• Sandra Derfler
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Abenteuer südliches Afrika

Een 331-daags avontuur van Sandra & Philipp Meer informatie
  • Indian Ocean Paradies

    27 november 2025, Mozambique ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach gefühlt einer Ewigkeit im Busch von Afrika sehen wir nach Swakopmund in Namibia wieder Meer, den indischen Ozean. Erst als feinen, blauen Streifen in der Ferne, dann immer näher, bis die Wellen direkt vor uns auf den Strand klatschen.

    Wir finden bei Lorens ein kleines Paradies direkt am Strand und stellen uns sofort auf ein paar Tage Ferienmodus ein. Weisser Sandstrand, warmes Wasser, das uns morgens, mittags, abends und eigentlich jederzeit zu einem Bad einlädt, und jeden Tag frischer Fisch direkt von den lokalen Fischern.

    Am Strand ziehen die lokalen Fischer am frühen Morgen in beeindruckender Anstrengung ihre Netze ein, begutachten den Fang und teilen ihn untereinander auf.

    Von hier lassen wir uns nicht so schnell wieder vertreiben…☺️
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  • Schnorcheln mit Nebenwirkungen

    29 november 2025, Mozambique ⋅ ⛅ 27 °C

    Ganz typisch schweizerisch, nämlich erst mal über den Gartenhaag, lernen wir Nigel und Jane kennen. Farmer aus Zimbabwe, Besitzer des Nachbarhauses und gerade ein paar Tage in Mozambique in den Ferien.

    Keine zwei Gespräche später steht bereits ein Angebot im Raum, bei dem wir nicht lange überlegen müssen. Sie laden uns ein, mit ihrem Boot auf eine nahegelegene Insel zum Schnorcheln zu fahren.

    Was für ein Deal! Diskussion überflüssig. Gesagt, getan, am nächsten Tag düsen wir los.

    Die Insel entpuppt sich als absolutes Paradies, wie direkt aus einem Reiseprospekt. Und tatsächlich: Sogar ich traue mich, erstaunlich mutig nicht nur ins, sondern auch unter Wasser. Die Unterwasserwelt übertrifft all meine Vorstellungen haushoch. Kristallklares Wasser, grosse Fischschwärme, Zebra- und Papageifische, Schildkröten, Blaupunktrochen… und Dory, ich fühle mich wie in „Finding Nemo“.

    In all der Euphorie übersehe ich allerdings ein kleines Detail mit ziemlich grosser Wirkung: Sonnencreme auf meinem Rücken. Die Sonne meint es hier nämlich sehr ernst mit uns.

    Das Resultat: Die nächsten Tage verbringe ich deutlich weniger Zeit im Paradies – dafür umso mehr leidend, schlaflos und mit einer ordentlichen Portion Selbstmitleid, am liebsten in kühler Dunkelheit.
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  • Beachlife auf Kokos Farm

    6 december 2025, Mozambique ⋅ ☀️ 29 °C

    Nachdem wir bei Lorens schon den perfekten Flecken Paradies entdeckt hatten, fällt uns das Abreisen ziemlich schwer. Aber wir müssen weiter ziehen. Wir finden südlich mit Morrungulo einen neuen Ort direkt am Ozean. Früher wurde hier eine grosse Kokosnuss Plantage betrieben. Heute sind davon nur noch die unzähligen Palmen sichtbar.

    Und ja, hier ist halt die Beach nicht ganz so sauber und nicht ganz so weiss. Der Platz ist etwas weit weg vom Beach. Wir sind nicht mehr die Einzigen auf unserem Camp. WC-Papier? Selbst organisieren, bitte. Kokosnüsse? Fallen unaufhörlich von den unzähligen Palmen auf unsere Köpfe.

    Willkommen zurück in der „normalen“ Welt. Wir kriegen sozusagen einen sanften Schubser aus dem Paradies.

    Aber keine Sorge, wir lassen uns die Laune nicht verderben. Wir geniessen die unglaublichen Sonnenauf- und -untergänge, schlemmen uns durch unzählige Kokosnüsse in sämtlichen Reifestadien, schauen uns sentimental unseren letzten gemeinsamen Vollmond auf dieser Reise an, essen frischen Red Snapper und knabbern frisch geerntet und geröstete Cashew Nüsse.
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  • Tropic of Capricorn zum Zweiten

    6 december 2025, Mozambique ⋅ ☀️ 29 °C

    Heute ergeben wir uns dem absoluten Mainstream. Ja, wir geben es zu! Beim Überqueren des Tropic of Capricorn, dieses Mal von Norden nach Süden, stellen wir unseren treuen Landy ins Bühnenlicht – so richtig, als wäre er der Hauptdarsteller in einem Heimatfilm. Nur die Fanfare fehlt noch.

    Warum eigentlich dieser Stopp? Nun ja, für Reisende ist der Tropic of Capricorn wohl jeweils ein kleiner Meilenstein auf der Route. Ein Punkt, an dem man kurz innehalten, Fotos machen und die Sonne fast senkrecht über dem Kopf bewundern kann, denn genau hier zeigt die Sonne zur Sommersonnenwende ihren Zenit.
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  • Neue Welt in Tofo

    8 december 2025, Mozambique ⋅ ☁️ 27 °C

    Je weiter wir Richtung Süden fahren, desto touristischer werden die Orte. Üblicherweise meiden wir die typischen Hotspots. Nach Tofo verschlägt es uns trotzdem. Zum ersten Mal seit Johannesburg checken wir spontan in ein Airbnb ein, einfach weil wir sonst nichts finden – und was für ein Glück!

    Die Unterkunft ist ein echter Traum. Direkt hinter der Düne, vom Örtchen nur ein kleiner Spaziergang der Beach entlang entfernt.

