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LOVEBUS on tour

Overlanding Anja & Heinrich
🚌 In unserem syncro reisen wir flexibel und unabhängig
🌏 Aktuell sind wir unterwegs Richtung Osten
🧡 Mit offenen Herzen begegnen wir kleinen Abenteuern, großen Landschaften und Geschichten, die man nur unterwegs findet
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  • Last seen in
    🇦🇲 Provinz Wajoz Dsor, Armenien

    Syncro Horizons

    September 6 in the United States ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir haben endlich was aus unseren Drohnenaufnahmen gemacht 🚌

    https://youtube.com/@syncrohorizons

    Auf unserem YouTube-Kanal sind die ersten Videos online. Nach und nach werden weitere Aufnahmen dazukommen – unregelmäßig, unkommerziell und unprofessionell, dafür persönlich und ehrlich 🧡

    Wenn ihr nichts verpassen möchtet, abonniert gerne unseren Kanal 🔔
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  • Tiflis bei Tag

    September 1 in Georgia ⋅ ⛅ 23 °C

    Tiflis ist eine dieser Städte, wo man einfach gerne rumspaziert: wunderschöne alte Häuser mit den typischen Holzbalkonen, kleine Gassen, große Plätze, Parks und jede Menge Cafés.
    Dazwischen steht immer wieder etwas komplett Neues und Modernes – wie die Friedensbrücke, die sich ziemlich futuristisch über den Fluss spannt und einen spannenden Kontrast zur teilweise etwas bröckeligen Altstadt bildet.
    Natürlich waren wir auch im Viertel rund um die berühmten Schwefelbäder unterwegs, wo Tiflis seinen Ursprung haben soll. Überhaupt macht es einfach Spaß, ohne großes Ziel durch die verschiedenen Viertel zu schlendern und zu schauen, was hinter der nächsten Ecke kommt.
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  • Uplisziche

    August 31 in Georgia ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute haben wir einen Abstecher nach Uplisziche gemacht – eine uralte Felsenstadt, die komplett in den weichen Sandstein geschlagen wurde.
    Die ersten Siedlungsspuren hier reichen über 3.000 Jahre zurück und über Jahrhunderte war Uplisziche ein wichtiger Handelsplatz an der Seidenstraße. In den Felsen wurden Wohnräume, Tempel und Vorratskammern (hauptsächlich für Wein) angelegt. Vor etwa tausend Jahren kamen christliche Kirchen dazu, die im Gegensatz zu den behauenen Felsen, aus Steinen errichtet wurden.
    Heute kann man kreuz und quer durch die alten Höhlen und Gänge laufen und von oben hat man einen richtig schönen Blick über das Tal und den Fluss Mtkvari.
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  • Kaukasus

    August 29 in Georgia ⋅ 🌧 18 °C

    Der Kaukasus: Bergeketten und Gipfel, gewaltige Gletscher, reißende Flüsse in tief eingeschnittenen Schluchten und Straßen, bei denen man manchmal nicht weiß, ob man gerade noch auf einer Straße oder schon mitten im Geröllfeld unterwegs ist.
    Dazwischen liegen kleine mittelalterliche Dörfer, die mit ihren alten Wehrtürmen aussehen wie Filmkulissen. Kühe, Schweine und Pferde stehen oder laufen selbstverständlich auf der Straße herum. Gefühlt jedes dritte Auto hatte irgendwann einmal ein Leben in Deutschland: alte Transporter von Handwerksbetrieben, ausrangierte Lieferwagen und deutsche Firmenaufschriften. Und egal wie schlecht die Straße ist – irgendeinem Georgier hinter uns geht es garantiert nicht schnell genug. Dann wird gehupt, geflucht und bei der nächstbesten (oder schlechten) Gelegenheit überholt.
    Und an jedem Stellplatz haben wir Hunde. Kleine, große und teilweise riesige Exemplare und alle waren unglaublich lieb und entspannt.
    Der Kaukasus ist so vielseitig und hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick, ein neues Dorf oder die nächste absurde Situation auf der Straße.
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  • Shovi - Stalins Datscha

    August 28 in Georgia ⋅ ☁️ 20 °C

    Shovi liegt ziemlich abgelegen im Kaukasus, im letzten Tal vor der Grenze zu Südossetien. Wir sind den ganzen Weg hier rein gefahren, weil mitten im Wald angeblich eine alte Datscha von Stalin steht – und diesen Lost Place wollten wir uns anschauen.
    Shovi war zu Sowjetzeiten ein beliebter Kurort, bekannt für Mineralquellen und die klare Bergluft. Heute steht diese riesige Holzvilla verlassen im Wald – ziemlich heruntergekommen, aber gerade deshalb ein richtig spannender Ort.
    Weniger schön ist die jüngere Geschichte von Shovi. Im August 2023 raste ein gewaltiger Bergrutsch aus Schlamm, Geröll und Wasser durch das Tal, begrub Teile des Ferienortes und riss mehr als 30 Menschen in den Tod. Die riesige Schneise ist bis heute deutlich zu sehen und macht erst richtig klar, welche unfassbaren Kräfte hier gewirkt haben.
    Wenn wir schon mal hier waren, wollten wir auch schauen, wie weit man Richtung Südossetien kommt. Nicht besonders weit, wie sich herausstellte: Am Militärposten war Schluss und wir wurden freundlich wieder zurückgeschickt.
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  • Schaschlikgewitter

