Bolivia
Potosí

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Travelers at this place
    • Day 228

      Cerro Rico - Der Menschenfresser

      July 12, 2023 in Bolivia ⋅ 🌬 12 °C

      Die Geschichte um das Silber im Cerro Rico ist eine eigene, wie ich bereits bei Ankunft in Potosi erwähnt habe. Eine Geschichte, die vielen außerhalb Südamerikas weitgehend unbekannt ist. Und am heutigen Tag werde ich mich selber überzeugen und ausführlicher über meine eigenen Erfahrungen berichten. Dieser Berg ist der Ursprungsort von fast 80 % des weltweiten Silbers.  Aus der reichsten Stadt der Welt ist mittlerweile einer der ärmsten Städte der Welt geworden, nachdem Bolivien seine Unabhängigkeit von Spanien erreichte und die Silbervorräte fast erschöpft sind. Bereits die Inkas nutzten die Schätze des Berges doch die richtige Ausnutzung kam erst mit den spanischen Eroberern. Die Minen finanzierten die spanische Kolonisierung Amerikas fast im Alleingang.
      Obwohl die Mine Cerro Rico in Potosi immer noch eine aktive Mine der Dritten Welt ist so bleiben die schrecklichen Arbeitsbedingungen nahezu unverändert. Während der Kolonialzeit wurden Sklaven, zumeist indigene Völker aus Amerika sowie Zehntausende Menschen, die aus Afrika verschifft wurden, in 6-Monats-Schichten, 7 Tage die Woche und 20 Stunden am Tag zur Arbeit geschickt. Die meisten kamen einfach nie heraus und starben an Erschöpfung, Krankheit, giftigen Gasen, Einstürzen, Steinschlag und Selbstmord.
      Bisher verloren 8 Millionen!!! Menschen ihr Leben. Man sagt, dass man mit der in Potosi ausgegrabenen Silbermenge eine Brücke bis nach Spanien bauen könnte. Und mit den Knochen derjenigen, die in den Minen gestorben sind, könnte eine weitere Brücke gebaut werden.
      Doch noch immer wagen sich rund 15.000 Männer in das Innere des Cerro Rico , darunter auch (illegal) Kinder und Jugendliche, denn alternative Arbeitsplätze bietet die Stadt kaum. Sie arbeiten dort in Kooperativen an der Gewinnung von Silber und weniger ertragreicher Mineralien wie Blei, Zinn und Zink für die Eektroindustrie weltweit. Da sie für sich selbst arbeiten, müssen die Bergleute von Potosi ihre gesamte Ausrüstung selbst kaufen. Dazu gehört alles von Helmen und Stiefeln bis hin zu Schaufeln und Dynamit.
      Es gibt sicherlich viele unterschiedliche Ansichten über die Ethik, als Tourist dorthin zu gehen, um den Bergleuten bei der Arbeit zuzusehen, und darüber, was im Wesentlichen Armutstourismus ist. Meine Beweggründe sind weniger die Suche nach einem voyeuristischen Abenteuer und sich darüber zu freuen, in den Minen von Potosi gewesen zu sein, als vielmehr die Zerstörung zu sehen, die die Kolonialherrschaft in diesem Teil Boliviens angerichtet hat. Aber auch als Verbraucher von Silber und anderen Edelmetallen richtig zu verstehen, wie hoch die menschlichen Kosten für den Abbau solcher Luxusgüter sind.
      Ich entscheide mich für eine seriös geführte Minentour mit einem professionellen Anbieter. Geführt von ehemaligen "Mineros".
      In einer Lagerhalle erhalten wir Gummistiefel, Überziehhose und -jacke und Helm mit Lampe. Mit einem Kleinbus geht es weiter zum Mercado de los Mineros, dem Markt der Minenarbeiter. Hier decken sich die Minenarbeiter mit Material ein. Es ist der einzigste Markt weltweit auf dem legal Dynamit gekauft werden kann. Doch der eine oder andere Touri, der denkt er darf deshalb Dynamit als Souvenir mit nach Hause nehmen, darf sich im Knast darüber Gedanken mache warum dies nicht so ist.
      Unser Guide klärt uns über den Gebrauch der Werkzeuge zur Herstellung von Bohrlöchern für die Dynamitstangen auf. Oftmals stundenlang von Hand in die Felswände eingetrieben. Kompressorwerkzeuge und der Betrieb von Kompressoren sind teuer. Und wenn, dann hat mittlerweile billige Chinaware die Qualitätsware ersetzt. Wir nehmen für die Bergarbeiter Geschenke mit. Dynamit, Coca Blätter, Getränke, Bier, Zigaretten oder 96%igen Alkohol zum trinken!!!
      Wir fahren mit unserem Kleinbus hoch zum Eingang der Mine Candelaria. Wirkt der Berg von Weiten noch anmutig so zerklüftet, kahl und mit Plastikmüll übersät präsentiert er sich vor Ort.
      Rituale und Legenden gehören zu einer Mine und unser Guide demonstriert und erklärt uns die
      "Legende von El Tio"
      Die Bergleute glauben, dass sie einem finsteren, teuflischen Gott der Unterwelt namens El Tio, dem Onkel, ausgeliefert sind. 
