• KerstinOnTheRoad
apr – mag 2025

Von Andalusien nach Brüssel

Mit dem Rad durch Spanien und Frankreich Leggi altro
  • Inizio del viaggio
    5 aprile 2025

    Mit dem Zug nach Almeria

    6 aprile, Spagna ⋅ 🌙 9 °C

    Wir sind gestern nach 38 Stunden Zugfahrt in Almeria angekommen. Hat alles super geklappt, nur der Bahnhof in Madrid hat uns komplett überfordert. Der Zug fuhr vor unserer Nase weg. Aber die netten Leute von der Info fanden sofort eine neue Verbindung und so gondelten wir mit 3 mal Umsteigen über Granada runter. Um Mitternacht war‘s dann geschafft. Die längste Zugfahrt unseres Lebens.Leggi altro

  • Räder leider noch in Deutschland

    7 aprile, Spagna ⋅ ☀️ 23 °C

    Surprise: Statt am ausgemachten Abholort befinden sich unsere Räder noch in Deutschland. Sind für nächste Woche angekündigt, erklärt der Mann vom Lager. Das stellt uns vor zwei Probleme. Erstens: wir können nicht loszufahren. Zweitens: wir haben genau eine Unterhose, ein T-Shirt und ein Paar Socken dabei. Und die sind seit Berlin am Leib 🪰🪰 Der Rest ist in den Satteltaschen auf dem LKW. Nach etwas Terz bei der Spedition aktivieren sie „einen Polen“ der die Räder in seinen Kleintransporter lädt und direkt runterfährt 🙈 Mittwoch oder Donnerstag sollen sie dann da sein. Egal, der Himmel ist blau, es sind 24 C und Almeria gefällt uns richtig gut. Ein wilder Mix aus Alt- und Neubau, Gassengewirr und große Ramblas, alles irgendwie völlig untouristisch und die Tapas gibt’s ja auch noch.Leggi altro

  • ❤️ Almeria ❤️

    8 aprile, Spagna ⋅ ☀️ 26 °C

    Almeria hat richtig Spaß gemacht. Morgen früh sollen die Räder angeblich geliefert werden. Bin gespannt.

  • Die Wüste Gorafe
    Die ganze Gegend ist wahnsinnig trockenDie Highlights sind immer die Bars. Der Wirt in diesem winzigen Dorf wurde in Essen geborenSchinkenangebot in einer TankstelleVerlassene HöhlenhäuserReiner wollte drin schlafen. Das war mir dann aber doch zu gruseligLinks und rechts Felder. Im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Sierra NevadaAb und an gab's auch mal WasserZum Abschied schenkte uns die Wüste einen Regenbogen

    Durch die Wüste

    10 aprile, Spagna ⋅ ⛅ 23 °C

    Die Räder wurden per Kurier tatsächlich geliefert und so konnten wir am Mittwoch frohen Mutes starten. Leider mussten wir ziemlich schnell lernen, dass nicht alles, was auf der Karte blau ist und Rio heißt auch tatsächlich ein Fluss ist. Nachdem wir die Vorstädte von Almeria hinter uns gelassen hatten, wurde die Straße irgendwann zu einer Schotterpiste, die immer unbefahrbarer wurde. Auf Komoot hatte es so ausgesehen, als hätten wir eine nette Tour entlang eines Flusses vor uns. Dass die Gegend Desierto de Tabernas heißt, hatte uns nicht weiter zu denken gegeben. Wir Anfänger. Die Sonne bruzelte, kein Schatten nirgendwo. Die Räder versanken im Sand, immer öfter mussten wir schieben. Das Wasser war fast aufgebraucht und der Akku leer. Nach 20km endlich ein kleines Dorf. Die auf Open Street Maps eingezeichnete Wasserstelle war schon lange tot. Ein alter Mann erklärte uns, dass hier nicht einmal Wasser aus dem Hahn kommt, so jedenfalls haben wir ihn verstanden. Er nahm uns mit zu seinem Haus, wo sich Wasserflaschen stapelte und schenkte uns zwei. Ein wenig oberhalb des Dorfes schlugen wir zum ersten Mal unser Zelt auf. Ich schaffte es tatsächlich mich mit 0,1 Liter Wasser von Kopf bis Fuß zu duschen.Leggi altro

