• Katja Imschinetzki
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Caminho Português

Unser erster kleiner Caminho zusammen ❤️ Read more
  • Trip start
    September 5, 2023

    Portwein in Porto!

    September 5, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 25 °C

    Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub! 😄
    Heute mittag sind wir in Porto angekommen. Diese Pilgerreise wollten wir schon seit 3 Jahren unternehmen und immer ist uns etwas dazwischen gekommen.... Aber jetzt sind wir endlich am Ziel! Oder eher gesagt am Anfang, am Anfang des portugischen Caminos nach Santiago der Compostela. 😍
    Natürlich sind wir auch auf dem Weg hierher nicht um ein bisschen Stress herumgekommen. 😂 Die S19 hatte selbstverständlich Verspätung und beschloss dann ganz auszufallen. Die RE-Bahn die wir dann genommen hatten, hatte es fertig gebracht es nicht mal eine! Haltestelle vom Hauptbahnhof zum Flughafen ohne einen "unplanmäßigen Halt von wenigen Minuten" zu fahren. Dieser unplanmäßige Halt dehnt sich dann auch eine halbe Stunde aus und so weiter. 😆
    Gott sei Dank haben wir es trotzdem irgendwie geschafft.
    In Porto angekommen sind wir fast 2 Stunden nicht vom Flughafen weggekommen. Das System mit dem man dort Karten für die S-Bahn kaufen soll ist einfach komplett unverständlich. 😂
    Dann wurde es aber noch schön, wir liefen mit unseren Rucksäcken durch dei Stadt und checkten in das "Wine Hostel" ein. Wir bekamen sogar einen Portwein-Welcome-Drink! 😍 Die Rezeption ist übrigens gleichzeitig die Bar, jedes Zimmer ist nach einer Portweinsorte bekannt und ungefähr jeden Tag finden hier Pubcrawls statt. 😄 Sehr sympathisch! Die erste Person die wir kennengelernt haben, war eine sympathische Australierin die alleine eine Europareise unternimmt kennengelernt. Die will ihren Fernbeziehungsfreund in Italien überraschen, so süß!
    Merkwürdigerweise waren die anderen 5 Personen in unserem 6-er Zimmer uns eingeschlossen Deutsche. 😂😂 Immerhin aus anderen Städten aber trotzdem! Mega witzig wie man sich zuerst auf Englisch unterhält und dann nach dem Namen fragt und bei der Antwort "Leonie" dann so fragt: "so you are German too, huh?" 😆
    In Porto haben Jan und ich dann noch einen Bummel unternommen und waren bei vielen, vielen Kirchen, einem coolen Markt wo wir auch Köstlichkeiten probiert haben. Wir haben noch das älteste Café der Stadt gefunden und haben die Kirche besucht, von der aus die meisten ihre Pilgerreise beginnen. Dort sind wir auf den höchsten Turm hinaufgestiegen und hatten einen Wahnsinnsausblick auf Porto. 😍 Die Kirche war leider für den normalen Besuch geschlossen, aber es gab eine Hammer Show!! Sowas habe ich echt so nie gesehen, vor allem in einer Kirche!!! Es war ein bisschen wie im Atelier des Lumieres in Paris, aber noch etwas psychedelischer. 😂
    Am Ende des Abends wollten wir noch eine portugiesische Spezialität probieren die "Francesinha". Oder auch "die kleine Französin". Was das mit Frankreich zu tun hat war uns schleierhaft aber es war echt eine Bombe. Sowohl kalorien- als auch geschmackstechnisch. 😂
    Dann gönnten wir uns noch einen Portwein-Cocktail an der Rezeption/Bar und gingen relativ früh schlafen.
    Morgen geht's dann schon los! Uns erwartet eine 33km Etappe! 😱
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  • Tag 1: 34 km & endlich Vila do Conde!

    September 6, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 18 °C

    Wir sind wirklich verrückt. Beschließen einfach 34 km am ersten Tag zu laufen. Wer macht denn sowas?! 😂
    Rückblickend war es zwar wunderschön und wie haben jetzt schon viele kleine tolle Dinge erlebt, aber die Füße...!! Es ist schlimm... Äußerlich gar nicht mal so übel, aber sie sind einfach nur 2 schmerzende Klumpen. 😂
    Es ist eine Wohltat sie gerade hochzulegen.
    Dabei hätten wir uns wirklich mehr Zeit lassen können, die Küste war einfach herrlich!!!
    Wir sind viel über Sand und Holzstege gelaufen und haben eine Miniflussüberquerung hinter uns. 😂
    Natürlich war die erste Mitpilgerin, die mit uns fast den ganzen Tag gelaufen ist aus München. 😄 Sie ist sehr lieb gewesen, aber unsere Wege haben sich in Labruge getrennt (km 23.5) weil sie lieber dort schon einkehren wollte. Hätten wir das mal lieber auch gemacht. 😄 Aber nein, wir hatten ja schon 10km weiter etwas reserviert. Leider ist es auf diesem Camino wirklich so, dass man nicht spontan irgendwo einkehren kann. Alles ist immer schon voll. Und weil alle reservieren, muss man leider auch reservieren um dann nicht zum nächsten Ort gehen (wo wahrscheinlich auch wieder alles voll ist) oder draußen schlafen zu müssen. Ich finde das echt schade, es nimmt einen schon ein Stück Freiheit wenn man (so wie wir heute) zu einem bestimmten Ziel auf Teufel komm raus gehen muss. Ich kenne das von meinem letzten Camino auch viel spontaner. Naja, egal wir sind ja Gott sei Dank noch (selbstverständlich im Dunkeln nachdem wir den Sonnenuntergang geschaut haben😄) angekommen. Wir waren übrigens die letzten und niemand in unserem Hostel hat die Strecke an einem Tag gemacht, alle haben sich 2 Tage Zeit gelassen. Wir sind echt verrückt...
    Im Hostel waren die Leute aber sehr freundlich und hilfsbereit, was uns auch wieder Kraft gegeben hat.
    Übrigens gab es heute den ganzen Tag über das magische Phänomen der "Unmöglichkeit sich zu velaufen". Jedes Mal wenn wir (wirklich nur!) 1 Sekunde stehen blieben um nochmal nachzuschauen wo es lang geht kam ein Portugiese oder eine Portugiesin und haben uns direkt!!! In die richtige Richtung geschickt. So schnell kann man weder auf das Handy schauen noch den Reiseführer rauskramen. Das ist so ein tolles und merkwürdiges Phänomen und ich hatte das genauso schon beim letzten Camino erlebt. Ich hoffe es bleibt so! 😄
    Das lustigste Ergebnis war heute auf jeden Fall der Fisch.
    In der ersten größeren Stadt auf unserem Weg Matosinhos wollten wir den dort sehr guten, frisch gegrillten Fisch probieren. Wir haben dann alle 3 irgendwie ausversehen eine Portion für 2 Personen gekauft und es war wirklich mit der größte und leckerste Lachs den wir jemals gegessen hatten. 😍 Das Problem war nur, dass wir kein Besteck dazubekommen oder dabei hatten.... 😅 Wir mussten also diesen mega Lachs, die Pommes und den Kohlsalat als Beilage komplett mit den Händen essen. 😂 Das war wirklich wild.... Wir sind aber extra wieder zum Strand zurückgegangen und haben uns ein ruhiges Eckchen gesucht um diesen Anblick niemandem zumuten zu müssen. 😄 Naja, so ist es eben manchmal beim pilgern....

