• GG72
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Sterneküche

Ja, wir essen gerne gut. Wir reisen auch dazu um die ganze Welt. Der Michelin-Guide hilft dabei, außergewöhnliche Restaurants zu finden. Aber natürlich auch Empfehlungen, die Liste der 50 besten Restaurants oder die Serie Chef‘s Table. Læs mere
  • Inter Scaldes, Kruiningen, Niederlande

    9. november 2025, Holland ⋅ ⛅ 10 °C

    Inter Scaldes
    Zandweg 2, 4416 NA Kruiningen, Niederlande
    2 Michelin-Sterne, Mitglied der Les Grandes Tables du Monde

    Nach einer dann doch etwas längeren Anfahrt wurden wir schon auf dem Parkplatz herzlich begrüßt – ein erster Vorgeschmack auf die Gastfreundschaft, die uns den ganzen Abend begleiten sollte. Im stilvollen Empfangsbereich begann das Erlebnis mit einem Glas Wein und den ersten genialen Häppchen.

    Danach führte man uns in die Küche, wo wir einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen durften. Hier standen noch die „Reste vom Fischmarkt“ bereit – als kleine Kostprobe direkt aus der Hand des Küchenteams. Der Abend begann damit ausgesprochen lebendig und persönlich.

    Am Tisch folgte dann ein Menü auf allerhöchstem Niveau. Jeder Gang – kunstvoll angerichtet, perfekt abgeschmeckt und voller überraschender Kombinationen – war ein kleines Kunstwerk. Die Teller erinnerten an Landschaften und Farben der See, von zarten Garnelen über feinste Gemüsekompositionen bis hin zu einem beeindruckenden Hauptgang mit intensiver Sauce.

    Auch die Desserts waren ein Erlebnis für sich: verspielte Formen, leichte Texturen und immer wieder ein Hauch von Säure und Frische. Besonders in Erinnerung bleibt der hohe, fast skulpturale Aufbau eines süßen Turms – beeindruckend anzusehen und köstlich zugleich.

    Der Service war makellos, aufmerksam, aber nie aufdringlich. Man spürte die Ruhe und Erfahrung eines eingespielten Teams.

    Ein Abend im Inter Scaldes ist weit mehr als ein Essen – es ist ein perfekt orchestriertes Erlebnis zwischen Kunst, Handwerk und Herzlichkeit. Ein würdiger Vertreter der niederländischen Spitzenküche.
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  • L’Atelier des Augustins, Lyon

    28. november 2025, Frankrig ⋅ ☁️ 4 °C

    L’Atelier des Augustins
    12 Rue d’Algérie, 69001 Lyon, Frankreich.
    1 Michelin-Stern.

    Am Abend sind wir gemeinsam zu unserem ersten Restaurant in Lyon gelaufen, dem L’Atelier des Augustins. Das kleine Lokal liegt am Fuß des Croix-Rousse-Hügels, mitten in einem Viertel, das früher das Zentrum der Seidenweber war. Heute ist es bekannt für kreative, kleine Restaurants und Bars, und genau so fühlt sich auch dieses Atelier an: unkompliziert, modern, warmes Licht, viel Holz, offene Küche und eine sehr konzentrierte, aber entspannte Atmosphäre.

    Gekocht wird hier eine Mischung aus französischer Bistroküche und sehr modernen Elementen. Es gibt keine Karte, sondern ein Surprise-Menü, das sich konsequent nach Saison und Tagesverfügbarkeit richtet. Man gibt sich der Küche komplett hin, was perfekt zu diesem Ort passt. Wir hatten zwei Tische, und von Anfang an war die Stimmung locker, lebendig und fast familiär.

    Nach den ersten kleinen Tellern ging es mit der Dorade als Hauptgang weiter, perfekt gegart, leicht, präzise und sehr fein angerichtet. Danach folgte die Wildente, klassisch französisch, mit einer tiefen, intensiven Sauce – genau diese Art von Küche, für die Lyon berühmt ist. Man merkt sofort, warum diese Stadt durch Paul Bocuse zur gastronomischen Referenz geworden ist.

    Der Käsewagen war für sich genommen schon ein kleines Highlight, doch das Dessert setzte noch einmal einen unerwarteten Akzent: eine Kombination aus Pilzen und Süße, ungewöhnlich, mutig und erstaunlich harmonisch. Ein Abschluss, der im Gedächtnis bleibt.

    Es war ein großartiger erster Abend, mit sehr gutem Essen, vielen Gesprächen und dem Gefühl, dass diese Reise ein wirklich schönes Wiedersehen für uns alle wird. Gegen Mitternacht sind wir dann noch eine gute halbe Stunde durch das nächtliche Lyon zurück zum Hotel gelaufen.
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  • Imperial, Nürnberg

    30. december 2025, Tyskland ⋅ 🌙 -3 °C

    Imperial by Alexander Herrmann & Michi Seitz
    Königstraße 70, 90402 Nürnberg
    Empfohlen im Guide Michelin (Empfohlen, „Guide MICHELIN Gute Küche“, aber kein Michelin-Stern).

    Besuch nach längerer Pause. Wir haben diesmal das Celebration Mood Menü mit zwei Gängen gewählt. Das Konzept ist wie immer: alles auf den Tisch, teilen, probieren, entdecken. Viele kleine Schalen, Teller und Häppchen – optisch sehr schön und kreativ angerichtet, geschmacklich überwiegend sehr gut. Man merkt die Handschrift des Hauses und die Kombination aus regionalen Komponenten und internationalen Einflüssen.