  • Das Matsch Desaster

    12 aprile, Spagna ⋅ ☁️ 14 °C

    Schon Tage zuvor grauste mich der 24 Kilometer lange Anstieg auf den Llane Pass. Sowas ist ein Brandenburger nicht gewohnt. Bei leichtem Nieselregen verlassen wir mit einem leckeren Bocadillo im Bauch die freundliche Bar des Örtchens Hinojares. Es läuft besser als gedacht, selbst als die Straße schon lange zur Gravelroad geworden ist. Wir sind fast oben und freuen uns schon auf die Abfahrt als es passiert. Plötzlich blockiert Reiners Rad. Warum auch immer klebt sich der Belag der bislang gut fahrbaren Straße an Reiners Reifen, in die Schutzbleche, an die Gabel. Es geht keinen Meter mehr voran. Wir tragen die letzten Kurven zum Pass und schlagen in 1800 Metern Höhe erstmal das Zelt auf. Der Regen hat sich verzogen und so hoffen wir, dass die Straße bis zum nächsten Tag etwas abtrocknet. Um Mitternacht fahre ich hoch. Ein heisernes Bellen nahe unserem Zelt. Verdammt, gibt es hier Bären? Das seltsame Geräusch kommt näher. Dem Ton nach muss es ein großes Tier sein. Mir stehen die Haare zu Berge und die Nacht ist gelaufen. Am nächsten Morgen hat der Regen zum Glück aufgehört doch die Hoffnung auf bessere Bedingungen erfüllen sich nicht. Im Gegenteil, jetzt blockiert auch noch mein Rad. Wir fangen an zu Tragen. Ich das Gepäck, Reiner die Räder. Es ist klar, dass wir das keine 20 Kilometer durchstehen können. Klar ist aber auch, dass wir keine andere Option haben um von diesem Berg jemals wieder runter zu kommen. Endlich kommt uns ein Auto entgegen. Zwei nette Spanier erklären, dass nach 5 km ein Parkplatz kommt und die Straße dann besser wird. Immerhin. Je länger sie unser Elend sehen, desto mitleidiger werden sie. Immer wieder verschwindet die Frau im Camper um uns zu versorgen. Erst gibt es Wasser, dann Bananen und Äpfel. Es folgt ein Tütchen Walnüsse und am Schluss reicht sie uns noch zwei Büchsen alkoholfreies Bier. Wir machen weiter. Immer 50 Schritte weiter. Gepäck und Rad abstellen. Zurück laufen. Den Rest holen. Und wieder von vorn. Die Straße wird immer schlammiger und zu dem ganzen anderen Gewicht klebt der Lehm in großen Brocken an den Füßen. Neun bittere Stunden geht das so. Schon stellen wir uns auf eine zweite Nacht am Berg ein, als die Straße etwas besser wird. In den Fahrrinnen kann man erst schieben. Dann geht schieben mit Gepäck. Und am Schluss können wir sogar aufsitzen und die letzten Kilometer zum Parkplatz runtereiern. 30 km entfernt, im Tal, finden wir den Ort Quesada. Es hilft nichts. Wir haben nichts mehr zu essen und müssen raus aus den Bergen. Nach einer grandiosen Abfahrt laufen wir völlig eingeschlammt im örtlichen Hotel ein. Wir bekommen um 22.30 noch ein dreigängiges Menü aufgetischt und schon nach dem zweiten Wein kommt uns dieser Tag total unwirklich vor.Leggi altro

  • Pause in Cazorla

    14 aprile, Spagna ⋅ 🌧 14 °C

    Bei strömenden Regen kommen wir in den nächsten Ort Cazorla. Zum ersten Mal fallen größere Mengen Touristen auf, alles Spanier. Im Sommer scheint hier richtig viel los zu sein. Wir nehmen ein Hotel, drehen die Heizung auf 25 Grad und waschen unsere lehmverschmierten Klamotten. Der Wetterbericht sagt für die kommenden Tage noch mehr Regen an. Trotzdem wollen wir morgen zurück in die Berge. Auf Komoot und Google Maps sieht es nach geteerter Straße aus. Hoffen wir mal drauf.Leggi altro

  • Auf der Via Verde nach Alcaraz

    16 aprile, Spagna ⋅ 🌬 10 °C

    In Spanien gibt es jede Menge ehemaliger Bahnstrecken, die zu Radwegen umfunktioniert sind. Auf so einer Via Verde gondelten wir nach Alcaraz. Alle 7 Kilometer kam ein zerfallener Bahnhof. Aber seltsam: weit und breit kein Ort. Waren die früher zum Abtransport von Agrargütern? Der Wind pfiff, es war arschkalt. Am Morgen waren es 3 Grad gewesen. Aber immerhin kein Regen mehr. Völlig durchgefroren kamen wir in Alcaraz an. Der Ort sieht durch den verwitternden roten Stein noch älter aus als er ist. Aber völlig leer. Kaum ein Mensch auf der Straße. Endlich eine geöffnete Bar. Wir hätten uns gern in eine der gemütlichen Ecken gesetzt, aber die Wirtin wies uns hartnäckig einen Platz in der Mitte des Raumes an. Der Rest sei reserviert. Komisch, wir waren die einzigen Gäste. Kaum stand das Bier auf dem Tisch passierte das spanische Bar- Wunder. Ein Gast nach dem anderen strömte herein. In kürzester Zeit war der Laden voller Leben, munterem Geschnatter, eine enorme Geräuschkulisse fröhlicher Menschen. Toll. Vielleicht war dieser Ort doch nicht so tot wie er auf den ersten Blick wirkte?Leggi altro

