• Claudia v T und Roger K
  • Roger Kaeser
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Japan / Vietnam 2026

A 38-day adventure by Claudia & Roger Read more
  • Tag 23 - Streetfood+Tee bei Einheimischen (Teil 2)

    March 11 in Vietnam ⋅ ☁️ 24 °C

    Am Nachmittag ging’s dann ans Eingemachte – beziehungsweise ans "Essen" 😄. Wir starteten zu einer kulinarischen Tour durch Hanoi, die uns mitten hinein ins geschäftige Leben der Stadt führte.

    Lilly lotste uns zunächst durch das elegante French Quarter und danach direkt ins quirlige Old Quarter. Dort wird einem schnell klar: Verkehrsregeln sind eher eine Empfehlung, Roller sind überall – und irgendwo dazwischen schlängeln auch wir uns noch durch die Gassen. 😅

    Wir bogen immer wieder in kleine, versteckte Strässchen ab, vorbei an dampfenden Garküchen, winzigen Plastikstühlen und einer beeindruckenden Auswahl an Düften. Überall wird frisch gekocht, gebrutzelt und serviert.

    Ein besonderes Highlight war der Besuch bei einem vietnamesischen Ehepaar in ihrem eigenen Haus. Dort setzten wir uns zusammen und tranken traditionellen Tee – ganz entspannt im Wohnzimmer.

    Lilly führte uns mit viel Humor durch die Gassen und erklärte geduldig, was da alles auf den Tellern und in den Töpfen landete. Am Ende der Tour waren wir satt, bestens unterhalten – und um einige kulinarische Erfahrungen reicher. 🍜😄

    Wir sind übrigens rund 6 km spaziert heute Nachmittag...richtig sportlich!!!

    Ich war im 2011, also vor 15 Jahren schon einmal in Vietnam. Damals hatte die Hauptstadt Hanoi noch 3 Mio. Einwohner... unterdessen hat sich die Einwohnerzahl verdreifacht.
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  • Tag 24 - Von Hanoi in die Halong-Bucht

    March 12 in Vietnam ⋅ ☁️ 22 °C

    Heute ging es von Hanoi Richtung Halong-Bucht. Auf dem Weg machten wir noch einen Zwischenstopp bei einer Perlenzucht. Dort wurde uns gezeigt, wie die Muscheln geöffnet werden und wie ihnen ein kleiner Kern eingesetzt wird, damit später einmal eine Perle wachsen kann. Einerseits spannend – andererseits auch ein bisschen traurig, wenn man sieht, wie die Muscheln dafür aufgeschnitten werden. Übrigens sterben 50-70% der Muscheln bei dieser Prozedur und es gibt keine Perle. Romantik der Schmuckindustrie, sagen wir mal… mit Nebenwirkungen.

    Nach diesem Abstecher ging es weiter zur berühmten Halong-Bucht. Die Landschaft ist tatsächlich spektakulär: diese unzähligen Kalksteinfelsen, die aus dem Wasser ragen. Leider wird das Erlebnis massiv durch den Tourismus getrübt. Überall Boote. Wirklich überall. Hunderte. Gut wir sind ja auch Touristen und damit Teil der Ursache.... In Sichtweite liegen sie dicht nebeneinander, als hätte jemand einen schwimmenden Parkplatz eingerichtet.

    Unser Boot, auf dem wir zwei Nächte verbringen werden, hat seine besten Jahre definitiv hinter sich. Vieles ist kaputt oder wirkt zumindest stark abgenutzt. Das Essen ist leider auch eher dürftig bis schlicht nicht gut. Man merkt, dass sie versuchen, internationale Küche anzubieten – Pasta hier, irgendwas Westliches da. Ehrlich gesagt wäre uns eine einfache vietnamesische Küche deutlich lieber gewesen.

    Am Nachmittag bin ich noch mit dem Kanu rausgefahren. Vor 15 Jahren war das hier ein echtes Abenteuer – heute fühlt es sich eher wie eine stark reglementierte Runde im Freizeitpark an. Zu den engen Passagen der Bucht, die eigentlich den Reiz ausmachen, kommt man gar nicht mehr richtig hin.

    Alles in allem: landschaftlich beeindruckend, aber als Erlebnis leider ziemlich ernüchternd. Ein Tag, der deutlich mehr versprochen hat, als er am Ende gehalten hat.
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  • Tag 25 - Halong-Bucht

    March 13 in Vietnam ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach dem Frühstück wurden wir mit einem Tenderboot abgeholt und auf ein Tagesboot gebracht. Zusammen mit gefühlt hunderttausend anderen Touristen machten wir die übliche Runde: zuerst eine Perlenstation, danach ein „authentisches“ Dorf – wobei ich mir ein Lachen über so viel Inszenierung kaum verkneifen konnte.

    Anschließend ging es mit dem Kajak aufs Wasser. Schwimmen wäre auch möglich gewesen, aber das Wasser sah so verdreckt aus, dass wir lieber darauf verzichtet haben.

    Die Landschaft der Halong-Bucht ist beeindruckend, aber zwischen all den Booten und Touristen bleibt ein etwas nachdenklicher, leicht trauriger Eindruck zurück.

    Mein erster Vietnambesuch inkl. Besuch der Halong-Bucht im 2011 war ganz anderes... da gabs noch ganz wenige Touristen. Schade.. ich war diesmal enttäuscht.
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  • Tag 26 - von der Halong Bucht nach Hue

    March 14 in Vietnam ⋅ ⛅ 22 °C

    Nach dem frühen Frühstück geht es schon kurz vor sieben Uhr los zu den Dark & Bright Caves. Natürlich sind auch dort wieder gefühlt Hunderte andere Boote unterwegs – eher Massenabfertigung als Naturerlebnis.

    Danach werden wir zurück zum Ausschiffungspunkt gebracht, wo uns Peter, unser Guide, bereits erwartet. Für die rund 170 Kilometer bis zum Flughafen brauchen wir etwa fünf Stunden. Unterwegs machen wir 2 Stopps.

