• Frieda Noe
  • Frieda Noe

Mamma mia, Meersalz, Maut ... Mon dieu

Wir roadtrippen wieder über den Comer See, Genua, Cote d'azur, Provence, Mont Blanc und Lago Maggiore. Leer más
  • Inicio del viaje
    5 de julio de 2026

    Lappen@McDonalds + Tornanti

    5 de julio, Italia ⋅ ☀️ 30 °C

    Liebe Brüder und Schwestern im Geiste nimmermüden Reisefiebers. In bekannter Besetzung wagen wir uns nach Jahren der Angst vor südlichen Sommern in 2026 mal wieder auf eine Südroute. Insbesondere Finya hat auf einen Italienbesuch gedrängt. Hier wird er sein, fein verwoben mit unserem Interesse, auch dem südlichen Frankreich einen Besuch abzustatten. Ihr und wir sind gespannt(?). Ich zitiere sinngemäß: "Es geht los, Du coole Nuss".
    Bevor wir hier zu geschichtsträchtiger Sachlichkeit abbiegen, haut die "Kleine" unterwegs vorbei am Bodensee auf Tank- und Ladepause noch einen raus. "Ich bin ein guter Lappen". Das ist nix Negatives aber schwer zu erklären. Nachher versucht Katrin JOHN Maynard zu zitieren, macht ihn aber kurzerhand zum WILLI. Ness lacht sinnlos, aber herzlich. Warum schreibe ich den Quatsch? Na, auf so einer Fahrt passiert halt nicht viel. Da freut man sich auch über kleine Dinge. Aber zur Sache. Die Alpenüberquerung wird durch Zufall zum Erlebnis. Bei bestem Wetter navigiert uns das VW Passat-Hybrid-Modell nicht über den San Bernadino, sondern über die Berge, namentlich den SPLÜGEN-Pass. Atemberaubend! Viele, viele, viele, viele Haarnadelkurven (tornanti) - Stücker 58 allein abwärts - aber jede einzelne war es wert. Schließlich finden wir auf 2.113 m.ü.N.N. zwei majestätisch flatternde Fahnen. Wir wechseln von Schweiz auf Italien. Die Aussicht ist spektakulär an der seit der Römerzeit existierenden Alpenquerung. Auf der italienischen Seite geht es die Cardinello-Schlucht hinab, die schon viele Menschenleben kostete. Dieser Weg wurde von Reisenden wie Napoleon III., Queen Victoria oder Einstein genutzt. Nach den 58 Haarnadel-Kurven wird es geschmeidiger, die Mitfahrer-Mägen ruhiger und wir nähern uns endlich Station 1, dem Lago di Como/Valmadrera. Nach einer anstrengenden Gassenfahrt finden wir Haus, Ruhe, Essen. Nun freuen wir uns auf den See.
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  • by se Moonlight Shadow (Bergbach, Asphalt, Eis)

    6 de julio, Italia ⋅ ☀️ 32 °C

    Guten Morgen zu einem klassischen Tagesbeginn im Urlaub. Ausschlafen! Wichtig! Alle verpeilt! Bedeutungsschwangere Blicke zwischen den Expeditionsteilnehmern beim irgendwie kargen Frühstück! Die Blicke könnten alles bedeuten. In diesem Fall bedeuten sie - nichts. Nach dem Frühstück wird der Tagebucheintrag für die "Mitreisenden" erstellt. Sina akquiriert mich - the Ness - zum morgendlichen Stretching, von dem ich jetzt, abends, wo ich das schreibe, unfassbaren Muskelkater habe. Ich meine, dass ich mich wacker halte, lerne jedoch auch meine Grenzen kennen. Sina und ich sind uns einig, dass wir diese im Laufe des Urlaubs etwas verschieben werden. Aber lustig sah es sicher aus. Sina bleibt dabei hochprofessionell. Nach diesen Maßnahmen haben wir uns "committed" nun irgendwie zu agieren. Kein Auto! Wanderung! Sicher? Keine Ahnung! Sonnencreme! Fertigmachen! Viel Hin- und her-Gerenne! Dann geht's los. Strasse runter, Schlucht "Il Sientrero del Viandante" wieder hoch. Baden und erfrischen am Bergbach. Auch wenn das kein Hotspot ist, sind einige Einheimische aus gleichem Grund hier. Oder Jungendliche zum Rumknutschen (Ja Finya, ist cringe, wenn wir das sagen). Also wirklich entspannt. Danach geht es noch zum Santuario die San Martino. Ein altes Heiligtum aus dem Mittelalter. Und zu unserer Freude sind wir hier fast allein. Hier gibt es eine spätgotische Madonna del Latte, die aber wohl nix mit Milch zu tun hat. By the way, wir haben bislang weder einen Espresso getrunken noch ein Eis gegessen. Das geht so nicht! Also schleppen wir uns tatsächlich mühsam back home. Dort reorganisieren wir uns. Dann geht es mit dem gekühlten Auto nach Malgrate, wo es unsere geliebte Eisdiele, die wir 2016 besuchten, nicht mehr gibt. Das zwingt uns rüber nach Lecco, nach dem dieser Teil des Sees benannt ist. Dort essen wir nach langer Zeit das köstlichste italienische Eis und es ist sogar günstiger als in Meißen im italienischen Eiscafe. Danach finden wir die seit 1929 bestehende Pizzeria, die ovale Pizzen anbietet und schlagen uns hemmungslos die Bäuche voll. Over and out!Leer más

  • Vorsichts-Nuss, Sicherheits-Salamander, Misthund

    7 de julio, Italia ⋅ ⛅ 28 °C

    Vorsichtsnuss, Sicherheitssalamander und Misthund. All das wurde gesagt. Heute. Die Gang erwacht aus ausgiebiger Nachtruhe, verfolgte heute einen Plan, der zwischenzeitlich geändert aber dann doch reseted wurde. Die Nuss und der Salamander sind mir nicht mehr ganz klar, aber es hatte mit Sicherheit beim Baden oder besser dem Nicht-beklaut-werden beim Baden zu tun. Spoiler: Ist auch nix passiert! Es war und blieb der Plan, mittags zum Baden aufzubrechen. Ist auch passiert. Aber nicht ohne 2 Euro in einen Parkplatz zu investieren, der wohl zu einer tollen Liegewiese gehört und Zugang zu selbiger hat. Jene wiederum aber keinen Zugang zum See hat. Tja, das hat jetzt dann nicht so gut geklappt. Weiterfahren zu bereits vorgestern ausgekundschafteten Badebuchten. Klappt! Es ist gefühlt sehr lange her, dass diese Crew es geschafft hat im Urlaub gemeinschaftlich zu baden. Nach dem Bade und der Sonnentrocknung gilt es im Supermarket Flip Flops, Wasser, Tomatensauce, Abschminkzeug, Käse und was Snackriges zu kaufen. Für Aussenstehende: Snachkriges, das: Insbesondere für heranwachsende Teenager geeignetes, wohlschmeckendes, selten gesundes Zwischenmahl, welches das Aufkommen teenagerhafter Miss-Stimmung temporär zur unterbinden vermag. Sina und der Vater werden entsandt. Und wir schaffen es doch, das Wasser zu vergessen. Back home wird gesnackert (vgl. Snackriges, das). Dann wird Teil 2 unseres heutigen Planes konsequent umgesetzt. Im hybriden elektrisch gekühlten Mobil geht es gen Varenna. Die Italiener haben es im Übrigen mit Ladestationen ni so dicke. Wir sind sehr froh, die Benzin-Alternative zu haben. In Varenna erleben wir nach unseren Besuchen in 2016 und 2021 den Ort erstmals in der Saison. Spannend! Guckt bei Insta oder Tiktok! Gruselig! Und dabei waren wir erst 18.00 Uhr da. Meine Güte! Rein technisch 723 Einwohner (Quelle: Wikipedia). Entweder haben wir die alle mehrfach gesehen oder es sind doch ein paar Touristen mehr als Einwohner. Dennoch ist es sehr malerisch und wir denken an unseren Besuch mit Oma + Opa hier zurück. Wir gönnen uns einen Imbiss und Eis und genießen sehr die Abendsonne, die die aufkommenden Wolken verscheucht hat. So haben wir das tolle Licht des Comer Sees in vollen Zügen und genießen selbst die Rückfahrt. Morgen gibt es einen Reisetag, bei dem wir die romantische Strecke wählen in Richtung Geburtsort von Christoph Columbus.
    PS: Der "Misthund" war im übrigen ich, der ich wohl angeblich ein Abbiegen angetäuscht hätte....
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  • Grey Hawk down!