    Tofo wirkt wie eine kleine, bunte Oase. Viele, die hier einmal vorbeikommen, bleiben hängen. Eine Amerikanerin zaubert hier die besten Zimt-Buns und Sauerteigbrote, dazu lekkeren Kaffee. Eine Japanerin betreibt zusammen mit ihrem südafrikanischen Partner ein Sushi-Lokal. Es gibt einen Italiener, ein Taco-Restaurant, unsere Gastgeber aus Angola und Deutschland bringen die lokale Kultur- und Musikszene zum Leuchten.

    Surfer, Kiter, Taucher in coolen Outfits begutachten Swell, Wind und Gezeiten und über all diesem internationalen Flair liegt aber unübersehbar Afrika: Mozambique in all seinen Farben, Klängen und Gerüchen. Auf dem Markt wird lautstark gefeilscht, Straßenverkäufer preisen ihre Waren an, und überall spürt man das lebendige Pulsieren des Ortes.
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  • Mutprobe für Wasserscheue

    9 december 2025, Mozambique ⋅ ☀️ 28 °C

    Nach meinem ersten bewussten Untertauchen in diese unglaublich farbenfrohe Unterwasserwelt – die mich sofort an Nemo erinnerte – beginne ich ernsthaft mit dem Gedanken zu spielen, einen Schnuppertauchgang zu machen. Sandra, schon im Besitz des PADI Open Water Tauchschein, trägt ein ganz kleines Bisschen dazu bei, meine Schreckensgespenster zu bändigen. Schliesslich habe ich Nemo ja noch gar nicht gesehen.
    Nach einigem Abwägen, einem Hin und Her, von Sandra und ein paar Erkundigungen vor Ort fällt der Entscheid.

    Nach einer eher schlaflosen Nacht treffen wir uns um 8:30 Uhr im Tauchcenter. Mein etwas unbeholfenes Ausfüllen des medizinischen Fragebogens hätte meinen Instruktor vermutlich kreidebleich werden lassen – wenn er es gekonnt hätte. Es folgen das erste Untertauchen und ein paar Übungen im Pool.

    Danach eine kurze Pause, die ich dringend für eine Siesta im Tiefschlaf brauche.

    Dann wird es ernst. Das Material wird auf das Tauchboot geladen, und bei rauer welliger und windiger See fahren wir hinaus zum Tauchspot mit dem Namen Clownfish. Wenn das kein gutes Omen ist. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt mir nicht, denn schon hallen die Kommandos über das Deck:

    100 Meter – get ready
    50 Meter – mask on
    20 Meter – Regulator in

    Und bei 3, 2, 1 geht es per Rückwärtsrolle vom Bootsrand in das dunkle, nasse, kalte Nichts. Für einen klitzekurzen Moment frage ich mich ernsthaft, was mich eigentlich hierhergebracht hat. Doch dann schlägt das Wasser über meinem Kopf zusammen. Es wird ruhig. Nur mein Atem und die Blasen vor meiner Maske.

    … und dann ist er plötzlich da! Nemo 🐠

    …und wir sehen auch Moränen, Zebra Fische, einen Koffer Fisch, Langusten, einen Skorpion Fisch, farbenfrohe Fisch Schwärme, ein paar Anemonen, bunte Meeresschnecken und vieles mehr. Was für ein Tag!
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  • Süd Afrika geht Mozambique

    14 december 2025, Mozambique ⋅ ⛅ 29 °C

    Unsere weitere Route führt uns zurück nach Südafrika. Was sich schon bald als einigermassen herausfordernd herausstellen soll.
    Südafrika startet nämlich dieses Wochenende in die grossen Sommerschulferien. Und Südafrikaner sind absolut Camping verrückt. So richtig. Mit Herz, Seele und vor allem anderen einer unglaublich ausgeklügelten Ausrüstung.

    Das Resultat? Unterkünfte in Nationalparks und Ferienregionen sind von einem Tag auf den anderen ausgebucht. Wo wir die letzten Monate gefühlt allein unterwegs waren, ist es jetzt voll. Besonders Mosambik steht hoch im Kurs. Sonne, Strand, Meer und dazu noch vergleichsweise günstig. Ein perfektes Ziel für eine Massenbewegung auf Rädern.

    Als wir heute Richtung Süden fahren, sind wir mitten drin.

    Uns kommt eine regelrechte Blechlawine entgegen. Kilometerlang. Fahrzeug an Fahrzeug. 4x4’s Ausgerüstet mit allem, was man sich nur vorstellen kann und dann noch ein bisschen mehr obendrauf. Trailer, Wohnwagen, Motoryachten, Motorräder, Quads, Hochsee Fischereiausrüstungen, Kanus, Surfbretter, ganze Hausräte kunstvoll in Netze verpackt. Man könnte meinen, niemand plant jemals wieder zurückzukommen.

    Und dann ist da noch etwas neues, was uns auffällt.
    Es wird weiss.
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  • Limpopo

    16 december 2025, Mozambique ⋅ ☀️ 33 °C

    Wir entscheiden uns, unsere Route stilgerecht überland fortzusetzen. Es gibt da diese Strecke durch den Limpopo-Nationalpark in Mosambik, inklusive eines Grenzübergangs, der direkt in den Krüger Nationalpark nach Süd Afrika führt.

    Die Piste ist schlecht, und jeder noch so verlockende Abstecher weg von der Hauptstrasse entpuppt sich schnell als unpassierbar. Tiere sehen wir im ganzen Park keine. Trotzdem muss ich einmal ziemlich schnell zurück ins Auto hechten, als ich beim wegräumen eines Baumstammes dann doch von unglücklichen Elefanten überrascht werde. Stattdessen tauchen immer wieder Menschen auf Motorrädern und kleine Siedlungen auf, ein ungewohnter Kontrast für einen Nationalpark.

    An einer Sackgasse treffen wir auf eine Schulklasse. Eine Gruppe Kinder auf Exkursion zusammen mit Rangern, die hier lernt, warum Naturschutz wichtig ist. Und während sie einen riesigen Spass an uns Brancos haben und Selfies aus allen erdenklichen Perspektiven schiessen, erfahren wir mehr über die Realität hinter den Kulissen.