    Orte: Porto, Foz do Douro, Nevogilde, Matosinhos, Perafita, Lavra, Labruge, Villa Chá, Vila do Conde
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  • Tag 2: der Soldat mit der Bibel

    September 7, 2023 in Portugal ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute morgen waren wir nicht gerade in Bestform. 😅
    Jan hatte überall Muskelkater und mehrere Blasen die ihn plagten und mir war irgendwie übel.
    Doch nach einem Weilchen an der frischen Luft, einem tollen Frühstück und ein paar guten Gesprächen ging es uns wieder gut und wir waren wieder motiviert und bereit loszuziehen.
    Da wir gestern so spät angekommen waren, hatten wir keine Zeit mehr Vila do Conde richtig anzuschauen. Das holten wir heute morgen nach und probierten dabei noch eine kleine Flasche des typischen Bieres hier "Super Bock". 😂 Das hat uns auch noch mehr Kraft gegeben.
    Dann waren wir auch schon wieder an der Küste und liefen weiter nach Norden. Es war wie auch schon gestern ein unglaubliches Naturschauspiel den Wellen dabei zuzusehen, wie sie an an die Felsen prallen und dann meterhoch in den Himmel schossen.
    Auf dem Weg holte uns Ralf ein, ein junger Soldat, der mit Jan auf einem Zimmer war. (Ja, die Zimmer waren in dem letzten Hostel nach Geschlechtern getrennt 😆). Es war sehr interessant sich mit ihm zu unterhalten, er erzählte von seinen Motiven für die Pilgerreise, aber auch wieso er zur Bundeswehr gegangen sei und was er dort erlebt hatte. Er war sehr sympathisch und es war schwer zu glauben, dass er noch so jung ist. Er interessiert sich sehr für Psychologie und empfahl uns direkt ein paar Bücher, die er gelesen hatte und schon gut fand.
    In einer Snack- und Eincrem-Pause bemerken wir, dass er ein großes Buch in seinem Rucksack hatte. Es war ein riesiges Exemplar der Bibel. Er erzählte uns auch von seinen religiösen Motiven und hat uns mit seiner Art sehr beeindruckt.
    Wir liefen noch ein paar Stündchen zusammen weiter und trennten uns dann, als Jan und ich eine gute Stelle fanden um endlich im Meer schwimmen zu gehen! 😍 Ralf wollte heute noch zwei Orte weiter als wir bis zur Herberge laufen und ging daher wieder los.
    Es war absolut herrlich, wir haben eine wellenarme Stelle gefunden, wo sich das Wasser noch besser aufwärmen konnte und es war einfach so angenehm. 🥰
    Lange lagen wir aber nicht herum, die Füße wollten weiterlaufen. 😂
    Und so ging es dann weiter, jetzt auch mal weg von der Küste durch Naturschutzparks und kleine Dörfchen. Leider meldeten sich auch jetzt wieder die Füße... und es war auch leider wieder schlimm. 😂 Obwohl wir uns heute ca 10km weniger als gestern vorgenommen haben, taten uns die Füße schon echt früh weh. Ich vermute, dass das an dem Steinboden liegt über den wir bisher 90% der Zeit laufen mussten. Ich kann mich wirklich nicht an so etwas erinnern und kann mir nur diesen Grund vorstellen.
    Trotz der schönen Landschaft fingen die letzten Kilometer an sich hinzuziehen, sodass wir uns Fado Musik und dann später noch ein Hörbuch zum Ablenken von den Schmerzen anmachen mussten. 😂
    Endlich kamen wir dann um 20 Uhr beim "Spot Hostel" in Fão an. Es war eine private Pension wo man zusammen mit den Gastgebern wohnt. Mein Gott, waren das herzliche Menschen!! Man hatte wirklich das Gefühl man übernachtet bei Freunden. 😄 Sie hatte mich sogar schon angerufen, weil sie sich Sorgen gemacht hatte! Direkt begrüßte uns auch Spot, der kleine Hund der dort auch mitwohnte und der Namensgeber des Hostels war.
    Es war so ein schönes Hostel!! Überhaupt habe ich das Gefühl, dass wir nur in Luxusunterkünfte geraten, diese hatte sogar einen Pool! 😂
    Zum Wäschewaschen waren wir zu kaputt und da wir noch was essen mussten sind wir in eine Tapasbar um die Ecke gegangen. Leider habe ich dort dem Fehler begangen den Tapas "Gambas nach Hausart" zu bestellen. Das Resultat dessen wird uns wahrscheinlich noch jahrelang verfolgen. 😂 Es war einfach schrecklich: 6 riesige Gambas/ Garnelen die einen mit ihren Augen traurig angeschaut haben. Jan und ich konnten uns kaum überwinden sie anzuschauen, geschweige denn diese zu essen. Natürlich haben wir beide auch promt vergessen wie man die überhaupt essen soll, sodass sich bei meinem ersten zaghaften Schnitt in der Nähe des Kopfes jede Menge schwarzer Flüssigkeit ergoss. Mach ein wenig Recherche kamen wir zu dem Schluss, dass das wohl der Darm war. 🤢🤮 Es war so grausam und ekelhaft, dass dann auch die Stimmung bei uns etwas geknickt war. Ich glaube wir waren einfach von den Gambas traumatisiert und bereuten jeden Bissen. Immerhin war aber der Sangria gut! 😉

    Orte: Vila do Conde, Póvoa de Varzim, Estela, Apulia, Fão
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  • Tag 3: Fußwalks & Fußtalks