    Der erste Stopp ist beim Nguyen-Trai-Tempel (Uc Trai Linh Tu). Die Anlage ist dem berühmten vietnamesischen Gelehrten, Dichter und Strategen Nguyen Trai gewidmet, der im 15. Jahrhundert eine wichtige Rolle im Kampf gegen die chinesische Ming-Herrschaft spielte und als Nationalheld gilt. Der Tempel liegt idyllisch am Fuß des Ngu-Nhac-Gebirges und ist von Wald, kleinen Bächen und Seen umgeben – eine sehr ruhige und spirituelle Atmosphäre. Im Inneren steht eine große Bronzestatue von Nguyen Trai, daneben Altäre mit Räucherstäbchen und Opfergaben.

    Nur wenige Minuten entfernt – etwa 300 Meter weiter – besuchen wir noch eine Pagode: die Con Son Pagode (auch Thien Tu Phuc Tu genannt). Sie gehört zu den ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Region und wurde bereits in der Zeit der Tran-Dynastie gegründet. Die Pagode ist Teil eines historischen Klosterkomplexes des Truc-Lam-Zen-Buddhismus und liegt wunderschön am Hang des Con-Son-Berges zwischen Pinien und alten Bäumen. In der Haupthalle steht eine große Buddha-Statue, und überall riecht es nach Räucherwerk. Der Ort wirkt friedlich und sehr authentisch – ein starker Kontrast zum Trubel in der Halong-Bucht.

    Am Abend fliegen wir um 20 Uhr weiter nach Hue. Eigentlich ein Tag zum Vergessen, ausser die wunderschöne Pagode und der ruhige Tempel.... Ich wollte unbedingt noch einmal in die Halong-Bucht, weil sie mir von früher so wunderschön in Erinnerung geblieben war. Leider hat dieser Besuch diese schöne Erinnerung ziemlich getrübt.
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  • Tag 27 - Huế

    March 15 in Vietnam ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir übernachten im sagenumwobenen Hotel Saigon Morin. In diesem traditionsreichen Hotel verbrachte sogar Charlie Chaplin im Jahr 1936 einige Tage seiner Hochzeitsreise mit seiner damaligen Ehefrau. Wenn man durch das Gebäude läuft, hat man fast das Gefühl, ein wenig Geschichte zu spüren.

    Nach einem guten Frühstück machen wir uns mit unserem Guide Tai auf den Weg zur Kaiserzitadelle von Huế. Der riesige und beeindruckende Komplex aus Palästen, Tempeln und Toren war einst Sitz der Nguyen-Dynastie – der letzten Kaiserfamilie Vietnams. Erbaut Anfang des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Gia Long, verbindet die Anlage auf eindrucksvolle Weise traditionelle vietnamesische Architektur mit kaiserlicher Pracht. Beim Durchschreiten der alten Tore kann man sich gut vorstellen, wie hier früher das Leben am kaiserlichen Hof gewesen sein muss.

    Anschließend fahren wir zur Thien Mu Pagode, einem historischen buddhistischen Tempel am Ufer des Parfümflusses. Sie gilt als das Symbol von Huế und gehört zu den ältesten und bedeutendsten religiösen Stätten Vietnams. Zwischen ruhigen Gärten, eleganten Statuen und jahrhundertealten Bonsai-Bäumen herrscht eine friedliche, fast meditative Atmosphäre – ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird.

    Auf dem Weg zum Minh-Mang-Grab fahren wir durch ein kleines Dorf, in dem die in Vietnam allgegenwärtigen Räucherstäbchen noch immer von Hand hergestellt werden. Die bunten Bündel der Stäbchen liegen überall zum Trocknen aus und ergeben ein richtig schönes Bild. Ich durfte sogar selbst einmal versuchen, ein Räucherstäbchen zu rollen – gar nicht so einfach, wie es aussieht. Aber tatsächlich: Mein erstes eigenes Stäbchen ist mir gelungen. Ein kleiner Moment, der richtig Spaß gemacht hat.

    Zum Abschluss unserer Besichtigung besuchen wir noch das Minh-Mang-Grab. Der weitläufige Mausoleumskomplex liegt auf einem malerischen Hügel mit Blick auf den Parfümfluss. Alles wirkt hier harmonisch und perfekt angeordnet – Wege, Teiche, Tore und Tempel bilden eine beeindruckende Symmetrie. Die ruhige Landschaft und die besondere Stimmung machen diesen Ort zu einem der schönsten Beispiele der Architektur der Nguyen-Dynastie.

    Anschliessend gehen wir zusammen mit Tai einen Lunch essen. Wir geniessen das vietnamesiche Essen.

    Nach unserer Rückkehr ins Hotel gönne ich mir noch eine entspannende Massage. Das war wirklich super wohltuend und genau das Richtige nach diesem erlebnisreichen Tag.

    Am Abend machten wir noch einen gemütlichen Spaziergang entlang des Parfümfluss. Seinen poetischen Namen soll der Fluss daher haben, dass früher im Herbst Blüten und aromatische Pflanzen aus den Wäldern der Berge in das Wasser fielen und der Fluss dadurch angenehm duftete – daher der Name „Parfümfluss“.
    Der Parfümfluss (vietnamesisch: Huong River) ist nur etwa 80 Kilometer lang. Er entspringt in den Trường-Sơn-Bergen westlich von Huế, fließt dann durch die Stadt und mündet schließlich in eine Lagune, die mit dem Südchinesischen Meer verbunden ist. Der Abschnitt, der durch Huế führt und den man als Besucher sieht, ist natürlich nur ein kleiner Teil davon – aber landschaftlich einer der schönsten. 🌿

    Danach suchten wir uns ein kleines vietnamesisches Restaurant aus. Eine sehr freundliche Angestellte half uns nicht nur bei der Auswahl aus der Speisekarte, sondern erklärte uns auch geduldig, wie man die einzelnen Gerichte eigentlich isst. Mit ihrer Hilfe wagten wir uns an alles heran – und es hat erstaunlich gut funktioniert. Ohne ihre Unterstützung hätten wir vermutlich nicht einmal halb so elegant gegessen. 😄

