Chile
Matiz Chico

Discover travel destinations of travelers writing a travel journal on FindPenguins.

106 travelers at this place

  • Day15

    Wenn Jugend um ihre Zukunft kämpft ...

    March 11 in Chile ⋅ ⛅ 17 °C

    Heute gingen die Studenten auf die Strasse - demonstrieren für bessere Bildung, Pensions- und Gesundheitssystem. Die Polizei geht mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Jugendlichen vor. Wir haben recht lange mit einer Sozialarbeiterin, die mit uns das Geschehen aus der sicheren Ferne beobachtet hat - gesprochen. Alle hoffen, dass gerade diese Proteste der Jungen das System zur Änderung bringen können.
    Man braucht hier eindeutig eine neue Verfassung - das Leben in Chile ist alles andere als sozial. Keine Pensionsgelder, keine Gesundheitversorgung - Wartezeiten auf notwendige Behandlungen oft auch 10 Jahre (in öffentlichen Häusern), viele Menschen sterben eher, erleben die Behandlungen nicht. Selbst private Krankenversicherungen decken die Kosten nicht. Man zahlt eine hohe Prämie - dann aber im Spital auch nochmal für die Behandlung.....

    Hier ist großer Handlungsbedarf. Hoffentlich wird endlich eine entsprechend positive Richtung eingeschlagen. Chiles Bürger wählen demnächst bzw. stimmen über "neue Verfassung" ab. Unsere Unterkunftgeberin hat allerdings beim Frühstück erzählt, dass die wenigsten eine Ahnung haben, was überhaupt in der alten Verfassung steht ....
    Read more

  • Day14

    Next stopp: Valparaiso

    March 10 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Die Hafenstadt Valparaiso ist sehr eigenwillig in seiner Architektur - durch seine Lage am Meer /auf den Hügeln sind manche Vierteil (nämlich die höher gelegenen) recht schwierig zu erreichen. Unsere Anfahrt mit unserem kleinen Racingcar war mehr als spannend - leider haben wir (noch?) kein Video davon. Jedenfalls steht unten an der Straßenkreuzung jemand mit einem "go-stopp"-Schild, damit es zu keinen unliebsamen Begegnungen am Weg bergauf oder -ab gibt.

    Valparaiso war einst der wichtigste Handelshafen Südamerikas, viele europäische Einwanderer aus dem 19. Jahrhundert prägen das Stadtbild! In dieser Stadt war Reichtum zu Hause - man kann es an vielen Häusern hier sehen. Mit dem Bau des Panamakanals änderte sich allerdings die Vorrangstellung.
    Aufgrund der Einflüsse der unterschiedlichen Kulturen ist das Stadtbild ein sehr variantenreiches und auch ein wenig chaotisches. Die Straßenführungen sind kreuz und quer - damals einfach nach Bedarf "dazugebaut". Nach einem massiven Erdbeben 1906 wurde Valparaiso fast ganz zerstört. Der Schutt der Häuser wurde danach dazu genutzt, dem Meer noch mehr Land abzuringen. (Erzählung unseres Guides).
    Read more

  • Day138

    Chili - Valparaiso

    January 22 in Chile ⋅ ⛅ 18 °C

    Super tour dans les collines de Valparaiso, etape tant attendue des Marins arrivant du Cap Horn ou du Nord. Tombée en désuétude à la construction du canal de Panama, elle a Aujourd'Hui retrouvé un vrai cachet. Les ruelles et passages pavés parcourants les collines sont desormais LE repere du street art et des petits restos avec rooftop. Vraiment sympa !Read more

