bevor sich alles auflöst drücke ich der jungen Dame ebenfalls mein Handy in die Hand und im besten Spanglish mit plattdeutschem Akzent formieren ich die Gruppe erneut zum Fotoshooting. Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen. Kurz danach hat sich die Versammlung am Vista Dique Potrerillos in Nichts aufgelöst. Der Tag hat noch Tageslicht und Google Maps eine Cascade im Angebot. Doch Google Maps weiß nicht was ich weiß, die Straße ist unter Wasser. Zurück geht es nach Mendoza. Rechtzeitig bevor es dunkel wird. Alle schwärmen vom Malbec Wein. Hier ist Anbaugebiet. Im Hostel ist er günstig zu haben. Ich köchel mir etwas bei einer Flasche Malbec und trink auf alte Freunde. Buenas noche.Lue lisää
Cristo rey del valle de Tupungato
22. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ⛅ 17 °C
Heute versuche ich zur Abwechslung mal den Tag planvoll zu gestalten. Also nehme ich mir nach dem Frühstück die Zeit eine Route zu gestalten. Naja, der Vorsatz war da letztendlich fahr ich einfach mal los Richtung Valle de Uco. Da die Region südlich Mendoza bekannt und berühmt für ihr Weinanbaugebiet ist werde ich mir das mal anschauen. Hier reiht sich ein Weinbauer an den anderen. Tausende von Hektar mit Wein bzw. Oivenbaumplantagen. Eher durch Zufall sehe ich das Hinweisschild Cristo del Rey. Im Schlangenkurs geht es den Hügel hinauf. Zunächst unscheinbar aber dann doch wesentlich größer als gedacht erscheint die Jesus Statue der wie ein Schutzpatron über das weite Land des Weinanbaugebietes blickt. Und ja, von hier aus blickt man über das gesamte Tal. Bei der La Azul Bodega mache ich halt und werde Zeuge was eine Weinverkostung bedeutet. Sollte ich nochmals hierherkommen, dann nur mit einem der Veranstaltungsbusse. Eigentlich wollte ich noch andere Weingegenden besuchen. Aber es wird Zeit für die Rückkehr. Zusammen mit einer Ducati-, Africa Twin und Goldwing und meiner Blue ergibt sich eine Fahrgemeinschaft. Man will sich ja schließlich nicht immer überholen lassen. Und so wird öfter mal die Führungsposition gewechselt. Scheint Eindruck bei den anderen zu machen. An einer Baustelle vernehmen ich während der Fahrt vom AfricaTwin Fahrer die Worte, espectacular moto. Recht hat er, meine Blue ist halt spektakulär. Besonders in Argentinien erregt sie in der Landesfarbe immer wieder Aufsehen. Leider ist eine weitere Unterhaltung während der Fahrt nicht möglich. Noch schnell ins Carrefour und ab in die Küche. Stärken für die nächste Tour.Lue lisää
Mendoza by Night
23. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☁️ 11 °C
Was macht der Argentinier Sonntags am liebsten? Er packt sein Auto bist unter das Dach voll und fährt völlig überladen ins Freie und grillt. Egal wo. Es gibt einige feste Grillplätze. Aber man findet ihn auch unter Brücken oder sonstigen abgelegenden Orten. LKW's haben kein Sonntagsfahrverbot und die Polizei erhöht die Bereitschaft und Blitzer. Ungeachtet dessen geht die Fahrt auf die Ruta 7 nach Uspalatta. Zunächst raus aus der Stadt. Nochmals durch die Weinfelder am Fuße der Anden. Ich schaue mir zwei Bodegas an die anscheinend sehr bekannt sind. Die Dame der privaten Security ist sehr nett und zu einem gemeinsamen Foto bereit. Lost Places in Form von ausser Dienst gestellten Brücken sind begehrte Fotomotive. Eine nicht zugängliche "Geisterstadt" , eingestürzte Eisenbahnbrücken Reihenweise Tunnel. Die Strecke hat einiges zu bieten. Eine Gruppe Harleyfahrer aus Brasilien