    Es war insgesamt ein wunderschöner Tag – und überraschend entspannt. Es sind nicht allzu viele Touristen unterwegs, und Huế wirkt deutlich ruhiger als Hanoi. Die Stadt hat ein ganz eigenes Tempo: gemächlicher, gelassener. Fast so, als würde die Zeit hier ein wenig langsamer vergehen.
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  • Tag 28 - Von Huế nach Hội An

    March 16 in Vietnam ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Tag beginnt vielversprechend – mit einem richtig guten Frühstück in Huế. Gestärkt und voller Tatendrang verlassen wir die alte Kaiserstadt und machen uns auf den Weg Richtung Hội An. Die Strecke ist eigentlich nur etwa 140 km lang… aber in Vietnam ist Entfernung bekanntlich eher eine philosophische Angabe als eine zeitliche.

    Unser erstes großes Ziel: der legendäre Hải Vân Pass. Eine der berühmtesten Passstraßen des Landes, mit spektakulären Blicken über Meer, Berge und Lagunen. In der Theorie zumindest. In der Praxis hängen wir mitten in einer dicken Wolkensuppe. Regen, Nebel, graue Aussicht. Kurz gesagt: Wir wissen, dass die Landschaft grandios sein muss – wir sehen sie nur leider nicht.

    Weiter geht es Richtung Da Nang, wo wir einen Stopp bei den Marble Mountains einlegen – einer Ansammlung von fünf Marmor- und Kalksteinhügeln. Jeder Hügel steht für eines der fünf Elemente der traditionellen vietnamesischen Philosophie:
    Thủy (Wasser), Mộc (Holz), Hỏa (Feuer), Kim (Metall) und Thổ (Erde).

    In den Bergen verstecken sich Höhlen, Grotten, Pagoden und kleine Schreine – eine Mischung aus Natur, Spiritualität und Abenteuer-Spielplatz.

    Ich nehme die sportliche Variante und erklimme den Gipfel über rund 100 Treppenstufen. Wobei „Stufen“ hier ein großzügiger Begriff ist: manche kniehoch, wenige sind flach, manche schief – ein bisschen wie ein architektonisches Experiment. Oben wartet normalerweise ein spektakulärer Blick über die Landschaft. Heute allerdings: leichter Dunst d.h. man muss sich die Aussicht ein wenig vorstellen.

    Statt die Aussicht zu geniessen, erkunde ich mit unserem Guide Tai das unterirdische Labyrinth aus Höhlen und Tunneln. Teilweise riesige Grotten, teilweise enge Gänge – ein richtiges Netzwerk im Inneren des Berges. Ohne Guide würde man vermutlich irgendwann in einer Höhle landen und erst Jahre später wieder herausfinden.

    Nach so viel Kultur und Bewegung folgt ein kulinarischer Höhepunkt: ein Sandwich, das laut Tai "das beste in ganz Vietnam" sein soll. Große Worte – aber ehrlich gesagt: Er könnte recht haben. Knuspriges Brot, frische Zutaten, perfekte Mischung. Wenn es eine Rangliste für Weltklasse-Sandwiches gibt, hat dieses definitiv einen Platz auf dem Podium verdient.

    Danach fahren wir weiter nach Hội An, checken im Hotel ein und schlendern noch ein wenig durch die wunderschöne Altstadt mit ihren Laternen, kleinen Gassen und alten Häusern.

    Und die Moral des Tages: Obwohl wir nur etwa 140 km unterwegs waren, brauchen wir über "3,5 Stunden reine Fahrzeit". Der Verkehr in Vietnam ist… sagen wir diplomatisch… eine eigene Wissenschaft. Regeln existieren zwar – aber eher als grobe Inspiration.

    Kurz gesagt:
    Ein Tag mit Nebel auf dem Pass, schiefen Treppen im Marmorberg, unterirdischen Höhlenabenteuern und einem Sandwich, das wahrscheinlich einen eigenen Wikipedia-Eintrag verdient hätte.
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  • Tag 29 - Hoi An (Kochkurs +div.Sehenswürdigkeiten)

    March 17 in Vietnam ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir starteten den Tag auf dem farbenfrohen Hauptmarkt von Hoi An – ein echtes Fest für die Sinne. Überall stapelten sich frische Kräuter, exotisches Obst, Gemüse und Meeresfrüchte. Man bekommt hier einen wunderbaren Eindruck davon, wie vielfältig und aromatisch die vietnamesische Küche ist.

    Danach ging es für etwa eine Viertelstunde mit dem Red Bridge Boot entlang des Hoi-An-Flusses. Während der Fahrt genossen wir die entspannte Atmosphäre und beobachteten das alltägliche Leben am Wasser – Fischer, kleine Boote, Palmenufer… fast schon kitschig schön.

    Dann wurde es ernst: Kochen war angesagt! Statt einfach nur zu essen, mussten wir unser Mittagessen selbst zubereiten. Auf dem Menü standen frische Reispapierrollen mit Garnelen, knusprige Hoi-An-Pfannkuchen mit Kräutern und Erdnusssauce, ein Meeresfrüchtesalat mit den berühmten Tra-Que-Kräutern sowie Mi Quang Hühnernudeln. Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch erstaunlich gut geschmeckt – wahrscheinlich, weil wir danach doppelt so stolz waren. Mit randvollem Bauch ging es weiter.

    Am Nachmittag tauchten wir tiefer in die Geschichte der Altstadt ein. Zuerst besichtigten wir ein traditionelles Handelshaus aus dem 18. Jahrhundert. Diese alten Häuser sind schmal, aber lang gebaut, mit einem offenen Innenhof zur Belüftung. Besonders spannend: Sie vereinen vietnamesische, chinesische und japanische Architekturelemente und wurden früher sowohl als Wohnhaus als auch für den Handel genutzt. Die Häuser sind direkt am Fluss gebaut und werden regelmässig überflutet. Im Haus sind Markierungen, wie hoch das Wasser jeweils gestanden hat.