    Die Menschen, die im Park lebten, müssten weichen. Ersatzland oder angemessene Entschädigungen gab und gibt es jedoch kaum. Nach Jahrzehnten des mosambikanischen Bürgerkriegs ist der Wildtierbestand noch immer stark dezimiert, Wilderei gehört vielerorts zum Alltag. Touristisch ist der Park kaum erschlossen, es fehlen Investitionen, Infrastruktur und Perspektiven.
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  • Kruger

    17 december 2025, Zuid-Afrika ⋅ ☀️ 36 °C

    Mit einem weinenden Auge überqueren wir in Giriyondo die Grenze zurück nach Südafrika und lassen Mosambik hinter uns. Trotz Hochsaison haben wir es geschafft, ein paar Nächte im Park zu reservieren. Entsprechend gross ist die Spannung auf das, was uns erwartet.

    Der Park zeigt sich schnell als Spagat zwischen umwerfender, artenreicher Wildnis und einer perfekt organisierten Massentourismus Maschinerie. In den grossen Hauptcamps gibt es alles. Restaurants internationaler Ketten, Flugfelder, Shops, Tankstellen, Wäschereien… Die Unterkünfte sind riesig und jetzt während der Ferien restlos ausgebucht.

    Satara (eines unserer Camps mit gegen 1000 Übernachtungsplätzen) während den Weihnachtsferien gleicht einem Ameisenhaufen. Südafrikaner, so weit das Auge reicht, mit Kaffee, oder ab ca 9:30 mit Bier in der Hand, Ferngläsern und grossen Kameras um den Hals. Noch vor Sonnenaufgang staut sich die Schlange vor dem Gate, als gäbe es dahinter Gold zu gewinnen. Punkt 5:30 öffnet sich das Tor, und der Ameisenhaufen setzt sich gleichzeitig in Bewegung, jeder auf der Jagd nach dem ersten Sight­ing des Tages.

    Und dann ist da diese andere Seite. Die, die uns schlicht umhaut. Die Grösse des Parks (der Park umfasst eine Fläche von ca 20‘000 km², er ist ca halb so gross wie die Schweiz und somit eines der grössten Naturreservate von Afrika). Erst einmal aus dem Camp gefahren trifft man andere Fahrzeuge oft nur noch bei speziellen Sightings. Die Menge an Tieren, die üppige Vegetation, das satte Grün überall. Zwar ist es während der Regenzeit schwieriger Tiere zu finden, denn Wasser gibt es jetzt im Überfluss, und die Wildtiere verteilen sich weitläufig.

    Obwohl wir nicht zu den Frühaufstehern gehören, werden trotzdem fündig, und wie!
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  • Regen in Hoedspruit

    20 december 2025, Zuid-Afrika ⋅ ☁️ 30 °C

    Nach einer eher sanften Schocktherapie in Sachen Zivilisation und Massentourismus im Kruger Nationalpark ist es Zeit, weiter nach Westen zu fahren. Wir verlassen den Park und schlagen unser Dachzelt für ein paar Tage in der Nähe von Hoedspruit auf.

    Ein kleines Örtchen, genau nach unserem Geschmack. Ruhig, überschaubar, entschleunigt.
    Und: Es regnet.

    Sandra hat einen spannenden Kontakt zu einer Tierärztin, die uns vielleicht einmal auf eine Mission in einem der Naturparks mitnehmen würde. Vielleicht. Leider sind Weihnachtsferien. Und es regnet.

    Wir treffen sogar Bekannte wieder, die wir vor einiger Zeit in Livingstone kennengelernt haben.
    Und es regnet.

    Eigentlich regnet es nicht nur, es regnet in Strömen, Tag und Nacht, als hätte Hoedspruit persönlich etwas verbrochen.

    Doch wie so oft auf unserer Reisen gibt es einen rettenden Lichtblick. Wir entdecken ein Lokal, das uns sofort in seinen Bann zieht. Eine Rösterei. Es duftet nach frisch gerösteten. Bohnen, der Kaffee ist vorzüglich und…
    Draussen prasselt der Regen…
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  • Wir werden Panorama

    22 december 2025, Zuid-Afrika ⋅ ☁️ 22 °C

    Die Wolken hängen tief heute. So tief, dass wir fast das Gefühl haben, sie hätten beschlossen, selbst auch noch etwas Weihnachtsferien zu machen. Immerhin regnet es nicht. Ein Fortschritt, den wir inzwischen schon sehr zu schätzen wissen.

    Wir fahren die Panorama Route, diese berühmte Strecke voller Versprechen, Landschaften und spektakulären Ausblicken. Theoretisch zumindest. Praktisch gleitet unser Blick meist in ein graues Nichts, unterbrochen von Geländern und Parkplätzen.

    Es gibt unzählige Aussichtspunkte mit klingenden Namen wie God’s Window , Wonder View, The Pinnacle, Lisbon Falls, Berlin Falls, Mac-Mac Falls, Three Rondavels, Bourke’s Luck Potholes und viele weitere mehr… wir steigen aus, man macht das so. Man tritt näher, blickt erwartungsvoll und schaut in Wolken. Viele dunkle, schwarze Wolken. Sehr konsequent tief platzierte Wolken. Die Landschaft bleibt diskret im Hintergrund und überlässt unserer Fantasie die Hauptrolle.

    Und trotzdem hat das Ganze seinen Reiz. Die Stimmung ist ruhig, fast mystisch. Keine grellen Farben, kein Postkartenpanorama. Nur wir, die Wolken und dieses seltsame Gefühl, an etwas Grossem vorbeizufahren, das sich heute bewusst zurückhält.

    Vielleicht ist das die eigentliche Lektion der Panorama Route für uns. Auf Lekubu Island stellte sich uns damals zum ersten Mal diese Frage: Wie fühlt es sich an, an einen Ort zu kommen, den man glaubt schon zu kennen? Nicht, weil wir je dort gewesen wären, sondern weil wir ihn zuvor aus unzähligen Bildern zusammengesetzt haben. Perfekt inszeniert, aus jedem Winkel, in bestem Licht.

