Bolivia
Potosí

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Top 10 Travel Destinations Potosí
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148 travelers at this place
  • Day106

    Potosi - Der Berg der Menschen frisst

    February 20, 2019 in Bolivia ⋅ ⛅ 12 °C

    Die Diskussion und Recherche betreffend dem Besuch der aktiven Minen im Cerro Rico (reicher Berg) findet bereits einige Wochen bzw. einige Tage vorher statt. Ist es gefährlich? Wieviel schädliche Stoffe atmen wir ein? Ist es moralisch vertretbar? Platzangst usw.? Anscheinend hat der Berg schon über 8 Millionen Menschen "gefressen". 1545 wurde er entdeckt und Potosi galt lange als die reichste Stadt Südamerikas. Heute ist sie eine der Ärmsten, irgendwie tragisch.
    Als wir in der höchsten Stadt Boliviens (4070m hoch) ankommen, lächelt uns der Berg schon von weitem an.
    Wir können ihm nicht widerstehen und entschliessen uns, die Minen zu besuchen und melden uns für die Morgentour an. Mit dem Bus fahren wir zuerst ins Depot wo wir mit Jacke, Hosen, Gummistiefel, Helm und Lampe entsprechend eingekleidet werden. Anschliessend geht es weiter in einen kleinen Laden, um Geschenke für die Mineure zu besorgen. Über Helme, Lampen, Getränke, Dynamit, Schaufeln und weiteren Arbeitsmaterialien ist hier alles zu finden, was man so braucht um in den Minen zu arbeiten. Unser Guide Oskar erzählt uns bei dieser Gelegenheit, wie das so läuft in den Minen: Der Berg gehört dem Staat und es gibt sogenannte Cooperativas wo man sich einmieten kann und dann quasi eine Mine zum Arbeiten erhält. Keinerlei Erfahrung ist notwendig und wenn wir möchten, können wir uns gleich mit Matetial eindecken (jeder Mineur muss seine eigenen Arbeitsutensilien kaufen) und in den neuen Job einsteigen. Nach reiflicher Überlegung lehnen wir jedoch dankend ab und begnügen uns noch ein bisschen länger mit dem Reiseleben.