die ihre Landesfahnen sichtbar an ihren Maschinen befestigt haben. Aber unübertroffen sind die Anden. Manchmal rotschimmernd wie Arizona und dann die schneebedeckten Gipfel die eine imposante Kulisse bilden. Es ist nicht nur der Fahrtwind der einen eine Gänsehaut beschert. In Uspalatta geht es wieder zurück nach Mendoza. Obwohl die selbe Strecke erscheint es mit neuem Blickwinkel fast wie eine neue Route. Und da ich auf dem Hinweg nicht jeden Viewpoint mitgenommen habe bleibt für die Rücktour noch genug zu entdecken. Zurück in Mendoza nutze ich diesmal die Lichter einer Stadt um in der Dämmerung die Stadt zu entdecken. Es gibt viele Parks in denen sich die Menschen treffen. Oder die Argentinische/Chilenische Freundschaft besiegelt wird. Beleuchtete Wasserspiele im Takt der Musik. Das Hotel Bellagio in Las Vegas läßt grüßen. Ein gelungener Abend um sich von dieser Stadt zu verabschieden. Daumen hoch. Genau wie Santiago bleibt noch genug zu entdecken.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter was für beeindruckende Bilder es gibt wohl immer noch eine Steigerung bei dir nur 11 grad oder war das morgens? Hier nach ein paar guten Tagen wieder Regen und Temperatur Sturz auf 8 Grad alles gute
Alea iacta est - San Rafael
24. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☀️ 23 °C
Lateinisch statt spanisch. Der Würfel ist gefallen. Genau wie der alte Caesar und die Römer kann ich mir aus Platzgründen nur einen Würfel leisten. Der ist zu Gunsten von San Rafael gefallen. Ich habe nur etwas von einem Canyon gelesen und Tagestouren die man dorthin anbietet. Scheint sicherlich ganz nett dort zu sein. Sind aber immerhin über 200 KM. Daniel, der Besitzer vom Hostel gibt mir eine Empfehlung für ein Hostel in San Rafael. Über der Ruta 40 geht es südwärts. Eigentlich will ich in den warmen Norden doch die Temperaturen sind hier sehr angenehm. Die 2-spurige Fahrbahn ist nicht wirklich spannend. Dafür sind die schneebedeckten Gipfel der Anden im Sonnenlicht eine majestätisch Erscheinung. An manchen Orten verändert die Natur die Blätter der Bäume goldgelb. Goldener Oktober. Spätestens als wir die Ruta 40 verlassen und die Anden sich entfernen wird einem bewußt das wir wieder in der Pampa sind. Schon am frühen Nachmittag erreiche ich San Rafael. Tanken, Käffchenpause und Einchecken im Hostel. So bleibt Zeit um nochmal kurz zum Canyon Atuel zu fahren. Damit habe ich nicht gerechnet als ich die kurvenreiche Strecke zu den Viewpoints fahre. Die Hauptsaison ist vorbei. Kaum Menschen unterwegs. Die Kurven fast für mich allein. Campingplätze, Grillstationen, Hotels, Rafting, Kayak ... das Angebot ist groß und vieles geschlossen oder leer. Die gut ausgebaute Asphaltstraße wird beim Anstieg zum Berg jetzt angenehme Schotterpiste. Erst jetzt sieht man den See in seiner ganzen Größe. Das große Ganze aus Vogelperspektive erweckt Patagonienfeeling und feuchte Augen. Ich denke an einen Campingstuhl, Grill, ein argentinisches Steak und ... in diesem Moment wird aus dem Vogel ein Condor. In rufweite fliegt er vorbei. Bevor ich reagieren und meine Kamera zücken kann ist er auch schon wieder weg. Der Hinweis das es Zeit für den Rückweg ist. Und wie Kaiserpinguin auf Eisscholle kurz vor Heiligabend freu ich mich schon auf morgen. Dies war heute Nachmittag nur ein Appetithappen. Werd bestimmt vor Aufregung nicht schlafen können. Morgen in der Frühe geht es wieder los.Lue lisää
Bevor alle Dämme brechen,...
25. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☁️ 24 °C
..., werde ich mal losfahren und kontrollieren ob alle in Ordnung sind. Der Dique Galileo Vitali ist ein kleiner aber feiner Damm. Macht äußerlich einen gepflegten Eindruck und bietet ein hübsches Panorama. Test bestanden. Bei herrlichstem Sonnenschein inspiziere ich den Dique El Tigris. Pampa Energia ist für diesen Damm verantwortlich. Und dieser Damm ist auch einige Nummern größer. Blue und ich sind die einzigsten hier. So können wir die Technik mit der GoPro testen. Zeitgesteuerte Aufnahmen, per Bluetooth, etc. Keine Auffälligkeiten. Unser nächstes Ziel ist der Dique Los Reyunos. Nicht nur Damm auch Touristenhotspot. Kaffeefahrten zu diesem Damm gehören zum Ausflugsprogramm vieler Veranstalter. Tatsächlich steht auch einer gerade im Weg. Blue und ich ergattern einen Schattenplatz unter dem einzigsten Baum hier. Einen Happen nehmen, einen Piepmatz füttern und als der Bus verschwunden ist beginnt meine Inspektionstour. Nebengeräusche aus der Ferne. Ein Trupp Motorradahrer aus Buenos Aires. Sie teilen sich den Rest Schatten des Baumes und umzingeln Blue. Sie wird genau inspiziert. Als ich mich dazu geselle beginnt eine rege Unterhaltung. Einer spricht Englisch. Na klar Fotoshooting. Und in Argentinien raucht man keine Friedenspfeife, nein, man teilt sich eine Tasse Matetee. Wird Zeit weiter zu fahren. El Nihuil ist mein Ziel. Erstmal geht es durch die Pampa. Der Ort hat zwar auch einen Staudamm aber nicht so spektakulär. Interessanter ist der im Privatbesitz blauweiße Leuchtturm. Un hier beginnt die 173. Die ersten 3 KM sind mal wieder böswilliger Wellblecher übelster Sorte. Ich will schon abbrechen als die Straße sich teilt und es anscheinend besser wird. Und es wird besser. Diese Fahrt durch den Canyon ist wirklich einzigartig. Erinnerungen an die Carretera Austral wo nach jeder Kurve eine neue Überraschung lauert. Und auch hier fasziniert mich die abwechslungsreiche Fahrt. Steinwände zum Anfassen, der Rio Atuel und Schotterstraße eingebettet in grün. Immer wieder verschiedene Felsformationen. Manche haben Namen. Elefant, Astronaut,...Pampa Energia betreibt hier Dämme der Hidroelectrica. Camperstellplätze im Grünen und Grillstatioen. Die Straße führt wieder am See des Vortages vorbei. Heute ist hier mehr los. Das scheint sich auch der Fuchs zu denken der hier neugierig nach dem Rechten schaut. Auf der Asphalstraße geht es wieder aus dem Canyon hinaus. Nur ein Auto welches ich überhole. Ansonsten freie Fahrt durch die Kurven. Es wird soeben dunkel als ich San Rafael erreiche. Diese Tag und diese Fahrt haben sich absolut gelohnt. Die Entscheidung San Rafael war es wert. Daumen hoch, 5 Sterne.Lue lisää

MatkaajaHallo Dieter was für spitzenmässige Bilder und was für ein super Erlebnistag der mit zu den besseren Tagen in deiner Geschichte gehört und mit den Wolf hättest du auch tanzen können weiter alles gute
San Rafael - San Luis
26. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☁️ 25 °C
Nach dem ereignisreichen Tag gestern geht es heute nach San Luis. Ca. 280 KM. Strahlender Sonnenschein. Beim gemeinsamen frühstücken im Hostel OLI hilft mir der Mitarbeiter und überträgt Guthaben auf meine Prepaidkarte. Damit spar ich mir den Aufwand den passenden Laden zu finden. Nach der Verabschiedung verlasse ich San Rafael. In Monte Coman sehe ich eine Art Eisenbahn Freilichtmuseum. Ich schau mich mal um. Direkt daneben ist die Feuerwehrwache. Na klar, weil hier eh nichts los ist erregen wir Aufmerksamkeit. So komme ich mit Angel ins Gespräch. Sie hat auch ein kleines Motorrad gefahren. Anscheinend ist sie stark beeindruckt das ich alleine reise. Sie versucht einige ihrer Beziehungen spielen zu lassen um mir eine Unterkunft