    Dort schien sich die Realität fast mühelos in das einzufügen, was wir bereits gesehen hatten. Die Bilder im Kopf und der Moment vor Ort deckten sich erstaunlich gut. Hier ist es anders. Die tausend Fotos, die wir kannten, versprachen atemberaubende Landschaften, doch die Landschaft entzieht sich. Sie verschwindet in Wolken, lässt sich nicht vergleichen, nicht festhalten.

    Und vielleicht entsteht genau dadurch etwas Neues. Kein Abgleichen mehr mit gespeicherten Eindrücken, kein Suchen nach der bekannten Perspektive, sondern dass manche Orte mehr erzählen, wenn sie sich nicht zeigen.

    Die Wolken hängen tief.
    Aber es regnet nicht ☺️
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  • Merry Christmas am Crocodile River

    24 december 2025, Zuid-Afrika ⋅ ☁️ 28 °C

    Wie wäre es eigentlich, Weihnachten in Afrika während der Regenzeit zu feiern, stilecht draussen campierend? Eine dieser Ideen, die sich im Kopf wunderbar romantisch anfühlen. Genau so haben wir es uns vorgestellt.

    Wir basteln Weihnachtsdekoration aus dem, was gerade greifbar ist, reparieren störrische Lichterketten mit viel Geduld und noch mehr Improvisation und denken uns ein festliches Dreigänger Menü aus, welches Weihnachtszauber versprüht. Die Vorfreude ist gross.

    Doch die Regenzeit hat auch heute ihre ganz eigenen Pläne.

    Wer hätte es gedacht. Ein richtig heftiger Regenschauer macht unseren liebevoll ausgedachten Weihnachtsplänen in kürzester Zeit ein ziemlich nasses Ende. Der Boden weicht auf, Matsch überall, feucht von unten und die festliche Stimmung bekommt eine kalte Dusche von oben.

    Zum Glück bleibt kaum Zeit für Enttäuschung. Wir werden kurzerhand auf eine trockene Terrasse eingeladen, tauschen nasse Kleidung gegen trockene Stühle und Campingromantik gegen Gemütlichkeit. Es gibt unglaublich feine Pizza, dazu reichlich Gin Tonic, während draussen der Regen weiter trommelt.

    Und plötzlich fühlt sich alles wieder richtig an.
    Anders als geplant. Eher wenig traditionell. Aber gar nicht so schlecht.
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  • Cinnamon Buns on the Road

    25 december 2025, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 26 °C

    Damals in Mozambique, in Tofo, sind wir eher zufällig in einem kleinen unscheinbaren Lokal gelandet. Nichts Besonderes auf den ersten Blick jedoch auf den zweiten Bilck aussergewöhnlich guter Kaffee und Cinnamon Buns, die wir bis heute nicht vergessen haben. Wir kamen oft zurück. Sehr oft sogar. Mit jeder Tasse Kaffee und jedem weiteren Bun wuchs nicht nur unsere Begeisterung, sondern offenbar auch das Vertrauen. Irgendwann wurde uns schliesslich sogar das „geheime“ Rezept anvertraut.

    Heute ist es so weit. Bei eher durchzogenem Wetter, jedoch mit immerhin ein paar trockenen Momenten und etwas Sonnenschein, versuchen wir uns selbst an diesen Buns. Das Rezept können wir hier natürlich nicht einfach weiter geben. Nicht nur, weil es tatsächlich ziemlich geheim ist, sondern auch, weil das Backen im Omnia Gasofen von einer neuen Kreation noch einiges an Feintuning und Optimierung braucht.

    Aber das Potenzial ist da. Und während die Buns langsam goldbraun werden, riecht es auf unserem kleinen Platz definitiv ein bisschen nach Tofo, nach Rio’s und nach sonnigem Mozambique. ☀️🌍☕️

    Wer dann nächstens einmal bei uns auf Besuch ist, kriegt vielleicht ein Stück dieser umwerfenden Buns…🤔
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  • Legends und Bubenträume auf Rhino Park

    28 december 2025, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 25 °C

    Unser letztes gemeinsames kleines Teilstück auf den unendlich weiten Strassen Afrikas führt uns in die Nähe von Pretoria. Ein unspektakulärer Abschied auf der Karte, aber einer, der sich schwerer anfühlt, als wir gedacht hätten.

    Etwas ausserhalb der Stadt, auf einer grossen Farm, richten wir uns ein letztes Mal gemeinsam ein. Sandra wird von Johannesburg aus in den nächsten Tagen nach Hause fliegen. Ich bleibe noch ein paar Tage länger. Ein bisschen Übergang, ein bisschen Nachhall. Ein bisschen Passion.

    Wenn man jetzt Bubenträume beschreiben müsste und vielleicht noch etwas genauer „südafrikanische“ Bubenträume, dann wären da ganz bestimmt laute, grosse Motocross Maschinen, Monstertrucks, Modellflugzeuge, sicher auch ein Damm mit grossen Trophy Fischen, die darauf warten Köder vor die Nase geworfen zu erhalten, unzählige Braai’s für das gepflegte grillieren über offenem Feuer und ein Flugfeld, mit startklaren Flugzeugen…

    Jetzt stehen wir hier. Nicht in einem Traum, nicht in einer wilden Fantasie, sondern genau an diesem Ort. Motorräder, 4x4’s, Flugzeuge auf einem Spielplatz für grosse südafrikanische Buben. Dinge, die man sich als kleiner Bub ausdenkt, wenn die Vorstellungskraft grösser ist als die Welt, die man kennt.