    8 de julio, Italia ⋅ ☀️ 33 °C

    Die Geschichte dieses Tages beginnt bereits am Vorabend! Ist spannend und hält uns aufgeregt. Vor dem Zu-Bett-gehen in Valmadrera beginnen wir die ersten Dinge zu packen. So holt auch Katrin die wichtigsten Papiere aus dem Safe. Oder besser, sie versucht es. Denn bisher war der Safe unser Freund und quittierte die Eingabe des Codes mit fröhlichem Piepsen und einen "Schrapp", was uns die Öffnung des Mechanismus verkündete. Das machte er an diesem Abend nicht. Und was dieses poetische Schweigen doch auslöst. Zuerst Irritation der Katrin. Dann bin ich dran. Ob ich mal aufstehe. Unterschwellige Botschaft: "Mach, dass das aufgeht!". In meinem Kopf so: Egon Olsen. Aber das Schloss ist halt elektronisch. Katrin eignet sich via Internet das gesammelte Wissen über Tresore dieser Art an. Das Ergebnis ist, dass wohl die Batterie alle ist und man ein Spezialdingsbums braucht. Oder anders, wir brauchen Massimo. Diesen bestellt Katrin wie den Botschafter eines abtrünnigen Staates ein. Jener liest die Nachricht um halb 6 am Morgen und versichert mehrfach (!!!) "No problem". Doch genau das macht uns nervös. Aber der sympathische Massimo erscheint und diese dumme Geschichte findet binnen 2 Minuten einen glimpflichen Ausgang. Warum? Spezialdingsbums!.
    Die Fahrgemeinschaft startet die romantische Tour nach Genau über Bobbia durch das sogenannte Hemingway-Tal. Allerdings müssen wir dennoch irgendwie am Moloch Milano vorbei, was verkehrsmäßig nervt und Sina im ersten Führerscheinjahr einige Kopfschüttler abverlangt. Mein Angebot, zu fahren, lehnt sie aber (noch) "höflich" ab. Die soll aber bezogen auf das Fahren nicht die einzige Herausforderung bleiben. Getrieben vom Hunger halten wir am Espresso-Imbiss. Irgendwie sehen wir sehr lost aus als wir da unser überteuertes Panini mümmeln. Nach Piacenza geht ins Hemingway-Tal. Es ist eigentlich das Tal des Trebbia in der Emilia Romangna. Dieses wurde von good old Ernest als eines der schönsten Täler der Welt beschrieben. Es ist wirklich schön und wildromantisch. Die Kurven (tornanti) sind wieder herausfordernd. Aber meine Mitfahrer sind wahre Englein was das angeht, Digga!
    Wir erreichen unseren romantischen Zwischenstop in Bobbio. Ein verschlafener Ort, der auf eine von einem irischen Mönch gegründete Abtei zurückgeht. Außerdem gibt es da die alte Brücke "Ponte Gobbo" oder auch "Ponte Diavolo" über den Trebbia. Die wollen wir angucken. Und wir wollen die Füße ins Wasser tun und wir wollen die Brücke per Drohne knipsen. Dabei finde ich den Rückwartsgang und ignoriere Regel Nummer 1 beim Rückwartsfliegen. Erst gucken, was hinten ist. Da waren Bäume und unten drunter die Wasser des Trebbia. Grey Hawk down!
    Aber wo? Katrin sucht bis zu den Schultern im Wasser. Ich erreiche das gegenüberliegende Ufer und finde die Drohne von oben! Witzig! Liegt im Wasser und sieht traurig aus. Davon lassen wir uns aber die Laune nicht verderben. Wir lassen sie einfach erstmal trocknen. Bei 36°C kein Ding. Dann erorbern wir den kleinen Ort Bobbio. Genießen in einem niedlichen Cafe einen Imbiss, besuchen die schön ausgestaltete Kirche Santa Mario Assunta aus der Zeit um 1075 und finally bekommen wir italienisches Eis der Spitzenklasse.
    Ein paar Kilometer weiter gehen wir im Fluss baden. Das ist herrlich wohltuend und macht riesig Spaß.
    Zuletzt bleibt die Einfahrt nach Genua. Erneut lehnt Sina das Pilotenangebot ab. Wir kommen in unserer Wohngehend an und wissen unsere dörfliche Heimat sehr zu schätzen. Der Hochhauskomplex hat 1.000 Appartments und von diesen Komplexen steht hier einer am anderen. Schön ist anders! Aber ein großer Teil der Weltbevölkerung lebt so. Dreckig. Laut. Abgeranzt. Und dann die Anfahrt auf unsere Garage. Die wir hier wohl aus kriminalistischer Sicht dringend benötigen. Mit dem VW Passat haben wir hier die fetteste Karre, was die Anfahrt aber erschwert. Die ist nur für Vespas und Fiat 500 ausgelegt. Beide Kinder zollen Respekt. Katrin ruft an, weil zum auskundschaften vorausgegangen, wo ich denn bleibe. Während ich durch eine Gasse fahre, links und rechts Autos, die genau EINEN Zentimenter breiter ist als das Auto. Gruß an den Leasing-Geber: erst mal alles im Lack! Begrüßt werden wir von Wael, einem Syrer, keine Stimme, weil gestern mit Husband zum Konzert. Ich erkläre meinen Namen. Schließlich sage ich "call me Hawk". Alle verleiern die Augen. Finya fragt: "Kann es sein, dass er gay ist?" Alle verleiern die Augen. Wael gibt uns die Bedienungsanleitung für das Gebäude. Erst hier rum, der Schlüssel, dann da links, rechts Fahrstuhl, aber dann von -2 auf -1, weil alles am Hang gebaut, dann raus, hier rechtsrum, dort Haupteingang, anderer Fahrstuhl da hinten, dort auf 1, da Wohnung. Die ist aber echt ok. Wenn man in den Flur tritt, würde man sich aber über einen SEK-Einsatz nicht wundern. So, noch einkaufen, Nudeln essen, Wäsche waschen, dann Klappe zu! Junge, Junge!
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  • 4 Mafiosi ohne Pizza

    9 de julio, Italia ⋅ ⛅ 28 °C

    Alles in allem kann man unseren Auftritt immer als irgendwie lost bezeichnen. Bevor wir ans Tagwerk gehen, gilt es die Vorzüge unserer Hochhauswohnung auszukosten. In dem ein oder anderen Zimmer nutzt man so die Klimaanlage. Nach Eintrag schreiben und Frühstück, beides zeitintensive Machenschaften, finden wir den Bus, der uns den Verlockungen der genuesischen Altstadt näherbringt. Was man hier nicht sieht und schwer beschreiben kann, ist die Skepsis, die sich in Finyas Gesicht spiegelt. Sie mag das nicht so mit der Großstadt. Und das darf sie auch.
    Trotz Saison und viel Autogestank müssen wir festhalten, dass die Stadt nicht so überlaufen ist, wie wir es befürchtet hatten. Wir lassen uns treiben durch die Altstadt, die durch enge Gassen viel Schatten bietet. Es braucht ein wenig bis wir uns orientiert haben. Genua ist heute die Hauptstadt der Region Ligurien und war eine wichtige Stadt für den Seehandel. Rund um die eng umbaute Kathedrale San Lorenzo fügen sich stattliche Häuser mit vielen Verzierungen. Wir schauen uns die Kathedrale an, die Piazza de Ferrari und streuseln an Palazzo Doria Tursi und Palazzo Grimaldi della Meridiana vorbei. Zwischendurch gibt es Spaghetti mit Pesto Genovese. Und hier in Italien lernen wir erstmals den Reiz einer eisgekühlten Cola schätzen. Das ist doch toll. Nach einem Cafe-Besuch und dem Besuch des Hafens muss noch der mehrfach nachgefragte Handventilator erstanden werden. Sina verprüht heute mit Regenbogen-Make-up viel gute Laune. Katrin und Falk knipsen viel. Finya mag die Stadt nicht. Daher planen wir für morgen den Ausflug ins Fischerdorf Boccadasse.
    Wer sich über das Video wundert, dem sei gesagt, wir erinnern an 2008, an "gute Freunde" und an Matt Harding (-> Youtube: Matt Harding Dancing).

    PS: Trotzdem wir uns das fest vorgenommen haben, gab es noch immer keine Pizza in Genua...
    PPS: Es gibt heute einen zweiten Footprint "Street art genovese".
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  • Boom-chaka-Schlapstick!