  • Ohr mit Sauce

    17 aprile, Spagna ⋅ 🌙 11 °C

    Nach 20 Kilometern Gegenwind erreichten wir Villanueva de la Fuente. Se vende an jedem zweiten Haus. Aber mehrere Bars. Auf der Karte stand Oreja con salsa. Klingt doch gut, was mit Sauce. Das Gericht sah dann aber etwas seltsam aus. Gekochtes Schweineohr, stellte sich raus. Was soll ich sagen, es war nicht schlecht. Weich wie ein Pulpo das Öhrchen. Etwas knorpeliger Crunch dort, wo es mal angewachsen war. Samuel, der Wirt, rannte herum und begrüßte jeden Gast lautstark. Und mal wieder bebte die Bude. Wir haben die Via Verde verlassen und sind auf die Ruta de Don Quijote umgeschwenkt. Tschüss Andalusien. Wir sind in Kastilien- La Mancha.Leggi altro

  • Don Quijote

    18 aprile, Spagna ⋅ 🌬 20 °C

    Außer vielen Windmühlen gibt es hier VIEL Wein. Es ist topfeben. Man sieht sein nächstes Ziel schon 10km im Voraus und muss bis dahin nicht mal abbiegen. Alles voller Rebstöcke. Vor jedem Ort stehen diese gigantischen Tanks. Wir dachten erst Raffinerien. Alles Weinfabriken. Googeln ergab: es ist das größte Weinanbaugebiet der Welt. Ansonsten ist hier DonQijote sehr präsent. Es gibt Don Qijote Bäcker, Metzger, Dachdecker.Leggi altro

  • Semana Sancta

    19 aprile, Spagna ⋅ 🌬 12 °C

    Die Semana Sancta vor Ostern scheint vor allem eine riesen Sause zu sein. Auf den Marktplätzen fanden viele Feste statt, bei denen reichlich gebechert wird. Am dollsten war es an Ostern selbst. Die Bars rammelvoll. An Karfreitag gibt es diese Prozessionen mit den großen Blaskapellen. Für uns etwas ungewöhnlich, aber tolle Musik!Leggi altro

  • Cuenca

    21 aprile, Spagna ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach Tagen im Zelt bei 3 Grad und Regen war mal ein Hotel fällig. Das mittelalterliche Cuenca klebt an weißen Felsen und ist für seine hängenden Häuser bekannt. Alles sehr malerisch. Es soll hier auch tolle Museen für moderne Kunst geben. Wegen Montag leider alle zu. Highlight für mich waren die heiße Badewanne und die Mandelkekse der örtlichen Bäckerei. Einfach köstlich.Leggi altro

  • Unter Geiern

    24 aprile, Spagna ⋅ ☀️ 21 °C

    Die Hälfte der europäischen Geier lebt in Spanien. Und ich würde mal sagen, ein guter Teil ist in den letzten Tagen über unseren Köpfen gekreist. Nachdem am Morgen in Trabacete noch Frost auf den Dächern war, fuhren wir am Nachmittag bei Hitze und Sonnenschein ins Tal des Rio Tajo. 50 km Gravelroad durch eine phantastische Landschaft. Falls wir Euch mal auf einen Diaabend einladen, lehnt ab!! Reiner vor Felsen, Kerstin vor Felsen, Reiner vor Felsen, Kerstin vor Felsen… Es gibt Hunderte von Fotos. Wir kamen überhaupt nicht voran. Ständig riss es uns vom Rad, so toll waren die Ausblicke. Unten fließt der türkisfarbener Rio, drumrum türmen sich mächtige Felslandschaften, drüber segeln die Geier. An einer Stelle zählten wir über 40 dieser Riesenvögel. Außer uns ist niemand da. Bei der ersten Badegelegenheit flogen die Klamotten vom Leib und wir nehmen ein eiskaltes Bad. Nach zwei Tagen Einsamkeit am Rio Tajo folgte das bezaubernde Tal des Rio Gallo. Gefolgt vom spektakulären Tal des Rio Mesa. Leute, das ist alles unglaublich hier. Auf Felsen kleben ein paar Dörfer, zwischen steil aufragenden Wänden schlängelt sich ein kleines Sträßchen, nur an einem Felsenkloster fanden wir ein paar Leute aus Saragossa, die sich zum Wandern trafen. Warum kennt das hier niemand? Ab und an kommt eine dieser pittoresken etwas größeren Orte, in denen wir Opfer der Bars und Pananderias werden. Aus der letzten gingen wir mit einem ganzen Apfelkuchen und einer 400 Gramm Tüte frischer Madelaines.Leggi altro