    August 27 in Georgia ⋅ 🌧 23 °C

    Von Ushguli aus ging es Richtung Süden, wo wir uns die beeindruckenden Felssäulen angeschaut haben – ein bisschen wie das Elbsandsteingebirge: Steile Felswände und riesige Säulen.
    Unser Fahrtag hatte sich ordentlich gezogen und so haben wir das geplante Schaschlik auf den nächsten Tag verschoben.
    Als wir am nächsten Tag gerade loslegen wollten, brach ein heftiges Gewitter über uns herein. Wir hatten „in weiser Voraussicht“ schon Markise und Tarp aufgebaut – was sich dann bei dem Sturm als Herausforderung herausstellte. Zeltstangen, Tarp und Markise wollten sich verselbstständigen und wir standen im strömenden Regen draußen und hielten einfach alles fest. Autotür öffnen oder irgendetwas loslassen? Keine Chance. Also hieß es: ausharren.
    Und keine Stunde später: strahlend blauer Himmel, als wäre nie etwas gewesen. Also haben wir den Schaschlik gegrillt und aus dem völlig verregneten Start wurd ein herrlicher Abend mit gutem Essen und hausgemachtem Chacha - in der typischen, unettiketierten PET-Flasche natürlich!
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  • Shkhara Gletscher

    August 24 in Georgia ⋅ ☀️ 19 °C

    Den letzten richtig sonnigen Tag wollten wir unbedingt noch nutzen, um zum Shkhara-Gletscher zu wandern. Der liegt am Fuß des Shkhara, mit 5.193 Metern der höchste Berg Georgiens und einer der höchsten Gipfel des gesamten Kaukasus. Der Gletscher selbst ist – wie die meisten großen Gletscher des Kaukasus – über viele Jahrtausende entstanden und ein Überbleibsel deutlich kälterer Klimaperioden. Heute zieht er sich allerdings immer weiter zurück.
    Also hieß es mal wieder: früh aufstehen. Auf dem Weg zum Wanderparkplatz kamen uns drei deutsche Wanderer entgegen, die sich gerade mit einer Wasserdurchquerung beschäftigten. Da im Lovebus noch Platz war, haben wir sie kurzerhand eingesammelt und ihnen zumindest diesen Teil der Wanderung erspart.
    Auf der kurzen gemeinsamen Fahrt haben wir dann beschlossen, einfach zusammen weiterzuwandern. Und das war eine ziemlich gute Entscheidung. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und vor lauter Quatschen war unser Wandertempo eher gemütlich. Trotzdem waren wir mit die Ersten, die morgens am Gletscher ankamen – und das sollte sich noch auszahlen.
    Wir konnten bis ganz nach vorne zur Eishöhle laufen und standen plötzlich direkt vor dieser riesigen Eismasse. Schon von weitem ist der Gletscher beeindruckend, aber wenn man unmittelbar davorsteht, bekommt das Ganze noch einmal eine völlig andere Dimension. Über einem türmt sich das Eis, überall knackt und tropft es und aus der Gletscherhöhle schießt das Schmelzwasser ins Tal. Ein wirklich spektakulärer Moment.
    Während unserer ausgiebigen Fotosession wurde uns dann allerdings ziemlich schnell vorgeführt, warum man an so einem Gletscher nicht allzu sorglos herumstehen sollte. Mit der stärker werdenden Sonne fing das Eis ordentlich an zu tauen und plötzlich kam Geröll über den Gletscher herunter. Für uns definitiv das Zeichen, langsam wieder Abstand zu gewinnen. Wir waren genau rechtzeitig dort gewesen – die Besucher nach uns konnten schon nicht mehr so nah an die Eishöhle heran. Früh aufstehen hat sich also mal wieder gelohnt!
    Mit gebührendem Abstand zum Eis gab es erst einmal eine ausgiebige Frühstückspause mit Gletscherblick, bevor wir uns wieder auf den Weg ins Tal machten. Und da merkten wir dann auch, wie gut unsere frühe Startzeit gewesen war: Uns kamen inzwischen große Wandergruppen entgegen und auf dem vorher noch ziemlich leeren Weg wurde es zunehmend voller.
    Unten angekommen, haben wir die Wanderung ganz entspannt in einem kleinen Bergcafé in der Sonne ausklingen lassen. Danach ging es zu fünft zurück zu unserem Stellplatz am Fluss – inklusive eigenem kleinen Privatstrand.
    Und nach einer Wanderung zum Gletscher gibt es natürlich kaum einen besseren Abschluss als ein Bad im eiskalten Bergfluss. Also wurde noch eine Runde eisgebadet. Kalt genug war das Wasser jedenfalls – Gletscherfeeling bis zum Schluss.
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  • Ushguli