      Über jedem Minenschacht befindet sich ein Schrein der gehörnten Figur, des Meisters der Potosi-Mine und der dunklen Mächte darin, normalerweise mit einem riesigen Penis, um seine Männlichkeit und Macht zu symbolisieren. Selbst die spanischen Eroberer haben aus Ehrfurcht und Angst nie selber die Minen betreten.
      Noch heute bringen die Bergleute ihm Opfergaben wie 96-prozentigen Alkohol, Zigaretten und Kokablätter dar und beten, dass er sie vor Unfällen schützt und ihnen hochwertige Mineralien zum Abbau zur Verfügung stellt. 
      Der Besuch dieser Mine hat rein gar nichts mit einem Museumsbesuch eines "Schacht Onkel Otto" oder so ähnlich im Kohlenpott zu tun, um anschließend mit Helm und Overall für ein Foto zu posieren.
      Nein, bolivianischen Silberminen sind von Natur aus gefährlich. So seriös das Tourunternehmen auch ist, es gibt keine absolute Sicherheit. Wir waren eine kleine Gruppe mit Führer und Hilfsführer und man konnte deutlich sehen, dass sie mit vielen der Bergleute gute Freunde waren. Englischsprachig, sehr wichtig wenn man nicht fließend spanisch spricht. Denn in Teilen des Cerro Rico ist es extrem laut, und wenn eine 3-Tonnen-Lore über eine rostige, kaputte Strecke auf einen zurast, dann bleibt keine Zeit das Wörterbuch aufzuschlagen, dann heißt es an manchen Stellen rennen und sich in Ecken und Nischen verstecken um den schweren Loren auszuweichen.
      Wir verbringen lediglich ca. 2 Stunden in dieser Mine und erleben wie körperlich anspruchsvoll diese Tour ist ohne wirklich körperlich zu arbeiten. Ausserdem ist es bei all dem Staub schwierig mit Mundschutz zu atmen, der an manchen Stellen einfach unerlässlich ist. Nicht zu vergessen, wir befinden uns in ca. 4300 m Höhe in einem Berg.
      Eine völlig fremde Umgebung. Es ist stockfinster und selbst mit der Stirnlampe ist die Sicht immer noch schlecht.
      Die Tunnel sind eng und meistens geht man gebückt. Der bolivianische Ureinwohner und seine Nachfahren hat halt kein Gardemaß. Außerdem mussten wir stellenweise 25m bis 30 m rücklings kriechen oder klettern. Sich an allem festhalten wo es geht, nur nicht an den elektrischen Leitungen die stellenweise unkontrolliert von den Decken hängen.
      Ebenso wird es in Sekundenschnelle von glühend heiß zu richtig kühl.
      Unsere Führer und die Bergleute hatten kein Problem damit, dass Touristen in der Mine filmten und fotografierten. Und in der Mine wurden die Geschenke verteilt. die wir auf dem Bergmannsmarkt gekauft hatten. U. a. eine Stange Dynamit. So wurden wir Zeuge bei der Vorbereitung des Dynamits und dessen Explosion in ausreichender Entfernung.
      Erleichterung als wir den Hauptschacht erreichen und spürbar Luft in den Stollen strömt. Demut und Nachdenklichkeit als wir das Tageslicht wieder sehen. Aber die Menschen die hier täglich arbeiten, was müssen sie ertragen?
      Es ist ein harter und unglaublich gefährlicher Job. Normalerweise arbeiten sie 10 bis 12 Stunden und manchmal auch 24 Stunden vollständig unter Tage.
      Ohne Lebensmittel, da sie glauben, dass die Kombination aus Staub und Nahrung sie krank macht. Ohne Mundschutz nur die Wangen mit Kokablättern gefüllt, die ihnen die Energie geben, die sie brauchen. Zusätzlich sollen die Kokablätter als "Filter" dienen.
      Die jüngeren, kräftigeren Bergleute sind in der Regel diejenigen, die die meisten manuellen Arbeiten erledigen, beispielsweise das Schieben der schweren Loren. Manche sind erst 12 oder 13 Jahre alt, ich habe sie natürlich nicht gesehen.
      Die Bergleute von Potosi werden normalerweise nicht älter als 40-50 Jahre. Ihre Lungen sind meist schon zu geschwächt, sie husten Blut und erkranken an Silikose und einem Emphysem. Die wenigsten können nach Argentinien auswandern, denn dort wird ihnen kostenlos geholfen. Oder sie versuchen in niedrigere Regionen umzuziehen.
      Jeder Bergmann hat Verwandte, der an schwarzer Lunge oder bei Unfällen im Bergbau gestorben ist.
      Ehemänner, Brüder und Söhne riskieren jeden Tag ihr Leben, um für den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sorgen. Es ist eine grausame Existenz, den alle entfliehen wollen, denen aber einfach die Mittel fehlen. 
      Dies ist mein bisher längster und ausführlichster Reisebericht.
      Die Geschichte um das Silber im Cerro Rico ist eine eigene, wie ich bereits eingangs erwähnt habe. Eine Geschichte, die vielen außerhalb Südamerikas weitgehend unbekannt ist. Und ich finde, sie ist es Wert ausführlich erzählt zu werden.
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    • Day 228

