• Aaron Winkler
  • Aaron Winkler

Zwei Jahre Lateinamerika

En 695-dags äventyr från Aaron Läs mer
  • Chachapoyas

    24–28 juli 2024, Peru ⋅ ⛅ 20 °C

    Wir setzen unsere Zickzack-Route fort und kehren mittels einer 16-stündigen Nachtbusfahrt ins Landesinnere zurück. Am Osthang der Anden und damit am Übergang zum Amazonas-Regenwald liegt Chachapoyas, dem wir vor allem wegen der Sehenswürdigkeiten in seiner Umgebung einen Besuch abstatten wollen.
    Die kleine Stadt überrascht uns mit ihrem hübschen historischen Zentrum und hält auch schon im Nachbarort Huancas ein sehenswertes Ausflugsziel bereit. Hier befindet sich ein über 900 Meter tiefe Canyon, an dessen Grund der Río Utcubamba fließt.
    Ein weiterer Höhepunkt ist die Gastfreundschaft, die uns in unserer Unterkunft entgegen gebracht wird. Sie wird von einem älteren Geschwisterpaar geführt und die beiden kümmern sich rührend um uns. Das reicht vom leckeren, regionaltypischen Frühstück bis hin zur Einladung zu einer Feier in ihrer Kirchgemeinde. Bei dieser Gelegenheit können wir verschiedene hausgemachte alkoholische Getränke probieren, wie beispielsweise den aus fermentiertem Zuckerrohrsaft hergestellten Guarapo. Nach anfänglicher Verlegenheit tanzen wir am Ende dann auch noch gemeinsam mit unserer Gastgeberin zum Takt der lauten Kapelle.
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  • Kuelap

    25 juli 2024, Peru ⋅ ☁️ 19 °C

    Unweit der gleichnamigen Stadt hat das indigene Volk der Chachapoya bereits ab dem Jahr 800 ein architektonisches Meisterwerk errichtet. Die befestigte Stadt Kuelap ist damit nicht nur deutlich älter als das vergleichbare Machu Picchu, sondern liegt mit 3.000 Metern auch noch deutliche höher.
    Sie wird von bis zu 20 Meter hohen Steinmauern eingefasst und beherbergte über 400 kreisrunde Wohnhäuser, Tempel und Wehrtürme. Von den meisten Bauten sind nur noch die Grundmauern zu sehen, aber einige wurden rekonstruiert und überliefern den speziellen Baustil. Die Sockel der Gebäude wurden mit feinen Ornamenten aus Naturstein geschmückt und die innere Aufteilung lässt sich noch gut erkennen.
    Vor ein paar Jahren ist die Anreise deutliche vereinfacht worden, den nun verbindet eine moderne Gondelbahn das nahelegene Dorf mit der archäologischen Stätte. Der Eingang lässt sich von der Bergstation in etwa 45 Minuten erwandern, wobei sich tolle Ausblicke auf die umliegende Landschaft bieten.
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  • Catarata de Gocta

    27 juli 2024, Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Ein weiterer Ausflug in die Umgebung von Chachapoyas führt uns zum Wasserfall von Gocta. Mit 771 Metern Fallhöhe, verteilt auf zwei Stufen, zählt er zu den höchsten der Welt.
    Auf einer insgesamt 15 Kilometer Wanderung durch den faszinierenden Bergregenwald können wir zahlreiche wunderschöne Blüten und einzigartige Farne entdecken. Auch die besonders beeindruckenden Baumfarne, die ich schon in Bolivien sehen konnte, finde ich hier in großer Zahl und Größe wieder.
    Der erste Abschnitt bringt uns zum Fuß der oberen, 231 Meter hohen Stufe und auf dem Weg treffen wir kaum auf andere Wanderer. In der aktuellen Trockenzeit stürzt relativ wenig Wasser in die Tiefe, so dass wir den Wasserfall aus nächster Nähe betrachten können. Zudem bietet sich von hier oben ein toller Ausblick auf die umliegenden Landschaft.
    Anschließend steigen wir zum Fuß der unteren Stufe hinab und können unterwegs die beiden Kaskaden in ihrer beeindruckenden Gesamtheit sehen. Der Weg dorthin wird von deutlich mehr Touristen besucht, aber da es schon recht spät ist, sind die meisten von ihnen bereits auf dem Rückweg. So können wir auch die untere Stufe, bei der das Wasser 540 Metern hinab stürzt, fast ungestört bewundern.
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  • Vilcabamba

    28–30 juli 2024, Ecuador ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach ziemlich genau drei Monaten endet meine Zeit in Perú und wir reisen weiter nach Ecuador. Dafür fahren wir erst vier Stunden in einem unbequemen Kleinbus von Chachapoyas nach Jaén und anschließend weitere 10 Stunden mit einem etwas bequemeren Omnibus über die Grenze bis nach Vilcabamba.
    Hier empfängt uns der super freundliche Eduardo in seiner Casa del Arco, wo er Bogenschießen für Jedermann anbietet. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen und gemeinsam mit anderen Besuchern erklärt er uns auf unterhaltsame Weise seine Sportart.
    Die kleine Stadt Vilcabamba versprüht ein sehr entspanntes Flair kombiniert mit hübschen kleinen Häusern, die mich an das bolivianische Buena Vista erinnern. Wir sind überrascht, dass wir auf zahlreiche Gringos treffen und erfahren bald, dass viele von ihnen hier leben. Die Region ist ein beliebtes Auswanderungsziel und Altersruhitz für US-Amerikaner und Europäer. Die Tatsache, dass man auf den Straßen und in den Restaurants mehr Ausländer als Einheimische sieht, nimmt dem Ort leider ein Stück seiner Authentizität.
    Nach der langen und anstrengend Anreise gönnen wir uns einen entspannten Tag mit einem Spaziergang durch die Natur entlang des Flusses und Kokosnuss schlürfend und Eis essend auf der Plaza.
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  • Loja