    September 8, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C

    Der dritte Tag auf dem Camino ging viel besser los, als der letzte aufgehört hatte. Wir hatten ein lustiges Frühstück mit zwei älteren Kanadierinnen und dem sympathischen Rory aus Manchester. Sogar Spot saß in einem Stuhl neben uns am Frühstückstisch, so knuffig! 🐕‍🦺
    Wir waren ganz froh, dass die drei älteren deutschen Herren (die die letzten beiden Nächste per Zufall immer in den gleichen Hostels verbracht haben wie wir) schon losgegangen waren, denn sie machen einfach alle völlig verrückt mit der irrationalen Angst keinen Schlafplatz mehr zu bekommen. Ständig hörte man sie lauthals die Herbergensituation beklagen (wobei sie selber natürlich einen Ort zum übernachten haben) oder den anderen panisch zuzuschreien: "Everything ist full!!! EVERYTHING!!!!!! You won't get ANYTHING!!" Furchtbar. Und das stimmte natürlich so nicht. Rory und die Herbergsmutter hatten uns noch am selben Morgen ein ganz süßes Hostel "Carolinas Place" empfohlen und wir haben zum Glück direkt eine Zusage bekommen. 🥳 Beschwingt wie wir waren, dachten wir eine letzte kleine Abkühlung im Pool bevor wir los gingen, könnte doch nicht schaden. Aufgrund dessen, des längst überfälligen Wäschewaschens und immer längeren Fußabklebaktionen an Jans Füßen, sind wir leider erst viel später losgekommen als wir es vorgehabt hatten.
    Der Weg führte uns heute weg von der Küste und viel mehr durch Felder und Dörfchen. Doch hin und wieder konnte man trotzdem einen kurzen Blick an die Küste erhaschen. 🥰
    Eigentlich haben wir nur eine Pause zum Mittagessen gemacht und sind sonst die 26 km fast komplett am Stück durchgegangen. Trotzdem wurde es immer später und später und wir hatten immer noch recht viel Strecke vor uns.
    Leider wurde es auch noch nicht leichter, die Füße beginnen schon nach kürzester Zeit zu schmerzen. Jan hat wirklich große Probleme mit seinen Blasen an den Zehen und wegen der Fehlbelastung machen sich anschließend die Knie bemerkbar uns immer so weiter.
    Und dann habe ich auch noch einen fatalen Fehler beim Navigieren gemacht: Ich habe nicht gemerkt, dass noch ein Zwischenziel 6 km vor der Herberge eingegeben war. Somit haben wir all unsere Kraft auf dieses Zwischenziel ausgerichtet und sogar 800m vorher schon etwas zu essen für den Abend eingekauft. Natürlich ist uns nicht aufgefallen, dass es noch zu früh für das Tagesziel war, da sich mit schmerzenden Füßen jeder Kilometer mindestens 3x so lang anfühlt. 😬
    Dann bemerkte ich den Fehler und es war einfach nur noch eine Quälerei. Die Kraft war aufgebraucht, die Füße schmerzten schlimmer als je zu vor und wir hatten sogar noch die blöden Einkäufe dabei. 🥵 Es war am Ende wirklich nicht schön. Es wurde auch schon langsam dunkel und wir wollten heute einfach nur noch ankommen und die Schuhe und den Rucksack ablegen.
    "Casa da Carolina" war dann der Himmel auf Erden. Wir wurden so warm und herzlich aufgenommen, uns wurden direkt Getränke und Snacks angeboten (Wasser hatten wir auch keins mehr) und wir wurden von vielen netten Pilgern begrüßt. Schnell duschen wir, wuschen Wäsche und setzten uns dann an den "Fußpool". Es war so herrlich. Wir haben ein kaltes Fußbad (und ein kühles Super Bock) noch nie in unserem Leben so sehr wertgeschätzt. So langsam spürten wir wie das Leben wieder in uns zurückkehrte.
    An diesem Abend lernten wir sehr viele coole Leute kennen, unter anderem ein paar Finninen und mehrere Spanier mit denen wir uns sehr gut verstanden haben.😊 Das Gesprächsthema Nummer 1 war: Füße.
    Ich habe noch nie so viel über Füße nachgedacht und geredet wie hier. Jeder gab seine erfolgreichsten Anti-Blasen-Tipps zum Besten und es wurden sehr viele Schauergeschichten über Füße erzählt und viele Füße gemeinsam untersucht. 😂 Es war schon sehr witzig. Über die Füße lässt sich nämlich auch erstaunlich viel über einen Menschen erfahren.
    Dieser Abend war einfach so schön und wir hatten das erste Mal so ein richtiges Gemeinschafts-Camino-Feeling. ☺️🥰 Genau solche Abende wir der heute wo jeder einfach befreit was über sich, sein Leben oder sein Leiden erzählt und man einfach gemeinsam glücklich ist, haben mir sehr gefehlt. ❤️
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  • Tag 4: Mittelalter, Esel und Hape

    September 9, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute Nacht hatte es stark gewittert. Es gab fast die ganze Nacht Donner, Platzregen und Blitze. Trotzdem haben wir erstaunlich gut geschlafen und mussten heute nicht ein einziges Mal unterwegs die Regencapes auspacken! Wir haben wieder mal großes Glück gehabt. 😄
    Heute ging es fast nur durch Dörfchen, die einem das Gefühl gaben, inmitten einer Filmkulisse eines historischen Films zu sein. 😅 Es war so süß, überall krähten zudem Hähne, gackerten Hühner und bellten Hunde. Katzen lagen in der Sonne und man sah oft kleine Eidechsen hin und her flitzen. Auch waren wir viel im Wald unterwegs und waren sehr dankbar, dass es mal kühler und schattiger war. Die Füße werden auch immer besser. Noch nicht tiptop, aber besser. :D
    Eigentlich hatten wir heute nur eine kleine Etappe geplant (23 km) aber irgendwie sind es dann doch wieder 27 km geworden und es war doch recht anstrengend gegen Ende.
    Wir haben heute auch das Hörbuch von Hape Kerkeling zum Camino Frances, welches ich Jan geschenkt habe, fertig gehört. Es hat irgendwie so gut gepasst und wir mussten ständig über seine Art es zu erzählen lachen und zustimmend nicken. Er hat uns vor allem das Ende sehr erleichtert, denn es ging viel bergab und bergauf.
    Abends sind wir dann (natürlich wieder viel später als geplant 😂) in der Herberge Quinta da Quinhas in Vila Praia de Ãncora angekommen. Witzigerweise war die Herbergsmutter sogar eine Deutsche, welche sich einfach in den Ort verliebt hat und nicht mehr fortgehen konnte. Jetzt ist es so ein toller Ort geworden; es gibt ein riesiges Haus für die Pilger mit schönen Einzelbetten 😍 (anstelle von Stockbetten) und ein weiteres Haus auf dem wunderschönen Gelände wo immer wieder verschiedene Leute wohnen und Coliving und Coworking betreiben.😊 So cool einfach!! Es gab auch Gott sei Dank wieder einen Fußpool und so saßen wir abends glücklich mit einem kühlen Bier und selbstgebackenen Keksen mit unseren geschundenen Füßen am Pool. Sehr süß waren auch die beiden Esel die auf dem Gelände mitwohnten. 😂 Man hat sie nachts immer mal wieder schreien gehört. Auch Leben dort Kaninchen und Truthähne (die sind größer als man denkt 😂). Echt ein super Ort! Wir werden ihn uns auf jeden Fall merken, falls man mal hier Urlaub machen will, oder surfen oder einfach ein bisschen in netter Gesellschaft arbeiten möchte.
    Auch wieder so nett: Als wir ankamen hatten die meisten Geschäfte schon zu und das Restaurant war zu weit weg und die Herbergsmutter hat uns ALLES was das Haus zu bieten hatte hergebracht und geschenkt, sodass wir uns ein tolles Essen kochen konnten ohne das Haus zu verlassen oder Geld auszugeben. So lieb einfach!!! ❤️❤️❤️

    Orte: Viana do Castelo, Areosa, Carreço, Afife, Ãncora, Vila Praia de Ãncora
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  • Tag 5: Zwischen 2 Ländern-Am Rio Minho