  • Geisterdörfer

    26 aprile, Spagna ⋅ ⛅ 16 °C

    Viele der Dörfer, durch die wir radeln, wirken verlassen. Die Rolläden unten, überall Schilder mit „Zu verkaufen“. Besonders krass war es in den letzten Tagen auf den Hochebenen. Früher scheinen die Menschen hier von Schafen gelebt zu haben. Es gibt immer ein verschachteltes Dorf für Menschen und daneben das Dorf für Schafe, eine größere Ansammlung pultartiger Ställe aus Feldsteinen. Wahrscheinlich hatte jeder Dorfbewohner mal einen Stall. Jetzt ist alles leer. Die Ställe zerfallen und in den Dörfern sieht man kaum einen Menschen. Keine Investitionen, kein Neubauviertel, nichts. Es ist, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Die Menschen zogen vor langer Zeit weg und alles blieb wie es ist. So viel ich weiß, ist in keinem anderen Land die Landflucht so verheerend wie in Spanien. Einzig ein paar Traktoren fahren herum. Und ein paar Alte bis sehr Alte sitzen auf einer Bank. An einer Bushaltestelle studieren wir den Fahrplan: der Bus fährt einmal im Monat, wenn wir es richtig verstanden haben. Im wöchentlichen Wechsel kommt eine Krankenschwester und ein Arzt. Die Alten, denen wir einen guten Tag wünschen, wirken trotzdem nicht deprimiert, sondern stahlen richtig. Wir fragen uns, wie es hier wohl früher war, mit all den Menschen in den Dörfern. Und wie es in fünf bis 10 Jahren wohl aussehen wird, wenn die letzten Alten verstorben sind.Leggi altro

  • Pamplona,die Hauptstadt der Provinz Navarra und fast das Ende unserer Spanien- Etappe
    Hier wird alles spanisch und baskisch geschriebenDie von Cajus geplante Tour. Wir biegen jetzt rechts ab in die Pyrenäen

    Stromausfall, Pamplona und Fazit Spanien

    29 aprile, Spagna ⋅ ☀️ 21 °C

    Von dem Stromausfall haben wir kaum etwas bemerkt . Wir haben uns nur etwas gewundert: warum das Eis aus der Kühltruhe so weich ist, warum es kein Netz gibt, warum ein Auto einfach durch die geschlossenen Bahnschranken über die Gleise fuhr und warum der Mann im Supermercado unser Gemüse ohne zu wiegen abrechnete, mit einem kleinen Solartaschenrechner. Wir zelteten irgendwo in der Pampa und lasen erst am nächsten Morgen in den deutschen Nachrichten, dass das ganze Land ohne Power war.
    Am Nachmittag sind wir dann in Pamplona eingerollt. Dort traf ich meine alte Freundin Mariluz, mit der ich vor über 30 Jahren in Grenoble studiert habe. Ein sehr schönes Wiedersehen 🥰
    Wenn man auf Komoot Karte schaut sind wir schon ganz oben, quasi durch. Wir hatten drei tolle Wochen! Von gelben Wüsten zu grünen Hügeln, endlose Ebenen, hohe Berge, zerklüftete Täler. Temperaturen von Null bis 30 Grad. Regen und Sonnenschein. Fantastischen Zeltspots und interessante Unterkünfte. Wir hatten unvergessliche Begegnungen mit Spaniern. Wir haben kaum andere Touristen getroffen. Alles fühlte sich einzigartig an. Was vor allem daran liegt, dass diese Tour komplett individuell geplant war. Und zwar von Cajus, dem wir schon am Nordkap hinterher gefahren sind. Niemals im Leben wären wir ohne ihn auf die Idee gekommen durch diese Gegenden zu fahren. Wer seinen schönen Reisebericht lesen will findet ihn hier im Radforum.
    https://rad-forum.de/topics/1550674/Indalo#Post…
    Vielen Dank Cajus, dass Du Deine tollen Reisen teilst . Und mit Rat und Tat virtuell mitfährst 💕
    Von Spanien hatten wir vorher keine Ahnung. Es fühlte sich manchmal seltsam an, Tage irgendwo in einer Sierra ohne Menschen und Mobilfunkverbindung zu sein. Man wusste auch nie so genau, welche Art von Straße einen erwartet. Ich danke den Speichen, dass sie durchgehalten haben. Wir kamen ab und an an unsere Grenzen. Aber nichts wäre langweiliger als eine Reise ohne Überraschungen.
    Nun wollen wir die Pyrenäen überqueren und dann geht’s weiter in Frankreich 🇫🇷
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  • Das typische Bar-Essen. Bier mit TapasKleine Dorfbar in AndalusienBocadillos waren immer ein guter Grund einzukehrenMan beachte den Tisch mit den Herren. Am Tischbein ein 5 Liter Kanister Rotwein. Wurde leer.Immer allerfeinster KaffeeRestaurant in kleinem Ort. Dreigängiges Menü, Flasch Wein, Kaffee und Cognac. Beide zusammen 33 EuroHier genossen wir ein ausgiebiges Frühstück während es draußen mal wieder regnete.In diesem Ort war Hotel und Eisenwarenladen eins. Einchecken an der Theke.Zimmer einfach aber trocken und warmEin typischer kleiner Dorf SupermercadoIn den vielen kleinen Panaderien konnten wir unsere Vorräte immer wieder aufstocken.