  • Day100

    bunt-bunter-Valparaiso

    May 28, 2019 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    An Farben fehlt es in Südamerika nirgends aber Valparaiso scheint die Lehrwerkstadt der Maler zu sein!😅
    An jeder Ecke, an jedem Haus und sogar die Müllwägen sind bunt bemalt.
    Auch für Tierliebhaber ist es ein Paradies, denn Katzen und Hunden gefällt es hier anscheinend auch.
    Als eine der buntesten Städte der Welt wird sie bezeichnet aber es gibt auch die Schattenseiten.
    Um so ungemütlicher ist es, wenn man auf offener Straße von Einheimischen vor unseriösen Ecken gewarnt wird.
    Aber zu dritt mit unserer Lenka zählt man ja schon als Reisegruppe...😏
    Read more

  • Day162

    Valparaiso

    February 5 in Chile ⋅ ☀️ 18 °C

    Première impression mitigée à notre arrivée à Valparaiso car on est passé par la rue principale où il y a les manifestations et tous les rideaux étaient fermés, les murs tagés c’était un peu Ghetto. Pourtant après seulement 10 minutes de marche dans les rues vallonnées on a découvert une ville pleine de couleurs ou il fait vraiment bon vivre. Du coup on est restés 4 jours et on a eu le temps de découvrir tous les recoins de la ville. On a eu la chance de dormir dans une guesthouse tenue par une Andrei et sa maman deux personnes super sympas qui nous ont donnés plein de conseils.Read more

  • Day4

    La Sebastiana, Valparaíso, Chili

    March 9, 2017 in Chile ⋅ ⛅ 16 °C

    Pablo Neruda est un écrivain-poète. Nous sommes allés visiter une de ses maisons. Il en possédait 3 au Chili une à Valparaiso, une à Santiago et une Isla Negra. Nous sommes allés voir celle de Valparaiso. Pablo Neruda adorait la mer mais il préfèrerait la regarder que d'être dessus. Sa maison ressemblait à un bateau.

    Amélie

    PS) les photos des intérieurs n'étaient pas autorisées mais il y avait une belle vue sur Valparaíso !
    Read more

  • Day68

    Valparaiso - Strassenkunst

    January 13, 2019 in Chile ⋅ ⛅ 19 °C

    Grafiti, Wandzeichnungen und Katzen prägen diese Stadt, welche aus 42 Hügel besteht. Der einzige flache Teil an der Küste ist aufgeschüttet. Um dieser Kunststadt ein bisschen auf den Zahl zu fühlen, schliessen wir uns der GraFREEti Tour an, eine "Free Walking Tour", welche sich ganz der Kunst widmet. Grafiti kommt ursprünglich aus Rom und wurde später in Philadelphia bekannt. In ganz Chile sind Grafitis verboten und so lebt diese Szene vor allem in der Nacht. Es geht vor allem drum, Teritorium zu markieren, wie wohl so überall. Bemalte Wände hingegen sind toleriert, meistens fragen die Künstler bei den Hausbesitzer an, ob sie die Wand bemalen dürfen, je nach Bekanntheit werden sie auch angefragt und bezahlt. Egal in welche Richtung die Augen blinzeln, die Kunstwerke sind überall! Ein Freiluft-Kunst-Museum gratis und für jedermann. Leider werden schöne Kunstwerke auch oft mit Grafiti übersprayt und diese dann wiederum neu bemalt. So ändern sich die Kunstwerke von Jahr zu Jahr.
    Auf der anderen Seite wird die Staht durch kaputte, zerfallene Häuser geprägt, Grund dafür sind Erdbeben. Von ursprünglich etwa 30 ascensores (Lifte), welche die Einwohner auf ihre Hügel bringen, funktionieren noch deren 7. Es fehlt an Geld, diese zu reparieren. Unser Hostel erreichen wir ebenfalls mit dem ascensor. Am zweiten Tag ist er gerade ausser Betrieb und so erklimmen wir den Hügel zu Fuss - zum Glück ohne Gepäck! Kein Wunder dass die Menschen hier nicht ins Fitnesscenter müssen, sie finden dies direkt auf der Strasse.
    Der Friedhof hat eine wunderbare Lage mit bester Sicht aufs Meer. Wieso? Man wollte einfach zeigen, dass man Geld hat.. früher als dieses noch zu Genüge vorhanden war. Irgendwie ironisch, dass bei einem vergangenen Erdbeben Särge den Berg herunterrollten, in Häuser eindrangen und Menschen dabei uns Leben kamen.. tot von den Toten..
    In der Künstler Stadt gibt es selbstverständlich auch Tattoo Studios. Da Dani noch ein paar weisse Stellen frei hat, ist dies der perfekte Ort, um sich wieder einmal stechen lassen. Der Tattowierer im ausgewählten Studio hat gerade Zeit und so gibt es zwei Stunden später ein neues Kunstwerk an Dani's Körper zu bewundern. Was hat er sich wohl tattowiert, in Zusammenhang mit der Reise?
    Etwa 45 Minuten von Valparaiso entfernt besuchen wir die Dünen von Concon. Mit einem Sandboard versuchen wir unsere Snowboardkünste auf Sand umzusetzen, was nicht ganz so einfach ist! Damit es etwas besser fährt, erhalten wir eine kleine Kerze um es einzuwachsen. Alle paar Meter müssen wir dies wiederholen, um überhaupt vom Fleck zu kommen. Dann fräsen wir ein paar Meter und es macht pumm und wir liegen am Boden:-) Leider gibt es keinen Sandlift und so müssen unsere Beine daran glauben.
    Um unseren Hunger zu stillen fahren wir anschliessend mit dem Bus an die Küste von Concon und geniessen (einmal mehr) eine Empanada (gefüllte Teigtaschen, unsere Haupternährung seit Beginn unserer Reise). Der Strand ist vollgepackt mit Menschen, einige probieren sich mit Surfen, andere sind am sünnele oder am sändele. Die Leute tun alle so als wäre es Strandwetter! Dabei ist es viel zu kalt dafür, ich friere sogar mit Pullover und Schal.
    Read more