    September 10, 2023 in Portugal ⋅ ☁️ 20 °C

    Ausnahmsweise schreibe ich, Jan, diesen Tag nieder, weil Katja wahrscheinlich bei dessen Revue in Tränen ausbrechen würde. Zu dem Grund hierfür später mehr.
    Beginnen wir dort, wo der letzte Tag endete: In Vila Praia de Ancora. Wir verabschiedeten uns von Christina, der immer lachenden Herbergsmutter, welche uns fast schon unterbewusst überzeugt hat, auch nach Portugal auszuwandern und surfende Hostelbesitzer zu werden; aber eben nur fast. Statt unseren Umzug vorzubereiten, sagten wir Ciao zu den Eseln, Meerschweinchen und Kaninchen und begaben uns wieder auf den Caminho Richtung Moledo. Diese Entscheidung brachte uns innerhalb kürzester Zeit zum Strand zurück zu unserer geliebten Küste, die wir schon schmerzlich vermissten. Hier pilgerten wir mit einer Ziegenherde die Strandpromenade entlang, bis wir schließlich den ersten Blick auf Spanien in Form eines Berges auf der anderen Seite des Rio Minho erhaschten. Interessanterweise ist es auf diesem Berg aufgrund der Zeitzoneneinteilung eine Stunde später als in Portugal. Endlich sind wir einmal ohne Stress früher dran als jemand anderes!
    Ab jetzt führte uns unser Weg entlang des Flusses und somit entlang der Landesgrenze Richtung Osten. Ein toller Fußgänger und Fahrradweg entlang des Minõ bot eine schöne Möglichkeit, dessen Natur ununterbrochen zu genießen.
    Doch dann passierte es. Eine abgemagerte, einsame Katze kam uns maunzend entgegen und wollte gestreichelt werden. Als wir uns wieder auf den Weg machten, folgte sie uns über eine gefühlte Ewigkeit, unaufhörlich und herzzerreißend miauend. Selbst über die Eisenbahnschienen folgte sie uns. Katja war dafür, sie mitzunehmen (ihr kennt sie ja =D). Das kam für mich nicht in die Tüte, stattdessen aber die Katze selbst. Sie hielt uns beim Laufen auf, weshalb wir uns einigten, sie wenigstens per Tüte in ein Gebiet zu bringen, wo es für sie mehr Hoffnung auf ein gutes Mahl oder menschliche Kontakte gab. Sobald die Katze im Sack war, hörte sie auf zu klagen und schien beruhigt und neugierig. Hoffnungsvoll brachen wir auf. Als wir an die stark befahrene Strasse kamen, bekam das Kätzchen es mit der Angst zu tun und sprang panisch aus der Tüte. Ein Vorankommen schien unmöglich. Katja hütete unsere neue Freundin, ich versuchte etwas Thunfisch aufzutreiben. Leider war Sonntag und alles bis auf ein Restaurant hatte geschlossen. Ich ging ca. einen Kilometer in den nächsten Ort und zurück und kam mit einer Schale und Wasser wieder. Leider kam in der Zwischenzeit ein Zug vorbei, wo die Katze sich noch aufhielt... weshalb sie vor Schreck das Weite suchte und nicht mehr aufzufinden war. Wir hoffen noch immer, dass sie das Wasser findet und sich jemand anderer mit Verwurzelung im Ort Lanhelas sich ihrer annehmen wird. Ihr Miauen klang noch den restlichen Weg in unseren Ohren.
    Am Ende kamen wir zu einem pittoresken Refugium für Pilger am Strand, wo wir unglaublicherweise die einzigen Gäste waren! Wir schauten uns den Sonnenuntergang am Wasser an und genossen die Ruhe und Zweisamkeit, mit umherwandernden Gedanken.

    Orte: Vila Praia de Ãncora, Moledo, Caminha, Seixas, Lanhelas, Gondarem
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  • Tag 6: Geselliger Weg, zweisames Heim

    September 11, 2023 in Portugal ⋅ ⛅ 18 °C

    Los ging es von der Casa da Mota, unserem Haus am Strand (zum Glück ohne Motten). Wir gingen ohne Frühstück oder großes Fertigmachen los, sodass wir ein gutes Stück des Weges in kühlen Temperaturen zurücklegen konnten. Wir wanderten durch das neblige Gondarem. Auf dem Weg sahen wir ein lesbisches Pärchen, das ein Hostel verließ. Sie sahen mit ihren Rucksäcken auch aus wie Peregrinos. Wir stiegen einige Höhenmeter ab und kehrten für das Frühstück in einem portugiesischen Café ein. Es fühlte sich gut an, zu essen wenn man schon Strecke hinter sich gebracht hat. Wir genossen ein Riesensandwich und ein tolles Omelett, ein Schokocroissant und vier Siebträgermaschinenkaffees. Dies alles kostete uns nur 17 €, da wäre man in Deutschland schon mit dem Kaffee drüber gewesen. Hier macht essen also deutlich mehr Spaß :D
    Währenddessen kam das Paar auch den Berg hinunter und setzte sich zum Frühstücken zu uns. Sie teilen uns mit, dass Katjas blaues Handtuch oben auf dem Berg läge, weshalb Katja eine halbe Stunde investierte, um es zu holen (man läuft ja nicht schon genug). Die Gespräche mit den Damen verliefen schnell sehr philosophisch und tief, kein Smalltalk. Das ist wahrscheinlich die Magie des Weges...
    Anschließend ging es wieder am Fluss entlang weiter Richtung Valença, unseres Tagesziels. Zwischendurch besuchten wir das Dorf Ponte, wo wir einen Top Kaffee für 1€ tranken und drei andere Pilger kennen lernten: eine junge Tschechin, einen perfekt englischsprechenden charismatischen Niederländer und einen 17(!)-jährigen Italiener, der bereits seinen zweiten Caminho läuft. Natürlich wurde auch wieder über Füße gesprochen und absurde Techniken eruiert, wie man denn mit Blasen an den Zehen umzugehen habe.
    Wir gingen nach Valença, wo es mit der Geselligkeit aufhörte, wir waren so ziemlich die einzigen Gäste in einem riesigen Anwesen. Der laut den Bewertungen tolle Wirt und das angekündigte Abendessen und Frühstück fehlten komplett :D. Wir vermuten einen kürzlichen Besitzerwechsel als Grund für die Falschinformationen. Stattdessen gingen wir zu einem indischen Restaurant und bestellten die halbe Karte. Auch mal wieder gut!
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  • Tag 7: Wir lassen Portugal hinter uns!

    September 12, 2023 in Spain ⋅ ☀️ 16 °C

    Heute in der früh konnten wir endlich unsere enttäuschende, einsame Herberge verlassen. Jeden Tag weiterzuziehen hat schon auch viel Positives. 😉 Wir waren echt traurig die sympathischen Menschen vom gestrigen Tag nicht mehr gesehen zu haben und prompt haben wir sie alle nacheinander nach 2 Minuten auf dem Weg ins Zentrum von Valença getroffen. 😂 Im Laufe des Tages begegneten wir das erste Mal immer wieder den gleichen Leuten und hatten richtiges Dorffeeling auf dem Camino. 😄 Auch sehr kurios: Als wir uns mit ein paar anderen Pilgern unterhielten, stieß eine Frau mit Rucksack, Pilgerstab, Muschel etc. zu uns. Sie hatte aber keine Schuhe!!!! Sie meinte, dass sie von Algarve aus unterwegs ist und ihr die Schuhe letzte Nacht geklaut worden sind. 😱 Trotzdem wolle sie weiterlaufen sagte sie, denn die Beine und Füße kann man ihr nicht klauen... Während wir noch völlig perplex dastanden, hatte ihr der charismatische Holländer schon Geld in die Hand gedrückt, damit sie sich neue Schuhe kaufen konnte. Sie selbst hatte nicht genug.
    Wir haben auch einen Amerikaner aus Florida getroffen, der jetzt seinen fünften Camino mit uns pilgert. Es zieht ihn einfach immer wieder hierhin zurück.