    10 de julio, Italia ⋅ ☀️ 29 °C

    Laut Sina darf ich den Eintrag so nennen. Warum, weiß ich nicht. Aber vielleicht hinterlässt Sina uns ja einen Kommentar, der wo uns erleuchtet. Man kann den Tag als unseren "Day off" bezeichnen. Die vier Probanden sind der Stadt schon etwas überdrüssig. Zum einen sind wir für unsere Verhältnisse etwas immobil, da wir auf den ÖPNV angewiesen sind. Nicht, dass das Autofahren hier so wild wäre - es ist wild, aber nicht sooo wild - nein, uns steckt noch die Anfahrt zum Parkplatz und das sichere Wissen, dass wir das zurückmüssen in den Knochen. Spoiler: Morgen trainineren wir das.
    Unabhängig davon hat Katrin heute Morgen demokratisch entschieden, dass wir die Drohne refreshen müssen. Erste Versuche deuten an, dass das Bad wohl doch übler war, als gehofft. So haben wir einen Elektronik-Fachmarkt ausgemacht. Sina begleitet mich am späten Vormittag auf Exkursion. Vor Ort kümmert man sich rührend um uns, hat aber keine Ahnung von Drohnen. So schickt man uns in die nächstgrößere Filiale. Dort ist man vor allem unfreundlich. Ich werfe mich einem dortigen Mitspieler in die Arme - buchstäblich - und werde doch ignoriert. Geht einfach an mir vorbei, der Knilch. Wir finden dann zwar das Objekt der Begierde, aber verkaufen will oder kann man es uns nicht. Liebe Italiener, das geht so nicht. So macht man keine Geschäfte. Derweil stehen 3 (!!!) Angestellte um eine alte Lady rum um ihr zu erklären, dass IOS auf nem Samsung nicht läuft. Kollegen, da seid ihr derb falsch abgebogen. Aber da es nun nur eine einseitige Willenserklärung gibt, kommt kein Vertrag zustande und der Erfolg bleibt auch für uns aus.
    Kompliment im Übrigen an Sina. Wir hätten mit dem Bus fahren können, sind die halbe Stunde in der Mittagshitze aber gelaufen. War ihre Entscheidung. Rückweg geht per Bus.
    Am späten Nachmittag sammelt sich das Team zum Angriff auf den Badestrand von Bocadasse, einem dörflichen Vorort von Genua. Wir fahren mit dem Bus hin und sind nass vom reinen Existieren. Deshalb nervt Stadt gerade auch. Wir finden Strand und Dorf, was laut Finya ganz nett ist. Aber die vielen Leute schrecken wiederum die jungen Damen vom Bade ab. Nicht jedoch Katrin und mich. Wir lassen uns eine gute halbe Stunde durch das Meerwasser treiben. Dann krauchen wir trotzdem schweißgebadet, gestärkt mit Foccacia zurück zum Bus in die Stadt. Dort sind wir jedoch zu inkompetent (also heißt ich) bei der Wahl des Busses nach dem Umsteigen. Also noch ein letzter ausgedehnter Fußmarsch....
    Freue mich morgen auf das "Ausparken".
    PS: Es gab wieder Nacht-Nudeln!
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  • "Die perfekte Welle"

    11 de julio, Italia ⋅ ☀️ 30 °C

    Als sich am Morgen die erwachsene Tochter beschwert, ich hätte wieder eine komische Liste an, wechsle ich diese und als erstes kommt "Die perfekte Welle". Irgendwie passt das heute. Der Tag war klar vorherbestimmt. Die Boulderfreunde freuen sich aufs Bouldern anschließende die Schnorchelfreunde auf's Schnorcheln. Befor es aber losgeht, kabbeln sich die erwachsene Tochter und die Mutter. Es geht noch um Kneifer von gestern. Katrin hatte demonstriert, dass sie im Wasser etwas angeknabbert hat. Dann ging es hin und her. Nach dem Geschrei könnte man meinen, Sinas Haut hängt in Streifen herab. Tut sie nicht. Aber nun hat Katrin ihr überden Kopf "geschrappt". Sina meint: "Vaddi, die olle Knilchtante hat mich schon wieder verletzt". Finya tritt auf und meint: "Die Pillen (Vitamine) hängen mir immer noch im Schlund".
    Egal, jetzt geht es los. Freu mich aufs "Ausparken" und auf's Bouldern. Sitze im Auto und will los. Katrin steht dahinter und geht nicht weg. Wir erfahren nun, dass unser Plan Fratze is. Denn samstags ist die Boulderhalle zu und heute ist Samstag. Das stellt uns jetzt dann doch auf die Probe. Der Schlechte-Laune-Gerold wander nun einmal herum. Erst Finya, die es doof findet, dass wir nun nicht klettern, sondern baden fahren, ins Meer. Dann Mama, die die Laune der Kleinen auf sich projiziert sieht. Dann Papa, den das wiederum nervt. By the way, Sina hält hier tatsächlich den Gute-Laune-Lampion kontinuierlich oben. Aber auch sie kämpft als wir einen Platz zum Parken finden, gegen Geld, aber eben nicht zum Schnorcheln, da das Meer zu aufgewühlt ist. Aber die hier existierende perfekte Badewelle versöhnt alle. Unserern Waffenbruder Atrej Popescu hätten die Wellen aber wahrscheinlich in die Flucht geschlagen (Achtung, Insider). Da wir vorher noch einkaufen waren, können wir uns zwischen den Welleneinsätzen mit Obst und Keksen stärken. Sogar Finya ist voll dabei. Obwohl das Meer als Badeort bislang für sie immer noch eine unbekannte Sache war, der sie skeptisch gegenüberstand. Heute wurde aber endgültig Freundschaft geschlossen. Bei jedem Einkaufsladen achtet Sina darauf, dass wir auch ja immer mit coolen Nudeln ausgestattet sind. Bei ihr sind "Nudelwochen" und sie führt Liste über die exotigschen Nudelsorten. Ich glaube, das werden wir hier auch noch veröffentlichen. Aber morgen heisst es erst mal bye bye Genua-Wohnturm.
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  • "Arri wie dertschiiee"

    12 de julio, Italia ⋅ ☀️ 29 °C

    Ein Sonntagmorgen in der Hochhaussiedlung "Gemelli" zu Genua aus dem Jahr 1960 bricht an. Katrin versprüht charmanten Zusammenpack-Stress. Falk richtet die Reste zu einem feinen Frühstück her. Dann sagen wir oder besser gesagt Sina "Arri wie dertschiiee". Sina hadert etwas mit der von der Meißner Fahrschule Herzig vermittelten und im Kreis Meißen auch weitgehend angewandten Theorie in der Fahrpraxis. Die Italiener, insbesondere in der Großstadt" legen dergleichen eher frei aus. Sina macht so hinten immer den "Mitfahrer". Sie meint trocken: "Ich tret hier immer auf die Bremse, aber hier hinten ist gar keine". Tatsächlich verlassen wir kurz darauf Italien in Richtung Frankreich. Regt nun aber wieder Finya auf. Die Franzosen fahren zwar etwas geschmeidiger, aber trotzdem, Franzosen halt.
    Aber ganz kurz bevor wir Italien verlassen, besuchen wir den Geheimtipp Bussana Vecchia bei San Remo in den ligurischen Alpen. Das Dorf ist 1887 einem Erdbeben zum Opfer gefallen. Über 2.000 Menschen kamen um. In den 60ern haben Künstler das Dorf quasi illegal wieder zum Leben erweckt. Und so ist es heute eine Art Künstlerkolonie ohne Autoverkehr. Wir schlendern durch und trinken endlich mal italienischen Kaffee.
    Aber bevor wir uns Frankreich widmen, habe ich noch den emotionalen Part komplett vergessen. In 2008 waren wir mit der damals knapp einjährigen Sina schon einmal in der Gegend um Imperia. Damals besuchten uns eine Woche lang meine lieben Freunde Ralle und Sten. Diese Woche war und ist legendär. Dazu habt ihr ja schon das Tanz-Video in Genua gesehen. In Imperia werden nun viele Erinnerungen wach. Es gibt noch mal ein Video am Conad-Superstore. Der alten Zeiten wegen. Wir machen einen 36°C-Walk durch Imperia und finden leider kein Eis. Sorry.
    Dafür stellen wir uns unfassbar lost an in der supermarktinternen Bäckerei. Die funktioniert mit Nummern ziehen wie auf dem Amt. Kurz bevor wir die vermeintlich vordrängelnden italienischen Ladies verprügeln wollen, erkennen wir unsere Inkompetenz.
    Aber später an dem Tag reisen wir wirklich noch nach Frankreich ein. Und genau wie in der Schweiz, in Österreich und in Italien entrichten wir auch hier brav die Maut.
    Dann noch fix einkaufen. Brot, Mozarella, Tomaten, Drohne, Nudeln. Was man halt so braucht. Wir finden in Cagens sur mer unser Heim für die nächsten 3 Nächte und wir sind ganz nah am Meer. So entschließen wir uns spät am Abend nach Sinas inzwischen obligatorischen Nudeln noch ins Meer baden zu gehen. Finya mag nicht mit. Leider. Denn es wird ein schönes Abendbaden bis es ganz dunkel ist. Wir lassen uns im dunklen Meer treiben am leeren Strand und wir gucken zu wie ein Flugzeug nach dem anderen in Nizza landet.
    Sina hat im Künstlerdorf ein Wort aufgeschnappt: "mangiare", also essen. Aber Sina plappert es seitdem unentwegt falsch nach: "Kanschaare".
    So, Drohne auspacken nicht geschafft und Eintrag schreiben auch nicht. Das gibt Mecker!
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  • Keine Zeit