    30 juli–1 aug. 2024, Ecuador ⋅ ☀️ 20 °C

    Nur etwa 30 Kilometer weiter nördlich liegt die Großstadt Loja, der wir als nächstes einen Besuch abstatten. Von der beschaulichen Atmosphäre der letzten Tage in Vilcabamba ist hier nichts mehr zu spüren, aber trotzdem finden wir einige schöne und ruhigere Orte in der Stadt. Die begrünten Plätze laden zum Verweilen ein und besonders der große Park am nördlichen Stadtrand ist interessant, da er zahlreiche Kleinarchitekturen in den verschieden Baustilen der Welt zeigt. Diese werden als Spielgerät, Pavillon oder Café genutzt.
    Wir probieren verschiedene lokale Gerichte, die überwiegend aus Variationen mit Kochbananen bestehen, uns aber nur mäßig gut schmecken.
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  • Cuenca

    1–4 aug. 2024, Ecuador ⋅ ☀️ 19 °C

    Vier Busstudnen weiter nördlich erreichen wir Cuenca, die drittgrößte Stadt des Landes. Sie besticht mit einer sehr hübschen Altstadt, die viele gut erhaltene Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert enthält und viele europäische Einflüsse zeigt.
    Der zentrale und begrünte Parque Calderón ist sehr belebt und bietet zahlreiche Sitzgelegenheiten im Schatten vielfältiger, alter Gehölze. Vom Dach der angrenzenden Kathedrale können wir uns einen guten Überblick über den Platz und die Altstadt verschaffen.
    Direkt nebenan stoßen wir auf einen Straßenmarkt, der ausschließlich farbenfrohe Blumen und Pflanzen anbietet. Beim Schlendern durch die Altstadt treffen wir auf weitere sehenswerte Kirchen und Plätze. Eine Seltenheit für Südamerika sind die begrünten und naturnah gestalteten Ufer des Rio Tomebamba, der quer durch die Stadt verläuft. Parkanlagen sowie Fuß- und Radwege ermöglichen einen direkten Zugang und Erholungsmöglichkeiten am Wasser.
    Nach dem Besuch eines Museums, dass der Herstellung des aus Ecuador stammenden Panama-Hutes gewidmet ist, kaufe ich mir im nahegelegenen Markt ein deutlich günstigeres Exemplar des aus dem sogenannten Toquillastroh bestehenden Hutes.
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  • Parque Nacional Cajas

    3 augusti 2024, Ecuador ⋅ ⛅ 12 °C

    Rund 30 Kilometer westlich von Cuenca liegt der Nationalpark Cajas, in dem wir heute eine nur fünf Kilometer kurze, aber sehr schöne Wanderung unternehmen.
    Per Bus gelangen wir zum Eingang, der direkt an der Fernstraße liegt und beginnen unseren Rundweg auf etwa 3.900 Metern Höhe. Die Landschaft um uns herum entspricht überhaupt nicht dem klassischen Bild, das man vom tropischen Ecuador hat. Wir befinden uns mitten in der Páramo genannten Hochlandsteppe, die von Gräsern dominiert wird und kaum Sträucher und nur wenige Bäume aufweist. Allerdings entdecken wit zahlreiche Stauden, die eine erstaunliche Blütenvielfalt zeigen.
    Der gesamte Nationalpark ist von unzähligen kleineren und größeren Lagunen durchsetzt und vom Gipfel des Cerro San Luis, auf über 4.200 Metern, können wir einen beeindruckenden Rundumblick auf diese spezielle Naturlandschaft werfen.
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  • Limón - Las Aguas Risas

    4 aug.–1 sep. 2024, Ecuador ⋅ ☀️ 23 °C

    Nach drei intensiven Wochen des Reisens, steht jetzt wieder eine etwas ruhigere Zeit an. Circa 100 Kilometer östlich von Cuneca, im Übergangsbereich vom andinen Hochland zum tropischen Tiefland, haben wir ein weiteres Volontariat gefunden.
    Das us-amerikanische Ehepaar Terry (64) und Micheal (58) haben hier vor zwei Jahren rund 100 Hektar Land gekauft und sind nun dabei, es in ein Naturreservat umzuwandeln. Ihr größter Gegner ist ein invasives Gras, das sich unkontrolliert auf dem Grundstück ausbreitet. Wir verbringen viel Zeit damit, dieses zu schneiden, heraus zu reißen und zu schreddern. Dadurch erschließen wir neue Flächen für spätere Baumpflanzungen oder halten grundstückseigene Wanderwege frei. Außerdem reinigen wir zwei der zahlreichen Teiche und erneuern ihre Frischwasserzufuhr.
    Auf dem Grundstück verlaufen zudem ein Bach und ein Fluss. Der Bach bildet unweit des Haupthauses, in dem wir untergebracht sind, einen kleinen natürlichen Pool. Nach getaner Arbeit, suchen wir beinahe täglich diese idyllische Badestelle auf, um uns zu erfrischen. Es braucht knapp eine Stunde Wanderung bergauf, verbunden mit mehreren Flussdurchquerungen, um zu einem wunderschönen Wasserfall mitten im Regenwald zu gelangen. Diesen haben wir ganz für uns allein und können dort eine herrliche Dusche genießen.
    Überall und jederzeit gibt es unendlich viel zu entdecken. Die Bandbreite reicht von spannender Flora, über einzigartige Insekten, bis hin zu farbenfrohen Vögeln mit auffälligen Gesängen. Und auch nachts können wir mit Hilfe des Teleskops, aber auch mit bloßem Auge, einen beeindruckenden Sternenhimmel beobachten.
    Die beiden leben schon seit mehreren Jahrzehnten vegan und Terry verwöhnt uns täglich mit leckerem Essen, bei dem es uns an nichts fehlt. Abgesehen vom Frühstück, teilen wir alle Mahlzeiten miteinander und wir können viel von ihnen und ihrer Geschichte lernen.
    Ihr Anwesen ist ziemlich abgelegen und etwa 45 Minuten Autofahrt von der nächsten Kleinstadt Limón entfernt. So kommt es, dass wir in den vier Wochen, die wir hier verbringen, das Grundstück kein einziges Mal verlassen.
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  • Ayampe