    Nur ist das hier kein Bubentraum. Es ist ganz einfach die Legends Adventure Farm auf Rhino Park.
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  • Neues Jahr und Tränen

    1 januari, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 25 °C

    Der Plan ist nicht neu. Er ist schon vor einiger Zeit entstanden. Jetzt geht es nur noch darum, ihn auszusprechen und umzusetzen.

    Und trotzdem fühlt es sich an wie ein Ende. Vielleicht sogar wie das grosse, endgültige. Eines, das man nicht wegdiskutieren kann.

    Sandra wird Anfang Januar zurück am Kispi erwartet und fliegt deshalb direkt von J’burg in die Schweiz. Für sie beginnt ein anderer Alltag, ein anderes Leben. Ich bleibe noch. Ein paar Tage auf der Farm, etwas Zeit für Bubenträume vielleicht 🤷🏼‍♂️. Später bringe ich unseren treuen Landy zurück nach Cape Town, lade ihn im Hafen in einen Container und fliege von dort aus ebenfalls nach Hause.

    Mein Flug ist gebucht. 4. Februar, CPT–ZRH. Für die lange Strecke zurück nach Cape Town ist sogar Begleitschutz organisiert, vermutlich, damit ich nicht auf dumme Gedanken komme und am Ende doch einfach irgendwo in Afrika hängen bleibe.

    Die Tage fühlen sich seltsam an. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Zehn Monate lang waren wir praktisch ununterbrochen zusammen. Auf vier Quadratmetern, in unserem zweistöckigen Zuhause auf Rädern. Wir haben alles geteilt, Herausforderungen, Entscheidungen, Krisen, Begegnungen, Müdigkeit, Zweifel, Freude.

    Wir rutschen gemeinsam in unserem Zelt ins neue Jahr, begleitet von ausnahmsweise einigermassen prasselndem Regen 🙄.

    Heute fahren wir zusammen zum Flughafen OR Tambo in J‘Burg. Wissend, dass sich unsere Wege hier für eine Weile trennen.

    Eines ist sicher, wir werden zurückkommen.
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  • zwei Kessel: kein richtig guter Plan

    3 januari, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 25 °C

    Direkt neben meinem Camp wird gerade ein grosser Hangar umgenutzt. Noch vor Weihnachten wurde ein wunderschöner neuer Boden gegossen. Heute kommt der neue Mieter vorbei, und wir öffnen gemeinsam das grosse Tor. Schon von weitem sehen wir etwas Langes, Dunkles auf dem Boden. Es sieht aus wie eine Schlange.

    Ziemlich sicher sogar. Und sie sollte definitiv nach draussen.

    Wir sind allein, kein Werkzeug, kein Plan. Nur zwei grosse Kessel stehen im Hangar herum. Nach kurzem Überlegen beschliessen wir, es einfach damit zu versuchen. Es folgt ein eher unbeholfenes Zusammenspiel aus vorsichtigem Anschleichen, abruptem Zurückspringen und dem Versuch, gleichzeitig mutig, schnell und leise zu sein. Irgendwie, und eher durch Glück als durch Können, schaffen wir es, die Schlange unter einem der Kessel einzusperren.

    Ich informiere Gert, welcher verspricht jemanden vorbeizuschicken, um die Schlange fachgerecht zu fangen und auszusetzen. Der Kessel bleibt über Nacht stehen. Sicher ist sicher.

    Am nächsten Tag kommt Ross, er wirft einen kurzen Blick auf den Kessel, vorsichtig auf das was drunter liegt und dann auf mich. Sein Gesichtsausdruck sagt alles und die Begeisterung über unsere gestrige Aktion hält sich sehr in Grenzen. Erst jetzt wird klar, was da eigentlich unter dem Kessel liegt, eine Snouted Cobra. Die Snouted Cobra ist hochgiftig und besonders gefährlich, weil sie ihr Gift gezielt spucken kann. Trifft es die Augen, verursacht es sofort brennende Schmerzen und kann unbehandelt zu bleibenden Schäden oder sogar Erblindung führen. Ihr Biss kann die Atmung lähmen und ohne Behandlung schnell tödlich enden. Erst jetzt wird mir klar, dass wir wohl ziemliches Glück hatten.

    Ross ist Schlangenliebhaber und jemand der weiss, was er tut. Mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen zeigt er mir ruhig und respektvoll die Eigenheiten dieser beeindruckend schönen Kobra. Aus dem anfänglichen Schrecken wird Staunen.

    Zurück bleibt die Erkenntnis, dass Improvisation unterwegs oft hilfreich ist, manchmal aber auch nur ganz knapp an Katastrophen vorbeiführt.
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  • was Buben halt so machen

    14 januari, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 24 °C

    Fliegen
    Genau so, wie ich es mir in meinen wildesten Träumen kaum auszumalen wagte, fühlt es sich hier auf der Legends Farm an. Ich habe das unglaubliche Glück, dass die kleinen Jabirus fast immer verfügbar sind. Und die Jungs von Legend Sky nehmen mich vom ersten Moment an mit, direkt in die Fliegerei des südlichen Afrikas.

    Fischen
    Zeit verlieren. Gedanken treiben lassen. Den Blick über Wasser und Horizont schweifen lassen. Vögel beobachten, die den Damm bevölkern und ihr eigenes Ding machen. Die Fangquote ist… sagen wir „ausbaufähig“, aber das spielt hier überhaupt keine Rolle.

    Pläne schmieden
    Wie könnten wir den nächsten Low Fly by noch ein kleines bisschen spektakulärer inszenieren? Welche versteckten Pisten gibt es da draussen noch und warten darauf, entdeckt zu werden?

    …mehr fliegen
    Neue Pisten finden, unberührte Bush Landschaften erkunden, Geschichten sammeln. Und ganz nebenbei die wirklich wichtigen Fragen klären: Wo gibt’s den besten Biltong, frisch gerösteten Kaffee oder die legendärste Droëwors weit und breit, idealerweise nur per Flugzeug erreichbar?