    Wir können es immer noch nicht richtig glauben, aber vor einer Woche sind wir erst nach Porto aufgebrochen und heute sind wir schon über die Grenze nach Spanien gelaufen. So cool!! Dort haben wir dann auch den ersten "Kilometer-nach-Santiago-Stein" in der galizischen Stadt Tui gefunden. 🥳
    Dort sind wir ausversehen direkt in das Gelände von einem Hotel hineingelaufen und haben dann irgendwann bei der Poolanlage festgestellt, dass wir dort gefangen sind und mussten dann umständlich wieder herausfinden. 😆
    In Tui haben wir natürlich alle wieder vor einem Pilger-Café sitzen sehen und sind dort auch zum frühstücken eingekehrt. Das war definitiv die richtige Entscheidung. Dort gab es das leckerste Frühstück, welches ich jemals auf dem Camino gesehen habe! 😍😍😍
    Danach hatten wir echt viel Kraft und sind den ganzen Weg fast am Stück durchgelaufen.
    Die Altstadt in Valença war in einer Burg konstruiert, wodurch man wieder wie in einer anderen Zeit war. Ansonsten war es eine sehr ruhige Strecke, welche hauptsächlich durch Wälder und Felder führte. Leider konnte man sich 17km kaum versorgen, also auch kein Wasser auffüllen. 4 km vor unserem Ziel O Porriño haben wir dann Gott sei Dank eine urige Taverne gefunden und ordentlich Flüssigkeit in uns hineingeschüttet. 😂
    Entspannt und mit einem Weg-Radler machten wir uns auf den letzten Restweg in die Stadt. Es war eine süße, kleine Stadt und eine schöne Herberge und das spanische Omelett (Tortilla) und der Sangria sind fantastisch! 😉😇

    Orte: Valença, Tui, A Picoña, Virxe do Camiño, Pontellas, O Porriño
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  • Tag 8: Sangria, Musik & Psychotherapie

    September 13, 2023 in Spain ⋅ ☀️ 28 °C

    Heute haben wir es endlich geschafft um 8 Uhr morgens fertig gepackt und mit abgeklebten Füßen die Herberge zu verlassen. 😄 Ich bin echt stolz auf uns!!
    In dem ersten Café auf unserem Weg von O Porriño aus machten wir dann eine ausgiebige Planungssession.
    Wir überlegten und diskutierten wie wir die nächsten Etappen und damit die nächsten Tage gestalten sollen. Sollten wir die letzten Kilometer in 4 Tagen zurücklegen und dann mehr mehr Zeit in Finisterre oder Santiago haben? Oder lassen wir uns 5 Tage Zeit und schauen uns die tollen Städte auf dem Weg besser an und sind mal nicht die letzten in den Herbergen? 😅 Wir überlegten hin und her; die Sportlerherzen in uns wollten mehr Kilometer in kürzerer Zeit schaffen aber letztendlich entschlossen wir uns für kürzere Etappen und damit mehr vom Weg zu haben und ihn besser genießen zu können. 😊
    Das war auch extrem gut so, denn trotz 3 Kaffepausen kamen wir mal um gegen halb 3 in der Stadt Redondela an. 😱 Das ist ein Rekord!!
    Wir dachten, dass wir für heute mal nichts im Voraus buchen und es einfach mal in den beiden öffentlichen Herbergen mit je 40 Plätzen versuchen. Aber Pustekuchen! Alles war schon voll, eine halbe Stunde nach dem sie geöffnet waren! Das ist doch nicht mehr normal.... Es können doch nicht so viele Leute unterwegs sein! In einer privaten Herberge mit 52 Plätzen haben wir zum Glück noch die vorletzten 2 Plätze bekommen. Wir haben das wirklich unterschätzt, es müssen wohl 200 Leute hier heute angekommen sein!😱
    Diese Herberge war aber richtig cool und wir gönnten uns mal nach einer Woche auf dem Weg den Luxus einer Waschmaschine und eines Wäschetrockners. (Was man eben so tut wenn man früh ankommt 😂) Natürlich haben wir in der Stadt den Holländer und all die anderen getroffen und lernten auch noch eine Gruppe älterer Pilger kennen. Alle bis auf einen zogen dann weiter (sie waren noch nicht am Ziel) und wir verblieben mit dem 48-jährigen Österreicher "Lubi". 😂 Wir unterhielten uns bei ein paar Sangrias sehr lang und liefen anschließend gemeinsam zum Strand. Es stellte sich heraus, dass er Psychotherapeut war. Wir hatten tolle, tiefgehende Gespräche und es war sehr spannend in sein Leben und seine Vorstellungen einzutauchen. Wir redeten jetzt natürlich (das erste Mal! ) länger mit jemanden über die Medizin und es waren wirklich sehr interessante Gespräche. Er erzählte uns auch von seinen Motiven für den Beruf aber auch für den Camino. Sehr beeindruckend fand ich, dass er den Camino macht obwohl er schwer sehbehindert ist. Er sieht auf einem Auge gar nichts und auf dem anderen nur 10 %. Er meinte, dass er so manche Markierungen leider daher übersieht und dadurch oft zu viele Kilometer läuft. 😅 Da zeigte ich ihm die App, die uns auch schon das eine oder andere Mal vor dem Verlaufen bewahrt hatte. Dort sieht man immer u.A. anhand einer Linie durch die Googlemaps, wo der Camino genau verläuft, falls man sich nicht sicher ist wie man wieder drauf kommt. Auch kann man dort schauen, welche Herbergen es in den jeweiligen Orten gibt usw. Er war begeistert! 😊 Wir waren froh, ihm helfen zu können.
    Abends sind wir dann noch zusammen essen gegangen und witzigerweise hat sich genau vor unserem Restaurant eine Band bereitgemacht.😂 Wir saßen in der ersten Reihe eines sehr, sehr besonderen und lustigen Live-Konzertes. Herrlich in was man so hineingerät hier auf dem Camino. 😄 Wir haben den Abend sehr genossen!

    Orte: O Porriño, A Rùa (Mos), Galleiro, Salamander, Redondela
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  • Tag 9: Camino-Magic!

    September 14, 2023 in Spain ⋅ ☀️ 29 °C

    Es ging heute morgen in einer wahrlichen Pilgermeute von Redondela in Richtung Pontevedra los.
    Das Wetter war toll, die Landschaft wiedermal sehr schön und der Kaffee in unseren Verschnaufpausen ebenfalls sehr gut! 😄 Die Gespräche auf dem Weg waren allerdings nicht so berauschend.... Wir sind nur am Anfang mit 2 jungen deutschen Mädels ins Gespräch gekommen und außer unnötigem Smalltalk gab es da nicht so viel zu holen. 😅 Also ließen wir die Meute einfach entspannt ziehen und genossen unseren Weg in Ruhe.
    In Pontevedra geschah dann etwas absolut unglaubliches!!!
    Wenn mir jemand so etwas erzählen würde, würde ich es wahrscheinlich nicht glauben. Aber Jan kann bezeugen, dass alles so passiert ist.
    Jedenfalls erreichten wir das Hostel in Pontevedra und als wir gerade einchecken wollten, sprach mich jemand auf Russisch an: "Катя...?!" Ich drehte mich um und brauchte eine Sekunde. Aber auch nur eine einzige! 😄 Dann erkannte ich Женя (oder Jeff, wie er sich auf Englisch nennt).
    Ich bin mit ihm eine ganze Zeit lang vor 4!!!! Jahren auf meinem ersten Camino, (dem Camino del Norte) gelaufen. Er kommt aus der Ukraine und wir haben uns extrem gut verstanden und auch echt viel witziges erlebt. Während ich absolut sprachlos und fassungslos dastand, stellte er mir seine Frau Linda vor. Und jetzt kommt noch ein Knaller: Nachdem sich unsere Wege damals getrennt hatten, hat er Linda (aus Frankreich) ein paar Tage später kennengelernt. Sie haben sich verliebt und geheiratet! Und jetzt leben sie nicht in der Ukraine, auch nicht in Frankreich sondern in..... Kanada!!! Und es ist auch sein erster Camino nach 4 Jahren, genau wie bei mir. Solche Zufälle kann es einfach nicht geben.
    Begeistert tauschten wir uns über unser bisheriges Leben und die Erlebnisse auf dem Camino aus und dass wir alle zusammen abends essen gingen versteht sich von selbst denke ich. 😄 Beim Essen war noch der spanische Pilger Xavier dabei, welcher ein spannendes Menü (mit jeder Menge Pulpo (=Tintenfisch) für uns organisieren konnte. 😂 Mir haben daran die typisch galizischen Desserts (Kaffee-Flan 😍) und der Wein am besten gefallen. 😉 Es war einfach so unfassbar krass, dass wir uns hier wiedergetroffen haben und es war so ein perfekter Abend... Leider trennen sich ab morgen unsere Wege wieder, weil Jeff und Linda eine besondere Variante des Weges (Camino Espiritual) wandern möchten.
    Aber immerhin hatten wir diesen einen Abend! 🥳