    14 de julio, Francia ⋅ ☁️ 33 °C

    Es ist so unfassbar paradox. Es ist 23.10 Uhr als ich dies schreibe. Heute war ein für unsere Verhältnisse sehr entspannter Urlaubstag. Aber weder hatte ich Zeit den Eintrag für gestern zu schreiben (habe ich grade eben erst) noch konnte ich zumindest mal den Karton mit der neuen Drohne aufmachen. Keine Zeit.
    Endlich mal wieder ein Rührei zum Frühstück. Habsch mir gegönnt heute. Sina gibt von Stunde 0 an, also in meiner Welt isses da schon um 9, wieder die Gute-Laune-Nudel. Abi fertig. Hat sie sich verdient. Und heute umso mehr, als dass wir heute in die hiesige sehr gut bewertete Boulderhalle gehen, mit angeschlossenem Fitness-Studio. Katrin bleibt im Basislager und macht die Bilder schick.
    Da die französichen Kletterfreunde die Routen ganz anders kennzeichnen, benötigen wir einen Moment, um das kognitiv zu erfassen und zu verarbeiten. Also ICH brauche einen Moment. Sina behauptet zwar, sie hätte auch ihre Probleme, aber ich glaube, sie war nur nett...
    Jedenfalls rocken wir die Wand und gehen dann zum professionellen Stretching ins Gym. Dort staunen wir über viele halbnackte Menschen, die teils hart trainineren aber teils auch einfach nur muskulös hin- und herlaufen. Nach dem Training kehren wir ins Basislager zurück. Essen steht keins auf dem Tisch. Sina und Finya greinen nach Nudeln. Darauf haben plötzlich alle Bock. Also stehe ich am Herd. Dann heißt es auch schon, ja hier, wir haben ja schnorcheln versprochen, was denn nu, gehts los? (Frage: Kann man eigentlich volljährige Kinder straffrei in den Bergen aussetzen?). Also starten wir zu der Suche nach einem Schnorchel-Place. Am Kap Antibes. Die Herausforderung hier an der Cote d'Azur ist nicht die Badestelle zu finden, sondern den Parkplatz, hier im Land der Reichen und Schönen. Hatte ich im Genueser Arbeiterviertel mit dem Passat noch einen dicken Schlitten, so wird man hier mit Passat und Dachbox eher mitleidig angeschaut von Menschen mit Boot und Flugzeug. Diese Gegend strahlt das heftig aus, was es nicht unbedingt zu unserem Lieblingsplatz macht. Aber wir genießen das Baden. Finya und ich im Floaty, Katrin und Sina beim Schnorcheln. Allenthalben Zufriedenheit. Da eine halbwegs menschenfreie Zone gefunden.
    Auf der Rückfahrt brauchen wir noch ein paar Kleinigkeiten. "Guck mal, da ist ein Intermarché, lass mal schnell rein". Naja, wir haben den gefühlt größten Supermarkt der Welt gefunden. Allein die Wasserabteilung hat die Ausmaße des Meißner Aldis. Im Übrigen kommt man schon ins Nachdenken, wenn man die Menge + Größe der Jachten hier sieht. Zuzüglich der Anzahl von Privatjets, die hier landen und starten. So ganz normal ist das nicht.
    Bevor ich nun per Nachtschicht meinen Dokumentationspflichten nachkomme, haben wir ein sehr leckeres asiatisch-vietnamesiches Abendessen. Merci beaucoup!
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  • Keine Croissants in Nizza

    14 de julio, Francia ⋅ ☁️ 32 °C

    So schwer es uns fiel, in Italien Kaffee zu trinken, so schwer tun wir uns, in Frankreich Croissants zu essen. Aber nach dem üblichen Hin und Her am Morgen schauen wir uns heute zuerst Nizza an. Die Anfahrt ist kurz, aber die Parkplatzsuche nicht. Den heutigen französischen Nationalfeiertag hatten wir nur so semi auf dem Radar. Und viele der ach so schlauen Menschen, die Google-Bewertungen für Parkhäuser schreiben, geben wirklich nützliche Tips. Ob denn auch schöne Klo's im Parkhaus sind und ob das Personal im angrenzenden Café auch recht freundlich ist und natürlich der Fuck-Espresso jetzt nen Fuffziger mehr kostet als letztes Jahr. Alter, sind diese Menschen dumm! Für ein Parkhaus nützliche Fakten wie Öffnungszeiten, Kosten, Zufahrtsprobleme und vor allem HÖHE!!!! Waren diese Bewertungen für Sie hilfreich? Nee! Ich hatte eine gute (nützliche) Bewertung gefunden, die die Einfahrt mit Dachbox zulässt. Aber das zugehörige Parkhaus war von der Gendarmerie abgeriegelt. Warum? Nun, heute ist nicht nur der französische Nationalfeiertag, sondern auch der 10. Jahrestag des Terroranschlags in Nizza, bei dem 86 Menschen starben. Deshalb wird nicht nur der 14. Juli gefeiert sondern auch dieser Opfer gedacht. Und Emanuel Macron wird da sein. Daher sind Teile von Nizza blockiert. Aber die Stadt gefällt uns. Der Empfehlung einer Website folgend wollen wir nur einmal quer durch die Altstadt. Aber noch haben wir keinen Parkplatz. Denn die sind alle nur 1,90 m hoch. Zu wenig mit Dachbox. Wir sind mit 3 Navis fiebrig am Suchen und parken dann am Straßenrand, wo sich spontan eine Lücke auftut. Am Feiertag sogar for free. Jetzt bleibt nur der Kampf gegen die 32°C, die auch noch sehr feucht sind. Alles klebt! Bäääh! Deshalb waren wir viermal im Norden. Aber wir arrangieren uns .
    Zuerst ins Café Brume und dann von der Place Garibaldi durch die Altstadt zur Place Messana inklusive Eis und sehr gutem asiatischem Essen. Unterwegs finden wir die Kathedrale, in der justament ein Orgelkonzert zum zehnten Jahrestag des Anschlags beginnt. Wir bleiben etwas und lauschen, doch große Freunde der Orgelmusik werden wir wohl nicht. Es fehlen Schlagzeug, Bass und E-Gitarre. Sorry, Bro! Aber dennoch geht erst hier bei uns die Lampe an, dass der Anschlag auf den Tag genau zehn Jahre her ist. Und der Zugang zur Place Messana bleibt uns verwehrt. Schwerbewaffnete wollen dann lieber Monsieur le President nebst Gattin statt uns. Naja!
    Wir schlendern noch etwas auf der Promenade Anglais entlang und auch er letzte kann hier sehen, warum es Cote d'Azur heißt. Dann ist es unsere erwachsenen Reisebegleiterin Sina ein inneres Blumenpflücken, uns nach Monaco zu leiten. Finya toleriert es, vorsichtig formuliert. Es ist ein Erlebnis nach Monaco einzufahren. Tunnel und undeindeutiges Navi. Alles toll! Und ich merke, dass ich ganz schön müde bin oder zu alt für den Scheiß! Hier scheitert die Anfahrt zum Parkhaus erneut, denn wo das Objekt der Begierde sein sollte, klafft ein Loch im Fels. Aber Nummer 2 auf unserer Liste funktioniert. Man kann die neue Adresse aber nur schwer eingeben, denn da kannste nirgends mal anhalten. Also fahre ich solange eben zwischen 2 Kreisverkehren munter hin und her. Dann machen wir den kurzen Abstecher in den Hafen von Monaco. Was soll ich sagen? Eure Armut kotzt mich an!
    Monaco spuckt uns wieder aus. Im Ferienhaus gibt es Nudeln (vgl. noch folgende Nudel-Liste). Aber dann marschieren wir alle vier zu unserem Strand von Cagnes sur mer um dort das Dunkelwerden im kühlen Meerwasser zu verfolgen. Als die letzten Lichtfetzen auf die müden Gesichter von Finya, Sina und Katrin fallen, fühle ich mich an diesem Ort in dieser Gesellschaft gerade sehr glücklich.