    2–9 sep. 2024, Ecuador ⋅ ⛅ 24 °C

    Nach dem Volontariat kehren wir für einen Zwischenstopp mit Übernachtung nach Cuenca zurück, da ich hier meinen neuen Hut vergessen hatte. Am nächsten Tag setzen wir unsere Reise Richtung Westen fort und nach etwa 500 Kilometern erreichen wir die ecuadorianische Pazifikküste.
    Hier verbringen wir eine Woche im ruhigen Fischerdorf Ayampe, das zwar über ein wenig touristische Infrastruktur verfügt, aber in der aktuell herrschenden Nebensaison geht es hier überaus entspannt zu. Den kilometerlangen, feinen Sandstrand haben wir unter der Woche fast ganz für uns allein und lediglich am Wochenende kommen, gemeinsam mit dem Sonnenschein, einige Tagesausflügler und sorgen für eine angenehme Belebung des Ortes.
    Die ersten Tage ist es stark bewölkt, aber trotzdem mild. Als sich die Sonne dann endlich durchsetzten kann, entscheiden wir uns für einen Ausflug in den nahegelegene Nationalpark Machalilla zu unternehmen. Eine kurze Wanderung durch den Trockenwald bringt uns zu abgelegenen, idyllischen Stränden, an denen wir weitestgehend ungestört den Tag verbringen und im lauwarmen Pazifik schwimmen können. Dabei leisten uns zahllose kleine Krebse Gesellschaft, die eifrig ihre Höhlen in den Sand graben.
    Wir besuchen auch die benachbarte Kleinstadt Puerto López, die deutlich stärker touristisch geprägt und auch zu dieser Zeit gut besucht ist. Vom Anleger aus starten beinahe im Minutentakt Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln oder zur Walbeobachtung.
    Während wir das Treiben und die Fischer bei ihrer Arbeit an Land beobachten, essen wir frischen Fisch mit Blick aufs Meer.
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  • Isla de la Plata

    8 september 2024, Ecuador ⋅ ⛅ 22 °C

    Nur etwa 40 Kilometer von der Küste entfernt, liegt die kleine Isla de la Plata und ist damit deutlich einfacher und günstiger erreichbar als die mehr als 1.000 Kilometer entfernten Galapagosinseln. In ihrer Artenvielfalt gilt sie als vergleichbar einzigartig und so unternehme ich einen organisierten Bootsausflug dorthin, um das ganze mit eigenen Augen sehen zu können.
    Das eigentliche Highlight des Tages erlebe ich allerdings schon auf dem Hinweg, denn kurz vor dem Erreichen der Insel treffen wir auf eine Gruppe Buckelwale. Drei Erwachsene und ein Jungtier schwimmen in unmittelbarer Nähe zu unserem kleinen Boot und vor allem der neugierige und verspielte Nachwuchs begeistert mit akrobatischen Sprüngen. Die ausgewachsenen Exemplare haben eine Länge von etwa 15 Metern und sind damit deutlich größer als unser Boot. Sie zeigen uns ihren charakteristischen Buckel beim Abtauchen, ihre riesige Schwanzflosse und die Blas genannte Nebelfontäne, die beim Ausatmen entsteht. Innerhalb der nächsten Wochen werden sie sich auf ihren weiten Weg in Richtung Antarktis machen, wo sie den Sommer verbringen werden.
    Als wir wenig später auf der Insel ankommen, erwartet uns ein kurzer Rundgang, begleitet von interessanten Erklärungen. Wir stoßen unter anderem auf die hübschen Blaufußtölpel, deren Füße sich, ähnliche wie bei den Flamingos, in Abhängigkeit von ihrer Nahrung unterschiedlich verfärben.
    Zurück auf dem Boot gibt es eine kleine Stärkung und wir fahren ein paar Meter weiter zu einer ruhigen Bucht der Insel, um dort Schnorcheln zu gehen. Im angenehm milden Wasser kann ich einen unglaublichen Artenreichtum entdecken. Diese reicht von Schildkröten, über Korallen bis zu zahllosen Fischarten wie Moräne, Kofferfisch und Skalar.
    Auf dem Rückweg haben wir noch einmal das Glück auf einen springenden Buckelwalbzu treffen und zum Abschied winkt er uns mit seiner Flosse.
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  • Ruta de las Cascadas