    Danach besuchten wir einen chinesischen Tempel, der der Meeresgöttin gewidmet ist. Seeleute und Händler beteten hier früher für eine sichere Überfahrt. Der Tempel ist reich verziert mit Räucherspiralen, Drachenmotiven und kunstvollen Altären.

    Zum Abschluss schauten wir uns noch die berühmte überdachte japanische Brücke an, die einst von der japanischen Gemeinde gebaut wurde. Sie verbindet zwei Stadtteile und ist eines der Wahrzeichen von Hoi An. Im Inneren befindet sich sogar ein kleiner Tempel – eine interessante Mischung aus Brücke und spirituellem Ort.

    Die Brücke ziert übrigens auch den 20'000 Dong-Schein (= ca. CHF 0.60). Ein kleines Abenteuer für sich ist übrigens auch das Geld in Vietnam. Man hantiert ständig mit riesigen Zahlen und fühlt sich kurzzeitig wie Millionär. 20.000 Dong entsprechen gerade mal etwa 60 Rappen – und gleichzeitig gibt es Scheine bis hinunter zu 1.000 Dong, die kaum 3 Rappen wert sind. Münzen? Fehlanzeige. Alles läuft über Scheine, und die sehen sich teilweise auch noch ziemlich ähnlich. Da greift man schnell mal daneben und zahlt versehentlich das Zehnfache – was zum Glück immer noch kein Vermögen ist. Ein bisschen Kopfrechnen und genaues Hinschauen gehören hier definitiv dazu.

    Hoi An, früher auch Faifo genannt, ist eine Küstenstadt in Zentralvietnam mit rund 120.000 Einwohnern und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Altstadt ist ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel für einen südostasiatischen Handelshafen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. Die Architektur und Straßen spiegeln die Einflüsse verschiedener Kulturen wieder.

    Nach diesem kulinarisch und kulturell intensiven Tag war klar: Abendessen fällt heute aus. Wir waren einfach immer noch satt…
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  • Tag 30 - My Son

    March 18 in Vietnam ⋅ ☀️ 29 °C

    Heute war ein Ausflug nach *My Son* geplant. Entfernung ca. 1 Std. mit dem Auto oder 38 km 😉.

    Pünktlich um 9 Uhr sind wir gestartet – für uns genau richtig, schließlich gehören wir ja zu der seltenen Spezies der freiwilligen Frühaufsteher. Während andere noch überlegen, ob sie überhaupt existieren wollen, sitzen wir schon geschniegelt im Auto mit Guide Tai und dem Fahrer. So hat jeder seine Talente.

    Die Fahrt war herrlich: grüne Reisfelder, kleine Dörfer, ein bisschen Postkarten-Vietnam. Und dann ging’s auch schon los mit der Geschichte – und die hat es in sich. Tai wusste – wie immer – erstaunlich viel zu erzählen. Egal ob zur Anlage selbst oder zum Volk der Champas: Der Mann ist ein wandelndes Geschichtsbuch. Man hatte manchmal das Gefühl, er hätte damals persönlich beim Bau zugeschaut.

    My Son ist eine alte Tempelanlage des Champas-Volkes, die hier zwischen dem 4. und 13. Jahrhundert gebaut wurde. Also zu einer Zeit, in der bei uns vermutlich noch jemand überlegt hat, wie man Feuer macht, haben die hier schon komplexe Tempel errichtet. Mitten im Dschungel. Ohne Maschinen. Ohne Baumarkt. Ohne YouTube-Tutorials.

    Das Champas Volk verehrte vor allem den Gott Shiva, und My Son war ein wichtiges religiöses Zentrum – quasi ihr spirituelles Hauptquartier. Und das merkt man auch: Die ganze Anlage hat etwas Ruhiges, fast Ehrfürchtiges.

    Die Tempel bestehen aus roten Ziegeln, und jetzt kommt das Rätsel: Niemand weiß genau, wie sie die so perfekt zusammengefügt haben. Kein sichtbarer Mörtel, alles wirkt wie aus einem Stück. Roger und ich waren uns einig: Wenn wir das hätten bauen müssen, wäre spätestens nach der dritten Reihe eine Krise ausgebrochen.

    Leider hat die Anlage im Laufe der Zeit stark gelitten, besonders während des Vietnamkriegs. Viele Tempel sind beschädigt oder nur noch teilweise erhalten. Das macht die Stimmung ein bisschen melancholisch – schön, aber auch mit einem Hauch von „früher war hier richtig was los“.

    Es gab auch eine traditionelle Tanzvorführung. Sehr elegant, sehr anmutig… und wir haben beschlossen, dass wir unsere jeweiligen Tanzkarrieren lieber weiterhin ruhen lassen. Man muss ja seine Grenzen kennen.

    Die Hitze war natürlich auch ein Thema (rund 30°C in diesem Tal). Aber es hat sich gelohnt. Zwischen diesen alten Mauern herumzulaufen und zu wissen, dass sie über tausend Jahre alt sind – das hat schon etwas Besonderes. Zur Abkühlung gab es eine kühle Kokosnuss zum Trinken, war richtig gut... sogar für mich.

    Nach der Rückkehr ins Hotel gab es dann noch eine weitere verdiente Abkühlung: Wir sind direkt in den Pool gesprungen und haben eine Runde geschwommen. Genau das Richtige nach so viel Kultur, Geschichte und tropischer Hitze – eine Mischung aus „Ich bin völlig erledigt“ und „Das war ein richtig guter Tag“.

    Fazit: Ein gelungener Ausflug für Roger und mich – kulturell interessant, ein bisschen schweißtreibend und am Ende perfekt abgerundet, definitiv kein verlorener Tag.

    Und morgen? Geht's weiter nach Ho Chi Minh und ins Mekong Delta
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  • Tag 31 - von Da Nang nach Cần Thơ

    March 19 in Vietnam ⋅ ⛅ 32 °C

    Heute war einer dieser Tage, die sich ziehen wie Kaugummi. Schon um 7 Uhr morgens wurden wir abgeholt und fuhren etwa eine Stunde zum Flughafen in Da Nang. Einchecken, warten, fliegen – das übliche Programm.