    Noch ein Wort zu den Bars

    30 aprile, Spagna ⋅ ☀️ 17 °C

    Was in Norwegen die Fjorde sind, sind in Spanien die Bars. Sie lohnen alle Mühen. Und retten einen in jeder Situation. Egal ob wir verbrutzelt, pitschnass und durchgefroren oder einfach nur total platt waren. Immer tat sich irgendwo eine Bar auf. Es gibt dort excellenten Café und Tapas zu Spottpreisen. Und es gibt dort die lokale Bevölkerung. Ich würde gern verstehen, was die Spanier die ganze Zeit reden. Selbst ein Tisch mit drei Opas und dem Tresenpersonal erfüllt den ganzen Raum mit lebhaftem Gespräch. Die besten Bars gab es in den einsamen Gegenden. Manchmal kamen wir uns vor, als wären wir gerade mitten in Dreharbeiten eines Films gestolpert. Stets bekamen ruckzuck einen tipptopp Café con Leche, Bier und Tapas serviert. Wir wunderten uns, dass sich die anderen über uns nicht wundern und fuhren beschwingt von dannen. Ich finde die spanischen Bars sollten zum UNESCO Kulturerbe ernannt werden.Leggi altro

  • Pilger und Pyrenäen

    1 maggio, Francia ⋅ ⛅ 14 °C

    „Und ist der Fuß auch noch so klein, so kann er doch ein Pilger sein“ (Reiner)
    Ab Puerta de la Reina kreuzten wir immer mal wieder den Pilgerweg. Den Plan, mal selbst nach Santiago zu laufen, habe ich verworfen. Pilger überall und in allen Zuständen. Es ist schön, dass Santiago so viele Leute auf die Füße bringt, die ohne diesen Mythos wahrscheinlich niemals eine längere Wanderung unternehmen würden. Aber es geht zu wie auf einer Ameisenstrasse. Das ist nichts für mich. Die Aussicht, am Ausgangspunkt des Camino Frances zu übernachten, in Saint-Jean-Pied-de-Port, hat mich dennoch gereizt.
    Es war schon nach 11.00 Uhr, als wir nach einem ausgiebigen Frühstück mit Huevos Fritos aus der Stadt rollten. Um unnötige Strecke und Höhenmeter zu vermeiden nahmen wir einfach die Straße. Verkehr OK, viele Rennradfahrer und natürlich Pilger. Die Dörfer sind alle rausgeputzt, hohe Steinhäuser, ein ganz eigener Charakter. Nach gut 1000 Höhenmetern waren wir schon durch, passierten wehmütig die spanisch- französische Grenze und rollten abends in Saint-Jean-Pied-de-Port ein. Ich hatte mir das romantisch vorgestellt. So quasi am Lagerfeuer mit lauter aufgeregten Menschen, kurz vor Beginn ihres Caminos. Als Reiner vor 30 Jahren mal da war, war er fast allein. Jetzt wälzen sich nicht nur Pilger, sondern auch sonstige Touristen durch die Gassen. An jeder Herberge hing ein Schild: Complet. Es gab in der ganzen Stadt tatsächlich kein einziges freies Zimmer. Eine nette Herbergsmutter hängte sich ans Telefon und organisierte ein Hotel 5 km entfernt in einem kleinen Dorf hinter sieben Bergen bei den sieben Zwergen. Dort saßen wir dann auf der Terrasse, gegenüber warteten die Schafe in den Stall gelassen zu werden, die Sonne verschwand hinter den Bergen, wir genossen ein vorzügliches Menü und der ganze Trubel war weit, weit weg.
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  • Der Frankreich-Schock

    1 maggio, Francia ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach einer erholsamen Nacht radelten wir munter los, den Eurovelo 3 entlang Richtung Dax. Ein wunderschönes kleines Weglein durch das Vorland der Pyrenäen. Kühe und Schafe auf der Weide, Duft von Heu, Landschaft wie im Allgäu, nur mit Palmen. Nach 20 Kilometern noch immer keine Bar. Auch kein Restaurant. Bis auf eine Tafel Schokolade und etwas Baguette, das vom Frühstück übrig geblieben war, waren die Satteltaschen leer. Es war der 1. Mai, da wird doch wohl irgendwo was los sein! Überall Häuser, aber Straßen und Dörfer wie ausgestorben. Was machen die Leute? Nach 40 km eine größere Stadt. Ein Café, leider zu. In Spanien würde da das Leben toben. Nach 65 Kilometern endlich was zu essen: Eine vollautomatische Pizzamaschine vor einer Kirche. Kreditkarte rein, Pizza raus. Wir übernachteten auf einem Camping à la Ferme wo man uns auch nichts zu essen spendieren wollte und kauten das letzte Stück Schokolade.Leggi altro