    Nun zurück zu den Geschenken, wir erwerben jeweils eine Flasche Süssgetränk, eine Flasche Wasser und eine Stange Dynamit (ja richtiges Dynamit) mit Zündschnur und Zünder für 34 Bolivianos (4.90 Chf) alles zusammen. Zur Stärkung erhalten wir noch ein Schluck 96% Alkohol, welcher in der Mine das wohl beliebteste Getränk ist wie wir später selber noch erfahren. Prost.
    Bei der Mine angekommen, gehen wir noch schnell hinter die Steinhaufen ein Angstbisi machen und schon verabschieden wir uns vom Tageslicht für die nächsten 2 Stunden. Die einzige Lichtquelle sind unsere Stirnlampen. Wir betreten die Minen der 2. grössten Cooperativa am Cerro Rico und müssen schon das erste Mal rennen (auf ca. 4500MüM!), denn uns kommen mit 2 Tonnen Gestein gefüllte Looren entgegen (ja die Mine ist in Betriebszustand!). Im letzten Moment springen wir auf die Seite und die Looren donnern eine nach der anderen an uns vorbei. Die leeren Looren, die noch ca. 400kg. wiegen, werden auf der gleichen Schiene wieder hereingezogen und müssen, bei entgegenkommenden Looren, aus den Schienen gekippt und anschliessend wieder aufgerichtet werden. Immer wieder übergeben wir den vorbeidüsenden Mineuren mit riesigen Hamster-Cocablätter-Backen unsere mitgebrachten Geschenke. Beim Tio angekommen erklärt unser Guide (Oskar war wirklich herrvorragend und er arbeitete 24 Jahre in dieser Mine), dass die Mineure nur ausserhalb der Minen an Gott glauben, jedoch drinnen der Tio und Patchamama (Mutter Erde) verehrt werden. Der Tio ist eine teufelsähnliche Figur, ihm wird unter anderem möglichst purer Alkohol geopfert, damit er den Mineuren möglichst pure Mineralien zurückgibt. Nach einer kurzen Zeremonie geht es weiter einen extrem engen Schacht hinauf. Klettern ist angesagt und für Menschen die nur wenig mehr als wir auf den Rippen haben, wäre diese Kletterpartie nicht möglich. Oben angekommen können wir mit dem hier arbeitenden Mineur sprechen (wir können allgemein mit allen Mineuren sprechen und so viele Fotos machen wie wir möchten). Nach dem schweisstreibenden Abstieg geht es weiter den Korridor entlang. Ich merke nebenbei, dass ich bereits nach 100m die Orientierung verloren habe. Als nächstes steht uns ein Abstieg von ca. 35m bevor. Über kleine Holzbretter überqueren wir Löcher deren Tiefe wir nicht genau sehen können (und wollen). Leitern und Seile suchen wir vergeblich. Auf allen Vieren krakseln wir schweren Atems herunter. Unten angekommen dürfen wir uns an einer Silberader als Mineure versuchen. Mit Feustel und Meissel bearbeiten wir den Fels und sind nach ein paar Sekunden bereits ausser Atem. Als Andenken dürfen wir ein wenig Silbererz mitnehmen. Wir opfern und trinken noch ein 96% Alkoholfläschchen mit den Mineuren (zum Glück mit 50/50 Wasser verdünnt). Nun geht es weiter denken wir. Aber falsch gedacht. Da man von Gott 2 Hände, 2 Augen etc. erhalten hat, soll man auch 2 Alkoholfläschchen trinken. Somit geht die Trinkrunde weiter. Wir bleiben sicher 30 Minuten hier unten, die Mineure scheinen das Alkohol-Chränzli mit uns zu geniessen. Auch erfahren wie noch etwas mehr über das Leben der Mineure. Wenn sie Neulinge im Job sind, verdienen sie 30 Bolivianos (4.50 Chf) pro Tag. Nachdem sie sich schon etwas auskennen (nach 1-2 Wochen) gibt es ein Gehalt von 130 Bolivianos (knapp 20 Chf). Wir sind mittlerweile voller Staub, die Hände sind weiss. Nun ist es nicht besonders lecker, sich mit diesen Händen die Cocablätter ins Mund zu stecken. So wird zuerst über die Hände gebrünzelt, damit diese wieder "sauber" sind und erst dann erfolgt die Einnahme.
    Nachdem wir nun den Alkohol endlich fertig getrunken haben, überreichen wir hier unser Dynamit-Geschenk und widmen uns dem Aufstieg. Oben angekommen geht es in gekrümmter Haltung wieder Richtung Ausgang. Nicht jedoch ohne alle 50m auf die Seite springen zu müssen. Vor dem Ausgang treffen wir noch Mineure die den gleichen Weg wie wir machen, jedoch mit 50kg. Gestein im Rucksack. Diese Mineure sind jedoch nicht langsamer als wir! Nach den 2h in der Mine wissen wir den aufrechten Gang und die frische Luft sehr zu schätzen.
    Ist es gefährlich? Ja sicherlich. Aber unser Guide hat uns super betreut. Wieviel schädliche Stoffe atmen wir ein? Wissen wir nicht genau aber wir hoffen unser Alibi-Mund-Nasen-Tuch hat uns geschützt. Ist es moralisch vertretbar? Ja wir denken schon. Die Mineure freuen sich über die Geschenke und Gespräche. Platzangst usw.? Hatten wir zum Glück nicht und steckengeblieben oder schlimmeres sind wir auch nicht.
    Für 18'000 Menschen (darunter ca 360 Frauen) ist dieses Leben im Cerro Rico Alltag, für uns zum Glück einmalig. Wir sind nach dieser Tour total erledigt aber sind der Meinung, dass sich dieses once-in-a-lifetime Erlebnis mehr als gelohnt hat.
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    Rosmarie Huber

    Dio mio, que aventura. 🙆Da klopft mir das Herz nur schon beim Lesen.

    2/24/19Reply
    Brynn

    Ui, nein, das ist gruselig 🙈 und abenteuerlich🤪 und mutig 😇 Zum Glück 🍀 können wir diesen spannenden Bericht lesen 🙆

    2/24/19Reply
    Margrit Camenzind

    Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Die Hände mit Bisiwasser zu waschen, wäre mir noch nie in den Sinn gekommen🤣😛😝. Danke für den eindrücklichen Bericht.