      Casa de la Moneda

      July 12, 2023 in Bolivia ⋅ ☁️ 9 °C

      "Ich bin das reiche Potosí, Schatzkammer der Welt, König der Berge, den Königen diene ich zum Neide."
      Im Stadtwappen von Potosi ließ Kaiser Karl V. diesen Spruch verewigen.
      Und während der Blütezeit sollen selbst die Pferdehufeisen aus Silber geschmiedet und zum Corpus-Christi-Fest von 1658 die Pflastersteine entfernt und durch Silberbarren ersetzt worden sein.
      Heute ist davon nichts mehr zu sehen und einen Silberbarren lässt sich auch nicht mehr finden. Dafür aber der Weg zur einstigen Münzprägeanstalt "Casa de la Moneda". Mit 15.000 qm bebauten Grundstück, 5 Innenhöfen und 200 Zimmern ist es eines der größten Zivilgebäude, die die Spanier in ganz Amerika und der Karibik errichteten.
      Ab dem 31. Juli 1773 wurde mit der Münzprägung begonnen und endete erst 1951.
      400 Jahre dauerte der Prägeprozess in der Stadt Potosí, denn die ersten spanischen Silbermünzen wurden bereits 1575 im "Primera Casa de Moneda" geprägt.
      Heute ist hier ein Museum, in dem der gesamte Entstehungsprozess einer Münze vom rohen Silbererz aus dem Bergwerk Cerro Rico bis zur abgeschlossenen Prägung nachvollzogen werden kann.
      Sowohl die ersten mit Hammer geprägten Münzen oder später mit Dampfmaschinen und zum Schluß mit elektrischen Antrieb betriebenen Prägemaschinen lassen sich hier bewundern. Am meisten Aufmerksamkeit erregen jedoch die hölzernen Prägemaschinen, die damals von afrikanischen Sklaven bedient und vo Maultieren angetrieben wurden, und die aufwändig 13-fach gesicherten Schatzkisten, mit denen die Münzen einst nach Europa verschifft wurden.
      Neben Münzen und anderen Gegenständen aus Silber werden hier aber auch religiöse Kunstgegenstände, Mumien, Mineralien und Exponate aus der Geschichte von Potosí ausgestellt.
      Die Führung durch dieses Museum konnte mich wirklich begeistern. Und im Innenhof verabschiedet mich die allgegenwärtige Maske in dieser Stadt. El Mascaron, die einen sagen es ist die Darstellung des römischen Gottes Bacchus, andere behaupten es sei ein indigener Südamerikaner, der den das Land verlassenden Spaniern hinterherlacht.
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    • Day 228