    PS: Die Monaco Bilder gibt es heute extra.
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  • Der Gendarm von Verdon

    15 de julio, Francia ⋅ ☀️ 33 °C

    Der heutige Tag stand im Zeichen der Autofahrererei. Bei den Kurven und Temperaturen gilt einmal mehr der Respekt Sina und Finya, obwohl es den beiden dabei nicht immer gut geht. Aber es treiben uns eben alltägliche, fahrerische und kommunikative Themen um. Wir starten in Cagnes sur mer pünktlich bei voller Hitze und direkt mit Stau. Erstes Ziel wird Grasse sein. Für die belesenen Mitleser (Lustiges Wortspiel), da wohnte Jean-Baptiste Grenouille in der Parfumstadt. Allerdings fahren wir nur durch. auf die Route Napoleon. Das ist eine landschaftliche reizvolle Strecke. Geschichtlich ist es der Weg, den eben jener Napoleon Bonaparte nahm, um von seinem Exil auf der Insel Elba kommend zu seiner Herrschaft der 100 Tage auf Paris zu marschieren. Unterwegs lief die Armee zu ihm über. Legendär ist, dass die Soldaten sich geweigert haben sollen auf ihren Kaiser zu schießen, eben hier, entlang dieser Route. Uns treibt derweil die Sorge um, wie wir den Tank vollkriegen. Von der Batterie reden wir nicht mehr. Keine Chance. Am Supermarkt finden wir eine Tankstelle. Das nutzen die beiden jungen Mitfahrer, um im Markt nach "Snackers" zu suchen. Die werden gefunden. Kasse dauert, da auch Franzosenrentner Rentnersachen machen, zum Beispiel bar bezahlen oder mit Scheck (???!!!). Vorher stehen die Teenager fassungslos vorm Kuchenregal und meinen "guck ma, ein halber Meter Kuchen". Unterbrochen von den Fotostops erreichen wir, inzwischen nachmittags, das Dorf Castellane an der Verdon. Pretty - meint Sina. Etwas hölzern noch unternehme ich erste Flugversuche mit der neuen Drohne. Pretty - sag auch ich. Das Dörflein ist nett aber auch touristisch, da hier die Kayak- bzw. Raftingtouren beginnen. Dennoch finden wir ein Lokal, in dem wir sehr herzlich von einer burschikosen Kellnerin trotz Küchenschluss noch Pizza bekommen. In Frankreich! Dann geht es in die landschaftlich spektakuläre Verdon-Schlucht. Sina, bis vor 2 Wochen noch Geschichts-Leistungskurs, fragt tatsächlich, ob hier mal eine wichtige Schlacht war. Nee! Aber wir bekommen gleich unseren Kampf - mit dem französischen Gesetz bzw. dessen Auslegung durch den Gendarm von Verdon.
    "Fahr mal hier kurz ran, muss Foto machen". So meine geliebte Katrin. Ja klar, ich stelle mich in die Bushaltestelle, ganz ans Ende. Finya bleibt im Wagen. Als wir vom Fotoshooting wiederkehren, sehen wir zwei finstere Gestalten mit Motorrädern ums Auto schleichen. Parallel ruft Finya an: "Äh, hier sind zwei so Typen, das sind, glaub ich, Polizisten". Freilich, hier im Nirgendwo fahren die Herren Streife um Touristen abzufetten. Und es regt mich schon jetzt auf. Ohne auch nur Hallo zu sagen, bellt mich dieser französische Halbfinalverlierer an: "Driving License!". Da war bei mir schon vorbei. Ness direkt auf Krawall gebürstet und hätte ihm gern gesagt, was er mich alles kann. Ich bezweifel aber, dass das als Ironie durchgegangen wäre. Die Herrn prüfen die Unterlagen, aber wir sind der festen Überzeugung, wesentlicher Ausgangspunkt war unser Nummernschild. Nochmal, grad in Frankreich und Italien werden Verkehrsregeln eher als Empfehlung betrachtet, aber heute und hier natürlich, nehmen wir das alles ganz genau. Dann sagt dieser Lump, dass er jetzt meine Kreditkarte braucht, wegen der 135 Euro. Leute, ich habe den blauen Vogel angefaucht, ob er sich noch sieht. Später hat eine Recherche ergeben, dass man das durchaus auch mit 35 Euro hätte ahnden können. Dann hätte ich Pierre und Francois noch auf einen Espresso eingeladen. Aber nein: Besonders schwere Behinderung an der Bushaltestelle in den Bergen, wo am Tag zwei Busse kommen. Katrin mahnte mich nachhaltig zur Ruhe. Wenn dieser freche Lurch wüsste, dass ich gestern noch Macron die Hand geschüttelt habe - Fast!
    Die ersten Meter danach fahre ich wohl etwas ruppiger, bescheinigen mir Finya und ihr Magen. Sorry! Danach genießen wir die Fahrt trotzdem. Irgendwann wird es wieder bewohnter. Kreisverkehre statt Bushaltestellen tauchen plötzlich auf. Sie lauern, wie Sina meint. Schließlich kommen wir in die Nähe unseres Ziels Saint Pantaleon zwischen Goult und Gordes. Aber nicht, bevor wir nicht auch den Reiz der Provence etwas schnuppern konnten. Sonnenblumen- und Lavendelfelder. Leider sind wir für so richtig lila Lavendel in diesem heißen und zeitigem Sommer etwas spät dran. Aber so ein bissl was finden wir doch!
    Das neue Urlaubshaus ist toll und hat vor allem eines: Klimageräte! Bevor es um 10 noch die obligatorischen Sina-Abend-Nudeln gibt, fährt Sina mit der Karre, Finya und mir los, um im etwas überteuerten Dorfladen von Gordes das Nötigste zu besorgen. Dann haben wir eine kleine und unvorhergesehene Eskalation. Die Gegend scheint Finyas Geschmack an Landschaft voll zu treffen. Sie ist begeistert und findet es hier "soooo krank schön" - die Dörfer, die Blumenwiese, die Landschaft.
    "Und wenn ich einen Freund hab, der nicht so weit weg wohnt, dann schnapp ich mir den, fahre hier hin und von einem Dorfzipfel gucken wir den Sonnenuntergang an".
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  • Einstein hat gesagt...

    16 de julio, Francia ⋅ ☀️ 32 °C

    ..., dass es Wahnsinn ist, wenn man das Gleiche tut und andere Ergebnisse erwartet. Aber dazu später mehr. Zuerst startet ein Ausruh-Tag, der von kurzweiligen Zusammenfindungen der Reisegruppe am Esstisch unterbrochen wird. Erst will man den Bewegungsmelder für das Treppenlicht ausschalten, man findet aber den "Bewegungsknecht" nicht. Beim Frühstück wird intensiv die Schlafqualität erörtert. Dann werden die letzten zwei Tage aufgearbeitet. Man rekapituliert noch mal den gegnerischen Polizeieinsatz. Dann fahren wir in den Großmarkt zum Einkauf. Oft ist ja der zweite Teil eines Films gar nicht mal so gut. Das ist auch hier der Fall. Auf dem Weg zum Großmarkt ereignet sich das Folgende. Ich stelle voraus, dass ich mir meines Fehlverhaltens voll bewusst bin. Ich erläutere später, wie ich demnächst mit derlei Situationen umgehen mag. Als wir auf die Hauptstraße nach Malbec abbiegen, konzentriere ich mich leider auf einen Franzosen, der aus einer Parklücke kurvt. Dass das Schild, welches anordnet, wie mit vorüberkommenden Verkehr umzugehen ist, ein Stoppschild ist, erkenne ich erst als der Wagen schon zu weit auf der Straße ist zum Anhalten. Aber eigentlich alles gut. Niemand wurde in Gefahr gebracht. Alles war gut einsehbar. Leider erkenne ich auch jetzt erst das nächste Auto, dem ich fast in den Weg gefahren wäre. Es hat die Aufschrift "Gendarmerie". Kein Joke! Katrin hat das Urteil schon vor dem Anhalten gegoogelt. 90 Euro! Blaulicht! Parkplatz! Ich rasple eine Menge Süssholz. Nein, Monsieur ist zwar sehr nett, aber dennoch erbarmungslos. Etwas selektiv in den Englischkenntnissen, der Gute. Versteht nix, wenn ich erkläre und mich entschuldige, kann es aber sehr gut, wenn er mir das Bezahlen erklärt. Aber das werten wir nicht. Natürlich nicht! Ich lächle und bin froh, dass ich charmant auf meine Dummheit hingewiesen werde. Sina verlässt das Auto und verhindert, dass ich vor Glück überschnappe. Sie übernimmt dankenswerterweise die Kommunikation. Denn laut ihr war ich schon in einer aggressiven Silberrücken-Pose. Jaja, selber schuld! Dennoch müssen Sina und Katrin beim Einkaufen ein paar blöde Sprüche über Franzosen ertragen. Ich verspreche beim nächsten Mal bin ich nett, höflich und zuvorkommend und werden den Pflichtausüber obendrein zum Kaffee einladen. Krönchen zurecht rücken und weiter gehts. Das heißt, Katrin fährt weiter. Ich habe keinen Bock mehr und nehme mit verschränkten Armen auf dem Rücksitz Platz. Als wir heimkamen und das Finya erzählten, fragt sie doch tatsächlich, ob ich mit verschränkten Armen und Schnute auf dem Rücksitz saß.
    Back home, teuren Käse essen mit Baguette (liebevoll "Knochen" genannt). Zwischendurch hatte ich notdürftig Auto sauber gemacht. Dann gibt es eine kleine Siesta bis 18.00 Uhr. Die klimatisierten Räume täuschen über die sehr warme feuchte Luft draußen hinweg.
    Wir schauen uns dann noch die Abtei Notre Dame de Sénanque an, fast ohne Touris und bummeln noch durch das aufgeheizte Gordes. Zum Abschluss gibt es da noch Crepes. Oh la la!
    Heute war Ferien. Wir freuen uns auf tomorrow. Vielleicht treffen wir ja wieder einen Gendarmen und es wird zur geliebten Routine. Junge, Junge!
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  • Malcolm