    2/24/19Reply
    3 more comments
     
  • Day148

    Potosí

    January 28, 2020 in Bolivia ⋅ ☀️ 16 °C

    Potosí ist mit 4.000 m eine der höchstgelegenen Städte der Welt und wurde durch dessen Silberreichtum im 17. Jahrhundert zu einer der größten Städte der Welt. Hier habe ich die Möglichkeit eine aktiv betriebene Mine zu besichtigen und die brutalen Arbeitsbedingungen hautnah zu erleben.
    Unser Touristenführer erzählt uns, dass man für umgerechnet 3 Euro problemlos Dynamit kaufen kann 😅
    Nachdem wir Geschenke bestehend aus Wasser, Kokablätter und Zigarette für die Minenarbeiter gekauft haben geht es in die Mine. Je tiefer wir in den Berg vordringen, desto stickiger und staubiger wird die Luft. Des Öfteren habe ich mir auch meinen Kopf angehauen. Bei der Vorstellung jeden Tag hier für mehrere Stunden zu arbeiten wird mir deutlich welches Glück wir in Deutschland haben. Aufgrund der Menge an Staub, welches die Arbeiter täglich einatmen liegt die Lebenserwartung bei durchschnittlich 50 Jahren.
    Das war ein sehr beeindruckende Erfahrung.
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  • Day4

    Potosí, eine hochgelegene Stadt

    June 4, 2019 in Bolivia ⋅ ☀️ 10 °C

    Unsere erste Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln umgeben von Bolivianern, die fast alle schliefen, verlief problemlos. Sogar für die Verpflegung während der Busfahrt ist gesorgt. Entweder schreien bolivianische Frauen von aussen was sie anzubieten haben oder sie steigen direkt bei der einen Haltestelle in den Bus, verkaufen ihre selbstgemachten Gebäcke und steigen bei der nächsten Haltestelle wieder aus. Am späteren Vormittag erreichen wir Potosí, auf 4060 Höhenmeter. Die Stadt war früher eine der reichsten Boliviens, hier wurde in den Minen Silber abgebaut, welches die Spanier für sich nutzten.
    Wir erkunden die Stadt zu Fuss und sind froh, dass wir nicht zu sehr ausser Atem kommen. Vielleicht bringt wandern in den Schweizer Bergen ja doch was...
    Abends machen wir die ersten Bekanntschaften, was es heisst, in Südamerika einfacher zu reisen. Warm Wasser konnten wir vergessen. Also wird die Körperhygiene mal auf französisch erledigt.
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    Frank Weishaupt

    Ich bin dankbar dass ich ein bisschen von eurer Reise miterleben darf! 😘

    6/7/19Reply
     
  • Day232

    Potosí

    March 28, 2018 in Bolivia ⋅ ☀️ 13 °C

    Schon vor 10 Jahren wollten wir die "Silberstadt" Potosí besuchen. Damals verunmöglichten Streiks und Strassenblockaden den Zutritt zur Stadt.
    Noch heute sind diese "Bloqueos" ein ähnlich fester Bestandteil von Bolivien wie das Koka-Kauen. Aber für Potosí erwischen wir diesmal ein blockadefreies Zeitfenster.
    In der Epoche der spanischen Herrschaft wurde am Hausberg "Cerro Rico" im grossen Stil Silber abgebaut, Potosí war kurzzeitig die reichste Stadt der Welt! Der grosse Silberrausch ist längst vorbei, aber noch immer wird im Cerro Rico gegraben und gesprengt. Die Minen kann man besichtigen - für uns der Hauptgrund für den Besuch der Stadt.
    Die teils prekären Zustände in Bolivien lassen sich draussen in der schönen Natur recht einfach ausblenden. Aber mit dem Eintritt in eine Mine von Potosí ist man definitiv in der dritten Welt angekommen! Beim Minenbesuch in Chile mussten wir sogar im Tourbus Helme tragen, hier kriechen wir auf allen Vieren durch halb eingestürzte Stollen.
    Die Arbeitsbedingungen der Mineure sind gelinde gesagt bedenklich: Aufrecht stehen kann man fast nirgends, die Stollen sind schlecht belüftet und beim Absprengen des Rohmaterials wird Arsen freigesetzt. Die Lebenserwartung der Mineure soll bei 45 Jahren liegen.
    Nach drei Stunden erfreuen wir uns wieder an Sonne und frischer Luft. Jeder SUVA-Inspekteur würde hier definitiv einen Herzkasper kriegen...
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    Josias Bucher