    Braai
    Wir grillieren oft. In Südafrika wird Braai nicht einfach gemacht, es wird gelebt. Fast wie ein Nationalsport. Feuer, Fleisch, Wein, Räubergeschichten, Gelächter…

    Schrauben
    Mit ölverschmierten Fingern irgendwo auf der Farm am Landy schrauben. Filter wechseln, Öl wechseln, Flüssigkeiten checken, der Kühlmittelbehälter kriegt endlich seinen neuen Deckel. Schmieren, was sich bewegt und auch manches, was sich nicht mehr so richtig bewegen lässt…

    …und noch mehr fliegen
    Zwischendurch ein paar Bush Piloten Tricks aufschnappen, Freiheit tanken, Spass haben und geniessen.

    Alles mit diesem coolen Gefühl, dass hier gerade ein paar Buben ihren Traum leben. Danke Dave, Christiaan, Dane, Carsten, Zandré, Gert, Markus, Charl… es war 🔨
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  • Reisebegleitung 2.0

    21 januari, Zuid-Afrika ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach meinen Bubenferien führt kein Weg daran vorbei. Unser Landy muss nach Cape Town und ich selbst am 4. Februar in ein Flugzeug zurück nach Hause.
    Aus ganz unterschiedlichen Gründen habe ich mir dafür nicht ganz uneigennützig eine Reisebegleitung nach Johannesburg organisiert. Es gab da nämlich gewisse Bedenken. Ob es wirklich klug wäre, mich alleine auf diese lange Fahrt zu schicken. Ob ich unterwegs eventuell auf dumme Ideen käme. Ob ich am Ende einfach irgendwo abbiege, bleibe oder gleich offiziell bei den Legends einziehen würde.

    Und so kommt es, dass ich heute schon wieder zum Flughafen J’Burg fahre. An der Parkschranke wartet wieder der Automat rechts. Linkslenker, Rechtsverkehr, allein… schwierig.
    Beim letzten Mal versuchte ich noch die, mindestens von Aussen gesehen, elegante Lösung. Vom Fahrersitz über die unförmig grosse Cubby Box klettern, Fenster öffnen, Ticket rausfischen, zurückrobben. Es fühlte sich wie eine missglückte Yoga Figur an. Heute versuche ich es anders. Gang raus, Handbremse rein, Tür auf, einmal um den Landy spaziert, Ticket gezogen, dem staunenden Zuschauer zuzwinkern und wieder zurück. Ich lerne dazu, inzwischen funktioniert links Verkehr alleine erstaunlich gut.

    Ich treffe meine Eltern, die kurzerhand zur Reisebegleitung befördert wurden. Nach Sandra sind Sie die Begleitung 2.0. Gemeinsam nehmen wir unseren Roadtrip unter die Räder und zur Belohnung werden wir uns sogar noch ein paar Tage Cape Town gönnen. Zusammen den Abschluss dieser Reise zu fahren, fühlt sich ziemlich cool an.
    Was für ein Privileg. ❤️
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  • Einmal 1500km SW auf der N1

    22 januari, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 32 °C

    Der Plan ist auf den ersten Blick eigentlich ganz simpel. Wir fahren von Johannesburg nach Cape Town. Möglichst direkt. Nicht aus sportlichem Ehrgeiz, sondern aus taktischen Gründen. Jeder gesparte Umweg bedeutet mehr Zeit als Belohnung in Cape Town. Ein klassischer Fall von Win-win also.

    Ganz so direkt dann aber doch nicht. Wir haben keine Ambitionen auf den südafrikanischen Strassen Ultramarathon und spuren die läppischen rund 1500 Kilometer nicht am Stück runter. Stattdessen gönnen wir uns ein paar Tage, um Strecke, Landschaft und Energie Recourcen gleichmässig zu beanspruchen.

    Wir sind zu dritt unterwegs, in zwei Fahrzeugen. Eines mit funktionierender Klimaanlage und eines… mit Charakter. Eines mit viel Elektronik, Assistenzen und auf Zeit nervigen Tönen und eines… mit Charakter. Die Fahrer benötigen regelmässige Pausen zur Erholung, Kühlung und moralischen Stabilisierung. Und ich darf, aus bereits erwähnten Gründen, auf keinen Fall alleine fahren. Man weiss ja nie, wo ich sonst plötzlich abbiegen oder hängen bleiben würde.

    Also nehmen wir Kurs SW, Richtung Cape Town auf der direkten Route N1 durch die Karoo. Unendlich viel Weite und plötzlich viel blauer Himmel. Genau die richtige Kulisse, um den letzten grossen Schnipsel dieser Reise unter die Räder zu nehmen.
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  • Im Schleudergang Richtung Cape Town

    23 januari, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 34 °C

    In Livingstone haben wir uns zwei neue Reifen montieren lassen. Ganz stilecht im Afrika Style. Ausgleichsgewichte zum Wuchten? Fehlanzeige 🤷‍♂️

    Wir haben kurz überlegt und uns dann mit einem optimistischen „wird schon etwa passen“ dafür entschieden, einfach weiterzudüsen. Da wir ohnehin meist im gemütlichen Buschtempo unterwegs waren, fiel die Unwucht kaum auf. Irgendetwas klappert ja sowieso immer, das gehört bei unserer Klepperkiste quasi zur Serienausstattung.

    Doch nun rückt das Endziel langsam näher. Plötzlich gibt es eine Autobahn. Ohne Schlaglöcher. Mit glattem Asphalt. Und tatsächlich mit Schildern, auf denen 120 km/h steht. Da wollen wir natürlich auch mal etwas zügiger unterwegs sein.

    Aber ab 80 km/h beginnen uns die fehlenden Ausgleichsgewichte sehr eindrücklich zu erklären, warum sie eigentlich erfunden wurden. Unser treuer Landy verwandelt sich in einen vibrierenden Massagesalon auf Rädern. Das Lenkrad schlägt, das Armaturenbrett tscheppert, und an den unmöglichsten Stellen kleppert plötzlich etwas, das vorher noch nie gekleppert hat.