    Orte: Redondela, Cesantes, Arcade, Ganderon, Pontevedra
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  • Tag 10: El pensamiento positivo

    September 15, 2023 in Spain ⋅ ☁️ 24 °C

    Hier ist mal wieder Jan. (Wegen des nächsten Satzes muss ich dies, wie ihr gleich verstehen werdet, explizit erwähnen). Heute morgen um 6 Uhr ging ich oben ohne ins Bad um mich fertig zu machen. Dort sah ich einen anderen Typen ohne Shirt herauskommen. Wir nickten einander zur Begrüßung kurz zu und ich dachte mir: "Gott sei Dank ist noch jemand anderes so dreist, nur halb angezogen hier herumzulaufen." Erst dann fiel mir auf, dass es unsere Bekanntschaft von Tag 2 war. Der Soldat mit der Bibel war wieder auferstanden!
    Er erkannte mich auch und wir gingen mit Katja einen Kaffee trinken. Wir sprachen über die Bibel, Gebete, persönliche Weiterentwicklung und vieles mehr. Mit diesem Kerl ist es nicht möglich, Small Talk zu halten, was ich sehr erfrischend finde. Wir gingen die nächsten Kilometer des Weges gemeinsam, bis sich unsere Wege wieder trennten, denn unser Freund entschied sich für den Camino Espiritual, wo man durch eine bergige Landschaft streift und dann eine Strecke mit einem Boot (!) nach Santiago fährt. Dies soll übrigens den Weg der Gebeine des heiligen Jakob nach Santiago de Compostella nachzeichnen.
    Katja und ich gönnten uns auf den Trennungsschmerz fette Tortilla Bocadillos (Sandwiches mit spanischem Omlette) und ein Stück Tarte de Santiago (konditorisches Meisterstück aus schlicht und einfach Mandeln, Zucker und Ei). Durch galizische Wald und Wiesen, sowie durch Weinanbaufelder ging es nach Caldas de Reis. Hier checkten wir in unser Hostel ein. Es war in Ordnung, bis auf eine umständliche Duscherfahrung meinerseits. Sie war kaputt und man musste den Knopf für das Wasser durchgehend drücken, außerdem fiel das Licht aus sobald ich nackt, nass und mit Shampoo eingerieben in der Dusche stand. Es war stockduster. Drei positive Gedanken dazu: Das Wasser war direkt und durchgehend warm, der Defekt hat zur Wassereinsparung beigetragen und war somit ökologisch wertvoll. Zudem leuchtete das Zifferblatt meiner Armbanduhr, sodass ich die Zeit nicht aus den Augen verlor, einfach top. Eine positive Einstellung kann über alles siegen. Naja, danach gab es direkt das nächste schicksalshafte Wiedersehen: In unserem Hostel übernachtete unsere Wegbekanntschaft des ersten Tages Simone (mit der wir zusammen den Lachs mit der Hand essen durften...). Schon lustig, wie einen der Jakobsweg immer wieder zusammenführt! Nach einem Abstecher zu den heißen Quellen von Caldas gingen wir mit Simone und ein paar anderen Pilgern Pizza essen. Eine sehr traurige Wahrheit muss man akzeptieren: das vielfach auch von Katja gepriesene Pilgermenü ist größtenteils ausgestorben, stattdessen muss man für Besteck extra bezahlen =D. Immerhin war die Pizza riesig und der Abend durch die Leute trotzdem nett. Man muss das Leben einfach positiv sehen.

    Vor dem Zubettgehen wollte sich mein Schatz noch gemütlich eine Cola aus dem Getränkeautomaten ziehen. Bis hierher (für Katja), noch ziemlich normal. Was dann aber passierte kann ich nur durch Hörensagen berichten, denn ich habe für circa 10 Sekunden weggesehen. Sie sagte mir, sie habe sich beim Herausholen der Dose den Mittelfinger in der Klappe des Automatens eingeklemmt. Daraufhin hatte sie unfassbare Schmerzen in dem Finger, Übelkeit und ihr sei Schwarz vor Augen geworden, sie höre mich auch nur noch sehr dumpf. Ja richtig, sie erlitt einen Schock durch die Schmerzen, die ihr ein Getränkeautomat zufügte. Um positiv zu bleiben: Cola war kühl und schmeckte ihr ausgezeichnet.
    ¡Viva el pensamiento positivo!

    Orte: Pontevedra, Pontecabras, Alba, San Antoñino, Briallos, Caldas de Reis
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  • Tag 11: Der Patron des Camino

    September 16, 2023 in Spain ⋅ ⛅ 22 °C

    Das war nicht unser Hostel. Um 4 Uhr morgens fingen die Mitpilger im Schlafsaal an zu kramen und Sachen fallen zu lassen, Sekundenschlaf ohne Auto. Nach dem Aufstehen um 6 starteten wir den Tag mit einem Kampf gegen unseren Endgegner: Den Getränkeautomaten. Wir schafften es, eine Dose herauszuholen, ohne einen Finger dafür  als Tribut anzubieten.
    Früh gingen wir los, um uns prompt in eine Pilger Karawane einzureihen, die in Richtung Santiago immer länger wird. Heute stand eine große Etappe mit 30 km nach O Faramello an. Wir legten 15 km in unter 4 Stunden ohne Pause zurück. Zwischendurch (es lebt doch!) gab es ein Pilgermenü mit Wein und Dessert für 6,50 €. Dann machten wir einen Stopp in Padrón, wo wir zum Ort hinaufstiegen, wo der heilige Jakob in Spanien seine erste Predigt hielt. Der Legende nach soll man 114 Stufen ohne Pause hinaufgehen, um seine Gnade zu erhalten. Wir haben es geschafft! Ob wir uns jetzt anders fühlen? Schon irgendwie...
    Dann ging es durch Dörfer und Bauernhöfe mit vielen Tieren weiter. Am Ende gerieten wir in einen Regenschauer und konnten endlich unsre Ponchos nutzen. Weiter dann zu unserer Unterkunft. Wir hatten ein Doppelzimmer für uns allein. Man glaubt gar nicht wie schön Ruhe oder auch nur die Gelegenheit, sich hinsetzen zu können sein können! Ansonsten hatten wir nämlich fast immer die obere Etage der Stockbetten beziehen müssen und das Auspacken und Schuhe ausziehen gestaltete sich ultra umständlich :D
    Vor dem Schlafen gab es noch Sangria, Patatas Bravas, Burger und einen Salat.
    Alles in allem ein wunderschöner Tag.