    Nach der Landung in Ho-Chi-Minh-Stadt waren wir aber noch lange nicht am Ziel: Weitere 157 Kilometer lagen vor uns. Und das bedeutet hier nicht entspanntes Dahingleiten, sondern rund vier Stunden Autofahrt bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 40 km/h. Entsprechend mühsam und ziemlich ermüdend war die ganze Strecke.

    Am Abend haben wir uns trotzdem noch aufgerafft und sind am Ufer des Mekong entlang zum Nachtmarkt spaziert. Die Erwartungen waren höher als das, was wir vorgefunden haben – der Nachtmarkt von Cần Thơ ist ehrlich gesagt nicht wirklich sehenswert.

    Ein kleiner Lichtblick gab es dann aber doch: richtig gute Frühlingsrollen zum Abschluss des Tages.

    Jetzt hoffen wir, dass der morgige Tag wieder etwas mehr zu bieten hat.
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  • Tag 32 - Mekong-Delta

    March 20 in Vietnam ⋅ ⛅ 31 °C

    Nach einem richtig guten Frühstück im Hotel wurden wir um 10 Uhr von unserer Guide Xuyen abgeholt. Es ging direkt weiter zum privaten Boot *Song Xanh Sampan* – ein kleines, charmantes Schiff mit Doppelzimmer und gemütlichem Wohnbereich. Fast ein bisschen wie ein schwimmendes Zuhause, ruhig schaukelnd auf dem Wasser.

    Wir fuhren durch die verzweigten Wasserwege des Mekong-Deltas. Immer wieder zogen kleine Dörfer an uns vorbei – einfache Häuser auf Stelzen, Kinder am Ufer, Fischer in ihren schmalen Booten. Die Menschen winkten uns freundlich zu, oft begleitet von einem Lächeln, das ganz ohne Worte auskommt. Es war schön, einfach nur zu schauen und das Leben am Fluss in seinem eigenen Rhythmus zu beobachten.

    Unsere Route führte von Cần Thơ nach Cái Bè, mit mehreren Stopps unterwegs. Überall sah man Menschen bei ihren täglichen Tätigkeiten: Wäsche waschen im Fluss, Obst verladen, Netze flicken. Eingebettet war das Ganze in eine unglaublich üppige, grüne Landschaft. Währenddessen wurden wir von der aufmerksamen Crew mit Tee und frischen, saisonalen Früchten verwöhnt – süß, saftig und genau richtig bei der tropischen Wärme.

    Ein besonderer Stopp war der Besuch bei einer Familie, die eine Art Tofuscheiben herstellt. Faszinierend zu sehen, wie aus kochender Sojamilch dieses feine Produkt entsteht – in dünnen Schichten, die sorgfältig abgeschöpft und getrocknet werden. Alles reine Handarbeit, ruhig, routiniert und mit viel Erfahrung. Solche Einblicke machen unsere Reise lebendig und geben ihr Tiefe.

    Wir überquerten den Hau-Fluss und glitten weiter vorbei an kleinen Ortschaften und dichtem Ufergrün. Der Fluss war voller Leben: unzählige Boote, geschäftiges Treiben – und trotzdem wirkte alles erstaunlich ruhig und harmonisch, fast meditativ.

    Wir besuchten auch einen Cao Dai-Tempel, der leider geschlossen war. Aber auch von außen war er beeindruckend: leuchtende Farben, verspielte Ornamente und die typischen, allsehenden Augen über dem Eingang, die in dieser Religion eine wichtige Rolle spielen. Der Cao Dai-Glaube ist eine Mischung aus verschiedenen Religionen – Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und sogar Elemente des Christentums. Allein dieser Gedanke macht den Tempel schon besonders. Man hätte ihn gerne auch von innen gesehen, mit seinen farbenprächtigen Säulen und den betenden Gläubigen in ihren weißen Gewändern.

    Das Mittagessen wurde an Bord serviert, während wir durch einen schmalen, lebendigen Kanal in Richtung Vinh Long fuhren. Palmen neigten sich über das Wasser, kleine Boote kreuzten unseren Weg, und überall spiegelte sich das Licht auf der Oberfläche. Später besuchten wir noch eine Tontöpferfabrik. Besonders eindrücklich: Der Arbeiter, der die Grobform der Schalen herstellt, bekommt pro Stück gerade einmal etwa 6 Rappen. Und er fertigt in Handarbeit rund 100 Stück pro Tag – ein Tagesverdienst von etwa 6 Franken. Das relativiert so einiges.

    Anschließend überquerten wir den Co-Chien-Fluss und stiegen später noch in ein kleines Ruderboot um. Damit ging es in ganz enge Seitenarme des Mekongs hinein. Teilweise waren die Wasserwege fast vollständig von Wasserhyazinthen überwuchert – es fühlte sich an, als würde man durch einen grünen Tunnel gleiten. Still, fast unwirklich.

    Am Ende des Tages kam eines der schönsten Erlebnisse: der Sonnenuntergang. Während die *Song Xanh* langsam weiter in Richtung Tien-Fluss glitt, tauchte das warme Licht alles in goldene Farben. Das Wasser, die Bäume, die vorbeiziehenden Boote – alles wirkte plötzlich noch ruhiger, noch weicher.

    Ein Wort noch zum Essen: Was die Crew in dieser winzig kleinen Küche zauberte – man kann dort nicht einmal stehen, nur kauern – war schlicht beeindruckend. Sowohl das Mittag- als auch das Abendessen waren ausgezeichnet, frisch und mit viel Liebe zubereitet.