    10 september 2024, Ecuador ⋅ ☀️ 24 °C

    Wir kehren zurück ins Landesinnere, überqueren die Anden und erreichen an deren Ostsflanke die Kleinstadt Baños de Agua Santa. Sie ist bei Touristen sehr beliebt und bietet ein großes Angebot an Outdooraktivitäten.
    Wir mieten uns Fahrräder und fahren auf der sogenannten Ruta de las Cascadas in Richtung Osten, immer entlang des Río Pastaza und die meiste Zeit bergab. Ihren Beinamen trägt die Straße, da sie an zahlreichen Wasserfällen vorbei führt. Einige können wir während der gemütlichen Fahrt auf der anderen Seite des Tals beobachten und für andere steigen wir vom Rad und unternehmen eine kleine Wanderung.
    Unseren ersten Stopp machen wir nahe der Cascada Manto de la Novia und mit Hilfe einer historischen, schwebenden Seilbahn namens Tarabita überqueren wir das Flusstal. Dabei können wir eine ganz besondere Perspektive des Wasserfalls inklusive Regenbogen entdecken. Auf der anderen Seite angekommen, steigen wir hinab zum Fuß der Kaskade und treffen unterwegs auf ein zotteliges Lama mitten im Regenwald.
    Einige Kilometer weiter stromabwärts erreichen wir das Highlight des heutigen Tages. Nach einer weiteren kurzen Wanderung durch den Wald erwartete uns der Pailon del Diablo. Ein imposanter Wasserfall, dem wir durch verschiedene Wege und Treppen ganz nahe kommen können. Sogar so nah, dass wir unsere Regenjacken anziehen und trotzdem ordentlich eingeweicht werden, als wir uns hinter dem Vorhang aus Wasser durch einen schmalen Weg zwängen.
    Hier beenden wir nach etwa 18 Kilometern unsere schöne Fahrradtour und lassen uns auf der Pritsche eines umgebauten LKW zurück nach Baños fahren.
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  • Quito

    11–18 sep. 2024, Ecuador ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach knapp vier Stunden Busfahrt kommen wir in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito an und kehren damit zurück in die Höhenlagen der Anden. Knapp 3 Millionen Menschen leben hier auf etwa 2.850 Metern Höhe, wodurch sie als höchstgelegene Hauptstadt der Welt zählt.
    Wir verbringen eine Woche hier und erkunden dabei viele sehenswerte Orte. Das sehr weitläufige historische Zentrum bietet eine Vielzahl barocker Kolonialbauten, die sehr gut erhalten sind. Die schönen Straßen und Gassen, sowie die großzügigen Plätzen werden von einer guten Mischung aus Einheimischen, Touristen und Straßenverkäufer belebt. Im Norden der Altstadt besuchen wir die beeindruckende, neogotische Basilika, die uns die Möglichkeit bietet, ihre drei Türme zu erklimmen. Aus luftiger Höhe haben wir einen tollen Ausblick auf die Dächer der Stadt und können auch die Kirche selbst aus einer ungewöhnlichen Perspektive betrachten.
    Mein Highlight in der Stadt ist der botanische Garten, der wohl zu den sehenswertesten zählt, die ich bisher besucht habe. Sehr schön angelegt und gut gepflegt, bietet er eine spannende und vielfältige Pflanzensammlung. Besonderes beeindruckend ist die unglaubliche Vielfalt der Orchideenarten in den Gewächshäusern sowie die faszinierenden Bonsais.
    Etwa 20 Kilometer nördlich von Quito befindet sich das Monument Mitad del Mundo (Mitte der Welt). Eine dicke gelbe Linie auf dem Boden stellt den Äquator dar und ermöglicht es den Besuchern, mit einem Schritt zwischen den Erdhalbkugeln zu wechseln. Auch wenn sie nach neuester Messtechnik um 240 Meter zu weit südlich liegt, ist es trotzdem ein sehenswerter Ort mit einer speziellen Atmosphäre.
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  • Magdalena - Osho

    18 sep.–14 okt. 2024, Ecuador ⋅ ⛅ 28 °C

    Von Quito aus fahren wir drei Stunden mit dem Bus Richtung Nordwesten und erreichen nahe dem kleinen Dorf Magdalena unser nächstes Volontariat. Dabei überqueren wir den Äquator und ich kehre damit nach knapp 11 Monaten auf die Nordhalbkugel zurück.

    Wir verbringen etwa vier Wochen auf der Finca von Maria-Elena (76), die allerdings in den ersten beiden Wochen nicht vor Ort sein kann, da sie sich in Quito von einem Sturz erholen muss. So begleiten uns zu Beginn lediglich der junge Kolumbianer Jefferson und die aus dem Dorf stammende Carmen,die beide hier arbeiten. Besonders letztere schließen wir schnell in unser Herz und verbringen eine sehr angenehme Zeit zusammen.
    Gemeinsam mit Maria-Elena reisen zwei weitere Freiwillige aus Deutschland an, Clemens und Laura. Die neue Konstellation ist etwas weniger harmonisch und wir brauchen eine Weile, bis wir uns alle eingewöhnt haben.

    Unsere Arbeit ist sehr abwechslungsreich und oft körperlich anstrengend, was auch an dem schwül-heißen Wetter liegt. Die meiste Zeit verbringen wir damit, Zäune aus Baumbus oder Stacheldraht zu bauen. Außerdem arbeiten wir gelegentlich mit den Kühen und ernten und verarbeiten reichlich Kakao, Bananen, Papaya, Orangen und Maniok. Nach getaner Arbeit nutzen wir den angrenzenden Río Magdalena, um uns eine angenehme Abkühlung zu verschaffen.

    Etwa zehn Minuten Fußweg entfernt, liegt das gleichnamige Dorf, dem wir regelmäßig einen Besuch abstatten. Das liegt zum einem am leckeren, handgemachten Eis, aber auch an der offenen Art der Dorfbewohner, die sich sehr für uns interessieren und mit denen wir jedes Mal angenehme Gespräche führen können.