    Oh, das bolivianische Sennentuntschi!👍

    4/28/18Reply
     
  • Day31

    Potosi - der Silberberg

    December 1, 2018 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Potosí war die Quelle des spanischen Reichtums im 16. und 17. Jahrhundert. Über 200.000 Tonnen Silber wurden aus dem Silberberg gewonnen (unter ca. 8 Millionen Opfern - überwiegend indegen). Auch heute arbeiten noch ca 15.000 Bergleute unter sehr schwierigen Bedingungen unter Tage. Ich habe sie besucht, und ihnen Fanta und Kokablätter als Gastgeschenk mitgebracht. Nach auf dem Berg, in den Berg...Read more

  • Day110

    Potosi, die Silberstadt

    May 30, 2019 in Bolivia ⋅ ⛅ 4 °C

    Nach nur zweieinhalb Stunden haben wir die Stadt Potosi erreicht. Wir entschieden uns für ein Sammeltaxi, welches die angenehmste und direkteste Verbindung ist. Die kleine und übersichtliche Ortschaft war einst die reichste Stadt Südamerikas. Dies wegen dem vielen Silber, welches die Spanier im 16th Jahrhundert entdeckt hatten. Auch heute lebt die Stadt noch von ihrer Silberader. Im sehenswerten Museum Casa Real de Moneda ist die Stadtgeschichte ausführlich dokumentiert. Viele Kolonialgebäude und kopfsteingepflasterte Strassen zieren die Stadt. Kulinarisch war Potosi zwar enttäuschend aber gefallen hat es uns dennoch.Read more