    Gemütlich ist ja schön und gut, aber wir möchten nicht in Cape Town ankommen wie ein frisch gemixter Sundowner. Also beschliesse ich, bei nächster Gelegenheit die Räder wuchten zu lassen. In Bloemfontein finden wir einen Tyreshop, in dem uns sofort geholfen wird. Am Ende rollen wir mit zwei neuen und vier frisch gewuchteten Rädern vom Lift.

    Ich bin gespannt, wie ruhig unser Landy jetzt die N1 weiter schnurrt. Es sind noch 1046km.
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  • Bücher in der Karoo

    23 januari, Zuid-Afrika ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir spielen uns langsam ein. Kilometer sammeln, Pausen machen, essen, geniessen. Roadtrip Vibes. Die Karoo zeigt sich dabei von ihrer allerbesten Seite. Wie schon mit Sandra, hören wir auch jetzt gerne auf Tipps der Locals. Und so landen wir heute, ganz am Ende der Tagesetappe, in einem kleinen Karoo Nest: Richmond.

    Richmond wurde offiziell zur „Book Town“ erklärt, zur Bücherstadt. Es ist die einzige ihrer Art auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Zwischen staubigen Strassen und historischen Gebäuden gibt es unzählige Buchläden, Antiquariate, Regale in Ecken, Bücherstapel, wo man sie nicht erwartet. Ein Ort, an dem man ständig denkt „hier auch noch?“

    Einmal Jährlich bringt das Festival „Boekbedonnerd“ im Oktober AutorInnen, LeserInnen und leidenschaftliche Bücherwürmer zusammen. Mit Lesungen, Gesprächen und der Möglichkeit, sich hoffnungslos in seltenen Büchern zu verlieren. Richmond ist damit scheinbar ein echter Anziehungspunkt für Bibliophile und Kulturtouristen mitten in der Karoo. Wir können es uns gut vorstellen, ein Karoodörfchen für Bücherwürmer. Je länger man sucht, desto mehr findet man. Und je mehr man findet, desto weniger Lust hat man weiterzufahren.

    Heute ist allerdings kein Festival. Es ist Freitagabend und die meisten Buchläden sind bereits geschlossen. Doch in der MAPSA Gallery (Modern Art Projects South Africa) lässt man uns trotzdem hinein. Und plötzlich stehen wir in einer Scheune voller Schätze. Handgebundene Bücher, gefertigt von lokalen Frauen, mit japanischen Bindetechniken und Umschlägen aus recycelten Mais - und Mehlsäcken. Kunst, Handwerk und Geschichten an einem Ort. Wir staunen und besichtigen mitten in der Karoo Kunst auf internationalem Standards.

    Und das Beste kommt zum Schluss. Unsere Unterkunft entpuppt sich als wahres Paradies. Wir essen, schlafen und wohnen umgeben von unglaublich vielen Büchern. Gemütlich, ruhig, inspirierend.

    Heute haben wir genau das richtige Kapitel gefunden, ohne danach gesucht zu haben.
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  • Der Kreis schliesst sich in !Khwa ttu

    25 januari, Zuid-Afrika ⋅ 🌬 26 °C

    Fünf Tage brauchen wir von Johannesburg bis an die Westküste. Einmal quer durch Süd Afrika, mit dem einen Ziel vor Augen: Cape Town.

    Vor rund elf Monaten standen wir schon einmal hier. Damals war es der Start in unser grosses Afrika Abenteuer. Der Aufbruch verlief allerdings etwas holprig. Ich war überzeugt, wir hätten viel zu viel dabei, zu viel Ausrüstung, zu viel Ballast, zu viel von Allem. Zwischen Gleitschirm, Bergausrüstung, einer voll ausgestatteten Apotheke, Küche, Werkstatt und Kisten voller „Man weiss ja nie“ Gegenständen, hatte ich genau hier einen mittleren Nervenzusammenbruch. Also liessen wir kurzerhand einen Teil der Ausrüstung hier zurück. Zelt und Daunenschlafsäcke mussten bleiben. Diesmal fühlt sich die Ankunft ganz anders an. Vertraute Gesichter heissen uns Willkommen. Zum ersten Mal seit Langem fühlt es sich nach Zurückkommen an, nicht nach Weiterziehen.

    !Khwa ttu ist nicht nur ein wunderschöner Ort, sondern wahrscheinlich auch ein kleines Stück Familiengeschichte. Die UBUNTU Foundation wurde im Dezember 2001 gegründet und legte damit den Grundstein für den Aufbau der Organisation. In den darauffolgenden Jahren entstand hier Schritt für Schritt das Kultur- und Bildungszentrum zur Bewahrung der Geschichte und Lebensweise der San, das 2004 offiziell als Non-Profit-Organisation registriert wurde. Bis 2006 wurden die öffentlichen Einrichtungen und touristischen Angebote fertiggestellt, bevor !Khwa ttu schliesslich seine Tore für Besucher öffnete. Genau in dieser intensiven Aufbauphase war Papi beteiligt und hat das Projekt in seinen frühen Jahren mitgeprägt. Heute erzählen die San, die ursprünglichen Bewohner des südlichen Afrikas, hier ihre eigene Geschichte, bilden junge Menschen aus und bewahren ihr Erbe auf der 850 Hektar grossen Farm an der Westküste.

    https://khwattu.org/home/

    Wir bleiben ein paar Tage, kommen in Ruhe an und geniessen den Ort. Spaziergänge am Meer in Yzerfontein gehören genauso dazu wie lekker Sushi und unser erster stilechter Braai auf diesem Trans Südafrika Roadtrip.

    Der Fokus liegt diesmal nicht auf der nächsten Etappe, sondern auf dem Hiersein. An dem Ort, an dem unsere Reise begonnen hat und an dem wir nun etwas leichter mit etwas weniger Gepäck und deutlich mehr Routine ankommen.
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  • High life in der Mother City

    27 januari, Zuid-Afrika ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach den entspannten Tagen in !Khwa ttu geht’s jetzt in Cape Town richtig rund und ich kann sagen: Wir lassen keinen einzigen Genuss aus. Und kaum sind wir angekommen, treffen wir die ersten Menschen.