    In der ersten Runde gab es unter anderem Sashimi vom Saibling mit Wasabi und Roter Bete, Hamachi-Ceviche mit Chili und Gurke, ein kleines Ramen mit pochiertem Ei, Blaukrautsalat mit Petersiliencreme, Entenleber-Creme mit Birne und Haselnuss sowie einen frischen Caesar-Salat-Ansatz mit Salatherzen. Alles sauber abgeschmeckt, teilweise überraschende Kombinationen, die gut funktioniert haben. Gerade das Ramen und die Ceviche waren für mich die Highlights dieser Runde.

    In der zweiten Runde wurde es dann kräftiger und sättigender: Pekingsentenbrust mit Rotweinbutter, Wirsing mit Zwiebel und Speck, ein würziger Selleriesalat, die fränkischen Trüffel-Pommes und der im Tempurateig gebackene Karpfen. Genau hier lag dann auch unser Kritikpunkt. Geschmacklich in Ordnung, aber der Fisch und die Pommes waren insgesamt zu schwer und sehr fettigim Mundgefühl. Dadurch kam schnell ein sättigendes Gefühl auf und wir waren früh voll. Wir hätten uns für den zweiten Teil des Menüs etwas mehr Leichtigkeit gewünscht, weil der Rest eigentlich sehr fein und ausgewogen war.

    Insgesamt bleibt das Imperial eine gute Adresse in Nürnberg. Kreativ, abwechslungsreich und ein schöner Abend, wenn man Lust auf viele Eindrücke und ein gemeinsames Teilen der Speisen hat. Die Menge ist großzügig, man sollte also hungrig kommen oder rechtzeitig bremsen.
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  • Restaurant 5, Stuttgart

    4. januar, Tyskland ⋅ ⛅ -2 °C

    Restaurant 5
    Bolzstraße 8, 70173 Stuttgart
    1 Michelin-Stern

    Wir waren im 5 in Stuttgart und haben einen sehr stimmigen Abend erlebt: moderne Küche mit klarer Idee, präziser Technik und viel Sinn für Balance. Schon der Einstieg mit dem Amuse-Bouche – das „Soulfood-Schälchen“ aus Senfei-Gurke, Kartoffel, Hollandaise und Senf – war mehr als nur netter Gruß aus der Küche.

    Die Brotauswahl hat uns begeistert: warmes Kartoffelbrioche mit feiner Kruste, dazu eine Brotschnecke mit Auberginenfüllung sowie Butter und ein Aufstrich aus Pecorino, Ricotta und Trüffel.

    Der Balfeó-Thunfisch kam als Sashimi, leicht mariniert, begleitet von einer kühlen Buttermilch-Dashi, feinem Kaviar, süß-sauer eingelegter Gurke und Kumquat-Creme. Frisch, cremig und präzise gewürzt, mit einer sehr sauberen Aromatik und schöner Spannung zwischen Säure, Fett und Umami.

    Beim Hauptgang überzeugte das Dan Morgan Ranch US Beef. Als Tramezzini interpretiert, mit feiner Beef-Farce, Wagyu ’Nduja und etwas Foie Gras, schonend gegart und anschließend goldbraun angebraten. Serviert auf Petersilienpüree, dazu Kastaniencreme und eine aromatische Madeira-Sauce, frisch gehobelter Périgord-Trüffel zum Abschluss. Saftig, würzig und luxuriös, ohne schwer zu wirken.

    Das Dessert, die Winterbombe à la „5“, war ein schönes Finale: Mousse aus gebrannter Schokolade, gefüllt mit Miso-Salzkaramell, darunter Earl-Grey-Gelee und Shortbread. Dazu süß-sauer eingelegte Äpfel mit tasmanischem Pfeffer, ein grünes Apfel-Earl-Grey-Sorbet und eine knusprige Hippe. Schokoladig, frisch und duftig, mit klarer Tee-Note und guter Leichtigkeit zum Schluss.

    Insgesamt ein sehr runder Abend mit einer Küche, die komplexe Ideen klar und verständlich auf den Teller bringt. Beim Service mussten sie wohl auf Aushilfskräfte zurückgreifen, da hat einiges nicht gepasst.
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  • Cocina Hermanos Torres, Barcelona

    14. januar, Spanien ⋅ ☁️ 12 °C

    Cocina Hermanos Torres
    Carrer del Taquígraf Serra 20, 08029 Barcelona, Spanien
    3 Michelin-Sterne

    Hinter dem Restaurant stehen die Zwillingsbrüder Sergio Torres und Javier Torres, die zu den bekanntesten Köchen Spaniens zählen. Ihre Karriere begann klassisch, unter anderem in Spitzenhäusern wie El Racó de Can Fabes und bei Alain Ducasse, bevor sie sich mit eigenen Projekten selbstständig machten. Mit Cocina Hermanos Torres haben sie ihre persönliche Vision eines modernen, produktfokussierten Fine Dining umgesetzt. Der Anspruch ist klar: kompromisslose Produktqualität, handwerkliche Präzision und eine Küche, die Technik und Emotion verbindet, ohne ins Theatralische abzudriften.

    Das Restaurant selbst ist wie eine große, offene Bühne aufgebaut. Mehrere Kücheninseln stehen verteilt im Raum, jede für einen bestimmten Teil des Menüs verantwortlich. Die Gäste sitzen rundherum, sodass man jederzeit Einblick in die Arbeit der Köche hat – vom Anrichten bis zu den letzten Handgriffen. Dadurch entsteht eine sehr direkte, fast transparente Beziehung zwischen Küche und Gast, die man in dieser Konsequenz nur selten erlebt. Trotz der Größe des Raumes wirkt das Ambiente ruhig, elegant und überraschend entspannt.