    An einem Sonntag lädt uns Carmen dazu ein, sie zu einer besonderen Veranstaltung zu begleiten. Beim sogenannten Trueque versammeln sich zahlreiche Bewohner der umliegenden Gemeinden zu einem geldlosen Tauschhandel, der eine lange Tradition hat. Die Produkte, die wir von der Finca mitbringen, können wir gegen andere Lebensmittel eintauschen, die dort nicht angebaut werden. Es ist ein tolles Erlebnis, ein Teil der ausgelassenen und teilweise chaotischen Atmosphäre sein zu können.

    Einen anderen freien Tag nutzen wir, um den Touristenort Mindo zu besuchen. Dieser ist vor allem für seine Vielfalt an Vogelarten bekannt, bietet aber auch zahlreiche Wasserfälle, die wir gemeinsam mit Laura auf einer kleinen Wanderung erkunden. Die erfrischende Dusche im letzten und höchsten Wasserfall lassen wir uns auch diesmal nicht entgehen.

    Der Tag vor unserer Abreise ist noch einmal ein besonderer, denn es ist mein Geburtstag. Ich bin froh, ihn in so angenehmer Gesellschaft verbringen zu dürfen und werde mit leckerem Kuchen von Vívian sowie einem indisch inspirierten Mittagessen von Maria-Elena verwöhnt. Beim nachmittäglichen Besuch der Eisdiele werde ich sogar hier von den Besitzern zu Kuchen und Eis eingeladen.
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  • Popayán

    16–19 okt. 2024, Colombia ⋅ ☀️ 26 °C

    Nach ziemlich genau drei Monaten endet unsere Zeit in Ecuador und wir reisen weiter nach Kolumbien. Bevor wir die Grenze überqueren, machen wir noch einen Übernachtungsstopp in Otavalo und kommen am nächsten Tag im kolumbianischen Ipiales an.
    Den Nachmittag hier nutzen wir, um die nahegelegene Kirche in Las Lajas zu besuchen. Diese wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im neogotischen Stil direkt über einer tiefen Schlucht errichtet und bietet einen spektakulären Anblick.
    Bereits am nächsten Morgen fahren wir weitere acht Stunden mit dem Bus bis nach Popayán.
    Die Stadt zählt zu den ältesten und am besten erhaltenen in Amerika und trägt den Beinamen weiße Stadt, da fast alle Fassaden in der kolonialen Altstadt weiß gestrichen sind. Jedoch wurde bei einem starken Erdbeben im Jahre 1983 ein Großteil der Gebäude zerstört und mussten anschließend rekonstruiert werden. Popayán ist außerdem für ihre gastronomische Vielfalt bekannt und so probieren wir einige der lokalen Spezialitäten.
    Nur etwa 30 Kilometer entfernt, im Gebiet der indigenen Coconuco, liegt eine Zone mit hoher vulkanische Aktivität und mehreren Thermalquellen. Wir verbringen einen sehr entspannten Nachmittag im Thermalbad Aguatibia, das über mehrere Becken mit verschiedenen Temperaturen bis zu 40° C verfügt und in einer schönen, naturnahen Umgebung liegt.
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  • Salento

    19–23 okt. 2024, Colombia ⋅ ⛅ 21 °C

    Wir reisen reichlich 300 Kilometer weiter nach Norden und erreichen die hübsche Kleinstadt Salento, die im Herzen der sogenannten Eje Cafetero (Kaffeeachse) liegt. Dabei handelt es sich um Kolumbiens zentrales Anbaugebiet für Hochlandkaffee, der zu den besten der Welt zählt.
    Auf einer entspannten Wanderung entlang des Río Quindío und über sattgrünen Hügel passieren wir mehrere der traditionellen Fincas, die nachhaltigen Kaffee produzieren. In ihren Plantagen, die inmitten einer dichten, immergrünen Vegetation liegen, sehen wir die zahlreichen Varietäten des Arabica Kaffees, der sich oft anhand der verschiedenen Farben der Bohnen unterscheiden lässt. Außerdem können wir einen Einblick in den Verarbeitungsprozess gewinnen und schließlich auch den leckeren Kaffee trinken.
    Das Zentrum von Salento begeistert uns durch seine einzigartige Architektur, die durch eine unglaublichen Farbreichtum geprägt wird. Die weißen Fassaden werden durch bunte Türen, Fenster und Sockel aus Holz geschmückt und verleihen jedem der traditionellen Häuser ein unverwechselbares Aussehen. Trotz der Individualität entsteht insgesamt ein homogenes und sehr freundliches Stadtbild.
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  • Filandia

    21 oktober 2024, Colombia ⋅ ⛅ 21 °C

    Der Jeep Willys hat seinen Ursprung als Militärfahrzeug im 2. Weltkrieg und ist heute in der gesamten Region weit verbreitet. Er dient sowohl als Arbeitsfahrzeug, aber auch zum Personentransport. Mit einem von ihnen fahren wir in das nahegelegene Finlandia, das große Ähnlichkeit mit Salento hat. Auch hier dominieren die farbenfrohen Häuser und die Landschaft wird von sanft geschwungenen, grünen Hügeln und Kaffeeplantagen geprägt.Läs mer