    17 de julio, Francia ⋅ ☁️ 33 °C

    Liebe Freunde und Mitreisende. Heute war ein Urlaubstag. Urlaub vom Urlaub. Wir haben nicht viel gemacht und doch irgendwie. Wer wissen jetzt, wer Malcolm ist. Dazu später mehr.
    Am Morgen gilt es wie immer die Unwägbarkeiten in der Gefühlswelt Hernwachsender so zu umhegen und, sagen wir auszuhandeln, dass es für alle ein positiver Gefühlstag wird. Man hat dann schon beim Frühstück das Gefühl, etwas geleistet zu haben.
    Der Plan ist, dass wir die Ockerfeslen von Roussillon besuchen und dann mal sehen... . Am Ende machen wir nachmittags los, es ist immer noch unfassbar warm. Aber die trockene Wärme der Provence ist deutlich angenehmer als an der Küste. Wir sind aber mit uns zufrieden. Den mit einer Stunde ausgekennzeichneten Walk machen wir deutlich schneller und gemessen an den anderen Besuchern brauchen wir uns nicht verstecken.
    Eskalation seitens der Teenager gibt es auf Grund "Ekelwasser". Wir haben im Supermarkt zufällig Wasser mit erhöhtem Magnesium-Gehalt gekauft. Angeblich können die Girls das nicht trinken. Sina läuft dann würgend und schimpfend umher. Ich kaufe Ersatzwasser. Aber preislich toppt Roussillon sogar locker Nizza und Monaco. Kugel Eis 4 Euro. Das ist ein Call. Die zwei Flaschen Wasser kosten so viel wie 18 Liter im Supermarkt. Das lasse ich meine werten Töchter auch wissen mit etwas schiefem Gesicht.
    Die wunderbar in verschiedenen Ockertönen schimmerenden Felsen schmiegen sich dennoch formschön an den an sich sehr niedlichen Ort, der aber sehr touristifiziert ist. Aber wir sind ja auch hier. Katrin entsteigt dem Gebirgspfad mit den Worten, die hätten alle Luftgewehre dabei. Fassungslose Blicke von der Band! Was sie meinte, waren Handventilatoren. Die sind gerade DER Shit in Touri-Kreisen. Wir stellen bei der Gelegenheit fest, dass bei Katrin manchmal eben einer mitläuft, wie sie es selbst auch propagiert. Und dieser Typ ist eben Malcolm. Da sind wir uns heute und hier in Roussillon mal alle einig.
    Wir durchstromern noch den Ort, machen Fotos. Dann geht es zurück zur Wohnung, Mittagessen, am späten Nachmittag. Finya klinkt sich für heute aus.
    Wir starten noch auf eine entspannte Runde im Abendlicht. Wir besuchen die Pont Julien, machen noch ein paar Trainingsflüge. Finally landen wir noch mal in Gordes. Das ist aber auch niedlich. Wir haben noch mal Crepes. Sina salzt mich, mit Salz. Der Creperie-eigene Terrier spielt mit einem Gummischwein, was Katrin mir mitteilen will, da ich es nicht sehen kann. Sie meint "der Hund hat das Schwein im Schnabel!" Ja, Malcolm!

    PS: Sina ist die Pont Julien hochgebouldert!
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  • 4TT + A mental Eck

    18 de julio, Francia ⋅ ☀️ 35 °C

    Wir haben uns heute würdig von der Provence verabschiedet, von der Provence, wie wir sie mögen. Wohlgemerkt mögen wir Land, nicht unbedingt die Leute. Sicher gibt es auch sehr nette Leute hier, aber ein wenig eigen sind die Franzosen schon.
    Heute Früh hat es der Vaddi aber durchgezogen. Mit dem Hybrid-Car ohne Elektro weil nullo Ladedings ist er losgezockelt und hat krass den Bäcker (Boulangerie) leergekauft. Pan de Chocolat, Baguette, Croissants. All das und die im Kühlschrank verwahrten Leckereien gibt es dann. Laune steht bei allen. Einigkeit auch bezüglich Aktivität. Avignon wird abgewählt. Zu viel Großstadt. Wir entscheiden uns für das beschauliche L'Isle de Sorgue. Auf dem Weg dahin bangen wir trotz sorgfältiger Fahrweise, ob nicht wieder Gendarmen lauern. Sina zählt bei jedem Stop-Schild die 3 Sekunden runter.
    Wir mögen die Stadt. Die schon im Namen versteckete Insel im Fluss ist das beschauliche Zentrum oder die Altstadt mit vielen Antiquitätenhändlern. Wir umrunden diese Insel am Wasser entlang und kreuzen dann durch die Gassen. Ein Café finden wir auch, wenn auch erneut aus Prinzip teuer. Es bleibt aber wiederum ein Ort, den wir mögen.
    Für morgen ist ein langer und spektakulärer Fahrtag angesagt. Für diesen statten die jungen Damen sich noch gnadenlos mit Snackers aus. Beim Tanken und Parken geht es noch mal hoch her, da die Parkplätze klein und die Autos zu groß sind für den ein oder anderen Franzosen. Bevor wir dann unsere Abschiedstour am Abend machen, wird noch 'ne Runde gechillt.
    Dann wollen wir nach Goult, um dort zu Abend zu essen. Wir nehmen an einem Vierer-Tisch Platz. Der Kellner fragt, ohne uns zu begrüßen, ob wir reserviert haben. Zu ehrlich wohl, verneinen wir dies. Ohne jeden weiteren Kommentar werden wir des Hauses verwiesen. Man regt sich noch auf. Wohl über so viel Dummheit unsererseits in einem französischen Dorf am Samstagabend etwas essen zu wollen. Demonstrativ wird nun das Schild "Reservee" aufgestellt. Also man weiß wie es geht, macht es aber eben nicht. Sina hat darauf die Idee, erneut nach Gordes zu fahren, was irgendwie als das offenste der Dörfer daherkommt. Und wieder schaffen wir es in die Creperie. Und naja, 3x = 1 Tradition. Diesmal haben wir sogar den Chefplatz draußen und werden erneut sehr nett betreut. Auch der Hund des Hauses leistet uns Gesellschaft. Wir nennen ihn Ingolf, obwohl sie Lolli heißt. Finya ist schockverliebt in den Terrier. Als Mamas Rucksack, Finyas Füße und der Doggo am selben Platz sein wollen, entfährt es Finya: "Das Placement von Deinem Rucksack ist Arsch, Mama!". Da Finya sich beim Auswählen des Crepes nicht entscheiden kann, denn es soll eigentlich herzhaft geben, antwortet sie unter Druck reflexhaft "Nutella". Dann ist erst mal wieder "Mausepupsi, also der Doggo dran. Nachdem Nutelle Crepe möchte Finya noch einen herzhaften als Dessert. Sie fragt mich, was "a mental eck" ist. Ich mache mit großer Sicherheit ein sehr dummes Gesicht. Ich nehme die Karte und fange an zu lachen, oder besser gesagt, zu gackern. Was da wirklich steht, ist "Emmenthal, Egg, Ham". Also Crepe mit Emmenthaler Käse, Ei und Schinken. Ich lese mit korrigierter Aussprache vor. Finya versteht und guckt etwas belämmert. Passiert.
    Offen bleibt, wer oder was 4TT ist. Nun, wir finden, das ist ganz klar: 4 Terror Tauben!
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  • 10 Stunden bis zum höchsten Berg

    20 de julio, Francia ⋅ ☀️ 27 °C

    Es ist bereits Montag und wenn ich den Blick hebe, kann ich auf das Mont-Blanc-Massiv schauen während wir am Frühstückstisch sitzen. Dazwischen liegt aber ein Fahrtag, der uns viel abverlangt. Planmäßiger Start vor 10 Uhr in Saint Pantaleon / Provence. Zielankunft spätestens 20 Uhr in Sallanches gegenüber des Mont Blanc. Natürlich wählen wir, weil das unsere Art einer Reise ist, dafür nicht die schnellste, sondern die schönste Strecke. Beim Start und der Eingabe der Zwischenziele bringt uns das Navi aber ganz schön durcheinander. Der Col de Lautaret ist, wie wir nun herausfinden, wegen der Hobby-Tour-de-France gesperrt. Bevor die richtige Tour über den Pass geht, dürfen sich die Freizeitradler daran versuchen. In dem ein oder anderen Bandmitglied keimt vielleicht Hoffnung auf eine kurze Fahrt. Die aber von Katrin zielgerichtet eingesetzte KI spuckt uns aber schnell eine alternative, nicht minder schöne Route aus. Das Problem bleibt aber. Über 7,5 h reine Fahrtzeit, ohne Foto-, Pinkel-, oder Ladestops. Denn all das streckt die Nummer auf knapp über 10 Stunden. Wir verlassen also die Provence. Es wird schnell bergiger. Es geht in die Alpen. Wir fahren über den Col de Mont Cenis am Lac de Mont Cenis vorbei zum Mont Blanc. Viele, viele Tornanti oder liebevoll "turnakeys" genannt (siehe Eintrag vom 5.7.) rauf und runter immer wieder kosten Kraft und Aufmerksamkeit. Es sind am Ende nur etwas über 450 km, aber sie kosten uns heute alle Kraft. Die Berge hier oben sind dennoch schön. Unser Vermieter Michel ist sehr nett und gibt uns eine sehr liebenswürdige Einweisung. Das Beste ist, man könnte hier oben den ganzen Tag sitzen und auf den Mont Blanc gucken. Machen wir auch grad. Bis nachher!Leer más