  • Day85

    Minenarbeit und höchste Großstadt

    December 23, 2017 in Bolivia ⋅ ☀️ 7 °C

    Am frühen Morgen ging es bereits mit dem Bus nach Potosi, wofür wir uns auch dicker anzogen, da es sich um die höchstgelegene Großstadt der Welt auf 4.000 Meter handelt. Die Höhe bemerkt man recht schnell und die Sauerstoffsättigung im Blut fällt erstmal ab. Der Körper muss sich tatsächlich erst einmal akklimatisieren, sodass wir es heute langsam angehen ließen. Die nächsten Tage soll es aber auch wieder einige Höhenmeter bergab gehen. Potosi ist vor allem bekannt für seine Kupfer-, Zinn- und Silberminen, die bereits im 16 Jhd. die Spanier anlockten und die Bevölkerung zur brutaler Arbeit in den Stollen zwangen. Legenden besagen, dass hier soviel Silber gefördert wurde, dass man daraus eine Brücke zwischen Europa und Südamerika bauen könnte. Diese enormen Mengen an Silber haben Potosi einst zur reichsten Stadt der Welt gemacht, wovon heute allerdings nicht mehr viel zu spüren ist. Die Minenarbeiter sind grösstenteils eigenständig tätig und die Technik zur Förderung stammt noch aus dem vorvorletzten Jahrhundert, was jedoch auch den Hintergrund hat, die Minen so lange wie möglich zu betreiben und die Arbeitsplätze zu erhalten. Die Minenarbeiter selbst sind aber weder Krankenversichert, noch irgendwie anders sozial abgesichert. Die Lebenserwartung liegt daher im Schnitt bei nicht mehr als 45 Jahren. Die arbeitstechnischen und gesundheitlichen Bedingungen könnte man als katastrophal bezeichnen. Hinzu kommt auch ein ziemlich ungesunder Lebensstil. Aber einfach mal der Reihe nach. In Potosi angekommen, hatten wir kurz Zeit einmal durch die Stadt zu laufen, bis uns Pedro abholte. Pedro war von seinem 10. Lebensjahr bis er 18 Jahre alt wurde, in den Minen tätig (offiziell ist das Arbeiten erst ab 18 Jahren erlaubt, aber das schert niemanden), bevor er zur Armee ging und dann anschließend Touren durch die Minen anbot. Pedro ist ein sehr witziger Zeitgenosse, der seine Backen mit Coca-Blättern vollgestopft hat (die Coca-Blätter helfen gegen den niedrigen Sauerstoffgehalt und halten wach). Pedro fuhr mit uns zunächst zum Minenmarkt, wo es alles gibt, was man als Minenarbeiter benötigt. Dazu gehören Pickel, Coca-Blätter (zum wachbleiben), Atemmasken (die aber kein „echter“ Mann benutzen würde), Dynamit (Potosi ist die einzige Stadt der Welt in der man legal Dynamit auf der Strasse kaufen kann), Bier und einen 96-prozentigen Alkohol. Wir wussten von Pedro, dass die Minenarbeiter sehr stolze Menschen und ziemliche Machos sind. Wir wussten auch, dass sie sich über Touristen auch immer freuen, da zum einen ausländische Frauen dabei sind, ein wenig Abwechslung in den Alltag kommt, die Männer stolz auf ihren Beruf sind und die Touristen Geschenke mitbringen. Am liebsten haben die Minenarbeiter Dynamit und den 96-prozentigen Alkohol. Da heute jedoch Samstag ist, sagten sie Pedro bereits im vornherein, dass Samstag ein guter Tag für Bier sei. Als Pedro uns die Sachen aus dem kleinen Laden zeigte, kamen auch immer mehr interessierte Minenarbeiter dazu, die uns dazu brachten den 96-prozentigen Alkohol zu probieren, welcher ziemlich brannte, aber alle Parasiten und Bakterien abtöten sollte. Die Männer fanden unseren Gesichtsausdruck witzig und waren sehr nett zu uns. Aber auch hier konnte man bereits an einigen die ersten Anzeichen der Lungenkrankheit sehen: schmale Körper (trotz der harten Arbeit), lila-Lippen, krächzende Stimmen und eine ungesunde Hautfarbe. Wir deckten uns mit Bier und Coca-Blättern ein (Chris Wunsch Dynamit zu kaufen, wurde von der Gruppe nicht erhört). Dann ging es zu Pedros Haus, wo wir unsere Minenkleidung anzogen und dann ging es erstmal in eine Fabrik, wo die Mineralien aufgearbeitet werden. Pedro erklärte, dass die Minenarbeiter mit den gefundenen Mineralien dorthin gehen und direkt - nach dem internationalen Preisen für die Mineralien (was im Endeffekt aber zum Nachteil der Minenarbeiter ist) verkaufen. Wir gingen durch das Werk und konnten dabei die chemischen Prozesse