    August 23 in Georgia ⋅ ☀️ 21 °C

    Von Mestia aus ging es für uns weiter Richtung Ushguli – immer tiefer hinein in die spektakuläre Bergwelt Swanetiens. Schon die Dörfer unterwegs sind ziemlich faszinierend: uralte Steinhäuser, enge Gassen und überall die typischen swanetischen Wehrtürme, die teilweise schon seit dem Mittelalter über den Häusern aufragen. Die Türme gehörten früher einzelnen Familien und dienten nicht nur zur Verteidigung gegen Angreifer, sondern auch als Rückzugsort bei den berüchtigten Familienfehden. Viele dieser alten Häuser und Türme stehen bis heute – und werden teilweise tatsächlich noch genutzt.
    Auf dem Weg nach Ushguli mussten wir mit unserem Lovebus natürlich am Love Tower anhalten. Wenn schon ein Turm so heißt, können wir ja schlecht einfach vorbeifahren. Und so hatten wir auch endlich die Gelegenheit, einen dieser alten swanetischen Türme von innen zu bestaunen. Dicke Steinmauern, mehrere Stockwerke, winzige Öffnungen und steile Holzleitern – gemütlich ist anders, aber ziemlich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, wie die Menschen hier früher gelebt haben.
    Ushguli selbst wirkt auf den ersten Blick fast wie ein verlassenes mittelalterliches Dorf. Kleine, ziemlich rustikale Steinhäuser, dazwischen die alten Wehrtürme und kaum etwas, das nach einem „normalen“ bewohnten Ort aussieht. Aber sobald man ein bisschen durch die Gassen schlendert, merkt man: Hier wird tatsächlich noch gelebt. Hinter den jahrhundertealten Mauern befinden sich Wohnhäuser, Ställe, kleine Unterkünfte, Cafés und Restaurants – manchmal alles irgendwie gleichzeitig.
    Die Dörfer von Ushguli gehören zum UNESCO-Welterbe und liegen auf über 2.000 Metern Höhe, eingerahmt von den gewaltigen Gipfeln des Großen Kaukasus. Die jahrhundertelange Abgeschiedenheit hat dafür gesorgt, dass hier unglaublich viel von der traditionellen swanetischen Architektur erhalten geblieben ist.
    Und verlassen ist Ushguli spätestens auf den zweiten Blick sowieso nicht. Überall laufen Wanderer mit Rucksäcken herum, Pferde werden für Touren gesattelt, Geländewagen kommen und gehen und in den kleinen Cafés und Guesthouses herrscht ordentlich Betrieb. Ein ziemlich trubeliger Ort – nur eben in einer Kulisse, die aussieht, als wäre seit dem Mittelalter kaum Zeit vergangen.
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  • Panoramaplatz

    August 23 in Georgia ⋅ ☀️ 13 °C

    Wer in Erdkunde aufgepasst hat, weiß vielleicht: Der vermeintlich höchste Berg Europas liegt gar nicht in den Alpen, sondern im Kaukasus. Der Elbrus ist mit 5.642 Metern deutlich höher als der Mont Blanc und liegt – zumindest nach der gängigen geografischen Grenzziehung – auf der europäischen Seite des Kaukasus. Ganz einig ist man sich bei der Grenze zwischen Europa und Asien allerdings nicht. Aber egal wie man es dreht: Der Elbrus ist der höchste Berg des Kaukasus. Und den wollten wir unbedingt sehen.
    Das Problem: Zwischen uns und dem Elbrus liegen noch ein paar ziemlich stattliche Viertausender. Nach einiger Recherche hatte Anja schließlich einen Touranbieter gefunden, der für rund 200 Euro Sonnenauf- und Sonnenuntergangstouren zur Kirche des Erzengels Gabriel auf etwa 2.500 Metern Höhe anbietet. Von dort soll man einen spektakulären Blick auf Elbrus, Ushba und Tetnuldi haben.
    Also hat Anja den Standort der Kirche und eine mögliche Route dorthin herausgefunden. Und unsere Logik war ziemlich einfach: Was die Georgier mit ihren Mitsubishi Delicas schaffen, schaffen wir mit unserem Bulli auch - so zumindest die Theorie.
    Die ersten Kilometer waren zwar schon offroad, aber noch nicht wirklich dramatisch. Je weiter es nach oben ging, desto mehr änderte sich das allerdings. Zu Geröll, tief ausgefahrenen Spurrillen, Matschlöchern und engen Kurven kamen irgendwann Steigungen dazu, die zu Fuß kaum machbar sind.
    An einer besonders steilen Stelle brauchten wir drei Anläufe und Anja musste aussteigen, damit der Bulli ein paar Kilo weniger den Berg hochschleppen musste. Aber: Wir haben es geschafft.
    Oben angekommen stand bereits die Gruppe der Sunset-Tour an der Kirche – und die Blicke waren ziemlich eindeutig. Offenbar hatte niemand damit gerechnet, dass plötzlich zwei Deutsche mit so einem Bulli dort oben auftauchen. Und so wurden wir mal wieder selbst zum Fotomotiv für die anderen Touristen.
    Der Sonnenuntergang war dann einfach nur grandios. Nach und nach verschwanden die Tourfahrzeuge wieder im Tal und irgendwann hatten wir diesen unglaublichen Ort komplett für uns allein. Um uns herum die Berge des Kaukasus, über uns eine klare Sternennacht und ein so heller Mond, dass die ganze Landschaft fast unwirklich aussah.
    Aber der nächste Morgen hat das Ganze tatsächlich noch einmal getoppt.
    Wir hatten uns extra einen Wecker gestellt, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Als wir aus dem Bulli gekrochen kamen, war die Sunrise-Tour allerdings schon da – und unser Auto wurde bereits wieder fleißig fotografiert.
    Und dann dieser Sonnenaufgang: Völlig klare Sicht, ein 360-Grad-Panorama über den Kaukasus und die schneebedeckten Gipfel ringsherum. Es war einfach irre und einer dieser Momente, bei denen man gar nicht so richtig weiß, wohin man zuerst schauen soll.
    Als die Touristen wieder verschwunden waren, kamen zwei Einheimische zur Kirche. Im Gepäck hatten sie einen riesigen Haufen frisch gebackenes Brot und irgendwann winkten sie uns zu sich.
    Und so saßen wir morgens um acht an einer kleinen Kirche auf 2.500 Metern Höhe im Kaukasus, aßen frisches Brot und tranken Chacha aus abgesägten Plastikflaschen. Dazu bekamen wir eine ausführliche Predigt über diesen heiligen Ort, über Liebe, Familie und Frieden. Was für ein Frühschoppen.
    Und was für ein Ort. Hier sagen die Bilder tatsächlich mehr als tausend Worte.
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  • Ab in die Berge