    Mit meinen Eltern hier zu sein, ist eine Mischung aus Zeitreise und durchgetaktetem Pauschal-Rundum-Reiseprogramm. Sie haben fast 20 Jahre hier gelebt, kommen „nach Hause“ auf Besuch und sind sofort wieder mittendrin. Nachbarn von früher, alte Freunde, Bekannte von Bekannten, es dauert keine fünf Minuten und wir stehen wieder im nächsten Gespräch, als wären Sie nie weg gewesen.

    Unser Programm ist entsprechend straff. Keine Minute bleibt ungenutzt, und zwischen zwei Terminen liegt meistens ein Treffen. Wir schlemmen wie Könige beim Braai in unserem AirBnB, natürlich nicht allein. Wir sitzen in Restaurants der Stadt, begrüssen hier jemanden an der Kaffee Maschine, dort jemanden am Eingang. Auf der Weinfarm wird degustiert, gelacht und alte Geschichten ausgepackt.

    Ein Abstecher nach Babylonstoren, Garten, Sukkulentenparadies, Röstereiduft, Restaurant und treffen den Sohn eines Bekannten, welcher hier im Kräutergarten ein Praktikum absolviert. Wir trinken exzellenten Kaffee in unseren Lieblingscafés und kommen kaum dazu, ihn in Ruhe zu geniessen, weil jemand auf ein Wiedersehen dazu stösst. In unserem liebsten Sushi Restaurant erscheinen wir gleich zweimal. Nicht nur wegen des Sushis, sondern weil wir dort jemanden treffen.

    Wir kaufen Gewürze für zu Hause, plaudern mit Ladenbesitzern, werden weiterempfohlen, weitergereicht und landen auf einen Cape Malay Curry im Curry Club. Wir schlendern mit unzähligen Touristen einigermassen gemütlich durch die Waterfront, bevor wir jemanden treffen.

    Ein besonderes Highlight ist der Besuch bei La Marzocco. Dort treffe ich meine Wegbereiter in die Welt der gehobenen Kaffeekunst, inspirierendes Gespräch, glänzende Maschinen, vertraute Gesichter. Mein Barista-Herz schlägt höher. Und auch hier: Man kennt sich.

    Und als wäre das alles noch nicht genug, spazieren Papi und ich bei brütender Mittagshitze auf den Lion’s Head. Oben dann dieser Blick über die Stadt. Und für einen kurzen Moment sind wir einfach nur wir zwei.

    Wahnsinnsprogramm.
    Wahnsinnszeit.
    Wahnsinnsstadt.

    Und vor allem: Wahnsinnig viele wunderbare Menschen und ihre Geschichten.
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  • Punkt. Ende. Schluss.

    4 februari, Zuid-Afrika ⋅ ☁️ 24 °C

    Seit wir Mosambik verlassen haben, spürten wir, wie wir uns Schritt für Schritt wieder an die westliche Lebensart akklimatisierten. Plötzlich sind überall wieder weisse Gesichter, vertraute westliche Kleidung, internationale Ketten, westliches Essen, Wohlstand. Dinge, die uns davor kaum mehr aufgefallen sind, wirken nun fast fremd oder vielleicht eher neu vertraut. Es fühlte sich an, als würden zwei Welten langsam ineinander überfliessen. Kein harter Schnitt. Kein klarer Punkt. Eher ein leises Verblassen.

    Es stellt sich die Frage, wann genau endet unsere Reise?
    Ist es der Moment, als wir gemeinsam die letzte Grenze von Mozambique nach Südafrika überquert haben?
    War es als Sandra in J’Burg in den Flieger stieg?
    War es als ich den Landy für das Verschiffen in Cape Town abgestellt habe?
    Oder vielleicht erst dann, wenn auch ich zu Hause den Schlüssel in unser Schloss stecke?
    Vielleicht hat das Ende gar keinen klaren Zeitpunkt. Vielleicht beginnt es schleichend, lange bevor der eigentliche Punkt, der Schluss da ist.

    Wir tragen tausend Abenteuer, Begegnungen und Geschichten mit nach Hause. Unzählige Gesichter, Landschaften, Gespräche am Lagerfeuer, staubige Pisten und sternenklare Nächte. Tausende digitale Bilder. Und trotzdem fühlt es sich an, als sei alles plötzlich ganz schnell gegangen. Eben noch mitten im Busch und bäm, schon steht der Flug von CPT nach ZUE an.

    Ich steige heute früh mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die „Piz Palü“. Ein Teil von mir möchte noch bleiben, noch eine letzte Piste fahren, noch einmal dieses Gefühl von Weite und Ungewissheit einatmen. Der andere Teil freut sich unendlich auf unser Zuhause. Darauf, wieder zusammen zu sein. Auf Vertrautheit. Auf eine Waschmaschine. Wie absurd schön dieser Gedanke plötzlich ist.

    Was wird uns erwarten? Wie werden wir in unseren Alltag zurückfinden? Wird er sich eng anfühlen? Was werden wir vermissen? Die Einfachheit? Die Intensität? Das Ungewisse? Die Begegnungen? Und wird es vielleicht auch Dinge geben, denen wir keine Sekunde nachtrauern?

    Zwischen Vorfreude und Wehmut, zwischen Abschied und Neubeginn, liegt genau dieser Moment.
    Ein Moment ohne klaren Punkt. Ohne endgültiges Ende. Ohne Schluss.

    Die Reise endet vielleicht gerade geografisch.
    Punkt.
    Ende.
    Schluss.

    Doch das, was sie mit uns gemacht hat, reist weiter.

    Einigermassen viele Fragezeichen… We keep you updated 😉
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    Het einde van de reis
    4 februari 2026