zu besorgen bzw. Kontakte für den Notfall. Leider hat sich dann keiner mehr gemeldet. Eine Unterkunft habe ich auch so gefunden. Die Dame an der Rezeption spricht kein Englisch. Mein Spanglisch führt zu irgendwelchen unterhaltsamen Lachern. Wir verstehen uns. Achim war damals auch in San Luis gewesen und hatte ebenfalls im Hotel Cesar übernachtet. Mal kurz mit ihm telefoniert. Für ihn geht es erstmal nach Belgien zum Motorradtreffen. Die Inflantion in Argentinien steigt immer höher. Hatte ich damals noch ca. 380 Pesos bekommen so sind es jetzt fast genau 500. Für mich natürlich gut. Aber klar auch die Preise steigen. Und der Ausgabeschalter im Supermarkt ist mal wieder vom System abgeschnitten. OK, mañana. Direkt neben dem Hotel ist ein Restaurant, gegenüber auch und eine Tankstelle. Perfekte Lage. Auch das Zimmer liegt im Schattenbereich und Blue überdacht und überwacht. Die Wärme des Tages hat mich geschafft. Keine Zeit zum Müde werden. Ich schlafe schon vorher ein.Lue lisää
Curvas, Curvas, Curvas
27. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☀️ 23 °C
Mal wieder kurzfristig entscheide ich mich meinen Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Künstlerische Freiheit spontane Entscheidungen treffen zu können. Erstmal wieder zum WU-Schalter um Geld zu besorgen. Immer noch nicht möglich. Es gibt noch andere und diesmal funktioniert es. Da es eh ein Rieseneinkaufscenter ist nutze ich die Gelegenheit zum bummeln. Bluetooth Kopfhörer von Philips für ca. 11 Euro. Nehm ich mal mit. Zurück zum Hotel und in die klimatisierte Tankstelle einen Capucchino genießen. Kopfhörer ausprobieren und mal versuchen etwas zu planen. Eigentlich schon etwas spät entscheide ich mich für eine Rundtour. Wie durch einen Park beginnt die Tour nach Trapiche. Mautgebühr aber nicht für Motorräder. Ich darf um die Schranke jonglieren. Alles asphaltierte Straße. Sonnenschein. Alles was es braucht um glücklich durch die Pampa zu cruisen. Mal wieder ein Damm. Viewpoints. Anhalten und Landschaft genießen. Und dann beginnt sie. Die Kurvenhatz durch Berg und Landschaft. Keine Gerade die auch nur annähernd 300m schafft. Kurve an Kurve. Alles auf bestem Asphalt. Nur die Sonne steht immer tiefer im Gegenlicht. Und dann wird es doch noch dirty. Kurven die mit alten Autoreifen gesichert sind.
Und dann Felsbrocken auf der Fahrbahn. Kurz vor der Kurve warnen aufgestellte Reifen darauf hin. Abschluß ist nochmal ein Staudamm. Es wird bald dunkel. Ich möchte dann nicht mit Schwinwerferlicht durch die Kurven müssen. Bevor es soweit ist erreiche ich die 2-spurige Hauptstraße. Wow, mal wieder eine Fahrt für Genießer. Anschließend im Restaurant einen Asado bestellt der mit dem Tischgrill serviert wird. Und bevor ich alles aufschreiben kann bin ich auch schon eingeschlafen.Lue lisää
Villa General Belgrano
28. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ 🌬 29 °C
Nach dem Frühstück werde ich San Luis verlassen. Tanken, Ölcheck, Gepäck verstauen und raus aus der Stadt. Es ist am Vormittag sommerlich. Wieder fahre ich über gut ausgebaute Asphaltstraßen. Man hat das Gefühl durch einen gepflegten Park zu fahren. Die Seitenstreifen sind gemäht. Die durch einen breiten Grünstreifen getrennten Fahrbahnen werden zeitweise durch Skulpturen aufgepeppt. Minimale Mautgebühren von denen Motorradfahrer ausgenommen sind. Irgendwann endet diese Straße in eine normale Straße. Aber dennoch begleitet einen das grüne Band in dem eine Asphaltstraße integriert wurde. Und es ist Pampa. Ja, auch der Wind ist wieder da. Gelegenheit die fast schon eckig gefahrenen Reifen wieder abzurunden. Laut Navi sind es fast 6 Stunden Fahrzeit. Also keine Zeit lange zu trödeln. Wirklich spannend wird es erst bei einer Baustelle. Die Nebenstraße ist