  • Day54

    Murals (Wandgemälde)

    December 24, 2018 in Chile ⋅ ⛅ 18 °C

    Ein kleines „Weihnachtsspecial“: Valparaiso ist berühmt für seine Straßenkunst. Sprayer kommen teilweise aus Europa, weil sie hier den „Freiraum“ finden ihre Kunst umzusetzen....anbei meine 6 „Best of...“Read more

  • Day66

    Valparaiso und Viña del Mar

    January 10 in Chile ⋅ ☀️ 21 °C

    Ein Tagesausflug zu den zwei bekanntesten Küstenstädten nahe Santiago - das war das Ziel des heutigen Tages. Und das nicht mit einer geführten Tour, sondern für das volle Einheimischen-Gefühlspaket auf eigene Faust.😎
    Das klappte auch wunderbar, bis wir nach einer kurzen Metro-Fahrt und knappen zwei Stunden im klimatisierten Doppelstöckerbus in Valparaiso ankamen - respektive an dessen Busterminal etwas ausserhalb der Stadt. Anstatt gemütlich das Taxi ins Zentrum zu nehmen entschieden wir uns für den Fussmarsch. Sagen wir mal so - viele Touristen sind wahrscheinlich noch nicht durch diese armen, vollen, lauten und stinkenden Viertel gelaufen. Aber wir kamen an und uns erwartete voller Vorfreude das Stadtzentrum - das sich auf den ersten Blick aber leider nicht wirklich vom vorhergehenden Stadtteil abhob. Als wir uns dann aber in die steilen Hügel vorwagten entdeckten wir doch spannende enge und vor allem farbige Gassen, steile Funiculars und (im engsten Wortsinn) malerische Häuser, sodass wir wie alle Touristen auch noch zu unseren Streetart-Graffiti-Hipster-Instagram-Schnappschüssen kamen.
    Nun stand der Transfer ins zweite Städtchen an. Taxis liessen wir wieder links liegen - die Strassenbahn war das Ziel. Sehr spontan entschieden wir uns aber um und bestiegen mutig einen alten, lokalen, uns anhupenden Mini-Trolleybus. Äusserst rasant diese Fahrt, grösstenteils mit offenen Türen und bei rollendem Bus ein- und aussteigenden Passagieren und Händlern, sowie keinem erkennbaren Haltestellen-Konzept - ein wahres Erlebnis, aber wir kamen (ungefähr) am Ziel an. Allerdings hatten wir beim Vorbeifahren unsere geplanten Sehenswürdigkeiten bereits (kurz) bestaunt, sodass wir nach einem Besuch der Strandpromenade den Rückweg etwas früher antraten und für das Nachtessen nach Santiago in das gewohnte Umfeld zurückkehrten.
    Read more