    Die Auszeichnungen sprechen für sich. Seit 2022 hält Cocina Hermanos Torres die Höchstauszeichnung von drei Michelin-Sternen und gehört damit zur absoluten Weltspitze. Gelobt werden insbesondere die klare Handschrift der Küche, die Konstanz über das gesamte Menü hinweg und das außergewöhnliche Restauranterlebnis als Gesamtkonzept.

    Wir hatten das große Degustationsmenü mit 16 Gängen. Im Mittelpunkt stehen saisonale Produkte, häufig aus dem mediterranen Raum, die sehr pur, aber technisch perfekt verarbeitet werden. Gemüse spielt eine zentrale Rolle, Fisch und Meeresfrüchte sind präzise gegart, Fleisch wird eher dosiert eingesetzt. Die Gänge bauen logisch aufeinander auf, mit feinen Säure- und Texturwechseln, sodass das Menü trotz seiner Länge sehr gut zu bewältigen ist. Portionsgrößen und Rhythmus sind exzellent abgestimmt, man fühlt sich am Ende angenehm gesättigt, aber nicht überladen.

    Insgesamt war der Besuch eine sehr runde Erfahrung: ein außergewöhnliches Restaurantkonzept, Köche mit klarer Vision, höchste Auszeichnung zu Recht – und ein Menü, das über viele Gänge hinweg konstant auf sehr hohem Niveau bleibt.
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  • De Kristalijn, Genk, Belgien

    4. februar, Tyskland ⋅ ☁️ 2 °C

    De Kristalijn
    Oude Hoevestraat 16, 3600 Genk
    1 Michelin-Stern

    Wir waren zum Mittagessen im De Kristalijn in Genk, auf dem Weg von Löwen nach Bonn. Ein idealer Stopp ohne viel Umweg. Das Restaurant liegt ruhig im Grünen bei dem Golfplatz in einem modernen Gebäude mit viel Glas. Sehr gemütlich!

    Wir haben uns für das 3-gängige Market Menü entschieden. Zum Auftakt gab es nette Amuse-Bouches, unter anderem Austern, sehr frisch und nett angemacht mit Äpfeln. Leider mussten wir uns auf einen Moktail genügen, aber auch der war sehr nett. Aber noch mehr haben die kleinen Teile mit Foie gras … ja …

    Die folgenden Gänge mit Makrele und dann Hirsch waren einfach perfekt zubereitet, ohne viel Schnickschnack.
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  • Deutsches Haus – Dinkelsbühl

    29. marts, Tyskland ⋅ ☀️ 5 °C

    Restaurant: Altdeutsches Restaurant im Hotel Deutsches Haus
    Ort: Dinkelsbühl, Bayern
    Guide Michelin: Michelin-Empfehlung (kein Stern)
    Küche: Moderne fränkische Küche mit regionalen Produkten

    Auf dem Weg nach Zürich wollte ich mir zum Sonntagabend noch einmal etwas Besonderes gönnen. Also kurzer Zwischenstopp in Dinkelsbühl – einer der schönsten mittelalterlichen Städte Deutschlands. Schon das Hotel Deutsches Haus mit seiner beeindruckenden Fachwerkfassade ist ein echter Blickfang und zählt zu den bekanntesten Gebäuden der Altstadt.

    Der Name „Altdeutsches Restaurant“ klingt zunächst etwas rustikal und traditionell. Tatsächlich erwartet einen aber eine moderne, fein interpretierte fränkische Küche. Das Restaurant wird seit vielen Generationen familiengeführt und verbindet die historische Atmosphäre des Hauses mit zeitgemäßer Kulinarik. Nicht umsonst wird es seit Jahren vom Michelin Guide empfohlen.

    Hatte das das 4-Gang-Menü. Bereits die Amuse-Bouches machten Lust auf mehr und zeigten viel Liebe zum Detail. Besonders gelungen war der Kaisergranat mit knuspriger Kruste und feiner Schaumsauce. Auch der Hauptgang mit perfekt gegartem Geflügel, Morcheln, Erbsen und einem herrlich cremigen Risotto war wunderbar ausgewogen und überzeugte durch beste Produktqualität. Alles war sauber gekocht, geschmacklich stimmig und ohne unnötige Spielereien.

    Mindestens genauso angenehm wie das Essen war der Service. Locker, aufmerksam und mit einer guten Portion Humor – genau die Art von Gastfreundschaft, die einen entspannten Abend noch schöner macht. Man fühlte sich vom ersten Moment an willkommen.

    Kein Sterne-Restaurant – und das muss es auch gar nicht sein. Das Altdeutsche Restaurant im Hotel Deutsches Haus bietet ehrliche, moderne Spitzenküche in einem der schönsten historischen Gebäude Deutschlands. Zusammen mit dem sympathischen Service und der besonderen Atmosphäre war es der perfekte Abschluss unseres Wochenendes, bevor es weiter nach Zürich ging. Ein Ort, den man sich für einen Besuch in Dinkelsbühl unbedingt merken sollte.
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  • Tantris DNA – München

    29. april, Tyskland ⋅ ☀️ 15 °C

    Tantris DNA
    Johann-Fichte-Straße 7, 80805 München
    1 Michelin-Stern

    Tantris DNA – München

    Name Adresse Auszeichnungen
    Tantris DNA Johann-Fichte-Straße 7, 80805 München 2 Michelin-Sterne

    Wir waren im Tantris DNA beim Paul-Bocuse-Special „Un centenaire de Paul Bocuse“. Das Menü war eine schöne Hommage an die große klassische französische Küche – nicht modern verspielt, sondern bewusst traditionell, opulent und handwerklich sauber.