  • Im Schatten des Mont Blanc

    20 de julio, Francia ⋅ ☀️ 27 °C

    Wie schon angeteasert frühstücken wir hoch oben im Berg über Sallanches mit Blick auf das Mont-Blanc-Massiv. Dies tun wir nun, nach dem der Hausangestellte die nötigen Zutaten im Ort besorgt hat. Ja, und diese Rolle übernehme ich im Urlaub gern. Ich erledige dies zur Zufriedenheit meiner Mit-Insassen. Heute war es richtig Urlaub. Die Hauptattraktion dicht vorm Fenster, sehen wir uns zu nichts gezwungen. Zum frühen Nachmittag kommt aber Geschäftigkeit auf. Verschiedenste Optionen werden erwogen. Am Ende sind es die beiden Mädels, die entscheiden, die unverschämt teuren Gondelausflüge in das Bergmassiv nicht zu machen und das Geld für kommende Aktivitäten zu sparen. Wir belassen es bei einem Spaziergang zur Cascade d'Arpenaz und um einen der Illettes-Seen herum. Schließlich schlendern wir noch durch Sallanches und finden ein nettes Bistro für ein frühes Abendbrot. Dann fahren wir wieder auf unseren Berg und gucken anderen Berg. Katrin testet die Kamera mal aus und sie knipst eifrig das Alpenglühen des Mont Blanc. Mit Sina stand ich grad draußen in der Nacht. Wir sahen auf den Ort und auf das im Dunkeln liegende Bergmassiv. Sie guckt zu mir hoch und sagt: "Eines Tages wird das alles Dir gehören". Wir lachen. Dann gucken wir wieder und sehen auf einem der Berggrate ein Leuchtfeuer oder vielleicht ist es auch einfach eine Lampe. Wir informieren unsere Heerführerin Katrin, dass Gondor wohl um Hilfe ruft. Diese nickt wissend. Sina greift entschlossen zur der im Kühlschrank befindlichen Wasserflasche, nimmt einen tiefen Zug, verzerrt Gesicht, Schnute, Hals (keine Ahnung wie sie diese Verrenkungen zu Wege bringt) und bringt nur noch gepresst hervor: "Kaaaalt - Hirnfrost!". Ich glaube, alle kennen das Gefühl. Wir sind gespannt auf morgen und verbleiben mit freundlichen Grüßen. Die Gefährten.Leer más

  • Heidelbeeren, Erdbeeren und Königskraut

    21 de julio, Francia ⋅ ⛅ 21 °C

    Der heutige Tag stand unter der Erwartung aller, dass es jetzt mal losgeht. Das bedeutet, dass ICH zuerst mal eher aufstehe als sonst um den Boden dafür per Frühstück zu bereiten. Dann finden sich nach und nach die Teilnehmer unserer Exkursion am Frühstückstisch ein. Dabei ist Katrin schon am Vortag in den Planungsmodus gegangen. Und wer sie kennt, weiß, was das heißt. Sobald jemand was äussert, wird sofort aktiv eingegriffen per Google und KI. Manchmal hat dann der eine oder andere keinen Bock mehr, aber es ist unverzichtbar für unser Gelingen. Heute aber ist alles positiv. Da es viel Zeug gibt, was wir aus dem Supermarkt hier hoch geschleppt haben, wird das auch kredenzt für den heutigen Wandertag, Digga! Und ich schaffe auch hier die Grundlage. Finya macht das nicht. Sie lutscht ein bissl traurig, wie so oft in der Früh an ein paar Melonenscheiben und schwingt sich dann wortlos vom Traumplatz wieder in die Schlafkapsel um dort noch zu chillen. Derweil wir der Ausflug präpariert. Wir müssen zur Telecabin de Jaillet in Megéve. Heute wird der Mont Blanc von ein paar formschönen Cummuluswolken ergänzt. Dadurch ist es heute auch der kühlste Tag bisher auf unserer Reise. Dann geht es los. Einigermassen fassungslos über den kostenlosen Parkplatz vor der Seilbahn, geht es hochmotiviert in die Seilbahn. Bissl Spazierengehen hieß es. Dabei kann nur der Leser die Schwierigkeit erfassen, der Erfahrung mit 2 oder mehr jungen Mitreisenden hat. Es da halbwegs allen Recht zu machen is e bissl anspruchsvoll. Und der Grat von "Boah, geil" und "Nee, da geh ich jetzt nicht hin" ist verdammt schmal! Heute sind aber alle voll dabei. Wir suchen uns eine eigene Route, auf der Sina Katrin mental unterstützt mit ihren schmerzenden Fersen und Finya mich und umgekehrt. Die 2 Kräuterhexen Sina und Katrin machen begeistert an jedem Strauch Stop. Heidelbeeren, Erdbeeren, Königskraut für morgen, falls in Gondor jemand medizinische Hilfe und heilende Umschläge braucht. Mich mit meinen Plattfüßen jedenfalls nervt das ständige Stehenbleiben. Als Sina die Möglichkeit der Aufnahme von Fuchsbandwürmern via Heidelbeeren ins Spiel bringt, legt sich das etwas. Finya sieht super schnieke aus heute, schimpft aber über die Anstiege unserer Strecke. Aber dennoch ist sie eine dufte Gesellschafterin auf der Wanderung für mich. Leider waren wir zu lost, die Sweetie-Notration einzupacken. Kein Müsliriegel, kein Keks, nix. Nur Wasser. Da waren schon alle ein wenig angefressen. By the way, uns kommen heute ständig Leute entgegen, NUR entgegen. Das liegt wohl daran, dass die alle auch die kleinen Zwischenlifte nutzen. Wir jedoch in teutonischer Disziplin alles selber laufen. Ja, genau! Zurück von unserer Tour leisten wir uns jeder ein Stück Sandwhich. Wir haben das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Ist auch so. Gut gelaunt und auch etwas müde geht es am Supermarkt vorbei nach Haus. Hier wird nachhaltig schnabbuliert. Später gibt es noch Pasta für die Liste, bei einem sehr gut gelaunten lustigen Abendessen. Alle sind glücklich, dass wir heute was geleistet haben. Und dennoch ist launemäßig keiner abgestürzt. Ein toller Tag vor prächtiger Kulisse. Wir sind nun bereit, den Berg morgen zu verlassen auf der spektakulären Route nach Gondor oder so...Leer más

  • Schweizer Wein

    22 de julio, Suiza ⋅ ☀️ 17 °C

    Die diesjährige Sommerreise der real fantastic 4 geht, wie der geneigte Leser bereits erfasst hat, durch mehrere Länder mit mehr oder weniger Begeisterung. Diesbezüglich liegt Frankreich aus Gründen auf dem letzten Platz, besonders bei der Jugend. Keine Ahnung, warum. Mein Vater wäre begeistert. Es ist wie in den wilden Neunzigern. Frühstück in Frankreich, Mittag in der Schweiz, Abendessen in Italien. Hochdiszipliniert um die Air BnB Bewertung nicht zu gefährden, räumen wir auf, packen und cruisen los. Die Tour soll uns heute durch das Schweizer Wallis über den Simplon-Pass an den Lago Maggiore führen. Bereits in Chamonix, also nach ca. 15 min werden wir gebremst von der französichen Police Municipal. Nein, alles gut. Diesmal kein Delikt. Da die Hauptroute raus aus dem Tal vor dem Mont Blanc verstopft ist, führt uns das Navi eine Alternativ-Route durch den Ort. Puh! Wir sind froh, nicht direkt hier gewohnt zu haben. Tourismus und Menschenmassen pur! Und die Police Municipal sperrt diese Route hochintelligent mitten im Ort. So fahren alle von der großen Straße runter in den Ort und werden dort zurückgeschickt. Das ist wirklich gar nicht mal so klug und kostet uns 30 Minuten. Egal! Zur Belohnung können wir wenige Minuten später Frankreich verlassen. Das wird dann schon ein bissl gefeiert. Die Mehrsprachigkeit der Schweiz beschäftigt erst mal nur Finya. Die Fahrt wird immer spektakulärer und Fotostop reiht sich an Fotostop. Im Wallis dann suchen und finden wir in einem ganz plattgedrückten ebenen Tal der Rhone einen Rasthof. Sehr leckere Vollkornbaguettes mit Ziegenkäse für einen wahrhaft fürstlichen Preis munden uns. Allerdings haben wir bei der Bestellung auch das Sprachenthema. Alles ist in Deutsch ausgekennzeichnet. Sprechen tut es hier aber keiner. Wir versuchen es mit Französisch. Auch schwierig. Naja, wir bekommen am Ende, was wir wollen. Wir schrauben uns hoch zum Simplon-Pass und das ist wirklich die spektakulärste Strecke bisher. Hinter Simplon geht es dann runter nach Italien. Feiern wir! Wir kommen an der Fähre in Verbania an, wo ein kleiner Italiener sehr wichtig ist und uns erst mal anbrennt, weil kein Bilghetto. Aber woher auch. Keine Hinweise. Man kommt aus den Bergen direkt vor die Fähre, muss dann aber ein Ticket haben. Si, si! Aber sonst funzt das und ist alles lösbar. Die Überhaft ist ruhig und schön und hat Italien-Vibes. Die Wohnung in Cittiglio (man spricht es Schittilio, wie Finya mich kompetent aufklärt) ist super schön. Das Glück des letzten Stops bleibt uns hold. Wir beziehen die Wohnung, trinken Espresso und beschließen eine Trattoria im Ort zu besuchen. Ein Volltreffer. Null Touris, kein Englisch, alles super entspannt. Da gehen wir noch mal hin. Nicht zuletzt die Pizzen sind toll. Ein ausgelassener Spaziergang nach Hause durch die Nacht schließt den Tag schön ab.
    Ach so! Die Erkenntnis des Tages ist, dass das Wallis eine Weinregion ist oder überhaupt die Schweiz ein Weinland ist. In dem Rhonetal finden wir auf der der Sonne zugewandten Seite einen Weinberg am anderen!
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  • Fuchs, Wolf, Schaf