  • Day24

    Graffitis, Tränengas und ein blaues Haus

    January 25 in Chile ⋅ ☀️ 20 °C

    In Valparaíso erwartet uns die Casa California. Das schmucke blaue Haus, mitten im historischen Teil der Hafenstadt, wird während unseres Aufenthalts zum Ruhepol in der quirligen Stadt, die eine rund zweistündige Busfahrt von der Hauptstadt Santiago entfernt liegt. Johnny heisst uns herzlich willkommen und wir fragen ihn, was einen strammen Kalifornier von San Francisco nach Chile geführt hat. Natürlich: die Liebe zu seiner Frau Cata. Er fühle sich aber auch sonst sehr wohl in Valparaíso, habe die Stadt doch mit ihren vielen Hügeln eine ähnliche Topografie wie San Francisco.

    Auf über vierzig Hügeln ist Valparaíso gebaut und dies führt dazu, dass die Stadt trotz des Lärms, der vielen Einwohner und Besucher dennoch viele ruhige Ecken und einen ganz eigenen Charme hat. Alte Funicularios führen von Meereshöhe in die verschiedenen Quartiere. Bekannt ist Valparaíso aber nicht nur für seine Hügel, sondern vor allem auch für die bunten Gebäude und die vielen murales (Wandgemälde), welche die Fassaden der Häuser schmücken. Seit 2003 ist das historische Quartier von Valparaíso ein UNESCO Weltkulturerbe, was sicher mit dazu geführt hat, dass «Valpo» auch bei Touristen äusserst beliebt ist. Beim Schlendern durch die Strassen können wir die Kamera fast nicht im Rucksack verstauen, gibt es doch immer wieder ein neues Motiv abzulichten. Auf einer Tour for Tips lernen wir zudem die Hintergründe einiger Wandgemälde kennen. Viele haben durchaus eine politische Bedeutung. So erzählt etwa ein Gemälde die Geschichte von Chile und thematisiert unter anderem die Ungleichheit zwischen arm und reich. Es gibt aber auch lustige, fröhliche Wandgemälde. Und nicht nur Wände werden bunt bemalt, sondern auch Treppenstufen oder Trottoirs. Damit ein Künstler in Valpo ein Bild malen kann, muss er einen Hausbesitzer finden, der dies zulässt. Teils läuft es aber umgekehrt und Eigentümer fragen einen renommierten Graffiti-Künstler an. Der künstlerischen Freiheit ist aber eine Grenze gesetzt: Die Stadtverwaltung verbietet es ihren Einwohnern, ein Haus schwarz zu bemalen.

    Die farbigen Häuser geben der Stadt einen ganz eigenen Spirit. Valparaíso ist auch die Stadt der Linken, der Alternativen und der Künstler. Gleichzeitig ist es die Stadt mit der grössten Ungleichheit in Chile. Wenn man das historische Zentrum verlässt, kommt man durchaus in Quartiere, welche weniger schmuck sind als das Gebiet um den Cerro Concepción.