  • Valle de Cocora

    22 oktober 2024, Colombia ⋅ ☁️ 19 °C

    Nur wenige Kilometer östlich von Salento liegt das Cocora-Tal, das vor allem dank seiner gigantischen Wachspalmen bekannt ist. Die bis zu 60 Meter hohe Palmenart gilt als höchste der Welt und ist außerdem der Nationalbaum Kolumbiens.
    Bereits die Hinfahrt ist ein Highlight, denn diesmal kann ich die Umgebung auf besondere Weise wahrnehmen, da ich auf dem Heck des Jeep Willys stehend durch die sattgrüne Landschaft fahre.
    Das Tal ist intensiv touristisch erschlossen und sehr gut besucht. Sowohl zahlreiche Kolumbianer, als auch internationale Touristen wollen die Idylle genießen.
    Neben dem Hauptdarsteller, der Wachspalme, bieten mehrere Aussichtspunkte, Skulpturen sowie Lamas und Schafe jede Menge Sehenswertes.
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  • Medellín

    23–27 okt. 2024, Colombia ⋅ ⛅ 29 °C

    Beim Verlassen der sehr schönen Kaffeeregion müssen wir uns damit abfinden, dass die Busfahrt auf Grund einer Straßenblockade doppelt so lang wie üblich dauert. Nach über 10 Stunden erreichen wir endlich unser nächstes Ziel, Medellín.
    Die mit über 2,6 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Kolumbiens ist aufgrund ihres ganzjährig sonnigen und warmen Klimas als „Stadt des ewigen Frühlings“ bekannt. Wir kommen beim Erkunden ganz schön ins Schwitzen und sind froh, im schönen botanischen Garten eine schattige und kühlere Oase zu finden. Hier können wir auch einige große Echsen der Art Iguana aus nächster Nähe beobachten.
    Noch vor 30 Jahren wurde die Stadt von einer hohen Kriminalitätsrate geplagt und vom gleichnamigen Drogenkartell unter der Leitung Pablo Escobars kontrolliert. Heute ist davon nichts mehr zu spüren und die Stadt versprüht ein angenehmes und modernen Flair.
    Ein Musterbeispiel für diesen Wandel ist das Viertel Comuna 13, das früher von Drogengewalt dominiert wurde. Zahlreiche staatliche Maßnahmen, wie beispielsweise der Bau einer großen Freiluft-Rolltreppe und die aktive Befriedung der Bevölkerung, sorgten für einen grundlegenden Wandel, der heute viele Touristen anzieht. Das farbenfrohe Viertel ist voller Streetart, Restaurants und Bars und bietet tolle Ausblicke auf die restliche Stadt.
    Der bedeutende, zeitgenössische Künstler Fernando Botero stammt aus Medellín und nach ihm wurde ein Platz im Zentrum benannt. Hier lassen sich zahlreiche seiner große Bronzestatuen bewundern, die seinen unverkennbaren Stil zeigen. Er arbeitet mit simplen Motiven, jedoch wirken die überzeichneten Proportionen grotesk und erheiternd.
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  • Guatapé

    26 oktober 2024, Colombia ⋅ ☁️ 27 °C

    Etwa 80 Kilometer östlich von Medellín liegt die Kleinstadt Guatapé, die wir auf einem Tagesausflug besuchen.
    Etwas außerhalb der Stadt liegt der 220 Meter hohe Inselberg Peñón de Guatapé, dessen Gipfel über 708 Stufen erreichbar ist. Der Aufstieg erscheint zuvor anstrengender, als er tatsächlich ist und der Ausblick von oben entschädigt für die Strapazen. Zu unseren Füßen liegt ein großer Stausee mit zahllosen kleinen Inseln und Halbinsel und sein Wasser glitzert trükis.
    Guatapé selbst ist ähnlich farbenfroh wie schon Salento und Finlandia, jedoch sind die Fassaden hier häufig aufwändiger gestaltet. Die Sockel sind besonders schön, denn sie werden von teilweise dreidimensionalen Verzierungen geschmückt und diese passen thematisch oft zur Nutzung des Gebäudes.
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  • Bogotá

    27 okt.–1 nov. 2024, Colombia ⋅ ☁️ 17 °C

    Von Medellín aus fahren wir etwa 11 Stunden mit dem Bus in Richtung Südosten und erreichen die kolumbianische Hauptstadt Bogotá, die auf über 2.600 Metern Höhe liegt.
    Mit über 11 Millionen Einwohnern zählt die Metropole zu den größten des Kontinents und ihre Weitläufigkeit können wir vom Berg Monserrate sehr gut wahrnehmen. Eine Gondelbahn bringt uns auf den Gipfel, wo neben einer Kirche auch ein hübsches Café zu sehen ist.
    Zurück in den Straßen der Stadt, entdecken wir eine Mischung aus historischen Bauten der Kolonialzeit, sehenswerten Kirchen und zahlreichen Hochhäusern. Außerdem bieten zahlreiche Museen mit freiem oder sehr günstigem Eintritt die Möglichkeit, mehr über die Geschichte und Kultur Kolumbiens zu erfahren. Neben dem bekannten Museo del Oro, das unzählige historische Artefakte aus Gold zeigt, besuchen wir auch das Museo Botero, das nicht nur Werke des Kolumbianers Fernando Botero zeigt, sondern auch seine Sammlung von Werken internationaler Künstler ausstellt.
    Im großen botanische Garten können wir uns einen Überblick über die verschiedenen Vegetationszonen des Landes verschaffen und gleichzeitig dem Trubel der Stadt entfliehen.
    Auch hier gibt es wieder jede Menge sehenswerte Streetart zu entdecken und im Mercado La Preservancia probieren wir landestypische Gerichte.
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  • Toquilla