    Ein Tag, der zeigt, wie viel Leben, Wärme und Schönheit im Einfachen liegen kann.
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  • Tag 33 - zurück nach Ho-Chi-Minh City

    March 21 in Vietnam ⋅ ☀️ 33 °C

    Der Tag beginnt, wie sich das für erfahrene Weltenbummler gehört: nach einem super Sonnenaufgang werden wir mit einem fantastischen Frühstück auf unserem Privatboot überrascht. Ja, Privatboot. Ich überlege kurz, ob ich mich daran gewöhnen könnte. Aber ich denke wir bleiben lieber beim ObeliX, auch wenn wir mit ihm nur in Europa rumkurven können.

    Gut gestärkt schippern wir gemütlich durch die Seitenarme des Mekong und beobachten die Einheimischen bei ihrer Arbeit. Besonders faszinierend: Aus Wasserhyazinthen werden tatsächlich hübsche Hängematten und Handtaschen gezaubert. Ich stelle mir kurz vor, wie ich mit so einer Tasche durch Europa spaziere – nachhaltiger geht’s wohl kaum.

    Weiter geht’s nach Dong Hoa Hiep, wo wir ein altes Haus besichtigen. Ganz ehrlich: Der Garten klaut dem Haus die Show. Überall Obstbäume – Mango, Jackfrucht, Rambutan… ein Paradies!

    Nächster Stopp: Phu An. In einer kleinen, unscheinbaren Bude wird Großes geleistet: Aus Reis und Kokosnüssen entstehen die leckersten Snacks. Puffreis super knusprig und zähe Kokosbonbons, bei denen man sich fragt, ob sie Süßigkeit oder Kiefertraining sind 🤣.

    Direkt nebenan dann der Imker – und ich schwöre, dort gibt es für alles ein Honigprodukt. Erkältung? Honig. Schlechte Laune? Honig. Wahrscheinlich hätte er auch eine Lösung für verspätete Flüge gehabt… natürlich auf Honigbasis 🤪😆🤪

    Nach einem wirklich großartigen Mittagessen heißt es dann Abschied nehmen von unserer Guide Xuyen. Ein Fahrer bringt uns zurück nach Ho Chi Minh City (ca. 105 km...Dauer 2,25 Std.), wo das Abenteuer langsam in Richtung Finale geht.

    Aber nicht ohne gebührenden Abschluss: Zur Feier unseres gemeinsamen 65. Geburtstags und 14. Hochzeitstages gehen wir am Abend nochmal richtig schick essen. Und ich sag’s mal so – wenn man schon älter wird, dann wenigstens stilvoll und mit sehr gutem Essen!

    Ein rundum perfekter Tag zwischen Natur, Kultur, Zucker… und ganz viel Honig. 🍯
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  • Tag 34 - Religion, Tunnel und Rekord Autofahrt 🚗

    March 22 in Vietnam ⋅ ⛅ 34 °C

    Pünktlich um 8 Uhr standen Guide Thuc und unser Fahrer bereit. Und was soll ich sagen: Vietnam kann vieles, aber schnelle 97 km gehören definitiv nicht dazu. Knapp 3 Stunden später rollten wir schließlich in Tây Ninh ein – frisch durchgeschüttelt, aber bereit für Kultur.

    Dort befindet sich die Hauptzentrale der Cao Đài – und diese Religion ist wirklich ein bunter Mix: ein bisschen Buddhismus, ein bisschen Taoismus, Konfuzianismus, Christentum… quasi ein spirituelles Buffet. Besonders schräg (und irgendwie genial): Hier werden sogar historische Persönlichkeiten wie Victor Hugo oder Sun Yat-sen verehrt. Die Zeremonie um 12 Uhr war farbenfroh, streng organisiert und hatte fast etwas Hypnotisches – als hätte jemand Religion und Theater miteinander verheiratet.

    Kaum hatten wir das verdaut (im Kopf, nicht im Magen), ging’s weiter Richtung Củ Chi Tunnels. Wieder einmal: 50 km, wieder einmal: über 1,5 Stunden. Der Verkehr hier ist wirklich eine Geduldsprüfung auf olympischem Niveau.

    Die Tunnel selbst stammen aus dem Vietnamkrieg und wurden von den Kämpfern des Viet Cong genutzt. Ein unterirdisches Netzwerk aus Gängen, Verstecken, Küchen und sogar Krankenstationen – alles im Miniaturformat und perfekt getarnt.

    Und dann durfte ich selbst rein (Roger meinte das brauche er nicht...sei sowieso schon warm genug - 34°C). Sagen wir so: „kriechen“ trifft es ziemlich gut. Heiss, feucht, eng… und plötzlich wird einem sehr klar, wie unvorstellbar hart das Leben dort unten gewesen sein muss. Ich habe selten so schnell so viel Respekt entwickelt. Heute sind die Tunnel zwar etwas verbreitert (ich habe nicht rausgefunden wo die breiter sein sollen) und wie ein Museum aufbereitet, aber das Gefühl bleibt eindrücklich – und ein kleines bisschen klaustrophobisch. Ich habe aber immerhin 20m geschafft.. bin richtig stolz!

    Bevor wir uns wieder ins Auto quetschten, gab es noch eine kleine kulinarische Zeitreise: Wir durften Maniok probieren – auf Vietnamesisch meist „khoai mì oder Cassava“ genannt. Diese unscheinbare Wurzel war damals ein Grundnahrungsmittel für die Viet Cong, weil sie günstig, nahrhaft und leicht anzubauen ist. Geschmacklich… sagen wir mal: irgendwo zwischen Kartoffel und leicht süßlichem Holz 😄. Oft wird sie einfach gekocht und mit Sesam oder Salz serviert. Klingt simpel, hat aber Geschichte – denn in den Tunneln war genau solche Energiequelle überlebenswichtig.

    Die Rückfahrt? Natürlich wieder ein Highlight: 55 km in entspannten 2,5 Stunden. Insgesamt also etwa 7 Stunden im Auto – ich glaube, wir kennen jetzt jeden Motorroller persönlich.