    Los ging es mit kleinen Amuse-Bouches. Sehr schön angerichtet, einmal diese kleinen gelben Häppchen mit Fisch, Kapern und eingelegter Zwiebel, dazu kleine rote Tartelettes und diese luftigen, herzhaften Gebäckstücke. Das war schon ein guter Einstieg und passte sehr gut zum Stil des Abends.

    Der erste Gang waren Quenelles de Brochet, also Hechtnocken mit Sauce Homardine. Sehr fein, sehr klassisch, mit dieser intensiven Hummersauce. Dazu Kaviar und kleine Einlagen, alles weich, cremig und elegant. Ein Gericht, das nicht laut sein muss, aber sehr viel Tiefe hat.

    Danach kam Rouget-Barbet en écailles de pomme de terre – Rotbarbe mit Kartoffelschuppen, Rosmarin und einer kräftigen Sauce. Optisch wunderschön, diese knusprige Kartoffelkruste auf dem Fisch. Geschmacklich klar französisch, mit schöner Balance zwischen Fisch, Röstaromen und Sauce.

    Als Hauptgang gab es Fricassée de Volaille de Bresse aux Morilles. Bresse-Huhn mit Spargel, Morcheln und Sauce Suprême. Das war für mich der stärkste Gang. Serviert in der großen Schale, mit viel Sauce, perfekt gegartem Fleisch, Morcheln, Gemüse und dazu Reis. Sehr klassisch, sehr reichhaltig, aber genau richtig. Diese Sauce war der Mittelpunkt des Gerichts.

    Zum Abschluss kam die Mousse au Chocolat à la Paul Bocuse. Groß serviert, nicht als kleines Dessertkunstwerk, sondern richtig klassisch und großzügig. Dunkel, intensiv, cremig, fast schon mächtig, aber genau so erwartet man das bei so einem Menü.

    Dazu gab es noch die kleine Weinkarte „Un verre de trop“. Besonders schön war der Puligny-Montrachet Village von Etienne Sauzet, der sehr gut zu den Gerichten gepasst hat.

    Ein besonderer Abend im Tantris DNA. Nicht die Küche der großen Überraschungen, sondern eine sehr gelungene Erinnerung an Paul Bocuse und an eine Zeit, in der Sauce, Produkt und Handwerk im Mittelpunkt standen.
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  • Schloss Schauenstein, Fürstenau, Schweiz

    15. maj, Schweiz ⋅ 🌧 10 °C

    Restaurant Schloss Schauenstein
    Ort Fürstenau, Graubünden, Schweiz
    Küchenchef Andreas Caminada & Marcel Skibba
    Auszeichnungen ⭐⭐⭐ Michelin, ⭐ Grüner Michelin-Stern, 19 GaultMillau-Punkte, regelmäßig unter den besten Restaurants Europas und mehrfach auf der World’s 50 Best Restaurants Liste

    Schon die Ankunft ist etwas Besonderes. Durch das schwere, historische Schlosstor betritt man eine ganz andere Welt. Draußen das kleinste Städtchen der Schweiz, drinnen ein wunderschön restauriertes Schloss mit einer unglaublich ruhigen und entspannten Atmosphäre. Alles wirkt unaufgeregt, herzlich und gleichzeitig perfekt.

    Der Abend beginnt mit einer Vielzahl an kleinen Snacks und Amuse-Bouches – eigentlich schon ein eigenes Menü. Jeder einzelne Happen ist bis ins kleinste Detail durchdacht. Besonders beeindruckend ist, wie selbstverständlich Gemüse, Kräuter und Blüten die Hauptrolle spielen. Viele Zutaten stammen direkt aus dem eigenen Schlossgarten, der mittlerweile über 800 verschiedene Pflanzen beherbergt. Luxus wird hier nicht über Kaviar oder Trüffel definiert, sondern über perfekte Produkte aus der Region Graubünden und deren Verarbeitung.

    Das eigentliche Menü überzeugt mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Jeder Gang wirkt klar, präzise und konzentriert auf wenige Zutaten, die dafür perfekt harmonieren. Nichts ist überladen oder verspielt, sondern auf den Punkt gebracht. Die Kombinationen überraschen immer wieder, bleiben aber trotzdem nachvollziehbar und harmonisch.

    Auch optisch ist jeder Teller ein kleines Kunstwerk. Blüten, Kräuter und Farben wirken nie dekorativ um der Dekoration willen, sondern gehören geschmacklich immer zum Gericht. Besonders schön fand ich, dass trotz der Perfektion nie das Gefühl entsteht, etwas Steriles zu erleben. Alles wirkt natürlich und authentisch.

    Der Service bewegt sich auf absolutem Weltklasse-Niveau. Locker, freundlich und aufmerksam, ohne jemals aufgesetzt zu wirken. Man fühlt sich als Gast jederzeit willkommen und bestens aufgehoben. Dazu kommt eine hervorragende Weinbegleitung, die die Gerichte perfekt ergänzt und den Abend abrundet.

    Auch die süßen Gänge und die Petits Fours bilden keinen bloßen Abschluss, sondern sind ein echtes Finale. Selbst hier zeigt sich noch einmal die Kreativität der Küche. Besonders schön fand ich den kleinen Vogel auf dem Dessert-Gefäß – ein liebevolles Detail, das perfekt zur Philosophie des Hauses passt. Und als die tiefrote Farbe des Weins ein Herz auf den Tisch projizierte, war das einer dieser kleinen Momente, die den Abend unvergesslich machen.