    Orte: Caldas de Reis, Cruceiro, O Campo, San Miguel de Valga, Pontecesures, Padrón, Cruces, A Picaraña, O Faramello
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  • Tag 12: Wir haben es geschafft!

    September 17, 2023 in Spain ⋅ 🌧 19 °C

    Wir hatten heute morgen wirklich nur noch einen Katzensprung von 16km bis nach Santiago vor uns.
    Noch im Dunkeln machten wir uns auf den Weg um das Meiste vom Tag zu haben.
    Nach einem Kaffee von einer Tankstelle konnten wir einigermaßen gut sehen und denken, aber erst nach einem kleinen Frühstück es auch noch genießen. 😅😄 So früh ist es echt nicht unsere Zeit...
    Noch vor der großen Pilgermeute erreichten wir nun endlich unser Ziel..... und prompt fing es an zu regnen. Entgegen der Wettervorhersage hatten wir bisher gewaltiges Glück mit dem Wetter gehabt. Es hat nur ein einziges Mal geregnet! Und das war gestern! 😄
    Und jetzt holte Santiago de Compostela mit einem Tag scheinbar alles nach. Es goss nonstop wie aus Eimern, ist der passendste Ausdruck. 😄 Lediglich für ein paar Fotos hörte der Regen kurz auf.
    Trotzdem war es magisch und sehr besonders endlich vor der Kirche zu stehen... Auch wenn man sich mit dem Poncho über dem Rucksack wir eine absurd dicke Tortuga🐢 vorkam. 😂
    Wir holten unsere Compostelas ab (nachdem man sich digital registrieren musste und einen QR-Code bekam 😱 das gab's vor 4 Jahren noch nicht!!) und damit war es offiziell: Joannem und Catharinam haben den Camino portugues de la Costa geschafft!! Glücklich (auch das alles so schnell geklappt hatte, natürlich hat man vorher von ein paar Deutschen noch Angst gemacht bekommen dass man sich den ganzen Tag anstellen darf und dann vielleicht gar nichts mehr bekommt 😄) tranken wir einen Sagria darauf und aßen ein paar Churros. Wahnsinn, einfach mal kurz losgefahren und 300km in 12 Tagen gemacht. 😂
    Dann beschlossen wir in unser günstiges (und daher leider auch etwas abgelegeneres) Hostel einzuchecken, um die nächsten Tage in Ruhe zu planen und auch um sich noch ein bisschen auszuruhen.
    Nach langem Hin und Her haben wir uns überlegt noch einen Tag länger in Santiago zu bleiben. Wir wollten ursprünglich schon früher nach Finisterre (= das Ende der Welt, der westlichste Zipfel Spaniens) fahren, aber das Wetter sollte wohl nicht so toll sein und außerdem kommen fast alle unsere Bekanntschaften wahrscheinlich erst morgen an.... Hauptsächlich um unsere Camino-Freunde noch einmal wiederzusehen blieben wir also da. 🥰
    Nachdem wir diese Planungssession mit Buchungen von Hostels und diversen Bussen nach und von Finisterre und einem weiteren Bus von Santiago nach Porto, konnten wir nun wieder in die Stadt gehen.
    Während wir so durch den Regen mit den Ponchos (aber zum Glück jetzt ohne die Rucksäcke) zur heiligen Messe stapften, sah ich aus den Augenwinkeln ein bekanntes Gesicht an uns vorbeihuschen. "Lubi...?" fragte ich zögerlich, ich war mir nicht ganz sicher, ob er es war. Doch als der Mensch etwas näher zu uns herantreten musste um uns zu erkennen, wussten wir, dass er es war. 😄 Er hatte es auch geschafft!!! So toll!! Wir freuten uns sehr für ihn und waren auch neugierig auf seine Abenteuer und wie es ihm noch so ergangen ist. Daher beschlossen wir nach der heiligen Messe noch zusammen essen zu gehen. 😊
    Kurz gesagt die Messe war sehr, sehr schön und besonders gefreut haben wir uns als wir den Satz vernahmen: "There arrived pilgrims from Cologne, Germany". Traditioneller Weise werden immer die Orte verlesen aus denen die Pilger eintreffen. Wir haben uns aber auch gefragt, ob das überhaupt möglich ist, denn an diesem Tag sind sehr viele Pilger (mindestens 2120! ) angekommen.
    Jan hatte noch einen lustigen Moment mit dem Priester bei der Hostienvergabe gehabt, bei der Jan brav "Amen" sagte, sich jedoch scheinbar zu schnell wieder umdrehte und mit der Hostie in der Hand Anstalten machte zu gehen. 😂 Eigentlich wollte er die Hostie nur nicht unter dem strengen Blick des Priesters verdrücken, aber das gefiel dem Prieser gar nicht; er sprang auf Jan zu tippte in an und zeigte ihm pantomimisch, dass er das Ding jetzt essen soll. 🤣 Das alles spielte sich innerhalb von 3 Sekunden ab.
    Naja, nachdem man so einen tollen Abgang aus der Kirche gemacht hat, gingen wir endlich etwas essen. Das Essen war leider grauenhaft und bisher das teuerste. Da sind wir wohl einer Touristenfalle auf den Leim gegangen, aber wir waren auch nicht mehr in der Lage hungrig nach der Messe lange zu suchen. Morgen werden wir es auf jeden Fall besser machen!
    Dafür waren die Gespräche wieder mal so toll, Lubi versteht es einfach gute Fragen zu stellen und man fühlt sich direkt wohl bei ihm. Er ist bestimmt ein guter Psychotherapeut. 😄
    Wir redeten, diskutierten, reflektierten und träumten gemeinsam. Es war wirklich so schön ihn wiedergesehen zu haben. 🥰 Das wäre nicht passiert, wenn ich nicht in dem einen Moment kurz meinen Kopf gehoben hätte....
    Wir brachten ihn noch zu seinem Hostel (im Dunkeln war es noch schwieriger für ihn) und dann machten wir uns auch auf den Rückweg durch den Regen und hofften, dass wir morgen vielleicht das erste Mal hier etwas länger schlafen können. 😊
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  • Tag 13: "Sonntiago"-Reunion & Abschied

    September 18, 2023 in Spain ⋅ ☁️ 17 °C

    Wir entschieden uns also, noch einen Tag länger in Santiago zu bleiben, um die Kathedrale noch einmal in Ruhe von innen anschauen und unsere später ankommenden Mitpilger empfangen zu können.
    Dafür wurden wir von der im Allgemeinen eher regnerischen Stadt mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Wir schliefen das erste Mal auf unserer Reise aus und gingen anschließend brunchen, wo wir ein unfassbar exquisites Essen zum Spottpreis bekamen, unter anderem Eggs Benedict mit selbstgemachter Hollandaise... ach, es war einfach top.