Sand. Teilweise lose. Der Wind wirbelt und ab und an kommen Fahrzeuge die den Sand zu einer undurchsichtigen Wand machen. Spätestens bei entgegenkommenden LKW'S muss ich anhalten. Die Fahrer grüßen als ob man sich entschuldigen möchte. Ich bin froh als diese Baustelle endlich endet. Irgendwann hatte ich den Ort als Tipp bekommen und im SouthAmericaChat wurde er auch mal erwähnt als schön. Und am späten Nachmittag erreiche ich Villa General Belgrano. Auf der Suche nach einer Unterkunft trau ich meinen Augen kaum. Oktoberfest in großen Buchstaben. Und alles ist irgendwie bayrisch deutsch. Ich werde etwas ausserhalb fündig und finde ein Hostel. Blue steht im Carport und ich habe ein Einzelzimmer mit Doppelbett und Frühstück für umgerechnet 12 €. Da ich noch Vorräte habe und mir selber etwas machen kann verzichte ich heute auf eine Stadtbesichtigung. Bis Cordoba sind es noch ca. 1,5 Stunden. Mit der Option evtl. noch zu verlängern schlafe ich mal wieder vorm Müde werden ein.Lue lisää
Touristenstadl und Karl-Heinz
29. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ ☀️ 29 °C
Ich bin mir vor dem Frühstück noch nicht sicher was ich machen werde. Ein Ziel für einen Tagesausflug habe ich noch nicht gefunden. Oder weiterreisen nach Cordoba? Erstmal frühstücken. Blue braucht etwas Pflege. Irgendwo ein Wackelkontakt vom Zusatzscheinwerfer. Kette schmieren. Ich entschließe mich einen Ruhetag einzulegen und als Touri durch die Stadt zu bummeln. Ca. 1 KM zu Fuß. Am Nachmittag ist schon im Zentrum etwas los. Alles wirkt irgendwie skurril aber dennoch ist das Gesamterscheinungsbild aufeinander abgestimmt. Der Aufmarsch und Motorgedröhne einer Mustangpräsentation ist natürlich ein Anziehungspunkt. Erstmal gönn ich mir ein ganz dickes Eis während in einer etwas abgelegenen Ecke schon Kaffee und Kuchen auf mich warten. Die Wartezeit zwischendurch nutze ich zum schreiben. Der Kellner hat einen deutschen Opa und auf der Karte steht in deutscher Sprache Eiskaffee. Überall Oktoberfest, Bierkrug und aus einem Geschäft schallt auch noch Oktoberfestzeltmusik. Aber warum? Das Touristikcenter ist nicht zugänglich. Ein Geschäft mit dem Schild "FIAMBRERIA ALEMANA". Davor sitzt ein Mann. Ich geh mal rein und schau mich um. Bei der Frage ob die Verkäuferin auch deutsch spricht ruft sie den Mann herein. Sein Name ist Karl Heinz. Er ist 70, fährt ebenfalls eine Honda und war auch vor einiger Zeit noch unterwegs. Deutsche Vorfahren aber hier geboren. Der Besuch einer deutschen Schule lassen ihn perfekt deutsch sprechen. Und somit erfahre ich die Hintergründe dieser Stadt.
Und diese beginnt wieder mit dem 2. Weltkrieg. Kapitän zur See Hans Langsdorff. Kommandant Panzerschiff Admiral Graf Spee. *20. März 1894, + 20.12.1939. Ihm waren über 1000 lebende Matrosen lieber als 1000 tote Helden. Am 13. Dezember 1939 gerät sein Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ sechshundert Kilometer vor Montevideo in ein Seegefecht mit drei englischen Kreuzern. Schwer beschädigt erreicht das deutsche Schiff den Hafen der uruguayischen Hauptstadt. Im Einklang mit dem Völkerrecht gewährt die Regierung der kampfunfähigen „Graf Spee“ 72 Stunden Aufenthaltsrecht. Eine Reparatur hätte mindestens 14 Tage beansprucht. Deshalb lässt Kapitän Langsdorff das Panzerschiff vor den Augen der Öffentlichkeit am 17. Dezember in der La-Plata-Mündung versenken.
Die Besatzung von 1039 Mann und ihr Kapitän sind zuvor von Bord und in Buenos Aires an Land gegangen. Per Regierungsdekret verfügt Argentiniens Präsident Roberto María Ortiz am 19. Dezember, dass die Besatzung bis zum Ende des Krieges in Argentinien bleiben solle. Der Kommandant und die Offiziere werden in Buenos Aires interniert, die Besatzung später in verschiedenen Provinzen.