  • Am Atlantik

    5 maggio, Francia ⋅ 🌬 10 °C

    Eigentlich wollten wir noch etwas länger im Landesinneren fahren, bevor wir an die Küste stoßen. Doch ein Freund aus Reiners Studientagen in Bordeaux war gerade in Bayonne. Also bogen wir scharf links ab und trafen Stéphane.
    Die Atlantikküste von Bayonne bis Soulac-sur-mer ist eine einzige 280 km lange Düne. Gesäumt von riesigen Campingplätzen. Wir kürzten das mit dem Zug etwas ab, fanden Soulac aber doch sehr nett. Der Ort ist eine Ansammlung hunderter kleiner bis sehr kleiner Backsteinvillen aus der Belle Epoche. Wir fanden ein günstiges Zimmer in der örtlichen Brasserie La Dame de Coeur, wo es nicht nur eine große Auswahl guter Biere gab, sondern auch die Übertragung des Rugby-Championscup-Halbfinales, in dem Bordeaux den Favoriten Toulouse haushoch schlug. Der Wirt, selbst ein Rugby-Schrank, kam mit dem Zapfen garnicht mehr nach.
    Was ich bisher nicht wusste ist wie aktiv die Dünen wandern und wie stark die Küste erodiert. Etwas südlich von Soulac musste vor Kurzem bereits ein ganzer Wohnblock abgerissen werden und das Meer wandert unaufhaltsam weiter. Auch die Dünen sind ein Problem. Jahrhundertelang buddelten die Menschen gegen den Sand an. Die romanische Kirche Notre-Dame-de-la-fin-des-Terres war irgendwann mal ganz im Sand verschwunden. Nur noch die Kirchturmspitze schaute oben raus. 200 Jahre später war die Düne weiter gewandert und voilá, jetzt ist die schöne Kirche ist wieder da.
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  • Bunker am StrandSo langsam geht die Düne drüberAlles ist offen und ungesichertDie versteinerten ZementsäckeNotre Dame de RoyanEin unglaubliches Kirchenschiff50ger Jahre, die ganze Stadt

    Bunker und Modellstadt

    5 maggio, Francia ⋅ ⛅ 16 °C

    Auf der anderen Seite der breiten Mündung der Gironde liegt Rayon. Wir setzen mit der Fähre über und fielen fast vom Rad vor Staunen. Die gesamte Stadt besteht ausschließlich aus feinster 50ger Jahre Architektur. Der absolute Hammer aber ist die Kathedrale Notre Dame. Ein Kunstwerk komplett aus Sichtbeton. Der Turm 60 Meter hoch, das Kirchenschiff fast 40 Meter. Drinnen erinnerte es mich ein wenig an den galaktischen Senat aus Star Wars. Wir hätten uns gern einquartiert und mehr Zeit in dieser ikonischen Stadt verbracht. Hat schon mal jemand was von Rayon gehört? Auf meiner Liste der Weltsensationen, die niemand kennt, steht neben den Rio- Schluchten in Spanien nun auch Rayone.
    Der Grund dieser homogenen 50ger Jahre Architektur ist allerdings eher traurig. Im Frühjahr 1945, als die Alliierten Frankreich schon fast ganz eingenommen hatten, wollte ein französischer General auch mal siegen und die an der Gironde-Mündung noch eingebunkerten Deutschen vertreiben. Dazu bat er um Unterstützung aus der Luft. Eine krasse Fehlentscheidung und völlig unnötig. Erst bombardierten die Engländer das mondäne Seebad in Grund und Boden. Später kamen dann nochmal die Amerikaner und probierten hier zum ersten Mal Napalm aus. Von der „Perle am Atlantik“ blieb nichts übrig. Weil ohnehin alles kaputt war beschloss der französische Staat in einer Art Wiedergutmachung den Wiederaufbau in Form einer Modellstadt. Alles kam zurück: Die Markthalle, das Casino am Strand und als Krönung obendrauf die Kathedrale als Mahnmal gegen den Krieg. Rayone wurde aber nie mehr das, was es mal war und so steht alles eben noch genauso so da, wie es in den 50gern gebaut wurde.
    Die Spuren der Deutschen sind übrigens auch noch überall sichtbar. Links und rechts der Gironde Mündung war die Bunkerdichte des Westwalls besonders hoch, um den Hafen von Bordeaux zu schützen. Seltsam eigentlich, dass wir niemals dazu verdonnert wurden, die Betonmonster wieder abzutragen. So nach und nach geht der Sand drüber. Vor einem der Bunker im Wald stapelten sich noch Zementsäcke. Entweder lagen die bereit, um weiter verbaut zu werden. Oder sie waren aufgeschichtet, als Feuerschutz in einem letzten Kampf. So dachten wir uns die Szene jedenfalls. Der Regen ließ den Zement versteinern, dann kam das Moos. Wir hatten so einen kleinen Pompeii Moment.
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  • Nantes und der Nantes- Brest Kanal