    Am Ende des Tages waren wir komplett platt – von den Eindrücken und vom Sitzen. Es reichte gerade noch für ein schnelles Abendessen, bevor wir ins Bett gefallen sind. Ohne Umwege. Ohne Tunnel. Einfach nur geradeaus ins Kissen 😄
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  • Tag 35 - Ho-Chi-Minh City

    March 23 in Vietnam ⋅ ⛅ 34 °C

    Heute durften wir ausschlafen – erst um 9 Uhr standen Guide Thuc und Fahrer Tho bereit. Ein kleines Wunder: keine endlose Autofahrt! Stattdessen ging’s direkt nach Cholon, also nach Chinatown von Ho-Chi-Minh-Stadt. Noch vor dem geplanten ersten Stopp liess Thuc anhalten, damit wir die schöne katholische Kirche St. Francis Xavier anschauen konnten.

    Erster Stopp: der Binh Tay Market – und was soll ich sagen: Wenn man glaubt, man hat schon Märkte gesehen… nein. Das hier ist eine andere Liga. Kein hübscher Touri-Markt, sondern ein echter Großhandels-Hotspot, wo Händler kiloweise Gewürze, Stoffe, Plastikware und Dinge verkaufen. Das Gebäude selbst stammt aus den 1920er-Jahren und wurde von einem chinesischen Geschäftsmann finanziert – man spürt richtig diesen Mix aus vietnamesischer und chinesischer Kultur. Laut, bunt, leicht chaotisch… und irgendwie faszinierend.

    Nach 1,5 Stunden Reizüberflutung ging’s weiter zum Thien Hau Tempel. Ein kompletter Kontrast: ruhig, mystisch, fast schon magisch. Der Tempel ist der Meeresgöttin Thien Hau gewidmet – Schutzpatronin der Seefahrer. Überall hängen riesige Räucherspiralen von der Decke, die langsam vor sich hin qualmen. Sie sollen Wünsche in den Himmel tragen – ich hab kurz überlegt, ob ich mir kühlere Temperaturen wünschen soll… hätte nicht geschadet.

    Dann noch ein Stück Geschichte zum Anfassen: der Wiedervereinigungspalast. Von außen wirkt er erstmal… sagen wir mal „funktional“, aber innen wird’s spannend. Der Palast war früher der Regierungssitz von Südvietnam und genau hier endete am 30. April 1975 der Vietnamkrieg, als nordvietnamesische Panzer durch die Tore rollten – Bilder, die um die Welt gingen.

    Drinnen fühlt man sich wie in die 60er- und 70er-Jahre zurückversetzt: Empfangssäle mit schweren Teppichen, Konferenzräume, in denen politische Entscheidungen getroffen wurden, und sogar private Wohnräume des Präsidenten. Besonders beeindruckend fanden wir den unterirdischen Bunker – mit engen Gängen, Kartenräumen und alten Kommunikationsgeräten. Da unten wurde damals der Krieg koordiniert… heute läuft man als Tourist durch und denkt sich: zum Glück ist das vorbei.

    Auch architektonisch hat das Gebäude was: Es wurde in den 1960ern von einem vietnamesischen Architekten entworfen und kombiniert moderne Linien mit traditionellen Symbolen – vieles hat tatsächlich eine tiefere Bedeutung, auch wenn es auf den ersten Blick eher wie ein nüchternes Regierungsgebäude aussieht.

    Die Notre-Dame-Kathedrale fiel leider wegen Renovation flach, und das Hauptpostamt blieb uns wegen fehlender Parkplätze resp. Halteplätze in sinnvoller Gehdistanz verwehrt. Aber ganz ehrlich: halb so wild! Dafür waren wir zwei Stunden früher zurück im Hotel – und das fühlte sich wie ein Lottogewinn an.

    Ich habe mir direkt noch eine letzte vietnamesische Massage gegönnt (man muss Prioritäten setzen!), danach ging’s an den Pool. Mit einem kühlen Drink in der Hand ließ es sich plötzlich ganz gut aushalten – trotz der knackigen 35 Grad im Schatten und dieser tropischen Luftfeuchtigkeit, die einen schon beim Nichtstun ins Schwitzen bringt.

    Fazit des Tages: weniger Strecke, mehr Eindrücke – und definitiv genug Hitze für drei Tage 😄.
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  • Tag 36 - Pool, Relaxen - Rückflug über Tokio

    March 24 in Japan ⋅ ☀️ 15 °C

    Der letzte effektive Reisetag in Vietnam und Japan. Heute haben wir bewusst einen Gang runtergeschaltet. Kein Wecker, kein Guide. Stattdessen: Ausschlafen bis 6 Uhr 30... ist für uns schon mega. Danach Frühstück, ein bisschen Pool – einfach treiben lassen und versuchen, die letzten Wochen mental einzufrieren. Dann mein kurzer Abstecher ins Fitnesscenter (man will ja wenigstens so tun, als hätte man die ganzen Frühlingsrollen und Pho irgendwie ausgeglichen), und dann nochmal hinlegen. Vorbereitung auf die lange Rückreise (Flugdauer nach Frankfurt insgesamt 19,5 Std. plus einen Flughafenwechsel in Tokio). Und dann noch die Bahnfahrt nach Basel

    Vietnam – ein Land voller Gegensätze
    Wenn man ein Fazit ziehen will, dann ist Vietnam vor allem eines: widersprüchlich.

    Auf der einen Seite diese unglaubliche Freundlichkeit. Egal wo wir waren – die Menschen waren offen, hilfsbereit und herzlich. Und das Beste daran: Es fühlte sich nie aufgesetzt an, sondern ehrlich gemeint. Das bleibt hängen.

    Auf der anderen Seite leider ein Thema, das man nicht ignorieren kann: der Umgang mit der Umwelt. Plastik und Abfall sind vielerorts einfach allgegenwärtig. Besonders aufgefallen ist uns das im Mekong-Delta und leider auch in der Halong-Bucht. Dort war es stellenweise so, dass uns schlicht die Lust am Baden vergangen ist – und das will bei uns schon etwas heissen. Schön anzusehen, ja… aber eben auch mit einem bitteren Beigeschmack.