    Entsprechend gut gelaunt gingen wir in den Park und die Stadt um eventuell Souvenirs zu kaufen.
    Nach zwei Wochen leben aus dem Rucksack kam uns das meiste dann aber wie unnötiger Kram vor, weshalb es beim Sangria Trinken blieb, dieser überrascht einen in Spanien jedes Mal wieder, denn er ist immer größer als man denkt :D
    An der Kathedrale empfingen wir Ralf, den Ex-Soldaten, oder wie er auf seiner Compostella in Latein geschrieben wurde: Ralfunsus. Mit Ralfunsus gingen wir einen weiteren Sangria trinken. In dieser Bar gab es dann eine Reunion mit allen unseren Weggefährten: dem verrückten Iren Rory, der herzlichen Finnin Ira (welche uns wertvolle Tipps für unsere Füße in deren schlimmsten Zeiten gab), Jeff und Linda aus Kanada und dem lustigen Italiener Jon. Linda erzählte uns von ihren Abenteuern heute in der Messe: die nicht katholische Französin war noch etwas beschwipst vom Sangria zum Priester gegangen um die Hostie zu empfangen. Nicht religiös ausgebildet sagte sie nach dessen Erhalt stolz "Muchas graçias! 😊", was den Priester schon etwas irritierte, da er eher ein "Amen" erwartet hatte. Dann ging Linda weg von ihm, ohne die Hostie zu essen. Sie bekam nämlich Panik: sie hatte Brot bekommen und war glutenintolerant. Eine Nonne war schon kurz davor, sie zu treten, weshalb Linda die Hostie wohl oder übel essen musste. Naja, sie wird es überlebt haben.
    Wir gingen mit unserer Pilgergruppe und neuen Gefährten wie dem immer grinsenden Amerikaner Douglas (er ist über 60 und macht seinen neunten Camino!) noch einmal sehr gut essen und in einen Pub und genossen einfach die Gesellschaft der anderen, wirklich herrlich.
    Douglas zeigte uns des nachts noch ein Easter Egg der Kathedrale: Den Schatten des Pilgers. Es gibt eine Stelle an der Kirche, wo Gemäuer und Beleuchtung scheinbar zufällig den Schatten eines Pilgers mit Stock und Hut erzeugen. Dazu gibt es auch eine Geschichte: Ein Priester soll sich in eine Frau verliebt haben und sich immer nachts heimlich hinter der Kathedrale getroffen haben. Damit ihn keiner erkennen konnte, habe er sich als Pilger verkleidet. Eines Tages wollte er mit der Frau durchbrennen. Sie kam nicht zum Treffen, weshalb der Schatten des Priesters hier bis heute wartet.
    Den Tag noch in Santiago zu verbringen hat sich sehr gelohnt, vor allem, um alle wieder zu treffen und sich richtig von den Leuten und dem Pilgerleben verabschieden zu können.
    Ein paar von meinen (Jans) Gedanken zum Jakobsweg: Es war eine tolle Reise, ganz anders als jeder andere Urlaub. Trotzdem man auf vieles verzichtet, hat man alles was man braucht und noch viel mehr. Die Verbindungen zwischen den Leuten, die oft durch magisch anmutende Zufälle entstehen sind einzigartig. Außerdem spürt man eine Verbindung zur Natur, da man tagelang durch sie hindurchgeht und der Weg mehr das Zuhause ist, als die karge Herberge für eine Nacht. Katja und ich haben uns auch hier sehr gut verstanden und konnten die Zeit wirklich genießen. Es war eine wirklich tolle Erfahrung.
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  • Tag 14 & 15: Finisterre, das Ende der 🌍

    September 19, 2023 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    Da wir nicht mehr die 4 Tage für den Fußmarsch nach Finisterre übrig hatten, fuhren wir mit dem Bus für zwei Tage dorthin. Die alten Römer dachten, dass hier das Ende der Welt gewesen wäre, weil das Kap Finisterre sehr weit im Westen Spaniens liegt und man von dort aus nur noch Meer sehen kann...
    Hier konnten wir am ersten Tag einen kleinen Strandurlaub machen. 😍 Das Wetter war absolut traumhaft und es gibt dort herrliche, einsame Sandstrände an denen man gefahrlos im wellenlosen Ozean baden kann. Gleichzeitig hat man eine großartige Sicht auf die Berge! Es ist so ruhig und friedlich, sodass man versteht warum hier Hippies teilweise in Höhlen leben, nachdem sie ankamen und nie wieder gehen wollten. 😅
    Wir haben (ausversehen) eine tolle Wanderung gemacht und uns den Sonnenuntergang über dem Meer angeschaut.... und dabei 2 Dosen Tinto Verrano und ein Schokocroissant ohne Schokolade innen (😑) verdrückt. 😄
    Wir waren auch noch im dem Hippie Café, welches mir noch vom letzten Mal im Gedächtnis geblieben war, gegessen. Das war auch mega!
    Am nächsten Tag hat es wieder wie aus Eimern den ganzen Tag geschüttet. 😆 Es wurde also nichts aus dem Strandtag auf den wir uns so gefreut hatten.
    Trotzdem ging es durch Regen und Wind zum Kap, ein würdiges Ende-der-Welt-Wetter, für das Ende unserer Reise. 😆
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  • Letzter Portwein in Porto, Adeus!!

    September 22, 2023 in Portugal ⋅ ⛅ 20 °C

    So jetzt aber mal wirklich der letzte Post. 😄 Eigentlich wollten wir den Blog in Finisterre enden lassen, aber Porto war einfach zu nice.
    Nachdem wir von Finisterre wieder nach Santiago gefahren sind, ging der nächste Bus schon kurze Zeit später wieder nach Porto mit uns. Es war ein seltsam befriedigendes Gefühl an den Orten an denen man (teilweise echt mühevoll!) vorbei- oder hindurchgelaufen ist, so schnell vorbeizufahren.
    Schön war es auch wieder mit den Rücksäcken in Porto zu stehen, an dem Ort wo alles begonnen hat. 😄 Nur, dass man sich jetzt ein bisschen wie ein Veteran vorkommt. Es war auch lustig "frische" Pilger loslaufen zu sehen, wir wünschen "Bom Caminho!" und so schloss sich der Kreis von Neuem. 😊
    Leider waren wir diesmal nicht im Wine Hostel und leider sind wir scheinbar auch an der falschen Haltestelle des Reisebusses ausgestiegen und so hatten wir fast noch eine richtige Etappe vor uns. 😆 Aber das machte nichts, wir waren es ja inzwischen gewohnt. 😉
    Nach dem Einchecken liefen wir durch die Stadt, machten einen kleinen Abendbummel und schauten uns alles an, was wir am ersten Tag nicht mehr geschafft hatten. Unter anderem DIE Kathedrale, an der der Weg eigentlich beginnen sollte. 😂 Irgendwie haben wir eine Andere (die mit dem großen Turm und der verrückten Show!) für die richtige gehalten.... Aber was solls. 🙆‍♀️
    Wir gönnten uns auch wieder ein wenig Bier und Portwein und auch endlich mal wieder ein komplett vegetarisches, gesundes Essen... So langsam haben wir wirklich genug vom Fleisch. 😂 Es ist so schwer mal etwas ohne Fleisch zu finden, dass man das Gefühl hat von Fleischbergen und Pulpo 🐙 verfolgt zu werden... 🫣
    Wir waren auch an den schönsten Aussichtsplätzen der Stadt und liefen zum Beispiel über die obere Etage der traumhaft beleuchteten Brücke.
    Am nächsten Morgen hatten wir Lust nochmal zum Meer zu laufen und haben somit wirklich einen kleinen Teil unseres ersten Camino-Tages wiederholt.
    Immer wieder schwelgten wir in Erinnerungen der letzten 2 Wochen. Unfassbar wie viel in so einer kurzen Zeit alles passieren kann, was für Menschen man kennenlernt und wie sehr es einen selbst und die Sicht auf viele Dinge beeinflusst und verändert. 🥰❤️
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    Trip end
    September 22, 2023