    August 21 in Georgia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach unseren Erfahrungen mit Bergen und Nebel wollten wir diesmal nichts dem Zufall überlassen. Die Wettervorhersage versprach für die nächsten drei Tage Sonne und vor allem Weitsicht – also nichts wie los in den Kaukasus!
    Bevor wir Poti verlassen haben, wurden natürlich noch einmal Vorräte eingekauft, Wasser aufgefüllt und der Bulli vollgetankt. Dann ging es entlang des Enguri über Jvari weiter Richtung Berge.
    Schon die Anfahrt war ziemlich spektakulär. Die Straße führt an einem riesigen Stausee entlang, der von türkisblauem Gletscherwasser gespeist wird. Dazu überall Hochspannungsleitungen, die sich durch die Berge ziehen.
    Und spätestens hier merkt man auch, warum viele der Straßen und Pässe im Kaukasus nur in den Sommermonaten befahrbar sind. Immer wieder liegen riesige Schieferbrocken und Geröll auf der Fahrbahn, ganze Stücke der Straße sind weggebrochen oder nur noch einspurig passierbar. Kombiniert mit der Fahrweise der Georgier wurde schon die Anreise zu einem kleinen Abenteuer.
    Dafür wurden wir hinter fast jeder Kurve mit neuen Ausblicken belohnt. Die Berge tauchen immer wieder in völlig unterschiedlichen Formationen vor einem auf, die Täler werden enger und die Gipfel höher.
    Wir freuen uns riesig auf den Kaukasus. Vor allem Heinrich, denn der hatte hier bisher immer Pech mit dem Wetter. Diesmal sieht es tatsächlich so aus, als könnte es perfekt werden.
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  • Poti

    August 18 in Georgia ⋅ 🌙 25 °C

    Nach dem High Life in Batumi war uns erstmal wieder nach etwas Ruhe. Also ging es weiter Richtung Poti, wo wir zwei Nächte direkt am Strand verbracht haben. Poti ist eine wichtige Hafenstadt am Schwarzen Meer, die mit der industriellen Revolution gross geworden ist. Die Planstadt wird von unzähligen Villen im Stil der Nationalromantik umrandet. Außerdem gibt es einige bekannte Kurorte und Strände, darunter auch den sogenannten magnetischen Strand. Der eisenhaltige, schwarze Sand soll durch seine magnetischen Eigenschaften eine heilende Wirkung haben und wird schon seit vielen Jahren für Kuren und zur Erholung genutzt. Unser Stellplatz im Pinienwald war durch eine grüne Wiese mit dem magnetischen Strand verbunden. Dort grasten morgens Kühe und tagsüber haben wir beobachtet, wie die Einheimischen kommem und gehen. Ein ziemlich cooler Ort, um einfach mal die Füße hochzulegen und nichts zu machen.Ein Hund hatte uns offenbar besonders ins Herz geschlossen. Wir nannten ihn Wiggles und er ist uns zwei Tage lang nicht von der Seite gewichen.

    Ansonsten ist nicht viel passiert – und genau das war auch mal schön.
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  • Batumi

    August 17 in Georgia ⋅ ⛅ 24 °C

    Unser erster Stopp in Georgien war Batumi – und das hat uns komplett überrascht. Wir hatten eher eine etwas verschlafene Stadt am Schwarzen Meer erwartet und fanden stattdessen eine ziemlich mondäne Küstenstadt vor, die alles bietet, was man sich für einen Urlaub nur wünschen kann: Luxushotels, Parks und Promenaden, Casinos und Nachtclubs, unzählige richtig gute Restaurants und dazwischen jede Menge fancy Hochhäuser.
    Und dann gibt es noch die kleine, wunderschöne Altstadt mit ihren spektakulären Jugendstilhäusern in allen Variationen. Prächtige Fassaden, verspielte Details und einige liebevoll restaurierte Gebäude.
    Batumi entwickelte sich vor allem ab dem 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Hafen- und Handelsstadt. Durch den Ausbau des Hafens und die Anbindung an die Eisenbahn wurde die Stadt zu einem wichtigen Umschlagplatz für Öl und andere Waren aus dem Kaukasus. Der damalige Reichtum hat bis heute Spuren hinterlassen – vor allem in den vielen prächtigen Häusern der Altstadt.
    Wir sind jedenfalls völlig begeistert von Batumi und werden definitiv irgendwann nochmal wiederkommen.
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  • Gülegüle

    August 16 in Turkey ⋅ ☁️ 21 °C

    Heute haben wir die Türkei am Schwarzen Meer verlassen. Unsere letzte Nacht verbrachten wir noch einmal ruhig an einem Stellplatz direkt am Fluss. Heute Morgen klingelte der Wecker früh, denn wir wollten vor der Rush Hour an der Grenze sein.
    Ganz so reibungslos wie erhofft lief es dann allerdings nicht. Wir mussten getrennt über die Grenze: Anja zu Fuß, Heinrich mit dem Bulli. Bei Anja ging es erstaunlich schnell, allerdings waren die türkischen Grenzbeamten nicht gerade bester Laune. Dazu kamen die Sprachbarriere und ein etwas komplizierter Sonderfall: Wir waren zwischendurch ohne Auto aus der Türkei ausgereist, was bei der Ausreise mit dem Bulli dann irgendwie doch für einige Fragen sorgte.
    Bei Heinrich zog sich die Abfertigung deshalb ordentlich in die Länge. Irgendwann war aber alles geklärt, die Stempel waren gesetzt, alle Strafzettel bezahlt und nach insgesamt rund zwei Stunden standen wir tatsächlich auf der georgischen Seite.
    Damit liegt die Türkei nun hinter uns – und vor uns liegt ein neues Land mit neuen Straßen, neuen Landschaften und hoffentlich ganz vielen neuen Abenteuern.
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  • Kaçkar Nationalpark