    1–23 nov. 2024, Colombia ⋅ 🌧 14 °C

    In Bogotá treffen wir Diego, einen Anfang 40 jährigen Kolumbianer, der für die nächsten drei Wochen unser Gastgeber sein wird. Gemeinsam reisen wir mitten in der Nacht bis nach Sogamoso, um hier einen Übernachtungsstopp bei seiner Tante einzulegen und am nächsten Tag geht es weiter in das kleine Dorf Toquilla. Hier liegt auf etwa 3.000 Metern Höhe seine Finca, die er gelegentlich auch als Ferienhaus vermietet.
    Wir gehen mit großer Vorfreude in das Volontariat, denn wir bekommen hier die Möglichkeit, trotz fehlender Erfahrung, mit Pferden zu arbeiten. Für mich geht es gleich am Tag nach unserer Ankunft in den Sattel und gemeinsam mit ein paar Verwandten von Diego unternehmen wir einen Arbeitsausflug. Auf einem riesigen, abgelegen Grundstück weiter oben in den Bergen, besuchen wir die restlichen 15 seiner freilebenden Pferde und verbringen hier den Tag damit, die Baustelle eines kleinen Holzhauses voranzubringen.
    Diego bringt uns bei, die Pferde selbständig zu satteln und schon bald sitz auch Vívian das erst Mal überhaupt in auf einem Pferderücken. Schnell wird die Arbeit mit den Pferden zum Alltag und wir nutzen sie auch für den Weg zum etwa drei Kilometer entfernten Lebensmittelladen. Gegen Ende unseres Aufenthaltes wird allerdings vor allem der Hengst Renato zunehmend bockig und so passiert es, dass er mich eines Tages aus dem Sattel wirft. Ich komme zum Glück mit dem Schrecken davon und ein Nachbar fängt den zwischenzeitlich entlaufenen Hengst wieder ein.
    Die meiste Zeit verbringen wir nur zu zweit auf der Finca, denn Diego kehrt nach wenigen Tagen in seine Wohnung nach Bogotá und kommt erst kurz vor unserer Abreise zurück. Unsere Arbeit findet an verschiedenen Orten des sehr weitläufigen Grundstückes statt und besteht aus dem Sammeln von Feuerholz, dem Reparieren der Wasserleitung und dem Instandsetzen der Stacheldrahtzäune. Zudem waren wir für die jeweils drei Hunde und Katzen verantwortlich.
    Das Klima und vor allem die Nächte hier sind deutlich kälter und auch verregneter, als wir es aus den letzten Monaten unserer Reise gewöhnt sind und auch die Vegetation der lokalen Hochlandsteppe unterscheidet sich stark von der tropischen Pflanzenwelt, die wir zuvor erkundet haben. Den vorherrschenden Vegetationstyp namens Páramo konnten wir aber bereits im Süden Ecuadors kennenlernen.
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  • Cartagena de Indias

    24–29 nov. 2024, Colombia ⋅ ☀️ 32 °C

    Vom kalten Hochland reisen wir an die heiße Karibikküste Kolumbiens und nehmen dafür eine insgesamt 28 stündige Reise mit zwei Bussen in Kauf.
    Angekommen in der Metropole Cartagena de Indias, entdecken wir eine wunderschöne, sehr gut erhaltene Altstadt, die komplett von einer massiven Mauer umschlossen wird. Die Stadt hat seit jeher eine große Bedeutung als Hafen für Waren- und Sklavenhandel und wurde von zahlreichen Angriffen und Überfallen heimgesucht. Deswegen wurden ab dem Beginn des 17. Jahrhunderts Befestigungsanlagen errichtet, die bis heute erhalten geblieben sind. Der Spaziergang auf der Stadtmauer bietet schöne Ausblicke auf das türkise Meer auf der einen und in die schmalen Gassen auf der anderen Seite. Diese werden von farbenfrohen Fassaden mit hübschen Holzbalkonen gesäumt und zusätzlich durch bunte Blüten geschmückt.
    Wir treffen immer wieder auf meistens dunkelhäutige Frau, die Schalen voller Obst auf ihren Köpfen balancieren und klassische Kleider in den Landesfarben tragen. Früher lieferten die sogenannten Palanqueras diese Früchte tatsächlich aus, aber heute sind sie lediglich als Touristenattraktion und Fotomotiv in der Stadt unterwegs.
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  • Parque Nacional Natural Tayrona

    30 nov.–1 dec. 2024, Colombia ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir reisen weiter in Richtung Nordosten bis nach Santa Marta. Die Großstadt selbst ist nicht sonderlich sehenswert, aber der Nationalpark Tayrona liegt ganz in ihrer Nähe.
    Eingeklemmt zwischen dem karibischen Meer und der Bergkette Sierra Nevada de Santa Marta, die als höchstes Küstengebirge der Welt gilt, zählt er zu den bedeutendsten des Landes und weist sowohl im Wasser als auch an Land eine große Artenvielfalt auf.
    Wir lassen den Großteil unseres Gepäcks in Santa Marta und unternehme eine kurze Busfahrt vom bis zum westlichen Parkeingang in der Gemeinde Calabazo. Von hier aus wandern wir knapp acht Kilometer durch dichten Dschungel bis zur Playa Brava. Wir sind beinahe allein auf diesem Weg unterwegs und erst am Strand treffen wir auf andere Wanderer, die gemeinsam mit uns die Nacht in der Ecolode Teyumakke verbringen wollen. Neben hübschen Bungalows gibt es hier auch die Möglichkeit, unter einem Dach aus Palmenwedeln in der Hängematte mit Blick aufs Meer zu übernachten. Wir nutzen diese preiswerte Alternative und lassen uns von Wellenrauschen und Gewitter in den Schlaf begleiten.
    Dieser Strand ist einer der am wenigsten besuchten im Nationalpark und so können wir die traumhafte Kulisse und das Bad im knapp 30° C warmen Wasser in Ruhe genießen.
    Nach einer erholsamen Nacht steht am nächsten Morgen die mit 17 Kilometern deutlich längere und anstrengendere Etappe in Richtung Osten an. Der Weg führt uns erst ein Stück zurück ins Landesinnere und später immer entlang der Küste. Unterwegs können wir nicht nur eine abwechslungsreiche Fauna, sondern auch verschiedene Tierarten wie Agutis, Affen und Amphibien beobachten. Wir kommen an zahlreichen wunderschönen Stränden vorbei, die allerdings deutlich stärker besucht und weniger ruhig sind.
    Durch den intensiven Einsatz von Pferden als Transportmittel sind die Wege in diesem Bereich teilweise in sehr schlechtem Zustand. Andere Abschnitts sind dafür umso schöner und werden von Kokospalmen gesäumt oder bieten tolle Ausblicke auf die vom Dschungel umrahmte Küste.
    Erschöpft von der Hitze und dem langen Marsch kommen wir am späten Nachmittag am östlichen Parkeingang an und machen uns auf den Rückweg nach Santa Marta.
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  • Bucaramanga & Girón