    In Valparaíso verspüren wir nach den Tagen in Santiago auch den Drang auf Bewegung. Mit einem Colectivo, einem Minibus, geht es rasant nach Viña del Mar, der Nachbarstadt von Valparaíso, wo vor allem Reichere leben und viele Chilenen und Argentinier ihren Strandurlaub verbringen. Wir steigen allerdings noch nicht aus und düsen weiter zu den Sanddünen von Concon. Neben den Dünen türmen sich moderne Hochhäuser auf, weitere sind gerade im Entstehen. Wir mieten uns für eine Stunde ein (sehr rudimentäres) Sandboard und versuchen, die Dünen runter zu brettern. Das ist gar nicht so einfach, vor allem auch, wenn die Schlaufen für die Füsse doppelt so gross sind, wie sie sein sollten. Aber wir geniessen es, unsere überschüssige Energie loszuwerden und nach der Anstrengung den Blick übers Meer schweifen zu lassen. Nur das mit dem Sand ist so eine Sache. Noch Tage später haben wir winzig kleine Souvenirs von den Dünen von Concon dabei. Wie wir später erfahren, sind die Sanddünen leider bedroht und werden in den nächsten Jahren wohl verschwinden, da noch viele Gebäude an der Küste geplant sind.

    Den Tag schliessen wir mit einer Fahrt auf einem kleinen Touriboot im Hafen von Valpo ab. Wir sind umgeben von chilenischen Familien mit kleinen Kindern. «Que lindo» (wie schön), kommentieren sie, was es auf der Fahrt zu sehen gibt, während der Guide auf dem Boot Erklärungen abgibt und sich immer wieder ein Spässchen erlaubt – manchmal gar auf unsere Kosten, wobei wir nicht ganz mitbekommen, worum es geht. Fakt ist, dass uns gut zwanzig Chilenen wohlwollend anschauen und schmunzeln. Auf der Fahrt haben wir einen ganz anderen Blick auf die auf Hügel verteilte Stadt und wir sehen dicke Robben, Kreuzfahrtschiffe, Marineschiffe der chilenischen Armee, die hier ihren Hauptstützpunkt hat, protzige Jachten und ein paar riesige Containerschiffe, welche gerade beladen werden. Der Hafen von Valparaíso war im 19. Jahrhundert der wichtigste im gesamten Pazifikraum. 1914 wurde der Panamakanal eröffnet und die meisten grossen Schiffe mussten Südamerika nicht mehr südlich umrunden. Damit nahm aber die Bedeutung von Valparaíso drastisch ab. Heute ist der Hafen nicht einmal mehr der wichtigste im Land. Dass dem so ist, liegt auch an der Bevölkerung von Valpo, welche sich heftig gegen Pläne wehrte, den Hafen auszubauen.

    Unser Aufenthalt in Valparaíso ist auch deshalb so toll, weil wir uns im Hostal von Johnny und seiner chilenischen Frau Cata so wohl fühlen. Wir erhalten tolle Restauranttipps – nicht nur das Essen ist lecker, sondern auch der Pisco und wir haben eine tolle Aussicht über die Stadt. Ausserdem ermöglich sie uns, Chile und die Chilenen besser zu verstehen. Da sie ein Jahrzehnt in den USA gelebt hat, hinterfragt sie Vieles auch kritisch. Den Alltag in Chile erklärt sie uns an einem simplen Beispiel, dem Kauf eines Wasserkochers. Grosse Versprechen vor dem Kauf, ein nicht funktionsfähiges Gerät, keine Möglichkeit des Umtausches, weil man das Gerät ja schon gebraucht hat. Nur wer genügend Geld und Zeit investiert, kommt zu seinem Recht. Im Fall von Catas Wasserkocher sieht dies so aus: Cata schafft es, die Nummer des Firmenchefs ausfindig zu machen und ruft ihn zigmal privat an. Schliesslich erhält sie ein funktionsfähiges Gerät. Cata betont, dass sie zur Oberschicht gehören und privilegiert sind. Viele weniger privilegierte Menschen haben nicht dieselben Möglichkeiten. Das sind für uns spannende Einblicke, da man dies als Tourist weniger mitbekommt und vor allem die Freundlichkeit der Chilenen auffällt.