      Die Karmeliterrinnen

      July 12, 2023 in Bolivia ⋅ 🌬 12 °C

      Bei meinem Streifzug durch die Stadt Potosi erreiche ich das Karmelitenkloster Santa Teresa, kurz bevor eine Führung beginnt. Na gut, wenn schon mal hier dann kann man ja mal schauen.
      Und mal wieder ist es eine Geschichte die mich in ungläubiges Erstaunen versetzt.
      Dies Kloster ist der heiligen Teresa von Avila geweiht. Schutzpatronin Spaniens und 1622 Heilig gesprochen. Als große Mystikerin wurde sie 1970 als erste Frau zur Kirchenlehrerin erhoben.
      Damals zählte es zu den angesehensten Klöstern Boliviens, und nur die jeweils zweite Tochter durfte gegen Bezahlung eines kleinen Vermögens im Alter von 15 Jahren ins Klosterleben eintreten.
      Es gibt einen speziellen "Verabschiedungsraum", wo die Tochter in einer Zeremonie in feinster Kleidung dem Kloster "übergeben" wurde und zum letzten Mal ihre Familie sah und sich verabschiedete.
      Was für die Eltern von Reichtum und Prestige zeugte, wurde für die jungen Karmeliter-Nonnen meist eine Qual.
      Denn sie lebten danach in völliger Isolation ohne jemals wieder die Außenwelt zu sehen. Der einzige Kontakt stellte ein vergittertes Fenster und eine Drehtür dar, durch die Gegenstände gereicht werden konnten.
      Die Nonnen durften mit ihren Angehörigen nur reden, Berührungen und Blickkontakt waren streng verboten. Sogar der Verkauf von Kunsthandwerk oder Lebensmitteln, die von den Nonnen hergestellt wurden, durfte nur über die Drehtür passieren. Erst mit dem zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 wurde dieses etwas gelockert.
      Die Nonnen verbrachten ihr gesamtes Leben im Kloster und wurden auch hier bestattet. Ihre Gräber verbergen sich bis heute unter hölzernen Falltüren in den Gebetsräumen.
      Die über 2 Stunden dauernde Tour zeigt die Wohn- und Gebetsräume und in welcher Abgeschiedenheit die Karmeliter-Nonnen hier einst lebten. Ausserdem ein Klostermuseum, welches eine der bedeutendsten Gemälde-Sammlungen Boliviens beherbergt. Neben Sakralkunst zeigt das Museum auch Holzschnitzereien, Mobiliar, Reliquien und wertvolle Bücher und Schriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
      Aber auch ein kleiner Raum in der die Nonnen sich der Selbstgeißelung unterwarfen. Schmerzkorsetts, verschiedene Peitschen und weitere Utensilien werden ausgestellt.
      Noch immer leben einige Frauen im abgeschotteten Teil des Klosters, der von Besuchern nicht betreten werden darf.
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    • Day 297

      Potosí

      September 8, 2023 in Bolivia ⋅ ☀️ 14 °C

      Die Stadt existiert hauptsächlich wegen des Bergbaus am Cerro Rico. Andere Wirtschaftszweige gibt es kaum. Nachdem wir uns durch die schmalen und steilen Gassen Potosís gekämpft und einen Parkplatz für die nächsten zwei Nächte gefunden haben, schlendern wir durch das im Kolonialstil gehaltene Stadtzentrum. Es gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Vom ehemaligen Reichtum der Stadt ist darüberhinaus nicht mehr viel zu sehen.

      Wir besichtigen auch die Kathedrale und steigen auf deren Glockenturm. Ansonsten sind wir hauptsächlich mit Essen beschäftigt. Egal, ob am kleinen Straßenimbiss, im Mercado Central oder im netten für Touristen ausgelegten Restaurant Tambo Señorial, das Essen schmeckt überall hervorragend. So zum Beispiel auch K'alapurka, eine traditionelle bolivianische Suppe aus Potosí. Vor dem Servieren wird ein heißer Vulkanstein zusammen mit der Suppe in eine Tonschüssel gegeben, woraufhin die Suppe zu brodeln beginnt.