    6–9 dec. 2024, Colombia ⋅ ☀️ 23 °C

    Nachdem mich meine Reise für knapp 11 Monate stets Richtung Norden geführt hat, geht es nun erstmals wieder in die entgegengesetzte Richtung. Wir fahren 12 Stunden mit dem Bus bis nach Bucaramanga, das wir schon auf unserem Weg nach Cartagena passiert haben.
    Auch hier ist die Stadt selbst weniger sehenswert, aber ein notwendiger Zwischenstopp auf unserem Weg.
    Deutlich schöner ist die historische Altstadt des direkt angrenzenden Girón. Hier können wir die weißen Fassaden der gut erhaltenen Kolonialbauten bewundern, während wir durch die schmalen Gassen spazieren.
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  • Bootsreise Tabatinga - Manaus

    10–14 dec. 2024, Brasilien ⋅ ⛅ 30 °C

    Es geht weiter in Richtung Süden, aber diesmal per Flugzeug. Mit Zwischenstopp in Bogotá, erreichen wir den südlichsten Zipfel Kolumbiens und kehren dabei auf die Südhalbkugel zurück. Hier liegt Leticia, das keine Straßenverbindung zum Rest des Landes hat und deswegen nur über den Wasser- oder Luftweg erreichbar ist. Die Stadt liegt mitten im Amazonas-Regenwald und im Dreiländereck mit Brasilien und Peru.
    Auf der brasilianischen Seite liegt Tabatinga, das den Ausgangspunkt für unsere anstehende Reise darstellt. Hier stiegen wir auf eine Fähre, die uns in drei Tagen etwa 1.600 Kilometer stromabwärts bis nach Manaus bringen soll. Auf Grund des niedrigen Wasserstandes werden daraus allerdings vier Tage und vier Nächte, was aber nicht weiter schlimm ist. Gemeinsam mit schätzungsweise 200 bis 300 anderen Fahrgästen sowie jeder Menge Gepäck, Waren und Fahrzeugen machen wir uns auf den Weg, gemütlich den Rio Solimões hinab zu schippern. Diesen Namen trägt der Amazonas in seinem brasilianischen Oberlauf zwischen Tabatingas und dem Zusammenfluss mit dem Rio Negro bei Manaus.
    Die meiste Zeit und auch die Nächte verbringen, so wie die meisten anderen, in unseren vorher gekauften Hängematten. Auf den beiden mittleren Decks bildet sich ein dichtes Wirrwarr aus bunten Stoffen und Privatsphäre sucht man hier vergeblich. Die Atmosphäre ist trotzdem entspannt und relativ ruhig und wird vom stetigen Brummen der Schiffsmotoren untermalt.
    Vor dem Fenster zieht eine immer gleiche und doch stets andere Landschaft vorbei. Die Ufer des braunen und trägen Flusses sind in der Regel von dichtem Regenwald gesäumt. Hin und wieder taucht ein kleines Dorf oder einzelne Hütten auf und gelegentlich legen wir an einem kleinen Hafen an, um Passagier und Waren auszutauschen. Landgänge sind allerdings nicht vorgesehen, so dass wir das Treiben lediglich vom Fenster aus beobachten können.
    Dreimal täglich bildet sich zwischen den Hängematten des unteren Decks eine lange Schlange vor der Essensausgabe. Die typisch brasilianische Speisen sind nicht sonderlich abwechslungsreich, aber geschmacklich in Ordnung.
    Am vorletzten Tag steht noch ein routinemäßiger Stopp bei der Bundespolizei auf dem Programm. Nachdem der Spürhund sämtliches Gepäck der Passagiere untersucht hat, findet er im Frachtraum tatsächlich eine große Menge an Kokain, das als Limetten getarnt wurde.
    Kurz vor unserer Ankunft in Manaus können wir das sogenannte Encontro das águas, also den Zusammenfluss des braunen Rio Solimões und des schwarzen Rio Negro bewundern. Der zuvor schon sehr breite Strom wird von hier an zum Giganten und verdeutlicht, wieso er als wasserreichste Fluss der Erde zählt.
    Der Kontrast könnte kaum größer sein, als wir nach der tagelangen Durchquerung des kaum bevölkerten Dschungels in der über zwei Millionen Einwohnern zählenden Metropole ankommen. Hochhäuser, Containerkräne und intensiver Bootsverkehr lassen uns bereits vom Wasser aus den komplett anderen Rhythmus wahrnehmen.
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