    Auch die Proteste sind natürlich Thema. Cata ist besorgt und erstaunt zugleich. «Es entspricht gar nicht der Mentalität der Chilenen, sich so für etwas einzusetzen und in Rage zu geraten.» Die Proteste waren in Valparaíso im vergangenen Herbst besonders heftig. Denn in der Hafenstadt befindet sich der Parlamentssitz. Folgen hatte dies ebenfalls für Cata und Johnny, da rund 90 Prozent der Gäste wegen der Unruhen ihre Hotelreservation storniert hatten. Ruhe ist in Valparaíso aber auch jetzt noch nicht eingekehrt. Am ersten Abend unseres Aufenthalts in der Stadt widmen wir uns im Aufenthaltsraum in der Casa California gerade einem Blogbeitrag, als Cata uns mitteilt, dass es einige hundert Meter Richtung Hafen Strassenblockaden gibt. Wir sollen doch besser hügelaufwärts Essen gehen. Da wir eh noch beschäftigt sind, bleiben wir noch einige Zeit in der Unterkunft. Plötzlich vernehmen wir Schreie und mehrmals einen lauten Knall. Wir hören von draussen Leute husten und keuchen. Dann beginnt es auch uns, in der Nase zu beissen und in den Augen zu tränen. Tränengas. Jemand rüttelt an der Tür. Da wir nicht wissen, was draussen vor sich geht, öffnen wir nicht. Kurze Zeit später tritt ein anderer Gast und ein Knabe ein. Das Atmen fällt ihnen vor lauter Husten schwer. Cata eilt mit einem Wasserglas vorbei. Sie kann nicht glauben, dass die Polizei in «ihrer» Strasse mit Tränengas um sich geschossen hat. Wir sind froh, nicht vorher die Wohnung verlassen zu haben.

    Anderntags beim Frühstück kann Cata noch immer nicht Glauben, was am Abend zuvor passiert ist. Sie kritisiert sowohl die Krawallmacher wie auch die Polizei. Die Strassenblockaden würden hauptsächlich von Jugendlichen errichtet, denen es sonst zu langweilig sei. Das sei schade, da die Forderungen der Protestbewegung eigentlich berechtigt seien, dadurch aber unterminiert würden. Auf der anderen Seite reagiere die Polizei viel zu heftig auf die Mätzchen der paar wenigen Jugendlichen. Es sei wie ein allabendliches Spiel: Die Jugendlichen provozieren, die Polizei steigt überhart ein. Die Leidtragenden sind die Bewohner. Dass der Truck mit dem Tränengas, «el chingue» (das Stinktier), tags zuvor ihre Strasse hinaufgefahren sei, gebe ihr zu Denken. Gespannt blickt sie auf den April. Dann können die Chilenen abstimmen, ob sie eine neue Verfassung wollen, und falls ja, wer diese ausarbeiten soll. Cata vermutet, dass die Proteste nochmals zunehmen werden. Und sie hegt auch den Verdacht, dass die Polizei nun jede Gelegenheit wahrnimmt, dass aus kleinen Demos grosse Einschränkungen für die Bevölkerung entstehen. Dadurch sollen die Bürger der Protestbewegungen überdrüssig werden. Und gegen eine neue Verfassung stimmen. Dabei sei es dringend nötig, dass die Verfassung aus der Ära Pinochet ersetzt und die Ungleichheit in Chile verringert wird. Denn heute werde für eine reiche Minderheit Politik gemacht.

    Valparaíso bleibt uns auf jeden Fall in Erinnerung. Aber nicht nur wegen des Tränengases, denn uns gefällt die Stimmung der Stadt und ihre spannende Topografie. Die Murales verleihen dem pulsierenden Ort ein ganz spezielles Flair. Die Gegensätze in Valpo sind gross, machen aber auch den Charme der Hafenstadt aus.
    Read more

You might also know this place by the following names:

Matiz Chico

Join us:

FindPenguins for iOSFindPenguins for Android

Sign up now