    August 15 in Turkey ⋅ ☁️ 14 °C

    Eigentlich wollten wir von Çatköy aus direkt weiter Richtung Schwarzmeerküste und schließlich nach Georgien. Dann haben wir uns aber spontan umentschieden und sind stattdessen durch den Kaçkar Dağları Milli Parkı gefahren.
    Die ersten 15 Kilometer hatten wir sogar noch Glück mit dem Wetter und wir konnten zumindest erahnen, wie unglaublich die Aussicht und das Bergpanorama hier bei gutem Wetter sein müssen. Gegen Mittag zog es dann allerdings wieder komplett zu und den Großteil der Strecke sind wir durch dichten Nebel gefahren.
    Umso überraschender war es, als wir plötzlich mitten in einem richtigen Touridorf herauskamen. Nach der ganzen Einsamkeit in den Bergen standen auf einmal überall Mietwagen mit arabischen Urlaubern und große Familiengruppen aus dem Irak. Offensichtlich ist die Gegend hier ein ziemlich beliebtes Urlaubsziel.
    Und das merkt man auch an der Infrastruktur: Jeder Wasserfall ist direkt mit dem Auto erreichbar und so ausgebaut, dass wirklich niemand mehr weit laufen muss. Dazu gibt es Çay und Köfte an jeder Ecke, Touribusse, Souvenirshops, Schaukeln über Flüssen und Tälern, jede Menge Instagram-Spots und dazwischen wilde Hunde.
    Für uns ging es weiter Richtung Schwarzes Meer. Entlang der Strecke reihten sich noch Raftingangebote, Terrassenrestaurants direkt am Fluss und immer wieder Teefelder an den steilen Berghängen mit kleinen Cottages dazwischen. An den Teeterrassen standen die typischen Stelzenhäuser, die hier scheinbar einfach irgendwo in die Hänge gebaut werden.
    Alles war dabei von Nebelschwaden und nasskaltem Wetter eingehüllt. Nach den trockenen und heißen Wochen im Landesinneren fühlte sich das nach einer anderen Welt an - wie im Regenwald.
    Irgendwann erreichten wir schließlich die Autobahn entlang der Schwarzmeerküste und waren damit nach vielen einsamen Bergkilometern auch wieder mitten die Zivilisation.
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  • Ikizdere - Catköy

    August 14 in Turkey ⋅ 🌫 15 °C

    Die nächste Offroadtour sollte uns wieder auf über 3.000 Meter bringen – diesmal mit Aussicht auf das vergletscherte Kaçkar-Gebirge. Die Gipfel sind teilweise sogar im Sommer noch schneebedeckt und versprechen eigentlich ein ziemlich spektakuläres Bergpanorama.
    Bevor es am nächsten Morgen wieder hoch hinausging, haben wir uns im Tal am Fluss noch mit frischen Forellen eingedeckt. Zur Stärkung für die nächsten Kilometer gab es abends an einem Picknickplatz eine richtig leckere Ucha – eine klare russische Fischsuppe.
    Die Fahrt am nächsten Tag hat sich dann allerdings ganz schön gezogen. Statt der angekündigten tollen Ausblicke gab es vor allem Nebel und bunte Blumen am Pistenrand. Der Nebel war teilweise so dicht, dass wir nicht einmal die Kühe vor uns auf der Straße gesehen haben. Schade um die eigentlich fantastische Aussicht auf die Berge, aber die Fahrt durch dieses riesige Nebelmeer hatte trotzdem ihren ganz eigenen Reiz.
    Entlang der Strecke sind uns außerdem immer wieder ziemlich kreative Konstruktionen für die Honigproduktion aufgefallen. Teilweise hingen ganze Holzfässer hoch oben an den Felsen und wurden mit Flaschenzügen nach oben und unten bewegt. Der Grund dafür: Schutz vor Bären, die natürlich ebenfalls ziemlich gerne an den Honig kommen würden.
    Irgendwann ging es wieder bergab und am Ende der Berge landeten wir erneut im Flusstal. Dort haben wir einen richtig schönen Schlafplatz direkt am Ufer gefunden. Der Fluss macht zwar ordentlich Krach, aber immerhin hört man dadurch die Autos auf der Straße nicht mehr.
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  • Cigdemlik - Dereköy

    August 12 in Turkey ⋅ ⛅ 18 °C

    Von Bayburt aus ging es zum Ausgangspunkt unserer nächsten Bergtour. Eigentlich wollten wir die berühmte D915 fahren, haben uns dann aber bewusst dagegen entschieden. Zu viele Touribusse und Bikergangs sind inzwischen dort unterwegs. Stattdessen haben wir eine andere Route genommen und die Piste führte uns immer höher ins Gebirge. An den Gipfeln hing schon der Nebel und überall entlang der Strecke blühten unzählige bunte Blumen. Besonders schön waren die Flussläufe, wo sich leuchtend grüne und gelbe Pflanzen durch das graue Gestein zogen, fast wie grüne Adern in der ansonsten kargen Landschaft oberhalb der Baumgrenze.
    Dazu hatten wir immer wieder ein fantastisches Bergpanorama. Bis wir schließlich auf 3.109 Metern Höhe auf dem Pass standen – mitten im Nebel. Auf der Nordseite wurde der Nebel dann noch dichter und begleitete uns bis zu unserem Schlafplatz.
    Dort lag ein Bergsee auf 2.955 Metern. Also natürlich noch schnell rein ins Wasser: Eisbaden muss sein. Danach waren wir dann auch froh, uns im Bulli einzukuscheln und den Blick auf den Wasserfall zu genießen.
    Am nächsten Tag ging es weiter durch Anzer, das vor allem für seinen besonderen Honig bekannt ist. Eine Deutsche aus Echterdingen, die mit ihrem türkischstämmigen Mann gerade auf Heimatbesuch war, erzählte uns, dass der Anzer-Honig sogar gesünder sein soll als Manuka-Honig.
    Ihre Tochter hatte außerdem noch eine ganz andere Info für uns: Sie hatte vor Kurzem den Po eines Bären gesehen und meinte, hier gäbe es richtig viele davon. Bei unserer Fahrt ins Tal konnten wir uns das tatsächlich ziemlich gut vorstellen. Die Strecke führte am Fluss entlang, zwischen steilen Felswänden und unzähligen Felsspalten. Perfekte Stellen für Bärenhöhlen – und im Fluss wahrscheinlich auch genug Fisch. Die Landschaft sah jedenfalls genau so aus, wie man sich Bärenland vorstellt.
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  • Erzincan & Bayburt