      Außerdem ist viel Militär in der Stadt, denn an diesem Wochenende findet landesweit wieder einmal eine große Impfkampagne gegen Tollwut bei Hunden und Katzen satt. Das Tollwutrisiko in Bolivien ist hoch.
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    • Day 112

      Potosí - Cerro Rico

      January 14 in Bolivia ⋅ ⛅ 18 °C

      Potosí und der Berg, der Menschen frisst. In den Minen in denen die Spanier ihr Silber abzogen, arbeiten noch heute tausende.
      Das Silber ist längst erschöpft und der Glanz von damals lange verflogen.
      Bevor wir in die Minen absteigen, machen wir unterwegs einen Halt um den Minenarbeiter Geschenke wie Cocablätter, Zigaretten, 96% Alkohol oder Dynamit zu kaufen.
      Danach steigen wir in die staubigen und engen Minen ab.
      Es schockt uns, bei welchen Verhältnissen die Minenarbeiter hier Tag für Tag, bereits mit 14 Jahren ihr Leben aufs Spiel setzen.
      Das Lachen welches uns vor dem Einstieg im Gesicht sass, ist uns längst entflohen - beim Anblick des pelzigen Asbest an den Wänden und der staubigen Umgebung.
      Nach 2.5h sind wir dann froh, endlich wieder tageslicht zu sehen und frische Luft zu atmen.
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    • Day 166

      Potosi

      February 9 in Bolivia ⋅ ⛅ 16 °C

      Potosí bedeutet auf Quechua „Lärm“. Das wirft natürlich die Frage auf, wieso eine Stadt in den Bergen einen so positiven Namen trägt. Das liegt natürlich an dem Berg, Cerro Rico, der in der unmittelbaren Nähe steht. Aber für uns stand zu Fasching vor allem eine Antwort parat: die Bolivianer lieben es zu feiern und das auch gerne sehr laut. Mit unseren Freunden Johannes und Charlotte (kennengelernt haben wir sie in Rurrenabaque im Regenwald und hier wieder getroffen) erkundeten wir den Fasching und waren auch von Regen und Schaumsprühflaschen nicht abzuschrecken. In vielen Ecken Boliviens wird nämlich statt Konfetti aus Sprühflaschen Seife verschossen. Zum Glück roch diese ganz ok und war rückstandslos von der Kleidung zu entfernen. Insgesamt war der Fasching in Potosí ziemlich interessant und hat uns mal wieder gezeigt, dass das gemeinsame Feiern in allen Kulturen die Menschen zusammen bringt.

      Der Cerro Rico „Reicher Berg“ hat mit seinem Silberreichtum natürlich im 17. Jahrhundert zu unglaublich viel Bergbau geführt und daher kam auch der viele Lärm. Bei unserem Aufenthalt in Potosí besichtigten wir auch diese Minen und für mich war das wirklich eine große Herausforderung, aber ich hab es geschafft! Unser Guide Wilson hat uns viel über die Minen erzählt und uns erklärt wie sie heute funktionieren. Dadurch, dass das Silbervorkommen schon fast erschöpft ist und hauptsächlich Mineralien wie Zinn und Kupfer gefördert werden ist der Betrieb der Minen nicht mehr so lukrativ wie früher und die Minenarbeiter arbeiten quasi selbstständig. Und mit wenig Eigenkapital kommt schlechte Ausrüstung und schlechte Regelkontrolle. Wir sahen in den Minen Kinder, die sich zur Arbeit aufmachten und hörten von 12 Stundenschichten, die nur mit Koka überstanden wurden. Ein furchtbarer Zustanden, aber auch heute noch dreht sich ganz Potosí nur um den Bergbau und die dazugehörige Infrastruktur. Wie unser Guide sagte: „The Mountain drives the economy“, also „der Berg treibt die Wirtschaft an“. Was wäre also Potosí, die Stadt die 1611 mit 150.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt war, ohne ihren Bergbau?
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    • Day 12

      Potozinzin

      March 10, 2023 in Bolivia ⋅ ☁️ 15 °C

      Aujourd’hui on se lève tôt pour aller visiter la mine de Potosi. On n’a pas réservé la veille mais en partant avec des néerlandaises rencontrées à l’hostel on arrive à s’ajouter au groupe.