    Schloss Schauenstein ist weit mehr als ein Drei-Sterne-Restaurant. Es ist ein Gesamterlebnis aus historischem Ambiente, außergewöhnlicher Gastfreundschaft und einer Küche, die Regionalität und Kreativität auf Weltklasse-Niveau verbindet. Jeder Gang erzählt eine Geschichte, ohne laut sein zu müssen. Ein Abend, der lange in Erinnerung bleibt – und ohne Zweifel eines der besten Restauranterlebnisse überhaupt.
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  • Essigbrätlein - Nürnberg

    29. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 26 °C

    Restaurant: Essigbrätlein
    Ort: Nürnberg, Deutschland
    Auszeichnung: 2 Michelin-Sterne ⭐ ⭐
    👨‍🍳 Küchenchef: Yves Ollech & Fabien Lange (seit der Übergabe von Andree Köthe und Yves Ollech wird die Philosophie konsequent weitergeführt)
    Küche: Regional, saisonal und gemüsezentriert mit außergewöhnlicher Handwerkskunst

    Manchmal braucht es gar keinen besonderen Anlass – nur einen freien Abend und die Lust auf richtig gutes Essen. Also sind wir spontan wieder in unserem absoluten Lieblingsrestaurant gelandet: dem Essigbrätlein in Nürnberg.

    Neu war für uns die kleine Terrasse direkt vor dem Restaurant. Mitten in der Altstadt stehen einige wenige Tische unter großen Sonnenschirmen. Es war ein herrlich warmer Sommerabend, auf dem Platz spielte Livemusik und zwischendurch zeigten Street-Dancer ihr Können. Eine unglaublich entspannte Atmosphäre, die man so mitten in Nürnberg kaum erwartet.

    Wir entschieden uns für die kleine Küche, die mit fünf Gängen perfekt für einen Sommerabend ist. Wie immer dreht sich hier alles um das, was die Region gerade hervorbringt. Spargel, Salatherzen, Kohlrabi, Bohnen, Forelle und Rhabarber – einfache Zutaten, die in einer Präzision und Kreativität auf den Teller kommen, wie man sie nur selten erlebt.

    Schon die kleinen Snacks zum Auftakt machten Lust auf mehr. Besonders beeindruckend war der Gang mit dem Salatherz, das direkt am Tisch mit einer intensiven Kräutersauce vollendet wurde. Der Kohlrabi zeigte einmal mehr, warum das Essigbrätlein für seine Gemüsegerichte berühmt ist: geschmacklich unglaublich intensiv und gleichzeitig erstaunlich leicht. Die perfekt gegarte Forelle mit Kartoffelrösti war ein wunderbarer Hauptgang, bevor der Abend mit Rhabarber und Meerrettich-Eis überraschend frisch und leicht endete.

    Dazu gönnten wir uns eine großartige Flasche Chardonnay, die hervorragend zu den filigranen Gerichten passte.

    Was das Essigbrätlein für uns so besonders macht, ist die Konsequenz. Es gibt keine spektakulären Luxusprodukte, kein Kaviar, keine Trüffelberge. Stattdessen werden regionale Zutaten mit so viel Können verarbeitet, dass sie zu den eigentlichen Stars des Menüs werden. Jeder Teller wirkt reduziert, ist aber bis ins kleinste Detail durchdacht.

    Auch nach vielen Besuchen bleibt das Essigbrätlein für uns eine feste Größe und wahrscheinlich das Restaurant, in das wir am häufigsten zurückkehren. Gerade dieser Sommerabend auf der kleinen Terrasse hat gezeigt, dass selbst ein vertrauter Ort immer wieder neue Seiten zeigen kann.

    Ein spontaner Abend, perfektes Sommerwetter, eine gemütliche Terrasse mitten in der Nürnberger Altstadt, großartige regionale Küche und ein hervorragender Wein – mehr braucht es eigentlich nicht. Das Essigbrätlein bleibt für uns eines der besten Restaurants Deutschlands und ein Ort, an den wir immer wieder gerne zurückkehren.
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  • Villa de Winckels, Tregnago, Italien

    17. juni, Italien ⋅ ☀️ 27 °C

    Restaurant & Hotel Villa de Winckels
    Ort Marcemigo di Tregnago, nahe Verona, Italien
    Region Val d’Illasi, Venetien
    Besonderheit Historische Villa mit Hotel, Restaurant und großer Weinkarte im Herzen der Weinberge östlich von Verona.

    Manchmal sind es gar nicht die Sterne oder Auszeichnungen, die einen Abend unvergesslich machen. Manchmal reicht eine historische Villa, ein lauer Sommerabend, ein Innenhof voller Menschen, hervorragendes Essen und Gastgeber, die ihre Leidenschaft für Wein mit ihren Gästen teilen.

    Im Rahmen unseres Workshops verbrachten wir den letzten Abend in der wunderschönen Villa de Winckels, einer historischen Villa in den Hügeln der Val d’Illasi, nur wenige Kilometer von Verona entfernt. Das Anwesen liegt eingebettet zwischen Weinbergen, Olivenhainen und Kirschbäumen und verbindet auf beeindruckende Weise Geschichte, Gastfreundschaft und Kulinarik.