beobachten. Aber auch hier gilt wohl, dass die arbeitstechnische Sicherheit hier nicht wirklich gewährleistet ist. Während wir Atemmasken trugen, verzichteten die Arbeiter auch hier darauf. Dann ging es auf ziemlich abenteuerlichen Straßen dann zum Cerro Ricco, der über der Stadt thronte und in dem sich die Minen befinden. Es gibt insgesamt mehr als 400 Minen hier, die bis zu 5-6 Km lang sind. Dabei gehr Pedro von ca. 5.000 Minenarbeitern aus, die hier grundsätzlich 5-6 Tage je 8 Stunden arbeiten (da sie aber selbstständig sind, kann dies auch variieren). Auch vor der Mine fanden sich wieder Strassenhunde, in die sich Steffi wieder verliebte. Dann ging es in den Schacht und die ohnehin schon dünne Luft wurde noch dünner. Auch mussten wir uns hier teilweise sehr gebückt und kriechend voranbewegen. Insgesamt führten diese Faktoren (Höhe, dünne Luft usw.) dazu, dass wir (aber besonders Chris) ziemlich schnell k.o. waren. Pedro führte uns zu einer Kammer, in der sich das Abbild des Teufels mit einem riesigen Genital präsentierte. Das riesige Genital steht dabei für die Manneskraft in der Mine (wie gesagt ziemliches Macho-Gehabe). Die Minenarbeiter im Potosi Glauben daran, dass der Teufel unter der Erde das sagen hat und bitten ihn um reichlich Mineralien und darum, dass keine Unfälle geschehen. Hierfür hat sich auch ein Ritual festgesetzt, was jeden Freitag praktiziert wird. Gegen Abend trifft man sich vor dem Götzen und trinkt den 96-prozentigen Alkohol. Dabei wird immer immer mit dem Teufel geteilt und vor jedem Schluck gibt man ihm und Gott etwas ab. Dann opfert man ihm Coca-Blätter und Zigaretten. Die ersten Schlucke des 96-prozentigen Alkohols müssen die Jüngsten nehmen. Danach wird er nach und nach mit Saft aufgefüllt und verdünnt. Insgesamt wird daher jeden Freitag tierisch gebechert und alle sind sturzbetrunken. Das ist übrigens auch der Grund, warum am heutigen Samstag die Mine ziemlich ausgestorben war und die Minenarbeiter Bier als Katertrink wollten. Einer der Minenarbeiter gesellte sich dann auch zu uns und wir teilten uns mit ihm ein Bier und nahmen ein paar Schlucke vom hochprozentigen (Pili warnte uns jedoch davor, dass der Alkohol hier stärker wirkt). Pedro erzählte über den Alltag und was den Minenarbeitern wichtig ist (Frauen, Alkohol und viele Kinder). Wir gingen dann weiter in den Stollen hinein und konnten dann die Minenarbeiter bei der Arbeit beobachten. Dabei kamen wir auch an den Silber- und Zinnvorkommen vorbei, die sich von Nord nach Süd ziehen. Pedro meinte, dass er einmal gefragt habe, warum es so sei und nur die Antwort bekommen habe, dass nur Ingenieure solche Fragen stellen und die in der Mine nichts zu suchen haben. Er solle akzeptieren, dass es so ist. Wie kletterten und krochen durch andere Felsformationen und Pedro erzählte uns auch über die gesundheitlichen Folgen und den Alltag in der Mine, während seine Backen immer weiter mit Coca-Blättern wuchsen. Morgens essen die Minenarbeiter sehr deftig und viel, da während des Tages nichts gegessen wird. Am Abend gibt es dann Suppe, da die Arbeit in der Mine staubig ist und Flüssigkeit benötigt wird. Es handelt sich dabei um einen Beruf der in der Familie weitergegeben wird. Die aktuelle Generation möchte für seine Nachkommen jedoch nicht mehr dieses Leben und möchte die Kinder (auch die Mädchen, was sehr besonders hier ist) zur Uni schicken. Die Minenarbeiter selbst können hier sehr viel Geld machen und verdienen für Bolivianer sicherlich auch überdurchschnittlich. Der Staub und die allgemeinen Lebensbedingungen führen jedoch zu einem frühen Tod (Pedro hat erst seinen 37-Jährigen Cousin und 45-Jährigen Onkel verloren). Und wenn man dann mal auf seine Finger schaut und dort zufällig ein silbernes Schmuckstück findet, dann kennt man jetzt auch die Bedingungen hierfür. Nach der Mine waren wir auch ziemlich platt und haben dann auch nicht mehr soviel gemacht. Während Steffi am Abend wenigstens noch Essen war, kam Chris nicht mehr aus dem Bett. Erst langsam akklimatisierten wir uns an die Höhenluft.Read more