    23 de julio, Italia ⋅ ☀️ 28 °C

    "Die Interpretation ist ja nicht meine Aufgabe. Macht das Beste draus". So oder so ähnlich lautet die Aussage eines Künstlers, dessen Videoinstallation wir heute in der Villa Menafoglio Litta Panza bewundern konnten. Eine typische italienische Villa aus dem 18. Jh. beherbergt Kunst aus dem 20. Jh.. Dahin hat es uns heute verschlagen. Eins der jüngeren Werke war eine Videoinstallation eines Fuchses, eines Wolfes und eines Schafes im Schnee. Besagter Künstler reagiert mit obiger Ansage auf die Frage, was er mit seiner Kunst sagen wolle. Die Villa, selbst ein Kleinode der Ära des Villenbaus in Oberitalien, war schon immer als Repräsentanz gedacht für mondäne Veranstaltungen. Sie hat eine U-Form und öffnet sicht mit ihrem italienischen garten in Richtung der Stadt, über der sie thront: Varese.
    Man besichtigt heute die Villa selbst, die Kunstwerke moderner Künstler aus der ganzen Welt beherbergt. Insbesondre die Licht- und Rauminstallationen haben uns angetan und lassen uns doch aoft auch ratlos dreinschauen. Die Kompanie wird in Zweiergruppen aufgetreilt und untersucht die Räumlichkeiten jeweils auf ihre Art. Sehr, sehr empfehlenswert.
    Danach wird es etwas kabbelig, mangels Nahrung. Wir wollten Imbiss, aber das ist hier gar nicht so einfach. Wir wollten nur Café + Panini am See. Wir verstricken uns aber in Parkplatzsuche und lernen, dass es nicht an jeder Eke ein Café gibt am Lago Maggiore. Und finally landen wir noch im Berufsverkehr. Was soll's! Wir haben den Plan heute mehrfach sachdienlich angepasst. Also geht es nach einer unfreiwilligen tornanti-/turnakeys-Tour durch die Hügel am Lago zurück nach Cittiglio, was wir dann auch erst in der 7. Stunde erreichen. Die Kirche hat bis 19.00 Uhr geöffnet sagt die Homepage. Bis 18.00 Uhr sagen die Fakten. Wer wird Recht behalten? Notiz an uns selbst: Versuchen wir morgen vor 18.00 Uhr. Dann zieht es uns erneut in die Trattoria von gestern. Das ist ist aber auch lecker da. Nach 3 Limoncello gratis trollen wir uns leicht angebrütet nach Hause. Also ins Urlaubshaus. Ready 4 2-morrow!

    PS: Die Bilder von drinnen gibts heute exklusiv im Extra-Footprint!
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  • Plan Do Check Act

    24 de julio, Italia ⋅ ☀️ 28 °C

    Man könnte sagen, ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Naja, wir waren heute nahe dran.
    Bevor das eigentliche "Heute" und damit unser letzter Urlaubstag in der Fremde startet, werden wir des nächtens nochmal getestet. Nach der Erstellung des letzten Eintrages bereiten wir noch unseren final day vor. Rechner ist an, Geschirrspüler ist an, Waschmaschine ist an. Dann ist alles aus. Vor allem das Licht. Dunkelheit, Leere, Stille. Die Opfer versammeln sich im Aufenthaltsraum. Keiner rennt in Sackgassen. Aber plötzlich nimmt man ganz viele Geräusche wahr. Schnarren und Kratzen an der Hauswand. Jaulen und Bellen der zahlreichen Nachbarschaftshunde. Ganz klar, wir werden angegriffen, so der Gesichtsausdruck einiger Betroffener. Vater Ness geht todesmutig in Unterhosen raus um zu zeigen, dass dort kein Schurke mit 'nem Messer lauert. Alle Geräusche lassen sich formschön erklären. Am Ende ist der Strom weg. Hatten wir schon. Kennt man. Sicherungskasten wird überprüft, alle Hebel wieder gerichtet - ohne Erfolg. Großes Nägelkauen. Den Vermieter wollen wir aber 23.30 Uhr dann doch nicht mehr anrufen. Wir schreiben ihm aber. Die Frage, ob dazu was im Wohnungshandbuch steht, verkneife ich mir, da Katrin das aufmerksam gelesen hat. Irgendwann übermannt uns - der Schlaf.
    Als wir am Morgen Alarm schlagen wollen, schreibt er uns gerade. Und als ich die Nummer so abtippe aus dem Wohnungshandbuch, fällt mein Blick auf die Seite gegenüber. Hand - Stirn! Wortlos befolge ich die dort stehenden Anweisungen und schalte den Strom wieder an. Dann is bissl Gewusel und ein sehr nettes gemeinsames Frühstück. Dann wird unser Plan mit für uns erstaunlicher Präzision umgesetzt. Nur mein Hinweis, dass die Gasthäuser von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr keine Nahrung anbieten wird ignoriert. Aber erst besuchen wir die Villa Della Porto Bezzolo ganz in der Nähe. Seht das selbst. Die Villa steht auf einem alten Landgut. Sie ist sehr üppig ausgestattet mit einem Freskenzyklus. Wie die gestrige Villa steht sie unter der Verwaltung des FAI, der italienischen Stiftung für Denkmal- und Umweltschutz. Das Gelände, schon seit dem 16. Jh. bebaut, wurde Garten und Gebäude mehrfach angepasst. Dann wollen wir in der Nähe unseres zweiten Zieles heute, dem Eremo di Santa Caterina del Sasso, einem alten noch in Betrieb befindlichen Klosters, speisen. Wie gesagt (von mir), aber nicht in der Zeit. Dann Anpassung des Plans. Kinder - Hunger! Eltern - Panik! Fast! Abgeklärt bekommen wir einen Einkauf für ein am Ende nettes Picknick am Seeufer in Laveno-Mombello hin. Dann sind alle entspannter. Aber ob wir unsere Abschiedspizza nach dem Mahl am Abend noch schaffen, bleibt offen.
    Dann fahren wir zum Kloster. Für einen angemessenen Beitrag sammeln wir letzte Eindrücke von Italien und dem Lago Maggiore.
    Das Kloster klebt am Felsen über dem See seit 1170. Erreichbar ist es per Treppe und Aufzug. Hinunter zum Kloster wählen wir die Treppe. Hinauf wählen wir den Aufzug.
    Dann packen wir auch schon unseren Krempel und starten zum final Dinner. Dieses fällt fröhlich aus. Alle sind gut drauf und freuen sich über den gelungenen Urlaub, der unsere Reiselust einmal mehr bedient hat. Erste Pläne werden geschmiedet. Aber Melancholie, vor allem bei mir, mach sich auch breit. Ich finde es sehr schön, mit der ganzen Mannschaft unterwegs zu sein. Für unsere nächste Reise gibt es schon Zusagen. Mal sehen! Das Ziel: wird noch nicht verraten. Aber es wird wohl wieder etwas nördlicher. Denn eigentlich hat nur eines genervt: die Hitze. Wir teilen den letzten Tag auf in die 2 Sehenswürdigkeiten (je einer) und einem für alles andere.

    Danke an alle, die "mitgereist" sind. Bis bald, Katrin, Sina, Finya und Falk!
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    Fin del viaje
    21 de julio de 2026