    Schon vor dem Essen führte uns der Hausherr durch die beeindruckende Vinothek. Hunderte Flaschen lagern dort in den historischen Gemäuern – ein Paradies für Weinliebhaber. Anschließend wartete im Innenhof eine lange, festlich gedeckte Tafel auf uns. Als langsam die Sonne hinter den Hügeln verschwand und die Lichterketten den Platz in warmes Licht tauchten, entstand genau diese besondere italienische Atmosphäre, die man sonst nur aus Filmen kennt.

    Anstatt eines klassischen Menüs wurde uns praktisch die gesamte Speisekarte in kleinen Portionen serviert. Von hauchdünnem Prosciutto über knusprig frittierte Zucchiniblüten bis hin zu einem wunderbar cremigen Risotto – jeder Gang zeigte, wie gut einfache, hochwertige Zutaten schmecken können. Nicht verspielt oder übertrieben, sondern ehrlich, regional und mit viel Liebe zubereitet.

    Mindestens genauso beeindruckend war die Weinbegleitung. Der Winzer selbst war an diesem Abend dabei und präsentierte persönlich seine Weine. Glas für Glas konnten wir uns durch nahezu das komplette Sortiment probieren – von frischen Weißweinen über elegante Rotweine bis hin zu den kräftigeren Tropfen der Region. Zu jedem Wein gab es Geschichten über die Reben, den Jahrgang und die Philosophie des Weinguts. So wurde aus einer Weinprobe ein geselliger Abend unter Freunden.

    Mit jedem Gang wurde die Stimmung lockerer, die Gespräche lebhafter und die Gläser füllten sich immer wieder mit einem neuen Wein. Irgendwann vergaß man völlig die Zeit und genoss einfach den Moment – gutes Essen, großartige Weine und das Gefühl, an genau dem richtigen Ort zu sein.

    Die Villa de Winckels ist weit mehr als ein Restaurant oder Hotel. Sie ist ein Ort, an dem italienische Gastfreundschaft gelebt wird. Der letzte Abend unseres Workshops hätte kaum schöner sein können: fantastisches Essen, hervorragende Weine, persönliche Begegnungen mit dem Winzer und eine traumhafte Kulisse im Innenhof einer historischen Villa. Ein Abend, wie man ihn sich für Italien wünscht – und den man noch lange in Erinnerung behält. 🍷🇮🇹
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  • Hiša Franko - Slovenien

    19. juni, Slovenien ⋅ ☀️ 28 °C

    Restaurant Hiša Franko
    Ort Staro Selo 1, 5222 Kobarid, Slowenien
    Auszeichnungen ⭐⭐⭐ Michelin, Green Michelin Star, World’s 50 Best Restaurants, Best Female Chef (Ana Roš, 2017), Best Chef Awards
    Besuch Degustationsmenü “Euphorest”, Mittagessen

    Man hat das Gefühl, ans Ende der Welt zu fahren. Die Straßen werden schmaler, die Berge höher und die Landschaft immer beeindruckender. Irgendwann erreicht man Hiša Franko – eingebettet zwischen saftig grünen Wiesen, den Julischen Alpen und dem türkisfarbenen Soča-Tal. Allein die Anfahrt ist bereits ein Erlebnis.

    Schon bei der Ankunft wird man außergewöhnlich herzlich empfangen. Statt eines klassischen Aperitifs gab es eine hausgemachte Cola – vermutlich die beste Cola, die ich je getrunken habe. Erfrischend, komplex und überhaupt nicht mit industriellen Getränken vergleichbar. Allein dieser kleine Willkommensgruß zeigte bereits, worum es hier geht: Handwerk, Kreativität und höchste Qualität bis ins kleinste Detail.

    Ich durfte zunächst im wunderschönen Garten Platz nehmen. Unter schattigen Bäumen, mit Blick auf die Berge und bei herrlichem Sommerwetter hätte ich dort stundenlang sitzen können. Diese Ruhe, kombiniert mit der spektakulären Natur, machte den Aufenthalt bereits vor dem ersten Gang zu etwas Besonderem.

    Für das Menü wechselte ich anschließend in den stilvoll gestalteten Innenbereich. Das aktuelle Menü trug den Namen “Euphorest” – eine Hommage an den Wald, die Natur und die Region. Nahezu alle Zutaten stammen aus der unmittelbaren Umgebung: Wildkräuter, Gemüse aus den eigenen Gärten, Pilze, Flussfische, Wild und Produkte kleiner lokaler Erzeuger. Genau diese kompromisslose Regionalität macht Hiša Franko weltweit so einzigartig.

    Bereits die ersten Kleinigkeiten – die berühmten Mais-Beignets und die “Kartoffel und Heu”-Kreation – zeigten, warum dieses Restaurant inzwischen Kultstatus besitzt. Jeder Teller war ein kleines Kunstwerk. Farben, Formen, Texturen und Aromen wirkten perfekt aufeinander abgestimmt. Nichts war Effekthascherei, alles hatte einen Sinn.

    Besonders beeindruckend war, wie selbstverständlich die Küche mit den Produkten der Region arbeitet. Kein Luxus um des Luxus willen – stattdessen entstehen aus scheinbar einfachen Zutaten Gerichte auf absolutem Weltklasseniveau. Man schmeckt die Berge, die Wälder und die Wiesen förmlich auf jedem Teller.

    Der Service war dabei ebenso außergewöhnlich wie das Essen selbst. Locker, herzlich und gleichzeitig hochprofessionell. Nie steif oder übertrieben förmlich, sondern genau so, dass man sich vom ersten Moment an willkommen fühlt.

    Man versteht schnell, warum Ana Roš zu den prägendsten Köchinnen der Welt gehört. Ohne klassische Ausbildung hat sie Hiša Franko zu einem der berühmtesten Restaurants weltweit entwickelt. Bekannt wurde sie auch durch die Netflix-Serie Chef’s Table, doch vor Ort merkt man sofort: Der Ruhm ist absolut verdient.