  • Day244

    Potosí, Bolivia

    June 18, 2017 in Bolivia ⋅ ⛅ 26 °C

    The world's highest city.

    We're high. Really high. 4060m is higher than Mt Cook and I am really feeling it. My chest feels heavy and at disappointing frequency I am uncontrollably out of breath. Walking up stairs triggers the 'doubled-over' response and the activity of eating and walking is near on impossible...at least for me in my current state of fitness (obviously poor). Postosí claims it's title as the world's highest city but the definition of 'city' is up for debate. Potosí also marks the beginning of our acclimatization period. For the next three weeks or so we won't see much under 2800m (I think).

    Our hostel (Casa Blanca) in Potosí was grand. We had good wifi and friendly staff, a hearty free breakfast, an enormous bedroom with two spare beds, and a private ensuite with a powerful and hot shower (you have no idea how much we value this - Cat is trying to incorporate it as an individual item in hostel ratings. In fact, we've both come to value the morning shower report over the weather report - the worst no doubt being 'cold with a chance of electrocution' which is about as common as a rainy day in London). Take me back already! Also, Lennart (the Belgian from our road trip to Uyuni) is headed the same way and has joined us in our travels.

    After seeing so much llama on our trip, we were all craving a big old Llama steak. That's not true. How can you crave a llama steak if you've never had one? We were more likely curious to taste the furry friend, so we found a nice restaurant, ordered the local beer (unoriginally named Potosina) and tucked into some delicious llama. On the meat scale, I'd say it lies somewhere between beef and venison in flavour and I can't comment on toughness because it was so damn tender it might well not have been llama. Compliments to the chef.

    We occupied day one in Potosí with the usual wandering about. That of course was after a sleep in and finally finding a live stream of the America's Cup (go boys!). We passed the afternoon in the market, sampling creme de limon (similar to raw merengue), pasteles (deep fried batter with cheese), papas rellenas (deep fried mashed potato stuffed with egg and meat), api (hot corn milk) and of course empanadas. I could barely walk home. We also got some fresh veg for dinner before battling back up the steep and busy roads to the hostel. I had my highest non-commericial aircraft beer that night at 4066m (only walked about 66 of those metres but I'll claim the achievement!)

    Potosí really only exists as a product of it's mining industry. Cerro Rico (rich hill) has for hundreds of years offered Potosí wealth in the form of mineral silver, zinc and lead. Miners as young as eight years old take to these hills in search of wealth at the cost of their health or their lives (amoungst other things). Cerro Rico is not only a monstrosity but a monster - it's known locally as the 'mountain that eats men'. Visually, you can't miss it and mentally, well, we couldn't hold back our curiosity.

    So we booked a tour. Of a working mine. In Bolivia - the poorest country in South America. How dumb. (Sorry mums but we're still alive.) Big Deal Tours charged us 150 Bs ($30) for a half day tour. To be fair, we ummed and ahhed about this one for a long time and decided if we booked a reputable company it would be worth the risk (I realise that's a weak argument). But saftey aside, it was the ethical decision which was the hardest. Those who just read about the fiesta in the Altiplano will probably think that by taking this tour I'm a hypocrit for my 'monkey in a cage' comment, but hear me out.

    Mining is life here. It's work, it's friendship, it's religion and it's social structure. And anybody can do it. (Actually, ladies aren't allowed to work inside the mines for superstitious reasons (pachamama gets jealous of other ladies) but that doesn't prevent them working around the mines). It requires no prequalification save for an able body and a willing soul. I won't go into detail of the hierarchy but it's exactly that. Cooperatives own small mines and miners who stay on the job long enough (three years) can buy their own seam to work as they please until it runs dry. Then the process starts over again, more or less every six to ten years, depending on the seam. Hourly wage gradually transitions to commission as they progress up the hierarchy. Once they own a seam, they reap the benefits of their hard work directly with minimal repayment to the cooperative. Overall it's a working structure very much rewards commitment.

    Our tour guide was an ex-miner of fourty odd years and no longer working due to poor health - surprise surprise. He was happy to show off his life, his job and his numerous friends and family (seriously he knew or was related to everyone we passed). Our first stop was a market where we purchased gifts for the miners. Dynamite, fanta and coca leaves were the popular choice. The first two have obvious uses but don't be fooled by the coca leaves; they aren't for cocaine. These leaves are grown too high to be any good as a sniffable powder. Bolivians stuff their cheeks full of them and savour their medicinal properties. If you can call suppressing apetite and the effects of altitude 'medicinal'. That said, miners value them more than water and are known to have a cheek stuffed full of them for most of the day.

    After donning our safety gear, we took a brief tour of the processing plant which was absurdly toxic so we had to put emphasis on brief and get out smartly. Not that the gases troubled Cat. She had blindfolded herself with her helmet and was doing her best not to make a scene whilst falling into unguarded holes and tripping over hoses. All of the raw minerals are sent to Chile for the final phase of processing 'cause Bolivia can't get it's act together and set up a refinery. Oh, and there's that small issue of having no access to the sea and it's ships (thanks to Chile). Apparently this land ownership is under review in the UN supreme court. Although Bolivians doubt they have a chance. Poor old Bolivia.