      On part alors tous ensemble, on s’arrête une première fois pour se changer, on met des bottes, un casques avec une lumière, un sur pantalon et une veste. Une fois que tous le monde est prêt on repart pour faire une seconde pause au marché des mineurs, dans ce marché on trouve des explosifs, des outils et tous l’équipement nécessaire pour récupérer du minerai. On nous explique alors que chaque mineurs doit acheter sont équipement. Dans ce marché on trouve aussi de quoi faire passer plus vites les journées de travail : feuilles de coca, alcool à 90, cigarettes et boissons sucrées pour les plus jeunes.

      Après ce dernier arrêt on se dirige finalement vers la mine encore en activité. Pendant l’ère coloniale on y extrayait de l’argent, avec lequel on fabriquait les monnaies du monde entier, le symbole dollar vient même du symbole de potosi (superposition du S et du I). Cela paraît un peut paradoxal quand on sait qu’aujourd’hui les billets bolivien sont fabriqués en France. De nos jours la mine extrait du plomb, du cuivre et de l’étain.

      Rentrer dans la mine au milieu des mineurs, des chariots plein de roches et des différentes statuettes religieuses fût une expérience plutôt spéciale, permettant de prendre du recul sur ce que l’on vit en Europe.

      La mine a pour effet sur la ville de créer de grande inégalités, en effet les mineurs qui ont la chance de trouver de gros filons peuvent devenir très riche quand au reste des mineurs indépendants ils sont là plus part du temps plutôt pauvres.

      Ensuite l’après midi on se décide à faire le tour de la ville avec un guide. Le tour fut des plus dépaysants, en effet le guide ne s’attardait pas beaucoup sur l’histoire de la ville mais nous a plutôt emmené au cœur de celle-ci. On a ainsi pu discuter avec des étudiants, des gens dans les marchés, rentrer dans différents bâtiments administratifs ou culturels de façon plus ou moins normale et ce toujours avec une pointe d’humour !

      Après cette longue journée on se décide à aller prendre le bus pour rejoindre la ville de Tupiza, on se rend alors au nouveau terminal dans notre moyen de transport favoris et on attend alors 20h30 pour prendre le prochain bus. Une fois dans celui-ci on nous passe alors un film espagnol histoire d’être sur qu’on ne dorme pas durant le trajet !
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    • Day 115

      Tour au Cerro Rico

      April 23, 2023 in Bolivia ⋅ ☀️ 11 °C

      Ca y est, première turista dans l'équipe et elle est pour moi (Louis).
      Malgré tout, on se met en route tous les 4 pour le Cerro Rico (4750m), la montagne qui habrite plein de minerai d'argent, de zinc et de plomb qui fait la richesse de la mine. En chemin, on croise pas mal de maison de mineurs ainsi que des entrées de mines. On est dimanche alors personne ne travaille.
      On n'arrive pas tout à fait jusqu'en haut car le chemin est effondré. La montagne est un vrai gruyère alors on ne veut pas prendre le risque de se balader entre les éboulis.
      On a quand même une belle vue sur Potosí ! (200 000 habitants)
      On redescend, contents de notre balade (et moi content de ne pas avoir eu à chier entre 2 cailloux) 😅
      On aura plus d'informations sur la mine demain, on fait une visite guidée !
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    • Day 24

      Experience spéciale

      June 11, 2023 in Bolivia ⋅ ☀️ 10 °C

      J’ai bien dormi ! 1ere fois qu’il y a du chauffage dans un hostel (mais pas d’eau chaude 😢) après il fait -10° la nuit … (on est à 4090m)
      Avec Fred nous partons visiter les mines de Potosi, Marina reste à l’hostel elle est trop fatiguée. (Je n’étais vraiment pas sure de le faire parce on passe devant des mineurs qui travaillent dans des conditions plus horrible..) mais étant dimanche personne n’était dans la mine. Je sais pas si c’est bien mieux … on est groupe de 8, et deux guides. Avant de rentrer dans la mines, nous allons chercher l’équipement (pantalons/ veste avec des scratch qui scratch pas, et un casque avec une lampe). Puis on passe à une épicerie pour acheter des cadeaux pour les mineurs (choix entre eau, bière, alcool à 96°, feuilles de coca, cigarettes ou dynamite).
      Je suis contente d’être petite sur ce moment ! Les chemins dans la mines sont très bas, et serrés. On arrive à un endroit « d’offrande », une petite statue entouré de guirlande et de feuille de coca est la. La tradition est de lui donner deux cigarettes, et de l’alcool à 96º puis d’en prendre ( j’ai gouté une goutte je crois que ça a suffit à désinfecter tout mon corps).
      Au bout du premier tunnel où il a fallu ramper, 4 personnes ne veulent plus continuer. On se sépare et on continue d’avancer dans la mine, on commence à tousser à cause de toute la poussière… j’ai beaucoup de mal avec l’idée que des gens travaille encore dans ces mines avec ces conditions de travail.
      Un moment la guide veut nous montrer comment ça se passe avec la dynamite, on allume un bâton puis on part quelques mètres plus loin… et BOOM. Impressionnant, assourdissant.
      On marche encore 30 min et nous voilà sorti. Ça fait du bien de voir le soleil et de respirer de l’air frai.
      Ça remet beaucoup en question ce genre d’expérience.