    7 maggio, Francia ⋅ ☁️ 15 °C

    Nantes ist das Tor zur Bretagne und da wollen wir hin. Ersten waren wir noch nie in dieser Region Frankreichs. Und zweitens sind ehemalige Nachbarn dorthin ausgewandert und haben uns eingeladen. Um die Sache etwas zu beschleunigen, nahmen wir von Rochefort bis Nantes den Zug. Falls mal jemand dorthin fährt. Wir empfehlen das Restaurant Guindaille https://www.guindaille.fr/ Eine ganz tolle Küche, ich hatte phantastische Venusmuscheln. Die Stadt hat übrigens wie viele andere französischen Städte ein super Radwegenetz. Überall breite, sichere Wege, Parkhäuser für Räder, einfach genial. Berlin ist in dieser Hinsicht dermaßen provinziell.
    Ab Nantes geht der Eurovelo 1 als ungeteerter Radweg am Kanal entlang. Alle naselang kommt eine Schleuse, oft mit kleiner Bewirtung, manche bieten auch Zimmer an. Wir zelteten auf einer Wiese am Wasser und kamen am nächsten Tag nach Redon. Es war der 8. Mai, Tag der Befreiung und Feiertag in Frankreich. Hatten wir natürlich nicht auf dem Schirm. Als wir gerade die romanische Kirche neben der Mairie bewundern geht die Tür auf und einige Soldaten in Paradeuniform, Gemeindevertreter und eine handvoll sehr alter, mit Orden behangener Männer kamen heraus. Konnten das noch Veteranen sein? 80 Jahre Kriegsende, selbst wenn die damals erst 15 waren, wären sie jetzt 95. Vielleicht die letzten Zeitzeugen? Ich hätte zu gern gefragt, habe mich aber nicht getraut. Und etwas feige haben wir auch vermieden laut deutsch zu sprechen.
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  • Bretagne- kreuz und quer

    11 maggio, Francia ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Bretagne ist grün, hügelig und durchzogen von unasphaltierten Radwegen. Alle naselang gibt es einen Schauer. Und überall stehen Menhire aus der Steinzeit. Unvorstellbar, wie Menschen vor 6000 Jahren diese riesigen Granitbrocken durch die Gegend transportierten und aufeinander schichteten. Im Süden war alles herausgeputzt, die Küste stark touristisch. Im Inland wird es schnell leer. In den Orten sind viel Geschäfte aufgegeben aber immerhin fanden wir überall Boulangerien mit leckeren Sauerteigbrot. Auf einer aufgelassenen Bahnstrecke schafften wir es in fast einem Rutsch nach Morlaix. Eine beeindruckende Stadt, die aber auch etwas morbide wirkte. Von dort ging es dann weiter auf dem Eurovelo 4 Richtung Normandie. Die Küste im im Norden ist felsig, rau und zu dieser Jahreszeit kaum besucht. Eine Nacht waren wir zusammen mit einem belgischen Fernwanderer die einzigen Gäste auf einem Zeltplatz. Der Campingplatzbetreiber ließ sich nicht blicken. Trotzdem standen die Duschen offen, es kam warmes Wasser und wir klemmten unsere Gebühr am nächsten Morgen einfach unter den geschlossenen Rolladen am Empfang. Immer wieder sahen wir Wanderer auf dem Küstenweg GR 34, ein paar Meter liefen wir selbst. Vielleicht wäre das mal ein Projekt, nachdem sich die Santiago-Sache für mich erledigt hat.Leggi altro

  • Bei Kathrin und Jörg

    15 maggio, Francia ⋅ ⛅ 14 °C

    Wir waren sehr gespannt auf das neue Zuhause unserer ehemaligen Nachbarn aus Dreilinden. Kathrin und Jörg hatten sich vor neun Jahren bei ihrem allerersten Urlaub in der Bretagne in ein altes Bauernhaus verliebt und seitdem ihre Sommer mit Renovieren verbracht. Jetzt sind sie umgezogen. Was soll ich sagen? Es ist wundervoll geworden. Wir haben zwei Tage lang die allerbeste Gastfreundschaft genossen. Wir haben gespeist wie die Götter, Freunde und Nachbarn kennen gelernt, sind an der phantastischen Küste mit dem rosa Granit spazieren gegangen, haben in weichen Betten geschlafen und all unsere stinkenden Klamotten durch die Waschmaschine gejagt. Kathrin ist übrigens noch voll berufstätig und hat ihren Arbeitsplatz einfach in die Bretagne verlegt. Home Office macht’s möglich. Auch Jörg arbeitet noch Teilzeit in Deutschland. Gleichzeitig fangen sie an, sich mit allen möglichen Aktivitäten in Brélidy zu integrieren. Es beeindruckt mich, wenn Menschen auch in höherem Alter bereit sind nochmal ganz neue Wege zu gehen. Vielen Dank Kathrin und Jörg für die schöne Zeit.
    Beglückt und nach frischer Wäsche duftend satteln wir die Räder für unseren letzten Abschnitt, die Normandie.
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  • Richtung Mont St Michel