    Bolivian mines are made for Bolivians, not gringos, who on average are at least a foot taller, if not more. After weaving around the llama skins and dodging the blood stained walls we began our awkward half-squatted waddle into the earth. Every now and again we could relieve our backs in chambers or when climbing up or down ladders to various seams. The miners work hard. All of them were drenched in sweat from carrying enormous quantities of rock to the surface on their backs or in barrows. I'm struggling to imagine tougher work than 8-10 hours of hunched-over uphill barrowing at 4300m above sea level fuelled by nothing but coca leaves, fanta, 96% alcohol and cigarettes (that's right - no lunch)! It's a wonder these guys don't have serious health issues. Well of course they do! But none of them are willing to admit it except our guide. There's no medical compensation and most of them can't afford a doctor so what's the use in complaining? The consider themselves lucky to have to chance to work in the mine (to be fair it's good paying work in Potosí) and none of them are willing to admit it's bad for them. A different world.

    After visiting several miners and giving them our gifts, Wilson offered to set off his dynamite. I nearly shat my pants. Here we were borderline suffering from altitude sickness, battling off claustrophobia deep beneath the earth in the sketchiest mine in the poorest country in South America with not a hope in the world of a rescue and this guy wants to set off a bomb!? I was reluctant at first but with reassurance from the doctor lady who had been accompanying us and with refuge in appeared to be a safe place, Wilson set off the dynamite 200m down the shaft. Four minutes later the boom rocketed past with deafening force. It wasn't as powerful as I had expected (phew!) and we swiftly left the mine to emerge back into glorious daylight and fresh air. Never again.

    I guess the question remains, was all this ethical tourism? Are we creating a 'monkey in a cage' scenario? In my opinion, no. In fact, we're helping them out. We're creating work and income outside of the mine; buying gifts in the market, giving gifts, and more importantly, giving Wilson and his team a source of income when he is physically unfit to work in the mine. Furthermore, me writing this and your reading it is raising awareness and there's no aid like awareness. To seal my opinion, when we were headed back to town our 'safety guide' boarded with her gorgeous two kids, both dressed in private school uniforms. Perhaps change is on it's way?
    Read more

    Jools Peters

    Interesting insight!

    7/9/17Reply
    Jools Peters

    Didn't fancy MERC getting some altitude training?

    7/9/17Reply
     
  • Day8

    Potosi - Food hunt goes vegetarian

    October 7, 2017 in Bolivia ⋅ ☁️ 14 °C

    There were quite many food stalls near the market. People were sitting and eating in the open air. But, we couldn't find anything vegetarian there so we decided to go on and search a bit further in the markets that were never ending. We ended up at the beautifully lit San Clemente church. There we searched on Google and found a few restaurants nearby. We decided to go to Magic Manzana (Magic Apple).Read more

    Shuchi Arora

    We have the same vendors in Amritsar !

    10/15/17Reply
    Shuchi Arora

    I like the bags and jackets behind you !

    10/15/17Reply
    The Craze for Travelling

    Ha ha ha.. They have worldwide branches

    10/15/17Reply
    The Craze for Travelling

    Get a big bag if you want to shop 😁😁

    10/15/17Reply
     
  • Day8

    End of Day, Potosi

    October 7, 2017 in Bolivia ⋅ ⛅ 10 °C

    The procession continued for a few minutes while we enjoyed it from our vantage position.
    After that we had a good 2 course vegetarian meal. I had cream of tomato soup and a quinoa burger. Both were very delicious.
    After the food, we decided to walk the 2 kms back to the hotel. On the way we came across a huge local market that had closed by this time but the covered stalls were still there and my guess is it was a good part of 1.5 kms. One of the juice stalls was still open so we had papaya juice. I had it with milk and Hristo with water.
    Read more

    Shuchi Arora

    Where is the Burger ?

    10/15/17Reply
    Shuchi Arora

    I like the juice glasses as well

    10/15/17Reply
    The Craze for Travelling

    In another picture😉

    10/15/17Reply
    The Craze for Travelling

    👍👍

    10/15/17Reply
     

You might also know this place by the following names:

Potosí, Potosi, بوتوسي, Putusi, Потоси, Ποτοσί, پوتوسی, פוטוסי, पोतोसी, Պոտոսի, ポトシ, პოტოსი, 포토시, โปโตซี, Потосі, 波托西