    August 9 in Turkey ⋅ ☁️ 26 °C

    Nachdem wir uns von unseren italienischen Freunden verabschiedet hatten, ging es für uns weiter Richtung Erzincan. Zehn Tage nachdem wir Ankara verlassen hatten, waren mal wieder Wäsche und Großeinkauf angesagt.
    Erzincan ist deutlich größer, als wir es uns vorgestellt hatten. Die Stadt ist mit ihrer Universität, dem Militär und dem Wintersport ein wichtiger Mittelpunkt der Region und entsprechend lebendig. Wir fanden eine Wäscherei und verbrachten die Zeit bis zur Abholung unserer Wäsche mit Einkaufen und ein bisschen planlosem Herumschlendern. Dabei sind uns erstaunlich viele türkische Familien begegnet, die Deutsch gesprochen haben. Nachdem wir alles erledigt hatten, fanden wir schließlich einen einfachen Schlafplatz außerhalb der Stadt.
    Am nächsten Tag ging es weiter nach Bayburt – und auch hier waren wir wieder überrascht, wie groß und belebt die Stadt ist. Zwischen den Bergen tauchten plötzlich jede Menge Universitätsgebäude auf und mittendrin thronte eine riesige Burg über der Stadt. Bayburt Kalesi liegt auf einem felsigen Höhenrücken und war über Jahrhunderte ein strategisch wichtiger Punkt an einer der großen Handelsrouten: an einem wichtigen Abschnitt der historischen Seidenstraße: Hier kreuzten sich Verkehrswege, die von den Schwarzmeerhäfen und der anatolischen Küste ins Landesinnere und weiter Richtung Iran und Zentralasien führten. Gleichzeitig verliefen Verbindungen nach Norden in Richtung Kaukasus und Süden Richtung Mesopotamien. Genau deshalb wurde die Stadt auch so stark befestigt – die Burg bewachte nicht nur Bayburt selbst, sondern vor allem diesen wichtigen Transitweg. Über die Jahrhunderte waren hier unter anderem Römer, Byzantiner, Araber, Seldschuken und Osmanen präsent.
    Bevor wir Bayburt wieder verlassen haben, musste natürlich noch ein wichtiger Punkt erledigt werden: Baklava kaufen! Das hatten wir tatsächlich auf unserer bisherigen Reise noch kein einziges Mal probiert.
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  • La Grande Arancia (and The Green Chocho)

    August 8 in Turkey ⋅ ☀️ 26 °C

    Heute geht es für unsere italienischen Freunde Benni und Luca zurück nach Hause – und deshalb widmen wir ihnen heute diesen Blogeintrag auf Italienisch.
    💚🤍❤️
    Oggi i nostri amici italiani Benni e Luca tornano a casa – e proprio per questo dedichiamo a loro il post di oggi, scritto in italiano.

    Quando abbiamo incontrato i due, il nostro umore era un po’ giù. Ma poi Benni ci ha salutato con un gesto così amichevole e quella che doveva essere una semplice birra insieme si è trasformata rapidamente in qualcosa di molto più grande.
    Quella che doveva essere una serata è diventata diversi giorni insieme: la Tas Yolu, un tour tra le montagne, innumerevoli stelle cadenti, lunghe conversazioni, tante risate e persino una visita insieme in officina – che i due, durante il loro viaggio in realtà piuttosto breve, hanno affrontato con noi e a quanto pare si sono persino divertiti. Come ricompensa, ci hanno anche preparato della pasta italiana semplicemente fantastica.
    Ci siamo trovati incredibilmente bene fin dall’inizio. Benni e Luca sono due persone davvero aperte, interessanti ed entusiaste. Dopo pochissimo tempo sembrava già di conoscerci da molto più tempo.
    La nostra ultima serata insieme è stata il finale perfetto: un posto incredibile proprio sul lago delle doline, un Sundowner con un Mojito improvvisato alla menta di montagna, stelle e lunghe conversazioni. La mattina dopo siamo andati ancora insieme con le SUP sul lago e abbiamo fatto anche un bagno – e poi è arrivato il momento di salutarci.
    È incredibile quanto velocemente degli sconosciuti possano diventare persone così importanti. Siamo incredibilmente grati di aver incontrato Benni e Luca proprio nel momento giusto.
    Oggi le loro strade li riportano in Italia. Ma siamo sicuri che le nostre strade si incroceranno di nuovo – a Genova, in Patagonia o da qualche parte nel mezzo. Non sappiamo ancora dove, ma ci rivedremo.
    A volte si incontrano certe persone proprio nel momento giusto.
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  • Dolinen bei Sivas