    Das Menü entwickelte sich Gang für Gang weiter und überraschte immer wieder mit neuen Kombinationen. Jeder Teller erzählte eine Geschichte über die Region, die Jahreszeit und die Natur. Genau das macht dieses Restaurant so besonders – hier geht es nicht nur ums Essen, sondern um ein Gesamterlebnis.

    Preislich liegt das Degustationsmenü natürlich auf Spitzenniveau (335 €), doch angesichts der Qualität, der Kreativität und der gesamten Erfahrung empfand ich es als absolut gerechtfertigt.

    Hiša Franko ist weit mehr als ein Drei-Sterne-Restaurant. Es ist eine Reise in eine einzigartige Landschaft, verbunden mit einer Küche, die ihre Umgebung besser widerspiegeln könnte als kaum eine andere weltweit. Die Herzlichkeit des Teams, die unglaubliche Lage, die hausgemachte Cola, der Garten mit Bergblick und schließlich dieses außergewöhnliche Menü machen den Besuch unvergesslich.

    Eines der besten Restaurants, die ich je besucht habe – vielleicht sogar das beeindruckendste kulinarische Erlebnis meines Lebens.
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  • Akelarre - San Sebastián - Spain

    7. august, Spanien ⋅ ☀️ 24 °C

    Akelarre
    Padre Orcolaga Ibilbidea 56, 20008 San Sebastián, Spanien
    3 Michelin-Sterne
    Küche: moderne baskische Küche
    Chefkoch: Pedro Subijana

    Mit der Menükarte und den Bildern würde ich den Text noch etwas konkreter und weniger allgemein machen:

    Unser Abend im Akelarre begann eigentlich schon mit der Lage: hoch oben am Hang über dem Atlantik, mit einem fantastischen Blick aufs Meer. Das Restaurant von Pedro Subijana trägt drei Michelin-Sterne – entsprechend gespannt waren wir.

    Es gibt zwei unterschiedliche Menüs, und wir haben jeweils eines genommen. Eine gute Entscheidung, denn so konnten wir sehr unterschiedliche Seiten der Küche kennenlernen. Schon die kleinen Einstimmungen zeigten, wohin die Reise geht: Enten-Micro-Foie, Kabeljau mit violetten Kartoffeln und Kaviar, kleine Spider Crab oder Idiazabal-Käse mit Anchovis. Danach wurde es noch experimenteller.

    Da kam Hummer mit knusprigen Köpfen und einem Sorbet, eine komplett essbare „Gemüseschale“, Thunfisch mit Rogen und Pil-Pil oder eine Neuinterpretation der klassischen Tête de Veau. Im anderen Menü gab es unter anderem den hauchdünn geschnittenen „Squid Handkerchief“, gegrillte Dorade mit Meeresschnecken und schließlich weiße Entenbrust mit Zitrusfrüchten und Minigemüse. Schon an den Bildern sieht man, welcher Aufwand hier in jedem einzelnen Teller steckt.

    Und genau das beschreibt Akelarre eigentlich ziemlich gut: Es ist teilweise mehr Kunstwerk als Teller. Unglaublich filigran, verspielt und technisch aufwendig. Bei manchen Gerichten hatten wir allerdings das Gefühl, dass die Optik und die Idee fast wichtiger sind als der Geschmack. Es ist spannend und innovativ – aber nicht jeder Gang war für uns geschmacklich genauso spektakulär, wie er aussah.

    Ausgerechnet beim Hauptgericht war es dann umgekehrt. Normalerweise sind es bei solchen Menüs gerade die vielen kleinen Sachen am Anfang, die mich am meisten begeistern, während das Fleischgericht am Ende eher solide daherkommt. Hier war die Entenbrust tatsächlich einer unserer Höhepunkte: auf den ersten Blick fast schlicht angerichtet, aber hervorragend zubereitet und einfach richtig gut. Vielleicht gerade deshalb.

    Auch die Dimensionen hinter dem Ganzen sind verrückt. Rund 28 oder 29 Köche sollen in der Küche arbeiten, bei vielleicht 30 Gästen im Restaurant. Wenn man sieht, was auf den Tellern passiert, glaubt man das sofort. Da werden Zutaten in völlig neue Formen gebracht, winzige Komponenten einzeln produziert und Gerichte teilweise eher konstruiert als gekocht. Unser Menü dauerte entsprechend rund drei Stunden.

    Zum Abschluss wurde es wieder spielerisch: kalte Zimt-Zitronen-Milch mit Honig und Kräuter-Granita, der angeblich „dünnste Apfelkuchen der Welt“ und schließlich eine ganze Treppe mit Petits Fours.

    Ein beeindruckender Abend. Handwerklich und organisatorisch ist das schon eine andere Welt und der Aufwand enorm. Trotzdem bleibt bei uns ein etwas gemischtes Fazit: Akelarre will überraschen, neue Techniken zeigen und aus jedem Teller etwas Besonderes machen. Das gelingt optisch fast immer. Geschmacklich hätten wir uns bei einigen Gerichten gewünscht, dass etwas weniger konstruiert und dafür einfach noch konsequenter auf „lecker“ gekocht wird.
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  • La Table de Pavie, Saint-Émilion, Frankreich

    8. august, Frankrig ⋅ ⛅ 34 °C

    La Table de Pavie
    5 Place du Clocher, 33330 Saint-Émilion, Frankreich
    2 Michelin-Sterne
    Küchenchef: Yannick Alléno

    Direkt im Hôtel de Pavie und damit für uns praktischerweise nur ein paar Schritte vom Zimmer entfernt liegt La Table de Pavie. Vor dem Essen erst noch ein Glas Wein auf der Terrasse mit Blick über Saint-Émilion – bei einem immer noch richtig warmen Sommerabend.