      Moment impromptu mais très sympa, petite jam dans l’hostel avant mon départ.
      Ce soir je pars pour Tupiza, car demain matin je commence le trek dans le Salar d’Uyuni, le désert de sable.
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    • Day 298

      Minentour im Cerro Rico

      September 9, 2023 in Bolivia ⋅ ☀️ 14 °C

      Am Vortag buchen wir bei Turismo Claudia eine Minentour im 4.800m hohen Cerro Rico. Der Berg ist für seine großen Silbervorkommen bekannt, welche hier seit fast 500 Jahren abgebaut werden, Potosí einst zu einer superreichen Stadt machten und das spanische Reich finanzierten. Hinzu kommen Blei, Kupfer, Zinn, Zink... Über 100 verschiedene Minerale/ Varietäten sollen hier bereits entdeckt worden sein. Wir entscheiden uns für eine abenteuerliche aber nicht für die gefährlichste Mine. Dennoch macht sich noch am selben Abend ein mulmiges Gefühl breit. Wollen wir da wirklich rein, in den "Berg, der Menschen frisst"?

      Der Bergbau im Cerro Rico ist Glückssache - das erzählt uns Wilson während der Tour immer wieder. Jeder Minenarbeiter hat seinen eigenen fixen Bereich, in dem er arbeitet, allerdings erst nach drei Jahren Anlernzeit. Wer Glück hat wird reich und kann die Mine verlassen, andere hingehen finden fast nichts und sterben viel zu früh. Zwischen 8-10 Millionen Menschenleben sollen die rund 180 Minen im Cerro Rico schon gefordert haben, hauptsächlich ehemalige Sklaven, die in der sauerstoffarmen Höhenluft zu Höchstleistungen angetrieben wurden. Aber auch heutzutage bezahlen noch viele Arbeiter mit ihrem Leben, die meisten werden 45 bis 60 Jahre alt und sterben an den Folgen einer Staublunge. Natürlich ereignen sich aber auch tragische Unfälle. Offiziell ist es verboten unter 18 Jahren in den Minen zu arbeiten. Die Lage hat sich in den letzten Jahren zwar verbessert, aber es gibt leider noch immer viele Kinder und Jugendliche in den Minen, weil es nicht kontrolliert wird. Frauen dagegen dürfen in diesen Minen nicht arbeiten, sie bewachen nachts die Eingänge. Wieviele Menschen derzeit insgesamt hier tätig sind ist nicht bekannt und genaue Pläne der Tunnelsysteme gibt es auch nicht. Momentan gibt es am Cerro Rico 38 Genossenschaften, die völlig autonom handeln. Man sagt, dass der Berg irgendwann zusammenbrechen wird, weil er löchrig ist wie ein Schweizer Käse.

      Unsere Tour beginnt am Mercado de los Mineros, dem wahrscheinlich einzigen öffentlichen Markt weltweit auf dem legal Dynamit gekauft werden kann. Dort essen die Arbeiter und wir kaufen Geschenke. Es ist kein Muss, doch Simon aus Deutschland, Diego aus Uruguay und wir zwei folgen der Empfehlung unseres Guides und nehmen Cocablätter und Limonade mit. Aber auch 96%iger Alkohol zum Trinken, Dynamit und Ammoniumnitrat für Sprengungen stehen hoch im Kurs.