    August 8 in Turkey ⋅ ☀️ 32 °C

    Als wir morgens beschlossen, wieder gemeinsam weiterzufahren, war schon klar: Die Nacht wollen wir an einem der Dolinenseen bei Sivas verbringen. Nur wussten wir noch nicht so genau, ob man dort auch baden kann. Also haben wir vorsichtshalber noch einen Zwischenstopp an einem anderen See eingelegt.
    Am Tödürge Gölü angekommen, ging es erst einmal in ein kleines Fischrestaurant. Danach haben wir tatsächlich noch einen schönen Platz zum Baden gefunden und sind alle zusammen ins Wasser gesprungen. Bei der Hitze war die Abkühlung genau das Richtige. Der Tödürge Gölü ist übrigens kein gewöhnlicher See, sondern ein Karstsee, der unter anderem von Quellen am Seeboden und dem Acısu-Bach gespeist wird. Das Wasser ist deshalb ziemlich mineralreich und enthält viel Sulfat. Mit rund 3,5 km² ist er außerdem der größte See der Provinz Sivas und liegt auf knapp 1.300 Metern Höhe.
    Anschließend wollten wir den See noch umrunden – was sich dann als deutlich abenteuerlicher herausstellte als gedacht. Dafür wurden wir mit jeder Menge Vögeln belohnt. Wir haben Schlangenadler, Falken, Störche und Fischreiher gesehen, dazu unzählige andere Arten. Der Tödürge Gölü gilt tatsächlich als wichtiges Feucht- und Vogelgebiet.
    Danach ging es weiter zu unserem eigentlichen Ziel: den Dolinen bei Sivas. Und die sind wirklich etwas Besonderes. Die Gegend zwischen Sivas, Hafik, Zara und İmranlı gehört zu den bedeutendsten Gipskarstgebieten der Welt. Unter unseren Rädern liegt hier teilweise eine mehrere hundert Meter mächtige Gipsformation. Gips ist wesentlich leichter löslich als Kalkstein. Wasser sickert durch Risse und Klüfte, löst dabei langsam das Gestein und schafft unterirdische Hohlräume. Irgendwann kann die Oberfläche darüber instabil werden und einbrechen – so entstehen Einsturzdolinen.
    Das Ergebnis sieht teilweise fast aus wie eine Landschaft von einem anderen Planeten: unzählige runde und ovale Senken, dazwischen schmale Grate, steile Gipswände und immer wieder Wasserflächen. Manche der größeren Dolinen haben sich zu regelrechten Becken entwickelt und füllen sich mit Wasser.
    Für uns war das Ganze aber vor allem eines: ein ziemlich außergewöhnlicher Stellplatz für die Nacht.
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  • Bergtour

    August 7 in Turkey ⋅ ☀️ 29 °C

    Vom Dunklen Canyon aus ging es gemeinsam mit unseren italienischen Freunden auf eine richtige Bergtour. Von Çakırtaş sollte unsere Route über mehrere Pässe bis nach İmranlı führen. Nach dem Taş Yolu bogen wir Richtung Norden ab und fanden am Startpunkt der Offroad-Strecke einen traumhaften Stellplatz mitten in den Bergen – besser hätte der Ausgangspunkt kaum sein können.
    Am nächsten Morgen ging es los. Und schon nach den ersten Kilometern wurde klar: Diese Tour wird etwas Besonderes. Die Aussicht wurde mit jedem Kilometer spektakulärer. Wir fuhren durch tiefe, sattgrüne Täler, deren Flüsse die umliegenden Felder mit Wasser versorgen, und folgten einer abenteuerlichen Piste durch zerklüftete Felslandschaften und steile Geröllhänge. Unglaublich, wie vielseitig die Gebirgslandschaft hier ist – wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
    Mal schlängelte sich die Piste direkt an kleinen Bachläufen entlang durch enge, felsige Schluchten, mal ging es über schmale Wege mit ordentlich Luft zwischen uns und dem Abgrund. Hinter jeder Kurve wartete wieder ein neues Panorama. Schließlich arbeiteten wir uns bis auf die höchste Passhöhe der Tour auf etwa 2.200 Meter hinauf. Dort machten wir erst einmal Mittagspause und genossen die Aussicht über die endlosen Bergketten.
    Danach ging es mit herrlichem Panorama weiter, bis wir schließlich einen weiteren traumhaften Stellplatz mitten in den Bergen fanden.
    Am nächsten Tag stand dann die Abfahrt ins Tal auf dem Programm. Nach all den Steigungen durften auch der Bulli und der Landy mal ein bisschen durchatmen. Noch vor İmranlı bogen wir wieder Richtung Westen ab, denn gemeinsam mit unseren italienischen Freunden wollten wir uns noch die Dolinen von Sivas anschauen.
    Die Fahrt dorthin war noch einmal ein echtes Highlight. Durch ein grünes Tal mit hohen Silberpappeln, Weiden und kleinen Flussläufen führte unsere Route – einfach malerisch. Nach den wilden und felsigen Bergen der vergangenen Tage war diese Landschaft noch einmal ein ganz anderer, wunderschöner Abschluss unserer gemeinsamen Bergtour.
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  • Endlich wieder Werkstatt