    Der Speisesaal selbst ist sehr elegant: klassisch, aber modern interpretiert, schick, ruhig und mit vielleicht 15 Tischen angenehm klein. Der Service entsprechend aufmerksam, aber nicht unangenehm steif.

    Beim Essen hatten wir uns glücklicherweise für das kleinere Menü entschieden. Und das war geschmacklich wirklich außergewöhnlich gut. Yannick Alléno ist bekannt für seine intensive Arbeit mit Saucen und Extraktionen, und genau das hat man gemerkt. Nicht nur hübsche Teller, sondern kräftige Aromen und immer wieder das Spiel zwischen Säure, Süße, Schärfe und Umami.

    Gerade die Gemüsegerichte waren richtig stark. Sehr grün, sehr frisch, teilweise fast wie kleine Gärten auf dem Teller: Kräuter, Blätter, Blüten, Erbsen und Bohnen, einmal in einem wunderbar klaren Sud, dann wieder mit intensiven grünen Saucen und knusprigen Elementen. Optisch aufwendig, aber diesmal eben auch geschmacklich überzeugend.

    Auch die kräftigeren Gerichte funktionierten hervorragend. Pilze, Gemüse und eine dunkle, intensive Sauce – richtig viel Geschmack. Und dann tatsächlich das Hauptgericht: überraschenderweise wieder einer der Höhepunkte. Bei langen Menüs sind die Hauptgerichte ja manchmal fast die langweiligsten Gänge. Hier definitiv nicht.

    Nach ungefähr vier Gängen waren wir eigentlich schon ziemlich zufrieden. Dann kam die Käseauswahl. Und danach wurde es fast absurd: noch vier Desserts. Eines besser als das andere. Frucht, Säure, Süße und immer wieder unterschiedliche Temperaturen und Texturen. Spätestens jetzt war klar, dass die Entscheidung für das „kleine“ Menü goldrichtig gewesen war.

    Insgesamt eines dieser Zwei-Sterne-Essen, bei denen die Technik zwar überall sichtbar ist, der Geschmack aber trotzdem im Mittelpunkt bleibt. Aufwendig, wunderschön angerichtet, aber vor allem richtig lecker. Für uns deutlich wichtiger als ein Teller, der nur wie ein Kunstwerk aussieht.

    Zum Abschluss noch einmal raus auf die Terrasse. Inzwischen zog ein Gewitter über Saint-Émilion, die Luft kühlte langsam ab und wir hatten noch einen Absacker mit Blick über den Ort. Danach einfach ein paar Schritte durchs Hotel und hoch aufs Zimmer. Ein ziemlich perfekter Abend.
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  • MiZAR Würzburg

    28. august, Tyskland ⋅ ☁️ 24 °C

    MiZAR Würzburg
    Katzengasse 7, 97082 Würzburg
    1 Michelin-Stern
    Küche: modernes Fine Dining mit starkem regionalem und fränkischem Bezug
    Menü: 185 Euro

    Heute war ich auf dem Heimweg von Darmstadt und habe noch einen Stopp in Würzburg eingelegt. Vor dem Abendessen blieb noch etwas Zeit für einen Rundgang durch die Stadt, danach ging es ins MiZAR, ein kleines Fine-Dining-Restaurant im Mainviertel.

    Das MiZAR ist noch relativ jung und hat sich bereits einen Michelin-Stern erkocht. Küchenchef Konstantin Kuntzsch setzt stark auf regionale Produkte, und auch bei der Weinbegleitung bleibt man fast komplett in Franken. Das gefällt mir – Fine Dining, ohne dass dafür unbedingt Produkte und Weine aus der halben Welt eingeflogen werden müssen.

    Los ging es mit mehreren kleinen Häppchen, unter anderem Rote Bete und Melone. Dazu kamen sehr gutes selbst gebackenes Brot und Brioche mit verschiedenen kleinen Begleitern.

    Danach folgte die Rhöner Forelle mit einem Würzburger Weißburgunder vom Weingut am Stein. Schon das war richtig gut. Einer der Höhepunkte war für mich aber der Zander. Perfekt gegart, kräftig im Geschmack.

    Es folgten Bio-Entenleber, Bio-Schwein und Tomate mit Borretsch. Besonders das Schwein war genial. Eigentlich ein recht bodenständiges Produkt, hier aber auf einem ganz anderen Niveau zubereitet. Zusammen mit dem Zander für mich ganz klar eines der besten Gerichte des Abends.

    Beim Fleisch ging es mit heimischem Hirsch weiter, begleitet von einem 2018er Spätburgunder vom Weingut Höfling. Da hatte ich mir noch ein halbes Glas erlaubt. Danach wurde es mit Zwergorange langsam süßer, bevor mit Original Beans und einer Auslesecuvée von Hans Wirsching das eigentliche Dessert kam. Canelé, Tarte und Choux bildeten schließlich den Abschluss.

    Insgesamt ein wirklich rundes Menü. Kein Gericht, bei dem ich mich gefragt hätte, warum es eigentlich dabei ist. Die Teller waren aufwendig und sehr schön angerichtet, mit vielen Kräutern, Blüten und unterschiedlichen Texturen, aber trotzdem stand der Geschmack im Vordergrund.
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