    20 maggio, Francia ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Bucht von Mont Saint Michel ist endlos und anscheinend gedeihen hier Austern besonders gut. Ein Austernzüchter steht neben dem anderen, überall Direktverkauf, selbst aus Automaten. Ich weiß garnicht, wer die alle essen soll. Den Mont St Michel haben wir bereits aus 20 Kilometer Entfernung aus dem Meer ragen sehen wie einen Zahn. Schon unglaublich, wie man einen Felsen dermaßen verschachtelt zubauen kann. Es leben auch ein paar Nonnen dort. Insgesamt hat die Gemeinde aber nur knapp 30 Einwohner und jährlich 3 Millionen Touristen.Leggi altro

  • Am Flüsschen Vire
    Überall KüheViele schöne Plätze fürs ZeltVorher-Nacher- TafelnKathedrale von Saint LôVorsorgliche Zerstörung durch die AlliiertenKriegsspuren. Turm stand noch, Rest neuTurmspitze neuGanze Kirche neuDeutscher SoldatenfriedhofAuf zwei Stockwerken 12.000 Urnen

    Normandie

    22 maggio, Francia ⋅ ☁️ 11 °C

    Der erste Tag in der Normandie war deprimierend. Es regnete von morgens bis abends. Gleich nach Mont Saint Michel kam ein deutscher Soldatenfriedhof mit 12.000 Urnen. Die Orte wurden zunehmend grau und hässlich, sah aus wir im Ruhrgebiet. Abends im Hotel googelten wir, dass viele Städte von amerikanischen Fliegern zeitgleich mit dem D-Day bombardiert wurde. Es sollte erschwert werden, dass die Deutschen Truppen aus anderen Teilen Frankreichs in die Normandie verlegen. Sozusagen eine vorsorgliche Zerstörung durch den Verbündeten.
    Am nächsten Tag schien die Sonne wieder und wir fuhren lange an dem schönen Flüsschen Vire entlang. Die Normandie ist garnicht so flach wie man denkt. Wir haben an diesem Tag so oft geschoben wie in ganz Spanien nicht. Es ist sehr ländlich, überall stehen Kühe auf der Weide, dazwischen große, alte Bauernhöfe. Die einzige größere Stadt war Saint- Lô. Wurde auch durch Bomber der Alliierten völlig zerstört. Man kann durch diese Gegend garnicht fahren, ohne ständig mit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert zu werden. Reiner und ich haben darüber noch nie so viel gegoogelt oder diskutiert wie hier.
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  • D-Day

    24 maggio, Francia ⋅ 🌬 17 °C

    Der Küstenradweg klappert die Landungsbuchten der Alliierten ab. D-Day überall. Es ist ein richtiger Touri- Militär- Mikrokosmos mit Shuttle- Service von Beach zu Beach, Jeep-Touren, Military Shops, Museen, Denkmälern, Schautafeln ect. Die Flaggen der Alliierten wehen, viele Amerikaner und noch mehr Briten sind unterwegs. In Carentan trafen wir ein Radlerpaar in unserem Alter, die Stationen ihrer Eltern abfuhren. Der Vater des Mannes war als 19jähriger in einem Panzer beim Debarquement dabei und kam mit seiner Einheit schließlich bis an den Rhein. Wir besuchten ausgiebig das Museum an Utha Beach, wo den Amerikanern als erstes der Durchbruch gelang. Haben viel gelernt über den genau getakteten Ablauf dieses Tages mit selbstmörderischen Fallschirmjägern hinter den deutschen Linien in der Nacht, Flugzeugangriffen auf die Bunker im Morgengrauen und dann die eigentliche Landung. Hotspot für die amerikanischen Besucher ist Omaha Beach, wo auch der große Soldatenfriedhof ist. Da waren Hunderte unterwegs. Die alte Dame, bei der wir auf dem Weg nach Bayeux in einem Dorf übernachteten, sagte, dass sie eigentlich ausschließlich Gäste aus den USA, Kanada und Großbritannien hätte. Bayeux ist eine der wenigen Städte, die in der Region nicht zerstört wurden und scheint ebenfalls vom D-Day Tourismus zu leben. Hier ist auch der wirklich tolle 1000 jährigen Teppich über die Eroberung Englands durch William the Conquerer zu sehen. In Bayeux liegen die englischen Soldaten. Anders als bei den Amerikanern stand auf den Grabsteinen das Alter der getöteten ( meist Anfang 20, selten über 30) und persönliche Worte der Angehörigen. Wenn ich Inschriften lese wie „My only child, Mother“ muss ich weinen. Reiner kam mit Tränen in den Augen von der Gedenkstätte für getöteten Journalisten zurück, die direkt gegenüber ist. Auf dem Campingplatz verbrachten wir den Abend mit einem Radler aus Essen, der schon seit Jahren in dieser Gegend reist. Er hatte an diesem Tag zufällig einen Ort deutscher Kriegsverbrechen gefunden, den er noch nicht kannte und war ebenfalls in Tränen ausgebrochen. Alles sehr emotional hier. Als wir am nächsten Tag auf dem Weg nach Caen auch den letzten der 5 Landungs- Strände hinter uns hatten, hatte ich dann aber auch genug von D-Day, Militärgeschichte und vor allem vom touristischen Auflauf.Leggi altro