    August 6 in Turkey ⋅ ☀️ 31 °C

    Mitten auf dem Weg durch den Canyon hat es plötzlich laut am Dachträger gekracht. Im ersten Moment dachten wir, wir wären irgendwo an einem Felsen hängengeblieben. Die Tunnel waren aber alle groß genug – und eigentlich hatten wir schon länger darauf gewartet, dass unsere etwas abenteuerliche Dachträger-Konstruktion irgendwann ihren Geist aufgibt.
    Also ging es kurzerhand zurück nach Kemaliye. Dort hatten wir schon vor unserer Abfahrt Bekanntschaft mit den Jungs aus einer kleinen Werkstatt gemacht. Mit einem auffälligen Bulli (in Begleitung eines Land Rover Defenders) kommt man eben fast überall schnell ins Gespräch.
    Heinrich hat das gebrochene Teil vom Dachträger abgeschraubt, unser Werkstatt-Abi hat es kurzerhand wieder zusammengeschweißt und wir wurden mal wieder zur Attraktion im Dorf. Der “Warteraum” der Werkstatt füllte sich innerhalb kürzester Zeit mit neugierigen Besuchern, die zuschauen wollten, wer da mit dem deutschen Bulli gestrandet war.
    Nach nicht einmal einer Stunde war alles wieder repariert. Es ist wirklich beeindruckend, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen hier sind. Obwohl wir kaum dieselbe Sprache sprechen, wird einem sofort geholfen. Bezahlen durften wir natürlich nichts – stattdessen gab es noch einen heißen Çay dazu.
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  • Kemaliye

    August 6 in Turkey ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach der aufregenden Fahrt durch den Karanlık Kanyon haben wir uns erst einmal eine entspannte Mittagspause in Kemaliye gegönnt. Am eiskalten Bergbach konnten wir uns von der Hitze abkühlen und anschließend noch durch die kleinen Läden im Ort schlendern, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.
    Kemaliye ist ein richtig schönes, historisches Städtchen und gehört seit 2021 zum UNESCO-Programm der Creative Cities für Handwerk und Volkskunst. Besonders beeindruckt haben uns die liebevoll erhaltenen osmanischen Häuser aus Stein und Holz mit ihren kunstvoll geschnitzten Erkern und Innenhöfen. Die schmalen Gassen, die alten Gebäude und die entspannte Atmosphäre machen den Ort zu etwas ganz Besonderem.
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  • Taşyolu

    August 6 in Turkey ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir haben die Nacht direkt am Ufer des Euphrats verbracht und dort ein nettes Pärchen aus Italien kennengelernt. Gemeinsam haben wir den Abend ausklingen lassen und uns auf das gefreut, was am nächsten Tag vor uns lag.
    Die berühmte Taşyolu führt durch den Karanlık Kanyon (Dark Canyon) und zählt zu den spektakulärsten Straßen der Türkei. Wir hatten schon viele Videos von dieser Straße gesehen und waren entsprechend gespannt.
    Die Straße schlängelt sich durch eine gewaltige Schlucht, immer entlang des Euphrats. Es geht durch stockfinstere, direkt in den Fels gehauene Tunnel, vorbei an senkrechten Felswänden und immer wieder öffnen sich Ausblicke, bei denen man einfach nur staunen kann. Dazu kommen enge Kurven und teilweise ziemlich beängstigend steile Abgründe – definitiv keine Straße, die man gedankenverloren fährt.
    Wir mussten immer wieder anhalten, um die Aussicht auf uns wirken zu lassen. Diese Kombination aus Fels, Tunnel, Fluss und Schlucht ist einfach einzigartig.
    Für uns ist die Taşyolu ganz klar die spektakulärste Straße, die wir bisher gefahren sind.
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  • Zentralanatolisches Hochland

    August 4 in Turkey ⋅ ☀️ 30 °C

    Vom Tuz Gölü aus haben wir uns ganz gemütlich Richtung Kemaliye vorgearbeitet. Statt möglichst schnell ans Ziel zu kommen, haben wir jede Menge kleine Straßen mitgenommen – und das hat sich absolut gelohnt.
    Die Landschaft hat sich gefühlt alle paar Kilometer verändert. Mal endlose Steppe, dann wieder sanfte Hügel, bizarre Felsformationen und schließlich beeindruckende Schluchten. Fast wie eine Geologiestunde zum Mitfahren. Die Gegend zwischen Ankara und Sivas gehört zum zentralanatolischen Hochland. Über Millionen von Jahren haben Vulkane, tektonische Verschiebungen und Erosion diese Landschaft geformt. Überall sieht man unterschiedlichste Gesteinsschichten, steile Felswände und weite Hochebenen – manchmal fühlt es sich an, als würde man durch verschiedene Erdzeitalter fahren.
    Auch unsere Stellplätze hätten kaum schöner sein können. Jeden Abend standen wir irgendwo mit einer grandiosen Aussicht, ganz allein in der Natur und haben einfach die Ruhe genossen.
    Unterwegs haben wir noch einen Stopp in Kangal eingelegt, bevor wir nach insgesamt drei entspannten Tagen auf dieser idyllischen Strecke endlich den Euphrat erreicht haben. Ein ziemlich besonderer Moment, an diesem geschichtsträchtigen Fluss anzukommen.
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  • Tuz Gölü

    August 2 in Turkey ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach den Tagen in Ankara haben wir uns noch eine ruhige Nacht am nahezu ausgetrockneten Salzsee gegönnt. Ganz in der Nähe einer Salzfabrik haben wir einen richtig schönen und total entspannten Stellplatz gefunden. Der Tuz Gölü ist vor allem am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel für die Menschen aus Ankara, bei uns war es aber herrlich ruhig.
    Am nächsten Morgen sind wir barfuß über den See gelaufen. Das Wasser war angenehm warm, glasklar und unglaublich flach – man konnte ewig weit hinauslaufen. Unter den Füßen knirschten die dicken Salzkrusten, was sich echt verrückt angefühlt hat. Ein richtig cooler Ort und mal wieder so ein Platz, der zeigt, wie abwechslungsreich die Türkei ist.
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