    Und dann der Tourismus. Vietnam boomt – keine Frage. Aber man merkt eben auch, dass es inzwischen fast zu viel geworden ist. Vor allem in der Halong-Bucht war das sehr spürbar. Vor 15 Jahren war das noch ein ganz anderes Erlebnis. Gerade weil ich das schon mal erlebt habe war ich mega enttäuscht.

    Kurios und typisch: die schmalen Häuser
    Ein Detail, das einem sofort ins Auge sticht: die extrem schmalen, dafür oft tief gebauten Häuser. Der Grund ist ziemlich pragmatisch (und ein bisschen typisch): Früher wurden Steuern oft anhand der Breite der Hausfassade zur Strasse berechnet. Also baute man einfach schmal – und dafür lang nach hinten oder hoch in die Höhe. Steueroptimierung auf vietnamesisch. Funktioniert bis heute.

    Verkehr in Ho Chi Minh City – kontrolliertes Chaos
    Und dann wäre da noch der Verkehr in Ho Chi Minh City – ein Erlebnis für sich. Offiziell hat die Stadt rund 9 Millionen Einwohner, inoffiziell fühlt es sich nach deutlich mehr an. Und gefühlt hat jeder davon einen Motorroller. Tatsächlich sind es über 7 bis 8 Millionen Motorroller, die hier unterwegs sind – und das merkt man.
    Strassen überqueren wird zur Mutprobe: Man läuft einfach los, möglichst gleichmässig, nicht zögern – und hofft, dass der Strom an Rollern elegant um einen herumfliesst. Überraschenderweise funktioniert das erstaunlich gut. Ampeln sind eher eine Empfehlung, Hupen gehört zur Grundkommunikation, und Verkehrsregeln werden… sagen wir mal kreativ interpretiert.
    Trotzdem: Das Ganze hat System im Chaos. Und nach ein paar Tagen ertappt man sich dabei, wie man denkt: „So schlimm ist es gar nicht.“ Bis man wieder in Europa an einer roten Ampel steht und sich fragt, warum eigentlich niemand fährt.

    Preis-Leistungs-Sieger Vietnam
    Was man ebenfalls sagen muss: Vietnam ist nach wie vor unglaublich günstig – vor allem beim Essen.
    Neben den Flügen, Hotels, Bootstouren und weiteren Ausflügen haben wir in den gut 5 Wochen (38 Tage) in Japan und Vietnam rund Fr. 1'700.-- ausgegeben für Restaurantbesuche (wir hatten meist nur das Hotel mit Frühstück gebucht), Souvenirs, Trinkgelder, Getränke usw. also für 2 Personen pro Tag Fr. 44.--
    Und überraschend: Die Ausgaben für Essen, Souvenirs & Co. waren deutlich tiefer als erwartet.

    Fazit des letzten Tages
    Ein letzter ruhiger Tag, ein letzter Blick zurück – und ganz viele Eindrücke, die bleiben. Vietnam hat uns begeistert, überrascht, manchmal auch irritiert. Aber genau das macht Reisen ja aus.

    Und jetzt heisst es: Koffer zu, Erinnerungen einpacken – und ab Richtung Tokio.
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  • Tag 37 - Heimreise (einmal um die halbe Welt)

    March 25 in Japan ⋅ 🌧 13 °C

    Schon um 18 Uhr werden wir im Hotel abgeholt – gefühlt mitten am Nachmittag, praktisch aber mitten im legendären Feierabendchaos von Ho-Chi-Minh-Stadt. Ein letztes Mal dürfen wir den Verkehr „geniessen“: 7,6 km in 42 Minuten. Rekordverdächtig langsam. Zwischen tausenden Rollern, die aus allen Richtungen kommen (und scheinbar nie bremsen), nehmen wir innerlich Abschied – und sind gleichzeitig ganz froh, dass wir da nicht selbst fahren müssen.

    Am Flughafen dann: warten. Unser Flug geht erst um 23:35 Uhr. Zeit genug, um müde herumzusitzen und sich zu fragen, wie man eigentlich so viel Gepäck ansammeln konnte.

    Ankunft in Tokio um 6:45 Uhr – wir konnten wirklich einige Std. schlafen und waren nicht müde. Gepäck holen, Einreise Japan, Zoll… alles läuft wie ein Uhrwerk. Dann die nächste Mission: unseren Transfer-Chauffeur finden, der uns vom Flughafen Haneda Airport zum Narita International Airport bringt. 80 km in etwa einer Stunde – Japan halt. Kein Gehupe, kein Chaos, keine Rollerlawinen. Fast schon unheimlich still.

    Unsere ursprünglich gefürchteten 4 Stunden Aufenthalt? Völlig ausreichend. Fast schon entspannt. Wer hätte das gedacht.

    Weiter geht’s Richtung Frankfurt am Main – mit einer Stunde Verspätung. Wegen des Krieges nehmen wir die „Panorama-Route“ über den Nordpol. Klingt spektakulär, dauert aber halt auch länger. Sicherheit geht vor – und wir haben ja Zeit… sehr viel Zeit.

    In Frankfurt dann der sportliche Teil: Koffer schnappen und vom Terminal 2 zum Fernbahnhof sprinten. Und tatsächlich – theoretisch hätten wir es geschafft! Ein Zug 50 Minuten nach Landung, Ankunft zuhause gegen halb zehn. *Theoretisch.*

    Praktisch kam dann die Deutsche Bahn ins Spiel. Oder besser gesagt: deren Verspätungen. Alle, wirklich alle Züge waren verspätet oder fielen aus. Ein kleines Meisterwerk an Unpünktlichkeit. Ende vom Lied: Ankunft in Basel um 23:15 Uhr.

    Nach insgesamt über 35 Stunden unterwegs fühlen wir uns ungefähr so frisch wie ein nasser Waschlappen nach einer Bergtour. Total erledigt fallen wir ins Bett – glücklich, wieder zuhause zu sein… und mit dem festen Vorsatz: Beim nächsten Mal vielleicht doch einfach beamen 😄
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    Trip end
    March 25, 2026