Einen Tag später verübt Kapitän Langsdorff in Buenos Aires Selbstmord. Die Spee-Fahrer gründeten in Argentinien Familien, Tausende Kinder wurden geboren. U. a. in Bariloche. Hier in Villa General Belgrano waren es 143 Seeleute. Der letzte starb vor 4 Jahren. Sein Name war Sander. Mal wieder eine beeindruckende Gegebenheit der deutschen Geschichte die ich hier in Südamerika erfahre. Und als Motorradfahrer hat Karl Heinz noch paar Ausflugstipps für mich. Da ich mir heute das Benzingeld spare gönn ich mir ein Abendessen in der Stadt. Ein argentinisches Steak. Bei der Suche nach dem passenden Restaurant sehe ich ihn. Und ich bin fassungslos. Während in Santiago heimlich die Jedi-Ritter im Park üben hängt Meister Yoda hier mit ner Pulle Bier ab. Ich fürchte das Imperium ist verloren. Außer Meister Yoda finde ich auch einen Platz zum Essen. Und es stimmt. Hier gibt es die besten Steaks Das Fleisch hat auch fast ungewürzt Geschmack. Und das komplette Essen mit einem Riesenbier für unter 11 Euro. Es ist langes Wochenende. Vielleicht sollte ich es hier verlängern. Erstmal darüber schlafen.Lue lisää

Matkaaja
Hallo Dieter es ist einfach irre was in der Welt los ist. Ich wuensche dir weiter eine tolle Zeit. Liebe Grüsse 👏👍
"CHE" - Museo in Alta Gracia
30. huhtikuuta 2023, Argentiina ⋅ 🌬 18 °C
Magen und Darm scheinen zu rebellieren. Nicht gerade die besten Voraussetzungen zum weiterreisen. Also lass ich es. Frühstück geht. Auch das Wetter rebelliert. Waren es gestern fast 30 Grad so ist es heute nur noch die Hälfte. Von der Sonne verwöhnt sind es gefühlt Kühlschranktemperaturen. Der Himmel bedeckt. Es ist bereits Mittag und ich wage eine Tagestour. Es geht Richtung San Clemente. Heute sind etliche Motorräder unterwegs. Ist schließlich langes Wochenende. Und die asphaltierten Straßen bieten einiges an Kurven. So trifft man zwangsläufig andere Biker beim Pausenstopp. Ich unterhalte mich mit Ariel aus Cordoba der mir seine Telefonnummer gibt. Für den Fall der Fälle. Den Schildern folgend geht es den Berg hinauf zu einem Observatorium/Astrophysik. Die Zufahrt ist geöffnet das Gebäude geschlossen. So bleibt der Blick über das Tal und die umliegenden Hügelketten. Bei den herrschenden Wetterbedingungen ein eher trüber Ausblick. Kurvenreich geht es weiter nach Alta Gracia. Ein geschichtsträchtiger Ort. Auf Empfehlung der Ärzte hat hier der asthmakranke Ernesto "Che" Guevara einen großteil seiner Kindheit und Jugend in verschiedenen Häusern der Bergstadt verbracht. Hauptsächlich in der Villa Nydia in der seit 2001 ein Museum eingerichtet ist. Eine chronologische Reise durch das Leben von Che, wird durch Fotografien, Videos, Audios, Texte , Manuskripte, verschiedene Dokumente und Repliken persönlicher Gegenstände dargestellt. Schräg gegenüber steht ein weiteres Haus in dem die Familie gelebt hat. Danach geht es zurück ins Hostel. Ich werde versuchen die Zeit für etwas Recherche zu nutzen.Lue lisää


















































































































































































































































































































































































































































































Matkaajahallo Dieter, wieder mal absolut herrliche Bilder
MatkaajaHallo Moni. Lieben Dank. Leider können meine Bilder es nicht so wiedergeben wie ich es sehe.
MatkaajaWunderschöne ansprechende Fotos 👍 und wieder erweitert sich die Kette der Menschen die du bis jetzt kennen gelernt hast.Wir wünschen dir eine gute weiter Reise und freuen uns auf die nächsten Bericht Erstattungen. Bis dann und viel Glück 🍀👋
MatkaajaVielen lieben Dank. Das ist sicherlich auch ein Grund, weshalb ich mich nicht einsam fühle obwohl ich allein reise. 👋👋🫶