      Dann bekommen wir unsere Schutzausrüstung und es geht weiter zur Mine. Eigentlich wollten wir die Mina Rosario besichtigen, doch da ist heute keiner. Generell wird samstags nicht so lange gearbeitet, viele ärmere Mineros arbeiten dafür von Freitag auf Samstag oft 24h durch. Unser Plan B ist die Mina Grita de Piedra, ebenfalls eine alte, koloniale Mine. Der Eingangsbereich ist blutverschmiert - Lamablut. Jedes Jahr im Juni werden Lamas geopfert und die Minenarbeiter veranstalten gemeinsam ein großes BBQ. Wichtig ist, dass es immer eine gerade Anzahl an Lamas ist, denn ungerade Zahlen bringen Unglück. Ein weiteres Ritual ist, dass die Minenarbeiter am ersten Freitag im Monat El Tío und Pachamama um Dinge beten und jeden letzten Freitag im Monat danken sie.

      In der Mine ist es stockdunkel, lediglich unsere Stirnlampen spenden uns Licht. Die Gänge sind schmal, oft müssen wir gebückt gehen und gleichzeitig auf die großen Löcher im Boden achtgeben, die zu anderen Ebenen führen. Viel Staub fliegt durch die Luft. Hier und da funkelt es ordentlich, zum Teil haben sich aber auch Schwefel- und Kupferoxidkristalle an den Wänden gebildet, von denen wir uns fernhalten sollen. Je weiter wir hinein laufen, desto beklemmender wird das Gefühl. Außerhalb der Minen folgen die meisten dem katholischen Glauben, innerhalb der Minen hingegen beten sie zu El Tío (dem Gott der Unterwelt im Cerro Rico) und Pachamama (Mutter Erde). Gerade als wir El Tío und Pachamama Opfergaben bringen und um ihren Schutz bitten, treffen wir auf Don Humberto. Es wird Quechua gesprochen. Don Humberto ist 43 Jahre alt, sieht aber locker 20 Jahre älter aus. Man sieht ihm an, dass die Arbeit in der Mine kein Zuckerschlecken ist. Eine Schubkarre nach der anderen schiebt er aus der Mine, bessere Gerätschaften kann er sich nicht leisten. Und weil die Sprengung gestern nicht wirklich erfolgreich war, dürfen wir heute sogar bei einer kleinen Dynamitsprengung bzw. bei deren Vorbereitung dabei sein. Danach flüchten wir schnell in die sichere Zone und warten gespannt auf die Explosion der "sexy bombita".

      Nach etwa 1,5 Stunden erblicken wir wieder Tageslicht. Es blendet, doch wir sind froh raus aus dem 'reichen' Berg zu sein. Das alles zu sehen ist sehr interessant, aber gleichzeitig ist der Anblick des Leids anderer Menschen schlimm und deprimierend. Ich frage mich, ist es richtig eine solche Tour zu machen und den Bergleute gar noch bei ihrer alltäglichen, gefährlichen und kräftezehrenden Arbeit im Weg herumzustehen oder sie zu fotografieren? Unser Guide Wilson arbeitet selbst in einer Mine, sofern er nicht für eine Tour gebucht wird. Er ist es, der uns immer wieder dazu auffordert Fotos zu machen und diese der Welt zu zeigen. Der Tourismus hilft wenigstens einigen Männern ihre Jobs in den Minen an den Nagel zu hängen.

      Zum Abschluss besichtigen wir eine Aufbereitungsanlage, in der die wertvollen Mineralien von dem wertlosen Gestein getrennt werden. Lange können wir uns dort nicht aufhalten, denn es liegt ein beißender Geruch von Chemikalien in der Luft. Eine Dose Bier ist im Umlauf, erst ein paar Tropfen für Pachamama, dann bin ich an der Reihe. Ich lehne dankend ab, bekomme aber gleich einen Rüffel. Da ich weder unhöflich sein noch irgendwem Unglück bringen möchte, nehme ich doch einen Schluck und reiche die Dose weiter. Bevor es für uns zurück in die Umkleidekabine geht, überreichen wir noch die letzten Geschenke.
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    You might also know this place by the following names:

    Potosí, Potosi, بوتوسي, Putusi, Потоси, Ποτοσί, پوتوسی, פוטוסי, पोतोसी, Պոտոսի, ポトシ, პოტოსი, 포토시, โปโตซี, Потосі, 波托西

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